Kurz gesagt
Diese Verordnung legt die Mindestanforderungen für Vereinbarungen fest, die Agenturen für Arbeit mit Gemeinden, Kreisen und Bezirken über Leistungen zur Eingliederung in Arbeit schließen. Sie soll sicherstellen, dass diese Leistungen wirtschaftlich, qualitativ hochwertig und zielgerichtet sind.
Was es regelt
- Die Mindestanforderungen an Vereinbarungen über Eingliederungsleistungen.
- Die Inhalte von Leistungs-, Vergütungs- und Prüfungsvereinbarungen.
- Regelungen zur Mitteilungspflicht, Befristung und Kündigung solcher Vereinbarungen.
- Grundsätze der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit bei der Vergütung.
Wen es betrifft
- Agenturen für Arbeit.
- Gemeinden, Kreise und Bezirke, die Leistungen zur Eingliederung in Arbeit erbringen.
Eckpunkte
- Vereinbarungen müssen eine Leistungsvereinbarung, eine Vergütungsvereinbarung und eine Prüfungsvereinbarung enthalten.
- Die Vergütungsvereinbarung muss den Grundsätzen der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit entsprechen und die Kosten müssen spätestens alle sechs Monate abgerechnet werden.
- Die Agentur für Arbeit hat das Recht, die Wirtschaftlichkeit und Qualität der Leistungen zu prüfen, einschließlich des Betretens von Geschäftsräumen und der Einsicht in Unterlagen.
- Die Befristung der Vereinbarung darf fünf Jahre nicht übersteigen und eine Verlängerung ist an den Nachweis von Wirtschaftlichkeit, Qualität und Zielerreichung gebunden.
📄 Gesetzestext
EinglMindV2004-11-04BGBl I2004, 2768Mindestanforderungs-VerordnungVerordnung über die Mindestanforderungen an die Vereinbarungen über
Leistungen der Eingliederung nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch
(+++ Textnachweis ab: 10.11.2004 +++)
EinglMindVEingangsformelAuf Grund des § 18 Abs. 4 in Verbindung mit § 18 Abs. 3 des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch - Grundsicherung für Arbeitsuchende - (Artikel 1 des Gesetzes vom 24. Dezember 2003, BGBl. I S. 2954, 2955), von denen § 18 Abs. 3 durch Artikel 1 des Gesetzes vom 30. Juli 2004 (BGBl. I S. 2014) geändert worden ist, verordnet das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit:
EinglMindV§ 1GrundsatzDie Agenturen für Arbeit sollen mit Gemeinden, Kreisen und Bezirken ohne Vergabeverfahren auf deren Verlangen zur Durchführung der Grundsicherung für Arbeitsuchende Vereinbarungen über das Erbringen von Leistungen zur Eingliederung in Arbeit mit Ausnahme der Leistungen nach § 16 Abs. 1 des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch schließen, wenn die Vereinbarungen den Mindestanforderungen des § 2 entsprechen.
EinglMindV§ 2MindestanforderungenEine Vereinbarung über das Erbringen von Eingliederungsleistungen muss mindestens 1.eine Beschreibung von Inhalt, Umfang und Qualität der Leistungen (Leistungsvereinbarung), 2.eine verbindliche Regelung über die Vergütung, die sich aus Pauschalen und Beträgen für einzelne Leistungsbereiche zusammensetzt (Vergütungsvereinbarung), 3.überprüfbare Anforderungen an die Überprüfung von Wirtschaftlichkeit und Qualität der Leistungen (Prüfungsvereinbarung) sowie Regelungen über Mitteilungspflicht, Befristung und Kündigung beinhalten.
EinglMindV§ 3LeistungsvereinbarungDie Leistungsvereinbarung muss die wesentlichen Leistungsmerkmale festlegen. Dies sind mindestens 1.die Beschreibung der zu erbringenden Leistung, 2.Ziel und Qualität der Leistung, 3.die Qualifikation des Personals, 4.die erforderliche räumliche, sächliche und personelle Ausstattung und 5.die Verpflichtung, im Rahmen des Leistungsangebotes Leistungsberechtigte aufzunehmen.
EinglMindV§ 4VergütungsvereinbarungDie Vergütungsvereinbarung muss den Grundsätzen der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit entsprechen. Die Gemeinde, der Kreis oder der Bezirk haben jeweils nach längstens sechs Monaten die Kosten für die erbrachten Leistungen abzurechnen.
EinglMindV§ 5PrüfungsvereinbarungDie Prüfungsvereinbarung muss mindestens das Recht der Agentur für Arbeit beinhalten, die Wirtschaftlichkeit und die Qualität der Leistung zu prüfen und mit Leistungen zu vergleichen, die von Dritten zur Erreichung des mit der Leistung verfolgten Ziels angeboten oder durchgeführt werden; sie muss insbesondere das Recht auf 1.das Betreten von Grundstücken und Geschäftsräumen während der üblichen Öffnungszeit, 2.Einsicht in maßnahmebetreffende Unterlagen und Aufzeichnungen und 3.Befragung der Maßnahmeteilnehmer zur Prüfung der Leistungen umfassen.
EinglMindV§ 6MitteilungspflichtEine Vereinbarung über das Erbringen von Eingliederungsleistungen muss mindestens die Verpflichtung der Gemeinde, des Kreises oder des Bezirkes enthalten, der Agentur für Arbeit alle Tatsachen mitzuteilen, von denen sie oder er Kenntnis erhält und die für die in § 31 des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch vorgesehenen Rechtsfolgen erheblich sind.
EinglMindV§ 7BefristungDie Befristung darf fünf Jahre nicht übersteigen. Eine neue Vereinbarung darf nur abgeschlossen werden, wenn 1.die Prüfung nach § 5 ergeben hat, dass die Anforderungen an Wirtschaftlichkeit und Qualität erfüllt worden sind und 2.das mit der Leistung angestrebte Ziel auf dem Arbeitsmarkt, die Beschäftigung und die individuelle Beschäftigungsfähigkeit erreicht wurde; dies wird vermutet, wenn die erbrachten Eingliederungsleistungen in einem Leistungsvergleich unter Berücksichtigung regionaler Besonderheiten wenigstens durchschnittliche Ergebnisse erzielt haben.
EinglMindV§ 8KündigungEine Vereinbarung über das Erbringen von Eingliederungsleistungen muss vorsehen, dass die Vereinbarung 1.bei einer wesentlichen und voraussichtlich nachhaltigen Änderung der Verhältnisse, die im Zeitpunkt der Vereinbarung vorgelegen haben, mit einer Frist von höchstens einem Jahr und 2.aus wichtigem Grund ohne Frist gekündigt werden kann.
EinglMindV§ 9InkrafttretenDiese Verordnung tritt am Tag nach der Verkündung in Kraft.
KI-Erklärung auf Basis des amtlichen Gesetzestextes. Orientierend, ersetzt keine Rechtsberatung.