{"html": "<div class=\"lf-doc\"><p class=\"lf-p\">durch eine vollplastische Blumenranke mit dem Sprenggiebel verbunden ist und unten in flachen Voluten endet (AUT, SEL, CHA).</p>\n<p class=\"lf-p\">Hofseitig ist das Portal deutlich weniger aufwendig gestaltet, lediglich eine leere rechteckige Kartusche im Giebelfeld und die seitlichen Kassettierungen der Pilaster stellen Dekorationselemente dar. Ein zweiflügeliges schmiedeeisernes Gitter verschließt den Torbogen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Im Inneren des Schlosshofes erstrecken sich auf der rechten Seite, nach Süden, die Flügel des Schlossgebäudes, im Norden stehen ihnen die Wirtschaftsgebäude gegenüber, welche die Ehrenpforte gegenüber dem Hauptgebäude einrahmen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Wirtschaftsgebäude und Pferdeställe Auf dem 1825 datierten Urkatasterplan ist noch zu erkennen, dass ein Teil der Wirtschaftsgebäude auf Höhe des westlichen Rundturms mit dem Hauptgebäude verbunden war; dieses Verbindungsgebäude ist auf der bis etwa 1850 überarbeiteten Version des Urkatasters nicht mehr vorhanden.19 Die überlieferten Wirtschaftsgebäude, die im Gegensatz zu den monumentalen Rundtürmen, an die sie anstoßen, erst nach 1850 ihre heutige Form erhielten, bestehen aus zwei spiegelsymmetrischen Gebäuden mit rechteckigem langgezogenem Grundriss und einem schiefergedeckten Walmdach mit sechs Dreiecksgiebelgauben, die neogotische Dreipassmotive im Giebelfeld zeigen (AUT, GAT, CHA).20 Die Ökonomiegebäude sind siebenachsig angelegt und weisen über den beiden Vollgeschossen ein Mezzaningeschoss mit liegenden Fenstern auf. Die übrigen Fenster im Erd- und im ersten Obergeschoss weisen ein nahezu quadratisches Format auf. Alle Öffnungen haben schlichte Gewände aus gelbem Sandstein (AUT). Drei Eingangstüren sind symmetrisch verteilt in der zweiten, vierten und sechsten Achse der langen, nach Süden weisenden Hoffassade angebracht. Die dort befindlichen Holztüren weisen eine Unterteilung in sechs leicht profilierte Kassettenfelder auf und sind wohl einer Renovierungsphase im späten 19. Jahrhundert zuzuordnen, aus der auch die Gauben stammen (AUT, CHA, ENT). In der Mitte der jeweils etwa 25 Meter langen Fassade durchbricht ein nur leicht vorstehender einachsiger Mittelrisalit als Zwerchhaus die profilierte Sandsteintraufe. Im Zwerchhausbereich befindet sich ein größeres, rundbogig abschließendes Fenster. Die kurzen Fassaden nach Osten und Westen sind nicht durchfenstert, auch die nördlichen Fassaden, die durch die topografische Situation nur im Obergeschoss über das 19 Vgl. Administration du cadastre et de la topographie du Grand-Duché de Luxembourg, Urkataster. Tuntange (Helperknapp) C3, ANLux, 1825 (nicht überarbeitete Originalversion); Administration du cadastre et de la topographie du Grand-Duché de Luxembourg, Urkataster. Tuntange (Helperknapp) C3, 1825ff. (überarbeitete Version); Administration du cadastre et de la topographie du Grand-Duché de Luxembourg, Cases croquis. N.</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">305.</span>Ansembourg. 10, rue de la Vallée. 106/505, 1860.</div>\n<p class=\"lf-p\">20 Vgl. mündliche Auskunft von Marc Schoellen, am 14. Juli 2022; Administration du cadastre et de la topographie du Grand-Duché de Luxembourg, Cases croquis. N. 305. Ansembourg. 10, rue de la Vallée.</p>\n<p class=\"lf-p\">106/505, 1860; Administration du cadastre et de la topographie du Grand-Duché de Luxembourg, Cases croquis. N. 442. Ansembourg. 10, rue de la Vallée. 106/505, 1864.</p>\n<p class=\"lf-p\">28 Straßenniveau hinausragen, weisen keine Öffnungen im Wandbereich auf. Je drei Gauben belichten den Dachraum aus nördlicher Richtung. Den gestalterischen Höhepunkt der beiden Wirtschaftsgebäude bildet je ein dreigeschossiger Rundturm, der an der Nordost- beziehungsweise Nordwestecke positioniert ist und die Ehrenpforte einrahmt. Von jener führte früher ein direkter Weg zur Muttergotteskapelle, der heute jedoch zugewachsen ist. Die Rundtürme sind durch Geschossgesimse aus beigem Sandstein gegliedert und gehörten bereits zur ersten Anlage, die Thomas Bidart hier 1639 errichten ließ (AUT, AKI, SEL, CHA, ENT).21 Je ein Fenster in den Obergeschossen belichtet das hier befindliche Treppenhaus. Die Turmhelme ruhen auf einem weit auskragenden verzierten Gebälk, das oberhalb des letzten Geschossgesimses ansetzt (AUT). Die Dächer sind im unteren Bereich rund, verjüngen sich nach einem halben Meter jedoch hexagonal nach oben, wo sie in einem kreuzförmigen Dachaufsatz münden. Die Schieferdeckung der Türme ist im oberen Bereich im Rechteckformat, im unteren Bereich in Biberschwanzform ausgeführt (AUT, SEL).</p>\n<p class=\"lf-p\">Wie auch an den Wirtschaftsgebäuden sind im Obergeschoss eine große Zahl einfacher Maueranker sichtbar. Ursprünglich gingen von den Rundtürmen Gebäude ab, die in Richtung der Schlossfassade ausgerichtet waren und den Hof unterteilten; die offene, langgestreckte Hofform, die heute vorzufinden ist, entstand erst Mitte des 19. Jahrhunderts (ENT).22 Während das vom Hof aus gesehen linke Wirtschaftsgebäude noch seine raue braun-beige Putzfassade aufweist, die vermutlich auf die Bauzeit um 1850 zurückgeht, ist das rechte Wirtschaftsgebäude in den letzten 20 Jahren umfassend renoviert worden und weist nun einen glatten Fassadenputz in gebrochenem Weiß auf, von dem sich die weiterhin steinsichtigen Sandsteingewände der Fenster und Türen deutlich abheben.</p>\n<p class=\"lf-p\">Im Innenbereich ist ein hocheleganter Pferdestall erhalten, der vermutlich zeitlich mit der Nutzung der Anlage als Jagdschloss im 19. Jahrhundert zusammenhängt (AUT, SEL, GAT, CHA, ENT). Drei freistehende und zwei halb ins Mauerwerk eingelassene Sandsteinsäulen auf hohen Sockeln tragen ein filigranes, barock anmutendes Rippengewölbe, das an den Kreuzungspunkten floralen Dekor aufweist und den Raum in eine zweischiffige Halle unterteilt, die das erste Obergeschoss einbezieht (AUT, SEL, CHA, ENT). Bei den Kapitellen ist zwischen den mit Eck- und Mittelgraten versehenen Kapitellkörpern und den profilierten, ausladenden Kämpferplatten noch ein zweiteiliges, ein Gebälk assoziierendes Zwischenstück eingefügt, das oben ein kissenartig ausladendes und darunter ein kassettiertes kubenförmiges Element besitzt (AUT). An den Säulenschäften sind Spuren der Abtrennungen erhalten, die früher gebraucht wurden, um Pferdeboxen zu schaffen. An der Nordwand sind Tröge aus Blaustein mit Metallringen zum Anbinden der Tiere überliefert. Der hohe Saal wurde um das Jahr 2000 komplett restauriert, hierbei musste das Gewölbe vollständig erneuert werden.23 Heute dient der Raum als Versammlungs- und Schulungsraum.24 Ebenfalls erhalten ist die Spindeltreppe aus gelbem Sandstein, die bis ins Dachgeschoss führt (AUT, SEL).</p>\n<p class=\"lf-p\">Ehrenpforte (‚porte d’honneur‘) 21 Schoellen, Marc, ‚Le jardin &amp; les collections du comte Lambert-Joseph de Marchant et d’Ansembourg‘, in:</p>\n<p class=\"lf-p\">Bulletin des antiquités luxembourgeoises, Jahrgang 1989-1990, Band 20, Luxemburg, 1990, S. 175-224, hier S.</p>\n<p class=\"lf-p\">179.</p>\n<p class=\"lf-p\">22 Administration du cadastre et de la topographie du Grand-Duché de Luxembourg, Cases croquis. N. 305.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ansembourg. 10, rue de la Vallée. 106/505, 1860; Administration du cadastre et de la topographie du GrandDuché de Luxembourg, Cases croquis. N. 442. Ansembourg. 10, rue de la Vallée. 106/505, 1864.</p>\n<p class=\"lf-p\">23 Mündliche Auskunft vor Ort, am 5. September 2018.</p>\n<p class=\"lf-p\">24 Mündliche Auskunft vor Ort, am 5. September 2018.</p>\n<p class=\"lf-p\">29 Zwischen den beiden Rundtürmen befindet sich die Ehrenpforte (AUT, AKI, SEL, GAT). Sie wurde wie das Hofportal um 1750 erbaut (ENT).25 Von hier aus führte ein Weg steil bergauf zur Muttergotteskapelle auf dem Mont-Marie, der heute nicht mehr existiert und nur noch auf historischen Fotografien überliefert ist. Die beiden Antritte der großzügigen zweiläufigen Treppenanlage aus gelb-beigem Sandstein werden im Schlosshof von niedrigen kassettierten Mauerpfosten eingefasst, die ersten sechs Stufen der Treppe werden bis zu den seitlichen Podesten von beidseitigen Balustraden flankiert (AUT, CHA). Von den Seitenpodesten führen je 14 weitere Stufen zum zentralen Mittelpodest an der Ehrenpforte. Sie werden hofseitig von weiteren, geschnürten Balustern mit rechteckigem Querschnitt begleitet, auf denen ein mächtiger rechteckiger Handlauf aufliegt (AUT, CHA). Alle Stufen weisen die typische barocke Profilierung mit runder Trittstufenkante und Tropfnase am Untertritt auf und laden durch ihre große Trittstufentiefe zum gemächlichen Schreiten ein (AUT, CHA). Der Steinplattenbelag des Mittelpodests ist in kleinen quadratischen Formaten diagonal verlegt und bildet im Bereich der Ehrenpforte einen sechseckigen Stern mit zentralem Kreis aus (AUT).</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Mauer, welche die Treppe zum Hof abstützt, ist in glatten regelmäßigen Sandsteinquadern ausgeführt und durch Pilaster in fünf Abschnitte gegliedert. Während die beiden äußeren Abschnitte der Steigung der oberen Treppenläufe folgen und nicht weiter dekoriert sind, wurden die drei mittleren Abschnitte, hinter denen sich das große obere Podest befindet, aufwendig ausgestaltet (AUT, SEL, CHA). Im zweiten und vierten Abschnitt ist eine Kassette mit gerundetem Profilstab und eingezogenen Ecken angebracht, in deren Mitte eine unregelmäßige organische Grotto-Oberfläche gestaltet wurde, die an Tuffstein erinnert (SEL). Im mittleren Abschnitt, genau gegenüber dem herrschaftlichen Eingangsportal des Schlosses, tritt ein Brunnenelement risalitartig hervor. Es wird rundbogig überfangen und weist als großen Schlussstein eine hochwertige Rocaille auf. Unter den abgewinkelten Ecken des Bogens sind weitere konsolenartige Rocaillen zu sehen, die in ihrer filigranen Beschaffenheit in einem spannenden Kontrast zum schweren Bogen stehen (AUT, CHA). Das unmittelbar an den Rundbogen anschließende Binnenfeld ist partiell durch skulptierte Wolkenformationen ausgefüllt, aus denen scheinbar fadenähnliche Regentropfen zu Boden fallen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Diese treffen auf halber Höhe des Brunnenobjekts sodann auf eine anders gestaltete, leicht erhabene hochrechteckige Fläche, die in ihrer Machart an ein Opus-incertum-Mauerwerk erinnert, bei dem die einzelnen Steinoberflächen unterschiedliche Werkzeug- und Bearbeitungsspuren erkennen lassen (SEL). Aus dem Zentrum ragt ein metallener Wasserspeier hervor (AUT, SEL, CHA). Dieser sinnbildlich dargestellte Kreislauf des Wassers vom Regen bis zur Quelle entspricht dem den Zeitgeist widerspiegelnden Interesse an der Naturbeobachtung. Die Steine im unteren Brunnenbereich sind mit verschiedenen Oberflächen gestaltet, auch Rocaillen und kleine figurative Motive lassen sich entdecken, so etwa ein abstrahierter Löwenkopf, der sich direkt neben dem Wasserauslass befindet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Nach unten hin werden die Steine gröber und unregelmäßiger; schließlich ergießt sich das Wasser in einen halbrunden gusseisernen Grill, der von einer niedrigen, breiten Sandsteineinfassung begrenzt wird (AUT, CHA). Der Brunnen wurde im 19. Jahrhundert überarbeitet.26 Von der Straße aus ist die Ehrenpforte deutlich weniger aufwendig gestaltet als das den Hof abschließende ‚portail municipal‘. Ein schmiedeeisernes Gitter mit gusseisernen Zierspitzen, in identischer Gestaltung zum Hofportal, ist durch die gleichen geschnürten Pfeiler mit Kugelbekrönung in je drei Abschnitte pro Seite unterteilt (AUT, CHA). Auch hier bilden geschnürte Halbpfeiler den Übergang sowohl zu den seitlich begrenzenden Rundtürmen als auch zum Portal in der Mitte. Das Portal selbst wird von kassettierten Pfeilern gerahmt, auf denen heraldische Löwen die Wappen der Familie präsentieren: Der von der Straße aus linke Löwe zeigt das Wappen der Familie von Velbrück, der rechte das der Familie von Ansembourg (AUT, SEL, CHA).</p>\n<p class=\"lf-p\">25 Schoellen, Marc, Un maître de forges luxembourgeois du XVIIIe siècle: Lambert-Joseph de Marchant et d’Ansembourg, [Unveröffentlichte Abschlussarbeit], Lycée Classique d’Echternach, 1988, S. 201.</p>\n<p class=\"lf-p\">26 Mündliche Auskunft von Marc Schoellen, am 14. Juli 2022.</p>\n<p class=\"lf-p\">30 Schloss Wenn man den Hof durch das ‚portail municipal‘ betritt, erstreckt sich auf der rechten Seite das eigentliche Schloss von Ansembourg (GAT). Seine Ursprünge gehen auf das Wohnhaus von Thomas Bidart zurück, der sich hier im Stil des frühen maasländischen Barocks ein Wohnhaus mit zwei Türmen errichten ließ (AUT, AKI, SEL, CHA).27 Diese für das Großherzogtum Luxemburg ungewöhnliche Wahl von Baustil und Bautyp, die hierzulande sowohl zeitlich, als auch in der Ausprägung mehr der Renaissance als dem Barock zuzuordnen wären, sind mit Bidarts Herkunft aus dem heute belgischen Dinant zu erklären.28 Dinant, südlich von Namur gelegen, gehörte zum Ausbreitungsgebiet des frühen maasländischen Barocks, der sich durch große Fensteröffnungen, stark bossierte Gewände und eine Vielzahl von Türmen mit meist quadratischem Grundriss auszeichnete – alles Elemente, die am Wohnhaus von Thomas Bidart zu finden waren (AUT, CHA). Zudem wies der Bau damals ein steiles Walmdach, Kreuzstockfenster, massive Eckquaderungen und durchlaufende Fensterbankgesimse sowie ein Untergeschoss mit einfachen Tonnengewölben auf.29 Einen entscheidenden Unterschied zum maasländischen Barockstil bildet die Tatsache, dass das Schloss Ansembourg nicht aus Ziegeln gebaut wurde, sondern aus Bruchsandsteinen, die anschließend verputzt wurden. Dieses Alleinstellungsmerkmal macht das Schloss Ansembourg nicht nur mit Blick auf das Großherzogtum, sondern auf den gesamten europäischen Kontext zu einem herausragenden Kulturdenkmal (AKI).</p>\n<p class=\"lf-p\">Das Wohnhaus von Thomas Bidart war zum Hof hin eingeschossig, hatte kurze Seitenflügel, die in Verlängerung der Hauptachse orientiert waren, und zwei kleine Türme.30 Der Hof vor dem Anwesen war von einer hohen Mauer umgeben, die in zwei Rundtürmen mündete – hierbei handelt es sich um die Türme, die heute die Wirtschaftsgebäude mit dem Ehrenportal gegenüber des Mittelflügels verbinden.31 Durch Thomas Bidarts Erben wurde die Anlage umfassend weiterentwickelt, am bedeutendsten wohl um die Mitte des 18. Jahrhunderts durch Lambert-Joseph de Marchant et d’Ansembourg.32 So sind heute vom Ursprungsbau nur noch wenige Elemente, wie etwa die durchlaufenden Fensterbankgesime, überliefert (AUT).33 Vor allem die Gartenseite des Schlosses wurde bereits unter Thomas II. de Marchant neugestaltet und erhielt zwei schmale Türme, die auf der Höhe des hofseitigen Erdgeschosses mit einem langgestreckten Altan verbunden sind, der von fünf Arkaden getragen wird (ENT).34 Noch heute sind hier die Maueranker zu sehen, die das Datum der Fertigstellung ‚1719‘ preisgeben. Bis zum 19. Jahrhundert bildeten diese Arkaden die überdachte Zufahrt für die Pferdekutschen der noblen Besucher, die von hier aus direkt und trockenen Fußes in 27 Schoellen, Marc, Un maître de forges luxembourgeois du XVIIIe siècle: Lambert-Joseph de Marchant et d’Ansembourg, [Unveröffentlichte Abschlussarbeit], Lycée Classique d’Echternach, 1988, S. 197f.</p>\n<p class=\"lf-p\">28 Schoellen, Marc, Un maître de forges luxembourgeois du XVIIIe siècle: Lambert-Joseph de Marchant et d’Ansembourg, [Unveröffentlichte Abschlussarbeit], Lycée Classique d’Echternach, 1988, S. 18ff.</p>\n<p class=\"lf-p\">29 Lutgen, Thomas, Die Baugeschichte des Schlosses Ansembourg. Ergebnisse der restauratorischen und bauhistorischen Untersuchung von 2012 und 2013, [Unveröffentlichter Bericht], INPA, Wasserbillig, 2014, S. 4.</p>\n<p class=\"lf-p\">30 Ghellinck Vaernewyck, Xavier de, ,Une famille de maîtres de forges au duché de Luxembourg. Les comtes d’Ansembourg et leurs châteaux‘, in: Le Parchemin, Heft 225, Löwen, Mai-Juni 1983, S. 195-256, hier S. 228.