{"html": "<div class=\"lf-doc\"><p class=\"lf-p\">ihrer Lebensräume, einschließlich der Sicherung der Funktion des Gebietes als Rast- und Überwinterungsgebiet. Im Mittelpunkt steht dabei der Erhalt einer vielfältig strukturierten und ungestörten Kulturlandschaft mit unterschiedlichen Gehölzstrukturen (wie naturnahe Wälder, Streuobstbestände, Hecken und Feldgehölze), extensiv genutztem Grünland und Magerrasen (EUNIS 2019, BIVER 2010).</p>\n<p class=\"lf-p\">3 Erfassungs- und Auswertungsmethodik 3.1 Maßgebliche Vogelarten Das Artenspektrum der zu bearbeitenden, maßgeblichen Vogelarten basiert auf den Angaben der EU-Vogelschutzrichtlinie 2009/147/EG bzw. den im Standarddatenbogen für das Gebiet bereits benannten Arten.</p>\n<p class=\"lf-p\">Bearbeitet wurden alle  regelmäßig im Gebiet anwesenden Vogelarten nach Artikel 4.1 (Anhang I) der EUVogelschutzrichtlinie,  in Luxemburg regelmäßig wandernde Arten gemäß Artikel 4.2 der EU-Vogelschutzrichtlinie (festgelegt im Anhang 3 des luxemburgischen Naturschutzgesetz2) sowie  sonstige gebietstypische Leit- oder Charakterarten (gemäß Artikel 3 der EU-Vogelschutzrichtlinie), die für das Schutzgebiet bzw. repräsentative Lebensräume eine besondere Indikatorfunktion besitzen.</p>\n<p class=\"lf-p\">3.2 Aktuelle Bestandserfassungen Zeitraum und Methodik Ziel des Schutzgebietes ist der Erhalt einer vielfältig strukturierten Kulturlandschaft mit unterschiedlichen Gehölzstrukturen und einem hohen Anteil an extensiv genutzten Wiesen bzw. Magerrasen (Feldflur zwischen Junglinster und Rodenbourg).</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Geländebegehungen zur Bestandserfassung der maßgeblichen Vogelarten erfolgten zwischen Februar und August 2019. Die Vorgehensweise orientierte sich an den Methodenstandards nach SÜDBECK et al. (2005). Ent2 Loi du 18 juillet 2018 concernant la protection de la nature et des ressources naturelles et modifiant 1° la loi modifiée du 31 mai 1999 portant institution d’un fonds pour la protection de l’environnement; 2° la loi modifiée du 5 juin 2009 portant création de l’Administration de la nature et des forêts; 3° la loi modifiée du 3 août 2005 concernant le partenariat entre les syndicats de communes et l’État et la restructuration de la démarche scientifique en matière de protection de la nature et des ressources naturelles. N° 771 du 5 septembre 2018. e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 21 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten sprechend der artspezifischen Eigenarten im zeitlichen Auftreten und der räumlichen Verteilung einzelner Arten kamen unterschiedliche Erfassungsmethoden zum Einsatz:  Linienkartierungen3 in repräsentativen Vogelhabitaten (z. B. im Offenland für die Feldlerche bzw. im Wald für den Mittelspecht),  ganzflächige Übersichtskontrollen von exponierten Standorten aus (inklusive gezielter Nachkontrollen zur Revierbesetzung, etwa für Rot- und Schwarzmilan, Schwarzstorch oder Wespenbussard)4,  Punkt-Stopp-Erfassungen entlang der größeren Bäche (u. a. für Eisvogel, Wasseramsel oder Gebirgsstelze),  Punkt-Stopp-Kartierungen im Offenland (vor allem zur Erfassung von Raubwürger, Neuntöter oder Wachtel),  Dämmerungs-/Nachtexkursionen zur Erfassung nachtaktiver Arten (z. B. Uhu, Steinkauz, Rebhuhn, Wachtel oder Wasserralle), 3 Die Methode der Linienkartierung gilt als die zeit- und ergebniseffizienteste Erfassungsmethode (DDA 2018, SÜDBECK et al. 2005); sie dient zugleich als Grundlage eines transektbasierten Vogelmonitoring (halb-/ semiquantitativ). Sie findet in mehr oder weniger modifizierter Form Anwendung bei der Erfassung von Vögeln, insbesondere im Rahmen von Monitoringprogrammen wie dem \"Common Bird Monitoring\" (CoBiMo) in Luxemburg oder dem \"Monitoring häufiger Brutvogelarten\" (MhB) in Deutschland (BIVER et al. 2010, MISCHKE et al. 2005, SÜDBECK et al. 2005) 4 Im Zuge einer Vorbegehung wurden verschiedene Beobachtungsstandorte ermittelt, die einen weitgehend vollständigen Überblick über die relevanten Habitate des Vogelschutzgebietes ermöglichten. Von diesen Beobachtungspunkten aus erfolgte eine Kontrolle des Sichtbereiches mit Hilfe von Fernglas und Spektiv;</p>\n<p class=\"lf-p\">dabei wurde auf eine jeweils zeitlich versetzte Kontrolle der einzelnen Beobachtungspunkte geachtet (teils mit mehreren Beobachtern gleichzeitig). Je nach Topographie und Einsehbarkeit wurden auch Übersichtspunkte gewählt, die außerhalb der Grenzen des VSG lagen, jedoch einen guten Überblick über die eigentliche Schutzgebietsfläche erlaubten. e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g  gezielte Kontrollen von besonderen Habitaten wie Feuchtgebieten und Stillgewässern  Horstsuche vor der Belaubung (v. a. zur Erfassung von Schwarzstorch und Rotmilan).</p>\n<p class=\"lf-p\">Die ersten Kontrollgänge im Februar und März waren vor allem auf die Suche nach Horsten von Greifvögeln oder des Schwarzstorchs ausgerichtet; diese Begehungen fielen zugleich in die jahreszeitlich frühe Balzaktivität gebietstypischer Standvögel wie Schwarz, Grau- oder Mittelspecht. Auch ein größerer Teil der Reviere des Rotmilans, der als Kurzstreckenzieher bereits im März in die Brutgebiete zurückkehrt, konnte noch vor der Belaubung der Waldbäume abgesichert werden. Eine frühe erste Kontrolle diente ebenfalls der Feststellung von Arten wie Eisvogel und Wasseramsel, die als Bewohner der Fließgewässer ihre Reviere ebenfalls bereits im März und April besetzen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Von April bis Juni lag ein Schwerpunkt einerseits auf der Erfassung von Arten des Offenlandes bzw. der halboffenen Kulturlandschaft, unter denen viele Zugvogelarten mit merklich späterer Ankunft im Brutrevier gehören (etwa Neuntöter, Wendehals). Daneben lag ein besonderes Augenmerk auf den im Wald brütenden Zugvogelarten mit später Revierankunft (etwa Pirol oder Trauerschnäpper). In die letzte Phase der Kartierungsperiode von Juli und August fiel die Nachsuche charakteristischer und zugleich spät brütender Arten wie etwa Wespenbussard oder Baumfalke.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die jeweils angewandten artspezifischen Erfassungsmethoden sind in den jeweiligen Artkapiteln benannt. Durch die Kombination unterschiedlicher Methoden war eine repräsentative Bearbeitung aller maßgeblichen Zielarten auf der gesamten Fläche des VSG gewährleistet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Sonstige Zufallsbeobachtungen von ziehenden oder kurzzeitig rastenden Vogelarten (etwa zur Zugzeit im März und April sowie ab Anfang Juli) 22 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten wurde ebenfalls vermerkt und ergänzend zur Auswertung bestehender Daten (s. u.) herangezogen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Anzahl der Kontrollgänge Die Kartierung der Brutvögel erfolgte an insgesamt 41 Tagen im Zeitraum von Februar bis August. Bei einem Gesamtzeitaufwand von etwa 390 Geländestunden wurden rund 130 Stunden für die Linienerfassung aufgewendet (Tab. 11 bzw. Kap. 8, Anhang); der übrige Zeitaufwand war auf die artspezifische Erfassung der Zielarten abseits der Transekte ausgerichtet. wurden ebenfalls in den Geländekarten vermerkt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Für alle Vogelarten, die für das Gebiet gemäß Standarddatenbogen gelistet sind, sind die Vorkommen im Betrachtungszeitraum in Artkapiteln dargestellt, ebenso für einige weitere relevante Arten mit maßgeblichen Rastbeständen sowie sonstige gebietstypische Leit- oder Charakterarten. Für sensible bzw. störungsempfindliche Arten werden aus Schutzgründen die Niststätten nicht punktgenau, sondern auf Quadrantenbasis (2x2 km) dargestellt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Insgesamt wurden 15 Transekte mit einer Gesamtlänge von rund 36 km bearbeitet (Abb. 4, Kap. 8.1, Anhang).