Abfallwirtschaftsgesetz 2002
Worum geht es in dieser Vorschrift?
Dieses Gesetz, das Abfallwirtschaftsgesetz 2002, regelt die Verfahren zur Verwertung und Beseitigung von Abfällen. Es legt fest, wie Abfälle behandelt werden müssen, um entweder wiederverwendet oder sicher entsorgt zu werden.
Für wen: Betreiber von Abfallbehandlungsanlagen, insbesondere Verbrennungsanlagen; Personen oder Unternehmen, die Abfälle erzeugen oder entsorgen.
Auf einen Blick
- Land
- Österreich
- Rechtsgebiet
- Energie- und Netzwirtschaftsrecht
- Quelle
- ris.bka.gv.at
- Text abgerufen
- Erklärung aktualisiert
Was regelt diese Vorschrift?
- Verwertungsverfahren für Abfälle (R1 bis R13).
- Beseitigungsverfahren für Abfälle (D1 bis D15).
- Spezifische Energieeffizienzwerte für Verbrennungsanlagen, die feste Siedlungsabfälle behandeln.
- Berechnung der Energieeffizienz und Anwendung eines Klimakorrekturfaktors (CCF) für Verbrennungsanlagen.
Wen betrifft diese Vorschrift?
- Betreiber von Abfallbehandlungsanlagen, insbesondere Verbrennungsanlagen.
- Personen oder Unternehmen, die Abfälle erzeugen oder entsorgen.
Was sind die Eckpunkte?
- Es gibt 13 Verwertungsverfahren (R1-R13), darunter Hauptverwendung als Brennstoff, Recycling von Lösemitteln, organischen Stoffen, Metallen und anorganischen Stoffen.
- Es gibt 15 Beseitigungsverfahren (D1-D15), darunter Ablagerungen in oder auf dem Boden, chemisch-physikalische Behandlung und Verbrennung.
- Verbrennungsanlagen für feste Siedlungsabfälle müssen eine Energieeffizienz von mindestens 0,60 (für vor 2009 genehmigte Anlagen) oder 0,65 (für nach 2008 genehmigte Anlagen) erreichen.
- Die Energieeffizienz wird mit einer spezifischen Formel berechnet und mit einem Klimakorrekturfaktor (CCF) multipliziert, der auf Basis von Heizgradtagen (HDD) bestimmt wird.
Energie- und Netzwirtschaftsrecht
Energie- und Netzwirtschaftsrecht
Gesetzestext
Gesetzestext
RIS Dokument KurztitelAbfallwirtschaftsgesetz 2002 KundmachungsorganBGBl. I Nr. 102/2002 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 70/2017Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 102 aus 2002, zuletzt geändert durch Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 70 aus 2017, TypBG §/Artikel/AnlageParagraph/Artikel/AnlageAnl. 2Anlage 2 Inkrafttretensdatum20.06.2017 Außerkrafttretensdatum10.12.2021 AbkürzungAWG 2002 Index83 Natur-, Umwelt- und Klimaschutz TextAnhang 2Behandlungsverfahren1. VerwertungsverfahrenR1 Hauptverwendung als Brennstoff oder als anderes Mittel der Energieerzeugung 1) R2 Rückgewinnung/Regenerierung von Lösemitteln R3 Recycling/Rückgewinnung organischer Stoffe, die nicht als Lösemittel verwendet werden (einschließlich der Kompostierung und sonstiger biologischer Umwandlungsverfahren) 2) R4 Recycling/Rückgewinnung von Metallen und Metallverbindungen R5 Recycling/Rückgewinnung von anderen anorganischen Stoffen 3) R6 Regenerierung von Säuren und Basen R7 Wiedergewinnung von Bestandteilen, die der Bekämpfung der Verunreinigungen dienen R8 Wiedergewinnung von Katalysatorenbestandteilen R9 Erneute Ölraffination oder andere Wiederverwendungen von Öl R10 Aufbringung auf den Boden zum Nutzen der Landwirtschaft oder zur ökologischen Verbesserung R11 Verwendung von Abfällen, die bei einem der unter R1 bis R10 aufgeführten Verfahren gewonnen werden R12 Austausch von Abfällen, um sie einem der unter R1 bis R11 aufgeführten Verfahren zu unterziehen 4) R13 Lagerung von Abfällen bis zur Anwendung eines der unter R1 bis R12 aufgeführten Verfahren (ausgenommen zeitweilige Lagerung – bis zur Sammlung – auf dem Gelände der Entstehung der Abfälle)
Energieeffizienz = (Ep – (Ef + Ei)) / (0,97 x (Ew + Ef)) Dabei ist:
Ep die jährlich als Wärme oder Strom erzeugte Energie. Der Wert wird berechnet, indem Elektroenergie mit dem Faktor 2,6 und für gewerbliche Zwecke erzeugte Wärme mit dem Faktor 1,1 (GJ/Jahr) multipliziert wird.
Ef der jährliche Input von Energie in das System aus Brennstoffen, die zur Erzeugung von Dampf eingesetzt werden (GJ/Jahr).
Ew die jährliche Energiemenge, die im behandelten Abfall enthalten ist, berechnet anhand des unteren Heizwerts des Abfalls (GJ/Jahr).
Ei die jährliche importierte Energiemenge ohne Ew und Ef (GJ/Jahr).
0,97 ist ein Faktor zur Berechnung der Energieverluste durch Rost- und Kesselasche sowie durch Strahlung.
Diese Formel ist entsprechend dem Referenzdokument zu den besten verfügbaren Techniken für die Abfallverbrennung zu verwenden.
Der Wert der Energieeffizienzformel wird mit einem Klimakorrekturfaktor (Climate Correction Factor – CCF) wie folgt multipliziert:
1.Ziffer eins CCF für vor dem 1. September 2015 in Betrieb befindliche und nach geltendem EU-Recht genehmigte Anlagen:
CCF = 1, wenn HDD 3 350 CCF = 1,25, wenn HDD 2 150 CCF = – (0,25/1 200) HDD + 1,698, wenn 2 150 < HDD < 3 350 2.Ziffer 2 CCF für nach dem 31. August 2015 genehmigte Anlagen und für Anlagen gemäß Nummer 1 ab 31. Dezember 2029:
CCF = 1, wenn HDD 3 350 CCF = 1,12, wenn HDD 2 150 CCF = – (0,12/1 200) HDD + 1,335, wenn 2 150 < HDD < 3 350 (Der sich daraus ergebende CCF-Wert wird auf drei Dezimalstellen gerundet).
Der HDD-Wert (Heating Degree Days, Heizgradtage) sollte dem Durchschnitt der jährlichen HDD-Werte für den Standort der Verbrennungsanlage entsprechen, berechnet für einen Zeitraum von 20 aufeinanderfolgenden Jahren vor dem Jahr, für das der CCF bestimmt wird. Der HDD-Wert sollte nach der folgenden Eurostat-Methode berechnet werden: HDD = (18 °C – Tm) d, wenn Tm weniger als oder gleich 15 °C (Heizschwelle) beträgt, und HDD = null, wenn Tm über 15 °C beträgt; dabei ist Tm die mittlere Außentemperatur (Tmin + Tmax)/2 über einen Zeitraum von d Tagen. Die Berechnungen sind täglich durchzuführen (d = 1) und auf ein Jahr hochzurechnen.
SchlagworteRostasche Zuletzt aktualisiert am13.12.2021 Gesetzesnummer20002086 DokumentnummerNOR40193410