</p>\n<p class=\"lf-p\">31 Schoellen, Marc, ‚Le jardin &amp; les collections du comte Lambert-Joseph de Marchant et d’Ansembourg‘, in:</p>\n<p class=\"lf-p\">Bulletin des antiquités luxembourgeoises, Jahrgang 1989-1990, Band 20, Luxemburg, 1990, S. 175-224, hier S.</p>\n<p class=\"lf-p\">179.</p>\n<p class=\"lf-p\">32 Schoellen, Marc, Un maître de forges luxembourgeois du XVIIIe siècle: Lambert-Joseph de Marchant et d’Ansembourg, [Unveröffentlichte Abschlussarbeit], Lycée Classique d’Echternach, 1988, S. 197.</p>\n<p class=\"lf-p\">33 Lutgen, Thomas, Die Baugeschichte des Schlosses Ansembourg. Ergebnisse der restauratorischen und bauhistorischen Untersuchung von 2012 und 2013, [Unveröffentlichter Bericht], Institut national pour le patrimoine architectural, Wasserbillig, 2014, S. 5ff.</p>\n<p class=\"lf-p\">34 Schoellen, Marc, ‚Le jardin &amp; les collections du comte Lambert-Joseph de Marchant et d’Ansembourg‘, in:</p>\n<p class=\"lf-p\">Bulletin des antiquités luxembourgeoises, Jahrgang 1989-1990, Band 20, Luxemburg, 1990, S. 175-224, hier S.</p>\n<p class=\"lf-p\">178 und 180.</p>\n<p class=\"lf-p\">31 den Gartensaal gelangen konnten.35 Eine detaillierte Aufstellung der für die Arbeiten benötigten Materialen zeigt, dass um 1735 auch die Seitenflügel ergänzt und erweitert wurden (ENT).36 Auf der Hofseite ist das Schlossgebäude in drei symmetrische Abschnitte unterteilt (AUT, SEL, CHA, ENT). Die beiden zweigeschossigen, zehnachsigen Seitenflügel liegen ungefähr sechs Meter nach vorne versetzt, parallel zur Querachse des ‚corps de logis‘ und rahmen diesen optisch ein. Durch das Versetzten des Hauptwohntrakts nach hinten entsteht ein zusätzlicher kleiner Hof in der Art eines ‚cour d’honneur‘, wie er aus der französischen Schlossbaukunst bekannt ist. Jeder Seitenflügel setzt sich aus einem kurzen Teil zusammen, der drei Achsen zum Vorhof des Mittelflügels aufweist und zum Hof hin eine Giebelfassade mit quadratischem Turmaufsatz zeigt (AUT). Diese kurzen Seitenflügel entsprechen vermutlich dem, was Thomas Bidart 1639 errichten ließ. Um 1735 wurden sie um sieben symmetrische Achsen verlängert (ENT).37 Alle Fenster sind von einer rustizierten Fenstereinfassung aus glatten, in den Laibungen abwechselnd vertikal und horizontal versetzten Sandsteinquadern gerahmt (AUT, SEL, CHA, ENT). Im Bereich der Giebelfassade sitzen die großen Fensteröffnungen im ersten Obergeschoss so dicht beieinander, dass sich die horizontal versetzten Laibungssteine berühren. Sämtliche längsrechteckigen Mezzaninfenster, die sich über jeder zweiten Fensterachse befinden, sind mit schlichten glatten Sandsteingewänden ausgeführt (AUT, CHA). Im Erdgeschoss gibt es in jedem Teil mittig eine Eingangstür, deren Gewände die glatte Rustizierung aufnimmt und über einem erhöhten Sturzfeld mit einem vorkragenden profilierten Gesims abschließt (AUT, CHA). Der darüber befindliche Balkon wurde zwischen 1735 und 1750 unter der Ägide von Graf Lambert-Joseph hinzugefügt (ENT).38 Während die Hoffassade des rechten Seitenflügels komplett aus seiner Zeit erhalten ist, wurde der linke Seitenflügel erst im 19. Jahrhundert vollendet: Hier sind in den vier linken Achsen im Erdgeschoss große Remisenöffnungen zu sehen, wo sich vorher nur ein kleines Remisengebäude befunden hat (ENT).39 Dieser Seitenflügel wurde, wie auch das ihm gegenüberliegende Wirtschaftsgebäude, bereits modernisiert und im Innenbereich komplett neugestaltet. Der von der Hofseite gesehen rechte Seitenflügel weist wie auch das ihm gegenüberliegende Wirtschaftsgebäude noch den bräunlichen Putz aus der Zeit um 1850 auf, der noch an einigen Stellen der Anlage überliefert ist. Im Inneren des rechten Seitenflügels sind ein Speisesaal</p>\n<p class=\"lf-p\">mit hohem Tonnengewölbe im Erdgeschoss, ein Treppenhaus sowie einige Bodenbeläge aus dem 19.</p>\n<p class=\"lf-p\">Jahrhundert erhalten (CHA, ENT).</p>\n<p class=\"lf-p\">Die hofseitige Fassade des Mitteltrakts ist nicht nur durch ihre zurückversetzte Situation, sondern auch die Dreigeschossigkeit klar als Höhepunkt der Anlage ablesbar, auch wenn der bekrönende Zwerchgiebel erst in den 1830er-Jahren hinzugefügt wurde (ENT).40 Die Fenstergewände aus beigem Sandstein sind in allen fünf Achsen gleich gestaltet wie die Seitenflügel (AUT, SEL, CHA). Die Eingangstür befindet sich in der Mittelachse und unterscheidet sich von den übrigen Türen: Zwar ist 35 Schoellen, Marc, ‚Le jardin &amp; les collections du comte Lambert-Joseph de Marchant et d’Ansembourg‘, in:</p>\n<p class=\"lf-p\">Bulletin des antiquités luxembourgeoises, Jahrgang 1989-1990, Band 20, Luxemburg, 1990, S. 175-224, hier S.</p>\n<p class=\"lf-p\">180.</p>\n<p class=\"lf-p\">36 Lutgen, Thomas, Die Baugeschichte des Schlosses Ansembourg. Ergebnisse der restauratorischen und bauhistorischen Untersuchung von 2012 und 2013, [Unveröffentlichter Bericht], INPA, Wasserbillig, 2014, S. 2.</p>\n<p class=\"lf-p\">37 Lutgen, Thomas, Die Baugeschichte des Schlosses Ansembourg. Ergebnisse der restauratorischen und bauhistorischen Untersuchung von 2012 und 2013, [Unveröffentlichter Bericht], Institut national pour le patrimoine architectural, Wasserbillig, 2014, S. 2.</p>\n<p class=\"lf-p\">38 Lutgen, Thomas, Die Baugeschichte des Schlosses Ansembourg. Ergebnisse der restauratorischen und bauhistorischen Untersuchung von 2012 und 2013, [Unveröffentlichter Bericht], Institut national pour le patrimoine architectural, Wasserbillig, 2014, S. 13.</p>\n<p class=\"lf-p\">39 Mündliche Auskunft von Marc Schoellen, am 14. Juli 2022; vgl. Administration du cadastre et de la topographie du Grand-Duché de Luxembourg, Cases croquis. N. 442. Ansembourg. 10, rue de la Vallée.</p>\n<p class=\"lf-p\">106/505, 1864.</p>\n<p class=\"lf-p\">40 Lutgen, Thomas, Die Baugeschichte des Schlosses Ansembourg. Ergebnisse der restauratorischen und bauhistorischen Untersuchung von 2012 und 2013, [Unveröffentlichter Bericht], Institut national pour le patrimoine architectural, Wasserbillig, 2014, S. 16.</p>\n<p class=\"lf-p\">32 die Grundform mit einer Einteilung der Gewände in glatte Quader auch hier zu sehen, doch weisen sie überall das gleiche Format auf und sind plastischer gestaltet, mit einer stärkeren Betonung der Fugen (AUT). Zudem ist jeder zweite Quader mit einem Relief versehen, das zwischen den Dekorformen einer Triskele und einem sogenannten laufenden Hund liegt und in Luxemburg noch am ebenfalls in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts errichteten Marstall des Generals Beck in Heisdorf zu finden war (AUT, AKI, SEL, CHA).41 Das erhöhte Sturzfeld ist in drei Abschnitte kassettiert; in der mittleren Kassette ist das Datum ‚1647‘ angegeben. Seit seiner Errichtung wurden an diesem Gewände einige Veränderungen vorgenommen, die vermutlich in Zusammenhang mit dem Umbau des Balkons Mitte des 19. Jahrhunderts stehen (ENT).42 So wurde der Portalaufsatz demontiert und die zugehörigen Voluten seitlich an das Gewände angefügt.43 Ein profiliertes Gesims schließt heute das Gewände ab, das im unteren Bereich bis auf eine Höhe von eineinhalb Metern von Ziermauerwerk begleitet wird (AUT, AKI, SEL, CHA). Auch in der Mittelachse im ersten Obergeschoss ist eine Türöffnung zu sehen; von hier aus wird der Balkon erschlossen, der sich heute über die gesamte Breite des Mittelflügels spannt und auf gusseisernen Konsolen aufliegt (AUT, SEL). Ursprünglich war der Balkon nur im mittleren Bereich der Fassade vorhanden, wurde aber um 1835 erweitert (ENT).44 Mittig im rezent restaurierten Geländer prangt das Hochzeitswappen der Eheleute Ansembourg-Velbrück in seiner historischen Farbfassung: Ansembourg in Silber und Schwarz, Velbrück in Gold und Blau. Im zweiten Obergeschoss durchbricht ein Zwerchhaus mit Dreiecksgiebel die profilierte Sandsteintraufe. Im Giebelfeld sind abermals die Wappen der adligen Familien von Ansembourg und von Velbrück zu sehen, hier als Betonkopie eines Wappens aus der Kapelle vom Mont-Marie, das von zwei Löwen flankiert wird (ENT).45 Das in englischem Format gedeckte Schieferwalmdach ist an den kurzen Walmseiten von zwei imposanten Kaminen durchbrochen und weist zwei teilvergoldete Dachbekrönungen auf (AUT, CHA). Die etwas tiefer angesetzten Walmdächer der Seitenflügel weisen die gleiche Eindeckung auf.</p>\n<p class=\"lf-p\">Mehr noch als die Hoffassade ist die Gartenansicht, die ursprüngliche Eingangsfassade von Schloss Ansembourg, die repräsentative Schauseite und Symbol des Aufstiegs der Familie. Von den langgestreckten zweigeschossigen Seitenflügeln gerahmt präsentiert sich hier der von Türmen flankierte Mittelteil des Schlosses als hochaufragender viergeschossiger Bau (AUT, AKI, SEL, CHA, ENT). Optisch sind es sogar fünf Geschosse, die hier übereinander gestaffelt sind: Das dem Schloss vorgelagerte Gartenparterre mit seiner doppelläufigen Treppe und der unter fünf Arkaden versteckten Grotte verlängert das Gartengeschoss weiter in Richtung der Eisch (AUT, CHA). Das Gartengeschoss ist hier mit seiner Sandsteinquaderarchitektur klar als Sockelgeschoss ausgeprägt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Diese Steinsichtigkeit war jedoch nicht immer gegeben – auf einer historischen Ansicht des Schlosses aus der Zeit nach 1760 ist das Schloss in weißer Farbe mit grauen Gewänden und grauem Sockel dargestellt – Reste dieser grauen Farbe befinden sich noch heute unterhalb jener Statuen, die sich in 41 Ruppert, Rita, ,Schloss Heisdorf: Denkmalschützer wehren sich‘, in: Wort.lu, 09.07.2020, wort.lu/de/lokales/schloss-heisdorf-denkmalschuetzer-wehren-sich-5f06c9bdda2cc1784e361317 (11.10.2022).</p>\n<p class=\"lf-p\">42 Mündliche Auskunft von Marc Schoellen, am 14. Juli 2022; vgl. Lutgen, Thomas, Die Baugeschichte des Schlosses Ansembourg. Ergebnisse der restauratorischen und bauhistorischen Untersuchung von 2012 und 2013, [Unveröffentlichter Bericht], Institut national pour le patrimoine architectural, Wasserbillig, 2014, S. 16.</p>\n<p class=\"lf-p\">43 Schriftliche Auskunft von Thomas Lutgen, am 26. Juli 2022.</p>\n<p class=\"lf-p\">44 Lutgen, Thomas, Die Baugeschichte des Schlosses Ansembourg. Ergebnisse der restauratorischen und bauhistorischen Untersuchung von 2012 und 2013, [Unveröffentlichter Bericht], Institut national pour le patrimoine architectural, Wasserbillig, 2014, S. 15ff.</p>\n<p class=\"lf-p\">45 Lutgen, Thomas, Die Baugeschichte des Schlosses Ansembourg. Ergebnisse der restauratorischen und bauhistorischen Untersuchung von 2012 und 2013, [Unveröffentlichter Bericht], Institut national pour le patrimoine architectural, Wasserbillig, 2014, S. 15ff.: Hier hat sich noch in den 1920er-Jahren ein Fenster befunden, das zugemauert wurde, um die Kopie des Wappens dort anzubringen.</p>\n<p class=\"lf-p\">33 den Arkaden des Sockelgeschosses befinden.46 Die seitlichen Türme sind im Sockelbereich geböscht:</p>\n<p class=\"lf-p\">Sie sind unten breiter fundamentiert und verjüngen sich nach oben, wo sie am hofseitigen Erdgeschoss einen regelmäßigen quadratischen Grundriss zeigen (AUT, SEL, CHA). Im rechten Turmsockelgeschoss befindet sich ein Raum zum Aufbewahren und Trocknen der im Garten geernteten Kräuter, der von einer abenteuerlich schmalen, gewundenen Treppe ohne Geländer erschlossen wird (AUT, SEL).47 Der kleine Raum mit Sandsteinfußboden ist kreuzgratgewölbt (AUT, CHA).</p>\n<p class=\"lf-p\">Zwischen den Türmen spannt sich der von fünf Arkaden durchbrochene Altan, der in den Mauerankern das Datum der Fertigstellung ‚1719‘ aufzeigt. Während durch die mittlere Arkade der Zugang zum Vorraum des Gartensaals betreten werden kann, finden sich in den übrigen vier Arkaden einige Statuen aus Sandstein mit teils gefesselten Sinnbildern der vier damals bekannten Kontinente:</p>\n<p class=\"lf-p\">Amerika, Asien, Europa und Afrika (von links nach rechts) (AUT, AKI, SEL, CHA).48 Wie auch die übrigen Statuen, die sich im Garten befinden, sind sie von hoher bildhauerischer Qualität und werden dem belgischen Künstler Renier Panhay de Rendeux zugeschrieben (AIW).49 Dieser Bildhauer hatte mehrfach für die Familie von Ansembourg gearbeitet; das aus Marmor und Alabaster gefertigte Grabmal für Thomas de Marchant et d’Ansembourg und seine Gattin Anne-Marie de Neuveforge in der Pfarrkirche in Tuntange weist ebenfalls seine Signatur auf.50 Bei den Skulpturen der Kontinente handelt es sich jedoch um Sandsteinstatuen, die unter Verwendung von Bleiweiß gefasst sind und so den Eindruck von gigantischen Marmorstatuen erzeugen sollten (AUT, CHA). Bei dem früheren grauweißen Anstrich des ganzen Schlosses muss dieser Effekt noch deutlich eindrucksvoller gewesen sein. Diese vier Statuen, die auf italienische Einflüsse in der Gartengestaltung verweisen und im Barockzeitalter keine ungewöhnliche Figurengruppe darstellen, sollten sinnbildhaft den Anspruch des Grafen Lambert-Joseph manifestieren, Pflanzen aus allen bekannten Erdteilen in seinem Garten zu vereinen.51 Oberhalb der vier Statuen sind vier fratzenartige Wasserspeier zu sehen (AUT, SEL, CHA). Der Vorraum zum Gartensaal beeindruckt durch seine feinen Kreuzrippengewölbe, die in jedem Gewölbeabschnitt mit einer anderen Blume oder dem Marienmonogramm im Schlussstein geschmückt sind (AUT, SEL, CHA). Die Blüten erinnern stark an jene Dekorelemente, die an der schmiedeeisernen Kirchenpforte im Kloster Marienthal zu finden sind; sie könnten als Vorbild gedient haben. In den Bereichen der Turmsockel ist das Gewölbe deutlich flacher und schlichter kreuzüberwölbt ohne plastische Gewölberippen (AUT, CHA). Der Gartensaal hinter den Arkaden wird von vier hohen, rundbogig abgeschlossenen Fenstern belichtet und durch eine Tür mit glatt gequadertem Gewände in der Mittelachse betreten. Auch wenn der Saal in den Jahrhunderten seit seiner Erbauung mehrfach 46 Vgl. Ghellinck Vaernewyck, Xavier de, ,Une famille de maîtres de forges au duché de Luxembourg. Les comtes d’Ansembourg et leurs châteaux‘, in: Le Parchemin, Heft 225, Löwen, Mai-Juni 1983, S. 195-256, hier S.</p>\n<p class=\"lf-p\">228, Abb. unten; Schoellen, Marc, ‚Le jardin &amp; les collections du comte Lambert-Joseph de Marchant et d’Ansembourg‘, in: Bulletin des antiquités luxembourgeoises, Jahrgang 1989-1990, Band 20, Luxemburg, 1990, S. 175-224, hier S. 180.</p>\n<p class=\"lf-p\">47 Mündliche Auskunft von Marc Schoellen, am 14. Juli 2022.</p>\n<p class=\"lf-p\">48 Schoellen, Marc, ‚Le jardin &amp; les collections du comte Lambert-Joseph de Marchant et d’Ansembourg‘, in:</p>\n<p class=\"lf-p\">Bulletin des antiquités luxembourgeoises, Jahrgang 1989-1990, Band 20, Luxemburg, 1990, S. 175-224, hier S.</p>\n<p class=\"lf-p\">190.</p>\n<p class=\"lf-p\">49 Schoellen, Marc, ‚Le jardin &amp; les collections du comte Lambert-Joseph de Marchant et d’Ansembourg‘, in:</p>\n<p class=\"lf-p\">Bulletin des antiquités luxembourgeoises, Jahrgang 1989-1990, Band 20, Luxemburg, 1990, S. 175-224, hier S.</p>\n<p class=\"lf-p\">187.</p>\n<p class=\"lf-p\">50 Siehe Text Tuntange. o. N., rue de Brouch, Kultbau und Grabmale | Sankt Peter und Paul | Ensemble;</p>\n<p class=\"lf-p\">Schoellen, Marc, ‚Die vier Erdteile im Schlossgarten von Ansembourg. Ein ikonographischer Exkurs von Livorno nach Luxemburg‘, in: nos cahiers. Lëtzebuerger Zäitschrëft fir Kultur. Numéro spécial „Kanton Miersch“, Jahrgang 34, Heft 3/4, Luxemburg, 2013, S. 421-443, hier S. 423.</p>\n<p class=\"lf-p\">51 Schoellen, Marc, ‚Die vier Erdteile im Schlossgarten von Ansembourg. Ein ikonographischer Exkurs von Livorno nach Luxemburg‘, in: nos cahiers. Lëtzebuerger Zäitschrëft fir Kultur. Numéro spécial „Kanton Miersch“, Jahrgang 34, Heft 3/4, Luxemburg, 2013, S. 421-443, hier S. 441f.</p>\n<p class=\"lf-p\">34 umgenutzt wurde, ist der dreifarbige Marmorfußboden mit symmetrischer Einteilung überliefert (AUT). Auch das Tonnengewölbe, in das die Fensterlaibungen tief einschneiden und das auf profilierten Wandvorlagen aufliegt, setzt starke Akzente (AUT, SEL, CHA, ENT). Die vorhandenen filigranen Metallfenster sind aus der Ausbauphase des späten 19. Jahrhunderts erhalten.