</p>\n<p class=\"lf-p\">Dokumentation der Reviere Alle Feststellungen wurden im Gelände zunächst auf Papierkarten dokumentiert. Neben den maßgeblichen Zielarten des VSG (s. o.) wurden im Zuge der Linienkartierung auch weitere (in der Regel \"mittelhäufige\" Vogelarten) miterfasst, sofern dies ohne Einschränkung bei der Kartierung der Zielarten möglich war. Die Dokumentation von \"häufigen\" Arten (teils auch abseits der Transektbegehungen) erfolgte durch den Einsatz der Smartphone App \"NaturaList\" (www.ornitho.lu).</p>\n<p class=\"lf-p\">Die systematischen Erhebungen konzentrierten sich auf die Fläche des VSG sowie den unmittelbaren Grenzbereich. In einzelnen Randgebieten wurden besonders geeignet erscheinende Vogelhabitate von Zielarten auch außerhalb des VSG aufgesucht und mit gleicher Methodik erfasst, um Aussagen über eine ggf. erforderliche Anpassung der Grenzen des Vogelschutzgebietes zu ermöglichen. Beobachtungen außerhalb des Vogelschutzgebietes (etwa im Rahmen der Großvogelerfassungen) e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g Für störungsempfindliche Brutvogelarten wie den Schwarzstorch werden festgestellte Niststätten nicht punktgenau, sondern auf Quadrantenbasis dargestellt.</p>\n<p class=\"lf-p\">3.3 Weitere Datenquellen und Bezugswerte Ergänzende Datenquellen Zusätzlich zu den aktuell erhobenen Geländedaten standen als ergänzende Grundlage die Daten der Beobachtungsplattform ornitho.lu sowie weitere Meldungen und Daten der Centrale ornithologique du Luxembourg aus dem Zeitraum von 2014-2019 zur Verfügung 23 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten (COL 2019). Diese umfangreiche Datenbasis mit über 28.500 Datensätzen zu 125 Arten wurde sowohl zur Prüfung und Einschätzung der Bestandsentwicklung der Brutvogelarten als auch zur Bewertung des Zug- und Rastvogelgeschehens verwendet. Damit waren auch Zeiträume außerhalb der aktuellen Geländeerfassung (v. a. im Herbst und Winter) durch mehrjährige Datenreihen abgedeckt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Bewertung des Erhaltungszustandes Weiterhin wurden ortsbezogene Angaben aus avifaunistischen Sammel- bzw. Jahresberichten des Landes (v. a. Regulus Wiss. Berichte) sowie weitere verfügbare Veröffentlichungen bzw. Studien ausgewertet und bei der Artbearbeitung berücksichtigt (z. B. KIEFER 2010, ECORAT 2016, SICONA 2018).</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">-</span>Zustand der Population [population] Referenzwerte Als Bezugswerte zur Einstufung eines Brutvorkommens im Hinblick auf dessen landesweite Bedeutung dienten die Bestandsangaben der Roten Liste der Brutvögel Luxemburgs (LORGÉ et al. 2019) bzw. - für alle sonstigen Brutvogelarten - die Angaben nach LORGÉ et MELCHIOR (2015). Bestandsangaben zu Arten aus der Gruppe der Durchzügler und Gäste basierten im Wesentlichen auf einer Experteneinschätzung in Rücksprache mit der COL.</div>\n<p class=\"lf-p\">Die Gefährdungseinstufung der Brutvogelarten wurde der aktuellen Roten Liste (LORGÉ et al.</p>\n<p class=\"lf-p\">2019) entnommen. Für weitere Auswertungen bzw. Vergleiche (etwa zur Berechnung von Revierdichten) wurden neben vorhandenen Veröffentlichungen aus Luxemburg auch weitere Studien und Forschungsergebnisse aus angrenzenden Regionen hinzugezogen (s.</p>\n<p class=\"lf-p\">Literaturverzeichnis).</p>\n<p class=\"lf-p\">Auf der Grundlage der aktuellen Kartierungen, der Datenrecherche sowie der im Vogelschutzgebiet vorhandenen Lebensräume bzw. Habitatfunktionen konnte für alle maßgeblichen Vogelarten ein gebietsbezogener Brut- bzw.</p>\n<p class=\"lf-p\">Rastbestand abgeleitet werden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Überprüfung und Bewertung der Erhaltungszustände relevanter Vogelarten folgt den EU-Kriterien im Rahmen der Erstellung der Standarddatenbögen (vgl. NATURA 2000 Standard data form - Explanatory Notes5):</p>\n<p class=\"lf-p\">Bestand der Art innerhalb des Vogelschutzgebietes im Vergleich zur nationalen Population (aktuell erfasster Bestand, bei schwankenden Beständen als Spannweite bezogen auf das Erfassungsjahr 2019 sowie das Potenzial im Betrachtungszeitraum 2014-2019) A:</p>\n<p class=\"lf-p\">B:</p>\n<p class=\"lf-p\">C:</p>\n<p class=\"lf-p\">D:</p>\n<p class=\"lf-p\">100% &gt;= p &gt; 15% 15% &gt;= p &gt; 2% 2% &gt;= p &gt; 0% nicht signifikant</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">-</span>Habitatqualität [conservation] Häufigkeit, Verteilung und Ausprägung im Vogelschutzgebiet (soweit relevant auch angrenzende Bereiche des VSG) unter Beachtung des tatsächlichen Auftretens im Vorkommensbereich der relevanten Arten sowie artspezifisch relevanter Gefährdungen bzw. Beeinträchtigungen A:</div>\n<p class=\"lf-p\">B:</p>\n<p class=\"lf-p\">C: hervorragend gut mittel bis schlecht</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">-</span>Isolation/Konzentration [isolation] Grad der Isolation eines Vorkommens innerhalb des Gebietes in Bezug auf das natürliche Verbreitungsgebiet der Art (unter Beachtung 5 https://ec.europa.eu/environment/nature/legislation/h abitatsdirective/docs/standarddataforms/notes_en.pdf e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 24 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten populationsdynamischer Gefährdungen bei Konzentrationen bzw. Dichtezentren von Artvorkommen) A:</div>\n<p class=\"lf-p\">B:</p>\n<p class=\"lf-p\">C:</p>\n<p class=\"lf-p\">Vorkommen (fast) isoliert Vorkommen nicht isoliert, jedoch ggf. an den Rändern des Verbreitungsareals Vorkommen nicht isoliert</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">-</span>Gesamtwert [global] Gesamtbewertung anhand der aktuellen Situation (Erfassungsjahr 2019 bzw. bei unregelmäßig auftretenden Arten nach der Situation im Betrachtungszeitraum 2014-2019) A:</div>\n<p class=\"lf-p\">B:</p>\n<p class=\"lf-p\">C: stätten\" durchgeführt. Diese beschränkte sich auf die wesentlichen Habitattypen \"Gewässer und Feuchtgebiete\", \"Offen-/ Halboffenland\" und \"Wälder“. Aufgrund der über weite Gebietsanteile sehr engen, mosaikartigen Verzahnung von Acker- und Grünlandflächen, Feldhecken, Gebüschen oder Solitärbäumen wurde auf eine Untergliederung zwischen Offen- und