Kurz gesagt
Diese Regelung legt fest, wie das Risiko berechnet wird, das entsteht, wenn ein Vertragspartner bei Derivatgeschäften seinen Verpflichtungen nicht nachkommt (Kontrahentenrisiko), und wie dieses Risiko gemeldet werden muss.
Was es regelt
- Die Berechnung des Anrechnungsbetrags für das Kontrahentenrisiko bei Derivatpositionen.
- Die Berücksichtigung von Sicherheiten bei der Berechnung dieses Risikos.
- Die Behandlung von Derivaten mit zentralen Clearingstellen.
- Die Saldierung von positiven und negativen Wiederbeschaffungswerten unter bestimmten Bedingungen.
Wen es betrifft
- Parteien, die Derivatpositionen eingehen.
- Sondervermögen, die Derivatpositionen halten.
Eckpunkte
- Der Anrechnungsbetrag für das Kontrahentenrisiko ist die Summe der aktuellen, positiven Wiederbeschaffungswerte der Derivatpositionen plus eines Sicherheitszuschlages.
- Derivate mit einer zentralen Clearingstelle können unberücksichtigt bleiben, wenn sie einer täglichen Bewertung zu Marktkursen mit täglichem Marginausgleich unterliegen.
- Der Sicherheitszuschlag variiert je nach Restlaufzeit und Art des Geschäfts: z.B. für zinsbezogene Geschäfte 0,0% bis 1,5%, für währungskursbezogene Geschäfte 1,0% bis 7,5%, und für aktienkursbezogene Geschäfte 6,0% bis 10,0%.
- Sicherheiten können abgezogen werden, wenn sie bestimmte Kriterien erfüllen, wie z.B. in Wertpapieren eines Zentralstaates bestehen, liquide sind und einer börsentäglichen Bewertung unterliegen.
📄 Gesetzestext
RIS Dokument Kurztitel3. Derivate-Risikoberechnungs- und Meldeverordnung
KundmachungsorganBGBl. II Nr. 169/2008 aufgehoben durch BGBl. II Nr. 266/2011Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 169 aus 2008, aufgehoben durch Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 266 aus 2011,
§/Artikel/AnlageParagraph/Artikel/Anlage§ 17Paragraph 17
Inkrafttretensdatum24.05.2008
Außerkrafttretensdatum31.08.2011
BeachteZum Bezugszeitraum vgl. § 18 Abs. 1.Zum Bezugszeitraum vergleiche Paragraph 18, Absatz eins,
TextKontrahentenrisiko (OTC-Derivate)§ 17.Paragraph 17,
(1)Absatz eins,Der Anrechnungsbetrag für das Kontrahentenrisiko ergibt sich aus der Summe der aktuellen, positiven Wiederbeschaffungswerte der Derivatpositionen, die bezüglich eines Vertragspartners bestehen, zuzüglich eines Sicherheitszuschlages. Zur Berechnung des Anrechnungsbetrages für das Kontrahentenrisiko ist für jeden Vertrag der gegenwärtige Marktwert zu bestimmen. Auf diese Weise wird der aktuelle Wiederbeschaffungswert mit einem positiven Wert ermittelt. Existiert kein liquider Markt, so kann als Marktwert jener rechnerische Betrag herangezogen werden, der sich aus der Zugrundelegung von Marktbedingungen ergibt.
(2)Absatz 2,Derivate, bei denen eine zentrale Clearingstelle einer Börse oder eines anderen organisierten Marktes Vertragspartner ist, dürfen bei der Ermittlung des Anrechnungsbetrags nach Absatz 1 unberücksichtigt bleiben, wenn die Derivate einer täglichen Bewertung zu Marktkursen mit täglichem Marginausgleich unterliegen.