</p>\n<p class=\"lf-p\">Oberhalb der Arkaden bildet der Altan eine großzügige Terrasse, die aus den zum Garten orientierten Räumen des hofseitigen Erdgeschosses betreten werden kann und einen Panorama-Blick über die Gartenanlagen bietet. Wie auch an den Seitenflügeln sind hier die Fenstergewände schlichter als an der Hoffassade gestaltet, glatt und gerade sowie mit leichten Ohrungen im oberen Viertel (AUT, CHA).</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Gewände waren vermutlich ursprünglich mit steinernen Kreuzstöcken versehen.52 Auch aus den kleinen Räumen, die sich in den Turmbereichen befinden, ist die Terrasse zugänglich. Eine Vielzahl schlichter Maueranker verstärkt die Gartenfassade zwischen allen Geschossen. Auf der Gartenseite wiederholt sich das Motiv des Zwerchhauses mit Dreiecksgiebel, jedoch ist das Giebelfeld hier durchfenstert (AUT, CHA). Auch hier wurde das oberste Stockwerk erst nachträglich um die Mitte des 19. Jahrhunderts nach der Rückkehr des Grafen William hinzugefügt (ENT).53 Zwei mit kreuzförmigen Öffnungen versehene Zierfenster flankieren das Fenster im Zwerchhausgiebel. Die Türme mit ihren Walmdachhauben sind mit kräftigen Aufschieblingen ausgeführt und mit hohen teilvergoldeten Dachbekrönungen versehen (AUT, SEL, CHA).</p>\n<p class=\"lf-p\">Im Inneren des Mitteltrakts wurde nach 2010 der Gemeine Hausschwamm entdeckt, der sich schon in einem fortgeschrittenen Stadium befand.54 Aus diesem Grund mussten die meisten hölzernen Ausbauelemente entfernt und erneuert werden, so auch große Teile der Geschossdecken. Die breite großzügige Eichenholztreppe, die sich heute von der zentralen Eingangshalle bis ins zweite Obergeschoss windet, ist daher in Teilen eine Rekonstruktion der barocken Treppe, die sich hier einst befand.55 Nichtsdestoweniger sind vor allem in den Repräsentationsräumen im Erdgeschoss noch einige Elemente aus unterschiedlichen Bauphasen überliefert. Hierzu zählen etwa zwei Kamine mit Takenplatten, auf denen das Hochzeitswappen der Familien von Ansembourg und von Neuveforge dargestellt ist und die vermutlich aus der Umbauzeit vor 1719 stammen (AUT, SEL, CHA). Bei einer dieser Platten scheint es sich um einen Abguss aus dem 19. Jahrhundert zu handeln, der den oberen Teil des Grabmonuments der Familie de Marchant d’Ansembourg aus der Kirche von Tuntange zeigt.56 Auch kleine rocailleverzierte Wandnischen in der zum Garten weisenden Außenwand dürften aus dieser Bauphase stammen (ENT). Die hohen doppelflügeligen Holztüren aus dem 19. Jahrhundert mit verschieden großen Kassetten nehmen Bezug auf die horizontal versetzten Laibungssteine der gartenseitigen Fensterrahmungen (ENT). Ebenfalls aus dem 19. Jahrhundert sind die Stuckdekore der Gewölbe in den Turmzimmern überliefert, auch Reste der begleitenden Farbfassung in Braun und Gold sind noch sichtbar (AUT, CHA, ENT). Weitere Stuckdecken im Erdgeschoss mussten durch den Pilzbefall detailgetreu mit ihren floralen Dekoren erneuert werden.57 Der repräsentativste Raum, der von der zentralen Eingangshalle betreten werden kann, ist mit einem um 1928 eingefügten Gewölbe mit Sandsteinimitationsmalerei überspannt, das rezent restauriert wurde (AUT, SEL).58 In diesem 52 Mündliche Auskunft von Marc Schoellen, am 14. Juli 2022.</p>\n<p class=\"lf-p\">Vgl. mündliche Auskunft von Marc Schoellen, am 14. Juli 2022; Lutgen, Thomas, Die Baugeschichte des Schlosses Ansembourg. Ergebnisse der restauratorischen und bauhistorischen Untersuchung von 2012 und 2013, [Unveröffentlichter Bericht], Institut national pour le patrimoine architectural, Wasserbillig, 2014, S.</p>\n<p class=\"lf-p\">15ff.</p>\n<p class=\"lf-p\">54 Lutgen, Thomas, Die Baugeschichte des Schlosses Ansembourg. Ergebnisse der restauratorischen und bauhistorischen Untersuchung von 2012 und 2013, [Unveröffentlichter Bericht], Institut national pour le patrimoine architectural, Wasserbillig, 2014, S. 2.</p>\n<p class=\"lf-p\">55 Mündliche Auskunft vor Ort, am 5. September 2018.</p>\n<p class=\"lf-p\">56 Mündliche Auskunft von Marc Schoellen, am 14. Juli 2022.</p>\n<p class=\"lf-p\">57 Mündliche Auskunft vor Ort, am 5. September 2018.</p>\n<p class=\"lf-p\">58 Lutgen, Thomas, Die Baugeschichte des Schlosses Ansembourg. Ergebnisse der restauratorischen und bauhistorischen Untersuchung von 2012 und 2013, [Unveröffentlichter Bericht], Institut national pour le patrimoine architectural, Wasserbillig, 2014, S. 21f.</p>\n<p class=\"lf-p\">53 35 Raum befindet sich ein monumentaler Sandsteinkamin, in dem oberhalb des Kaminsimses die Ritterwappen der Familien Raville und Bassompierre dargestellt sind; er wurde aus der mittelalterlichen Burg Ansembourg aus- und hier wieder eingebaut (AUT, SEL, CHA).59 Im ersten Obergeschoss ist im großen, zum Garten orientierten Saal der Überrest eines Kamins erhalten, in dem noch eine Takenplatte mit dem Wappen von Thomas Bidart zu sehen ist, die aus der Zeit um 1647 stammen muss. Da Thomas Bidart nichtadeliger Herkunft war, ist das vermutlich von ihm selbst kreierte Wappen in zweifacher Hinsicht interessant: zum einen aufgrund der gezeigten Symbolik eines Stabes, der von zwei Andreaskreuzen überlagert wird, darunter ein Eimer als Zeichen der Gießereien, umgeben von den Initialen ‚TB‘; zum anderen, weil dieses Wappen, das auch auf dem Grabstein seiner Tochter Marie-Anne in der Kapelle auf dem Mont-Marie zu finden ist, den Herrschaftsanspruch des aufstrebenden Eisenhüttenbesitzers eindrucksvoll belegt (SEL). Im Gartensaal ist in der östlichen Außenwand ein überdimensioniertes Fenster mit segmentbogigem Abschluss zu sehen, das um 1934 auf Wunsch der damaligen Gräfin hinzugefügt wurde (AUT, CHA, ENT).60 Im angrenzenden Raum, in dem sich zeitweise die Bibliothek befand, sind zwei weitere Kamineinfassungen aus beigem Sandstein erhalten: In der schlichteren Einfassung ist keine Takenplatte mehr vorhanden, in der mit aufwendigem Blattdekor und Löwenköpfen verzierten ist eine weitere Takenplatte mit den Wappen der Familie Ansembourg-Neuveforge zu sehen (AUT, SEL, CHA).</p>\n<p class=\"lf-p\">Barockgarten Der barocke Schlossgarten von Ansembourg zählt zu den Höhepunkten der Garten- und Landschaftsgestaltung im Großherzogtum (AUT, AKI, SEL, GAT, CHA). Er wurde unter der Ägide des Grafen Lambert-Joseph (1706-1768) geschaffen, der auch die beiden Portale am Schlosshof hat errichten lassen.61 Der Garten, der in den vergangenen Jahrzehnten umfassend restauriert und rekonstruiert wurde, setzt sich aus Terrassengärten, Wasserspielen und Treppenanlagen, typisch barocken Gartenparterres, einem geometrischen Labyrinth, mehreren Brunnen, einer ‚Allee der Mythologien‘ sowie einem Laubengang zusammen (CHA). Aufgrund der schwierigen Topografie des Geländes, das vom oberen Schlosshof zur Eisch hin kontinuierlich abfällt, musste der unbekannte Baumeister bei der Anlage des Gartens auf das für einen Barockgarten normalerweise sehr bedeutsame Element einer zentralen Mittelachse verzichten. Stattdessen bilden heute mehrere Achsen, die den Garten in Nord-Süd- und Ost-West-Richtung durchziehen, einzelne Gartenbereiche, die bereis einzeln – trotz der topografischen Gegebenheiten – eine nahezu perfekte Gartenanlage im Sinne des barocken Symmetriegedankens ergeben.</p>\n<p class=\"lf-p\">Vom Schlosshof betritt man heute durch ein weiteres Portal den Garten. Die Gestaltung der geschnürten Pfeiler mit Kugelbekrönung, die das schmiedeeiserne Gitter mit gusseisernen Zierspitzen in einzelne Abschnitte unterteilten, entspricht jener des Schlosshofportals und der Ehrenpforte (AUT, SEL, CHA). Auch die Löwen, die auf den kassettierten Pfeilern sitzen und die zweiflügelige Gittertür einrahmen, ähneln jenen der Ehrenpforte. Beim Gartenportal wurden sie jedoch ohne Wappen ausgeführt, sind etwas schlanker – eventuell sollten hier jüngere Löwen dargestellt werden – und mit geöffnetem Maul in einem beschützenden Gestus dem Garten zugewandt (AUT, SEL). Im oberen, sich direkt vom Gartenportal bis zur Straße erstreckenden Bereich befinden sich Terrassengärten, in denen früher Nutzpflanzen gezogen wurden, heute aber überwiegend Blumen wachsen. An der den Schlossgarten zur Straße und nach Osten hin umschließenden hohen Bruchsteinmauer aus Sandstein wachsen Spalierbäume verschiedener Obstsorten (CHA). Schon zu Zeiten des Grafen Lambert-Joseph war Ansembourg bekannt für seine außergewöhnliche Kollektion von Obstbäumen: Eine 1760 datierte 59 Mündliche Auskunft von Marc Schoellen, am 14. Juli 2022.</p>\n<p class=\"lf-p\">Mündliche Auskunft von Marc Schoellen, am 14. Juli 2022.</p>\n<p class=\"lf-p\">61 Ghellinck Vaernewyck, Xavier de, ‚Les deux châteaux d’Ansembourg au Grand-Duché‘, in: Maisons d’hier et d’aujourd’hui, Heft 1, Brüssel, 1983, S. 40-61, hier S. 55.</p>\n<p class=\"lf-p\">60 36 Aufstellung belegt für diese Zeit 21 Pfirsichsorten, acht Birnen und zehn Aprikosenarten sowie einen Gemüsegarten mit für damalige Verhältnisse exotischen Gewächsen wie Brokkoli, Blumenkohl, Spinat und Salat.62 Von hier aus sind auch die drei Gartenpavillons mit nahezu quadratischem Grundriss, die sich in den Ecken der Umfassungsmauer befinden, gut sichtbar. Nur der Pavillon direkt neben dem Gartenportal ist zweigeschossig angelegt, die übrigen sind lediglich eingeschossig. Gestalterisch sind sie durch ihre schlichten glatten, teilweise als Zwillingsfenster ausgeführten Fenstergewände und ihre in englischem Format eingedeckten hochaufragenden Walmdächer verbunden (AUT, CHA).</p>\n<p class=\"lf-p\">In der Mitte der Terrassengärten setzt die dreiteilige zweiläufige Ehrentreppe an, die den Auftakt zur Querachse in Richtung der Eisch bildet. Diese Treppenanlage wird auf allen drei Etagen von einem aufwendig mit Voluten und Blattdekor verzierten schmiedeeisernen Geländer begleitet, das die Formensprache des hofseitigen Balkongeländers am Mitteltrakt des Schlossgebäudes aufgreift (AUT, AKI, SEL, CHA). Auf dem oberen, zentralen Treppenpodest sind ein Tisch und eine Bank aus Sandstein überliefert. An der Mauer zwischen den beiden unteren Treppenläufen ergießt sich aus einem Fratzenkopf, der auch ‚Sabbeler‘ genannt wird, Wasser aus den hangseitigen Quellen auf einen dreistufigen Brunnen, bevor es in einem geschweiften Wasserbecken landet (AUT, SEL, CHA).63 Am Ende der langen geschosshohen Mauer, die den oberen Terrassengarten von den anschließenden Rasenflächen und Wasserspielen abtrennt, soll sich früher in der nördlichen Ecke die Orangerie befunden haben.64 Diese Orangerie bestand schon 1736; eine Urkunde bezeugt zu diesem Zeitpunkt einen neuen Anstrich und den Einbau ovaler Fenster.65 Mit ihren exotischen Gewächsen muss sie ein Höhepunkt des Gartens gewesen sein und wurde zunächst kontinuierlich erhalten. Vor 1786 erhielt sie neue Fenster.66 Mit dem Weggang der Familie scheint sie indes nicht mehr genutzt worden zu sein und verschwand schließlich im 19. Jahrhundert.67 Unterhalb der Ehrentreppe gliedern zwei langgestreckte Wasserbecken mit halbrunden Abschlüssen die Rasenfläche. Sie befinden sich in direkter Achse zur Ostfassade des Schlosses und ermöglichen so eine Spiegelung des Bauwerks in der stillen Wasseroberfläche – ein typisches gestalterisches Element für einen Barockgarten (AUT, CHA). Eine weitere, kurze Treppe führt zum Kreuzungspunkt mit der ‚Allee der Mythologien‘, die sicherlich zu den beeindruckendsten Elementen des Gartens von Schloss Ansembourg gehört (AUT, AKI, SEL). Die Allee beginnt am östlichen Schlossturm und erstreckt sich parallel zur Eisch über etwa 140 Meter bis zur Umfassungsmauer. Den Auftakt dieser Längsachse mit ihrem Figurenprogramm bilden zwei Sphinxe mit den Wappen von Graf Lambert-Joseph und seiner Frau (AUT, AKI, SEL). Die Sphinx, die im Sockelbereich mit dem von großen, prächtigen Löwen präsentierten Wappen von Anne-Catherine von Velbrück verziert ist, soll dem Aussehen der Gräfin nachempfunden sein.68 Das Wappen der Familie von Ansembourg ist im Sockelbereich der anderen Sphinx zu sehen – die jungen, deutlich kleineren Löwen scheinen ein Hinweis auf die noch junge</p>\n<p class=\"lf-p\">Adelstradition von Ansembourg darzustellen. Entlang der Allee werden jeweils zehn Götter und Göttinnen gezeigt, die sich je paarweise gegenüberstehen. Auf der Seite des Grafen sind es drei Männer und zwei Frauen (Bacchus, Ceres, Silenius, eine Terra Mater und Herkules), auf der Seite der 62 Anonym, o. T., [Angebot], ANLux, A-L-2408: Liste des arbres fruitiers, o. O., 1760.</p>\n<p class=\"lf-p\">Mündliche Auskunft von Marc Schoellen, am 14. Juli 2022.</p>\n<p class=\"lf-p\">64 Schoellen, Marc, ‚Le jardin &amp; les collections du comte Lambert-Joseph de Marchant et d’Ansembourg‘, in:</p>\n<p class=\"lf-p\">Bulletin des antiquités luxembourgeoises, Jahrgang 1989-1990, Band 20, Luxemburg, 1990, S. 175-224, hier S.</p>\n<p class=\"lf-p\">176.</p>\n<p class=\"lf-p\">65 Anonym, o. T., [Brief], ANLux, A-L-2163: Quittances et travaux dans le jardin du château, o. O., 1736.</p>\n<p class=\"lf-p\">66 Anonym, o. T., [Brief], ANLux, A-L-2163: Quittances et travaux dans le jardin du château, o. O., 1736.</p>\n<p class=\"lf-p\">67 Schoellen, Marc, ‚Le jardin &amp; les collections du comte Lambert-Joseph de Marchant et d’Ansembourg‘, in:</p>\n<p class=\"lf-p\">Bulletin des antiquités luxembourgeoises, Jahrgang 1989-1990, Band 20, Luxemburg, 1990, S. 175-224, hier S.</p>\n<p class=\"lf-p\">204.</p>\n<p class=\"lf-p\">68 Schoellen, Marc, ‚Le jardin &amp; les collections du comte Lambert-Joseph de Marchant et d’Ansembourg‘, in:</p>\n<p class=\"lf-p\">Bulletin des antiquités luxembourgeoises, Jahrgang 1989-1990, Band 20, Luxemburg, 1990, S. 175-224, hier S.</p>\n<p class=\"lf-p\">194.</p>\n<p class=\"lf-p\">63 37 Gräfin drei Frauen und zwei Männer (Lucretia, ein Satyr, Diana, Merkur und Venus).69 Das Figurenprogramm stellt sinnbildlich die Kräfte der Natur sowie göttliche Tugenden dar (AUT, CHA).</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Sandsteinfiguren sollen durch ihren Bleiweißanstrich den Eindruck von Marmorstatuen erwecken.</p>\n<p class=\"lf-p\">Wie auch die Skulpturen der vier Kontinente in den Arkaden des Altans werden diese Statuen dem aus Lüttich stammenden Bildhauer Renier Panhay de Rendeux zugeschrieben (AIW).70 Im Jahr 1999 wurde die ‚Allee der Mythologien‘ umfassend restauriert, sodass sich die Figuren heute wieder in Weiß mit sparsam vergoldeten Attributen präsentieren.71 Den Abschluss der Längsachse bildet ein Brunnen mit einem vergoldeten Habsburger Doppeladler, vermutlich als Symbol der Loyalität des Grafen, der durch Kaiserin Maria-Theresia 1749 in den Adelsstand erhoben wurde.72 Die Längsachse mit den Götterstatuen sowie die Querachse mit der Ehrentreppe und den Wasserspielen wurden vermutlich erst um 1750 fertiggestellt (AUT, ENT).73 Eine weitere Sandsteinmauer mit Hecken trennt die ‚Allee der Mythologien‘ von den tiefer gelegenen Parterres ab. Hier haben sich einst wohl der botanische Garten und die Volieren befunden.74 Heute wird dieser Bereich – in Anlehnung an die frühere Bepflanzung – von rezent angelegten Hainbuchenhecken dominiert, die einen Boskettschnitt aufweisen. In südlicher Richtung schließen sich die dem Schloss vorgelagerten Parterres an, die zum Boulingrin, dem versunkenen Garten, gehören.75 Das mittlere Parterre weist eine barocktypische streng symmetrische Einteilung auf, die von einem Wasserbassin in Vierpassform in der Mittelachse dominiert wird (AUT, CHA). Die Gestaltung dieses Gartenbereichs lehnt sich an das Gestaltungsmodell von Boyceau de la Barauderie aus dem Jahr 1640 an.76 In der Mitte des Wasserbeckens ist eine Skulptur des griechischen Gottes Triton zu sehen, der in ein Horn in Form einer Muschel bläst und auf einem Fisch reitet; hierbei handelt es sich um eine Darstellung, die vom Tritonenbrunnen von Gian Lorenzo Bernini in Rom aus dem Jahr 1642/43 inspiriert wurde.77 Die Sandsteinskulptur musste vor wenigen Jahren aufgrund des 69 Schoellen, Marc, ‚La statuaire baroque des jardins historiques d’Ansembourg et d’Echternach ‘, in: BoppSchumacher, Ute; De Groef, Muriel; Di Felice, Paul u. a., Sculptures au Luxembourg. Skulpturen in Luxemburg.