{"html": "<div class=\"lf-doc\"><p class=\"lf-p\">Herborn - Bois de Herborn / Echternach - Haard FFH-Gebiet zone spéciale de conversation 1.178,34 21,08 LU0001021 Vallée de la Syre de Manternach à Fielsmillen FFH-Gebiet zone spéciale de conversation 195,78 3,5 RD 11 Geyershaff-Geyersknapp Naturschutzgebiet 50,8 1,0 RFI 18 Hierberbësch Naturwaldreservat, Naturschutzgebiet réserve naturelle 205,92 4,1 RFI 21 Manternacher Fiels Naturschutzgebiet 135 2,7 réserve naturelle réserve naturelle Quelle: MDDI (2017), EUNIS (2019) Bedeutung des Schutzgebietes Das Spektrum der Zielarten des Vogelschutzgebietes ist umfangreich: Neben Arten der offenen Feldflur und des strukturreichen Halboffenlandes zählen hierzu auch Besiedler geschlossener Waldflächen oder von Feuchtgebieten.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die offene Agrarflur ist Lebensraum von Charakterarten wie Feldlerche, Wachtel oder Rebhuhn, die in ganz Luxemburg anhaltend rückläufige Bestände aufweisen; während der Wintermonate treten Korn- und Rohrweihe als regelmäßige Wintergäste auf. Die grünlandreiche, von Hecken, Obstwiesen und Baumreihen kleinteilig strukturierte Feldflur ist Lebensraum von Neuntöter, Gartenrotschwanz oder Wendehals, die hier im landesweiten Vergleich mit überdurchschnittlich hohen Revierdichten anzutreffen sind. Die über weite Abschnitte strukturreiche Offenlandschaft ist eines der wenigen noch verbliebenen Brutgebiete des Raubwürgers, dessen nationaler Bestand auf nur noch wenige Paare geschrumpft ist und der in Luxemburg akut vom Aussterben bedroht ist.</p>\n<p class=\"lf-p\">Von dem kleinräumigen Wechsel der Grünlandund Ackerflächen mit umliegenden Waldflächen profitieren Rot- und Schwarzmilan, die im Schutzgebiet in landesweit hoher Revierdichte e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g auftreten. Störungsarme Altholzbestände dienen dem Schwarzstorch zur Anlage seiner Bruthorste, während er zur Nahrungssuche kleinere Fließgewässer und Feuchtgebiete in der nahen Umgebung nutzt. In den Wäldern sind alle in Luxemburg vorkommenden Spechtarten vertreten, darunter der seltene Grauspecht oder der eng an Eichenwälder gebundene Mittelspecht. Kleinere Röhrichte und Feuchtwiesen entlang der Bäche sind von Teichrohrsänger, Rohrammer oder Feldschwirl besiedelt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Gefährdungen, Belastungen bzw.</p>\n<p class=\"lf-p\">Tätigkeiten mit Auswirkungen auf das Gebiet Die Aktivitäten des Menschen haben unterschiedliche Auswirkungen auf das Vogelschutzgebiet und dessen Arteninventar. Der Standarddatenbogen benennt für das Natura 2000-Gebiet die wichtigsten Aktivitäten und deren Auswirkungen (Tab. 5). Sofern eine Betroffenheit gegeben ist, werden für die maßgeblichen Vogelarten die einwirkenden, relevanten Faktoren in den jeweiligen Artkapiteln konkretisiert (Kapitel 4 ff).</p>\n<p class=\"lf-p\">19 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten Tabelle 5:</p>\n<p class=\"lf-p\">Code Relevante Aktivitäten und Auswirkungen im Vogelschutzgebiet Beschreibung Int.</p>\n<p class=\"lf-p\">Lage negative Einflüsse A02.01 landwirtschaftliche Nutzungsintensivierung H i A02.03 Umwandlung von Grünland in Acker L i A03.01 intensive Mahd oder Mahdintensivierung H i A03.03 Brache/ ungenügende Mahd L i A04.01 intensive Beweidung L i A04.03 Aufgabe der Beweidung, fehlende Beweidung L i Code Beschreibung Int.</p>\n<p class=\"lf-p\">Lage J02.05.02 Veränderungen von Lauf und Struktur von Fließgewässern M i J03.01.01 Verminderung der Beuteverfügbarkeit (inkl. Kadaver) L i K03.04 Prädation L i positive Einflüsse A03.02 extensive Mahd L i A04.02 extensive Beweidung L i B02 Forstliches Flächenmanagement M i extensive Holzproduktion (Belassen von Tot- und Altholz im Bestand) L i B02.05 Legende A06.01.01 intensive annuelle Kulturen für Nahrungsmittelproduktion H i Intensität (Int.):</p>\n<p class=\"lf-p\">H M L hohe Bedeutung/starke Auswirkung mittlere Bedeutung/Auswirkung geringe Bedeutung/Auswirkung A07 Einsatz von Bioziden, Hormonen und Chemikalien (Landwirtschaft) L i Lage: i a innerhalb des Vogelschutzgebietes außerhalb des Vogelschutzgebietes Quelle:</p>\n<p class=\"lf-p\">EUNIS (2019) A08 Düngung H i A10 Flurbereinigung in landwirtschaftlich genutzten Gebieten M i A10.01 Beseitigung von Hecken und Feldgehölzen M i B02.01.02 Wiederaufforstung mit nicht autochthonen Gehölzen L i B02.04 Beseitigung von Tot- und Altholz L i C03.03 Gewinnung von Windenergie L i E01 Siedlungsgebiete, Urbanisation M i F03.01.01 Wildschäden (durch überhöhte Populationsdichten) L i F06 Sonstige Aktivitäten der Fischerei, Jagd und Entnahme von Arten L i G01 Sport und Freizeit (OutdoorAktivitäten) M i H01.05 Segelflug, Paragleiten, Leichtflugzeuge, Drachenflug, Ballonfahren M i H01.08 Sonstige Outdoor-Aktivitäten M i H04.02 atmogener Stickstoffeintrag M i J02 anthropogene Veränderungen der hydraulischen Verhältnisse M i J02.04 Änderungen der Überflutung, des Überstauens L i J02.05 Änderung des hydrologischen Regimes und Funktionen L i e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g Bewirtschaftung des Gebietes Für das Vogelschutzgebiet LU0002016 existiert ein Managementplan, der die Periode 2016 bis 2026 umfasst (MDDI 2018). In dem Fachplan, der auch die eingeschlossenen FFH-Gebiete LU0001016 „Herborn - Bois de Herborn / Echternach - Haard“ und LU0001021 „Vallée de la Syre de Manternach à Fielsmillen“ betrachtet, werden die Vorkommen von Lebensraumtypen und Arten der FFH-Richtlinie (Anhang I und II) bzw. der Vogelschutzrichtlinie (Art. 4.1 und 4.2 VS-RL) identifiziert; darauf aufbauend wird eine konkrete Maßnahmenplanung erarbeitet1.</p>\n<p class=\"lf-p\">1 Der Managementplan unterscheidet zwischen Maßnahmen mit Priorität bzw. hoher Priorität (=notwendige Maßnahmen) sowie Maßnahmen mit nachrangiger Priorität (=wünschenswerte Entwicklungsmaßnahmen).</p>\n<p class=\"lf-p\">Maßnahmen mit Priorität bzw. hoher Priorität:</p>\n<p class=\"lf-p\">Maßnahmen die notwendig sind, um bei Flächen mit einem vorhandenen günstigen Erhaltungszustand (Bewertung A oder B) diesen zu erhalten oder um Flächen mit einem ungünstigen Erhaltungszustand C wieder in einen günstigen Zustand zu überführen.</p>\n<p class=\"lf-p\">20 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten Die Angaben zur Bewertung der Erhaltungszustände der Lebensraumtypen entstammen dem Offenland-Biotopkataster und der Waldbiotopkartierung, während die Angaben zu den relevanten Arten durch Auswertung vorliegender Daten sowie eine Expertenbefragung gewonnen wurden. Auf dem Managementplan und dem Standarddatenbogen der betrachteten Natura 2000-Gebiete aufbauend werden Maßnahmen für die nachfolgende Dekade formuliert.</p>\n<p class=\"lf-p\">Schutzziel ist der Erhalt einer vielfältig strukturierten Kulturlandschaft mit unterschiedlichen Gehölzen und einem hohen Anteil an extensiv genutzten Wiesen und Weiden (Feldflur bei Bechermillen).</p>\n<p class=\"lf-p\">Die dargelegten Managementmaßnahmen sind auf eine Extensivierung der Nutzungen in der offenen Kulturlandschaft, die Verbesserung der Gewässerqualität und -struktur sowie auf eine naturnahe Waldbewirtschaftung ausgerichtet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ziel ist der Erhalt und Wiederherstellung eines abwechslungsreichen Landschaftsmosaiks unter Einbeziehung kleinbäuerlicher Strukturen Maßnahmen mit nachrangiger Priorität: Maßnahmen, die über das zur Sicherung eines günstigen Erhaltungszustandes unbedingt notwendige Maß hinausgehen. Diese betreffen die weitere Verbesserung von Lebensraumtypen (LRT-) oder Arthabitatflächen mit günstigem Zustand (A oder B) oder aber die Überführung von Entwicklungsflächen hin zu einem LRT oder einem Arthabitat. Sie stellen unverbindliche Handlungsoptionen dar. e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g und der Ausweitung extensiv genutzter Flächen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Innerhalb des Grünlandes sind die Maßnahmen vor allem auf eine extensive Beweidung bzw. späte Mahd ausgerichtet. Landschaftsprägende Strukturen wie Hecken und Obstbäume sind unter Berücksichtigung ökologischer Aspekte zu pflegen bzw. zu ergänzen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Vorrangiges Ziel ist zudem die Verbesserung der Wasserqualität der Fließgewässer und deren Hydromorphologie. Von besonderer Bedeutung sind die Fließgewässer und deren Ufersäume, die sich noch weitgehend in einem natürlichen Zustand befinden. Maßnahmenziel ist hier die Verbesserung der Qualität der Fließgewässer und deren Hydromorphologie.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Laubwälder innerhalb des Schutzgebietes sind langfristig nach den Prinzipien des naturnahen Waldbaus zu bewirtschaften. Als konkrete Maßnahmenziele sind im Einzelnen benannt:  Erhalt und Verbesserung der Wasserqualität, der Struktur von Wasserläufen, Gewässern und Talsohlen  Wiederherstellung der Auendynamik und ihrer Hydromorphologie  Anlage und Entwicklung von Gewässerrandstreifen entlang der Fließgewässer  Erhalt und Erweiterung von Feuchtwiesen und -brachen (bevorzugt durch späte oder mehrjährige Mahd)  Erhalt und Entwicklung von Schilfröhrichten (vor allem Bestände mit wasserständigem Schilfröhricht)  Erhalt und Erweiterung von Trocken- bzw.</p>\n<p class=\"lf-p\">Magerrasen (Bewirtschaftung u. a. durch extensive Schafbeweidung)  Förderung von Extensivierungsprogrammen in der Landwirtschaft, einschließlich der Extensivierung von Wiesen und Weiden  Erhalt und Erweiterung von Dauergrünland sowie Vermeidung von Grünlandumbruch 21 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten  Anlage und Pflege von Grünstreifen und Brachen innerhalb der Anbauflächen, Pflege und Wiederherstellung von Grassäumen mit einer Breite von mindestens einem Meter entlang von Feldwegen, Landschaftsstrukturen bzw. Nutzungsgrenzen  Erhalt und Wiederherstellung von Landschaftsstrukturen wie Gebüsche, Feldgehölze und Hecken  Entwicklung eines mehrjährigen Bewirtschaftungs- und Instandhaltungsplans für wichtige Landschaftsstrukturen  Erhalt, Pflege und Wiederherstellung der Obstwiesen, extensive Nutzung durch Beweidung oder Mahd  Erhalt von Solitärbäumen bzw. abgestorbenen Bäumen  Erhalt und Wiederherstellung von Laubhochwaldbeständen, insbesondere Buchen- und Eichenwäldern bzw. Feuchtwäldern, Sicherung von Alt- und Totholzstrukturen  Ausweisung von Horstschutzzonen um die Vorkommen von störungsempfindlichen Großvogelarten 3 Erfassungs- und Auswertungsmethodik 3.1 Maßgebliche Vogelarten Das Artenspektrum der zu bearbeitenden, maßgeblichen Vogelarten basiert auf den Angaben der EU-Vogelschutzrichtlinie 2009/147/EG bzw. den im Standarddatenbogen für das Gebiet bereits benannten Arten.</p>\n<p class=\"lf-p\">Bearbeitet wurden alle  regelmäßig im Gebiet anwesenden Vogelarten nach Artikel 4.1 (Anhang I) der EUVogelschutzrichtlinie,  in Luxemburg regelmäßig wandernde Arten gemäß Artikel 4.2 der EU-Vogelschutzrichtlinie (festgelegt im Anhang 3 des luxemburgischen Naturschutzgesetz2) sowie  sonstige gebietstypische Leit- oder Charakterarten (gemäß Artikel 3 der EU-Vogelschutzrichtlinie), die für das Schutzgebiet bzw. repräsentative Lebensräume eine besondere Indikatorfunktion besitzen.</p>\n<p class=\"lf-p\">3.2 Aktuelle Bestandserfassungen Erhaltungsziele Zeitraum und Methodik Allgemeines Schutzziel ist die Erhaltung bzw.</p>\n<p class=\"lf-p\">Wiederherstellung oder Entwicklung eines günstigen Erhaltungszustandes der im Gebiet vorkommenden maßgeblichen Vogelarten und ihrer Lebensräume, einschließlich der Sicherung der Funktion des Gebietes als Rast- und Überwinterungsgebiet. Im Mittelpunkt steht der Erhalt einer vielfältig strukturierten und ungestörten Kulturlandschaft mit unterschiedlichen Gehölzstrukturen (wie naturnahe Wälder, Streuobstbestände, Hecken und Feldgehölze), extensiv genutztem Grünland und naturnahen Bachläufen (EUNIS 2019, BIVER 2010).</p>\n<p class=\"lf-p\">Für alle maßgeblichen Brutvogelarten erfolgte eine Bestandserfassung von Frühjahr bis Sommer 2019, die sich an den Methodenstandards nach SÜDBECK et al. (2005) orientierte.</p>\n<p class=\"lf-p\">Entsprechend der artspezifischen Eigenarten im zeitlichen Auftreten und der räumlichen Ver- e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 2 Loi du 18 juillet 2018 concernant la protection de la nature et des ressources naturelles et modifiant 1° la loi modifiée du 31 mai 1999 portant institution d’un fonds pour la protection de l’environnement; 2° la loi modifiée du 5 juin 2009 portant création de l’Administration de la nature et des forêts; 3° la loi modifiée du 3 août 2005 concernant le partenariat entre les syndicats de communes et l’État et la restructuration de la démarche scientifique en matière de protection de la nature et des ressources naturelles. N° 771 du 5 septembre 2018.</p>\n<p class=\"lf-p\">22 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten teilung einzelner Arten kamen unterschiedliche Erfassungsmethoden zum Einsatz:  Linienkartierungen3 in repräsentativen Vogelhabitaten (z. B. im Offenland für die Feldlerche bzw. im Wald für den Mittelspecht),  ganzflächige Übersichtskontrollen von exponierten Standorten aus (inklusive gezielter Nachkontrollen zur Revierbesetzung, etwa für Rot- und Schwarzmilan, Schwarzstorch oder Wespenbussard)4,  Punkt-Stopp-Erfassungen entlang der größeren Bäche (u. a. für Eisvogel, Wasseramsel oder Gebirgsstelze),  Punkt-Stopp-Kartierungen im Offenland (vor allem zur Erfassung von Raubwürger, Neuntöter oder Wachtel),  Dämmerungs-/Nachtexkursionen zur Erfassung nachtaktiver Arten (z. B. Uhu, Steinkauz, Rebhuhn, Wachtel oder Wasserralle),  gezielte Kontrollen von besonderen Habitaten wie Feuchtgebieten und Stillgewässern 3 Die Methode der Linienkartierung gilt als die zeit- und ergebniseffizienteste Erfassungsmethode (DDA 2018, SÜDBECK et al. 2005). Als Grundlage eines transektbasierten Vogelmonitorings findet sie Anwendung bei unterschiedlichen Erfassungsprogrammen, etwa im Rahmen des \"Common Bird Monitoring\" (CoBiMo) in Luxemburg oder dem \"Monitoring häufiger Brutvogelarten\" (MhB) in Deutschland (BIVER et al. 2010, MISCHKE et al. 2005, SÜDBECK et al. 2005) 4 Im Zuge einer Vorbegehung wurden verschiedene Beobachtungsstandorte ermittelt, die einen weitgehend vollständigen Überblick über die relevanten Habitate des Vogelschutzgebietes ermöglichten. Von diesen Beobachtungspunkten aus erfolgte eine Kontrolle des Sichtbereiches mit Hilfe von Fernglas und Spektiv; dabei wurde auf eine jeweils zeitlich versetzte Kontrolle der einzelnen Beobachtungspunkte geachtet (teils mit mehreren Beobachtern gleichzeitig). Je nach Topographie und Einsehbarkeit wurden auch Übersichtspunkte gewählt, die außerhalb der Grenzen des VSG lagen, jedoch einen guten Überblick über die eigentliche Schutzgebietsfläche erlaubten. e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g  Horstsuche vor der Belaubung (etwa zur Erfassung von Schwarzstorch oder Milanen).</p>\n<p class=\"lf-p\">In den Wäldern wurden größere Horste vor Einsetzen der Belaubung erfasst und diese dann im weiteren Verlauf der Brutperiode auf Vorkommen von maßgeblichen Arten erneut überprüft.