Halboffenlandhabitaten verzichtet; ebenso auf die Unterscheidung zwischen Laub- und Nadelwaldbeständen, da letztere im Gebiet einen nur sehr geringen Anteil einnehmen. hervorragend gut durchschnittlich oder beschränkt Die Schwellenwerte zwischen einem guten (B) und einem mittleren bis schlechten Erhaltungszustand (C) werden unter Beachtung des Gebietspotenzials und damit des gesamten Betrachtungszeitraumes ermittelt. Für Arten mit schlechtem Erhaltungszustand (C) orientiert sich der Schwellenwert am Mittelwert der letzten Jahre (unter Berücksichtigung artspezifischer Schwankungen). Bei Arten mit gutem Erhaltungszustand (B) orientiert sich der Schwellenwert am unteren Bereich der angegebenen Spannweite, ebenso bei Arten mit sehr gutem Erhaltungszustand (A) (abzüglich eines artspezifischen Wertes für natürliche Schwankungen). Für Arten mit größeren Beständen (i. d. R. über 10 Brutpaare) werden die Schwellenwerte aus pragmatischen Gründen auf „Zehner“- oder „Fünfer“-Werte gerundet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Vogelarten wie der Mittelspecht besitzen eine enge Bindung an einen einzelnen Lebensraumtyp. Andere Arten wiederum sind auf ein Mosaik unterschiedlicher Habitatstrukturen angewiesen (wie etwa viele Greifvögel).</p>\n<p class=\"lf-p\">Festlegung von Lebensstätten Auf der Basis der Biotopkartierungen für Wald und Offenland bzw. Grünland (MDDI 2014/2016) wurde für alle maßgeblichen Arten entsprechend der artspezifischen Habitatansprüche eine Abgrenzung von \"Vogellebens- e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 25 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten Abbildung 4:</p>\n<p class=\"lf-p\">Lage der Kontrollstrecken zur Linienkartierung (Transekte) und Übersichtspunkte Transekte Wald T1 T2 T3 T4 T5 = 1950 m = 1890 m = 1220 m = 2670 m = 2030 m Transekte Offenland T6 = 3720 m T7 = 3880 m T8 = 4040 m T9 = 2810 m T10 = 2410 m e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g Übersichtspunkt T11 = 1100 m T12 = 1400 m T13 = 1750 m T14 = 2600 m T15 = 2570 m 26 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten 4 Vogelarten des Schutzgebietes 4.1 Gesamtarteninventar Im Bezugszeitraum 2014-2019 sind aus dem Vogelschutzgebiet \"Région de Junglinster\" mindestens 132 wildlebende Vogelarten belegt (Tab. 6). Darunter finden sich 95 Arten mit einem konkreten Brut- bzw. Reviernachweis; mindestens 37 weitere Arten wurden als brutzeitlicher Nahrungsgast (11 Arten) oder als Rastvogel bzw. Durchzügler während der Zugzeiten im Frühjahr oder Sommer/Herbst (26 Arten) registriert.</p>\n<p class=\"lf-p\">Für einige der als Gäste oder Durchzügler festgestellten Arten ist ein zumindest unregelmäßiges Brutvorkommen im VSG nicht ausgeTabelle 6: schlossen bzw. wahrscheinlich (etwa für die Waldschnepfe, COL 2019). Für andere, in der vorangegangenen Dekade noch als Brutvogel nachgewiesenen Arten, gilt der aktuelle Brutbestand im Betrachtungszeitraum dagegen inzwischen als erloschen, wenngleich sie hier nach wie vor als regelmäßige Durchzügler bzw.</p>\n<p class=\"lf-p\">Rastvögel auftreten (z. B. Wiesenpieper).</p>\n<p class=\"lf-p\">Einige Vogelarten, die innerhalb des Schutzgebiets regelmäßig als Nahrungsgast anzutreffen sind, besitzen Niststandorte bereits knapp außerhalb der Grenzen des VSG. Neben typischen, siedlungsgebundenen Arten mit Brutnachweisen in den umliegenden Ortslagen (z. B. Mauersegler, Dohle oder Schleiereule) zählen dazu auch Großvogelarten mit weiten Aktionsräumen (wie etwa Graureiher oder Uhu).</p>\n<p class=\"lf-p\">Gesamtartenliste der nachgewiesenen Vogelarten (Zeitraum 2014-2019) wissenschaftlicher Artname deutscher Artname Lebens- Status Rote raum 2014-2019 Liste EHZ Zielart Quelle Arten nach Artikel 4.1 der EU-Vogelschutzrichtlinie Alcedo atthis Eisvogel GE BV V U1 Anthus campestris Brachpieper BO DZ 0 FV  Anthus spinoletta Bergpieper BO DZ - U1  Bubo bubo Uhu FG NG 3 FV   Casmerodius albus Silberreiher FBB DZ - FV   Ciconia ciconia Weißstorch FBB/FG DZ R U1 Ciconia nigra Schwarzstorch FBB BV 3 U1 Circus aeruginosus Rohrweihe BO/GE DZ II U1 Circus cyaneus Kornweihe BO DZ II U1   Dendrocopos medius Mittelspecht BH BV * U1           Dryocopus martius Schwarzspecht BH BV * FV Falco columbarius Merlin BO DZ - -  Falco peregrinus Wanderfalke FG NG 3 U1  Grus grus Kranich GE DZ - FV  Lanius collurio Neuntöter FBB BV 3 U1 Lullula arborea Heidelerche BO DZ 2 U2 Luscinia svecica cyanecula Blaukehlchen GE DZ R U1  Milvus migrans Schwarzmilan FBB BV V U1   Milvus milvus Rotmilan FBB BV 3 U1   e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g x  x   x x 27 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten wissenschaftlicher Artname deutscher Artname Pandion haliaetus Fischadler Lebens- Status Rote raum 2014-2019 Liste FBB DZ - EHZ Zielart Quelle FV  Pernis apivorus Wespenbussard FBB BV * U1  Picus canus Grauspecht BH BV V U1    Arten nach Artikel 4.2 der EU-Vogelschutzrichtlinie Acrocephalus scirpaceus Teichrohrsänger GE BV V U1   Alauda arvensis Feldlerche BO BV 3 U2   Anthus pratensis Wiesenpieper BO DZ 1 U2   Charadrius dubius Flussregenpfeifer BO DZ 2 U1 Coturnix coturnix Wachtel BO BV 2 U2 Gallinago gallinago Bekassine BO DZ 0 U2 Jynx torquilla Wendehals BH BV 3 U1   Lanius excubitor Raubwürger FBB BV 1 U2   Lymnocryptes minimus Zwergschnepfe BO DZ - XX Motacilla flava Wiesenschafstelze BO BV 2 U2 Oenanthe oenanthe Steinschmätzer BO DZ 0 U2         Phoenicurus phoenicurus Gartenrotschwanz BH BV V U1  Phylloscopus sibilatrix Waldlaubsänger BW BV V U1   Rallus aquaticus Wasserralle GE (BV) V U1   Saxicola rubetra Braunkehlchen BO DZ 0 U2 Streptopelia turtur Turteltaube FBG BV 2 U2   Vanellus vanellus Kiebitz BO BV 1 U2   Accipiter gentilis Habicht FBB BV 3 U1  Accipiter nisus Sperber FBB BV * FV  Acrocephalus palustris Sumpfrohrsänger FBG BV * U1  Aegithalos caudatus Schwanzmeise FBB BV * FV  Alopochen aegyptiaca Nilgans GE NG III -  Anas platyrhynchos Stockente GE BV * FV  Anser anser Graugans GE DZ - -  Anthus trivialis Baumpieper BO BV V U1 Apus apus Mauersegler FG NG V U2  Ardea cinerea Graureiher FBB NG V FV  Asio otus Waldohreule FBB BV * FV  Athene noctua Steinkauz BH (BV) 2 U2 Branta canadensis Kanadagans GE NG III -  Buteo buteo Mäusebussard FBB BV * FV  Carduelis cannabina Bluthänfling FBB BV V U1 Carduelis carduelis</p>\n<p class=\"lf-p\">Stieglitz FBB BV * U1  Carduelis chloris Grünfink FBB BV * FV  Carduelis spinus Erlenzeisig FBB DZ II FV    Sonstige Arten e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g       28 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten wissenschaftlicher Artname deutscher Artname Certhia brachydactyla Gartenbaumläufer BH BV * FV  Certhia familiaris Waldbaumläufer BH BV * FV  Cinclus cinclus Wasseramsel GE BV V U1 Coccothraustes coccothraustes Kernbeißer FBB BV * FV  Coloeus monedula Dohle FG/BH NG * U1  Columba livia f. domestica Straßentaube FG BV III -  Columba oenas Hohltaube FBB BV * FV  Columba palumbus Ringeltaube FBB BV * FV  Corvus corax Kolkrabe FBB BV 3 