Gesetz über die psychosoziale Prozessbegleitung im Strafverfahren
Worum geht es in dieser Vorschrift?
Dieses Gesetz regelt die psychosoziale Prozessbegleitung im Strafverfahren, um besonders schutzbedürftige Opfer zu unterstützen und ihre Belastung zu reduzieren. Es legt fest, wie diese Begleitung durchgeführt wird, welche Qualifikationen die Begleiter benötigen und wie sie vergütet werden.
Für wen: Besonders schutzbedürftige Verletzte im Strafverfahren; Psychosoziale Prozessbegleiter.
Auf einen Blick
- Land
- Deutschland
- Rechtsgebiet
- Sozialversicherung
- Paragraphen
- 11
- Quelle
- gesetze-im-internet.de
- Text abgerufen
- Erklärung aktualisiert
Was regelt diese Vorschrift?
- Die Grundsätze der psychosozialen Prozessbegleitung.
- Die Anforderungen an die Qualifikation des psychosozialen Prozessbegleiters.
- Die Vergütung des psychosozialen Prozessbegleiters.
Wen betrifft diese Vorschrift?
- Besonders schutzbedürftige Verletzte im Strafverfahren.
- Psychosoziale Prozessbegleiter.
Was sind die Eckpunkte?
- Psychosoziale Prozessbegleitung ist eine nicht rechtliche Begleitung vor, während und nach der Hauptverhandlung.
- Sie umfasst Informationsvermittlung sowie qualifizierte Betreuung und Unterstützung, ist aber neutral gegenüber dem Strafverfahren und trennt sich von Rechtsberatung.
- Psychosoziale Prozessbegleiter müssen fachlich, persönlich und interdisziplinär qualifiziert sein, mit einem Hochschulabschluss oder einer abgeschlossenen Berufsausbildung in Sozialpädagogik, Sozialer Arbeit, Pädagogik oder Psychologie sowie einer anerkannten Aus- oder Weiterbildung.
- Die Vergütung für eine psychosoziale Prozessbegleitung beträgt 520 Euro im Vorverfahren, 370 Euro im gerichtlichen Verfahren im ersten Rechtszug und 210 Euro nach Abschluss des erstinstanzlichen Verfahrens.
Sozialversicherung
Gesetzestext
Gesetzestext
Inhaltsübersicht (11)
- § 1 Regelungsgegenstand
- § 2 Grundsätze
- § 3 Anforderungen an die Qualifikation
- § 4 Anerkennung und weitere Anforderungen
- § 5 Vergütung
- § 6 Höhe der Vergütung
- § 7 Entstehung des Anspruchs
- § 8 Anwendung des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes
- § 9 Erlöschen des Anspruchs
- § 10 Öffnungsklausel; Verordnungsermächtigung
- § 11 Übergangsregelung
(+++ Textnachweis ab: 1.1.2017 +++)(+++ Zur Anwendung vgl. § 8 +++)(+++ Amtlicher Hinweis des Normgebers auf EG-Recht: Umsetzung der EURL 29/2012 (CELEX Nr: 32012L0029) +++)Das G wurde als Artikel 4 des G v. 21.12.2015 I 2525 vom Bundestag beschlossen. Es ist gem. Art. 5 Satz 2 dieses G am 1.1.2017 in Kraft getreten.
§ 1Regelungsgegenstand
Dieses Gesetz regelt für die psychosoziale Prozessbegleitung nach § 406g der Strafprozessordnung 1.die Grundsätze der psychosozialen Prozessbegleitung (§ 2),2.die Anforderungen an die Qualifikation des psychosozialen Prozessbegleiters (§§ 3 und 4) sowie3.die Vergütung des psychosozialen Prozessbegleiters (§§ 5 bis 10).
§ 2Grundsätze
§ 3Anforderungen an die Qualifikation
§ 4Anerkennung und weitere Anforderungen
Die Länder bestimmen, welche Personen und Stellen für die psychosoziale Prozessbegleitung anerkannt werden, welche weiteren Anforderungen hierfür an Berufsausbildung, praktische Berufserfahrung, spezialisierte Weiterbildung und regelmäßige Fortbildungen zu stellen sind.
§ 5Vergütung
§ 6Höhe der Vergütung
Der beigeordnete psychosoziale Prozessbegleiter erhält für die Wahrnehmung seiner Aufgaben aus der Staatskasse für eine psychosoziale Prozessbegleitung eine Vergütung 1.im Vorverfahren in Höhe von 520 Euro,2.im gerichtlichen Verfahren im ersten Rechtszug in Höhe von 370 Euro,3.nach Abschluss des erstinstanzlichen Verfahrens in Höhe von 210 Euro.Mit der Vergütung nach Satz 1 sind auch Ansprüche auf Ersatz anlässlich der Ausübung der psychosozialen Prozessbegleitung entstandener Aufwendungen und Auslagen sowie Ansprüche auf Ersatz der auf die Vergütung entfallenden Umsatzsteuer abgegolten.
§ 7Entstehung des Anspruchs
Der Anspruch auf Vergütung entsteht für jeden Verfahrensabschnitt nach § 6 Satz 1 gesondert. Das gerichtliche Verfahren beginnt, wenn das für die Hauptverhandlung zuständige Gericht die Eröffnung des Hauptverfahrens nach § 203 der Strafprozessordnung beschließt.
§ 8Anwendung des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes
Auf den Umfang und die Fälligkeit des Vergütungsanspruchs sowie auf die Festsetzung der Vergütungen und Vorschüsse einschließlich der Rechtsbehelfe sind § 8 Absatz 1, § 47 Absatz 1 Satz 1, § 48 Absatz 1, die §§ 54, 55 Absatz 1, § 56 Absatz 1 Satz 1 und Absatz 2 des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes entsprechend anzuwenden.
§ 9Erlöschen des Anspruchs
Der Vergütungsanspruch erlischt, wenn er nicht binnen 15 Monaten nach Einstellung oder rechtskräftigem Abschluss des Verfahrens bei dem für die Festsetzung der Vergütung zuständigen Gericht geltend gemacht wird.
§ 10Öffnungsklausel; Verordnungsermächtigung
§ 11Übergangsregelung
Die Länder können abweichend von den Voraussetzungen des § 3 Absatz 2 Satz 1 Nummer 2 bis zum 31. Juli 2017 bestimmen, dass Personen, die bereits eine von einem Land anerkannte Aus- oder Weiterbildung im Sinne dieses Gesetzes begonnen, aber noch nicht beendet haben, psychosoziale Prozessbegleitung vornehmen können.