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die angewandten artspezifischen Erfassungsmethoden sind in den jeweiligen Artkapiteln benannt. Durch die Kombination unterschiedlicher Methoden war eine repräsentative Bearbeitung aller maßgeblichen Zielarten auf der gesamten Fläche des VSG gewährleistet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Sonstige Zufallsbeobachtungen von ziehenden oder kurzzeitig rastenden Vogelarten (etwa zur Zugzeit im März und April sowie ab Anfang Juli) wurden gleichfalls vermerkt und ergänzend zur Auswertung bestehender Daten (s. u.) herangezogen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Anzahl der Kontrollgänge Die Kartierung der Brutvögel erfolgte an insgesamt 41 Tagen im Zeitraum von Februar bis August. Bei einem Gesamtzeitaufwand von etwa 390 Geländestunden wurden rund 130 Stunden für die Linienerfassung aufgewendet (Tab. 11 bzw. Kap. 8, Anhang); der übrige Zeitaufwand war auf die artspezifische Erfassung der Zielarten abseits der Transekte ausgerichtet.</p>\n<p class=\"lf-p\">23 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten Insgesamt wurden 15 Transekte mit einer Gesamtlänge von rund 36 km bearbeitet (Abb. 4, Kap. 8.1, Anhang).</p>\n<p class=\"lf-p\">Dokumentation der Reviere Alle Feststellungen wurden im Gelände zunächst auf Papierkarten dokumentiert. Neben den maßgeblichen Zielarten des VSG (s. o.) wurden im Zuge der Linienkartierung auch weitere (in der Regel \"mittelhäufige\" Vogelarten) miterfasst, sofern dies ohne Einschränkung bei der Kartierung der Zielarten möglich war. Die Dokumentation von \"häufigen\" Arten (teils auch abseits der Transektbegehungen) erfolgte durch den Einsatz der Smartphone App \"NaturaList\" (www.ornitho.lu).</p>\n<p class=\"lf-p\">Die systematischen Erhebungen konzentrierten sich auf die Fläche des Vogelschutzgebietes sowie den unmittelbaren Grenzbereich. In einzelnen Randbereichen wurden zudem besonders geeignet erscheinende Vogelhabitate von Zielarten auch außerhalb des VSG aufgesucht und mit gleicher Methodik erfasst, um Aussagen über eine ggf. erforderliche Anpassung der Grenzen des Vogelschutzgebietes zu ermöglichen. Beobachtungen außerhalb des Vogelschutzgebietes (etwa im Rahmen der Großvogelerfassungen) wurden ebenfalls in den Geländekarten vermerkt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Für alle Vogelarten, die für das Gebiet gemäß Standarddatenbogen gelistet sind, werden die Vorkommen im Betrachtungszeitraum in Artkapiteln dargestellt, ebenso für einige weitere relevante Arten mit maßgeblichen Rastbeständen sowie sonstige gebietstypische Leit- oder Charakterarten. Für sensible bzw. störungsempfindliche Arten sind die Niststätten aus Schutzgründen nicht punktgenau, sondern auf Quadrantenbasis (2x2 km) dargestellt. e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g Für störungssensible Vogelarten wie den Habicht werden die Brutvorkommen in den Verbreitungskarten nicht punktgenau, sondern auf Quadrantenbasis dargestellt.</p>\n<p class=\"lf-p\">3.3 Weitere Datenquellen und Bezugswerte Ergänzende Datenquellen Zusätzlich zu den aktuell erhobenen Geländedaten standen als ergänzende Grundlage die Daten der Beobachtungsplattform ornitho.lu sowie weitere Meldungen und Daten der Centrale ornithologique du Luxembourg aus dem Zeitraum von 2014-2019 zur Verfügung (COL 2019). Diese umfangreiche Datenbasis mit über 26.000 Datensätzen zu mehr als 120 Arten wurde sowohl zur Prüfung und Einschätzung der Bestandsentwicklung der Brutvogelarten als auch zur Bewertung des Zug- und Rastvogelgeschehens verwendet. Damit waren auch Zeiträume außerhalb der aktuellen Geländeerfassung (v. a. im Herbst und Winter) durch mehrjährige Datenreihen abgedeckt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Weiterhin wurden ortsbezogene Angaben aus avifaunistischen Sammel- bzw. Jahresberichten des Landes (v. a. Regulus Wiss. Berichte) sowie weitere verfügbare Veröffentlichungen bzw. Studien ausgewertet und bei der Artbear- 24 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten beitung berücksichtigt (z. B. KIEFER 2008/ 2010/ 2012, KLEIN 2015/2017, ECORAT 2017, 2018).</p>\n<p class=\"lf-p\">Referenzwerte Als Bezugswerte zur Einstufung eines Brutvorkommens im Hinblick auf dessen landesweite Bedeutung dienten die Bestandsangaben der Roten Liste der Brutvögel Luxemburgs (LORGÉ, KIEFFER, KIRSCH &amp; REDEL 2020) bzw. - für alle sonstigen Brutvogelarten - die Angaben nach LORGÉ et MELCHIOR (2015). Bestandsangaben zu Arten aus der Gruppe der Durchzügler und Gäste basierten im Wesentlichen auf einer Experteneinschätzung in Rücksprache mit der Centrale Ornithologique (COL).</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Gefährdungseinstufung der Brutvogelarten wurde der aktuellen Roten Liste (LORGÉ et al.</p>\n<p class=\"lf-p\">2020) entnommen. Für weitere Auswertungen bzw. Vergleiche (etwa zur Berechnung von Revierdichten) wurden neben vorhandenen Veröffentlichungen aus Luxemburg auch Studien und Forschungsergebnisse aus angrenzenden Regionen hinzugezogen (s. Literaturverzeichnis).</p>\n<p class=\"lf-p\">Auf der Grundlage der aktuellen Kartierungen, der Datenrecherche sowie der im Vogelschutzgebiet vorhandenen Lebensräume bzw. Habitatfunktionen konnte für alle maßgeblichen Vogelarten ein gebietsbezogener Brut- bzw.</p>\n<p class=\"lf-p\">Rastbestand abgeleitet werden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Bewertung des Erhaltungszustandes Die Überprüfung und Bewertung der Erhaltungszustände relevanter Vogelarten folgt den EU-Kriterien im Rahmen der Erstellung der Standarddatenbögen (vgl. NATURA 2000 Standard data form - Explanatory Notes5):</p>\n<p class=\"lf-p\">5 https://ec.europa.eu/environment/nature/legislation/h abitatsdirective/docs/standarddataforms/notes_en.pdf e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">-</span>Zustand der Population [population] Bestand der Art innerhalb des Vogelschutzgebietes im Vergleich zur nationalen Population (aktuell erfasster Bestand, bei schwankenden Beständen als Spannweite bezogen auf das Erfassungsjahr 2019 sowie das Potenzial im Betrachtungszeitraum 2014-2019) A:</div>\n<p class=\"lf-p\">B:</p>\n<p class=\"lf-p\">C:</p>\n<p class=\"lf-p\">D:</p>\n<p class=\"lf-p\">100% &gt;= p &gt; 15% 15% &gt;= p &gt; 2% 2% &gt;= p &gt; 0% nicht signifikant</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">-</span>Habitatqualität [conservation] Häufigkeit, Verteilung und Ausprägung im Vogelschutzgebiet (soweit relevant auch angrenzende Bereiche des VSG) unter Beachtung des tatsächlichen Auftretens im Vorkommensbereich der relevanten Arten sowie artspezifisch relevanter Gefährdungen bzw. Beeinträchtigungen A:</div>\n<p class=\"lf-p\">B:</p>\n<p class=\"lf-p\">C: hervorragend gut mittel bis schlecht</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">-</span>Isolation/Konzentration [isolation] Grad der Isolation eines Vorkommens innerhalb des Gebietes in Bezug auf das natürliche Verbreitungsgebiet der Art (unter Beachtung populationsdynamischer Gefährdungen bei Konzentrationen bzw. Dichtezentren von Artvorkommen) A:</div>\n<p class=\"lf-p\">B:</p>\n<p class=\"lf-p\">C:</p>\n<p class=\"lf-p\">Vorkommen (fast) isoliert Vorkommen nicht isoliert, jedoch ggf. an den Rändern des Verbreitungsareals Vorkommen nicht isoliert</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">-</span>Gesamtwert [global] Gesamtbewertung anhand der aktuellen Situation (Erfassungsjahr 2019 bzw. bei unregelmäßig auftretenden Arten nach der Situation im Betrachtungszeitraum 2014-2019) A:</div>\n<p class=\"lf-p\">B:</p>\n<p class=\"lf-p\">C: hervorragend gut durchschnittlich oder beschränkt 25 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten Die Schwellenwerte zwischen einem guten (B) und einem mittleren bis schlechten Erhaltungszustand (C) werden unter Beachtung des Gebietspotenzials und damit des gesamten Betrachtungszeitraumes ermittelt. Für Arten mit schlechtem Erhaltungszustand (C) orientiert sich der Schwellenwert am Mittelwert der letzten Jahre (unter Berücksichtigung artspezifischer Schwankungen). Bei Arten mit gutem Erhaltungszustand (B) orientiert sich der Schwellenwert am unteren Bereich der angegebenen Spannweite, ebenso bei Arten mit sehr gutem Erhaltungszustand (A) (abzüglich eines artspezifischen Wertes für natürliche Schwankungen). Für Arten mit größeren Beständen (i. d. R. über 10 Brutpaare) werden die Schwellenwerte aus pragmatischen Gründen auf „Zehner“- oder „Fünfer“-Werte gerundet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Festlegung von Lebensstätten Auf der Basis der Biotopkartierungen für Wald und Offenland bzw. Grünland (MDDI 2014/2016) wurde für alle maßgeblichen Arten entsprechend der artspezifischen Habitatansprüche eine Abgrenzung von \"Vogellebensstätten\" durchgeführt. Diese beschränkte sich auf die wesentlichen Habitattypen \"Gewässer und Feuchtgebiete\", \"Offen-/ Halboffenland\" und \"Wälder“. Aufgrund der über weite Gebietsanteile sehr engen, mosaikartigen Verzahnung von Acker- und Grünlandflächen, Feldhecken, Gebüschen oder Solitärbäumen wurde auf eine Untergliederung zwischen Offen- und Halboffenlandhabitaten verzichtet; ebenso auf die Unterscheidung zwischen Laub- und Nadelwaldbeständen, da letztere im Gebiet einen nur sehr geringen Anteil einnehmen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Entlang der flachen Muldentäler erstrecken sich überwiegend Wiesen und Weiden, die von teils breiten Hecken und Feldgehölzen gesäumt sind (Wuelbertsbaach im Offenland nördlich Manternach). e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 26 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten N Abbildung 4:</p>\n<p class=\"lf-p\">Lage der Kontrollstrecken zur Linienkartierung (Transekte) und Übersichtspunkte Transekte Wald T1 T2 T3 T4 T5 = 3720 m = 4470 m = 4810 m = 3950 m = 4970 m Transekte Offenland T6 = 6360 m T7 = 4210 m T8 = 2780 m T9 = 5890 m T10 = 3330 m e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g Übersichtspunkt T11 = 2970 m T12 = 2460 m T13 = 3010 m T14 = 4820 m T15 = 3610 m 27 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten 4 Vogelarten des Schutzgebietes 4.1 Gesamtarteninventar Im Bezugszeitraum 2014-2019 sind aus dem Vogelschutzgebiet \"Région de Junglinster\" bislang 134 wildlebende Vogelarten dokumentiert (Tab. 6). Darunter finden sich 97 Arten mit einem konkreten Brut- bzw. Reviernachweis; mindestens 36 weitere Arten wurden als brutzeitlicher Nahrungsgast (10 Arten) oder als Rastvogel bzw. Durchzügler während der Zugzeiten im Frühjahr oder Sommer/Herbst (27 Arten) registriert.</p>\n<p class=\"lf-p\">Für einige der als Gäste oder Durchzügler festgestellten Arten ist ein zumindest unregelmäßiges Brutvorkommen im VSG nicht ausgeTabelle 6: schlossen bzw. wahrscheinlich (etwa für die Zwergtaucher, COL 2019). Für andere, in der vorangegangenen Dekade noch als Brutvogel nachgewiesenen Arten, gilt der aktuelle Brutbestand im Betrachtungszeitraum dagegen inzwischen als erloschen, wenngleich sie hier nach wie vor als regelmäßige Durchzügler bzw.</p>\n<p class=\"lf-p\">Rastvögel auftreten (z. B. Wiesenpieper).</p>\n<p class=\"lf-p\">Einige Vogelarten, die innerhalb des Schutzgebiets regelmäßig als Nahrungsgast anzutreffen sind, besitzen Niststandorte bereits knapp außerhalb der Grenzen des VSG. Neben typischen, siedlungsgebundenen Arten mit Brutnachweisen in den umliegenden Ortslagen (z. B. Mauersegler, Dohle oder Schleiereule) zählen dazu auch Großvogelarten mit weiten Aktionsräumen (wie etwa Graureiher oder Uhu).</p>\n<p class=\"lf-p\">Gesamtartenliste der nachgewiesenen Vogelarten (Zeitraum 2014-2019) wissenschaftlicher Artname deutscher Artname Lebens- Status Rote raum 2014-2019 Liste EHZ Zielart Quelle Arten nach Artikel 4.1 der EU-Vogelschutzrichtlinie Alcedo atthis Eisvogel GE BV V U1 Anthus campestris Brachpieper BO DZ 0 FV  Anthus spinoletta Bergpieper BO DZ - U1  Bubo bubo Uhu FG BV, NG 3 FV   Casmerodius albus Silberreiher FBB DZ - FV   Ciconia ciconia Weißstorch FBB/FG DZ R U1 Ciconia nigra Schwarzstorch FBB BV 3 U1 Circus aeruginosus Rohrweihe BO/GE DZ II U1 Circus cyaneus Kornweihe BO DZ II U1   Dendrocopos medius Mittelspecht BH BV * U1   Dryocopus martius Schwarzspecht BH BV * FV   Falco columbarius Merlin BO DZ - -  Falco peregrinus Wanderfalke FG NG 3 U1  Grus grus Kranich GE DZ - FV  Lanius collurio Neuntöter FBB BV 3 U1 Lullula arborea Heidelerche BO DZ 2 U2 Luscinia svecica cyanecula Blaukehlchen GE (DZ) R U1  Milvus migrans Schwarzmilan FBB BV V U1   Milvus milvus Rotmilan FBB BV 3 U1   e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g        x   x x 28 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten wissenschaftlicher Artname deutscher Artname Lebens- Status Rote raum 2014-2019 Liste EHZ Zielart Quelle Pandion haliaetus Fischadler FBB DZ - FV Pernis apivorus Wespenbussard FBB BV * U1   Picus canus Grauspecht BH BV V U1    Arten nach Artikel 4.2 der EU-Vogelschutzrichtlinie Acrocephalus scirpaceus Teichrohrsänger GE BV V U1   Alauda arvensis Feldlerche BO BV 3 U2   Anthus pratensis Wiesenpieper BO DZ 1 U2   Charadrius dubius Flussregenpfeifer BO DZ 2 U1 Coturnix coturnix Wachtel BO BV 2 U2 Gallinago gallinago Bekassine BO DZ 0 U2 Jynx torquilla Wendehals BH BV 3 U1   Lanius excubitor Raubwürger FBB BV 1 U2   Lymnocryptes minimus Zwergschnepfe BO DZ - XX Motacilla flava Wiesenschafstelze BO DZ 2 U2 Oenanthe oenanthe Steinschmätzer BO DZ 0 U2 Phoenicurus phoenicurus Gartenrotschwanz BH BV V U1   Phylloscopus sibilatrix Waldlaubsänger BW BV V U1   Rallus aquaticus Wasserralle GE (BV) V U1  Saxicola rubetra Braunkehlchen BO DZ 0 U2 Streptopelia turtur Turteltaube FBG BV 2 U2 Tringa totanus Rotschenkel GE DZ - U2 Vanellus vanellus Kiebitz BO DZ 1 U2 Accipiter gentilis Habicht FBB BV 3 U1  Accipiter nisus Sperber FBB BV * FV  Acrocephalus palustris Sumpfrohrsänger FBG BV * U1  Actitis hypoleucos Flussuferläufer GE DZ - -  Aegithalos caudatus Schwanzmeise FBB BV * FV  Alopochen aegyptiaca Nilgans GE NG III -  Anas platyrhynchos Stockente GE BV * FV  Anser anser Graugans GE DZ - -  Anthus trivialis Baumpieper BO BV V U1 Apus apus Mauersegler FG NG V U2  Ardea cinerea Graureiher FBB NG V FV  Asio otus Waldohreule FBB BV * FV  Athene noctua Steinkauz BH BV 2 U2 Branta canadensis Kanadagans GE NG III</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">-</span> Buteo buteo Mäusebussard FBB BV * FV  Carduelis cannabina Bluthänfling FBB BV V U1 Carduelis carduelis Stieglitz FBB BV * U1              Sonstige Arten e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g        29 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten wissenschaftlicher Artname deutscher Artname Carduelis chloris Grünfink FBB BV * FV  Carduelis spinus Erlenzeisig FBB DZ II FV  Certhia brachydactyla Gartenbaumläufer BH BV * FV  Certhia familiaris Waldbaumläufer BH BV * FV  Cinclus cinclus Wasseramsel GE BV V U1 Coccothraustes coccothraustes Kernbeißer FBB BV * FV  Coloeus monedula Dohle FG/BH NG * U1  Columba livia f. domestica Straßentaube FG BV III -  Columba oenas Hohltaube FBB BV * FV  Columba palumbus Ringeltaube FBB BV * FV  Corvus corax Kolkrabe FBB BV 3 FV  Corvus corone Rabenkrähe FBB BV * FV  Corvus frugilegus Saatkrähe FBB NG * FV  Cuculus canorus Kuckuck BV 2 U2  Delichon urbicum Mehlschwalbe FG BV V U1  Dendrocopos major Buntspecht BH BV * FV  Dryobates minor Kleinspecht BH BV V U1  Emberiza citrinella Goldammer BO BV V U1  Emberiza schoeniclus Rohrammer GE BV V U1 Erithacus rubecula Rotkehlchen BW BV * FV  Falco subbuteo