FV  Corvus corone Rabenkrähe FBB BV * FV  Corvus frugilegus Saatkrähe FBB NG * FV  Cuculus canorus Kuckuck BV 2 U2  Delichon urbicum Mehlschwalbe FG BV V U1  Dendrocopos major Buntspecht BH BV * FV  Dryobates minor Kleinspecht BH BV V U1  Emberiza citrinella Goldammer BO BV V U1  Emberiza schoeniclus Rohrammer GE BV V U1 Erithacus rubecula Rotkehlchen BW BV * FV  Falco subbuteo Baumfalke FBB BV V U1  Falco tinnunculus Turmfalke FG/FBB BV * FV  Ficedula hypoleuca Trauerschnäpper BH BV * U1 Fringilla coelebs Buchfink FBB BV * FV  Fringilla montifringilla Bergfink FBB DZ - FV  Fulica atra Blässhuhn GE BV * FV  Gallinula chloropus Teichhuhn GE BV * FV  Garrulus glandarius Eichelhäher FBB BV * FV  Hippolais polyglotta Orpheusspötter FBG BV * FV  Hirundo rustica Rauchschwalbe FG BV V U2  Lanius senator Rotkopfwürger FBB DZ 0 -  Locustella naevia Feldschwirl BO BV V U1  Luscinia megarhynchos Nachtigall FBG BV * U1 Motacilla alba Bachstelze FG BV * FV Motacilla cinerea Gebirgsstelze GE BV * FV Muscicapa striata Grauschnäpper BH BV * FV  Oriolus oriolus Pirol FBB BV 3 U1  Parus ater Tannenmeise BH BV * FV  Parus caeruleus Blaumeise BH BV * FV  Parus cristatus Haubenmeise BH BV * FV  Parus major Kohlmeise BH BV * FV  Parus montanus Weidenmeise BH BV V U1  e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g Lebens- Status Rote raum 2014-2019 Liste EHZ Zielart Quelle      x   x     29 x Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten wissenschaftlicher Artname deutscher Artname Lebens- Status Rote raum 2014-2019 Liste EHZ Zielart Quelle Parus palustris Sumpfmeise BH BV * FV  Passer domesticus Haussperling FG BV V U1  Passer montanus Feldsperling BH BV V U1  Perdix perdix Rebhuhn BO [NG/BV] 1 U2 Phalocrocorax carbo sinensis Kormoran FBB DZ - FV  Phasianus colchicus Jagdfasan BO BV III -  Phoenicurus ochruros Hausrotschwanz FG BV * FV  Phylloscopus collybita Zilpzalp BW BV * FV  Phylloscopus trochilus Fitis BW BV * FV  Pica pica Elster FBB BV * FV  Picus viridis Grünspecht BH BV * U1 Prunella modularis Heckenbraunelle FBG BV * FV  Pyrrhula pyrrhula</p>\n<p class=\"lf-p\">Gimpel FBB BV * FV  Regulus ignicapillus Sommergoldhähnchen FBB BV * FV  Regulus regulus Wintergoldhähnchen FBB BV * FV  Saxicola rubicola Schwarzkehlchen BO BV * FV  Scolopax rusticola Waldschnepfe BW DZ (BV) DD XX  x Serinus serinus Girlitz FBB BV V U1  x Sitta europaea Kleiber BH BV * FV  Streptopelia decaocto Türkentaube FBB NG * FV  Strix aluco Waldkauz BH BV * FV  Sturnus vulgaris Star BH BV * FV  Sylvia atricapilla Mönchsgrasmücke FBG BV * FV  Sylvia borin Gartengrasmücke FBG BV * FV  Sylvia communis Dorngrasmücke FBG BV * U1  Sylvia curruca Klappergrasmücke FBG BV * U1  Tringa ochropus Waldwasserläufer FBB DZ - -  Troglodytes troglodytes Zaunkönig FBG BV * [FV]  Turdus iliacus Rotdrossel FBB DZ - FV  Turdus merula Amsel FBB/G BV * FV  Turdus philomelos Singdrossel FBB BV * FV  Turdus pilaris Wacholderdrossel FBB BV * FV  Turdus torquatus Ringdrossel FBB DZ - -  Turdus viscivorus Misteldrossel FBB BV * FV  Tyto alba Schleiereule FG NG [BV] 3 U1     Erläuterungen Lebensraum / Nistverhalten:</p>\n<p class=\"lf-p\">FBB FBG BH BW BO FG Freibrüter (Bäume) Freibrüter (Gebüsche) Baumhöhlenbrüter Bodenbrüter (Wald) Bodenbrüter (Offenland) Fels-/Gebäudebrüter e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g x 30 x Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten Erläuterungen Status:</p>\n<p class=\"lf-p\">Gefährdungskategorien der Roten Liste Luxemburgs:</p>\n<p class=\"lf-p\">Erhaltungszustand (EHZ):</p>\n<p class=\"lf-p\">Natura 2000:</p>\n<p class=\"lf-p\">Zielart Quelle:</p>\n<p class=\"lf-p\">GE BV [BV] (BV) NG DZ 0 1 2 3 V DD R * II III - Gewässerbewohner (Gewässerrand/Röhricht) Brutvogel Brutvogel in unmittelbar angrenzenden Lebensräumen Status unklar/Brutverdacht/Brutvogel in den Vorjahren/unregelmäßig Nahrungsgast Durchzügler/Wintergast Bestand erloschen Bestand vom Erlöschen bedroht stark gefährdet gefährdet Arten der Vorwarnliste Arten mit ungenügender Datengrundlage Arten mit geografischer Restriktion ungefährdet nicht regelmäßig brütend Neozoon / in Luxemburg eingeführte Art keine Einstufung FV favorable / günstig U1 U2 XX Anh. I Art. 4 (2) défavorable / ungünstig mauvais / schlecht inconnu / unbekannt Art des Anhangs I der EU-Vogelschutzrichtlinie 2009/147/EC (Art.4 Abs.1) in Luxemburg brütende und nicht brütende Zugvogelart gemäß Art. 4 Abs. 2 der EU-Vogelschutzrichtlinie 2009/147/EC  Zielart gemäß Standarddatenbogen  sonstige Indikator-/Charakterart  Auswertung von Daten der COL (2014 bis 2019)  Kartierung 2019 LORGÉ et al. (2019), RGD (2018), EUNIS (2019) e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 31 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten 4.2 Vogelarten nach Artikel 4.1 der EUVogelschutzrichtlinie 4.2.1 Alcedo atthis Eisvogel Schutz- und Gefährdungsstatus EU-Vogelschutzrichtlinie Art. 4 Abs. 1 (Anh. I) Art. 4 Abs. 2 Art. 3 Abs. 1 (Leitart) Rote Liste V (Vorwarnliste) Erhaltungszustand U1 Bestand Luxemburg Status Brutvogel Gast/Durchzügler Bestand 50-65c Bestand LU0002015 Status Brutvogel Gast/Durchzügler Kartierung 2019 1-2i Gesamtwert 2014-2019 1-2c, 1-5i A - Methodik der Arterfassung Linienkartierung entlang der Schwarzen Ernz, Punkt-Stopp-Kartierung in geeigneten Habitaten (Bachabschnitte, Stillgewässer) Die Erfassung der Population beruht auf der Feststellung Revier anzeigender Vögel.</p>\n<p class=\"lf-p\">B - Artspezifische Habitat- und Lebensraumstrukturen Der Eisvogel benötigt langsam fließende oder stehende Gewässer mit guten Sichtverhältnissen, einem reichen Angebot an Kleinfischen sowie ausreichend Sitzwarten zur Jagd. Für das Anlegen der Bruthöhle sind überhängende oder senkrechte Abbruchkanten von mindestens 50 cm Höhe nötig. Günstig ist eine Deckung durch dichtes ufernahes Gebüsch oder e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g Bäume. Brut- und Nahrungsbiotop sind oft, aber nicht notwendigerweise, eng benachbart; die Bruthöhle kann mitunter bis mehrere 100 m vom Wasser entfernt liegen (etwa in Wurzeltellern umgestürzter Bäume). Außerhalb der Brutzeit kommt der Eisvogel auch an kleinen Bächen, Fischteichen und Kleingewässern aller Art vor. Er ernährt sich vor allem von kleinen Süßwasserfischen; abhängig vom Nahrungsund Strukturangebot werden Gewässerabschnitte von durchschnittlich 500 m bis 2 km genutzt (ANDRETZKE et al. 2005).</p>\n<p class=\"lf-p\">In Luxemburg ist der Eisvogel entsprechend der Gewässerverteilung noch in allen Landesteilen verbreitet, insbesondere an den sauberen Zuflüssen der Alzette (Mamer, Eisch, Attert), der Mittel- und Untersauer (Wiltz, Our, Weiße und Schwarze Ernz) bzw. der Mosel (Gander, Syr, MELCHIOR et al. 1987). Als Gast dringt der Eisvogel mitunter auch in den Siedlungsbereich vor, etwa bis in die Stadt Luxemburg oder an Teiche im Stadtgebiet von Esch/Alzette.</p>\n<p class=\"lf-p\">C - Populationsgröße und -struktur Der Eisvogel ist im Vogelschutzgebiet ein spärlicher und jahrweise unregelmäßiger Brutvogel.