</p>\n<p class=\"lf-p\">Sculptures in Luxembourg, hrsg. von Robert Theisen; Fonds Culturel National, Luxemburg, 2001, S. 18-43, hier S. 37.</p>\n<p class=\"lf-p\">70 Schoellen, Marc, ‚Le jardin &amp; les collections du comte Lambert-Joseph de Marchant et d’Ansembourg‘, in:</p>\n<p class=\"lf-p\">Bulletin des antiquités luxembourgeoises, Jahrgang 1989-1990, Band 20, Luxemburg, 1990, S. 175-224, hier S.</p>\n<p class=\"lf-p\">187.</p>\n<p class=\"lf-p\">71 Mündliche Auskunft vor Ort, am 5. September 2018.</p>\n<p class=\"lf-p\">72 Ghellinck Vaernewyck, Xavier de, ,Une famille de maîtres de forges au duché de Luxembourg. Les comtes d’Ansembourg et leurs châteaux‘, in: Le Parchemin, Heft 225, Löwen, Mai-Juni 1983, S. 195-256, hier S. 219.</p>\n<p class=\"lf-p\">73 Schoellen, Marc, ‚Le jardin &amp; les collections du comte Lambert-Joseph de Marchant et d’Ansembourg‘, in:</p>\n<p class=\"lf-p\">Bulletin des antiquités luxembourgeoises, Jahrgang 1989-1990, Band 20, Luxemburg, 1990, S. 175-224, hier S.</p>\n<p class=\"lf-p\">175.</p>\n<p class=\"lf-p\">74 Schoellen, Marc, ‚Le jardin &amp; les collections du comte Lambert-Joseph de Marchant et d’Ansembourg‘, in:</p>\n<p class=\"lf-p\">Bulletin des antiquités luxembourgeoises, Jahrgang 1989-1990, Band 20, Luxemburg, 1990, S. 175-224, hier S.</p>\n<p class=\"lf-p\">176f.</p>\n<p class=\"lf-p\">75 Schoellen, Marc, ‚La statuaire baroque des jardins historiques d’Ansembourg et d’Echternach ‘, in: BoppSchumacher, Ute; De Groef, Muriel; Di Felice, Paul u. a., Sculptures au Luxembourg. Skulpturen in Luxemburg.</p>\n<p class=\"lf-p\">Sculptures in Luxembourg, hrsg. von Robert Theisen; Fonds Culturel National, Luxemburg, 2001, S. 18-43, hier S. 37.</p>\n<p class=\"lf-p\">76 Schoellen, Marc, ‚La statuaire baroque des jardins historiques d’Ansembourg et d’Echternach ‘, in: BoppSchumacher, Ute; De Groef, Muriel; Di Felice, Paul u. a., Sculptures au Luxembourg. Skulpturen in Luxemburg.</p>\n<p class=\"lf-p\">Sculptures in Luxembourg, hrsg. von Robert Theisen; Fonds Culturel National, Luxemburg, 2001, S. 18-43, hier S. 37.</p>\n<p class=\"lf-p\">77 Vgl. Schoellen, Marc, ‚Le jardin &amp; les collections du comte Lambert-Joseph de Marchant et d’Ansembourg‘, in: Bulletin des antiquités luxembourgeoises, Jahrgang 1989-1990, Band 20, Luxemburg, 1990, S. 175-224, hier S. 190; Schoellen, Marc, ‚La statuaire baroque des jardins historiques d’Ansembourg et d’Echternach ‘, in:</p>\n<p class=\"lf-p\">Bopp-Schumacher, Ute; De Groef, Muriel; Di Felice, Paul u. a., Sculptures au Luxembourg. Skulpturen in Luxemburg. Sculptures in Luxembourg, hrsg. von Robert Theisen; Fonds Culturel National, Luxemburg, 2001, S.</p>\n<p class=\"lf-p\">18-43, hier S. 37.</p>\n<p class=\"lf-p\">38 Verwitterungsgrades gänzlich ersetzt werden.78 Diese Parterre-Ebene ist durch weitere Mauern von der untersten abgetrennt. In der zentralen Schlossachse ist eine Treppenanlage mit Terrasse geschaffen worden, unter der sich eine künstliche Grotte mit Tuffsteinen unter fünf Arkaden befindet (AUT, CHA). Sowohl die moos- und farnbewachsene Grotte mit ihrem Wasserbecken als auch die Fratzen in den Schlusssteinen der Arkaden, die jenen am Altan ähneln, sollen die Unterwelt darstellen (AUT, SEL, CHA).79 Die Treppengeländer sind ähnlich der Ehrenpforte mit Balustern aus Sandstein gestaltet, die punktuell mit hochwertigen Rocaillen verziert sind (AUT, CHA). Am oberen Treppenpodest stellen stilisierte Urnen einen direkten optischen Bezug zu den Skulpturen unter dem Altan her. In derselben horizontalen Ebene des Gartens befindet sich weiter östlich in der Achse der Ehrentreppe eine weitere, leicht geschwungene Treppenanlage, deren unterer Bereich das Motiv der Unterwelt erneut aufgreift (AUT, CHA). Ein Geländer ist hier nicht überliefert, war bei dieser offensichtlich des Gartens befinden sich weitere Parterres, von denen einige mit Obstbäumen bepflanzt sind (AUT, CHA).80 Den südlichen Abschluss der Gartenanlage bildet ein über 200 Meter langer Laubengang aus Hainbuchenhecken, der direkt an den kanalisierten Lauf der Eisch angrenzt und die Sicht auf das Gewässer vom Schloss aus verdeckt (CHA). Unterhalb des Laubengangs befand sich zur Zeit der Anlage der Gärten ein Kanal, der zu den Schmelzeinrichtungen gehörte; von diesem Kanal ist die 1751 erbaute Mauer vorhanden, an die der Laubengang angrenzt.81 Der historische Heckenbestand dieses früher ‚allée verdes‘ genannten grünen Tunnels zählt zu den wenigen aus der Barockzeit überlieferten Pflanzengruppen; zudem befindet sich am Ende des Laubengangs die älteste Platane Luxemburgs (AUT, SEL, CHA).82 Dieser lange Promenadengang weist zu beiden Seiten rundbogige Fenster in der Heckenarchitektur auf, einen Ausblick in die Landschaft und den Schlossgarten ermöglichen. In der hervorgehobenen Zentralachse zum Schlossmittelflügel bildet eine kurze Treppe den Übergang zum Boulingrin. Die vierstufige Treppe wird von zwei niedrigen Mauern flankiert, auf denen Löwen thronen, unter deren Kopf Affen als Lastträger für muschelförmige Becken dienen (AUT, SEL). Durch einen ausgeklügelten Mechanismus konnte Wasser aus den Löwenmäulern in besagte Muschelbecken fließen, wenn Besucher die obere Stufe betraten; eine aus italienischen Gärten als ‚Giochi d’acqua‘ bekannte Errungenschaft.83</p>\n<p class=\"lf-p\">8, rue de la Vallée Eisenverhüttungsanlage Auch wenn von der im Eischtal von den Brüdern Bidart im frühen 17. Jahrhundert errichteten Eisenhütte nur wenige Spuren erhalten sind, so war deren Gründung Auslöser einer Kette von Ereignissen, die in der Errichtung des Schlosses und des Gartens von Ansembourg resultierten. 1624 78 Mündliche Auskunft vor Ort, am 5. September 2018.</p>\n<p class=\"lf-p\">Schoellen, Marc, ‚Le jardin &amp; les collections du comte Lambert-Joseph de Marchant et d’Ansembourg‘, in:</p>\n<p class=\"lf-p\">Bulletin des antiquités luxembourgeoises, Jahrgang 1989-1990, Band 20, Luxemburg, 1990, S. 175-224, hier S.</p>\n<p class=\"lf-p\">193.</p>\n<p class=\"lf-p\">80 Schoellen, Marc, ‚Le jardin &amp; les collections du comte Lambert-Joseph de Marchant et d’Ansembourg‘, in:</p>\n<p class=\"lf-p\">Bulletin des antiquités luxembourgeoises, Jahrgang 1989-1990, Band 20, Luxemburg, 1990, S. 175-224, hier S.</p>\n<p class=\"lf-p\">183.</p>\n<p class=\"lf-p\">81 Mündliche Auskunft von Marc Schoellen, am 14. Juli 2022.</p>\n<p class=\"lf-p\">82 Vgl. Schoellen, Marc, ‚Le jardin &amp; les collections du comte Lambert-Joseph de Marchant et d’Ansembourg‘, in: Bulletin des antiquités luxembourgeoises, Jahrgang 1989-1990, Band 20, Luxemburg, 1990, S. 175-224, hier S. 183; mündliche Auskunft von Marc Schoellen, am 14. Juli 2022.</p>\n<p class=\"lf-p\">83 Schoellen, Marc, ‚La statuaire baroque des jardins historiques d’Ansembourg et d’Echternach ‘, in: BoppSchumacher, Ute; De Groef, Muriel; Di Felice, Paul u. a., Sculptures au Luxembourg. Skulpturen in Luxemburg.</p>\n<p class=\"lf-p\">Sculptures in Luxembourg, hrsg. von Robert Theisen; Fonds Culturel National, Luxemburg, 2001, S. 18-43, hier S. 37.</p>\n<p class=\"lf-p\">79 39 erhielten die drei Brüder Bidart eine Genehmigung zur Errichtung einer Eisenhütte in Ansembourg.84 Thomas Bidart kanalisierte ab 1626 die Eisch, um die Produktivität der Anlage zu verbessern.85 Diese Arbeiten wurden fast 150 Jahre später ausgeweitet, wie eine Urkunde aus dem Jahr 1769 belegt – die Eisch musste auf einem zusätzlichen Abschnitt nahe den Gärten kanalisiert werden, um die Produktivität der Hütte zu erhalten. Hierbei handelt es sich vermutlich um den Abschnitt direkt hinter dem Laubengang.86 Bereits im 17. Jahrhundert hatte die Eisenhütte ein großes Ausmaß angenommen mit mehreren Schmelz- und Brennöfen, Öl- und Sägemühlen sowie einer Schmiede zur Weiterverarbeitung der gewonnenen Eisenprodukte.87 Hier wurden während einer Zeitspanne von über 200 Jahren Roheisen, Grundformen und Waffen produziert.88 Aufgrund der industriellen Weiterentwicklung begann im 18. Jahrhundert der Niedergang der Hütte, was den Grafen LambertJoseph in finanzielle Bedrängnis brachte.89 Die Eisenhütte wurde dennoch bis Mitte des 19.</p>\n<p class=\"lf-p\">Jahrhunderts betrieben und anschließend als Sägewerk umgenutzt.90 Der Betrieb des Sägewerks wurde erst 1933 eingestellt.91 Heute sind nur zwei der Gebäude und eine Brücke von der ehemals umfangreichen Infrastruktur überliefert.</p>\n<p class=\"lf-p\">Eisenhütte Das größte heute noch erhaltene Bauwerk der Eisenverhüttungsanlage ist die frühere Kohlenhalle (AUT, SEL, GAT, TIH).92 Das langgestreckte Bauwerk, das von außen mehr Ähnlichkeiten mit einem großen Stall denn mit einer industriellen Anlage hat, befindet sich westlich der Schlossanlage und wird über einen Weg erschlossen, der am Vorplatz des Schlossportals in Richtung Eisch führt. In diesem 1783 erstmals urkundlich erwähnten Gebäude wurde Holzkohle hergestellt, die zum Betreiben der Hochöfen gebraucht wurde, die sich in direkter Nähe der Eisch hinter der Halle befanden und heute nicht mehr vorhanden sind.93 Nach der Stilllegung der Eisenhütte wurde das Bauwerk als Scheune genutzt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die nördliche Traufseite, die zur Straße weist, wird in der Mitte von einem großen Scheunentor mit Korbbogen dominiert, das von je einer Fensterachse flankiert wird. In jeder Fensterachse ist im Erdgeschoss ein großes rundbogig abschließendes und im Obergeschoss ein kleines halbrundes Fenster mit glattem Gewände aus gelb-beigem Sandstein zu sehen (AUT, SEL). Das Gebäude ist mit einem nach allen Seiten deutlich überstehenden Satteldach mit englischer Schiefereindeckung versehen (CHA). Die nach Osten ausgerichtete Giebelfassade weist symmetrische Öffnungen auf vier unterschiedlichen Höhen auf. Bis auf die geräumige Ladeluke unterhalb der Firstspitze sind alle mit einem halbrunden Abschluss versehen (AUT). Die beiden Türen im Erdgeschoss haben halbrunde 84 Anonym, o. T., [Brief], ANLux, A-L-0305: Projet pour l’érection de forges à Ansembourg et du fourneau à Septfontaines, o. O., 1624.</p>\n<p class=\"lf-p\">85 Ghellinck Vaernewyck, Xavier de, ‚Les deux châteaux d’Ansembourg au Grand-Duché‘, in: Maisons d’hier et d’aujourd’hui, Heft 1, Brüssel, 1983, S. 40-61, hier S. 51.</p>\n<p class=\"lf-p\">86 Anonym, o. T., ANLux, A-L-0985: Déclaration constatant l’ancien cours de l’Eisch près du jardin d’Ansembourg, o. O., 1769.</p>\n<p class=\"lf-p\">87 Schoellen, Marc, Un maître de forges luxembourgeois du XVIIIe siècle: Lambert-Joseph de Marchant et d’Ansembourg, [Unveröffentlichte Abschlussarbeit], Lycée Classique d’Echternach, 1988, S. 69.</p>\n<p class=\"lf-p\">88 Schoellen, Marc, Un maître de forges luxembourgeois du XVIIIe siècle: Lambert-Joseph de Marchant et d’Ansembourg, [Unveröffentlichte Abschlussarbeit], Lycée Classique d’Echternach, 1988, S. 59.</p>\n<p class=\"lf-p\">89 Schoellen, Marc, Un maître de forges luxembourgeois du XVIIIe siècle: Lambert-Joseph de Marchant et d’Ansembourg, [Unveröffentlichte Abschlussarbeit], Lycée Classique d’Echternach, 1988, S. 249.</p>\n<p class=\"lf-p\">90 Ghellinck Vaernewyck, Xavier de, ‚Les deux châteaux d’Ansembourg au Grand-Duché‘, in: Maisons d’hier et d’aujourd’hui, Heft 1, Brüssel, 1983, S. 40-61, hier S. 51.</p>\n<p class=\"lf-p\">91 Ghellinck Vaernewyck, Xavier de, ‚Les deux châteaux d’Ansembourg au Grand-Duché‘, in: Maisons d’hier et d’aujourd’hui, Heft 1, Brüssel, 1983, S. 40-61, hier S. 51.</p>\n<p class=\"lf-p\">92 Dollar, Jacques, La Simmerschmeltz et les forges d’Ansembourg. 1624-1856, o. O., 2000, S. 64.</p>\n<p class=\"lf-p\">93 Dollar, Jacques, La Simmerschmeltz et les forges d’Ansembourg. 1624-1856, o. O., 2000, S. 51f.</p>\n<p class=\"lf-p\">40 Oberlichter, deren Format sich in den Fenstern des Obergeschosses wiederholt (AUT, SEL, CHA). Eine Ladeluke, die sich oberhalb des Erdgeschosses mittig in der Fassade befindet, weist die gleiche Renaissance-Gestaltung des Gewändes mit verspringenden glatten Quadern auf, wie die Gewände an der hofseitigen Schlossfassade (AUT, SEL, CHA). Somit ist dieses Bauwerk nicht nur funktional, sondern auch stilistisch und bauzeitlich der Schlossanlage zuzuordnen. An der zur Eisch gewandten Traufseite prägen drei Achsen den Baukörper, die sich jeweils aus einer geschlossenen Holztür mit direkt über dem Sturz ansetzendem großem Rundbogenfenster in einem gemeinsamen Sandsteingewände und einem sich unmittelbar unter der Traufe befindlichen Halbkreisfenster zusammensetzen (AUT, SEL, CHA). Im westlichen Fassadenbereich ist das Dach als Vordach verlängert und mit einer Holzkonstruktion abgestützt. Hier schließt sich auch ein kleiner eingeschossiger Anbau an, der aufgrund seiner Gestaltung und Konstruktion als bauzeitlich angesehen werden kann. Er weist an der westlichen Giebelfassade des Hauptvolumens schmale rechteckige Türöffnungen und runde Lüftungsluken auf (AUT, SEL, CHA). Der Anbau erstreckt sich bis zur gegenüberliegenden Trauffassade, wird jedoch von einem hohen, fast turmähnlich schmalen Volumen unterbrochen. Dieses reicht bis knapp unter den First des eigentlichen Gebäudes und ist mit einer barocken Sandsteintraufe versehen (AUT, SEL, CHA). Eine halbhohe Mauer trennt seine seitlichen Zugangsbereiche vom Wirtschaftshof ab. Heute befinden sich in dem teilrenovierten Gebäude Seminarräume, neu hinzugefügte Gauben belichten zu diesem Zweck den Dachbereich.</p>\n<p class=\"lf-p\">Haus des Schmelzmeisters Das zweite überlieferte Bauwerk ist das Haus des Schmelzmeisters mit anschließendem Wirtschaftsgebäude, das auch als „Haus des Halbpächters“ oder „Haus des Zustellers“ bezeichnet wird (AUT, SEL, GAT, TIH).94 Es befindet sich direkt angrenzend an die mit Obstbäumen bepflanzten westlichen Gartenparterres, von denen der Zugang ebenso wie über die Straßenzufahrt möglich ist.</p>\n<p class=\"lf-p\">Das kleinere Wohnhaus auf rechteckigem Grundriss mit dem anschließenden Eisenverarbeitungsgebäude scheint bereits seit der Zeit um 1761 in der heutigen Form zu bestehen, wie auf einem zeitgenössischen Gemälde zu erkennen ist.95 Vom Weg, der vom CR 112 zur Eisch führt, liegt das Bauwerk auf der linken Seite und ist von einer Bruchsteinmauer aus Sandstein umgeben, die den angrenzenden Obstgarten einfasst. Hier dominiert ein großes rechteckiges Tor die Giebelfassade, die an der Nordwestecke eine für den Renaissancestil typische Eckquaderung zeigt (AUT, CHA). An der Südwestseite ist das Bauvolumen durch einen einhüftigen, eingeschossigen Anbau mit Pultdach ergänzt, sodass sich die südliche Dachfläche deutlich weiter nach unten zieht. Dieser Anbau zeigt an der Südseite zwei schlichte schmale Türen, die jeweils von passenden Fenstern flankiert werden und auf eine Werkstattnutzung hindeuten (AUT, TIH). Auch hier fasst eine Mauer das Grundstück vor dem Gebäude ein (CHA). Zum Wohnhaus gelangt man über einen Weg, der am Atelierbereich vorbeiführt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Es bildet mit dem Wirtschaftsteil die Form eines Quereinhauses und ist mit Blick von der Straße hinter dem Pultdachanbau verborgen. Ein Versprung in der Traufe zeigt an, wo genau das Wohnhaus begann (ENT). Es ist dreiachsig angelegt, wobei sich die Eingangstür in der linken Achse befindet und die rechte Achse deutlich abgerückt ist. Da die Fensteröffnungen der rechten Achse zudem größer sind, deutet dies auf eine spätere Erweiterung hin (AUT, ENT). Aufgrund andauernder Restaurierungsarbeiten sind die Fenster- und Türöffnungen mit Brettern verschlossen. Ein rezent erneuertes Schiefersatteldach mit Eindeckung in englischem Format schließt das Gebäude ab, das seit 1977 nicht mehr bewohnt ist.96 An den Wohnhausgiebel stößt die Mauer an, die den Schlossgarten umgibt. Der Garten ist durch eine Tür mit schlichtem Sandsteingewände zugänglich (AUT, CHA). Der zum Schlossgarten weisende 94 Dollar, Jacques, La Simmerschmeltz et les forges d’Ansembourg. 