3. Emissionsverordnung für kommunales Abwasser
Worum geht es in dieser Vorschrift?
Dieses Gesetz regelt die Grenzwerte für die Einleitung von Abwasser aus Kläranlagen von Einzelobjekten in Extremlage in Fließgewässer. Es legt fest, wann ein Objekt als in Extremlage befindlich gilt und welche Maßnahmen zur Einhaltung der Emissionsgrenzwerte ergriffen werden können.
Für wen: Betreiber von Abwasserreinigungsanlagen für Einzelobjekte in Extremlage; Behörden, die wasserrechtliche Bewilligungen für Abwassereinleitungen erteilen.
Fristen:
- Ein Einzelobjekt gilt als in Extremlage, wenn es nicht mehr als 200 Tage pro Kalenderjahr bewohnt oder bewirtschaftet wird, nicht mit einem Fahrzeug oder einer Aufstiegshilfe erreichbar ist, keine elektrische Energieversorgung (außer Eigenproduktion aus erneuerbaren Quellen) und keine sonstige Energieversorgung (außer Flüssiggas, feste Brennstoffe, Solarenergie) hat und einen spezifischen Wasserverbrauch von nicht mehr als 50 l pro Einwohnergleichwert und Tag aufweist.
- Ein Einzelobjekt ist nicht erreichbar, wenn es vom nächstgelegenen erreichbaren Punkt mehr als 4 km horizontal, mehr als 400 m vertikal oder eine Gehzeit von über 1 Stunde entfernt ist.
Auf einen Blick
- Land
- Österreich
- Rechtsgebiet
- Umwelt- und Agrarrecht
- Quelle
- ris.bka.gv.at
- Text abgerufen
- Erklärung aktualisiert
Was regelt diese Vorschrift?
- Emissionsbegrenzungen für Abwasser aus Kläranlagen von Einzelobjekten in Extremlage.
- Definition der Kriterien für ein Einzelobjekt in Extremlage.
- Definition der Nichterreichbarkeit eines Einzelobjekts mit Fahrzeugen oder Aufstiegshilfen.
- Mögliche Maßnahmen zur Einhaltung der Emissionsbegrenzungen.
Wen betrifft diese Vorschrift?
- Betreiber von Abwasserreinigungsanlagen für Einzelobjekte in Extremlage.
- Behörden, die wasserrechtliche Bewilligungen für Abwassereinleitungen erteilen.
Was sind die Eckpunkte?
- Die in Anlage A festgelegten Emissionsbegrenzungen sind bei der wasserrechtlichen Bewilligung vorzuschreiben.
- Ein Einzelobjekt gilt als in Extremlage, wenn es nicht mehr als 200 Tage pro Kalenderjahr bewohnt oder bewirtschaftet wird, nicht mit einem Fahrzeug oder einer Aufstiegshilfe erreichbar ist, keine elektrische Energieversorgung (außer Eigenproduktion aus erneuerbaren Quellen) und keine sonstige Energieversorgung (außer Flüssiggas, feste Brennstoffe, Solarenergie) hat und einen spezifischen Wasserverbrauch von nicht mehr als 50 l pro Einwohnergleichwert und Tag aufweist.
- Ein Einzelobjekt ist nicht erreichbar, wenn es vom nächstgelegenen erreichbaren Punkt mehr als 4 km horizontal, mehr als 400 m vertikal oder eine Gehzeit von über 1 Stunde entfernt ist.
- Maßnahmen zur Einhaltung der Emissionsbegrenzungen können unter anderem die ausschließliche Beschickung mit häuslichem Abwasser, der Einsatz wassersparender Armaturen oder die Trockenentsorgung fester menschlicher Ausscheidungen umfassen.
Umwelt- und Agrarrecht
Gesetzestext
Gesetzestext
RIS Dokument Kurztitel3. Emissionsverordnung für kommunales Abwasser KundmachungsorganBGBl. Nr. 869/1993 aufgehoben durch BGBl. II Nr. 249/2006Bundesgesetzblatt Nr. 869 aus 1993, aufgehoben durch Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 249 aus 2006, §/Artikel/AnlageParagraph/Artikel/Anlage§ 1Paragraph eins Inkrafttretensdatum01.01.1995 Außerkrafttretensdatum03.07.2006 Text§ 1. (1) Bei der wasserrechtlichen Bewilligung einer Einleitung von Abwasser aus einer Abwasserreinigungsanlage für ein Einzelobjekt in Extremlage in ein Fließgewässer sind die in Anlage A festgelegten Emissionsbegrenzungen vorzuschreiben.Paragraph eins, (1) Bei der wasserrechtlichen Bewilligung einer Einleitung von Abwasser aus einer Abwasserreinigungsanlage für ein Einzelobjekt in Extremlage in ein Fließgewässer sind die in Anlage A festgelegten Emissionsbegrenzungen vorzuschreiben.