</p>\n<p class=\"lf-p\">Brutzeitliche Beobachtungen und Revierhinweise beschränken sich auf die Schwarze Ernz östlich von Godbrange, wo an naturnahen und unverbauten Uferböschungen zumindest abschnittsweise geeignete, ausreichend hohe Steilwände für eine Brut existieren. In dem breiteren Gewässerabschnitt bietet ein strukturreicher Ufergehölzsaum zugleich günstige Ansitzund Jagdmöglichkeiten, ebenso wie eine kleine Teichanlage innerhalb der Aue.</p>\n<p class=\"lf-p\">Weitere Einzelbeobachtungen, wenn auch ohne konkreten Brutnachweis, erfolgen entlang des Breinertbaachs in der östlichen Hälfte des VSG. Dort bestehen bachaufwärts der Ortslage von Breinert mehrere Abschnitte mit bis zu 1 Meter hohen Uferabbruchkanten, die eine hohe 32 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten Eignung zur Anlage einer Eisvogelbrutröhre besitzen (ebenso wie am Unterlauf des Eeschwellerbaachs östlich von Eschweiler).</p>\n<p class=\"lf-p\">Über größere Strecken fehlen in diesem Gewässerabschnitt jedoch Ufergehölze, die dem Eisvogel entsprechende Deckung oder Ansitzwarten zur Jagd bieten.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die übrigen Fließgewässer im VSG besitzen aufgrund ihrer geringen Größe eine nachrangige Eignung als Lebensraum des Eisvogels. So sind der Laangbaach oder der Beidlerbaach zu schmal bzw. weisen eine zu geringe Wasserführung für ein dauerhaftes Vorkommen auf.</p>\n<p class=\"lf-p\">Am Bricherbaach wie auch am Unterlauf des Roudemerbaach fehlt bislang eine entsprechende Gewässerdynamik, die zur Ausbildung von geeigneten Abbruchkanten entlang des Ufers und damit zur Ausbildung von Brutmöglichkeiten führt. östlichen und westlichen Randbereich des VSG vor, wo u. a. kleinere Teichanlagen attraktive Jagdhabitate darstellen (COL 2019).</p>\n<p class=\"lf-p\">D - Beeinträchtigungen und Gefährdungen  Gewässerverschmutzung (u. a. durch Eintrag von Düngemitteln aus der Landwirtschaft) und die daraus resultierende Verschlechterung der Nahrungsgrundlage  Störungen im Umfeld von Brut- und Nahrungsplätzen durch Freizeitaktivitäten (z. B. durch zu langes Verweilen von Anglern in der Nähe einer Eisvogelbrutröhre)  Verluste an großen Glasscheiben von Gebäuden in Gewässernähe oder im Straßenverkehr (etwa beim Überfliegen von Brücken aufgrund zu schmaler Durchlässe)  Gefährdungen durch die Drahtüberspannung von Bachläufen (v. a. bei kleinen Bächen) oder durch Netzabspannung von Teichen E - Erhaltungszustand Einstufung Brutvorkommen (Nahrungsgast) Der Gesamterhaltungszustand wird entsprechend der Hauptkriterien als \"durchschnittlich oder beschränkt\" (C) bewertet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erhaltungszustand Eisvogel Zur Brut benötigt der Eisvogel steile Abbruchkanten, in die er seine Niströhren gräbt. Daneben sind auch ein entsprechender Besatz mit Kleinfischen und geeignete Ansitzmöglichkeiten zur Jagd erforderlich (Unterlauf des Eeschwellerbaachs).</p>\n<p class=\"lf-p\">Zustand der Population [population] C Habitatqualität [conservation] B Isolation/Konzentration [isolation] C Gesamtwert [global] C Außerhalb der Brutperiode konzentrieren sich die Nachweise des Eisvogels auf ähnliche Gewässerabschnitte; Winterbeobachtungen liegen vor allem entlang von Schwarzer Ernz, Breinertbaach oder Bricherbaach jeweils am e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 33 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten Verbreitung Eisvogel  Brutvorkommen (n=1)  Gastvorkommen (n=7) © © O A m C m A C D G D m Orrriig Adddm miin inniisisstttrrraaatttiio ioonnnddduuuC Caaadddaaassstttrrreeeeeetttdddeeella laaTTTooopppooogggrrraaappphhhiie ieeLLLuuuxxxeeem mbbbooouuurrrggg(((A AC CTTT)))---D Drrroooiitittsssrrréééssseeerrrvvvééésssàààll’l’E ’EEtttaaatttddduuuG Grrraaannnddd---D DuuuccchhhééédddeeeLLLuuuxxxeeem mbbbooouuurrrggg222000111999 ©O iggiin inneee:::A e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 34 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten 4.2.2 Bubo bubo Uhu Schutz- und Gefährdungsstatus EU-Vogelschutzrichtlinie Art. 4 Abs. 1 (Anh. I) Art. 4 Abs. 2 Art. 3 Abs. 1 (Leitart) Rote Liste 3 (gefährdet) Erhaltungszustand FV Bestand Luxemburg Status Brutvogel Gast/Durchzügler Bestand 22-25c Bestand LU0002015 Status Brutvogel Gast/Durchzügler Kartierung 2019 - Gesamtwert 2014-2019 1-2i A - Methodik der Arterfassung Punkt-Stopp-Kartierung in geeigneten Habitaten, Datenrecherche (COL 2019) Die Erfassung der Population beruht auf der Feststellung rufender Tiere und der gezielten Spurensuche.</p>\n<p class=\"lf-p\">B - Artspezifische Habitat- und Lebensraumstrukturen Der Uhu besiedelt bevorzugt abwechslungsreiche Mittelgebirgslandschaften; entscheidende Parameter eines „Uhubiotops“ sind ein offenes, strukturreiches Umfeld mit vielseitiger Nahrungsbasis, ein sonniger und leicht erwärmbarer, felsiger Horststandort mit Steilwänden sowie ein naher Tageseinstand (z. B. Felsnischen oder dichte Bäume) als Deckung für die Altvögel. Der Aktionsraum bzw. das Streifgebiet eines Uhu-Brutpaares ist groß, der Radius des Jagdgebietes schwankt zwischen 2 und max.</p>\n<p class=\"lf-p\">7 km (GLUTZ VON BLOTZHEIM &amp; BAUER 1998, e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g DAHLBECK et al. 1998, MEBS &amp; SCHERZINGER 2000).</p>\n<p class=\"lf-p\">Als Nahrungsopportunist weist die Art ein großes Beutespektrum auf, das regional variieren kann (DAHLBECK &amp; BREUER 2002, LORGÉ &amp; CONZEMIUS 2007); in fast allen Revieren sind hierunter Ratten, Mäuse, Igel oder Krähen mit einem hohen Anteil vertreten. Der Uhu ist dabei in der Lage, selbst wendige Beutetiere im Flug zu ergreifen. Größere Vogelarten werden vorzugsweise an deren Schlafplätzen erbeutet (etwa Krähen, Reiher u. a.). Zur Jagd werden strukturreiche Offenund Halboffenlandschaften aufgesucht, vorzugsweise in Waldrandnähe. Innerhalb geschlossener Wälder jagt der Uhu selten, in der Regel nur im Bereich von größeren Schneisen, Windwürfen oder Waldinnenrändern.</p>\n<p class=\"lf-p\">In Luxemburg besiedelt der Uhu überwiegend \"klassische\" Brutplätze in Form von Felsen bzw.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erdaufschlüssen, die vorwiegend an schmalen Vorsprüngen exponierter Felswände, an felsigen Abbrüchen bzw. an nur schütter bewachsenen Steilhängen bzw. Steinbrüchen liegen (LORGÉ &amp; CONZEMIUS 2007). Baumbruten sind bislang nur unzureichend dokumentiert (MORBACH 1963, MELCHIOR et al. 1987). Nachdem die Population in Luxemburg in den 1930er Jahren vermutlich durch direkte Verfolgung erlosch, gelang 1982 erstmals wieder ein Brutnachweis. Seither ist der Bestand auf derzeit 25 Paare angestiegen (LORGÉ &amp; CONZEMIUS 2007, LORGÉ &amp; MELCHIOR 2015, LORGÉ et al. 2019).</p>\n<p class=\"lf-p\">C - Populationsgröße und -struktur Der Uhu ist im Vogelschutzgebiet bislang ausschließlich als Gastvogel dokumentiert. Nachweisliche Brutvorkommen bestehen erst außerhalb des Natura 2000-Gebietes.