Kurz gesagt
Diese Verordnung legt die Mindestanforderungen für die Haltung von Nutzfischen in Aquakulturen fest, um deren Wohlergehen zu gewährleisten. Sie behandelt allgemeine Haltungsvorschriften sowie spezifische Regeln für Karpfen- und Forellenteichwirtschaften.
Was es regelt
- Die Wasserqualität und Ernährung für alle Fische in Aquakultur.
- Die Bewegungsfreiheit der Fische basierend auf Besatzdichte.
- Den Einsatz biotechnologischer Verfahren bei Fischen.
- Spezifische Haltungsanforderungen für Karpfen und Salmoniden, einschließlich Vermehrung, Abfischen und Winterung.
Wen es betrifft
- Personen, die Nutzfische in Aquakulturen halten.
- Personen, die biotechnologische Verfahren bei Fischen anwenden oder Geschlechtsprodukte streifen.
Eckpunkte
- Die Wasserqualität muss den physiologischen Bedürfnissen der Fischarten entsprechen.
- Bei unzureichender Naturnahrung muss zugefüttert werden.
- Hormonelle oder physikalische Geschlechtsbeeinflussung darf nur von fachkundigen Personen vorgenommen werden.
- Winterteiche müssen an der tiefsten Stelle mindestens 1,80 m tief sein.
- Bei Regenbogenforellen in Erdteichen darf der Besatz maximal 10 kg pro m3 Teichvolumen betragen.
- Bei Regenbogenforellen in Rund- oder Langstrombecken sowie Fließkanälen darf der Besatz maximal 60 kg pro m3 Beckenvolumen betragen.
📄 Gesetzestext
RIS Dokument Kurztitel1. Tierhaltungsverordnung
KundmachungsorganBGBl. II Nr. 485/2004Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 485 aus 2004,
TypVrömisch fünf
§/Artikel/AnlageParagraph/Artikel/AnlageAnl. 10Anlage 10
Inkrafttretensdatum01.01.2005
Index86/01 Veterinärrecht allgemein
TextAnlage 10MINDESTANFORDERUNGEN FÜR DIE HALTUNG VON NUTZFISCHEN1.Ziffer eins
ALLGEMEINE HALTUNGSVORSCHRIFTEN FÜR ALLE FISCHE IN AQUAKULTUR
1.1.eins Punkt eins
WASSERQUALITÄT
Die Wasserqualität (insbesondere Temperatur, Sauerstoffgehalt, pH-Wert, Härte, Gehalt an Stickstoffverbindungen, Grad der organischen Belastung und der Gassättigung) muss den physiologischen Bedürfnissen der darin gehaltenen Fischarten entsprechen.
1.2.eins Punkt 2
ERNÄHRUNG
Bei der Ernährung sind die teichklimatischen Bedingungen, d.h. insbesondere Art und Menge des natürlichen Nahrungsangebotes und die ernährungsphysiologischen Bedürfnisse der jeweiligen Fischarten zu berücksichtigen. Ist nicht ausreichend Naturnahrung vorhanden, muss in geeigneter Form beigefüttert werden.
1.3.eins Punkt 3
BEWEGUNGSFREIHEIT
Bei der Besatzdichte ist auf die Bedürfnisse und Größe der jeweiligen Fischarten, auf die Wasserqualität und Durchflussmengen sowie auf Form und Volumen der Haltungseinrichtung Bedacht zu nehmen.
1.4.eins Punkt 4
BIOTECHNOLOGISCHE VERFAHREN
Die hormonelle oder physikalische Geschlechtsbeeinflussung von Fischen darf nur von Personen vorgenommen werden, die über die hierfür erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.
2.Ziffer 2
BESONDERE HALTUNGSVORSCHRIFTEN FÜR SPEZIELLE FORMEN DER AQUAKULTUR
2.1.2 Punkt eins
KARPFENTEICHWIRTSCHAFT
2.1.1.2 Punkt eins Punkt eins
Geltungsbereich
Die nachstehenden Mindestanforderungen gelten für Karpfen und üblicherweise in Karpfenteichen gehaltene Nebenfische
2.1.2.2 Punkt eins Punkt 2
Vermehrung
Werden künstliche Fortpflanzungsmethoden angewendet, so haben die erforderlichen Manipulationen, einschließlich der Hypophysierung, so schonend wie möglich zu erfolgen. Der Aufenthalt der Fische außerhalb des Wassers ist auf ein Minimum zu beschränken; erforderlichenfalls sind die Fische während dieser Zeitspanne in feuchte Tücher einzuschlagen.
2.1.3.2 Punkt eins Punkt 3
Abfischen
Die Zeit, die die Fische während des Abfischens und des nachfolgenden Sortierens und Wägens außer Wasser verbringen, ist auf ein Minimum zu beschränken. Empfindliche Fische, wie zB Coregonen- oder Zandersetzlinge, sind soweit möglich vor den anderen Fischarten abzufischen.
2.1.4.2 Punkt eins Punkt 4
Winterung
Winterteiche müssen an der tiefsten Stelle mindestens 1,80 m tief sein, und einen auch bei strengem Frost funktionsfähigen Zufluss aufweisen.
2.2.2 Punkt 2
FORELLENTEICHWIRTSCHAFT
2.2.1.2 Punkt 2 Punkt eins
Geltungsbereich
Die nachstehenden Mindestanforderungen gelten für Regenbogenforellen, Bachforellen, Bachsaiblinge, Seesaiblinge und andere Salmoniden sowie für Äschen in intensiver und extensiver Aquakultur.
2.2.1.2 Punkt 2 Punkt eins
Besatzdichte
Die Besatzdichte ist so zu wählen, dass der Sauerstoffgehalt des Ablaufes 5 mg O2/l nicht unterschreitet.
Darüber hinaus darf bei der Haltung von Regenbogenforellen in Erdteichen ein Besatz von maximal 10 kg und bei der Haltung in Rund- oder Langstrombecken sowie Fließkanälen ein Besatz von maximal 60 kg Regenbogenforellen in Speisefischgröße je m3 Teich- bzw. Beckenvolumen nicht überschritten werden.
2.2.2.2 Punkt 2 Punkt 2
Vermehrung
Das Streifen der Geschlechtsprodukte der männlichen und weiblichen Fische darf nur von Personen vorgenommen werden, die über die hierfür erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.
Werden die Fische zu diesem Zweck sediert, sind die Fische zur Erholung in sauerstoffreiches Wasser zu setzten, bevor sie in den Teich zurückgesetzt werden.
Die Fische dürfen nur mit nassen Händen oder Tüchern gehandhabt werden.
2.2.4.2 Punkt 2 Punkt 4
Abfischen
Das Abfischen mit Hilfe eines Zugnetzes, eines Keschers oder eines Vakuumsaugfasses hat unter Anwendung der gebotenen Sorgfalt zu erfolgen.
2.2.6.2 Punkt 2 Punkt 6
Sortieren, Wiegen
Das Sortieren und Wiegen hat manuell oder mit Hilfe geeigneter Sortierwaagen oder geeigneter Maschinen zu erfolgen.
SchlagworteCoregonensetzling, Rundstrombecken, Teichvolumen
Zuletzt aktualisiert am05.07.2017
Gesetzesnummer20003820
DokumentnummerNOR40059906
KI-Erklärung auf Basis des amtlichen Gesetzestextes. Orientierend, ersetzt keine Rechtsberatung.