1624-1856, o. O., 2000, S. 69.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ghellinck Vaernewyck, Xavier de, ,Une famille de maîtres de forges au duché de Luxembourg. Les comtes d’Ansembourg et leurs châteaux‘, in: Le Parchemin, Heft 225, Löwen, Mai-Juni 1983, S. 195-256, hier S. 228, Abb. unten.</p>\n<p class=\"lf-p\">96 Dollar, Jacques, La Simmerschmeltz et les forges d’Ansembourg. 1624-1856, o. O., 2000, S. 69.</p>\n<p class=\"lf-p\">95 41 Wohnhausgiebel ist mit drei Öffnungen auf drei Geschossen unsymmetrisch durchfenstert. Während das größere Erdgeschossfenster offensichtlich das jüngste Element in dieser Fassade darstellt, ist auf Höhe des ersten Obergeschosses ein kleines ovales barockes Fenstergewände mit eisernem Gitterkreuz erhalten, das oben und unten von einem Zierband mit Voluten gerahmt wird (AUT, SEL, CHA). Bei diesem könnte es sich aufgrund der hochwertigen Arbeit auch um ein wiederverwendetes Element aus dem Schlossbereich handeln; möglich, ist auch der Wunsch einer angemessen dekorierten Fassade zum angrenzenden Garten. Im Giebelspitz ist ein weiteres Fenster mit kleinem rechteckigem Sandsteingewände zu sehen. Die zum Obstgarten orientierte Rückseite des Wohnhauses weist vier Achsen in den beiden Geschossen auf, von denen die beiden linken näher aneinander positioniert sind (AUT, ENT). Das Dach ist wie auch an der Vorderseite mit zwei erneuerten Gauben versehen und durch eine profilierte Sandsteintraufe begrenzt (AUT, CHA). Im Bereich des Wirtschaftsflügels steht die Holztraufe leicht über die Fassade vor. Hier sind an der Nordseite drei große, rundbogig abschließende Fenster im Obergeschoss vorhanden, die früher die Produktionsstätte im Inneren des Gebäudes belichteten und an die Fenster der Kohlenhalle erinnern (AUT, SEL). Ein zugemauertes großes Tor sowie weitere Störungen im Mauerwerk weisen auf Veränderungen in der Bausubstanz hin, die vermutlich durch eine Nutzungsänderung bedingt waren (ENT). In unmittelbarer Nähe zur verzahnten Eckquaderung, welche die westliche Giebelecke ziert, ist neben dem Fenstergewände eine kleine giebelförmige Nische erhalten (AUT). Hier befand sich einst eine kleine Statue der Gottesmutter, die über die Schmiede- und Schmelzmitarbeiter wachen sollte.97 Brücke Der frühere Zufahrtsweg zu den Schmelzanlagen mündet in einer Brücke, die über die Eisch führt (GAT). Diese Brücke gehört zu den ältesten Elementen, die von den früheren Eisenverhüttungsanlagen noch vorhanden sind (SEL, SOH). Sie ist auf beiden Seiten auf das Jahr 1696 datiert. Schon auf einer Darstellung von Schloss und Schmelzanalage aus der Zeit um 1761 ist die kleine Brücke, die mit einem massiven Bogen aus Sandsteinmauerwerk über den zu dieser Zeit bereits teilkanalisierten Lauf der Eisch führt, zu erkennen.98 Die Brücke war nach der Stilllegung der Anlagen in einem schlechten Zustand und zeitweise nicht mehr passierbar.99 Sie wurde 2006 umfassend renoviert und zu einer Seite hin neu aufgebaut.100 Eine Edelstahlplakette an der steinsichtigen Innenseite der Brücke gibt das</p>\n<p class=\"lf-p\">Renovierungsdatum preis. Die massive Steinbrücke zeigt nur noch im Bereich des Brückenbogens ihr unregelmäßiges Sandsteinmauerwerk, beide Seiten wurden bei der Renovierung verputzt (CHA). Die historische Abdeckung der Brückenmauern mit den bauzeitlichen Sandsteinplatten wurde wiederhergestellt (AUT). In den Platten der Brüstungsmauern deuten neue und alte Maueranker auf die Stabilisierung der Brücke hin. Die datierten Sandsteintafeln auf beiden Seiten der Brücke werden jeweils von einem zeittypisch profilierten Dreiecksgiebelmotiv bekrönt (AUT, CHA). Im Gegensatz zu den äußeren Mauerseiten sind die Steine an der Brückeninnenseite unverputzt und mit einigen Prellsteinen versehen, die zum Schutz der Brücke angebracht worden sind.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die für das Großherzogtum Luxemburg gegebene Einmaligkeit der Schlossanlage von Ansembourg mit dem zugehörigen Barockgarten begründet die Eintragung als nationales Denkmal seit dem 18. März 1988.101 Doch auch den europäischen Vergleich braucht das Anwesen nicht zu scheuen: Mit dem 97 Mündliche Auskunft von Marc Schoellen, am 14. Juli 2022.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ghellinck Vaernewyck, Xavier de, ,Une famille de maîtres de forges au duché de Luxembourg. Les comtes d’Ansembourg et leurs châteaux‘, in: Le Parchemin, Heft 225, Löwen, Mai-Juni 1983, S. 195-256, hier S. 228, Abb. unten.</p>\n<p class=\"lf-p\">99 Dollar, Jacques, La Simmerschmeltz et les forges d’Ansembourg. 1624-1856, o. O., 2000, S. 69.</p>\n<p class=\"lf-p\">100 Service des sites et monuments nationaux, Ansembourg Pont 1696, Institut national pour le patrimoine architectural, subside à la restauration, 2003-2006.</p>\n<p class=\"lf-p\">101 Service des sites et monuments nationaux, Ansembourg. Rue de la Vallée (nouveau château), Institut national pour le patrimoine architectural, Protection juridique, classement comme monument national, 1988.</p>\n<p class=\"lf-p\">98 42 hohen Grad an authentisch erhaltener Bausubstanz, dem Seltenheitswert, mit der eine Schlossanlage der Renaissancezeit und ein Barockgarten dieser Ausprägung überliefert sind, der architektur- und kunstgeschichtlichen Relevanz und der ablesbaren Entwicklungsgeschichte zählt das Schloss Ansembourg mit seinem Garten zu den bedeutendsten baulichen Zeugnissen dieser Epochen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Als überlieferte Bestandteile der ehemals großen Eisenverhüttungsanlagen von Ansembourg haben die hier erhaltenen Gebäude einen hohen historischen Zeugniswert, der von der für die Landesgeschichte wichtigen Epoche der frühen Eisenverarbeitung zeugt. Darüber hinaus sind sie auch mit ihrer in der landwirtschaftlichen Tradition verhafteten Formensprache Zeugnisse einer Zeit, in der die zukünftig technische Bauten prägende Architektur noch nicht entwickelt war. Sowohl die ehemalige Kohlenhalle mit ihren Anbauten als auch das Haus des Schmelzmeisters erfüllen darüber hinaus mehrere Kriterien zur Einordnung als bauliches Erbe, darunter jenes der Authentizität. Dies begründete den Eintrag als nationale Denkmale seit dem 1. Juli 1988.102 Aufgrund ihres außergewöhnlichen Alterswertes wurde die Brücke von Ansembourg am 22. Juni 2000 als nationales Denkmal deklariert.103 Trotz umfassender Renovierungsarbeiten sind die authentischen Seitenwangen erhalten, zudem kommt dem Bauwerk ein hoher Seltenheitswert zu. Für die Ortsgeschichte stellt die Brücke einen wichtigen Bestandteil dar, der die Ausweitung der Aktivitäten der Eisenverhüttungsanlage auf die andere Flussseite ermöglichte.</p>\n<p class=\"lf-p\">Mit dem Inkrafttreten des Kulturschutzgesetzes vom 25. Februar 2022 änderte sich die bis dahin gültige Statusbezeichnung eines national geschützten Kulturguts. Seither gelten alle unter nationalem Schutz stehenden Gebäude, Stätten und Objekte als Patrimoine culturel national. Vor Inkrafttreten dieses Gesetzes waren geschützte Baukulturgüter entweder als Monument national geführt oder in das Inventaire supplémentaire eingetragen. Die Definition als Patrimoine culturel national erfolgt indes auch bei bereits unter Denkmalschutz stehenden Kulturgütern nicht automatisch. Generell gilt, dass ein für die gesamte Gemeinde erstelltes wissenschaftliches Inventar und die damit verbundene Analyse der historischen Bausubstanz Aufschluss darüber geben können, ob ein Gebäude, ein Objekt oder eine Stätte für die weitere Zukunft zu erhalten ist. Nach Abschluss der Inventarisierungsarbeiten in der Gemeinde Helperknapp kann bestätigt werden, dass der hier beschriebene Site mixte, der sich aus der Schlossanlage mit Garten, den Überresten der Eisenhütte und der Brücke zusammensetzt, die notwendigen Kriterien erfüllt, um als Patrimoine culturel national zu gelten und entsprechenden Schutz zu genießen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erfüllte Kriterien: (AUT) Authentizität, (AKI) Architektur-, Kunst- oder Ingenieursgeschichte, (SEL) Seltenheitswert, (GAT) Gattung, (CHA) Charakteristisch für die Entstehungszeit, (TIH) Technik-, Industrie-, Handwerks- und Wissenschaftsgeschichte, (AIW) Architekten-, Künstler- oder Ingenieurswerk (SOH) Siedlungs-, Orts- und Heimatgeschichte, (ENT) Entwicklungsgeschichte 102 Service des sites et monuments nationaux, Ansembourg. Rue de la Vallée (forge), Institut national pour le patrimoine architectural, Protection juridique, classement comme monument national, 1988.</p>\n<p class=\"lf-p\">103 Service des sites et monuments nationaux, Ansembourg. Rue de la Vallée (pont), Institut national pour le patrimoine architectural, Protection juridique, classement comme monument national, 2000.</p>\n<p class=\"lf-p\">43 Ansembourg | 11 + o. N., rue de la Vallée | Ensemble Nordwestlich des neuen Schlosses im Eischtal, getrennt von diesem durch die Rue de la Vallée, befinden sich auf einer Anhöhe gelegen das ehemalige Benefizialhaus von Ansembourg, auch bekannt als Lateinschule, und die Kapelle Mont Marie (GAT, SOK, SOH). Erst nach der Errichtung der ersten Kapelle 1678 durch Marie-Anne Bidart de Thomassin wurde auch ein Gebäude erbaut, in dem die Kinder der Ortschaft Ansembourg Unterricht erhielten.1 Bereits ab 1688 existierte die sogenannte Lateinschule zunächst auf dem Gelände der Schmelzanlagen, in der zeitweise bis zu 80 Kinder aus dem gesamten Eischtal unterrichtet wurden.2 1731 wurde die Schule in das hier beschriebene Anwesen auf dem Gelände des Kapellenbuesch verlegt, das zugleich als Benefizialhaus diente und von Lambert Joseph de Marchand d’Ansembourg, Großneffe von Marie-Anne Bidart de Thomassin, errichtet wurde.3 Als Lehrer fungierte der jeweilige Kaplan der Muttergotteskapelle, was die Einheit von Schule und Kaplanhaus in einem Gebäude erklärt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Kaplanhaus Eine von Marie-Anne Bidart de Thomassin im Jahr 1688 gegründete Stiftung sorgte fast 200 Jahre lang für das Fortbestehen der Lehranstalt (SOH).4 Anfangs wurden nur zwölf Schüler aufgenommen, die allesamt aus dem Gebiet der Ansembourger Herrschaft stammten; nur wenn noch Plätze frei waren wurden Kinder aus Nachbarorten zugelassen.5 Das Ende der Lateinschule war 1844 besiegelt, da der damalige Kaplan sich weigerte, die vom Staat geforderte Prüfung für Lehrkräfte abzulegen.6 Die öffentliche Bibliothek, die Graf Lambert Joseph gegründet und die sich ebenfalls im Schulgebäude befunden hatte, wurde 1847 aufgelöst; die Bestände befinden sich heute in den Archives nationales 1 Vgl. Dollar, Jacques, La Simmerschmeltz et les forges d’Ansembourg. 1624-1856, o. O., 2000, S. 23; Nilles, Nicolaus, Maria, die mächtige Patronin zur Eiche oder die gräfliche Kirche und Schule auf dem hl. Berge Maria’s bei Ansemburg, Luxemburg, 1857, S. 25 und 41f.; Schwindt, J. (Jean), Geschichte der Dynasten von Simmern und Ansemburg, (= Sonderdruck aus: Publications de la Section historique de l'Institut grand-ducal de Luxembourg, Band 64), Luxemburg, 1930, S. 100; Staud, Richard Maria; Reuter, Joseph ,Die kirchlichen Kunstdenkmäler der Diözese Luxemburg‘, in: Ons Hémecht, Jahrgang 41, Heft 1, Luxemburg, März 1935, S. 117, hier S. 12.</p>\n<p class=\"lf-p\">2 Vgl. Kayser, Joseph, ‚Die Schulen der Pfarrei und Gemeinde Tüntingen‘, in: Organisationskomitee, Einweihung der Schule und des Gemeindehauses von Tüntingen, Mersch, o. J., S. 111-134, hier S. 115; Haan, Jean, ‚Alte Ansemburg und neues Talschloß‘, in: Letzeburger Sonndesblad, Jahrgang 119, Heft 48, Luxemburg, 30.</p>\n<p class=\"lf-p\">November 1986, S. 8-9, hier S. 8; mündliche Auskunft von Marc Schoellen, am 14. Juli 2022.</p>\n<p class=\"lf-p\">3 Vgl. mündliche Auskunft von Marc Schoellen, am 14. Juli 2022; Schwindt, J. (Jean), Geschichte der Dynasten von Simmern und Ansemburg, (= Sonderdruck aus: Publications de la Section historique de l'Institut grandducal de Luxembourg, Band 64), Luxemburg, 1930, S. 103 und 124; Nilles, Nicolaus, Maria, die mächtige Patronin zur Eiche oder die gräfliche Kirche und Schule auf dem hl. Berge Maria’s bei Ansemburg, Luxemburg, 1857, S. 75.</p>\n<p class=\"lf-p\">4 Bidart de Thomassin, Marie Anne, Fondation de la chapelle du Mont Marie à Ansembourg, [Urkunde], ANLux, Nr. A-L-2190: Fondation de la chapelle du Mont-Marie par Marie-Anne Bidart, Ansembourg, 27.10.1688.</p>\n<p class=\"lf-p\">5 Vgl. Schwindt, J. (Jean), Geschichte der Dynasten von Simmern und Ansemburg, (= Sonderdruck aus:</p>\n<p class=\"lf-p\">Publications de la Section historique de l'Institut grand-ducal de Luxembourg, Band 64), Luxemburg, 1930, S.</p>\n<p class=\"lf-p\">102; Haan, Jean, ‚Alte Ansemburg und neues Talschloß‘, in: Letzeburger Sonndesblad, Jahrgang 119, Heft 48, Luxemburg, 30. November 1986, S. 8-9, hier S. 8: Ein bekannter Schüler dieser Schule war Nepomuk Krantz aus Roodt an der Eisch, der Hausarzt der Kaiserin Maria-Theresia wurde.</p>\n<p class=\"lf-p\">6 Vgl. Schwindt, J. (Jean), Geschichte der Dynasten von Simmern und Ansemburg, (= Sonderdruck aus:</p>\n<p class=\"lf-p\">Publications de la Section historique de l'Institut grand-ducal de Luxembourg, Band 64), Luxemburg, 1930, S.</p>\n<p class=\"lf-p\">104; Nilles, Nicolaus, Maria, die mächtige Patronin zur Eiche oder die gräfliche Kirche und Schule auf dem hl.</p>\n<p class=\"lf-p\">Berge Maria’s bei Ansemburg, Luxemburg, 1857, S. 123 und 161ff.</p>\n<p class=\"lf-p\">44 de Luxembourg.7 Anschließend diente das Bauwerk als Wohnhaus und wurde nach Leerstandsphasen ab dem Jahr 2000 umfassend renoviert.8 Das Anwesen ist über eine langgestreckte Zufahrt von der Rue de la Vallée aus zu erreichen. Die der Zufahrt zugewandte Ostfassade zeigt keine Öffnungen; große Maueranker geben das Baudatum ‚1731‘ an (AUT, ENT). Das kompakte, zweigeschossige Bauwerk weist zur Tal- wie zur Hangseite eine dreiachsige Fassade auf. Die dem Tal zugewandte Südfassade stellt hierbei die Schauseite dar – zwar ist diese Gebäudedisposition wenig funktional, wurde aber wohl aus repräsentativen Zwecken gewählt, da die Hauptfassade so dem Schloss im Eischtal zugewandt ist.9 Die Fenster in allen Achsen sind als Zwillingsfenster ausgeführt, mit relativ schmalen, umlaufend gefasten Gewänden, die für den retardierenden Renaissancestil, in dem das Gebäude errichtet wurde, stilistisch typisch sind (AUT, SEL, CHA). In der mittleren Achse im Erdgeschoss befindet sich das profilierte Türgewände mit Oberlicht.</p>\n<p class=\"lf-p\">Der Türsturz ist stark profiliert und zeigt mit seiner gesprengten Form Anklänge an den Barock, auch das Oberlicht mit seinem glatten Sturz und der profilierten Verdachung passt stilistisch zum Baudatum von 1731 (AUT, CHA). Eine große Anzahl von schlichten Mauerankern gliedert die Fassade oberhalb eines jeden Geschosses. Das schiefergedeckte Walmdach wurde durch den Einbau großer Dreiecksgiebelgauben nach 2011 in seiner ursprünglichen Form unterbrochen.10 Zwei verputzte Kamine ragen aus den kleineren, seitlichen Walmflächen.</p>\n<p class=\"lf-p\">An der nach Westen weisenden Seitenfassade ist an der Nordwestecke im Obergeschoss ein kleines, schmales Fenster mit schlichtem Gewände zu erkennen, das von der Größe her einem halben Zwillingsfenster entspricht (AUT, CHA). Die dem Hang zugewandte Nordfassade ist wie die Südfassade in drei Achsen gegliedert. Auch hier dominieren Zwillingsfenster die Gestaltung, jedoch sind die Fenster im Erd- und im Obergeschoss der mittleren Achse wiederum nur als Einzelfenster ausgeführt (AUT, CHA). In der rechten Fassadenachse wurde ein Fensterteil im 20. Jahrhundert zur Tür erweitert, sodass die ehemalige Küche des Gebäudes von außen zugänglich wurde.11 Im Gebäudeinneren ist die barocke Raumeinteilung teilweise erhalten; hier wurden um 2011 Sanierungsarbeiten durchgeführt (AUT).12 Das als Wohnhaus genutzte Gebäude ist unterkellert, eine Treppe aus Sandstein führt zu den tonnengewölbten Kellerräumen (AUT, CHA). Im Erdgeschoss sind eine barocke Gewölbeküche, gefaste Türumrahmungen aus Sandstein sowie umlaufende, profilierte Stuckleisten und eine Wandnische mit Takenplatte, jedoch ohne die Holzflügel eines Takenschranks erhalten (AUT, CHA). Eine Holztreppe, bei der – trotz einiger Auswechslungen – noch authentisch erhaltene Elemente aus der Bauzeit im frühen 18. Jahrhundert zu erkennen sind, führt bis ins Dachgeschoss, wo Teile der ehemaligen Dachkonstruktion mit Abbundzeichen auszumachen sind (AUT).