</p>\n<p class=\"lf-p\">Konkrete Nachweise beruhen zumeist auf Zufallsfunden bzw. -beobachtungen; so wird im Sommer 2013 auf dem Gelände der Kläranlage 35 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten Junglinster ein adulter weiblicher Vogel aufgegriffen, der (ggf. bei der Jagd nach Ratten) in ein Klärbecken gestürzt war. Das nächst gelegene, bekannte Brutvorkommen im Vogelschutzgebiet „Vallée de l'Ernz Blanche de Bourglinster à Fischbach“ liegt rund 4 km vom Fundort entfernt. Mit Blick auf die großen Aktionsradien der Art ist es wahrscheinlich, dass die Feldflur zwischen Junglinster, Godbrange und Graulinster zum regelmäßig genutzten Streifgebiet des dortigen Vorkommens zählt. In der halboffenen Landschaft mit einem hohen Grünlandanteil, die durch Heckenzüge und kleinere Gehölze strukturreich gegliedert ist, bieten sich über das gesamte Jahr hinweg günstige Jagdmöglichkeiten nach Kleinsäugern und Vögeln.</p>\n<p class=\"lf-p\">Eine weitere, zufällige Uhu-Beobachtung nahe der Nationalstraße 14 südöstlich von Beidweiler (ein Vogel im Winterhalbjahr; COL 2019) erlaubt keine konkrete Zuordnung zu einem möglichen Brutplatz. In der weiteren Umgebung des Fundortes fehlen die für die Art in Luxemburg typischen Niststandorte wie Sandgruben, Steinbrüche oder größere Naturfelsen. Aber auch hier bestehen in der mit Hecken, Gebüschen und kleineren Baumgruppen abwechslungsreich strukturierten Feldflur für den Uhu günstige Jagdmöglichkeiten auf seine bevorzugten Beutetiere (wie etwa Igel, Krähen, Nagetiere oder Vögel). Während Altvögel in der Regel standorttreu sind, unternehmen vor allem Jungvögel im ersten Lebensjahr nach dem Ausfliegen größere, ungerichtete Wanderbewegungen im Umkreis ihres Geburtsortes und sind dabei auf nahrungsreiche Jagdhabitate angewiesen (DIETZEN et al. 2016).</p>\n<p class=\"lf-p\">Weidezäune) oder durch Kollisionen im Straßenverkehr  Zerschneidung von Lebensräumen (durch Wegebau oder flächenhafte Baumaßnahmen)  Verschlechterung des Nahrungsangebotes durch den Verlust von Krautsäumen, Brachen oder den Einsatz von Bioziden in der Landwirtschaft E - Erhaltungszustand Einstufung Brutvorkommen (Nahrungsgast) Der Gesamterhaltungszustand wird entsprechend der Hauptkriterien als \"durchschnittlich oder beschränkt\" (C) bewertet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erhaltungszustand Uhu Zustand der Population [population] C Habitatqualität [conservation] B Isolation/Konzentration [isolation] C Gesamtwert [global] C Zur Art wird keine Karte dargestellt.</p>\n<p class=\"lf-p\">D - Beeinträchtigungen und Gefährdungen  Individuenverluste durch Stromschlag an ungesicherten Masten im Mittelspannungsnetz, durch Leitungsanflüge (auch an e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g Die abwechslungsreich strukturierte Feldflur im Vogelschutzgebiet (hier östlich von Beidweiler) bietet für den Uhu günstige Jagdmöglichkeiten.</p>\n<p class=\"lf-p\">36 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten 4.2.3 Casmerodius albus Silberreiher Schutz- und Gefährdungsstatus EU-Vogelschutzrichtlinie Art. 4 Abs. 1 (Anh. I) Art. 4 Abs. 2 Art. 3 Abs. 1 (Leitart) Rote Liste - Erhaltungszustand FV Bestand Luxemburg Status Brutvogel Gast/Durchzügler Bestand ca. 100-200i Bestand LU0002015 Status rand, an vegetationsfreien Stellen im flachen Wasser oder auf überschwemmten Wiesen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Mancherorts kann man sie auch auf Äckern, Wiesen und Weiden ähnlich wie Graureiher auf der Jagd nach Mäusen beobachten.</p>\n<p class=\"lf-p\">Brutvogel Gast/Durchzügler Kartierung 2019 1-5i Gesamtwert 2014-2019 10-25i A - Methodik der Arterfassung Übersichtskontrollen von zentralen Beobachtungspunkten, Datenrecherche (COL 2019) C - Populationsgröße und -struktur Der Silberreiher ist im Vogelschutzgebiet regelmäßiger Durchzügler und Wintergast, der hier vor allem zwischen Oktober und März auftritt. Gelegentlich verweilen Einzeltiere bis in den April, während Sichtungen in der ersten Augustdekade bisher eine Ausnahme bleiben (COL 2019).</p>\n<p class=\"lf-p\">Mit über 150 Beobachtungen (von mehr als 600 Individuen) konzentrieren sich die Nachweise im Betrachtungszeitraum auf den östlichen Teil des Schutzgebietes. Dort sind Silberreiher bei der Nahrungssuche vor allem auf Wiesen und Feldern in der Nähe von Gewässern anzutreffen, mitunter auch direkt an kleineren Teichen oder Angelgewässern (z. B. Roudemerbaach zwischen Rodenbourg und Olingen). Aus der westlichen Hälfte des VSG liegen dagegen bislang nur vereinzelte Sichtungen entlang der Schwarzen Ernz vor.</p>\n<p class=\"lf-p\">B - Artspezifische Habitat- und Lebensraumstrukturen Das europäische Verbreitungsgebiet des Silberreihers umfasst weite Teile Ost- und Südeuropas; in Mitteleuropa ist die Art insbesondere Brutvogel in Ungarn und Österreich, in jüngster Zeit auch in den Niederlanden und in Deutschland (SÜDBECK et al. 2007, DDA 2012).</p>\n<p class=\"lf-p\">In Luxemburg ist der Silberreiher seit einigen Jahren ein regelmäßiger Wintergast mit Einzeltieren und kleineren Trupps (LORGÉ &amp; MELCHIOR 2015). Die Beobachtungen erfolgen entlang von größeren wie auch kleineren Fließgewässern und dem angrenzenden Feuchtgrünland.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ihre Nahrung (v. a. Fische, aber auch Wasserinsekten und Amphibien) suchen sie am Schilf- e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g Silberreiher treten im Vogelschutzgebiet als Wintergäste zwischen Oktober und März auf, mit Schwerpunkt im nordöstlichen Teil (v. a. östlich von Eschweiler sowie zwischen Brouch und Boudler).</p>\n<p class=\"lf-p\">37 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten Das Gros der Feststellungen verteilt sich auf das Wiesental zwischen Brouch und Boudler, wo alljährlich kleinere Trupps von bis zu 10 Tieren gleichzeitig auf Mähwiesen oder an einem kleinen, naturnah gestalteten Teich jagen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Demgegenüber erfolgen die Sichtungen in dem zweiten Schwerpunktgebiet zwischen Eschweiler und Weydig vor allem auf Ackerflächen, die von den Silberreihern im Herbst nach einem frischen Umbruch zur Jagd nach Mäusen oder Regenwürmern aufgesucht werden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Tiere jagen dabei nicht selten gemeinsam mit dem Graureiher, der im Gebiet ein ganzjähriger Nahrungsgast aus einer nahe gelegenen Kolonie bei Betzdorf ist. Hinweise auf regelmäßig frequentierte Schlafplätze von Silberreihern liegen aus dem Schutzgebiet bislang nicht vor.  