Baumfalke FBB BV V U1  Falco tinnunculus Turmfalke FG/FBB BV * FV  Ficedula hypoleuca Trauerschnäpper BH BV * U1 Fringilla coelebs Buchfink FBB BV * FV  Fringilla montifringilla Bergfink FBB DZ - FV  Fulica atra Blässhuhn GE BV * FV  Gallinula chloropus Teichhuhn GE BV * FV  Garrulus glandarius Eichelhäher FBB BV * FV  Hippolais polyglotta Orpheusspötter FBG BV * FV  Hirundo rustica Rauchschwalbe FG BV V U2  Locustella naevia Feldschwirl BO BV V U1  Luscinia megarhynchos Nachtigall FBG BV * U1 Mergus merganser Gänsesäger GE [BV] - FV  Motacilla alba Bachstelze FG BV * FV  Motacilla cinerea Gebirgsstelze GE BV * FV Muscicapa striata Grauschnäpper BH BV * FV  Oriolus oriolus Pirol FBB BV 3 U1  Parus ater Tannenmeise BH BV * FV  Parus caeruleus Blaumeise BH BV * FV  Parus cristatus Haubenmeise BH BV * FV  e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g Lebens- Status Rote raum 2014-2019 Liste EHZ Zielart Quelle       x     30 x Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten wissenschaftlicher Artname deutscher Artname Lebens- Status Rote raum 2014-2019 Liste EHZ Zielart Quelle Parus major Kohlmeise BH BV * FV  Parus montanus Weidenmeise BH BV V U1  Parus palustris Sumpfmeise BH BV * FV  Passer domesticus Haussperling FG BV V U1  Passer montanus Feldsperling BH BV V U1  Perdix perdix Rebhuhn BO BV, NG 1 U2 Phalocrocorax carbo sinensis Kormoran FBB DZ - FV  Phasianus colchicus Jagdfasan BO BV III -  Phoenicurus ochruros Hausrotschwanz FG BV * FV  Phylloscopus collybita</div>\n<p class=\"lf-p\">Zilpzalp BW BV * FV  Phylloscopus trochilus Fitis BW BV * FV  Pica pica Elster FBB BV * FV  Picus viridis Grünspecht BH BV * U1 Prunella modularis Heckenbraunelle FBG BV * FV  Pyrrhula pyrrhula Gimpel FBB BV * FV  Regulus ignicapillus Sommergoldhähnchen FBB BV * FV  Regulus regulus Wintergoldhähnchen FBB BV * FV  Saxicola rubicola Schwarzkehlchen BO BV * FV  Scolopax rusticola Waldschnepfe BW BV, DZ DD XX  x Serinus serinus Girlitz FBB BV V U1  x Sitta europaea Kleiber BH BV * FV  Streptopelia decaocto Türkentaube FBB NG * FV  Strix aluco Waldkauz BH BV * FV  Sturnus vulgaris Star BH BV * FV  Sylvia atricapilla Mönchsgrasmücke FBG BV * FV  Sylvia borin Gartengrasmücke FBG BV * FV  Sylvia communis Dorngrasmücke FBG BV * U1  Sylvia curruca Klappergrasmücke FBG BV * U1  Tachybaptus ruficollis Zwergtaucher GE DZ, [BV] V FV  Tringa ochropus Waldwasserläufer FBB DZ - -  Troglodytes troglodytes Zaunkönig FBG BV * [FV]  Turdus iliacus Rotdrossel FBB DZ - FV  Turdus merula Amsel FBB/G BV * FV  Turdus philomelos Singdrossel FBB BV * FV  Turdus pilaris Wacholderdrossel FBB BV * FV  Turdus torquatus Ringdrossel FBB DZ - -  Turdus viscivorus Misteldrossel FBB BV * FV  Tyto alba Schleiereule FG BV 3 U1     FBB Freibrüter (Bäume) e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g x  Erläuterungen Lebensraum / Nistverhalten: x 31 x Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten Erläuterungen Status:</p>\n<p class=\"lf-p\">Gefährdungskategorien der Roten Liste Luxemburgs:</p>\n<p class=\"lf-p\">Erhaltungszustand (EHZ):</p>\n<p class=\"lf-p\">Natura 2000:</p>\n<p class=\"lf-p\">Zielart Quelle:</p>\n<p class=\"lf-p\">FBG BH BW BO FG GE BV [BV] (BV) NG DZ 0 1 2 3 V DD R * II III - Freibrüter (Gebüsche) Baumhöhlenbrüter Bodenbrüter (Wald) Bodenbrüter (Offenland) Fels-/Gebäudebrüter Gewässerbewohner (Gewässerrand/Röhricht) Brutvogel Brutvogel in unmittelbar angrenzenden Lebensräumen Status unklar/Brutverdacht/Brutvogel in den Vorjahren/unregelmäßig Nahrungsgast Durchzügler/Wintergast Bestand erloschen Bestand vom Erlöschen bedroht stark gefährdet gefährdet Arten der Vorwarnliste Arten mit ungenügender Datengrundlage Arten mit geografischer Restriktion ungefährdet nicht regelmäßig brütend Neozoon / in Luxemburg eingeführte Art keine Einstufung FV favorable / günstig U1 U2 XX Anh. I Art. 4 (2) défavorable / ungünstig mauvais / schlecht inconnu / unbekannt Art des Anhangs I der EU-Vogelschutzrichtlinie 2009/147/EC (Art.4 Abs.1) in Luxemburg brütende und nicht brütende Zugvogelart gemäß Art. 4 Abs. 2 der EU-Vogelschutzrichtlinie 2009/147/EC  Zielart gemäß Standarddatenbogen  sonstige Indikator-/Charakterart  Auswertung von Daten der COL (2014 bis 2019)  Kartierung 2019 LORGÉ et al. (2019), RGD (2018), EUNIS (2019) e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 32 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten 4.2 Vogelarten nach Artikel 4.1 der EUVogelschutzrichtlinie 4.2.1 Alcedo atthis Eisvogel Schutz- und Gefährdungsstatus EU-Vogelschutzrichtlinie Art. 4 Abs. 1 (Anh. I) Art. 4 Abs. 2 Art. 3 Abs. 1 (Leitart) Rote Liste V (Vorwarnliste) Erhaltungszustand U1 Bestand Luxemburg Status Brutvogel Gast/Durchzügler Bestand 50-65c Bestand LU0002016 Status Brutvogel Gast/Durchzügler Kartierung 2019 3c Gesamtwert 2014-2019 2-4c aber nicht notwendigerweise, eng benachbart; die Bruthöhle kann mitunter bis mehrere 100 m vom Wasser entfernt liegen (etwa in Wurzeltellern umgestürzter Bäume). Außerhalb der Brutzeit kommt der Eisvogel auch an kleinen Bächen, Fischteichen und Kleingewässern aller Art vor. Er ernährt sich vor allem von kleinen Süßwasserfischen; abhängig vom Nahrungsund Strukturangebot werden Gewässerabschnitte von durchschnittlich 500 m bis 2 km genutzt (ANDRETZKE et al. 2005).</p>\n<p class=\"lf-p\">In Luxemburg ist der Eisvogel entsprechend der Gewässerverteilung noch in allen Landesteilen verbreitet, insbesondere an den sauberen Zuflüssen der Alzette (Mamer, Eisch, Attert), der Mittel- und Untersauer (Wiltz, Our, Weiße und Schwarze Ernz) bzw. der Mosel (Gander, Syre, MELCHIOR et al. 1987). Als Gast dringt der Eisvogel mitunter auch in den Siedlungsbereich vor, etwa bis in die Stadt Luxemburg oder an Teiche im Stadtgebiet von Esch/Alzette.</p>\n<p class=\"lf-p\">C - Populationsgröße und -struktur A - Methodik der Arterfassung Linienkartierung entlang der Schwarzen Ernz, Punkt-Stopp-Kartierung in geeigneten Habitaten (Bachabschnitte, Stillgewässer) Mit einem Bestand von 2 bis 4 Paaren ist der Eisvogel ein regelmäßiger Brutvogel am südlichen Rand des Vogelschutzgebietes. Dort verteilen sich die Reviere auf den Unterlauf der Die Erfassung der Population beruht auf der Feststellung Revier anzeigender Vögel.</p>\n<p class=\"lf-p\">B - Artspezifische Habitat- und Lebensraumstrukturen Der Eisvogel benötigt langsam fließende oder stehende Gewässer mit guten Sichtverhältnissen, einem reichen Angebot an Kleinfischen sowie ausreichend Sitzwarten zur Jagd. Für das Anlegen der Bruthöhle sind überhängende oder senkrechte Abbruchkanten von mindestens 50 cm Höhe nötig. Günstig ist eine Deckung durch dichtes ufernahes Gebüsch oder Bäume. Brut- und Nahrungsbiotop sind oft, e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g Das Vorkommen des Eisvogels verteilt sich auf größere Fließgewässerabschnitte entlang der Syre.</p>\n<p class=\"lf-p\">33 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten Syre im Abschnitt zwischen Manternach und Mertert, wo die Art ideale Habitatvoraussetzungen vorfindet. Der Fluss zeichnet sich hier durch eine hohe Strukturvielfalt mit Mäandrierungen und kleinen Uferabbrüchen aus; ein naturnaher Ufergehölzsaum sowie eine gute Wasserqualität mit Kleinfischvorkommen bieten günstige Ansitz- und Jagdmöglichkeiten.</p>\n<p class=\"lf-p\">Von der Syre ausgehend erstrecken sich die Reviere und Jagdflüge von Eisvögeln häufiger in die Unterläufe angrenzender Bäche, wie etwa in den Schlammbaach in Höhe der Fausermillen. Von den übrigen Bächen im zentralen und nördlichen Abschnitt des Vogelschutzgebietes liegen dagegen nur gelegentliche Beobachtungen vor, meist außerhalb der Brutperiode (z. B. am Sernigerbaach). Die hier überwiegend schmalen Bachläufe weisen eine nur geringe Wasserführung auf, zudem fehlen größere Uferabbrüche als etwaiger Brutplatz. schlechterung der Nahrungsgrundlage  Störungen im Umfeld von Brut- und Nahrungsplätzen durch Freizeitaktivitäten (z. B. durch zu langes Verweilen von Anglern in der Nähe einer Eisvogelbrutröhre)  Verluste an großen Glasscheiben von Gebäuden in Gewässernähe oder im Straßenverkehr (etwa beim Überfliegen von Brücken aufgrund zu schmaler Durchlässe)  Gefährdungen durch die Drahtüberspannung von Bachläufen (v. a. bei kleinen Bächen) E - Erhaltungszustand Einstufung Brutvorkommen Der Gesamterhaltungszustand wird entsprechend der Hauptkriterien als \"durchschnittlich oder beschränkt\" (C) bewertet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erhaltungszustand Eisvogel D - Beeinträchtigungen und Gefährdungen  Gewässerverschmutzung (u. a. durch Eintrag von Düngemitteln aus der Landwirtschaft) und die daraus resultierende Ver- Zustand der Population [population] B Habitatqualität [conservation] C Isolation/Konzentration [isolation] C Gesamtwert [global] C Die Syre beiderseits von Manternach bietet auf weiten Strecken ideale Brut- und Jagdmöglichkeiten für den Eisvogel. e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 34 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten Verbreitung Eisvogel  Brutvorkommen (n=3)  Gastvorkommen (n=22)* © © O A m C m A C D G D m ©O iggiin inneee:::A Orrriig Adddm miin inniisisstttrrraaatttiio ioonnnddduuuC Caaadddaaassstttrrreeeeeetttdddeeella laaTTTooopppooogggrrraaappphhhiie ieeLLLuuuxxxeeem mbbbooouuurrrggg(((A AC CTTT)))---D Drrroooiitittsssrrréééssseeerrrvvvééésssàààll’l’E ’EEtttaaatttddduuuG Grrraaannnddd---D DuuuccchhhééédddeeeLLLuuuxxxeeem mbbbooouuurrrggg222000111999 * teilweise Mehrfachsichtungen an gleicher Stelle e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 35 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten 4.2.2 Bubo bubo Uhu Schutz- und Gefährdungsstatus EU-Vogelschutzrichtlinie Art. 4 Abs. 1 (Anh. I) Art. 4 Abs. 2 Art. 3 Abs. 1 (Leitart) Rote Liste 3 (gefährdet) Erhaltungszustand FV Bestand Luxemburg Status Brutvogel Gast/Durchzügler Bestand 22-25c Bestand LU0002016 Status Brutvogel Gast/Durchzügler Kartierung 2019 1 Gesamtwert 2014-2019 1-2c A - Methodik der Arterfassung Punkt-Stopp-Kartierung in geeigneten Habitaten, Datenrecherche (COL 2019) Die Erfassung der Population beruht auf der Feststellung rufender Tiere und der gezielten Spurensuche.</p>\n<p class=\"lf-p\">B - Artspezifische Habitat- und Lebensraumstrukturen Der Uhu besiedelt bevorzugt abwechslungsreiche Mittelgebirgslandschaften; entscheidende Parameter eines „Uhubiotops“ sind ein offenes, strukturreiches Umfeld mit vielseitiger Nahrungsbasis, ein sonniger und leicht erwärmbarer, felsiger Horststandort mit Steilwänden sowie ein naher Tageseinstand (z. B. Felsnischen oder dichte Bäume) als Deckung für die Altvögel. Der Aktionsraum bzw. das Streifgebiet eines Uhu-Brutpaares ist groß, der Radius des Jagdgebietes schwankt zwischen 2 und max.</p>\n<p class=\"lf-p\">7 km (GLUTZ VON BLOTZHEIM &amp; BAUER 1998, e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g DAHLBECK et al. 1998, MEBS &amp; SCHERZINGER 2000).</p>\n<p class=\"lf-p\">Als Nahrungsopportunist weist die Art ein großes Beutespektrum auf, das regional variieren kann (DAHLBECK &amp; BREUER 2002, LORGÉ &amp; CONZEMIUS 2007); in fast allen Revieren sind hierunter Ratten, Mäuse, Igel oder Krähen mit einem hohen Anteil vertreten. Der Uhu ist dabei in der Lage, selbst wendige Beutetiere im Flug zu ergreifen. Größere Vogelarten werden vorzugsweise an deren Schlafplätzen erbeutet (etwa Krähen, Reiher u. a.). Zur Jagd werden strukturreiche Offen- und Halboffenlandschaften aufgesucht, vorzugsweise in Waldrandnähe. Innerhalb geschlossener Wälder jagt der Uhu selten, in der Regel nur im Bereich von größeren Schneisen, Windwürfen oder Waldinnenrändern.</p>\n<p class=\"lf-p\">In Luxemburg nutzt der Uhu überwiegend \"klassische\" Brutplätze in Form von Felsen bzw.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erdaufschlüssen, die vorwiegend an schmalen Vorsprüngen exponierter Felswände, an felsigen Abbrüchen bzw. an nur schütter bewachsenen Steilhängen bzw. Steinbrüchen liegen (LORGÉ &amp; CONZEMIUS 2007). Baumbruten sind bislang nur unzureichend dokumentiert (MORBACH 1963, MELCHIOR et al. 1987). Nachdem die Population in Luxemburg in den 1930er Jahren vermutlich durch direkte Verfolgung erlosch, gelang 1982 erstmals wieder ein Brutnachweis. Seither ist der Bestand auf derzeit etwa 25 Paare angestiegen (LORGÉ &amp; CONZEMIUS 2007, LORGÉ et al. 2019).</p>\n<p class=\"lf-p\">C - Populationsgröße und -struktur Mit je einem \"Grenzrevier\" ist der Uhu sowohl am nördlichen als auch am südlichen Rand des Natura 2000-Gebietes präsent. Auf dem Gebiet der Gemeinde Echternach brütet die Art seit mehreren Jahren in einem stillgelegten Steinbruch wenige Meter jenseits der Schutzgebietsgrenze. Das mit Obstwiesen, Hecken und kleinen Bachläufen sehr strukturreich ge- 36 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten gliederte Offenland zwischen dem Hierberbësch bzw. Osweiler und Dickweiler zählt zum regelmäßig frequentierten Jagdgebiet des Uhus und bietet eine günstige Nahrungsverfügbarkeit im unmittelbaren Umfeld des Brutplatzes. Weitere Steinbrüche oder Sandgruben als etwaige Sekundärhabitate fehlen innerhalb des Schutzgebietes bzw. nahe angrenzend.  Zerschneidung von Lebensräumen (durch Wegebau oder flächenhafte Baumaßnahmen)  Ein zweites, erst seit wenigen Jahren besetztes Revier umfasst die Talhangbereiche am Unterlauf der Syre zwischen Manternach und Mertert. Geeignete Brutstandorte bestehen an kleineren Felspartien, aber auch an den steilen, bewaldeten Hängen (etwa für Bodenbruten).</p>\n<p class=\"lf-p\">Die ausgedehnten Offenlandflächen um Manternach und Lellig bieten wiederum nahrungsreiche Jagdhabitate.</p>\n<p class=\"lf-p\">Verschlechterung des Nahrungsangebotes durch den Verlust von Krautsäumen, Brachen oder den Einsatz von Bioziden in der Landwirtschaft E - Erhaltungszustand nungsnetz, durch Leitungsanflüge (auch an Weidezäune) oder durch Kollisionen im Straßenverkehr Einstufung Brutvorkommen Der Gesamterhaltungszustand wird entsprechend der Hauptkriterien als \"gut\" (B) bewertet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erhaltungszustand Uhu D - Beeinträchtigungen und Gefährdungen  Individuenverluste durch Stromschlag an ungesicherten Masten im Mittelspan- Zustand der Population [population] B Habitatqualität [conservation] B Isolation/Konzentration [isolation] C Gesamtwert [global] B Langjähriger Brutplatz des Uhus unmittelbar angrenzend an das Vogelschutzgebiet: Die umliegende Feldflur innerhalb des Schutzgebietes zählt zum essentiellen Jagdgebiet der Art. e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 37 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten Verbreitung Uhu  Brutvorkommen (n=2) © © O A m C m A C D G D m ©O iggiin inneee:::A Orrriig Adddm miin inniisisstttrrraaatttiio ioonnnddduuuC Caaadddaaassstttrrreeeeeetttdddeeella laaTTTooopppooogggrrraaappphhhiie ieeLLLuuuxxxeeem mbbbooouuurrrggg(((A AC CTTT)))---D Drrroooiitittsssrrréééssseeerrrvvvééésssàààll’l’E ’EEtttaaatttddduuuG Grrraaannnddd---D DuuuccchhhééédddeeeLLLuuuxxxeeem mbbbooouuurrrggg222000111999 e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 38 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten 4.2.3 Casmerodius albus Silberreiher Wasser oder auf überschwemmten Wiesen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Mancherorts kann man sie auch auf Äckern, Wiesen und Weiden ähnlich wie Graureiher auf der Jagd nach Mäusen beobachten.