Kurz gesagt
Diese Verordnung regelt Maßnahmen zur Bekämpfung, Überwachung und Beobachtung der Blauzungenkrankheit, einer Tierseuche, die empfängliche Tiere betrifft. Sie legt Verbote für das Verbringen von Tieren und tierischen Produkten fest und regelt Impfungen sowie Überwachungsprogramme.
Was es regelt
- Das Verbringen von empfänglichen Tieren, Embryonen, Samen und Eizellen aus Sperrzonen.
- Die Durchführung von Überwachungs- und Beobachtungsprogrammen zur Blauzungenkrankheit.
- Die Impfung empfänglicher Tiere gegen die Blauzungenkrankheit.
- Maßnahmen zur Erkennung der Blauzungenkrankheit bei Wildtieren.
Wen es betrifft
- Tierhalter von empfänglichen Tieren.
- Jagdausübungsberechtigte bei Wildwiederkäuern.
Eckpunkte
- Das Verbringen empfänglicher Tiere aus einer Sperrzone ist grundsätzlich verboten, es sei denn, bestimmte Voraussetzungen der Verordnung (EG) Nr. 1266/2007 sind erfüllt.
- Impfungen gegen die Blauzungenkrankheit dürfen nur mit Genehmigung der zuständigen Behörde und nur mit inaktivierten Impfstoffen durchgeführt werden.
- Jede Impfung muss dem Tierhalter innerhalb von sieben Tagen nach Durchführung der zuständigen Behörde mitgeteilt werden, unter Angabe der Registriernummer des Betriebes, des Datums der Impfung und des verwendeten Impfstoffes.
- Die zuständige Behörde kann Untersuchungen an empfänglichen Wildwiederkäuern anordnen, um die Blauzungenkrankheit zu erkennen.
📄 Gesetzestext
BlauzungenSchV 20062006-08-31eBAnz2006, AT46 V1EG-Blauzungenbekämpfung-DurchführungsverordnungVerordnung zur Durchführung gemeinschaftsrechtlicher und unionsrechtlicher Vorschriften über Maßnahmen zur Bekämpfung, Überwachung und Beobachtung der BlauzungenkrankheitNeufNeugefasst durch Bek. v. 30.6.2015 I 1098;Standgeändert durch Art. 5 V v. 3.5.2016 I 1057SonstDie V tritt gem. § 7 Abs. 1 Satz 2 mit Ablauf des 22.2.2007 außer Kraft, soweit nicht mit Zustimmung des Bundesrates etwas anderes verordnet wird. § 7 (jetzt § 6) Abs. 1 Satz 2 aufgeh. durch Art. 1 Nr. 6 Buchst a DBuchst. bb V v. 20.12.2006 I 3383; dadurch ist die Geltung dieser V über den 22.2.2007 hinaus verlängert worden. (+++ Textnachweis ab: 1.9.2005 +++)(+++ Amtlicher Hinweis des Normgebers auf EG-Recht: Durchführung der EGV 1266/2007 (CELEX Nr: 32007R1266) +++)Überschrift: Bezeichnung idF d. Art. 2 Nr. 1 V v. 21.12.2007 I 3144 mWv 28.12.2007 u. d. Art. 14 V v. 13.12.2011 I 2720 mWv 22.12.2011; Kurzbezeichnung eingef. durch Art. 2 Nr. 1 V v. 21.12.2007 I 3144 mWv 28.12.2007
BlauzungenSchV 2006§ 1Verbringungsverbot zum Schutz gegen die Blauzungenkrankheit(1) Das Verbringen empfänglicher Tiere aus einer Sperrzone im Sinne des Artikels 2 Buchstabe d der Verordnung (EG) Nr. 1266/2007 der Kommission vom 26. Oktober 2007 mit Durchführungsvorschriften zur Richtlinie 2000/75/EG des Rates hinsichtlich der Bekämpfung, Überwachung und Beobachtung der Blauzungenkrankheit sowie der Beschränkungen, die für Verbringungen bestimmter Tiere von für die Blauzungenkrankheit empfänglichen Arten gelten (ABl. L 283 vom 27.10.2007, S. 37) in der jeweils geltenden Fassung ist verboten. Das Verbot des Satzes 1 gilt, unbeschadet der Befugnisse der zuständigen Behörden nach Artikel 7 Absatz 1, auch in Verbindung mit Absatz 4, der Verordnung (EG) Nr. 1266/2007 nicht, soweit die Voraussetzungen 1.des Artikels 8 Absatz 1 oder 4, jeweils auch in Verbindung mit Absatz 6, oder2.des Artikels 9 Absatz 1, auch in Verbindung mit Absatz 2,der Verordnung (EG) Nr. 1266/2007 vorliegen. Das Verbot des Satzes 1 gilt ferner nicht, soweit empfängliche Tiere 1.in a)eine Sperrzone im Sinne des Artikels 2 Buchstabe d der Verordnung (EG) Nr. 1266/2007,b)eine Kontrollzone im Sinne des Artikels 8 Absatz 2 Buchstabe b der Richtlinie 2000/75/EG des Rates vom 20. November 2000 mit besonderen Bestimmungen für Maßnahmen zur Bekämpfung und Tilgung der Blauzungenkrankheit (ABl. L 327 vom 22.12.2000, S. 74) in der jeweils geltenden Fassung oderc)ein vorläufig freies Gebiet im Sinne des Artikels 7 Absatz 2a Unterabsatz 1 der Verordnung (EG) Nr. 1266/2007eines anderen Mitgliedstaates verbracht werden und2.im Falle a)der Nummer 1 Buchstabe a die Anforderungen des Artikels 7 Absatz 1, auch in Verbindung mit Absatz 4, der Verordnung (EG) Nr. 1266/2007,b)der Nummer 1 Buchstabe b die Anforderungen des Artikels 7 Absatz 2, auch in Verbindung mit Absatz 4, der Verordnung (EG) Nr. 1266/2007 oderc)der Nummer 1 Buchstabe c die Anforderungen des Artikels 7 Absatz 2a Unterabsatz 4, auch in Verbindung mit Absatz 4, der Verordnung (EG) Nr. 1266/2007erfüllt sind.