</p>\n<p class=\"lf-p\">7 Vgl. Ghellinck Vaernewyck, Xavier de, ‚Les deux châteaux d’Ansembourg au Grand-Duché‘, in: Maisons d’hier et d’aujourd’hui, Heft 1, Brüssel, 1983, S. 40-61, hier S. 57; Schwindt, J. (Jean), Geschichte der Dynasten von Simmern und Ansemburg, (= Sonderdruck aus: Publications de la Section historique de l’Institut grand-ducal de Luxembourg, Band 64), Luxemburg, 1930, S. 124; mündliche Auskunft von Marc Schoellen, am 14. Juli 2022.</p>\n<p class=\"lf-p\">8 Lutgen, Thomas, sogenannte Lateinschule von Schloss Ansemburg, [Unveröffentlichter Bericht], Institut national pour le patrimoine architectural, Trier, 2002, S. 3.</p>\n<p class=\"lf-p\">9 Lutgen, Thomas, sogenannte Lateinschule von Schloss Ansemburg, [Unveröffentlichter Bericht], Institut national pour le patrimoine architectural, Trier, 2002, S. 4.</p>\n<p class=\"lf-p\">10 MDK architects, Transformation du Presbytère en maison d’habitation. Niveau 2, [Plan], Gemeindearchiv Helperknapp, Ansembourg, 06.04.2011.</p>\n<p class=\"lf-p\">11 Lutgen, Thomas, sogenannte Lateinschule von Schloss Ansemburg, [Unveröffentlichter Bericht], Institut national pour le patrimoine architectural, Trier, 2002, S. 17.</p>\n<p class=\"lf-p\">12 Vgl. Lutgen, Thomas, sogenannte Lateinschule von Schloss Ansemburg, [Unveröffentlichter Bericht], Institut national pour le patrimoine architectural, Trier, 2002, S. 3; MDK architects, Transformation du Presbytère en maison d’habitation. Niveau 2, [Plan], Gemeindearchiv Helperknapp, Ansembourg, 06.04.2011.</p>\n<p class=\"lf-p\">45 Eine aus sandsteinernem Bruchstein erbaute Stützmauer, in die ein Obstkeller integriert wurde, führt vom ehemaligen Pfarrhaus in Richtung Hang und sichert so den sich hinter dem Gebäude befindenden Wirtschaftshof.13 Über die ehemalige Nutzung eines kleinen, steinsichtigen Gebäudes mit gefasten, sandsteinumrahmten Öffnungen, das ganz im Westen an diese Stützmauer angebaut ist, sind derzeit keine Informationen zugänglich.14 Auch die nach Süden gelegenen Gärten und Wiesen sind aufgrund der Topografie terrassiert und von Stützmauern umgeben, die schon auf der Ferraris-Karte aus dem Jahr 1778 verzeichnet sind (AUT).15 Kapelle Die ehemalige Wallfahrtskapelle befindet sich seit ihrer Erbauung in Privatbesitz und ist heute nicht mehr frei zugänglich. Sie kann lediglich über das zum ehemaligen Benefizialhaus gehörende Grundstück 11, rue de la Vallée erreicht werden. Von dort aus führt eine monumentale Steintreppe mit 70 Stufen zu der südlichen Hauptfassade aus beigem Sandstein hinauf (AUT, SEL, CHA).16 Die massiven Treppenwangen aus Stein münden oberhalb in abschließenden Pfeilern, auf denen die Bekrönungen heute fehlen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Ansembourger „Chapelle de Notre-Dame dit le Mont Marie“ wurde im Auftrag von Marie-Anne Bidart, Tochter des Besitzers der Ansembourger Schmelz, Thomas Bidart, erbaut (SOH).17 Sie hatte im Jahr 1668 François de Thomassin geheiratet, der nach dem Tod des Schwiegervaters die Liegenschaften von Ansembourg verwalten sollte.18 Die Gemarkung auf der bewaldeten Anhöhe östlich des Dorfes, auf der die ehemals katholisch geweihte Kapelle steht, wird vermutlich seit der Erbauung Kapellenbuesch genannt.19 Anlass für den Bau war unter anderem der hier bereits seit dem Ende des 16. Jahrhunderts bestehende Kult um eine Muttergottesfigur (SOK). Der Familiensage nach wurde sie vom Herrn de Raville, dem Voreigentümer der Besitzungen, bei einer Eiche auf dem Ansembourger Marienberg gefunden und in die Kirche nach Tuntange gebracht – nur um unerklärlicherweise wenige Zeit später wieder im Wald aufzutauchen.20 Dies führte wohl zur 13 Vgl. mündliche Auskunft von Marc Schoellen, am 14. Juli 2022; Ministre de la Culture, Projet de réaffection en maison unifamiliale de l’ancienne école avec habitation du vicaire, classée monument national, [Brief], Gemeindearchiv Helperknapp, Luxemburg, 04.08.2010.</p>\n<p class=\"lf-p\">14 Mündliche Auskunft vor Ort, am 15. November 2018.</p>\n<p class=\"lf-p\">15 Ferraris, Joseph de, Le grand Atlas de Ferraris. Le premier Atlas de la Belgique. 1777. Carte de Cabinet des Pays-Bas autrichiens et de la Principauté de Liège, KBR Bibliothèque Royale de Belgique, Brüssel, 3. Aufl., 2009, Sept Fontaines 223B.</p>\n<p class=\"lf-p\">16 Langini, Alex, ‚Kirchen im Kanton Mersch‘, in: nos cahiers. Lëtzebuerger Zäitschrëft fir Kultur. Numéro spécial „Kanton Miersch“, Jahrgang 34, Heft 3/4, Luxemburg, 2013, S. 365-396, hier S. 393.</p>\n<p class=\"lf-p\">17 Vgl. Langini, Alex, ,Ansembourg. „La Chapelle de Notre-Dame dit le Mont de Marie“‘, in: Hémecht, Jahrgang 58, Heft 3, Luxemburg, 2006, S. 417-428, hier S. 417; Milmeister, Jean, ,Zur Geschichte der Pfarrei Tüntingen‘, in: Heimat + Mission, Jahrgang 59, Heft 9, Luxemburg, September 1985, S. 164-170, hier S. 165; Dollar, Jacques, La Simmerschmeltz et les forges d’Ansembourg. 1624-1856, o. O., 2000, S. 23.</p>\n<p class=\"lf-p\">18 Vgl. Schwindt, J. (Jean), Geschichte der Dynasten von Simmern und Ansemburg, (= Sonderdruck aus:</p>\n<p class=\"lf-p\">Publications de la Section historique de l'Institut grand-ducal de Luxembourg, Band 64), Luxemburg, 1930, S.</p>\n<p class=\"lf-p\">94; Ghellinck Vaernewyck, Xavier de, ,Une famille de maîtres de forges au duché de Luxembourg. Les comtes d’Ansembourg et leurs châteaux‘, in: Le Parchemin, Heft 225, Löwen, Mai-Juni 1983, S. 195-256, hier S. 203.</p>\n<p class=\"lf-p\">19 Administration du cadastre et de la topographie du Grand-Duché de Luxembourg, Urkataster. Tuntange (Helperknapp) C3, ANLux, 1825 (nicht überarbeitete Originalversion): Auf dem 1825 fertiggestellten Urkataster als „Capellenbüsch“ bezeichnet.</p>\n<p class=\"lf-p\">20 Vgl. Nilles, Nicolaus, Maria, die mächtige Patronin zur Eiche oder die gräfliche Kirche und Schule auf dem hl.</p>\n<p class=\"lf-p\">Berge Maria’s bei Ansemburg, Luxemburg, 1857, S. 2ff.; Dollar, Jacques, La Simmerschmeltz et les forges d’Ansembourg. 1624-1856, o. O., 2000, S. 22; Schwindt, J. (Jean), Geschichte der Dynasten von Simmern und Ansemburg, (= Sonderdruck aus: Publications de la Section historique de l'Institut grand-ducal de Luxembourg, Band 64), Luxemburg, 1930, S. 97.</p>\n<p class=\"lf-p\">46 Errichtung einer kleinen Pilgerstätte für die „mächtige Patronin zur Eiche“ (SOH).21 Eine erste, mit einem Metallgitter verschlossene Kapelle aus Stein, die im heutigen Bau integriert sein soll, wurde um 1678 an diesem Wallfahrtsort erbaut (SOH, SOK).22 Eine erste Erweiterung in Form eines Kirchenschiffes wurde bereits 1687 realisiert, da das Heiligtum dem öffentlichen Ansturm nicht mehr gerecht wurde.23 Nach dem Tod der Stifterin im Jahr 1711 wurden an der Kapelle mehrere Vergrößerungs- und Umbauarbeiten vorgenommen (ENT).24 1761 ließ der zum Reichsgrafen erhobene Lambert Joseph de Marchant d’Ansembourg eine Empore, Türme und die südliche Schauseite mit ihrer barocken Formensprache hinzufügen (AUT, CHA, ENT).25 Ein Gemälde aus dem Jahr 1767, auf dem ein ehemaliger Anbau an die Kapelle dargestellt ist, beschreibt Langini in einem Aufsatz von 2006.26 Auf der 1778 fertiggestellten Ferraris-Karte ist die Kapelle Mont Marie bereits in ihrer heutigen Form verzeichnet.27 Die südlich ausgerichtete Hauptansicht des sandsteinsichtigen Kultbaus besticht durch die zentrale, hervortretende Giebelfassade des Langhauses, die durch die seitlichen, etwas zurückversetzten Glockentürme gerahmt wird (GAT). Diese in barocker Formensprache ausgeführte Fassade, die vom Ansembourger Schloss und dem Eischtal aus weiträumig sichtbar ist, bildet einen der gestalterischen Höhepunkte des Ensembles (AUT, CHA, ENT). Die rundbogige, doppelflügelige Nageltür, die authentisch überliefert ist, wird von einem Steinquader imitierenden Gewände mit äußeren dorischen Pilastern eingefasst, die oberhalb der rundbogigen Öffnung in einer gemeinsamen, stark profilierten Verdachung enden (AUT, CHA, ENT). Letztere wird von einem auf das Jahr 1761 datierten Schlussstein durchbrochen über dem sich die Inschrift ‚REFUGIUM PECCATORUM / ORA PRO NOBIS‘ an die Patronin der Kapelle wendet.28 Den gestalterischen Abschluss des barocken Portals bildet das gekrönte Hochzeitswappen – heraldisch rechts das des Reichsgrafen Lambert Joseph de Marchant d’Ansembourg und links das der Adelsfamilie Velbrück – das von zwei Löwen gehalten wird (AUT, CHA, 21 Vgl. Langini, Alex, ,Ansembourg. „La Chapelle de Notre-Dame dit le Mont de Marie“‘, in: Hémecht, Jahrgang 58, Heft 3, Luxemburg, 2006, S. 417-428, hier S. 418; Langini, Alex, ‚Kirchen im Kanton Mersch‘, in: nos cahiers.</p>\n<p class=\"lf-p\">Lëtzebuerger Zäitschrëft fir Kultur. Numéro spécial „Kanton Miersch“, Jahrgang 34, Heft 3/4, Luxemburg, 2013, S. 365-396, hier S. 392.</p>\n<p class=\"lf-p\">22 Vgl. Schwindt, J. (Jean), Geschichte der Dynasten von Simmern und Ansemburg, (= Sonderdruck aus:</p>\n<p class=\"lf-p\">Publications de la Section historique de l'Institut grand-ducal de Luxembourg, Band 64), Luxemburg, 1930, S.</p>\n<p class=\"lf-p\">100; Staud, Richard Maria; Reuter, Joseph ,Die kirchlichen Kunstdenkmäler der Diözese Luxemburg‘, in: Ons Hémecht, Jahrgang 41, Heft 1, Luxemburg, März 1935, S. 1-17, hier S. 12; Nilles, Nicolaus, Maria, die mächtige Patronin zur Eiche oder die gräfliche Kirche und Schule auf dem hl. Berge Maria’s bei Ansemburg, Luxemburg, 1857, S. 24.</p>\n<p class=\"lf-p\">23 Vgl. Schwindt, J. (Jean), Geschichte der Dynasten von Simmern und Ansemburg, (= Sonderdruck aus:</p>\n<p class=\"lf-p\">Publications de la Section historique de l'Institut grand-ducal de Luxembourg, Band 64), Luxemburg, 1930, S.</p>\n<p class=\"lf-p\">100; Nilles, Nicolaus, Maria, die mächtige Patronin zur Eiche oder die gräfliche Kirche und Schule auf dem hl.</p>\n<p class=\"lf-p\">Berge Maria’s bei Ansemburg, Luxemburg, 1857, S. 26; Staud, Richard Maria; Reuter, Joseph ,Die kirchlichen Kunstdenkmäler der Diözese Luxemburg‘, in: Ons Hémecht, Jahrgang 41, Heft 1, Luxemburg, März 1935, S. 117, hier S. 13.</p>\n<p class=\"lf-p\">24 Langini, Alex, ,Ansembourg. „La Chapelle de Notre-Dame dit le Mont de Marie“‘, in: Hémecht, Jahrgang 58, Heft 3, Luxemburg, 2006, S. 417-428, hier S. 421f.</p>\n<p class=\"lf-p\">25 Vgl. Schwindt, J. (Jean), Geschichte der Dynasten von Simmern und Ansemburg, (= Sonderdruck aus:</p>\n<p class=\"lf-p\">Publications de la Section historique de l'Institut grand-ducal de Luxembourg, Band 64), Luxemburg, 1930, S.</p>\n<p class=\"lf-p\">124; Staud, Richard Maria; Reuter, Joseph ,Die kirchlichen Kunstdenkmäler der Diözese Luxemburg‘, in: Ons Hémecht, Jahrgang 41, Heft 1, Luxemburg, März 1935, S. 1-17, hier S. 13; Ghellinck Vaernewyck, Xavier de, ‚Les deux châteaux d’Ansembourg au Grand-Duché‘, in: Maisons d’hier et d’aujourd’hui, Heft 1, Brüssel, 1983, S.</p>\n<p class=\"lf-p\">40-61, hier S. 55.</p>\n<p class=\"lf-p\">26 Langini, Alex, ,Ansembourg. „La Chapelle de Notre-Dame dit le Mont de Marie“‘, in: Hémecht, Jahrgang 58, Heft 3, Luxemburg, 2006, S. 417-428, hier S. 418.</p>\n<p class=\"lf-p\">27 Ferraris, Joseph de, Le grand Atlas de Ferraris. Le premier Atlas de la Belgique. 1777. Carte de Cabinet des Pays-Bas autrichiens et de la Principauté de Liège, KBR Bibliothèque Royale de Belgique, Brüssel, 3. Aufl., 2009, Sept Fontaines 223B.</p>\n<p class=\"lf-p\">28 ‚Du Zuflucht der Sünder bete für uns‘.</p>\n<p class=\"lf-p\">47 SOH).29 Es handelt sich dabei um eine vereinfachte Ausführung des Wappens vom Hofportal des Neuen Ansembourger Schlosses – beide stehen in Sichtverbindung – und verweist auf die 1734 geschlossene Heirat zwischen Lambert Joseph de Marchant d’Ansembourg und Anna-KatharinaAdriana, Gräfin von Velbruck.30 Die seitlichen, identisch gestalteten Glockentürme werden jeweils von zwei Gurtbändern gegliedert – das untere umläuft das gesamte Gebäude – und von einem eingezogenen, spitz zulaufenden Dachhelm mit englischer Schieferdeckung abgeschlossen (AUT, CHA, ENT). Sie sind beide mit zwei liegenden Ochsenaugenfenstern in den unteren Turmgeschossen und mit darauffolgender rundbogiger Fensterluke ausgestattet. Alle Öffnungen werden von schlichten Sandsteinumrahmungen gefasst, wobei die Ochsenaugenfenster zusätzliche Fasungen aufzeigen (AUT, CHA). Der rechte Turm kann durch eine Tür an seiner Ostseite betreten werden, die über drei pyramidal zulaufende Sandsteinstufen zu erreichen ist (AUT). Auch das Eingangsportal wird von insgesamt fünf Ochsenaugenfenstern flankiert, die das Innere des Langhauses beleuchten; alle sind mit dekorativ bleiverglasten Fenstern und vorgesetzten Gittern versehen (AUT, CHA).</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Ost- und Westfassaden des schmalen Langhauses der einschiffigen Kapelle weisen zu beiden Seiten je zwei rundbogig abschließende Fenster mit Kämpfer- und Schlusssteinen auf, deren Fensterbänke durch das bereits erwähnte umlaufende Gesims miteinander verbunden sind (AUT, CHA). Die aus verschiedenen Bauphasen entspringenden Gebäudeteile werden durch solche gebäudeumlaufenden Elemente, zu denen auch die Sandsteintraufe mit Viertelstabprofil zu zählen ist, zu einer gestalterischen Einheit verbunden (AUT). Ein Chor mit einer außen halbrund gestalteten Apsis vollendet das Bauwerk an seiner Nordseite. Zu beiden Seiten sind hier im späten 17. oder frühen 18.</p>\n<p class=\"lf-p\">Jahrhundert am Übergang zum Chor rechteckige, weniger hohe Anbauten hinzugefügt worden, die vermutlich als Sakristei und Klause, eventuell als Loge für die adlige Familie dienten (ENT).31 In der Nähe des Chores befinden sich Überreste einer tonnengewölbt gemauerten Grotte, zeitweise auch „Bruderskeller“ genannt, die bis 1802 von Einsiedlern oder Klausnern genutzt wurde und in der keine religiösen Elemente überliefert sind.32 Das Innere des Saalbaus ist in seiner Formgebung schlicht gehalten, war jedoch zeitweise mit Wandmalereien versehen, die im Bereich des Deckengewölbes mehrere Wappen zeigten und vermutlich aus dem 19. Jahrhundert stammten (BTY).33 Am Eingang des von einem Tonnengewölbe überspannten Schiffes befindet sich unter einer Steinabdeckung eine Treppe, die zur 1860 erbauten Familiengruft hinunterführt.34 Die rundbogigen Buntglasfenster mit Bleifassung von 1882 stammen laut Signatur aus dem Atelier W. H. Jansen aus Trier (AUT, CHA).35 Sie zeigen schlichte geometrische Flächen, die von einem Rahmen mit vegetabilen und floralen Motiven umgeben sind. Ein Bogen mit 29 Vgl. Schwindt, J. (Jean), Geschichte der Dynasten von Simmern und Ansemburg, (= Sonderdruck aus:</p>\n<p class=\"lf-p\">Publications de la Section historique de l'Institut grand-ducal de Luxembourg, Band 64), Luxemburg, 1930, S.</p>\n<p class=\"lf-p\">151; Ghellinck Vaernewyck, Xavier de, ,Une famille de maîtres de forges au duché de Luxembourg. Les comtes d’Ansembourg et leurs châteaux‘, in: Le Parchemin, Heft 225, Löwen, Mai-Juni 1983, S. 195-256, hier S. 232.</p>\n<p class=\"lf-p\">30 Schwindt, J. (Jean), Geschichte der Dynasten von Simmern und Ansemburg, (= Sonderdruck aus: Publications de la Section historique de l'Institut grand-ducal de Luxembourg, Band 64), Luxemburg, 1930, S. 121.</p>\n<p class=\"lf-p\">31 Langini, Alex, ,Ansembourg. „La Chapelle de Notre-Dame dit le Mont de Marie“‘, in: Hémecht, Jahrgang 58, Heft 3, Luxemburg, 2006, S. 417-428, hier S. 419 und 421.</p>\n<p class=\"lf-p\">32 Vgl. Schwindt, J. (Jean), Geschichte der Dynasten von Simmern und Ansemburg, (= Sonderdruck aus:</p>\n<p class=\"lf-p\">Publications de la Section historique de l'Institut grand-ducal de Luxembourg, Band 64), Luxemburg, 1930, S.