</p>\n<p class=\"lf-p\">Schutz- und Gefährdungsstatus EU-Vogelschutzrichtlinie Art. 4 Abs. 1 (Anh. I) Art. 4 Abs. 2 Art. 3 Abs. 1 (Leitart) Rote Liste - Erhaltungszustand FV Bestand Luxemburg Status Brutvogel Gast/Durchzügler Bestand ca. 100-200i Bestand LU0002016 Status Brutvogel Gast/Durchzügler Kartierung 2019 1-5i Gesamtwert 2014-2019 10-25i A - Methodik der Arterfassung Übersichtskontrollen von zentralen Beobachtungspunkten, Datenrecherche (COL 2019) C - Populationsgröße und -struktur Über den gesamten Berichtszeitraum ist der Silberreiher ein regelmäßiger Durchzügler und Wintergast innerhalb des Vogelschutzgebietes.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Sichtungen verteilen sich mit steigender Anzahl auf das Winterhalbjahr: Der Zuzug der Silberreiher beginnt in der Regel im Oktober, im April verlassen sie das Schutzgebiet wieder;</p>\n<p class=\"lf-p\">Nachweise in den Monaten Mai und Juli bilden die Ausnahme.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die vorliegenden Beobachtungen lassen eine räumliche Konzentration im mittleren und südlichen Teil des Schutzgebietes zwischen Bech und Manternach erkennen; dort erfolgt das Gros der Feststellungen (85 Meldungen mit jährlich mehr als 100 Individuen). Meistens handelt es sich um kleinere Trupps oder Einzeltiere, mitunter werden auch etwas größere Ansammlungen von 10 bis 20 Silberreihern gezählt (etwa zwischen Lellig und Berbourg oder zwischen Berbourg und Bech).</p>\n<p class=\"lf-p\">B - Artspezifische Habitat- und Lebensraumstrukturen Das europäische Verbreitungsgebiet des Silberreihers umfasst weite Teile Ost- und Südeuropas; in Mitteleuropa ist die Art insbesondere Brutvogel in Ungarn und Österreich, in jüngster Zeit auch in den Niederlanden und in Deutschland (SÜDBECK et al. 2007, DDA 2012).</p>\n<p class=\"lf-p\">In Luxemburg ist der Silberreiher seit einigen Jahren ein regelmäßiger Wintergast mit Einzeltieren und kleineren Trupps (LORGÉ &amp; MELCHIOR 2015). Die Beobachtungen erfolgen entlang von größeren wie auch kleineren Fließgewässern und dem angrenzenden Feuchtgrünland.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ihre Nahrung (v. a. Fische, aber auch Wasserinsekten und Amphibien) suchen sie am Schilfrand, an vegetationsfreien Stellen im flachen e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g Größere Feuchtgebiete oder Wasserflächen sind im Vogelschutzgebiet selten; im Winterhalbjahr jagt der Silberreiher daher hier vornehmlich auf (Feucht-)Wiesen, gelegentlich auch auf Ackerbrachen.</p>\n<p class=\"lf-p\">39 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten Zur Nahrungssuche halten sich die Tiere sowohl im Feuchtgrünland als auch auf frischen Wiesen und Ackerflächen auf. Die Feststellungen verteilen sich dabei nicht nur auf auennahe Standorte, sondern auch auf weiter entfernt gelegene Flächen in Kuppenlage (etwa am Klimmesbierg nördlich von Herborn). Nur gelegentlich wird die Art gemeinsam mit dem Graureiher bei der Jagd beobachtet. Hinweise auf regelmäßig frequentierte Schlafplätze von Silberreihern fehlen bisher aus dem Schutzgebiet.</p>\n<p class=\"lf-p\">D - Beeinträchtigungen und Gefährdungen Die Art weist als Rastvogel einen zunehmenden Bestandstrend auf. Lokal resultieren artspezifische Gefährdungen durch  Verlust von Feuchtwiesen (z. B. überstaute Wiesen im Winterhalbjahr)  Störungen im Umfeld von Nahrungshabitaten bzw. Schlafplätzen durch Straßenverkehr bzw. Erholungsnutzung  Kollisionsgefährdung an ungesicherten Freileitungen (vor allem im Nahbereich von bevorzugten Nahrungsgebieten) E - Erhaltungszustand Einstufung Rastvorkommen (Wintergast) Der Gesamterhaltungszustand wird entsprechend der Hauptkriterien als \"gut\" (B) bewertet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erhaltungszustand Silberreiher Zustand der Population [population] B Habitatqualität [conservation] B Isolation/Konzentration [isolation] C Gesamtwert [global] B Auennahe Grünlandflächen zählen im Winterhalbjahr zum Rast- auch Jagdgebiet des Silberreihers; an Fließgewässern selbst jagt der Silberreiher dagegen - anders als der nahe verwandte Graureiher - nur selten. e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 40 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten Verbreitung Silberreiher  Rastvorkommen/Durchzügler (n=85)* © © O A m C m A C D G D m ©O iggiin inneee:::A Orrriig Adddm miin inniisisstttrrraaatttiio ioonnnddduuuC Caaadddaaassstttrrreeeeeetttdddeeella laaTTTooopppooogggrrraaappphhhiie ieeLLLuuuxxxeeem mbbbooouuurrrggg(((A AC CTTT)))---D Drrroooiitittsssrrréééssseeerrrvvvééésssàààll’l’E ’EEtttaaatttddduuuG Grrraaannnddd---D DuuuccchhhééédddeeeLLLuuuxxxeeem mbbbooouuurrrggg222000111999 * teilweise Mehrfachsichtungen an gleicher Stelle e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 41 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten 4.2.4 Ciconia nigra Schwarzstorch Schutz- und Gefährdungsstatus EU-Vogelschutzrichtlinie Art. 4 Abs. 1 (Anh. I) Art. 4 Abs. 2 Art. 3 Abs. 1 (Leitart) Rote Liste 3 (gefährdet) Erhaltungszustand U1 Bestand Luxemburg Status Brutvogel Gast/Durchzügler Bestand 10-15c Bestand LU0002016 Status Brutvogel Gast/Durchzügler Kartierung 2019 2c Gesamtwert 2014-2019 2-3c A - Methodik der Arterfassung Punkt-Stopp-Kartierung in geeigneten Habitaten, Revierkartierung von Großvogelarten (Übersichtskontrollen von zentralen Beobachtungspunkten), Datenrecherche (COL 2019) das Nest von den ausgesprochen ortstreuen Tieren über viele Jahre genutzt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Nahrung des Schwarzstorchs besteht aus kleinen Fischen, Amphibien und Wasserinsekten, daneben aber auch aus Mäusen oder Regenwürmern (SÜDBECK et al. 2005, BAUER et al.</p>\n<p class=\"lf-p\">2011). Horstbereich und Nahrungsrevier liegen mitunter mehrere Kilometer voneinander entfernt; vom Horstplatz aus werden geeignete Nahrungshabitate über weite Distanzen von 10 km und mehr aufgesucht. Die regelmäßig genutzte Revierfläche des Schwarzstorches variiert daher abhängig vom Nahrungsangebot erheblich.</p>\n<p class=\"lf-p\">Im Zuge der Ausdehnung seines Brutareals nach Westen wurde die Art in Luxemburg erstmals im Jahr 1993 als Brutvogel nachgewiesen (JANS, LORGÉ &amp; WEISS 2000). Seither hat sich der Bestand auf jährlich 10 bis 15 Reviere erhöht (LORGÉ &amp; MELCHIOR 2015). Während sich die Vorkommen in den Anfangsjahren der Besiedlung auf die waldreichen Regionen der nördlichen Landeshälfte (in den Kantonen Clervaux und Diekirch) beschränkten, hat sich der Schwarzstorch inzwischen auch im Osten und Westen des Landes etabliert.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Erfassung der Population beruht auf der Feststellung von rastenden bzw. überfliegenden Individuen.</p>\n<p class=\"lf-p\">B - Artspezifische Habitat- und Lebensraumstrukturen Der Schwarzstorch besiedelt in Mitteleuropa bevorzugt ausgedehnte und möglichst ungestörte Wälder. Entscheidende Faktoren für das Auftreten der Art sind weniger der jeweilige Waldtyp als dessen Ungestörtheit im Horstumfeld sowie die Nahrungsverfügbarkeit, d. h. die Nähe zu Wasserläufen, Quellsümpfen oder Teichen. Die Horste werden v. a. auf starken Seitenästen in lichten Altholzbeständen angelegt. Wenn es nicht zu Störungen kommt, wird e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g Mit zwei Brutpaaren ist der Schwarzstorch im Vogelschutzgebiet regelmäßig bei der Jagd oder auf Balz- und Nahrungsflügen zu beobachten.</p>\n<p class=\"lf-p\">42 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten C - Populationsgröße und -struktur Mit mindestens zwei gleichzeitig besetzten Revieren ist der Schwarzstorch in der Gegend um Mompach ein regelmäßiger Brutvogel und Nahrungsgast. Die kontinuierliche Besiedlung des Vogelschutzgebietes über den gesamten Berichtszeitraum unterstreicht die hohe Qualität und Habitateignung als Brut- und Nahrungslebensraum.</p>\n<p class=\"lf-p\">Als Brutplätze dienen störungsarme Laubwaldbestände, in denen die Horste auf mächtigen Alteichen angelegt sind. Derartige Bestände gibt es im Hierberbësch nordwestlich von Herborn auf großer Fläche: Der strukturreiche, überdurchschnittlich alte Laubmischwald bietet für die Horstanlage zahlreiche geeignete Bäume mit einer starken Krone und ausladenden Seitenästen; abseits der Forstwege erstrecken sich ausreichend große, störungsarme Waldbereiche.</p>\n<p class=\"lf-p\">Neben Feuchtwiesen zählen störungsarme Bachläufe zu den bevorzugten Jagdhabitaten des Schwarzstorchs im Schutzgebiet (Lelligerbaach nördlich Lellig).</p>\n<p class=\"lf-p\">Dass der Schwarzstorch bei struktureller Eignung und ausreichender Ruhe selbst kleinere Waldgebiete erfolgreich besiedeln kann, zeigt ein weiteres Vorkommen im südöstlichen Teil e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g des Schutzgebietes. Dort brütet die Art in einem vergleichbar strukturierten Waldbestand von nur rund 220 ha Größe. Innerhalb des Bestandes fehlen Forstwege weitestgehend, wodurch ausreichend ruhige Waldbereiche für den im nahen Horstumfeld ansonsten sehr störungsempfindlichen \"Waldstorch\" verbleiben.</p>\n<p class=\"lf-p\">Eine größere Anzahl an Beobachtungen über die gesamte Brutperiode hinweg unterstreicht, dass das Vogelschutzgebiet auch als Nahrungs- und Jagdgebiet intensiv genutzt wird.</p>\n<p class=\"lf-p\">Neben Sichtungen von über- bzw. balzfliegenden Vögeln weisen zahlreiche Beobachtungen Nahrung suchender Störche auf die bevorzugten Jagdhabitate hin, die sich über nahezu das gesamte Schutzgebiet verteilen. Regelmäßige Nachweise liegen aus dem naturnahen Tal der Syre zwischen Manternach und Mertert vor, wo Flussabschnitte ohne gewässerbegleitende Wege ausreichend störungsarme Zonen zur Nahrungssuche bieten. Auch an kleineren Bächen wie dem Wuelberts- oder dem Lelligerbaach sind die Störche häufiger anzutreffen, wo sie neben dem Fließgewässer selbst auch temporär überflutete Auenbereiche aufsuchen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Fehlende Sichtungen aus dem nördlichen Abschnitt des Vogelschutzgebietes (nördlich des Hierberbësch) sind mit hoher Wahrscheinlichkeit methodisch bedingt. Da die dortige Habitatausstattung mit der des übrigen Schutzgebietes vergleichbar ist (eine grünlandreiche Feldflur mit mehreren kleinen Bachtälern), kann auch für diese Gegend von einer regelmäßigen Nahrungssuche der Schwarzstörche ausgegangen werden. Vereinzelte Beobachtungen von kleinen Trupps aus drei bis fünf Tieren im weithin offenen Grünland zwischen Bech und Berbourg zeigen, dass derartige Habitate von den Schwarzstörchen sowohl zur Jagd als auch zur Rast im Spätsommer während des Heimzuges genutzt werden (darunter auch Familienverbände).</p>\n<p class=\"lf-p\">43 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten D - Beeinträchtigungen und Gefährdungen  Störungen im Umfeld von Nahrungshabitaten durch Straßenverkehr bzw. Erholungsnutzung, Störungen in Bruthabitaten durch späte Forstarbeiten bzw. Walderschließung E - Erhaltungszustand Einstufung Brutvorkommen Der Gesamterhaltungszustand wird entsprechend der Hauptkriterien als \"gut\" (B) bewertet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erhaltungszustand Schwarzstorch Kollisionsgefährdung an ungesicherten Mittelspannungsleitungen (vor allem im Nahbereich von Nahrungsgebieten) Zustand der Population [population] A Habitatqualität [conservation] B Isolation/Konzentration [isolation] C  Gewässerverschmutzung (u. a. durch Eintrag von Düngemitteln aus der Landwirtschaft) und die daraus resultierende Verschlechterung der Nahrungsgrundlage Gesamtwert [global] B  Gefährdungen durch die Drahtüberspannung von Bachläufen (v. a. bei kleinen Bächen)  Brutwald des Schwarzstorchs im Hierberbësch westlich von Herborn: In dem ausgedehnten Waldareal existieren große, lichte Altholzbestände, die ideale Voraussetzungen zum Bau des Nestes bieten. Über dem Brutwald lassen sich im April und Mai zur Balz regelmäßig paarweise kreisende Störche beobachten. e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 44 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten Verbreitung Schwarzstorch  Brutvorkommen (n=2)  Rastvorkommen (n=76)* © © O A m C m A C D G D m ©O iggiin inneee:::A Orrriig Adddm miin inniisisstttrrraaatttiio ioonnnddduuuC Caaadddaaassstttrrreeeeeetttdddeeella laaTTTooopppooogggrrraaappphhhiie ieeLLLuuuxxxeeem mbbbooouuurrrggg(((A AC CTTT)))---D Drrroooiitittsssrrréééssseeerrrvvvééésssàààll’l’E ’EEtttaaatttddduuuG Grrraaannnddd---D DuuuccchhhééédddeeeLLLuuuxxxeeem mbbbooouuurrrggg222000111999 * teilweise Mehrfachsichtungen an gleicher Stelle e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 45 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten 4.2.5 Circus aeruginosus Rohrweihe Schutz- und Gefährdungsstatus EU-Vogelschutzrichtlinie Art. 4 Abs. 1 (Anh. I) Art. 4 Abs. 2 Art. 3 Abs. 1 (Leitart) Rote Liste - Erhaltungszustand U1 Bestand Luxemburg Status Brutvogel Gast/Durchzügler Bestand</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">-</span>(o. A.) Bestand LU0002014 Status Brutvogel Gast/Durchzügler Kartierung 2019 1i Gesamtwert 2014-2019 1-5i A - Methodik der Arterfassung Revierkartierung von Großvogelarten (Übersichtskontrollen von zentralen Beobachtungspunkten), Datenrecherche (COL 2019) B - Artspezifische Habitat- und Lebensraumstrukturen Die Rohrweihe ist Brutvogel der offenen Landschaft, vorzugsweise in Seenlandschaften und Teichgebieten, in größeren Flussauen mit Verlandungszonen und schilfbestandenen Altarmen. Das Nest wird in der Regel in dichten und hohen, oft wasserständigen (Alt-) Schilfbeständen angelegt; vermehrt werden Nester in landwirtschaftlich genutzten Gebieten, etwa in Getreide- oder Rapsfeldern gefunden (dann meist in der Nähe von Gewässern).</div>\n<p class=\"lf-p\">In der Wahl der Nahrung ist die Rohrweihe recht anpassungsfähig und daher weniger von bestimmten Beutetieren abhängig. Sie jagt vor allem kleine Vogelarten und Säuger, die gewöhnlich im niedrigen Suchflug erbeutet were c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g den; zur Brutzeit werden neben Jungvögeln (Küken und Nestlinge) auch Reptilien, Amphibien, Aas oder Großinsekten erbeutet. Dementsprechend liegen die Nahrungshabitate im Schilfgürtel und in den angrenzenden Wasserflächen, Verlandungszonen und Wiesen, aber auch außerhalb der Röhrichtbereiche in der Feldflur, wie etwa in offenen Agrarlandschaften mit Brachen, unbefestigten Wegen oder sonstigen Saumstrukturen. Das Jagdrevier kann bei günstigen Verhältnissen unter 100 ha liegen, mitunter aber auch Areale von bis zu 15 km² und mehr umfassen; dann erstrecken sich die Jagdflüge in Distanzen von mehreren Kilometern um den Brutplatz (&gt; 7 km, BAUER et al.</p>\n<p class=\"lf-p\">2011, GLUTZ VON BLOTZHEIM &amp; BAUER 1998). Als Langstreckenzieher verbringt die Art den Winter zumeist im tropischen Afrika, einige Rohrweihen überwintern jedoch auch in Südfrankreich und Spanien (MEBS &amp; SCHMIDT 2006).</p>\n<p class=\"lf-p\">Nachdem die Rohrweihe in Luxemburg im 19.