(2) Das Verbringen von Embryonen, Samen und Eizellen aus einer Sperrzone im Sinne des Artikels 2 Buchstabe d der Verordnung (EG) Nr. 1266/2007 ist verboten. Das Verbot des Satzes 1 gilt nicht, soweit die Voraussetzungen des Artikels 8 Absatz 1, jeweils auch in Verbindung mit Absatz 6, der Verordnung (EG) Nr. 1266/2007 vorliegen.
BlauzungenSchV 2006§ 2Überwachungsprogramme, Beobachtungsprogramme(1) Die Durchführung der Programme 1.zur Überwachung und Beobachtung der Blauzungenkrankheit im Sinne des Artikels 4 der Verordnung (EG) Nr. 1266/2007 in Verbindung mit Anhang I Nummer 1 und 2, die auf die Feststellung möglicher Einschleppungen des Virus der Blauzungenkrankheit abzielen,2.zur Überwachung und Beobachtung der Blauzungenkrankheit im Sinne des Artikels 4 der Verordnung (EG) Nr. 1266/2007 in Verbindung mit Anhang I Nummer 1 und 3, die darauf ausgerichtet sind, das Fehlen bestimmter Serotypen des Virus der Blauzungenkrankheit nachzuweisen,obliegt der zuständigen Behörde.
(2) Die zuständige Behörde unterrichtet das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft auf Anforderung über die Ergebnisse der in Absatz 1 genannten Programme.
BlauzungenSchV 2006§ 3(weggefallen)
BlauzungenSchV 2006§ 4Impfungen(1) Empfängliche Tiere dürfen gegen die Blauzungenkrankheit nur mit Genehmigung der zuständigen Behörde und nur mit inaktivierten Impfstoffen geimpft werden. Die Genehmigung ist unter Berücksichtigung einer Risikobewertung des Friedrich-Loeffler-Institutes zu erteilen.
(2) Der Tierhalter hat der zuständigen Behörde oder einer von dieser beauftragten Stelle jede Impfung gegen die Blauzungenkrankheit innerhalb von sieben Tagen nach der Durchführung der Impfung unter Angabe 1.der Registriernummer seines Betriebes,2.des Datums der Impfung und3.des verwendeten Impfstoffesmitzuteilen. Auf Anordnung der zuständigen Behörde hat er zusätzlich die Ohrmarkennummern der nach Satz 1 geimpften Tiere mitzuteilen.
(3) Die zuständige Behörde kann 1.die Impfung empfänglicher Tiere eines Bestandes oder eines bestimmten Gebietes gegen die Blauzungenkrankheit mit einem inaktivierten Impfstoff und2.die Mitteilung über eine nach Nummer 1 durchgeführte Impfung und den dabei verwendeten Impfstoffanordnen, soweit dies aus Gründen der Tierseuchenbekämpfung erforderlich ist.
BlauzungenSchV 2006§ 4aWildtieruntersuchung, weitergehende Maßnahmen(1) Die zuständige Behörde kann zur Erkennung der Blauzungenkrankheit bei empfänglichen Wildwiederkäuern Untersuchungen anordnen. Im Falle der Anordnung nach Satz 1 haben Jagdausübungsberechtigte 1.nach näherer Anweisung der zuständigen Behörde Proben von erlegten Wildwiederkäuern zur Untersuchung auf Blauzungenkrankheit zu entnehmen und der von der zuständigen Behörde bestimmten Untersuchungseinrichtung zuzuleiten und2.der zuständigen Behörde das vermehrte Auftreten kranker oder verendeter Wildwiederkäuer unter Angabe des jeweiligen Fundortes mitzuteilen.
(2) Die Befugnis der zuständigen Behörde, zur Bekämpfung der Blauzungenkrankheit weitergehende Maßnahmen nach § 38 Absatz 11 in Verbindung mit § 6 Absatz 1 Nummer 10 des Tiergesundheitsgesetzes anzuordnen, soweit diese zur Tierseuchenbekämpfung erforderlich sind, bleibt unberührt.
BlauzungenSchV 2006§ 5OrdnungswidrigkeitenOrdnungswidrig im Sinne des § 32 Absatz 2 Nummer 4 Buchstabe a des Tiergesundheitsgesetzes handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig 1.entgegen § 1 Absatz 1 Satz 1 ein Tier verbringt,2.entgegen § 1 Absatz 2 Satz 1 einen Embryo, Samen oder eine Eizelle verbringt,3.entgegen § 4 Absatz 1 Satz 1 ein Tier impft,4.einer mit einer Genehmigung nach § 4 Absatz 1 Satz 1 verbundenen vollziehbaren Auflage zuwiderhandelt,5.entgegen § 4 Absatz 2 Satz 1 eine Mitteilung nicht, nicht richtig, nicht vollständig oder nicht rechtzeitig macht oder6.einer vollziehbaren Anordnung nach § 4 Absatz 2 Satz 2 oder Absatz 3 zuwiderhandelt.
BlauzungenSchV 2006§ 6(Inkrafttreten, Außerkrafttreten)
KI-Erklärung auf Basis des amtlichen Gesetzestextes. Orientierend, ersetzt keine Rechtsberatung.