(3)Absatz 3,Der Sicherheitszuschlag beträgt in Prozent des positiven Wiederbeschaffungswerts der jeweiligen Derivatposition:
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Restlaufzeit Zinsbezogene Währungskurs- Aktienkurs-
Geschäfte bezogene bezogene
Geschäfte Geschäfte
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Bis 1 Jahr 0,0% 1,0% 6,0%
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Über 1 Jahr bis
5 Jahre 0,5% 5,0% 8,0%
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Über 5 Jahre 1,5% 7,5% 10,0%
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(4)Absatz 4,Im Fall zweiseitiger Aufrechnungsvereinbarungen und Schuldumwandlungsverträge gemäß § 2 Z 71 BWG, dürfen im Falle der Einhaltung der Voraussetzungen des § 22 Abs. 7 BWG die positiven Wiederbeschaffungswerte zuzüglich der Sicherheitszuschläge und die negativen Wiederbeschaffungswerte der Derivatpositionen des Sondervermögens bezüglich eines Vertragspartners saldiert werden.Im Fall zweiseitiger Aufrechnungsvereinbarungen und Schuldumwandlungsverträge gemäß Paragraph 2, Ziffer 71, BWG, dürfen im Falle der Einhaltung der Voraussetzungen des Paragraph 22, Absatz 7, BWG die positiven Wiederbeschaffungswerte zuzüglich der Sicherheitszuschläge und die negativen Wiederbeschaffungswerte der Derivatpositionen des Sondervermögens bezüglich eines Vertragspartners saldiert werden.
(5)Absatz 5,Bei der Berechnung des Anrechnungsbetrags für das Kontrahentenrisiko darf der Wert einer von dem Vertragspartner gestellten Sicherheit abgezogen werden, wenn die Sicherheit
1.Ziffer eins
in Wertpapieren eines Zentralstaates, der gemäß § 22a BWG mit einem Risikogewicht von höchstens 20 vH zu versehen wäre, oder Wertpapieren der Europäischen Gemeinschaften besteht,in Wertpapieren eines Zentralstaates, der gemäß Paragraph 22 a, BWG mit einem Risikogewicht von höchstens 20 vH zu versehen wäre, oder Wertpapieren der Europäischen Gemeinschaften besteht,
2.Ziffer 2
liquide ist,
3.Ziffer 3
einer börsentäglichen Bewertung unterliegt,
4.Ziffer 4
für das Sondervermögen unverzüglich verwertet werden kann und
5.Ziffer 5
rechtliche Vorkehrungen für den Fall der Insolvenz des Sicherungsgebers bestehen.
Die Sicherheit darf auch in Bankguthaben bei einem Kreditinstitut gemäß § 2 Z 13 BWG mit Sitz in einem Zentralstaat, der gemäß § 22a BWG mit einem Risikogewicht von höchstens 20 vH zu versehen wäre, bestehen.Die Sicherheit darf auch in Bankguthaben bei einem Kreditinstitut gemäß Paragraph 2, Ziffer 13, BWG mit Sitz in einem Zentralstaat, der gemäß Paragraph 22 a, BWG mit einem Risikogewicht von höchstens 20 vH zu versehen wäre, bestehen.
(6)Absatz 6,Der Anrechnungsbetrag für das Kontrahentenrisiko ist bei der Berechnung der Auslastung der Anlagegrenzen nach § 20 Abs. 3 Z 8d InvFG 1993 sowohl auf Ebene des Einzelunternehmens aber auch auf Ebene der Unternehmensgruppe gemäß § 20 Abs. 3a InvFG 1993 zu berücksichtigen.Der Anrechnungsbetrag für das Kontrahentenrisiko ist bei der Berechnung der Auslastung der Anlagegrenzen nach Paragraph 20, Absatz 3, Ziffer 8 d, InvFG 1993 sowohl auf Ebene des Einzelunternehmens aber auch auf Ebene der Unternehmensgruppe gemäß Paragraph 20, Absatz 3 a, InvFG 1993 zu berücksichtigen.
(7)Absatz 7,Ist ein Derivat in ein Wertpapier oder Geldmarktinstrument eingebettet, so darf dieses bei der Ermittlung des Anrechnungsbetrags nach Absatz 1 unberücksichtigt bleiben, sofern nicht das Kontrahentenrisiko des eingebetteten Derivats auf den Fonds übertragen werden kann.
KI-Erklärung auf Basis des amtlichen Gesetzestextes. Orientierend, ersetzt keine Rechtsberatung.