</p>\n<p class=\"lf-p\">Jahrhundert noch als verbreiteter Brutvogel galt (DE LA FONTAINE in MELCHIOR et al. 1987), werden in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nur noch ausnahmsweise Bruten dokumentiert, etwa im Jahr 1962 bei Esch/Alzette (MELCHIOR et al. 1987). Abgesehen von vereinzelten Sommerfeststellungen (wie z. B. auf dem Oeslinger Hochplateau oder im Baggerweihergebiet Remerschen; HEIDT et al. 2002, COL 2019), fehlen seither konkrete Brutnachweise. Dagegen liegen aus verschieden Landesteilen alljährliche Beobachtungen als Durchzügler vor, sowohl aus Feuchtgebieten als auch aus Agrarfluren; dort wird die Rohrweihe in geringer Zahl vor allem in den Monaten April und September nachgewiesen (LORGÉ et al. 2015).</p>\n<p class=\"lf-p\">C - Populationsgröße und -struktur Rohrweihen treten im Vogelschutzgebiet alljährlich als seltener Durchzügler bzw. Gastvögel auf dem Frühjahrszug im April bzw. dem Herbstzug im Spätsommer (August / September) auf, bislang jedoch ausschließlich mit Ein- 46 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten zelindividuen. Die vorliegenden Sichtungen verteilen sich auf die offene Feldflur im zentralen bzw. östlichen Teil des Schutzgebietes, wo die Tiere entlang von Ackersäumen und brachen sowie Grünland vorübergehend jagen.  Verschlechterung des Nahrungsangebotes durch den Verlust von Krautsäumen, Brachen oder den Einsatz von Bioziden in der Landwirtschaft  Störungen im Umfeld von Schlafplätzen durch Straßen bzw. durch Erholungsnutzung  Individuenverluste durch Leitungsanflüge oder Stromschlag an ungesicherten Mittelspannungsmasten E - Erhaltungszustand Einstufung Rastvorkommen Der Gesamterhaltungszustand wird entsprechend der Hauptkriterien als \"gut\" (B) bewertet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erhaltungszustand Rohrweihe Während des Durchzuges im Frühjahr und Herbst ist die Rohrweihe ein regelmäßiger, wenn auch seltener Gast im Vogelschutzgebiet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Brutzeitliche Beobachtungen im Mai und Juni sind im Natura 2000-Gebiet bisher ausschließlich als späte Durchzügler bzw. umherstreifende Vögel abseits der eigentlichen Brutgebiete zu werten. Hinweise auf ehemalige Brutvorkommen liegen aus der Gegend um Mompach bisher nicht vor, auch wenn dazu zumindest abschnittsweise grundsätzlich geeignete Habitate existieren. Dazu zählt ein etwa 3 ha großes Schilfröhricht entlang des Sauerbaachs zwischen Bech und Berbourg.</p>\n<p class=\"lf-p\">Zustand der Population [population] B Habitatqualität [conservation] B Isolation/Konzentration [isolation] C Gesamtwert [global] B D - Beeinträchtigungen und Gefährdungen  Verlust von Feuchtwiesen, mehrjährigen Brachflächen sowie kleinräumigen Saumstrukturen  Zerschneidung und Verkleinerung von offenen, störungsarmen Landschaftsräumen (z. B. durch Wegebau oder Bauansiedlungen) e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g Bevorzugte Jagdhabitate während des Durchzuges sind neben offenen Agrarfluren vor allem Wiesenlandschaften mit Brachen und Saumstrukturen (Sauerbaach).</p>\n<p class=\"lf-p\">47 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten Verbreitung Rohrweihe  Rastvorkommen/Durchzügler (n=11) © © O A m C m A C D G D m ©O iggiin inneee:::A Orrriig Adddm miin inniisisstttrrraaatttiio ioonnnddduuuC Caaadddaaassstttrrreeeeeetttdddeeella laaTTTooopppooogggrrraaappphhhiie ieeLLLuuuxxxeeem mbbbooouuurrrggg(((A AC CTTT)))---D Drrroooiitittsssrrréééssseeerrrvvvééésssàààll’l’E ’EEtttaaatttddduuuG Grrraaannnddd---D DuuuccchhhééédddeeeLLLuuuxxxeeem mbbbooouuurrrggg222000111999 e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 48 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten 4.2.6 Circus cyaneus Kornweihe Schutz- und Gefährdungsstatus EU-Vogelschutzrichtlinie Art. 4 Abs. 1 (Anh. I) Art. 4 Abs. 2 Art. 3 Abs. 1 (Leitart) Rote Liste - Erhaltungszustand U1 Bestand Luxemburg Status Brutvogel Gast/Durchzügler Bestand krete Bruthinweise, trotz vereinzelter Feststellungen in den Sommermonaten.</p>\n<p class=\"lf-p\">Als Mittel- und Kurzstreckenzieher mit Winterquartieren von Mitteleuropa bis Nordafrika erscheinen die Tiere zur Überwinterung ab Ende September/Anfang Oktober, überwintern mit einem Maximum von November bis Februar und ziehen bis Ende April/Anfang Mai wieder ab (LORGÉ &amp; MELCHIOR 2015). Als Überwinterungsgebiete bevorzugt die Kornweihe in Luxemburg weiträumig offene Agrarlandschaften; als Schlafplätze werden im Winter größere Schilfröhrichte, aber auch mehrjährige Brachen oder Altgrasbestände aufgesucht.</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">-</span>(o. A.) Bestand LU0002016 Status Brutvogel Gast/Durchzügler Kartierung 2019 1i Gesamtwert 2014-2019 1-5i A - Methodik der Arterfassung Revierkartierung von Großvogelarten (Übersichtskontrollen von zentralen Beobachtungspunkten), Datenrecherche (COL 2019) B - Artspezifische Habitat- und Lebensraumstrukturen In Mitteleuropa zählt die Kornweihe zu den seltensten Greifvogelarten, die größere Heidegebiete und Moore, ausgedehnte Grünlandbereiche bis hin zu trockenem Wiesen- und Ackerland zur Brut besiedelt (BAUER et al.</div>\n<p class=\"lf-p\">2011). In Luxemburg gilt die Kornweihe als seltener, jedoch regelmäßiger Durchzügler und Wintergast sowie als sporadischer Brutvogel.</p>\n<p class=\"lf-p\">Nach Brut(versuch)en in den 1940er Jahren im Raum Dudelange (HULTEN &amp; WASSENICH, 1960/61) gelang 1985 der Nachweis einer erfolgreichen Brut auf einer Mähwiese im Ösling (im Raum Schimpach-Niederwampach; MELCHIOR et al. 1987). Seither fehlen erneute kon- e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g C - Populationsgröße und -struktur Die Kornweihe zählt zu den seltenen, jedoch regelmäßigen Durchzüglern und Wintergästen innerhalb des Schutzgebietes. Die aus dem Berichtszeitraum dokumentierten Beobachtungen umfassen ausschließlich Nachweise aus dem Winterhalbjahr zwischen November und Anfang April.</p>\n<p class=\"lf-p\">Während des Durchzuges nutzen Kornweihen zur Jagd weiträumige, von nur wenigen Hecken durchsetzte Bereiche der offenen Feldflur.</p>\n<p class=\"lf-p\">Derartige Habitate mit mehrmaligen Nachweisen bestehen im Gebiet etwa im grünlandreichen Offenland zwischen Berbourg und Bech.</p>\n<p class=\"lf-p\">Eine Kornweihe jagt im März in niedrigem Suchflug über einem noch nicht umgebrochenen Stoppelacker.</p>\n<p class=\"lf-p\">49 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten Die Art wird auch nordöstlich von Herborn nachgewiesen, dort wechseln sich Wiesen und Äcker ab und werden von einigen Hecken aufgelockert. Ähnlich strukturiert sind auch die flach welligen Hänge östlich des Wuelbertsbaachs südöstlich von Berbourg, wo jagende Kornweihen aus mehreren Jahren dokumentiert sind. Bislang wurden keine gemeinschaftlichen Schlafplätze überwinternder Kornweihen gefunden; als potentiell geeignet wird die oben erwähnte Niederung zwischen Bech und Berbourg eingeschätzt, wo es neben Schilfröhricht eine Feuchtwiese mit einem kleinflächigen Seggenried gibt.</p>\n<p class=\"lf-p\">D - Beeinträchtigungen und Gefährdungen   Verlust von Feuchtwiesen, mehrjährigen Brachflächen sowie kleinräumigen Saumstrukturen Zerschneidung und Verkleinerung von offenen, störungsarmen Landschaftsräumen (durch Wegebau oder Bauansiedlungen)  Verschlechterung des Nahrungsangebotes durch den Verlust von Krautsäumen, Brachen oder den Einsatz von Bioziden in der Landwirtschaft  Störungen im Umfeld von Schlafplätzen durch Straßen- und Flugverkehr (z. B. Heißluftballons) sowie durch Erholungsnutzung  Individuenverluste durch Leitungsanflüge oder Stromschlag an ungesicherten Mittelspannungsmasten E - Erhaltungszustand Einstufung Rastvorkommen (Wintergast) Der Gesamterhaltungszustand wird entsprechend der Hauptkriterien als \"gut\" (B) bewertet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erhaltungszustand Kornweihe Zustand der Population [population] B Habitatqualität [conservation] B Isolation/Konzentration [isolation] C Gesamtwert [global] B Die weithin offene Feldflur ist das bevorzugte Jagdgebiet der Kornweihe. Größere Brach- oder Altgrasflächen bieten zugleich potenzielle Schlafplätze während des Winterhalbjahres (Sauerbaach südöstlich von Bech). e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 50 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten Verbreitung Kornweihe  Rastvorkommen/Durchzügler (n=10) © © O A m C m A C D G D m ©O iggiin inneee:::A Orrriig Adddm miin inniisisstttrrraaatttiio ioonnnddduuuC Caaadddaaassstttrrreeeeeetttdddeeella laaTTTooopppooogggrrraaappphhhiie ieeLLLuuuxxxeeem mbbbooouuurrrggg(((A AC CTTT)))---D Drrroooiitittsssrrréééssseeerrrvvvééésssàààll’l’E ’EEtttaaatttddduuuG Grrraaannnddd---D DuuuccchhhééédddeeeLLLuuuxxxeeem mbbbooouuurrrggg222000111999 e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 51 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten 4.2.7 Dendrocopos medius Mittelspecht Schutz- und Gefährdungsstatus EU-Vogelschutzrichtlinie Art. 4 Abs. 1 (Anh. I) Art. 4 Abs. 2 Art. 3 Abs. 1 (Leitart) Erhaltungszustand U1 Rote Liste - oder im Bereich von sonstigen Schadstellen angelegt (WEISS 2003). Mittelspechte sind größtenteils Standvögel mit Winterrevieren. Die Siedlungsdichte in Mittelspechtwäldern schwankt von ca. 0,2 bis 1 Revier/10 ha, kann in günstigen Habitaten aber auch noch höher liegen; als Mindestgröße des für ein Brutpaar ausreichenden Waldbestandes werden 3 bis 3,3 ha angegeben (vgl. BAUER et al. 2011, FLADE et al. 2004, WEISS 2003).</p>\n<p class=\"lf-p\">Bestand Luxemburg Status Brutvogel Gast/Durchzügler Bestand 200-400c Bestand LU0002016 Status Brutvogel Gast/Durchzügler Kartierung 2019 73c Gesamtwert 2014-2019 90-110c A - Methodik der Arterfassung Linienkartierung (Transekte), Punkt-StoppKartierung in geeigneten Habitaten, Datenrecherche (COL 2019) Die Erfassung der Population beruht auf der Feststellung Revier anzeigender Verhaltensweisen.</p>\n<p class=\"lf-p\">B - Artspezifische Habitat- und Lebensraumstrukturen Aufgrund der Bevorzugung von Bäumen mit grob- und tiefborkiger Rinde brütet der Mittelspecht hauptsächlich in älteren Waldbeständen mit hohem Eichenanteil. Entsprechend nutzt der Mittelspecht vor allem Eichenwälder und Wälder der Hartholzaue, daneben Erlenwälder und sehr alte Buchenbestände, regional auch (waldrandnahe) Streuobstwiesen (BAUER et al. 2011, FALDE et al. 2004). Die Bruthöhlen werden bevorzugt in abgestorbenen bzw. morschen Bäumen und Ästen e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g Der Mittelspecht weist eine enge Bindung an grobborkige Baumarten auf. Auch in Luxemburg gilt er als Charakterart von Eichenwäldern.</p>\n<p class=\"lf-p\">In Luxemburg ist der Mittelspecht in den ausgedehnten Waldbeständen im mittleren bis südlichen Landesteil regelmäßig anzutreffen, zumeist auf frischen bis feuchten Standorten (MELCHIOR et al. 1987, LORGÉ &amp; MELCHIOR 2015). Daneben werden typischerweise auch kleinere Waldbestände in den übrigen Landesteilen besiedelt, sofern die Voraussetzungen an den Lebensraum (größere Baumbestände mit grob- und tiefborkiger Rinde) erfüllt sind. Brutvorkommen außerhalb des geschlossenen Waldbestandes stellen Ausnahmen dar, sind jedoch bereits für Streuobstwiesen beschrieben (HUTTERT 1995, 52 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten WEISS 2015). Nach den ersten Ergebnissen des Specht-Monitorings wird der landesweite Brutbestand höher eingeschätzt als bislang angenommen (KLEIN 2016).</p>\n<p class=\"lf-p\">C - Populationsgröße und -struktur Mit einem Bestand von 90-110 Revieren ist der Mittelspecht im Vogelschutzgebiet eine außerordernlich häufige Brutvogelart, die alle größeren Waldbestände in hoher Revierdichte besiedelt. Allein in dem rund 500 ha großen Hierberbësch westlich von Herborn werden im Verlauf der aktuellen Kartierungen mindestens 20 Reviere erfasst. Mit Ausnahme kleinerer Teilflächen in der östlichen Hälfte weist nahezu der gesamte Laubmischwaldkkomplex einen hohen Anteil an Alteichen mit Totholzästen und damit eine besondere Habitateignung für den Mittelspecht auf, so dass hier mit noch weiteren Revieren zu rechnen ist.</p>\n<p class=\"lf-p\">Der ausgedehnte Laubmischwald südwestlich von Mompach ähnelt in seiner Struktur dem Hierberbësch; bezogen auf die Größe des Waldbestandes ist dort die Revierdichte sogar noch höher. Selbst kleinere Waldbestände bzw. Waldinseln von nur wenigen Hektarn Gesamtgröße sind im Schutzgebiet besiedelt (üblicherweise beträgt die Mindestgröße nutzbarer Bestände ca. 3 ha, BAUER et al. 2011, WEISS 2003). Erkennbare Verbreitungslücken bestehen lediglich am südwestlichen Rand des Natura 2000-Gebietes an den bewaldeten Talhängen der Syre zwischen Manternach und der Fielsmillen, wo aktuelle Reviernachweise fehlen. Hier erreichen die meisten Baumbestände noch nicht das erforderliche Alter bzw. den nötigen Alt- und Totholzanteil.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die überdurchschnittliche Revierdichte unterstreicht die hohe Entwicklungsreife der Waldbestände im Vogelschutzgebiet, in denen der Mittelspecht auch von der klimabegünstigen Lage der Wälder im östlichen Gutland profitiert. e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g D - Beeinträchtigungen und Gefährdungen  Verlust von Laubaltholzbeständen (vor allem Alteichen) durch starke Durchforstungen, Verlust von Höhlenbäumen bzw. Totholz  Störungen im Umfeld von Brutrevieren (etwa durch jahreszeitlich späte Forstarbeiten im März-April) E - Erhaltungszustand Einstufung Brutvorkommen Der Gesamterhaltungszustand wird entsprechend der Hauptkriterien als \"gut\" (B) bewertet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erhaltungszustand Mittelspecht Zustand der Population [population] A Habitatqualität [conservation] B Isolation/Konzentration [isolation] C Gesamtwert [global] B In den eichenreichen Waldbeständen des Vogelschutzgebietes tritt der Mittelspecht in außerordentlich hoher Revierdichte auf (Dënnebësch nördlich Herborn).</p>\n<p class=\"lf-p\">53 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten Verbreitung Mittelspecht  Brutvorkommen (n=73) © © O A m C m A C D G D m ©O iggiin inneee:::A Orrriig Adddm miin inniisisstttrrraaatttiio ioonnnddduuuC Caaadddaaassstttrrreeeeeetttdddeeella laaTTTooopppooogggrrraaappphhhiie ieeLLLuuuxxxeeem mbbbooouuurrrggg(((A AC CTTT)))---D Drrroooiitittsssrrréééssseeerrrvvvééésssàààll’l’E ’EEtttaaatttddduuuG Grrraaannnddd---D DuuuccchhhééédddeeeLLLuuuxxxeeem mbbbooouuurrrggg222000111999 e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 54 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten 4.2.8 Dryocopus martius Schwarzspecht Schutz- und Gefährdungsstatus EU-Vogelschutzrichtlinie Art. 4 Abs. 1 (Anh. I) Art. 4 Abs. 2 Art. 3 Abs. 1 (Leitart) Rote Liste - Erhaltungszustand U1 Bestand Luxemburg Status Brutvogel Gast/Durchzügler Bestand 100-150c Bestand LU0002016 Status Brutvogel Gast/Durchzügler Kartierung 2019 11c Gesamtwert 2014-2019 10-15c A - Methodik der Arterfassung Linienkartierung (Transekte), Punkt-StoppKartierung in geeigneten Habitaten, Datenrecherche (COL 2019) Die Erfassung der Population beruht auf der Feststellung Revier anzeigender Verhaltensweisen und dem Fund besetzter Bruthöhlen.