Verlust von Feuchtwiesen (z. B. überstaute Wiesen im Winterhalbjahr)  Störungen im Umfeld von Nahrungshabitaten bzw. Schlafplätzen durch Straßenverkehr bzw. Erholungsnutzung  Kollisionsgefährdung an ungesicherten Mittelspannungsleitungen (vor allem im Nahbereich von bevorzugten Nahrungsgebieten) E - Erhaltungszustand Einstufung Rastvorkommen (Wintergast) Der Gesamterhaltungszustand wird entsprechend der Hauptkriterien als \"gut\" (B) bewertet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erhaltungszustand Silberreiher D - Beeinträchtigungen und Gefährdungen Zustand der Population [population] B Habitatqualität [conservation] B Die Art weist als Rastvogel einen zunehmenden Bestandstrend auf. Lokal resultieren artspezifische Gefährdungen durch Isolation/Konzentration [isolation] C Gesamtwert [global] B Im Grünland südlich von Brouch liegen mehrere naturnah gestaltete Kleingewässer, die vom Silberreiher im Winterhalbjahr regelmäßig zur Nahrungssuche genutzt werden. e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 38 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten Verbreitung Silberreiher  Rastvorkommen/Durchzügler (n=151)* © © O A m C m A C D G D m Orrriig Adddm miin inniisisstttrrraaatttiio ioonnnddduuuC Caaadddaaassstttrrreeeeeetttdddeeella laaTTTooopppooogggrrraaappphhhiie ieeLLLuuuxxxeeem mbbbooouuurrrggg(((A AC CTTT)))---D Drrroooiitittsssrrréééssseeerrrvvvééésssàààll’l’E ’EEtttaaatttddduuuG Grrraaannnddd---D DuuuccchhhééédddeeeLLLuuuxxxeeem mbbbooouuurrrggg222000111999 ©O iggiin inneee:::A * teilweise Mehrfachsichtungen an gleicher Stelle e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 39 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten 4.2.4 Ciconia nigra Schwarzstorch Schutz- und Gefährdungsstatus EU-Vogelschutzrichtlinie Art. 4 Abs. 1 (Anh. I) Art. 4 Abs. 2 Art. 3 Abs. 1 (Leitart) Rote Liste 3 (gefährdet) Erhaltungszustand U1 Bestand Luxemburg Status Brutvogel Gast/Durchzügler Bestand 10-15c Bestand LU0002015 Status Brutvogel Gast/Durchzügler Kartierung 2019 1c Gesamtwert 2014-2019 0-1c, 1-10i A - Methodik der Arterfassung Punkt-Stopp-Kartierung in geeigneten Habitaten, Revierkartierung von Großvogelarten (Übersichtskontrollen von zentralen Beobachtungspunkten), Datenrecherche (COL 2019) Die Erfassung der Population beruht auf der Feststellung von rastenden bzw. überfliegenden Individuen.</p>\n<p class=\"lf-p\">B - Artspezifische Habitat- und Lebensraumstrukturen Der Schwarzstorch besiedelt in Mitteleuropa bevorzugt ausgedehnte und möglichst ungestörte Wälder. Entscheidende Faktoren für das Auftreten der Art sind weniger der jeweilige Waldtyp als dessen Ungestörtheit im Horstumfeld sowie die Nahrungsverfügbarkeit, d. h. die Nähe zu Wasserläufen, Quellsümpfen oder Teichen. Die Horste werden v. a. auf starken Seitenästen in lichten Altholzbeständen ange- e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g legt. Wenn es nicht zu Störungen kommt, wird das Nest von den ausgesprochen ortstreuen Tieren über viele Jahre genutzt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Nahrung des Schwarzstorchs besteht aus kleinen Fischen, Amphibien und Wasserinsekten, daneben aber auch aus Mäusen oder Regenwürmern (SÜDBECK et al. 2005, BAUER et al.</p>\n<p class=\"lf-p\">2011). Horstbereich und Nahrungsrevier liegen mitunter mehrere Kilometer voneinander entfernt; vom Horstplatz aus werden geeignete Nahrungshabitate über weite Distanzen von 10 km und mehr aufgesucht. Die regelmäßig genutzte Revierfläche des Schwarzstorches variiert daher abhängig vom Nahrungsangebot erheblich.</p>\n<p class=\"lf-p\">Im Zuge der Ausdehnung seines Brutareals nach Westen wurde die Art in Luxemburg erstmals im Jahr 1993 als Brutvogel nachgewiesen (JANS, LORGÉ &amp; WEISS 2000). Seither hat sich der Bestand auf jährlich 10 bis 15 Reviere erhöht (LORGÉ &amp; MELCHIOR 2015). Während sich die Vorkommen in den Anfangsjahren der Besiedlung auf die waldreichen Regionen der nördlichen Landeshälfte (in den Kantonen Clervaux und Diekirch) beschränkten, hat sich der Schwarzstorch inzwischen auch im Osten und Westen des Landes etabliert.</p>\n<p class=\"lf-p\">C - Populationsgröße und -struktur Der Schwarzstorch ist im Vogelschutzgebiet ein regelmäßiger Nahrungsgast und zugleich sporadischer Brutvogel. Aus dem Betrachtungszeitraum liegt ein sicherer Brutnachweis aus dem Waldgebiet „Déckt“ bei Eschweiler vor (2014 mit 3 Jungvögeln, COL 2019). Auch aus den Folgejahren6 ist die Art im Schutzgebiet während der Balz- und Revierbesetzungsphase im Frühjahr mit Beobachtungen dokumentiert, wenngleich ein erneuter Brutnachweis an dieser Stelle bislang ausgeblieben ist.</p>\n<p class=\"lf-p\">6 So werden 2015 im April erneut Aktivitäten im Brutwald festgestellt, spätere Kontrollen am vorjährigen Horst bleiben dann jedoch erfolglos.</p>\n<p class=\"lf-p\">40 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten Im Verlauf der aktuellen Kartierungen deuten die Beobachtungen auf ein nichtbrütendes Revierpaar hin, also auf zwei Vögel, die zwar keinen Horst besetzen, sich aber regelmäßig in einem bestimmten Gebiet aufhalten und sich ähnlich wie ein Brutpaar verhalten7. So fliegt jeweils ein Altvogel Ende April und in der letz- Mit einer Fläche von über 100 ha ist das alt- und totholzreiche Waldgebiet „Déckt“ das größte innerhalb des Schutzgebietes. Für den Schwarzstorch sind hier sowohl geeignete Brautwaldbestände (lichte Althölzer) als auch Möglichkeiten zur Nahrungssuche (an wassergefüllten Mardellen) gegeben. ten Maidekade abends in das Waldgebiet „Déckt“ zum Übernachten ein. Dieses Waldgebiet besitzt größere und zumindest in Teilen störungsarme Altbestände mit mächtigen Buchen und Eichen, die sich als Horstbäume eignen. Auch die altholzreichen Wälder „Hölsch“, „Lëschend“ und „Hënneschten Uewerbësch“ verfügen über ähnlich strukturierte Altbaumbestände als etwaiges Bruthabitat, wenngleich deren Ausdehnung deutlich geringer als im Gebiet „Déckt“ ist. Die Bestände im „Bierger“ und „Weimerech“ sind dagegen aufgrund des Bestandsalters und der Baumartenzusammensetzung bisher wenig geeignet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Zu den Nahrungshabitaten mit konkreten Sichtungen von Schwarzstörchen zählen u. a. der Eeschwellerbaach südöstlich Eschweiler sowie die Schwarze Ernz östlich von Godbrange.</p>\n<p class=\"lf-p\">Beide Gewässer besitzen eine ausreichende Wasserführung mit unterschiedlicher Fließgeschwindigkeit und Wassertiefe; auf größeren Abschnitten bietet ein gewässerbegleitender Ufergehölzsaum zugleich einen entsprechenden Schutz vor Störungen bei der Nahrungssuche. Vereinzelte Jagdbeobachtungen auf weitläufigen Grünlandflächen (z. B. zwischen Brouch und Boudler) unterstreichen, dass auch an solchen Standorten im Vogelschutzgebiet für den Schwarzstorch günstige Voraussetzungen zur Jagd bzw. zur Rast (v. a. Spätsommer während des Heimzuges) gegeben sind.</p>\n<p class=\"lf-p\">D - Beeinträchtigungen und Gefährdungen  Störungen im Umfeld von Nahrungshabitaten durch Straßenverkehr bzw. Erholungsnutzung, Störungen in Bruthabitaten durch späte Forstarbeiten bzw. Walderschließung8  Kollisionsgefährdung an ungesicherten Mittelspannungsleitungen (vor allem im Nahbereich von Nahrungsgebieten)  Gewässerverschmutzung (u. a. durch Eintrag von Düngemitteln aus der Landwirt- 8 7 Mehrfach wurden 2019 zwei Störche im Vogelschutz- gebiet gemeinsam und anhaltend fliegend beobachtet (mit Schwerpunkt zwischen Gonderange und Eschweiler). Da während der Bebrütungsphase wie auch in der frühen Zeit der Jungenaufzucht ein Altvogel an den Horst gebunden ist, kann für das Untersuchungsjahr von einem nichtbrütenden Revierpaar ausgegangen werden. e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g Während der Brutzeit 2019 wurden im westlichen Teil des Waldgebietes „Déckt“ Wegearbeiten durchgeführt und eine kleine Waldhütte errichtet. Durch die Etablierung eines Ruheforstes („Bëschkierfecht“) ist davon auszugehen, dass das Waldgebiet zukünftig häufiger und stärker frequentiert wird, was die Eignung als Lebensraum für den störungsempfindlichen Schwarzstorch herabsetzt.