</p>\n<p class=\"lf-p\">124; Nilles, Nicolaus, Maria, die mächtige Patronin zur Eiche oder die gräfliche Kirche und Schule auf dem hl.</p>\n<p class=\"lf-p\">Berge Maria’s bei Ansemburg, Luxemburg, 1857, S. 75f.: Der letzte Einsiedler, dessen Arbeit wohl die eines Sakristans war, war Lambertus Momper aus Simmern. Er soll 1802 in Ansembourg verstorben sein.</p>\n<p class=\"lf-p\">33 Hansen, Edmond, Ansembourg. Intérieur de la chapelle au Mont Marie, [Postkarte], Bibliothèque nationale du Luxembourg, Nr. 006148, Mersch, o. J.: abgestempelt am 12.07.1910.</p>\n<p class=\"lf-p\">34 Langini, Alex, ,Ansembourg. „La Chapelle de Notre-Dame dit le Mont de Marie“‘, in: Hémecht, Jahrgang 58, Heft 3, Luxemburg, 2006, S. 417-428, hier S. 423.</p>\n<p class=\"lf-p\">35 Langini, Alex, ,Ansembourg. „La Chapelle de Notre-Dame dit le Mont de Marie“‘, in: Hémecht, Jahrgang 58, Heft 3, Luxemburg, 2006, S. 417-428, hier S. 423.</p>\n<p class=\"lf-p\">48 profilierten Kassettierungen bildet den Übergang zur Apsis mit Rippengewölbe, er stammt vermutlich aus der Zeit der Erweiterung um 1700 (AUT, CHA, ENT).36 An den Seitenwänden des Langhauses befinden sich einige steinerne und gusseiserne Grabplatten der Adelsfamilie de Marchant d’Ansembourg. Das künstlerisch auffälligste Grabmal ist zweifellos jenes der Bauherrin (AUT, AKI).</p>\n<p class=\"lf-p\">Nach ihrem Tod im Jahr 1711 wurde Marie-Anne de Thomassin-Bidart, wie sie es zuvor in ihrem Testament festgehalten hatte, auf der Evangelienseite im Chor der Kapelle beigesetzt.37 Die dunkle Marmorschrifttafel des Grabmals wird von weißen, kontrastierenden Figuren und Dekorelementen aus Alabasterstein umrahmt (AUT). Auf dem Sockel liegt eine teils von einem Tuch überdeckte Skelettfigur (AUT, SEL). Den Abschluss über der geschwungenen Schrifttafel mit eingezogenen Ecken bildet ein geschweiftes Wappenfeld. Hierin sind die Wappen der Familien Thomassin und Bidart in Alabaster zu sehen. Der Künstler des Grabmals, das vom Neffen und Erben Marie-Annes, Thomas Marchant II., in Auftrag gegeben wurde, ist nicht bekannt.38 Von der Gestaltung und den Materialien her lassen sich jedoch Ähnlichkeiten zu dem Monument in der Kirche von Tuntange feststellen.39 Wegen wiederholten Vorfällen von Diebstahl und Vandalismus wurde ein Großteil des Mobiliars aus der Kapelle entfernt.40 Hierzu zählen vermutlich auch die Nebenaltäre, die von Bathélémy Namur gefertigt worden waren.41 Erhalten sind heute die vom Bildhauer Nicolas Anseaux gefertigte barocke Kanzel (1740-1750) und das schmiedeeiserne Brüstungsgitter der Empore, das das gleiche Muster zeigt wie jenes, das am hofseitigen Balkon der Schlossfassade zu sehen ist (AUT, CHA).42 Im östlichen Turm führt eine sandsteinerne Spindeltreppe nach oben zur Empore (AUT, SEL). Im westlichen Turm sind zwei bronzene Glocken überliefert.</p>\n<p class=\"lf-p\">Das ehemalige Benefizialhaus mit Lateinschule gehört zu den wenigen erhaltenen Schulgebäuden des 18. Jahrhunderts. Seine für Luxemburg typischen Zwillingsfenster im retardierenden Renaissancestil tragen zum Seltenheitswert des Bauwerks bei. Der authentische Eindruck bestätigt sich im Inneren des Hauses. Nicht nur Struktur und Gestalt blieben in Teilen erhalten. Auch historische Ausstattungselemente – wie tonnengewölbte Kellerräume, eine barocke Wohnküche und umlaufender Stuck – sind überliefert. Der Kapellenbau Mont Marie mit dazugehörender monumentaler Treppe stellt einen zeittypischen Sakralbau dar, der im Geiste der Gegenreformation in der Mitte des 17. Jahrhunderts errichtet wurde. Die einstige Wallfahrtsstätte entwickelte sich über die Jahrhunderte von einem kleinen Kultort im Wald zu einer Landmarke der Ansembourger Adelsfamilie und diente als religiöser Rückzugsort für die Besitzerfamilie, aber auch für Menschen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten der Region. Die Kapelle zeichnet sich somit nicht nur durch ihren Erhaltungszustand und ihre überwiegend barocke Formensprache aus, sondern stellt auch einen bedeutenden Zeitzeugen der nationalen Sozial- und Kultusgeschichte dar. Aus den genannten 36 Lutgen, Thomas, Restauratorische Voruntersuchung, [Unveröffentlichter Bericht], Institut national pour le patrimoine architectural, Trier, 2001: Analysen bei den Bauforschungsarbeiten an der Kapelle haben ergeben, dass auch das Chorgewölbe ursprünglich mit Trockenmalereien verziert war.</p>\n<p class=\"lf-p\">37 Vgl. Schwindt, J. (Jean), Geschichte der Dynasten von Simmern und Ansemburg, (= Sonderdruck aus:</p>\n<p class=\"lf-p\">Publications de la Section historique de l'Institut grand-ducal de Luxembourg, Band 64), Luxemburg, 1930, S.</p>\n<p class=\"lf-p\">104f.; Nilles, Nicolaus, Maria, die mächtige Patronin zur Eiche oder die gräfliche Kirche und Schule auf dem hl.</p>\n<p class=\"lf-p\">Berge Maria’s bei Ansemburg, Luxemburg, 1857, S. 64.</p>\n<p class=\"lf-p\">38 Langini, Alex, ,Ansembourg. „La Chapelle de Notre-Dame dit le Mont de Marie“‘, in: Hémecht, Jahrgang 58, Heft 3, Luxemburg, 2006, S. 417-428, hier S. 421.</p>\n<p class=\"lf-p\">39 Siehe Text Tuntange. o. N., rue de Brouch, Kultbau und Grabmale | Sankt Peter und Paul | Ensemble.</p>\n<p class=\"lf-p\">40 Siehe Text Tuntange. o. N., rue de Brouch, Kultbau und Grabmale | Sankt Peter und Paul | Ensemble:</p>\n<p class=\"lf-p\">Gestohlen wurde u. a. ein Tafelgemälde der Mariä Vermählung, das ursprünglich über dem Triumphbogen hing.</p>\n<p class=\"lf-p\">41 Mündliche Auskunft von Marc Schoellen, am 14. Juli 2022.</p>\n<p class=\"lf-p\">42 Vgl. Staud, Richard Maria; Reuter, Joseph ,Die kirchlichen Kunstdenkmäler der Diözese Luxemburg‘, in: Ons Hémecht, Jahrgang 41, Heft 1, Luxemburg, März 1935, S. 1-17, hier S. 13; Langini, Alex, ,Ansembourg. „La Chapelle de Notre-Dame dit le Mont de Marie“‘, in: Hémecht, Jahrgang 58, Heft 3, Luxemburg, 2006, S. 417428, hier S. 423f.: Das Gitter stammt vermutlich aus der Schmiede von Ansembourg.</p>\n<p class=\"lf-p\">49 Gründen, aber auch wegen der weiteren erfüllten Kriterien und der Zugehörigkeit zum Ensemble der Burg- und Schlossanlage, wurde das Anwesen am 22. Juni 2000 als erhaltenswertes Kulturgut unter nationalem Schutz gestellt.43 Mit dem Inkrafttreten des Kulturschutzgesetzes vom 25. Februar 2022 änderte sich die bis dahin gültige Statusbezeichnung eines national geschützten Kulturguts. Seither gelten alle unter nationalem Schutz stehenden Gebäude, Stätten und Objekte als Patrimoine culturel national. Vor Inkrafttreten dieses Gesetzes waren geschützte Baukulturgüter entweder als Monument national geführt oder in das Inventaire supplémentaire eingetragen. Die Definition als Patrimoine culturel national erfolgt indes auch bei bereits unter Denkmalschutz stehenden Kulturgütern nicht automatisch. Generell gilt, dass ein für die gesamte Gemeinde erstelltes wissenschaftliches Inventar und die damit verbundene Analyse der historischen Bausubstanz Aufschluss darüber geben können, ob ein Gebäude, ein Objekt oder eine Stätte für die weitere Zukunft zu erhalten ist. Nach Abschluss der Inventarisierungsarbeiten in der Gemeinde Helperknapp kann bestätigt werden, dass die hier beschriebenen Gebäude die notwendigen Kriterien erfüllt, um als Patrimoine culturel national zu gelten und entsprechenden Schutz zu genießen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erfüllte Kriterien: (AUT) Authentizität, (AKI) Architektur-, Kunst- oder Ingenieursgeschichte, (SEL) Seltenheitswert, (GAT) Gattung, (CHA) Charakteristisch für die Entstehungszeit, (SOK) Sozial- oder Kultusgeschichte, (SOH) Siedlungs-, Orts- oder Heimatgeschichte, (BTY) Bautypus, (ENT) Entwicklungsgeschichte 43 Service des sites et monuments nationaux, Ansembourg. 11, rue de la Vallée, Institut national pour le patrimoine architectural, Protection juridique, classement comme monument national, 2000.</p>\n<p class=\"lf-p\">50 Ansembourg | o. N., rue de la Vallée Der kleine Kultbau steht in unmittelbarer Nähe zur Rue de la Vallée am Rand der Ortschaft Ansembourg (GAT, SOK). Die ungewöhnliche Nähe zur Hauptstraße des Dorfes ist wohl auf die seit Jahrhunderten unverändert gebliebene Straßenstruktur zurückzuführen (AUT, SOH).1 Hinter dem Saalbau fließt die Holertsbaach, die einige Meter südlich in die Eisch mündet (BTY). Östlich der Kapelle erhebt sich der Schlossberg, auf dem die mittelalterliche Burganlage von Ansembourg thront. Östlich befindet sich die bewaldete Anhöhe Kapellenbüsch, auf der die gräfliche Wallfahrtskapelle Mont Marie steht.2 Der knapp sieben Meter lange eingeschossige Saalbau mit rechteckigem Grundriss und Krüppelwalmdach wurde 1671 hier errichtet (AUT).3 Im 18. Jahrhundert bestand zunächst ein Josefspatrozinium, ehe die Kapelle 1954 der Heiligen Maria geweiht wurde.4 Zur selben Zeit ließen die Erben Bidart, die späteren Herren von Ansembourg, ein Eisenhüttenwerk unweit des neuen Schlosses von Ansembourg erbauen.5 Fortan bestimmte die Roheisenerzeugung das Tagewerk der Bürger des ehemaligen Köhlerdorfes. So ist es kaum verwunderlich, dass der heutige ‚Holerterweg‘, der von der Ansembourger Kapelle zur Anhöhe zwischen Tüntingen und Hollenfels führt, ehemals ‚Eisenweg‘ hieß.6 Im Gegensatz zur Wallfahrtskapelle Mont Marie diente die kleine, schlichte Kapelle im Tal wohl als spiritueller Rückzugsort für die arbeitende Bevölkerung (SOK, SOH).7 Der rundbogige, hölzerne Eingang zur Kapelle liegt in der südwestlichen Hauptfassade. Er ist in einer Rahmung aus hellem Naturstein mit ausgeprägten Kämpfern, Prellsteinen und datiertem Schlussstein gefasst (AUT, CHA). Das Datum ‚1671‘ wurde im Relief ausgearbeitet und ist bis heute deutlich zu erkennen. Die Seitenansichten sind mit je einem rundbogigen Fenster mit Bleiverglasung – die wohl aus einer Renovierungsphase zu Beginn der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stammen – ausgestattet (AUT, CHA, ENT). Letztere sind in authentisch erhaltenen Natursteinrahmungen, die mit einer Falz ausgestattet sind, gefasst (AUT, CHA). Ein nachträglich angebrachter Maueranker in Kreuzform stabilisiert die geschlossene nordöstliche Rückseite. Der Saalbau wird von einem in englischer Schieferdeckung eingedeckten Krüppelwalmdach mit weit überstehender Traufe abgeschlossen. Dem Dachfirst sitzt im nordöstlichen Bereich ein Dachreiter mit rechteckigem Grundriss, Walmdach und Schuppendeckung auf (AUT, CHA).</p>\n<p class=\"lf-p\">1 Ferraris, Joseph de, Le grand Atlas de Ferraris. Le premier Atlas de la Belgique. 1777. Carte de Cabinet des Pays-Bas autrichiens et de la Principauté de Liège, KBR Bibliothèque Royale de Belgique, Brüssel, 3. Aufl., 2009, Sept Fontaines 223B.</p>\n<p class=\"lf-p\">2 Siehe Text Ansembourg. 11 + o. N., rue de la Vallée, Kaplanhaus und Kultbau | Chapelle de Notre-Dame dit Mont Marie | Ensemble.</p>\n<p class=\"lf-p\">3 Vgl. Administration du cadastre et de la topographie du Grand-Duché de Luxembourg, Urkataster. Tuntange (Helperknapp) C3, ANLux, 1825 (nicht überarbeitete Originalversion); Ferraris, Joseph de, Le grand Atlas de Ferraris. Le premier Atlas de la Belgique. 1777. Carte de Cabinet des Pays-Bas autrichiens et de la Principauté de Liège, KBR Bibliothèque Royale de Belgique, Brüssel, 3. Aufl., 2009, Sept Fontaines 223B; Lutgen, Thomas, Kurzbericht: Dendrochronologische Holzaltersbestimmung. Dorfkapelle in Ansemburg. Rue de la Vallée, L-7411 Ansemburg, [Unveröffentlichter Bericht], Institut national pour le patrimoine architectural, Wasserbillig, 2022, S. 7.</p>\n<p class=\"lf-p\">4 Vgl. Milmeister, Jean, ,Zur Geschichte der Pfarrei Tüntingen‘, in: Heimat + Mission, Jahrgang 59, Heft 9, Luxemburg, September 1985, S. 164-170, hier S. 165; Pauly, Ferdinand, Siedlung und Pfarrorganisation im Alten Erzbistum Trier. Das Landkapitel Mersch, (= Veröffentlichungen des Bistumsarchivs Trier, Band 21), Trier, 1970, S. 44 und 149.</p>\n<p class=\"lf-p\">5 Anonym, ,Aus der Geschichte der Gemeinde Tüntingen‘, in: Anonym, De Kanton Miersch, Mersch, 1989, S.</p>\n<p class=\"lf-p\">218-228, hier S. 218: Im Gegensatz zu dem vorigen Herren Florenz von Raville, der durch die Kriegslasten des Dreißigjährigen Kriegs stark verschuldet war, verfügten die Herren Bidart, unter anderem durch ihr Eisenhüttenwerk, über genügend Reichtum, um 1671 die Herrschaft Ansembourg zu erwerben.</p>\n<p class=\"lf-p\">6 Schmit, Marcel, ‚Porträt einer Gemeinde‘, in: Organisationskomitee, Einweihung der Schule und des Gemeindehauses von Tüntingen, Mersch, o. J., S. 12-33, hier S. 26.</p>\n<p class=\"lf-p\">7 Siehe Text Ansembourg. 11 + o. N., rue de la Vallée, Kaplanhaus und Kultbau | Chapelle de Notre-Dame dit Mont Marie | Ensemble.</p>\n<p class=\"lf-p\">51 Das Innere des Sakralbaus besteht aus einem schlicht gestalteten Raum mit Holzbalkendecke und Altar. Die Materialität und Gestaltung der mit einem weißen Rauputz versehenen Wände und des mit unregelmäßig geformten Schieferplatten belegten Bodens deuten, den Kapellenfenstern gleich, auf eine Renovierungsphase in der Mitte des 20. Jahrhunderts hin (AUT, CHA, ENT). Eine im Oktober 2022 durchgeführte dendrochronologische Untersuchung der Deckenbalken zeigt unterschiedliche Datierungen auf (ENT).8 Die jüngsten Balken wurden aus Eichen hergestellt, die 1806 gefällt wurden.9 Die ältesten Holzbalken wurden den Analysen zufolge aus zwischen den 1650er- und 1670er-Jahren gefällten Eichen gefertigt und bestätigen somit das auf dem Türsturz vermerkte Baualter.10 Das Hauptelement der Innenausstattung stellt heute der vor der Rückwand des Sakralbaus positionierte Altar dar, der auch einer späteren Bauphase zuzuordnen ist (AUT, CHA, ENT). Einige an den Wänden angebrachte schlichte sandsteinerne Konsolen sind aus der Bauzeit überliefert (AUT). Hier befanden sich ursprünglich zwei barocke Statuen der Heiligen Nikolaus und Franziskus.11 An der südwestlichen Wand sind, neben dem Eingang, ein schlichtes Weihwasserbecken aus hellem Naturstein und ein schmiedeeiserner Spendenkasten überliefert (AUT, CHA).</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Kapelle aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts ist schon allein mit Fokus auf die Sozial-, Ortsund Heimatgeschichte ein wichtiger Zeuge der Volksfrömmigkeit. Auch die Stellung des Bauwerks am Fuße des Vieux Château d’Ansembourg im historischen Ortskern Ansembourgs deutet auf die ehemalige zentrale Bedeutung des Sakralbaus hin. Das kleine Gotteshaus bildet ein bescheidenes Pendant zur monumentalen Muttergotteskapelle Mont Marie, die etwa zur gleichen Zeit für den Adel der Ortschaft erbaut wurde. Außen wie innen weist das schlichte Gebäude einen hohen Grad an authentischen Strukturen und charakteristischen Gestaltungsmerkmalen aus verschiedenen Epochen auf, zu denen die rundbogigen Natursteinrahmen, der in einer Schuppendeckung eingedeckte Dachreiter, die hölzerne massive Balkendecke und der Altarstein gehören. Aus diesen Gründen ist die Kapelle als national schützenswert einzustufen und für die Zukunft zu bewahren.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erfüllte Kriterien: (AUT) Authentizität, (GAT) Gattung, (CHA) Charakteristisch für die Entstehungszeit, (SOK) Sozial- und Kultusgeschichte, (SOH) Siedlungs-, Orts- und Heimatgeschichte, (BTY) Bautypus 8 Lutgen, Thomas, Kurzbericht: Dendrochronologische Holzaltersbestimmung. Dorfkapelle in Ansemburg. Rue de la Vallée, L-7411 Ansemburg, [Unveröffentlichter Bericht], Institut national pour le patrimoine architectural, Wasserbillig, 2022.</p>\n<p class=\"lf-p\">9 Lutgen, Thomas, Kurzbericht: Dendrochronologische Holzaltersbestimmung. Dorfkapelle in Ansemburg. Rue de la Vallée, L-7411 Ansemburg, [Unveröffentlichter Bericht], Institut national pour le patrimoine architectural, Wasserbillig, 2022.</p>\n<p class=\"lf-p\">10 Lutgen, Thomas, Kurzbericht: Dendrochronologische Holzaltersbestimmung. Dorfkapelle in Ansemburg. Rue de la Vallée, L-7411 Ansemburg, [Unveröffentlichter Bericht], Institut national pour le patrimoine architectural, Wasserbillig, 2022: Die ältesten Holzbalken wurden aus zwischen den 1650er- und 1670er-Jahren gefällten Eichen gefertigt.