</p>\n<p class=\"lf-p\">B - Artspezifische Habitat- und Lebensraumstrukturen Der Schwarzspecht bewohnt größere Waldgebiete mit Altholzbeständen in allen Höhenlagen und ist in fast allen Waldgesellschaften und Wirtschaftswäldern vertreten, wenn wenigstens eingestreut Nadelhölzer vorkommen, die er bevorzugt zur Nahrungssuche aufsucht (GLUTZ VON BLOTZHEIM &amp; BAUER 1997). Der Schwarzspecht gilt als ausgesprochen ortstreu; die Reviere umfassen in waldreichen Mittelgebirgen mindestens 250 bis 400 ha, häufig jedoch auch &gt; 500 ha (BAUER et al. 2011). Als Höh- e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g lenbäume werden mindestens 80- bis 100jährige Buchen bevorzugt; sie müssen einen freien Anflug zur Brut- bzw. Schlafhöhle mit einem mind. 4 bis 10 m hohen, astfreien Stamm aufweisen (BLUME 1996). Charakteristisch ist eine Häufung der Baumhöhlen in Gruppen, in so genannten „Höhlenzentren“.</p>\n<p class=\"lf-p\">In Luxemburg ist der Schwarzspecht nahezu flächendeckend verbreitet, nur in den besonders waldarmen Regionen bestehen Verbreitungslücken. Das größte zusammenhängende Areal besteht im Bereich des Luxemburger Sandsteins, der großflächige Buchenhochwälder im Wechsel mit Nadelwaldbeständen aufweist. In den zurückliegenden Jahrzehnten konnte der Schwarzspecht vereinzelt seine Verbreitung in Luxemburg noch weiter ausdehnen und ist mitunter auch in weniger waldreichen Landschaftsteilen anzutreffen, sofern zumindest kleinere Altholzinseln zum Bau einer Bruthöhle bestehen (LORGÉ &amp; MELCHIOR 2015).</p>\n<p class=\"lf-p\">C - Populationsgröße und -struktur In den Wäldern des Vogelschutzgebietes ist der Schwarzspecht mit einem Bestand von 10 bis 15 Revieren ein weit verbreiteter und häufiger Brutvogel. Selbst unter Beachtung von Grenzrevieren (etwa am westlichen oder südlichen Rand des VSG) ist die Revierdichte bei einer Gesamtwaldfläche von rund 1350 ha außerordentlich hoch (im Kontrolljahr 2019 lag die rechnerische Reviergröße bei ca. 123 ha je Brutpaar).</p>\n<p class=\"lf-p\">Mit Ausnahme der Waldflächen am südöstlichen Gebietsrand (an den Talhängen der Syre) sind alle größeren, zusammenhängenden Waldflächen besiedelt. Das mit rund 500 ha größte Waldgebiet, der Hierberbësch nordwestlich von Herborn, beherbergt allein drei Reviere (davon ein Grenzrevier entlang der westlichen Gebietsgrenze). In dem altholzreichen Mischwald findet der Schwarzspecht ausreichend alte Buchen mit einem hohen 55 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten astfreien Schaft, die sich zum Bau von Bruthöhlen eignen. Höhlenzentren mit mehreren Schwarzspechthöhlen in geringer räumlicher Distanz weisen auf eine kontinuierliche Besiedlung des Waldgebietes bereits über viele Jahre hin. Das Bestandsalter in den östlichen Teilen des Waldgebietes ist etwas geringer und der Anteil an Nadelhölzern höher; dennoch beziehen die Schwarzspechte auch diese Flächen in die regelmäßige Nahrungssuche (vor allem nach Vorkommen der Rossameise an Nadelbäumen) ein.</p>\n<p class=\"lf-p\">In den ausgedehnten Wäldern um Mompach (Pafebiergerbësch, Aessen) nehmen ebenfalls Laubalthölzer den überwiegenden Flächenanteil ein. Zwar setzt sich hier rund ein Drittel aus Beständen zusammen, deren Bäume noch nicht den zum Höhlenbau erforderlichen Stammdurchmesser erreicht haben; diese Bestände dienen jedoch wiederum - ebenso wie kleinere Nadelwaldparzellen - als essentielle Nahrungsgebiete. Jeweils zwei Schwarzspechtreviere unterstreichen die insgesamt hohe Habitatqualität dieser Wälder für die Art.</p>\n<p class=\"lf-p\">Abseits der größeren, zusammenhängenden Waldgebiete ist der Schwarzspecht auch in deutlich kleineren Beständen als Brutvogel anzutreffen, vor allem im südwestlichen Teil des Schutzgebietes. Dort besiedelt er die in der offenen Landschaft eingestreuten Wäldchen „Häs“ bei Lellig (ca. 220 ha) oder „Scheed“ südwestlich von Manternach (ca. 350 ha). Auch hier profitiert die Art von dem kleinräumigen Wechsel unterschiedlicher Waldtypen, in denen Hochwaldbestände mit Altbäumen zur Anlage der Bruthöhle sowie kleinere Nadelwaldparzellen zur Nahrungssuche abwechseln. Dabei werden regelmäßig auch größere Offenlandbereiche zwischen kleineren Waldparzellen im Streckenflug überquert, etwa vom Waldgebiet am Schëdbierg nördlich von Berbourg hin zu den kleineren Wäldchen (z. B. dem Kempeslbësch) östlich der Ortslage. e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g Der Schwarzspecht legt seine Bruthöhlen nahezu ausschließlich in Buchen an. Im Vogelschutzgebiet profitiert er von einem hohen Anteil an Altholzbeständen.</p>\n<p class=\"lf-p\">D - Beeinträchtigungen und Gefährdungen  Verlust von Höhlenbäumen  Verlust oder starke Auflichtung von Altbaumbeständen (vor allem Buchen)  Störungen im Umfeld von Schlaf- und Nisthöhlen (vor allem durch jahreszeitlich späte Forstarbeiten im März-April) E - Erhaltungszustand Einstufung Brutvorkommen Der Gesamterhaltungszustand wird entsprechend der Hauptkriterien als \"gut\" (B) bewertet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erhaltungszustand Schwarzspecht Zustand der Population [population] B Habitatqualität [conservation] B Isolation/Konzentration [isolation] C Gesamtwert [global] B 56 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten Verbreitung Schwarzspecht  Brutvorkommen (n=11) © © O A m C m A C D G D m ©O iggiin inneee:::A Orrriig Adddm miin inniisisstttrrraaatttiio ioonnnddduuuC Caaadddaaassstttrrreeeeeetttdddeeella laaTTTooopppooogggrrraaappphhhiie ieeLLLuuuxxxeeem mbbbooouuurrrggg(((A AC CTTT)))---D Drrroooiitittsssrrréééssseeerrrvvvééésssàààll’l’E ’EEtttaaatttddduuuG Grrraaannnddd---D DuuuccchhhééédddeeeLLLuuuxxxeeem mbbbooouuurrrggg222000111999 e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 57 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten 4.2.9 Lanius collurio Neuntöter Schutz- und Gefährdungsstatus EU-Vogelschutzrichtlinie Art. 4 Abs. 1 (Anh. I) Art. 4 Abs. 2 Art. 3 Abs. 1 (Leitart) Rote Liste 3 (gefährdet) Erhaltungszustand U1 landbestände (v. a. frisch gemähte Wiesen oder Rinderweiden) liefern die Hauptnahrungsgrundlage, meist größere Wirbellose. Seine Beute (vor allem Insekten aller Art, gelegentlich Amphibien, Kleinsäuger) spießt der Neuntöter gerne auf den Dornen der Hecken auf, mitunter auch an Stacheldraht von Weidezäunen. Die Reviergröße variiert zwischen 1 - 6 ha (im Durchschnitt 1,5 bis 2 ha; BAUER et al. 2011).</p>\n<p class=\"lf-p\">Bestand Luxemburg Status Brutvogel Gast/Durchzügler Bestand 500-900c Bestand LU0002016 Status Brutvogel Gast/Durchzügler Kartierung 2019 83c Gesamtwert 2014-2019 80-100c A - Methodik der Arterfassung Linienkartierung (Transekte), Punkt-StoppKartierung in geeigneten Habitaten, Datenrecherche (COL 2019) Die Erfassung der Population beruht auf der Feststellung Revier anzeigender Tiere.</p>\n<p class=\"lf-p\">B - Artspezifische Habitat- und Lebensraumstrukturen Der Neuntöter bevorzugt reich strukturierte, halboffene Landschaften. Er besiedelt mit Hecken umsäumte Viehweiden, Mäh- und Magerwiesen, schwach verbuschte Trockenrasen, aber auch Streuobstwiesen, gebüschreiche Waldsäume und Sukzessionsflächen sowie junge Kahlschläge. Dabei bevorzugt er es warm und trocken, vorzugsweise in süd- bis südwestexponierten Lagen. Als Niststandort sowie als Ansitz- und Jagdwarten sind dornige Hecken, Gehölze und Sträucher von besonderer Bedeutung. Offene, kurzrasige Grün- e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g In der Gegend um Mompach ist der Neuntöter als Brutvogel noch häufiger anzutreffen.</p>\n<p class=\"lf-p\">In Luxemburg ist der Neuntöter in geeigneten Habitaten noch im gesamten Land verbreitet, und profitiert insbesondere von Gebieten mit einer kleinparzellierten landwirtschaftlichen Nutzung (MELCHIOR et al. 1987, BECHET &amp; MOES 1999). In den großen zusammenhängenden Waldgebieten ist die Art naturgemäß selten, hier besiedelt der Neuntöter entsprechende Biotope wie größere Schonungen, Kahlschlagsflächen oder Waldränder (HEIDT et al.</p>\n<p class=\"lf-p\">2002, LORGÉ &amp; MELCHIOR 2015). In vielen Regionen des Landes sind seit einigen Jahren anhaltende Bestandsrückgänge zu verzeichnen (ANDERS 2018).</p>\n<p class=\"lf-p\">C - Populationsgröße und -struktur Mit einem Brutbestand von 80-100 Revieren ist der Neuntöter im Vogelschutzgebiet ein weit verbreiteter Charaktervogel der halboffenen 58 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten Kulturlandschaft. Die festgestellten Vorkommen verteilen sich nahezu über die gesamte Schutzgebietsfläche; Verbreitungsschwerpunkte liegen dabei in den von Grünland dominierten Gebieten mit einem hohen Anteil an Hecken und Dornsträuchern.</p>\n<p class=\"lf-p\">Hohe Revierdichten mit teils geklumpten Vorkommen bestehen im weitläufigen Talkessel rund um Olingen. Dort werden allein zwanzig Reviere ermittelt, die sich vorwiegend auf das Umfeld von beweidetem Grünland erstrecken.</p>\n<p class=\"lf-p\">Lange Feldhecken entlang von Parzellengrenzen, aber auch Streuobstwiesen durchsetzt mit kleinen dornigen Sträuchern bieten entsprechende Nistmöglichkeiten.</p>\n<p class=\"lf-p\">Weitere Dichtezentren finden sich in der halboffenen Landschaft zwischen Berbourg, Bech und Geyershaff oder im Südosten in der Gemarkung von Mertert. Auch hier dominieren Grünlandflächen mit extensiver Nutzung und einer sehr kleinteilig strukturierten Landschaft, in der geeignete Neststandorte sowie ein hohes Angebot an Ansitzwarten für die Insektenjagd zur Verfügung stehen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Auch in Gebietsteilen mit einem etwas geringeren Anteil an Heckenstrukturen ist der Neuntöter noch regelmäßig präsent, sofern ausreichend Grünlandflächen zur Nahrungssuche existieren (etwa in der Flur „Ruedland“ zwischen Berbourg und Bech). Dagegen nimmt der Anteil an Revieren selbst in heckenreichen Gebietsteilen merklich ab, wenn an diese keine oder nur wenige Wiesen oder Weiden angrenzen. So ist die Art in der Feldflur zwischen Berbourg und Lellig nur spärlich vertreten, obwohl auch dort größere, linienförmige Feldhecken existieren. Hier ist die geringe Präsenz des Neuntöters in erster Linie in einem nur geringen Grünlandanteil begründet.</p>\n<p class=\"lf-p\">D - Beeinträchtigungen und Gefährdungen  Verlust von Heckenstrukturen durch Rodung oder intensive Nutzung („kastenförmiger“ Pflegeschnitt der Hecken)  Verlust von krautigen Säumen und Brachen entlang der Feld- und Wegränder  Intensivierung der Grünlandnutzung (hoher Düngemitteleinsatz bzw. Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, häufige, mehrschürige Mahd der Wiesen)  Aufforstung bzw. Sukzession/Verwaldung von mageren Grünlandflächen E - Erhaltungszustand Einstufung Brutvorkommen Der Gesamterhaltungszustand wird entsprechend der Hauptkriterien als \"gut\" (B) bewertet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erhaltungszustand Neuntöter Zustand der Population [population] B Habitatqualität [conservation] B Isolation/Konzentration [isolation] C Gesamtwert [global] B Neben Feldhecken besiedelt der Neuntöter im Gebiet auch verbrachte Obstwiesen oder Aufforstungen in Waldrandnähe. Ein hoher Grünlandanteil - vorzugsweise Rinderweiden - ist besonders günstig (Ortsrand nördlich von Lellig). e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 59 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten Verbreitung Neuntöter  Brutvorkommen (n=83) © © O A m C m A C D G D m ©O iggiin inneee:::A Orrriig Adddm miin inniisisstttrrraaatttiio ioonnnddduuuC Caaadddaaassstttrrreeeeeetttdddeeella laaTTTooopppooogggrrraaappphhhiie ieeLLLuuuxxxeeem mbbbooouuurrrggg(((A AC CTTT)))---D Drrroooiitittsssrrréééssseeerrrvvvééésssàààll’l’E ’EEtttaaatttddduuuG Grrraaannnddd---D DuuuccchhhééédddeeeLLLuuuxxxeeem mbbbooouuurrrggg222000222000 e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 60 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten 4.2.10 Milvus migrans Schwarzmilan Schutz- und Gefährdungsstatus EU-Vogelschutzrichtlinie Art. 4 Abs. 1 (Anh. I) Art. 4 Abs. 2 Art. 3 Abs. 1 (Leitart) Rote Liste V (Vorwarnliste) Erhaltungszustand U1 Bestand Luxemburg Status Brutvogel Gast/Durchzügler Bestand 60-62c [106 Reviere] Bestand LU0002016 Status Brutvogel Gast/Durchzügler Kartierung 2019 7c Gesamtwert 2014-2019 7-9c A - Methodik der Arterfassung Punkt-Stopp-Kartierung in geeigneten Habitaten, Revierkartierung von Großvogelarten (Übersichtskontrollen von zentralen Beobachtungspunkten) Horst wird auf Laub- oder Nadelbäumen in größeren Höhen errichtet, gerne in der Nähe von Rotmilanhorsten. Vor allem zur Brutzeit erfolgt eine Nahrungssuche in der offenen grünlandreichen Feldflur. Das Revier umfasst Flächen von etwa 10 km², ist mitunter aber noch deutlich größer. Die Jagdflüge können sich vom Horst aus mehrere Kilometer weit erstrecken, meist in Entfernungen von 3-5 km (MEBS &amp; SCHMIDT 2006, WALZ 2005). Der Schwarzmilan ist dabei ein regelmäßiger, geselliger Gast auf Mülldeponien.</p>\n<p class=\"lf-p\">In Luxemburg ist der Schwarzmilan ein Bewohner der offenen Kulturlandschaft, dessen Vorkommen sich lange Zeit auf das Gutland begrenzte (CONZEMIUS 1998). In den vergangenen Jahren ist eine Arealausweitung in den nördlichen Landesteil (Ösling) zu verzeichnen. Der Schwerpunkt liegt jedoch nach wie vor im zentralen und südlichen Luxemburg (BIVER &amp; CONZEMIUS 2010). Im Umfeld der Müllhalde bei Flaxweiler tritt die Art mit einer lokal hohen Revierdichte auf; in einem Umkreis von 6 km wurden sechs Reviere festgestellt, was einer Revierdichte von 15,8 Rev./100 km² entspricht (Bezugsfläche 38 km²; KIEFER 1998, 2010).</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Erfassung der Population beruht auf der Feststellung Revier anzeigender Verhaltensweisen bzw. Horstfunden.</p>\n<p class=\"lf-p\">B - Artspezifische Habitat- und Lebensraumstrukturen Der Schwarzmilan ist in Mitteleuropa ein weit verbreiteter, jedoch nirgends häufiger Brutvogel, der bevorzugt am Rande von lückigen Altholzbeständen, in Auwäldern sowie größeren Feldgehölzen nistet, meist in der Nähe von Gewässern, Feuchtgrünland oder anderen Feuchtgebieten (BAUER et al. 2011). An besonders günstigen Standorten kann lokal eine Konzentration an Revierpaaren, bis hin zu einem „kolonieartigen“ Brüten auftreten. Der e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g Schwarzmilane brüten im Vogelschutzgebiet in landesweit hoher Revierdichte C - Populationsgröße und -struktur Der Schwarzmilan tritt im Vogelschutzgebiet LU0002016 mit einer im landesweiten Vergleich 61 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten überdurchschnittlich hohen Dichte auf. Mit sieben Revieren ist die Art zur Brutzeit nahezu im gesamten Schutzgebiet zu beobachten, bevorzugt bei der Jagd über dem weitläufigen Offenland im zentralen und östlichen Teil des Schutzgebietes. Zwar liegt die rechnerische Revierdichte mit 14,1 Revieren/100 km² (7 Reviere bezogen auf die Gesamtfläche) etwas unter den Werten des südlich angrenzenden Vogelschutzgebietes LU0002015 \"Région de Junglinster\", dennoch übertrifft sie die meisten Vergleichswerte aus anderen Regionen Mitteleuropas (GELPKE &amp; STÜBING 2010, DIETZEN et al.</p>\n<p class=\"lf-p\">2016, ECORAT 2019, u. a.).</p>\n<p class=\"lf-p\">Die räumliche Verteilung der festgestellten Brutvorkommen konzentriert sich auf den Raum Herborn - Berbourg - Manternach. Ähnlich wie die Schwesterart legt er seine Horste bevorzugt in Waldrandlage an, unabhängig von der Größe des Bestandes. Neststandorte finden sich sowohl in ausgedehnten Waldkomplexen (wie etwa dem Pafebiergerbësch nördlich von Mompach) als auch in kleinen Feldgehölzen von weniger als einem Hektar(z. B. bei Lellig). Nicht selten liegen die Horste in direkter Nachbarschaft zu den Nestern des Rotmilans; so werden im Méchelsbësch westlich von Berbourg bereits über mehrere Jahre hinweg Horstbäume genutzt, die nur etwa 150 m voneinander entfernt sind.