Im Einzelfall kann sich ein Einzelobjekt auch in Extremlage befinden, wenn eine der Anforderungen gemäß Z 1, Z 3 oder Z 4 nicht erfüllt ist. Als Kriterium für die Zuerkennung der Extremlage ist in einem solchen Fall insbesonders ein solcher technischer oder organisatorischer Aufwand für die Abwasserbehandlung oder die Fäkalien- und Klärschlammentsorgung anzuerkennen, der im Hinblick auf die wasserwirtschaftlichen Gegebenheiten des Objektsstandortes als unverhältnismäßig im Sinne des § 21a Abs. 3 lit. a WRG gewertet werden müßte.Im Einzelfall kann sich ein Einzelobjekt auch in Extremlage befinden, wenn eine der Anforderungen gemäß Ziffer eins,, Ziffer 3, oder Ziffer 4, nicht erfüllt ist. Als Kriterium für die Zuerkennung der Extremlage ist in einem solchen Fall insbesonders ein solcher technischer oder organisatorischer Aufwand für die Abwasserbehandlung oder die Fäkalien- und Klärschlammentsorgung anzuerkennen, der im Hinblick auf die wasserwirtschaftlichen Gegebenheiten des Objektsstandortes als unverhältnismäßig im Sinne des Paragraph 21 a, Absatz 3, Litera a, WRG gewertet werden müßte.
Ist ein Einzelobjekt vom nächstgelegenen, mit einem Fahrzeug oder mit einer Aufstiegshilfe erreichbaren Punkt ausschließlich durch Fußmarsch zugänglich, so kann die Nichterreichbarkeit auch dann gegeben sein, wenn keine der Anforderung gemäß Z 1 bis 3 erfüllt ist. Als Kriterium für die Zuerkennung der Extremlage ist in diesem Fall insbesonders ein solcher technischer oder organisatorischer Aufwand für die Abwasserbehandlung oder die Fäkalien- und Klärschlammentsorgung anzuerkennen, der im Hinblick auf die wasserwirtschaftlichen Gegebenheiten des Objektsstandortes als unverhältnismäßig im Sinne des § 21a Abs. 3 lit. a WRG gewertet werden müßte.Ist ein Einzelobjekt vom nächstgelegenen, mit einem Fahrzeug oder mit einer Aufstiegshilfe erreichbaren Punkt ausschließlich durch Fußmarsch zugänglich, so kann die Nichterreichbarkeit auch dann gegeben sein, wenn keine der Anforderung gemäß Ziffer eins bis 3 erfüllt ist. Als Kriterium für die Zuerkennung der Extremlage ist in diesem Fall insbesonders ein solcher technischer oder organisatorischer Aufwand für die Abwasserbehandlung oder die Fäkalien- und Klärschlammentsorgung anzuerkennen, der im Hinblick auf die wasserwirtschaftlichen Gegebenheiten des Objektsstandortes als unverhältnismäßig im Sinne des Paragraph 21 a, Absatz 3, Litera a, WRG gewertet werden müßte.
1.Ziffer eins Beschickung der Abwasserbehandlungsanlage ausschließlich mit häuslichem Abwasser; vom Zulauf zur Abwasserbehandlungsanlage vollständig getrennte Ableitung von Niederschlags-, Oberflächen-, Drän- und Grundwasser sowie des Frostlaufes und allfälliger Überläufe aus Reinwasserbehältern, 2.Ziffer 2 Einsatz von Ausgleichsmaßnahmen zur Vergleichmäßigung von Abwasserabfluß- und -temperaturspitzen, 3.Ziffer 3 Einsatz wassersparender Armaturen im Sanitär- und Küchenbereich, 4.Ziffer 4 regelmäßige Führung von Aufzeichnungen betreffend die tägliche Frequentierung eines Einzelobjektes in Extremlage, aufgeschlüsselt nach -Strichaufzählung ganztägig anwesenden Personen -Strichaufzählung nächtigenden Personen -Strichaufzählung zeitweilig anwesenden Personen, 5.Ziffer 5 Einsatz von Wasserzählern und zeitlich durchgehende Führung von Aufzeichnungen betreffend den täglichen Wasserverbrauch, 6.Ziffer 6 vom Abwassersystem vollständig getrennte Trockenentsorgung von festen menschlichen Ausscheidungen, 7.Ziffer 7 Vermeidung der Einbringung von durch getrennte Sammlung zu beseitigenden Problemstoffen gemäß Verordnung über die Bestimmung von Problemstoffen BGBl. Nr. 771/1990 sowie von schädlichen Stoffen gemäß ÖNORM B 2501, Dez. 1980 in die Abwasserreinigungsanlage,Vermeidung der Einbringung von durch getrennte Sammlung zu beseitigenden Problemstoffen gemäß Verordnung über die Bestimmung von Problemstoffen Bundesgesetzblatt Nr. 771 aus 1990, sowie von schädlichen Stoffen gemäß ÖNORM B 2501, Dez. 1980 in die Abwasserreinigungsanlage, 8.Ziffer 8 Verzicht auf den Einsatz von Abfallzerkleinerern für feste häusliche Abfälle, 9.Ziffer 9 Einsatz von Fettabscheidern bei Küchenbetrieben einschließlich Sicherstellung einer geordneten Altfettentsorgung, 10.Ziffer 10 Einsatz mechanisch-biologischer Abwasserbehandlungsverfahren mit weitgehender Kohlenstoffentfernung; beim Betrieb der Abwasserbehandlungsanlage Anstreben einer weitgehenden Nitrifikation; soweit technisch möglich Anpassung des Betriebes der Abwasserbehandlungsanlage an Belastungsschwankungen.