</p>\n<p class=\"lf-p\">11 Vgl. Staud, Richard Maria; Reuter, Joseph ,Die kirchlichen Kunstdenkmäler der Diözese Luxemburg‘, in: Ons Hémecht, Jahrgang 41, Heft 1, Luxemburg, März 1935, S. 1-17, hier S. 13; Kayser, Joseph, ‚150 Jahre Chronik der Gemeinde Tüntingen. 1811-1963‘, in: Organisationskomitee, Einweihung der Schule und des Gemeindehauses von Tüntingen, Mersch, o. J., S. 34-110, hier S. 79 und 101, Abbildung; Wittenauer, N.;</p>\n<p class=\"lf-p\">Adames, N.; Hostert, M. et al., Archives du Mont Marie. Inventaire et Notes sur la Restauration de la Chapelle à la fin du Registre, ANLux, Nr. A-L-2841: Cahier sur la 52ppurtenan, la 52ppurtena, la restauration du MontMarie, Ansembourg, o. J.: Das Dokument beinhaltet ein Inventar von Objekten, die dem Ort Ansembourg gehören sollen (‚VII. Objets 52ppurtenant au village‘). Hier sind unter anderem drei Heiligenstatuen, darunter die der Heiligen Nikolaus und Franziskus, gelistet. Ob es sich bei den gelisteten Statuen um die verschwundenen Objekte aus der Dorfkapelle handelt, ist unklar.</p>\n<p class=\"lf-p\">52 Ansembourg | o. N., Breckefeld Ansembourg und Dondelange die beiden Gemarkungen Breckefeld und Im Brill miteinander (GAT, BTY). Sie markiert die Grenze zwischen den Gemeinden Helperknapp und Kehlen, wobei der nördliche Teil der Brücke auf dem Gebiet von Helperknapp und der südliche auf dem Gebiet von Kehlen liegt (SOH). Bereits auf der 1778 fertiggestellten Ferraris-Karte ist am Weg zwischen Ansembourg und Dondelange eine Brücke über die Eisch eingezeichnet.1 Diese scheint im Laufe der Jahre baufällig geworden zu sein, sodass um 1860 ein Neubau nach Plänen des Architekten Antoine Hartmann in Angriff genommen wurde (AIW).2 Bereits im Jahr zuvor hatten die Gemeinderäte von Tuntange und Kehlen dem Neubau zugestimmt.3 Die Gesamtkosten von 2.388,60 Francs sollten unter den Gemeinden aufgeteilt werden, wobei Kehlen 462,87 Francs und Tuntange 925,73 Francs aufzubringen hatten – der Staat unterstütze die Baumaßnahme mit einem Zuschuss von 1.000 Francs.4 Bis zur Anlage der heutigen N 12 und damit eines neuen Flussübergangs zu Beginn des 20. Jahrhunderts lag die hier behandelte Bogenbrücke am Hauptverkehrsweg zwischen Ansembourg beziehungsweise Bour und Dondelange.5 Seither ist sie lediglich Bestandteil eines wenig genutzten Feldweges, was vermutlich Ursache für den guten Erhaltungszustand ist. Dennoch war insbesondere im Bereich des südwestlichen Brückenbogens das Mauerwerk stark beschädigt, sodass in den Jahren 2005 bis 2008 eine grundlegende Sanierung und Festigung der Brückenarchitektur stattfand.6 Die beiden Widerlager sind zur Flussseite an den Ecken abgeschrägt und leiten so zu den etwas schmaleren Brückenbögen über (AUT, CHA). Diese sind segmentbogenförmig geführt und werden von einem fahrbahnbreiten mauerähnlichen Brückenpfeiler getragen (AUT, CHA). Der Brückenpfeiler ist beidseitig mit halbkreisförmigen Vorköpfen bestückt, die als Wellenbrecher beziehungsweise Strömungsteiler fungieren und bis zum Ansatz der Brückenbögen hochgeführt werden (AUT, CHA).</p>\n<p class=\"lf-p\">Eine vier Steinlagen hohe gemauerte Brüstung, die zusätzlich durch Abdecksteine gesichert ist, begrenzt die Fahrbahn auf beiden Seiten (AUT, CHA). Im Zuge der letzten Instandsetzung ist das Brückengeländer in beide Richtungen um etwas niedrigere Metallkonstruktionen erweitert worden – hier sind die Jahre ‚1864‘ und ‚2008‘ als Bau- und Sanierungsdaten an den metallenen Vertikalstreben festgehalten worden. Als ein besonderes Merkmal der Brücke kann die differierende Oberflächenbearbeitung der gelblichen Sandsteine angesehen werden (AUT, CHA). Während der Unterbau der Widerlager und des Brückenpfeilers aus grob bearbeiteten Bruchsteinen kleineren Formats mit breiten Mörtelfugen errichtet wurde, sind die Außenseiten der Bögen mit Quadersteinen mit Randschlag und unregelmäßigen Oberflächen, die durch die Bearbeitung mit Zahn- und Spitzeisen entstanden sind, gestaltet (AUT, CHA). Die Steine der Brüstung weisen einen markanten Zierhieb auf:</p>\n<p class=\"lf-p\">1 Ferraris, Joseph de, Le grand Atlas de Ferraris. Le premier Atlas de la Belgique. 1777. Carte de Cabinet des Pays-Bas autrichiens et de la Principauté de Liège, KBR Bibliothèque Royale de Belgique, Brüssel, 3. Aufl., 2009, Sept Fontaines 223B.</p>\n<p class=\"lf-p\">2 Vgl. Hartmann (Antoine), Projet d’un pont sur l’Eysch entre Ansembourg et Dondelange, [Plan], Institut national pour le patrimoine architectural, Archiv INPA, Luxemburg, 14.01.1860; Hartmann (Antoine), ‚Bekanntmachung‘, in: Courrier du Grand-Duché de Luxembourg, Heft 30, 04.02.1860, S. 4.</p>\n<p class=\"lf-p\">3 Jonas, Michel, No. 3417. 801 bis 158. Kehlen – Tuntingen. Construction d’un pont, [Brief], ANLux, H-1024-284:</p>\n<p class=\"lf-p\">Tuntingen. N. 801/58: Restauration du pont sur l’Eisch entre Dondelange et Ansembourg, Luxemburg, 24.09.1861: Allerdings gab es im Nachgang einen Streit um den staatlichen Zuschuss, den die Gemeinde Tuntange zur Deckung ihrer Kosten für sich beanspruchte.</p>\n<p class=\"lf-p\">4 Jonas, Michel, No. 3417. 801 bis 158. Kehlen – Tuntingen. Construction d’un pont, [Brief], ANLux, H-1024-284:</p>\n<p class=\"lf-p\">Tuntingen. N. 801/58: Restauration du pont sur l’Eisch entre Dondelange et Ansembourg, Luxemburg, 24.09.1861.</p>\n<p class=\"lf-p\">5 Administration du cadastre et de la topographie du Grand-Duché de Luxembourg, Bodenkarte der Section Tuentingen, o. J.: Auf der vor dem Ersten Weltkrieg angefertigten Bodenkarte ist die neue Straße samt Flussüberquerung bereits kartografisch erfasst.</p>\n<p class=\"lf-p\">6 HLG Ingénieurs-Conseils S.à.r.l., Réfection du pont de Dondelange CR105B, [Plan],Gemeindearchiv Helperknapp, Niederanven, 2005: Als Enddatum der Arbeiten ist in den neu geschaffenen metallenen Erweiterungen des Brückengeländers die Jahreszahl ‚2008‘ angegeben.</p>\n<p class=\"lf-p\">53 Die äußeren Ecksteine sind dabei fein gepickt, wohingegen die übrigen Quader in mehr oder weniger regelmäßigen diagonalen Bahnen gespitzt sind.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die heute an einem Feldweg gelegene steinerne Bogenbrücke ist aufgrund ihrer historischen verkehrstechnischen Bedeutung als Verbindungsweg zwischen Ansembourg und Dondelange sowie zwischen den Gemeinden Helperknapp (ehemals Tuntange) und Kehlen ein wichtiges Zeugnis der Siedlungs-, Orts- und Heimatgeschichte. Darüber hinaus besitzt sie Bedeutung als ein Werk des bekannten Architekten Antoine Hartmann, der die Brücke im Jahr 1860 in einer zeittypischen historistischen Formensprache entwarf. Der außergewöhnlich gute Erhaltungszustand der Brücke macht sie zu einem Beispiel für eine authentisch überlieferte steinerne Bogenbrücke aus jener Zeit.</p>\n<p class=\"lf-p\">Aufgrund dieser Kriterien gilt es, die Brücke als ein nationales Kulturgut zu schützen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erfüllte Kriterien: (AUT) Authentizität, (GAT) Gattung, (CHA) Charakteristisch für die Entstehungszeit, (AIW) Architekten-, Künstler- oder Ingenieurswerk, (SOH) Siedlungs-, Orts- oder Heimatgeschichte, (BTY) Bautypus 54 Ansembourg | o. N., Château d‘Ansembourg Auf einer Höhe von 318 Metern über Normalhöhennull, auf einem Felssporn oberhalb der Eisch, befindet sich die mittelalterliche Burg Ansembourg, die heute auch unter dem Namen ‚Vieux château d’Ansembourg‘ bekannt ist (AUT, GAT).1 Der Zugang zur Anlage erfolgt über die schmale Zufahrtsstraße, die vom CR 113 zwischen Tuntange und Hollenfels nach Süden abzweigt und über die man sich der Burg von Westen her nähert. Der Name Ansembourg geht vermutlich auf den Personennamen ‚Anso‘ und dessen Burg zurück.2 Bereits 1135 wird ‚Humbert d’Ansembourg‘ urkundlich erwähnt, sodass davon ausgegangen werden kann, dass zu dieser Zeit schon eine Burganlage bestanden hat (SOH, ENT).3 Auch in den nachfolgenden Jahrhunderten sind die Mitglieder der Familie Ansembourg auf Urkunden immer wieder namentlich verzeichnet.4 Die Familie lebte hier bis zum 15. Jahrhundert, als die männliche Linie erlosch und das Eigentum durch Heirat von Margareta von Ansembourg mit Johann von Rollingen an die aus Lothringen stammende Adelsfamilie Raville überging.5 Bis ins 18. Jahrhundert blieben die Herren von Raville auch die Herren von Ansembourg.6 Zu Beginn des 17. Jahrhunderts war die Familie Raville-Ansembourg in finanzielle Schwierigkeiten geraten, sodass Florent IV. de Raville-Ansembourg 1624 den Brüdern Thomas, Nicolas und Guillaume Bidart aus Dinant den Bau einer Eisenverhüttungsanlage im Tal der Eisch, etwa sechshundert Meter von der Burg entfernt, gestattete.7 Zunächst konnte Thomas Bidart, der Betreiber der Ansembourger Schmelz, die alte Burg als Wohnsitz mieten, musste diese jedoch 1628 verlassen, da Florent IV. de Raville-Ansembourg sie wieder für sich beanspruchte.8 So ließ Bidart sich 1639 einen Wohnsitz nahe 1 Vgl. Koltz, Jean-Pierre, Les Châteaux historiques du Luxembourg, Luxemburg, 1975, S. 22; Langini, Alex, Le vieux château d’Ansembourg. Grand-Duché de Luxembourg, [Broschüre], hrsg. von Service des Sites et Monuments nationaux, Luxemburg, 2005, o. S.</p>\n<p class=\"lf-p\">2 Koltz, Jean-Pierre, Les Châteaux historiques du Luxembourg, Luxemburg, 1975, S. 22f.</p>\n<p class=\"lf-p\">3 Vgl. Schwindt, J. (Jean), Geschichte der Dynasten von Simmern und Ansemburg, (= Sonderdruck aus:</p>\n<p class=\"lf-p\">Publications de la Section historique de l'Institut grand-ducal de Luxembourg, Band 64), Luxemburg, 1930, S.</p>\n<p class=\"lf-p\">38f.; Koltz, Jean-Pierre, Les Châteaux historiques du Luxembourg, Luxemburg, 1975, S. 22f.; Zimmer, John, Die Burgen des Luxemburger Landes, hrsg. von Les amis de l’ancien château de Beaufort, Band 2/3, Luxemburg, 1996, S. 9.</p>\n<p class=\"lf-p\">4 Vgl. Schwindt, J. (Jean), Geschichte der Dynasten von Simmern und Ansemburg, (= Sonderdruck aus:</p>\n<p class=\"lf-p\">Publications de la Section historique de l'Institut grand-ducal de Luxembourg, Band 64), Luxemburg, 1930, S.</p>\n<p class=\"lf-p\">38f.; Zimmer, John, Die Burgen des Luxemburger Landes, hrsg. von Les amis de l’ancien château de Beaufort, Band 2/3, Luxemburg, 1996, S. 9.</p>\n<p class=\"lf-p\">5 Vgl. Schwindt, J. (Jean), Geschichte der Dynasten von Simmern und Ansemburg, (= Sonderdruck aus:</p>\n<p class=\"lf-p\">Publications de la Section historique de l'Institut grand-ducal de Luxembourg, Band 64), Luxemburg, 1930, S.</p>\n<p class=\"lf-p\">105f.; Haan, Jean, ‚Alte Ansemburg und neues Talschloß‘, in: Letzeburger Sonndesblad, Jahrgang 119, Heft 47, Luxemburg, 23. November 1986, S. 13: Der Familienname Raville tritt in einzelnen Quellen auch in der Schreibweise Ryaville auf.</p>\n<p class=\"lf-p\">6 Vgl. Schwindt, J. (Jean), Geschichte der Dynasten von Simmern und Ansemburg, (= Sonderdruck aus:</p>\n<p class=\"lf-p\">Publications de la Section historique de l'Institut grand-ducal de Luxembourg, Band 64), Luxemburg, 1930, S.</p>\n<p class=\"lf-p\">108; Haan, Jean, ‚Alte Ansemburg und neues Talschloß‘, in: Letzeburger Sonndesblad, Jahrgang 119, Heft 47, Luxemburg, 23. November 1986, S. 13.</p>\n<p class=\"lf-p\">7 Vgl. Nilles, Nicolaus, Maria, die mächtige Patronin zur Eiche oder die gräfliche Kirche und Schule auf dem hl.</p>\n<p class=\"lf-p\">Berge Maria’s bei Ansemburg, Luxemburg, 1857, S. 20; Anonym, o. T., [Brief], ANLux, A-L-0305: Projet pour l’érection de forges à Ansembourg et du fourneau à Septfontaines, o. O., 1624; Schwindt, J. (Jean), Geschichte der Dynasten von Simmern und Ansemburg, (= Sonderdruck aus: Publications de la Section historique de l'Institut grand-ducal de Luxembourg, Band 64), Luxemburg, 1930, S. 63f.; siehe Text Ansembourg. 10, rue de la Vallée, Schloss, Garten und Eisenhütte | Site mixte.</p>\n<p class=\"lf-p\">8 Vgl. Koltz, Jean-Pierre, Les Châteaux historiques du Luxembourg, Luxemburg, 1975, S. 22; Ghellinck Vaernewyck, Xavier de, ‚Les deux châteaux d’Ansembourg au Grand-Duché‘, in: Maisons d’hier et d’aujourd’hui, Heft 1, Brüssel, 1983, S. 40-61, hier S. 51.</p>\n<p class=\"lf-p\">55 seiner Eisenhütten errichten.9 Dieser Wohnsitz war der Grundstein für die Errichtung der neuen Schlossanlage im Eischtal.10 Die Burganlage, die ursprünglich als Fluchtburg erbaut worden war, besteht aus einer Vorburg und einer Kernburg, deren Grundstrukturen erhalten sind (AUT, SEL, MIL, BTY). Die Vorburg ist der Kernburg im Westen vorgelagert und setzt sich aus den Befestigungsanlagen, dem Wirtschaftshof und dem Burggraben zusammen. Imposante Mauern aus grau-beigem, lokalem Sandstein bilden die Schildmauern, die zu den ältesten überlieferten Strukturen der Burg gehören und die äußere Einfriedung hinter dem Burggraben definieren.11 Im 14. Jahrhundert wurde die Burg mitsamt ihrer Wirtschafts- und Wohngebäude um- und ausgebaut (ENT).12 Hierzu gehört der authentisch überlieferte südwestliche Rundturm, in dem sich noch immer der Zugang zur Burganlage befindet (AUT, ENT).13 Im 16. Jahrhundert, unter Jacques II. de Raville-Ansembourg, wurde die Fluchtburg dann allmählich zu einer den Standards der Zeit angepassten Wohnburg umgestaltet, was den Abbruch großer Teile der mittelalterlichen Bausubstanz mit sich brachte (ENT).14 Ein auf das Jahr 1569 datierter Schlussstein am Haupttor der Vorburg zeugt von dieser Bauphase, die der Burg zu ihrem heutigen Erscheinungsbild verhalf.15 Die überlieferten Gebäude, die sich innerhalb des ehemaligen Wirtschaftsund Gesindehofs hinter den äußeren Ringmauern befinden, sind größtenteils einer Bau- und Umbauphase in der Mitte des 18. Jahrhunderts zuzuschreiben (AUT, ENT).16 Obwohl ein Brand im Jahr 1903 Teile dieser Bauten zerstörte, sind deren Grundmauern bis heute erhalten.17 1942 erfolgte ein erstes detailliertes Aufmaß der Burgruine unter der Leitung des luxemburgischen Architekten Robert Leer.18 Im Laufe der zweiten Hälfte des 20. und zu Beginn des 21. Jahrhunderts wurden die Ruinen 9 Vgl. Koltz, Jean-Pierre, Les Châteaux historiques du Luxembourg, Luxemburg, 1975, S. 26; Ghellinck Vaernewyck, Xavier de, ‚Les deux châteaux d’Ansembourg au Grand-Duché‘, in: Maisons d’hier et d’aujourd’hui, Heft 1, Brüssel, 1983, S. 40-61, hier S. 51; Dollar, Jacques, La Simmerschmeltz et les forges d’Ansembourg. 1624-1856, o. O., 2000, S. 16.</p>\n<p class=\"lf-p\">10 Siehe Text Ansembourg. 10, rue de la Vallée, Schloss, Garten und Eisenhütte | Site mixte.</p>\n<p class=\"lf-p\">11 Zimmer, John, Die Burgen des Luxemburger Landes, hrsg. von Les amis de l’ancien château de Beaufort, Band 2/3, Luxemburg, 1996, S. 15.</p>\n<p class=\"lf-p\">12 Zimmer, John, Die Burgen des Luxemburger Landes, hrsg. von Les amis de l’ancien château de Beaufort, Band 2/3, Luxemburg, 1996, S. 15.</p>\n<p class=\"lf-p\">13 Koltz, Jean-Pierre, Les Châteaux historiques du Luxembourg, Luxemburg, 1975, S. 22f.</p>\n<p class=\"lf-p\">14 Vgl. Zimmer, John, Die Burgen des Luxemburger Landes, hrsg. von Les amis de l’ancien château de Beaufort, Band 2/3, Luxemburg, 1996, S. 15; Koltz, Jean-Pierre, Les Châteaux historiques du Luxembourg, Luxemburg, 1975, S. 22.</p>\n<p class=\"lf-p\">15 Vgl. Zimmer, John, Die Burgen des Luxemburger Landes, hrsg. von Les amis de l’ancien château de Beaufort, Band 2/3, Luxemburg, 1996, S. 15; Koltz, Jean-Pierre, Les Châteaux historiques du Luxembourg, Luxemburg, 1975, S. 22.</p>\n<p class=\"lf-p\">16 Vgl. Zimmer, John, Die Burgen des Luxemburger Landes, hrsg. von Les amis de l’ancien château de Beaufort, Band 2/3, Luxemburg, 1996, S. 15; Langini, Alex, Le vieux château d’Ansembourg. Grand-Duché de Luxembourg, [Broschüre], hrsg. von Service des Sites et Monuments nationaux, Luxemburg, 2005, o. S.;</p>\n<p class=\"lf-p\">Ein überlieferter datierter Schlussstein aus der Bauzeit gibt das Datum ‚1747‘ an.</p>\n<p class=\"lf-p\">17 Vgl. Langini, Alex, Le vieux château d’Ansembourg. Grand-Duché de Luxembourg, [Broschüre], hrsg. von</p></div>", "next": 239943}