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die hohe Zahl an Brutvorkommen unterstreicht das günstige Nahrungsangebot in der Gegend um Mompach. Während Gewässer und Feuchtgebiete als ebenfalls typische Jagdhabitate innerhalb des Vogelschutzgebietes weitestgehend fehlen, profitiert der Schwarzmilan vom hohen Anteil an Grünland innerhalb der offenen Feldflur, welche rund zwei Drittel der landwirtschaftlich genutzten Fläche einnimmt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Auch die enge räumliche Verzahnung von Grün- und Ackerland wirkt sich günstig aus.</p>\n<p class=\"lf-p\">Vor allem nach dem Schlüpfen der Jungvögel im Mai ist der Deckungsgrad in den Wintergetreidefeldern bereits hoch, so dass in dieser e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g Phase beweidete bzw. periodisch gemähte Grünlandflächen für eine gute Verfügbarkeit der Nahrung sorgen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Bei der Jagd treten Schwarzmilane oft in Gesellschaft von Rotmilanen auf, dabei mitunter in größeren Ansammlungen; so werden in der letzten Julidekade bei Mompach insgesamt 12 Vögel gleichzeitig bei der Jagd über einer frisch gemähten Wiese beobachtet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Tabelle 7:</p>\n<p class=\"lf-p\">Übersicht der SchwarzmilanVorkommen 2019 Revier Gemarkung Nr.</p>\n<p class=\"lf-p\">Lage / Distanz Status 1 Mompach im VSG Brutpaar 2 Mompach im VSG Brutpaar 3 Manternach im VSG Brutpaar 4 Manternach im VSG Brutpaar 5 Manternach im VSG Brutpaar 6 Mompach im VSG Brutpaar 7 Manternach im VSG Brutpaar Ein gut versteckter Horst des Schwarzmilans in Waldrandnähe: Der Altvogel ist dennoch an dem nur schwach gegabelten Schwanz eindeutig erkennbar.</p>\n<p class=\"lf-p\">62 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten D - Beeinträchtigungen und Gefährdungen  Verlust bzw. Entwertung von Horstbäumen durch Rodung oder starke Freistellung  Störungen an den Brutplätzen (vor allem durch späte forstliche Maßnahmen wie Durchforstung, Holzeinschlag und -abfuhr oder Wegebau etc.)   Verringerung des Nahrungsangebotes durch Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung (großparzellige Flächen, Verringerung des Grünlandanteils, Verlust von Kleinstrukturen wie Säume, Feld- oder Wegraine, hoher Düngemittelund Pestizideinsatz) spannungsmasten bzw. durch Kollisionen an Windkraftanlagen (an Standorten außerhalb des Vogelschutzgebietes) E - Erhaltungszustand Einstufung Brutvorkommen Der Gesamterhaltungszustand wird entsprechend der Hauptkriterien als \"gut\" (B) bewertet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erhaltungszustand Schwarzmilan Zustand der Population [population] B Habitatqualität [conservation] B Isolation/Konzentration [isolation] C Gesamtwert [global] B Individuenverluste durch Leitungsanflüge oder Stromschlag an ungesicherten Mittel- Seine Horste legt der Schwarzmilan bevorzugt auf hohen Bäumen in Waldrandnähe an. Die umliegende Feldflur wird zur Brutzeit intensiv bejagt; Nahrungsflüge erstrecken sich aber auch über größere Distanzen in das gesamte Vogelschutzgebiet. e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 63 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten Verbreitung Schwarzmilan Brutvorkommen* (n=7) © © O A m C m A C D G D m ©O iggiin inneee:::A Orrriig Adddm miin inniisisstttrrraaatttiio ioonnnddduuuC Caaadddaaassstttrrreeeeeetttdddeeella laaTTTooopppooogggrrraaappphhhiie ieeLLLuuuxxxeeem mbbbooouuurrrggg(((A AC CTTT)))---D Drrroooiitittsssrrréééssseeerrrvvvééésssàààll’l’E ’EEtttaaatttddduuuG Grrraaannnddd---D DuuuccchhhééédddeeeLLLuuuxxxeeem mbbbooouuurrrggg222000111999 laufende Nummer siehe Tabelle 8 * Aufgrund der hohen Revierdichte und der außerordentlich zahlreichen Jagdbeobachtungen wird auf eine Darstellung der Einzelsichtungen verzichtet. e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 64 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten 4.2.11 Milvus milvus Rotmilan Schutz- und Gefährdungsstatus EU-Vogelschutzrichtlinie Art. 4 Abs. 1 (Anh. I) Art. 4 Abs. 2 Art. 3 Abs. 1 (Leitart) Rote Liste 3 (gefährdet) Erhaltungszustand U1 Bestand Luxemburg Status Brutvogel Gast/Durchzügler Bestand 63-66c [90 Reviere] Bestand LU0002016 Status Brutvogel Gast/Durchzügler Kartierung 2019 6c [+2c angrenzend] Gesamtwert 2014-2019 7-9c A - Methodik der Arterfassung Punkt-Stopp-Kartierung in geeigneten Habitaten, Revierkartierung von Großvogelarten (Übersichtskontrollen von zentralen Beobachtungspunkten) Die Erfassung der Population beruht auf der Feststellung Revier anzeigender Verhaltensweisen bzw. von Horstfunden.</p>\n<p class=\"lf-p\">B - Artspezifische Habitat- und Lebensraumstrukturen Der Rotmilan bevorzugt eine reich strukturierte Landschaft aus offenen, landwirtschaftlich genutzten Flächen mit hohem Grünlandanteil sowie Wäldern mit alten Baumbeständen. Die Horste werden in den Randbereichen lichter Hochwälder angelegt bzw. in Waldbereichen, die an Kahlschläge, Lichtungen oder Schonungen angrenzen, vereinzelt auch in Baumreihen bzw. Einzelbäumen. Den dichten Wald meidet die Art als Brutstandort dagegen weit- e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g gehend (GLUTZ VON BLOTZHEIM et al. 1998; AEBISCHER 2009).</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Ernährung des Rotmilans ist vielseitig und passt sich den örtlichen Gegebenheiten an; er jagt Kleinsäuger bis Hasengröße und Vögel bis Hühnergröße. Oft handelt es sich um geschwächte Tiere, gerne werden Aas (z. B. Verkehrsopfer) und Abfälle angenommen. Artgenossen werden in der Regel bis zu einer Entfernung von ca. 300 m vom Horst vertrieben, das Jagdrevier wird dagegen nicht verteidigt und kann sich mit Nachbarrevieren überschneiden. Die Suchflüge nach Nahrung erstrecken sich vom Horst aus im Mittel bis 5 km weit, vereinzelt jedoch auch deutlich darüber hinaus (MEBS &amp; SCHMIDT 2006, KLEIN 2017). Die Art gilt dabei als standorttreu, wenngleich es große individuelle Unterschiede bezüglich des Festhaltens am jeweiligen Horst gibt; so weist ein Revier oft mehrere Wechselhorste auf (MEBS &amp; SCHMIDT 2006, AEBISCHER 2009).</p>\n<p class=\"lf-p\">In Luxemburg ist der Rotmilan als Brutvogel landesweit vertreten; nach den landesweiten Kartierungen im Jahr 2015 wird der Bestand auf 90 Reviere beziffert (47 sichere sowie 43 potenzielle Revierpaare, BASTIAN 2017, KLEIN 2017). Hohe Revier- bzw. Siedlungsdichten erreicht die Art im mittleren und nördlichen Landesteil, etwa auf dem Öslinger Hochplateau sowie im Osten des Landes. Demgegenüber fehlt der Rotmilan als Brutvogel im dicht besiedelten und waldreichen Zentrum des Landes weitgehend bzw. ist dort vergleichsweise selten (z. B. im mittleren Ösling; KLEIN 2015).</p>\n<p class=\"lf-p\">C - Populationsgröße und -struktur Der Rotmilan besiedelt das Vogelschutzgebiet in einer außerordentlich hohen Revierdichte.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die insgesamt acht im Kontrolljahr festgestellten Brutpaare (davon sechs Reviere mit Horststandorten innerhalb des VSG sowie zwei weitere Bruten wenige Meter außerhalb) verteilen sich mit Ausnahme einer kleinen Lücke im 65 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten zentral-westlichen Bereich ansonsten relativ gleichmäßig über die Schutzgebietsfläche. Mit 12,1 Revieren/100 km² (bezogen auf 6 Reviere) erreicht die Revierdichte im landesweiten Vergleich ähnlich hohe Werte wie bei der Schwesterart, dem Schwarzmilan, und liegt damit deutlich über den Werten ähnlicher Untersuchungen in Luxemburg oder angrenzenden Regionen (KIEFER 2008, 2010, DIETZEN et al. 2016)6.</p>\n<p class=\"lf-p\">Im Vogelschutzgebiet dienen waldrandnahe Altbaumbestände als bevorzugte Horstplätze. (etwa im Pafebiergerbësch bei Mompach oder im Berbuergerbësch); Mehrfach liegen die Nester auch in kleinen Hangwäldern bzw. in schmalen, weniger als 100 m breiten Waldausläufern (z. B. südlich von Manternach).</p>\n<p class=\"lf-p\">Kreisende Rotmilane sind im östlichen Gutland über den Sommer hinweg nahezu allgegenwärtig. Wie seine Schwesterart brütet auch der Rotmilan im Vogelschutzgebiet mit hoher Revierdichte.</p>\n<p class=\"lf-p\">In der Regel legen Rotmilane in ihrem Revier mehrere Wechselhorste an, können andererseits aber auch jahrelang am selben Brutplatz festhalten. So ist im Betrachtungszeitraum in mindestens zwei Fällen eine kontinuierliche Nutzung des Horstes über fünf bzw. sechs Jahre dokumentiert (COL 2019).</p>\n<p class=\"lf-p\">6 KIEFER (2008) ermittelt nördlich von Grevenmacher im Verlauf mehrjähriger Untersuchungen eine Dichte von 7 bis 9 Revierpaaren/100 km2. e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g Während der Brutzeit sind jagende Rotmilane im Vogelschutzgebiet nahezu allgegenwärtig.</p>\n<p class=\"lf-p\">Aus der Verteilung der Brutplätze ergibt sich eine Konzentration der Feststellungen im Bereich Bech - Herborn - Manternach. Dort liegt der Waldanteil unter dem Landesdurchschnitt, so dass den Vögeln umfangreichere Nahrungshabitate in der (halb)offenen Kulturlandschaft zur Verfügung stehen. Wiesen und Weiden nehmen rund zwei Drittel der landwirtschaftlichen Nutzfläche ein, was das Auftreten der Art zusätzlich begünstigt (GRÜNEBERG &amp; KARTHÄUSER 2019). Durch eine annähernd gleichmäßige Verteilung der Wiesen, Weiden und Ackerflächen ist eine im Verlauf der Brutperiode \"homogene\" Verfügbarkeit der Nahrungsflächen gegeben. So stehen im Laufe der Brutperiode in einem „Flächenmosaik“ wechselnde Areale mit einer niedrigen Pflanzenbedeckung zur Verfügung, insbesondere im Juni und Juli zum Zeitpunkt des größten Nahrungsbedarfes (bei der Versorgung der Jungvögel).</p>\n<p class=\"lf-p\">Zur Jagd halten sich Rotmilane meist im nahen Umfeld der Horste auf (1 bis 2 km-Korridor), dehnen ihre Nahrungsflüge mitunter aber auch über mehrere Kilometer in andere Gebietsteile aus. Einzelvögel, aber auch kleinere Trupps werden nicht selten weiter abseits der Revierzentren angetroffen, etwa im Raum Herborn Osweiler, wo derzeit konkrete Brutnachweise fehlen. Nur wenige Beobachtungen liegen aus dem südöstlichen Abschnitt im Gemeindegebiet von Mertert vor, wo ausgedehnte Waldflächen sich mit einer durch Hecken und Feldgehölze sehr kleinräumig gegliederten Kulturlandschaft abwechseln. Nur gelegentlich werden Rotmilane bei Jagdflügen über lückigeren Obstwiesen beobachtet, in der Regel in der Phase der Revierbesetzung bzw. frühen Brutperiode im März und April. Dagegen patrouillieren Milane über die gesamte Brutperiode hinweg gerne entlang von unbefestigten Feldwegen und deren krautigen Säumen (etwa im Raum Bech und Berbourg), 66 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten Tabelle 8:</p>\n<p class=\"lf-p\">Übersicht der Rotmilan-Vorkommen 2019 Revier Gemarkung Nr.</p>\n<p class=\"lf-p\">Lage / Distanz Status 1 Echternach im VSG Brutpaar 2 Mompach im VSG Brutpaar 3 Manternach im VSG Revierpaar 4 Manternach im VSG Brutpaar 5 Manternach im VSG Brutpaar 6 Beidweiler im VSG Brutpaar 7 Bech ca. 190 m außerhalb Brutpaar 8 Biwer ca. 60 m außerhalb Brutpaar D - Beeinträchtigungen und Gefährdungen  Verlust bzw. Entwertung von Horstbäumen durch Rodung oder starke Freistellung  Störungen an den Brutplätzen (vor allem durch späte forstliche Maßnahmen wie Durchforstung, Holzeinschlag und -abfuhr oder Wegebau etc.)  Verringerung des Nahrungsangebotes durch Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung (großparzellige Flächen, Verringerung des Grünlandanteils, Verlust von Kleinstrukturen wie Säume, Feld- oder Wegraine, hoher Düngemittel- und Pestizideinsatz)  Individuenverluste durch Leitungsanflüge oder Stromschlag an ungesicherten Mittelspannungsmasten bzw. durch Kollisionen an Windkraftanlagen (an Standorten außerhalb des Vogelschutzgebietes) E - Erhaltungszustand Einstufung Brutvorkommen Der Gesamterhaltungszustand wird entsprechend der Hauptkriterien als \"gut\" (B) bewertet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erhaltungszustand Rotmilan Zustand der Population [population] B Habitatqualität [conservation] B Isolation/Konzentration [isolation] C Gesamtwert [global] B Beuteanflug eines Rotmilans über einer frisch gemähten Wiese: Durch den hohen Grünlandanteil bestehen im Schutzgebiet günstige Jagdmöglichkeiten auf großer Fläche. e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 67 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten Verbreitung Rotmilan Brutvorkommen* (n=6, weitere 2 nahe angrenzend) © © O A m C m A C D G D m ©O iggiin inneee:::A Orrriig Adddm miin inniisisstttrrraaatttiio ioonnnddduuuC Caaadddaaassstttrrreeeeeetttdddeeella laaTTTooopppooogggrrraaappphhhiie ieeLLLuuuxxxeeem mbbbooouuurrrggg(((A AC CTTT)))---D Drrroooiitittsssrrréééssseeerrrvvvééésssàààll’l’E ’EEtttaaatttddduuuG Grrraaannnddd---D DuuuccchhhééédddeeeLLLuuuxxxeeem mbbbooouuurrrggg222000111999 laufende Nummer siehe Tabelle 8 * Aufgrund der hohen Revierdichte und der außerordentlich zahlreichen Jagdbeobachtungen wird auf eine Darstellung der Einzelsichtungen verzichtet. e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 68 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten 4.2.12 Pernis apivorus Wespenbussard Schutz- und Gefährdungsstatus EU-Vogelschutzrichtlinie Art. 4 Abs. 1 (Anh. I) Art. 4 Abs. 2 Art. 3 Abs. 1 (Leitart) Rote Liste - Erhaltungszustand FV Bestand Luxemburg Status Brutvogel Gast/Durchzügler Bestand 100-180c Bestand LU0002016 Status Brutvogel Gast/Durchzügler Kartierung 2019 2c [+1c angrenzend] Gesamtwert 2014-2019 2-5c A - Methodik der Arterfassung Punkt-Stopp-Kartierung in geeigneten Habitaten, Revierkartierung von Großvogelarten (Übersichtskontrollen von zentralen Beobachtungspunkten) Die Erfassung der Population beruht auf der Feststellung Revier anzeigender Verhaltensweisen bzw. auf Horstfunden.</p>\n<p class=\"lf-p\">B - Artspezifische Habitat- und Lebensraumstrukturen Der Wespenbussard brütet bevorzugt in lichten Laub- und Mischwäldern mit einem alten Baumbestand, wobei die Anlage des Horstes meist tiefer innerhalb des geschlossenen Waldbestandes erfolgt (MEBS &amp; SCHMIDT 2006).</p>\n<p class=\"lf-p\">Seine Nahrungsgebiete liegen überwiegend an Waldrändern und Säumen, in offenen Grünlandbereichen (Wiesen und Weiden), aber auch auf größeren Lichtungen, Schneisen oder Kahlschlägen innerhalb geschlossener Wald- e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g gebiete. Als ausgesprochener Nahrungsspezialist ernährt sich die Art im Hochsommer in erster Linie von Wespen (Larven, Puppen und Imagines), die „zu Fuß“ erbeutet bzw. mit dem Schnabel ausgegraben werden. Zu Beginn der Brutzeit und bei Regenwetter werden auch andere Insekten, Amphibien, Jungvögel oder Kleinsäuger angenommen (MEBS &amp; SCHMIDT 2006).</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Größe des zur Jagd genutzten Areals wird wesentlich durch die Verfügbarkeit von Wespennestern (und damit auch von der Witterung zur Brutzeit im Mai/Juni) bestimmt. In „schlechten“ Jahren mit anhaltend feuchtkühler Witterung im Mai/Juni sind in einem Gebiet mitunter deutlich weniger Paare anwesend, die vielfach gar nicht zur Brut schreiten (MEBS &amp; SCHMIDT 2006). Die Nahrungsflüge reichen bis 7 km weit, Aktionsräume umfassen 17-45 km² (BAUER et al. 2011, SÜDBECK et al. 2005).</p>\n<p class=\"lf-p\">In Luxemburg ist der Wespenbussard in allen Naturräumen verbreitet, wenn auch meist nur in geringer Dichte und oft an wechselnden Standorten (WEISS &amp; PALER 2006, LORGÉ &amp; MELCHIOR 2015). Gut geeignete Habitate bestehen etwa im Nordteil des Landes, wo die Art regelmäßig entlang der waldreichen Täler von Obersauer, Our oder Wiltz beobachtet werden kann.</p>\n<p class=\"lf-p\">Dort wechseln großflächig ungestörte Niststandorte entlang der bewaldeten Täler mit geeigneten Nahrungshabitaten wie naturnahen Talwiesen und Hangweiden oder Kahlschlägen bzw. größeren Lichtungen.</p>\n<p class=\"lf-p\">C - Populationsgröße und -struktur Mit mindestens zwei sicheren Brutnachweisen und einem weiteren grenznahen Vorkommen ist der Wespenbussard ein seltener, jedoch regelmäßig anzutreffender Greifvogel. Aktuelle Brutplätze liegen in den hochstämmigen Laubmischwäldern im Zentrum des Schutzgebietes am Schëdbierg bei Berbourg sowie im Waldgebiet Häs bei Lellig. Die bei der Reviermarkie- 69 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten rung typischen „Treppenflüge“ werden ebenso bei Manternach dokumentiert und lassen dort ein weiteres Brutvorkommen, ggf. nicht alljährliches Vorkommen vermuten (südlich der Ortslage im Waldgebiet „Scheed“). Ein weiteres Revierzentrum wird im „Breischert“ südlich von Mompach lokalisiert, liegt jedoch bereits wenige Meter außerhalb der Gebietsgrenzen. Auch für dieses Vorkommen liegen die bevorzugten Nahrungshabitate in den Fluren „Grousswiss“ und „Gënschend“ und damit innerhalb des Vogelschutzgebietes.</p>\n<p class=\"lf-p\">Der hohe Anteil an Wiesen und Weiden erleichtern dem Wespenbussard die Suche nach Nestern von Erdwespen, etwa in Mäuse- oder Maulwurfsbauten. In weiten Teilen des Schutzgebietes ist die Feldflur dicht von Hecken und Gehölzen durchzogen; der hohe Grenzlinienanteil dabei begünstigt die Ausbildung blütenreicher Säume und Übergangshabitate mit einem reichen Insektenvorkommen. Als regelmäßig frequentierte Nahrungshabitate werden weiterhin extensiv genutzte Streuobstparzellen genutzt, vor allem im mittleren und südlichen Gebietsteil. wenngleich auch dort auf größerer Fläche günstige Habitate zur Nahrungssuche bestehen (etwa an den sonnenexponierten Hängen des Osweilerbaach). Hier wie auch am südwestlichen Rand (im Berbuergerbësch) erstrecken sich die als Brutwald bevorzugten Altholzbestände zu größeren Anteilen bereits außerhalb der Schutzgebietsgrenze.</p>\n<p class=\"lf-p\">D - Beeinträchtigungen und Gefährdungen  Verlust von Horstbäumen bzw. Entwertung durch starke Auflichtung von Altholzbeständen  Abnahme von insektenreichen Nahrungsflächen mit Wespenbeständen (z. B. Lichtungen, Waldränder, extensive Weiden und Wiesen)  Verschlechterung des Nahrungsangebotes durch Verlust von extensiven Grünlandflächen (vor allem in Waldrandnähe) bzw. den Verlust von Kleinstrukturen (ruderale Säume und Brachen entlang von Wegen und Gebüschen)  Zunahme von Störungen durch Forstwegeausbau und die damit verbundenen (sekundären) Störungen, vor allem durch Unruhe als Folge von Freizeitnutzung im Umfeld von Brut- und Nahrungshabitaten E - Erhaltungszustand Einstufung Brutvorkommen Der Gesamterhaltungszustand wird entsprechend der Hauptkriterien als \"gut\" (B) bewertet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erhaltungszustand Wespenbussard Der Wespenbussard jagt bevorzugt am Boden nach Insekten; auch er profitiert vom hohen Grünlandanteil innerhalb des Vogelschutzgebietes.</p>\n<p class=\"lf-p\">Aus dem Nordteil des Vogelschutzgebietes liegen bislang nur wenige Feststellungen vor, e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g Zustand der Population [population] B Habitatqualität [conservation] B Isolation/Konzentration [isolation] C Gesamtwert [global] B 70 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten Verbreitung Wespenbussard  Brutvorkommen (n=2) [+1c angrenzend] © © O A m C m A C D G D m ©O iggiin inneee:::A Orrriig Adddm miin inniisisstttrrraaatttiio ioonnnddduuuC Caaadddaaassstttrrreeeeeetttdddeeella laaTTTooopppooogggrrraaappphhhiie ieeLLLuuuxxxeeem mbbbooouuurrrggg(((A AC CTTT)))---D Drrroooiitittsssrrréééssseeerrrvvvééésssàààll’l’E ’EEtttaaatttddduuuG Grrraaannnddd---D DuuuccchhhééédddeeeLLLuuuxxxeeem mbbbooouuurrrggg222000111999 e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 71 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten 4.2.13 Picus canus Grauspecht Schutz- und Gefährdungsstatus EU-Vogelschutzrichtlinie Art. 4 Abs. 1 (Anh. I) Art. 4 Abs. 2 Art. 3 Abs. 1 (Leitart) Rote Liste V (Vorwarnliste) Erhaltungszustand U1 Bestand Luxemburg Status Brutvogel Gast/Durchzügler Bestand 30-40c Bestand LU0002016 Status Brutvogel hoher Anteil an offenen Flächen wie Lichtungen, Schneisen oder sonstige Waldinnensäume von hoher Bedeutung. Seine Reviere umfassen in der Regel Gebiete von mehr als ca. 200 ha (BLUME 1996).</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Nisthöhle wird in der Regel ab April in alten, geschädigten Bäumen (Buchen und Eichen, in Auwäldern v. a. Pappeln, Birken und Weiden) angelegt, mitunter werden vorjährige Höhlen wieder genutzt (BAUER et al. 2011). Nicht selten werden die Höhlen nicht im Stamm, sondern in weitgehend vertikalen Astabschnitten angelegt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Eiablage erfolgt meist erst Ende April / Anfang Mai und damit später als bei der Schwesterart, dem Grünspecht. Gelegentlich werden Mischbruten zwischen Grau- und Grünspecht beschrieben (SÜDBECK &amp; BRANDT 2004).</p>\n<p class=\"lf-p\">Gast/Durchzügler Kartierung 2019 2c Gesamtwert 2014-2019 2-4c A - Methodik der Arterfassung Linienkartierung (Transekte), Punkt-StoppKartierung in geeigneten Habitaten Die Erfassung der Population beruht auf der Feststellung Revier anzeigender Verhaltensweisen.</p>\n<p class=\"lf-p\">B - Artspezifische Habitat- und Lebensraumstrukturen Der Grauspecht besiedelt strukturreiche, lichte Laub- und Auwälder, bevorzugt mit Rotbuche als Höhlenbaum, in höheren Lagen vereinzelt auch Nadelwälder sowie Streuobstbestände.</p>\n<p class=\"lf-p\">Wie bei seiner Schwesterart, dem Grünspecht, besteht seine Nahrung vor allem aus Ameisen, auch wenn er im Vergleich zu diesem eine geringere Spezialisierung aufweist und sich auch von anderen Insekten oder Beeren ernährt (GLUTZ VON BLOTZHEIM &amp; BAUER 1998, WEISS 2004, SÜDBECK &amp; BRANDT 2004). Zur Nahrungssuche sind Waldränder sowie ein e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g Der Grauspecht ist die seltenste der luxemburgischen Spechtarten und im Land nur lokal verbreitet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Durch Luxemburg verläuft die westliche Arealgrenze des Grauspechtes in Mitteleuropa; die Art ist daher lediglich im östlichen Landesteil als regelmäßiger Brutvogel anzutreffen; westlich einer Linie Vianden-Petingen ist die Art zumeist nur umherstreifend festzustellen. In 72 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten den bekannten Waldgebieten weist der Grauspecht noch weitgehend stabile Bestände auf, wenn auch auf niedrigerem Niveau als der Grünspecht. Nach den ersten Ergebnissen des landesweiten Spechtmonitorings ist die Art in Luxemburg vor allem in Auwäldern bzw. in Wäldern mit feuchten Bereichen anzutreffen (KLEIN 2016).</p>\n<p class=\"lf-p\">C - Populationsgröße und -struktur Als die seltenste der einheimischen Spechtarten ist der Grauspecht aktuell nur mit zwei Revieren im zentralen und südwestlichen Teil des Schutzgebietes nachgewiesen. Dennoch liegt der Anteil damit - gemessen an der Gebietsgröße - über dem landesweiten Durchschnitt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Am nordöstlichen Rand des „Hierberbësch“ wird mindestens ein Grauspechtrevier lokalisiert. Im Vergleich zu den übrigen Abschnitten des ausgedehnten Waldgebietes ist dieses Areal weniger homogen aus Laubaltholzbeständen aufgebaut. Neben Altholz- und noch einigen jüngeren Beständen existieren hier auch einige größere Waldlichtungen. Auch der „Berbuergerbësch“ am südlichen Rand des Vogelschutzgebietes ist vor allem in der östlichen Hälfte durch einen Wechsel aus Althölzern und jüngeren Beständen gekennzeichnet, wodurch ein gestufter Bestand mit vielen Grenzlinien entsteht; eine derartige Strukturvielfalt wird auch in anderen Gegenden Mitteleuropas eine hohe Bedeutung für das Auftreten der Art beigemessen (DIETZEN et al. 2016).</p>\n<p class=\"lf-p\">Unter den übrigen großflächigen Wäldern im VSG ohne Artnachweise weist vor allem der Wald zwischen Herborn und Mompach eine vergleichbare Stufung der Bestände auf, ebenso gibt es kleinere aufgelichtete Bereiche.</p>\n<p class=\"lf-p\">D - Beeinträchtigungen und Gefährdungen  Verlust von lichten Laubmischwaldbeständen (v. a. Buchen) mit hohem Alt- und Totholzanteil e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g  Verlust von Höhlenbäumen  Störungen im Umfeld von der Nisthöhlen (durch späte Forstarbeiten im März-April)  Verlust von ameisenreichen Nahrungsflächen (z. B. Totholz, Lichtungen, Waldränder, waldrandnahe Weiden, Wiesen bzw.</p>\n<p class=\"lf-p\">Obstwiesen mit hohem Grenzlinienanteil)  Verringerung des Nahrungsangebotes durch Biozideinsatz auf waldrandnahen Flächen Die Brutwaldbestände des Grauspechtes zeichnen sich durch einen hohen Anteil an Altbuchen aus (Hierberbësch nordwestlich von Herborn).</p>\n<p class=\"lf-p\">E - Erhaltungszustand Einstufung Brutvorkommen Der Gesamterhaltungszustand wird entsprechend der Hauptkriterien als \"durchschnittlich oder beschränkt\" (C) bewertet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erhaltungszustand Grauspecht Zustand der Population [population] B Habitatqualität [conservation] B Isolation/Konzentration [isolation] B Gesamtwert [global] B 73 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten Verbreitung Grauspecht  Brutvorkommen (n=2) © © O A m C m A C D G D m ©O Orrriig iggiin inneee:::A Adddm miin inniisisstttrrraaatttiio ioonnnddduuuC Caaadddaaassstttrrreeeeeetttdddeeella laaTTTooopppooogggrrraaappphhhiie ieeLLLuuuxxxeeem mbbbooouuurrrggg(((A AC CTTT)))---D Drrroooiitittsssrrréééssseeerrrvvvééésssàààll’l’E ’EEtttaaatttddduuuG Grrraaannnddd---D DuuuccchhhééédddeeeLLLuuuxxxeeem mbbbooouuurrrggg222000111999 e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 74 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten 4.2.14 Weitere Arten ohne Gebietsmeldung de Individuen während der herbstlichen Zugperiode.</p>\n<p class=\"lf-p\">Im Vogelschutzgebiet LU0002016 sind aus dem Betrachtungszeitraum 2014-2019 eine Reihe weiterer Arten nachgewiesen, die im</p>\n<h4 class=\"lf-art\" id=\"a-41\"><span class=\"lf-art-num\">Artikel 4.1</span><span class=\"lf-art-t\">VS-RL geführt werden, gemäß Standarddatenbogen jedoch nicht als Zielarten des</span></h4>\n<p class=\"lf-p\">Schutzgebietes benannt sind (Angaben v. a. nach COL 2019).</p>\n<p class=\"lf-p\">Kraniche (Grus grus) queren die Region alljährlich mit großen Schwärmen auf dem Frühjahrsund Herbstzug. Regelmäßige Rastansammlungen sind bisher nicht dokumentiert, wenngleich in den weitläufigen Offenlandbereichen geeignete Rastmöglichkeiten bestehen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Der Weißstorch (Ciconia ciconia) ist ein gelegentlicher Durchzügler und Gast, der mit Einzeltieren bzw. kleinen Trupps insbesondere während des Frühjahrszuges im März und April registriert wird. Die bislang größte Ansammlung umfasst einen Trupp von 23 rastenden Vögeln in der offenen Feldflur bei Berbourg.</p>\n<p class=\"lf-p\">Wanderfalken (Falco peregrinus) treten im Sommerhalbjahr als sporadische bis regelmäßige Nahrungsgäste auf, in der Regel mit Einzeltieren bei der Jagd im offenen Luftraum.</p>\n<p class=\"lf-p\">Konkrete Hinweise auf ein mögliches Brutvorkommen liegen für das Schutzgebiet bislang nicht vor. Die Nachweise des Merlins (Falco columbarius) umfassen ausschließlich ziehen- Der Brachpieper (Anthus campestris) ist im Schutzgebiet ein seltener, wenn auch regelmäßiger Rastvogel, der in erster Linie während des Heimzuges im August und September mit Einzelindividuen in der offenen Feldflur auftritt (etwa auf abgeernteten Ackerflächen nordöstlich von Herborn). Regelmäßig mit kleinen bis mittelgroßen Rasttrupps wird die Heidelerche (Lullula arborea) alljährlich in ähnlichen Habitaten angetroffen. Demgegenüber ist der Bergpieper (Anthus spinoletta) ausschließlich im Feuchtgrünland (zwischen Bech und Berbourg) als seltener Rastvogel dokumentiert.</p>\n<p class=\"lf-p\">Auf dem Durchzug passiert der Weißstorch regelmäßig das Vogelschutzgebiet; größere Rastansammlungen mit längerer Verweildauer sind jedoch bisher selten und auf wenige Teilgebiete begrenzt (etwa in der Wiesenlandschaft zwischen Bech und Berbourg). e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 75 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten Verbreitung sonstiger Arten nach Artikel 4.1  Rastvorkommen/Durchzügler*:</p>\n<p class=\"lf-p\">Bergpieper (n=2), Brachpieper (n=5), Heidelerche (n=26), Kranich (n=42), Merlin (n=3), Weißstorch (n=8), Wanderfalke (n=5) © © O A m C m A C D G D m ©O iggiin inneee:::A Orrriig Adddm miin inniisisstttrrraaatttiio ioonnnddduuuC Caaadddaaassstttrrreeeeeetttdddeeella laaTTTooopppooogggrrraaappphhhiie ieeLLLuuuxxxeeem mbbbooouuurrrggg(((A AC CTTT)))---D Drrroooiitittsssrrréééssseeerrrvvvééésssàààll’l’E ’EEtttaaatttddduuuG Grrraaannnddd---D DuuuccchhhééédddeeeLLLuuuxxxeeem mbbbooouuurrrggg222000111999 * teilweise Mehrfachsichtungen an gleicher Stelle e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 76 Vogelschutzgebiet LU0002016 „Région de Mompach, Manternach, Bech et Osweiler“ Ornithologisches Gutachten 4.3 Vogelarten nach Artikel 4.2 der EUVogelschutzrichtlinie 4.3.1 Acrocephalus scirpaceus Teichrohrsänger Schutz- und Gefährdungsstatus EU-Vogelschutzrichtlinie Art. 4 Abs. 1 (Anh. I) Art. 4 Abs. 2 Art. 3 Abs. 1 (Leitart) Rote Liste V (Vorwarnliste) Erhaltungszustand U1 Bestand Luxemburg Status Brutvogel Gast/Durchzügler Bestand 200-250c Bestand LU0002016 Status Brutvogel Gast/Durchzügler Kartierung 2019 7c Gesamtwert 2014-2019 10-15c von wenigen Quadratmetern sowie Weidengebüsch mit Unterwuchs aus Rohrkolben und Großseggen besiedelt (Röhrichte mit einer Mindestgröße von 200 m², BAUER et al. 2011).</p>\n<p class=\"lf-p\">Hohe Dichten erreicht die Art in ausgedehnten Schilfgürteln von Stillgewässern, wo sie häufig fast kolonieartig vorkommt und nur kleine Territorien beansprucht. Durchzügler können dagegen auch in wasserfernen Gebüschstrukturen, z. B. an Bahndämmen oder in der offenen Feldflur, angetroffen werden. Das napfförmige Nest wird bevorzugt an Schilfstengeln befestigt, liegt in hochwassersicherer Höhe über dem Boden und hält selbst starkem Wind stand (GLUTZ VON BLOTZHEIM &amp; BAUER 1998).</p>\n<p class=\"lf-p\">In Luxemburg ist der Teichrohrsänger nur lokal verbreitet und selten, was in erster Linie auf den Mangel an geeigneten Lebensräumen, vor allem von Schilfrohrbeständen, zurückzuführen ist (LORGÉ &amp; MELCHIOR 2015). Einen Schwerpunkt bilden die Schilfröhrichte entlang der Alzette, der oberen Mosel, der Sauer und Syre sowie einigen Seitentälern.</p>\n<p class=\"lf-p\">A - Methodik der Arterfassung Linienkartierung (Transekte), Punkt-StoppKartierung in geeigneten Habitaten, Datenrecherche (COL 2019) Die Erfassung der Population beruht auf der</p></div>", "next": 239961}