</p>\n<p class=\"lf-p\">41 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten schaft) und die daraus resultierende Verschlechterung der Nahrungsgrundlage  Gefährdungen durch die Drahtüberspannung von Bachläufen (v. a. bei kleinen Bächen) E - Erhaltungszustand Einstufung Brutvorkommen Der Gesamterhaltungszustand wird entsprechend der Hauptkriterien als \"durchschnittlich oder beschränkt\" (C) bewertet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erhaltungszustand Schwarzstorch Zustand der Population [population] B Habitatqualität [conservation] B Isolation/Konzentration [isolation] C Gesamtwert [global] B Ein Schwarzstorch beim Anflug auf sein Nahrungsgewässer: Im Untersuchungsjahr besetzen zwei Altvögel im Vogelschutzgebiet ein Revier, schreiten jedoch nicht zur Brut. e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 42 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten Verbreitung Schwarzstorch  Brutvorkommen (n=1)  Rastvorkommen (n=23) © © O A m C m A C D G D m Orrriig Adddm miin inniisisstttrrraaatttiio ioonnnddduuuC Caaadddaaassstttrrreeeeeetttdddeeella laaTTTooopppooogggrrraaappphhhiie ieeLLLuuuxxxeeem mbbbooouuurrrggg(((A AC CTTT)))---D Drrroooiitittsssrrréééssseeerrrvvvééésssàààll’l’E ’EEtttaaatttddduuuG Grrraaannnddd---D DuuuccchhhééédddeeeLLLuuuxxxeeem mbbbooouuurrrggg222000111999 ©O iggiin inneee:::A e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 43 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten 4.2.5 Circus aeruginosus Rohrweihe Schutz- und Gefährdungsstatus EU-Vogelschutzrichtlinie Art. 4 Abs. 1 (Anh. I) Art. 4 Abs. 2 Art. 3 Abs. 1 (Leitart) Rote Liste - Erhaltungszustand U1 Bestand Luxemburg Status Brutvogel Gast/Durchzügler Bestand</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">-</span>(o. A.) Bestand LU0002014 Status Brutvogel Gast/Durchzügler Kartierung 2019 1i Gesamtwert 2014-2019 5-10i wöhnlich im niedrigen Suchflug erbeutet werden; zur Brutzeit werden neben Jungvögeln (Küken und Nestlinge) auch Reptilien, Amphibien, Aas oder Großinsekten erbeutet. Dementsprechend liegen die Nahrungshabitate im Schilfgürtel und in den angrenzenden Wasserflächen, Verlandungszonen und Wiesen, aber auch außerhalb der Röhrichtbereiche in der Feldflur, wie etwa in offenen Agrarlandschaften mit Brachen, unbefestigten Wegen oder sonstigen Saumstrukturen. Das Jagdrevier kann bei günstigen Verhältnissen unter 100 ha liegen, mitunter aber auch Areale von bis zu 15 km² und mehr umfassen; dann erstrecken sich die Jagdflüge in Distanzen von mehreren Kilometern um den Brutplatz (&gt; 7 km, BAUER et al.</div>\n<p class=\"lf-p\">2011, GLUTZ VON BLOTZHEIM &amp; BAUER 1998). Als Langstreckenzieher verbringt die Art den Winter zumeist im tropischen Afrika, einige Rohrweihen überwintern jedoch auch in Südfrankreich und Spanien (MEBS &amp; SCHMIDT 2006).</p>\n<p class=\"lf-p\">A - Methodik der Arterfassung Revierkartierung von Großvogelarten (Übersichtskontrollen von zentralen Beobachtungspunkten), Datenrecherche (COL 2019) B - Artspezifische Habitat- und Lebensraumstrukturen Die Rohrweihe ist Brutvogel der offenen Landschaft, vorzugsweise in Seenlandschaften und Teichgebieten, in größeren Flussauen mit Verlandungszonen und schilfbestandenen Altarmen. Das Nest wird in der Regel in dichten und hohen, oft wasserständigen (Alt-) Schilfbeständen angelegt; vermehrt werden Nester in landwirtschaftlich genutzten Gebieten, etwa in Getreide- oder Rapsfeldern gefunden (dann meist in der Nähe von Gewässern).</p>\n<p class=\"lf-p\">In der Wahl der Nahrung ist die Rohrweihe recht anpassungsfähig und daher weniger von bestimmten Beutetieren abhängig. Sie jagt vor allem kleine Vogelarten und Säuger, die ge- e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g Im niedrigen Suchflug jagende Rohrweihe: Im Vogelschutzgebiet ist die Art ein seltener, jedoch regelmäßiger Durchzügler.</p>\n<p class=\"lf-p\">Nachdem die Rohrweihe in Luxemburg im 19.</p>\n<p class=\"lf-p\">Jahrhundert noch als verbreiteter Brutvogel galt (DE LA FONTAINE in MELCHIOR et al. 1987), werden in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nur noch ausnahmsweise Bruten dokumentiert, etwa im Jahr 1962 bei Esch/Alzette (MELCHIOR 44 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten et al. 1987). Abgesehen von vereinzelten Sommerfeststellungen (wie z. B. auf dem Oeslinger Hochplateau oder im Baggerweihergebiet Remerschen; HEIDT et al. 2002, COL 2019), fehlen seither konkrete Brutnachweise. Dagegen liegen aus verschieden Landesteilen alljährliche Beobachtungen als Durchzügler vor, sowohl aus Feuchtgebieten als auch aus Agrarfluren; dort wird die Rohrweihe in geringer Zahl vor allem in den Monaten April und September nachgewiesen (LORGÉ et al. 2015).  Zerschneidung und Verkleinerung von offenen, störungsarmen Landschaftsräumen (z. B. durch Wegebau oder Bauansiedlungen)  Verschlechterung des Nahrungsangebotes durch den Verlust von Krautsäumen, Brachen oder den Einsatz von Bioziden in der Landwirtschaft  Störungen im Umfeld von Schlafplätzen durch Straßen bzw. durch Erholungsnutzung C - Populationsgröße und -struktur  Individuenverluste durch Leitungsanflüge oder Stromschlag an ungesicherten Mittelspannungsmasten Als seltener, jedoch regelmäßiger Durchzügler und Gastvogel ist die Rohrweihe im VSG sowohl auf dem Frühjahrs- als auch dem Herbstzug dokumentiert. Der räumliche Schwerpunkt umfasst die offene Feldflur zwischen Eschweiler und Beidweiler bzw. Rippig und Boudler, wo während der Zugzeiten günstige Voraussetzungen zur Jagd bestehen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Aktuelle oder frühere Hinweise auf ein Brutvorkommen fehlen aus dem Bereich des Vogelschutzgebietes, wenngleich auch dazu geeignete Habitatvoraussetzungen gegeben sind.</p>\n<p class=\"lf-p\">So erstreckt sich am Beidlerbaach ein rund 6 ha großes Schilfröhricht mit einer grundsätzlichen Eignung als Bruthabitat der Rohrweihe.</p>\n<p class=\"lf-p\">Auch die weitläufige, offene Agrarlandschaft nördlich von Eschweiler erfüllt die Anforderungen der Art an Brutgebiete innerhalb der Agrarflur. Brutzeitliche Beobachtungen von Rohrweihen im Mai und Juni werden bislang ausschließlich als umherstreifende Vögel weit abseits der eigentlichen Brutgebiete eingestuft.</p>\n<p class=\"lf-p\">E - Erhaltungszustand Einstufung Rastvorkommen Der Gesamterhaltungszustand wird entsprechend der Hauptkriterien als \"gut\" (B) bewertet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erhaltungszustand Rohrweihe Zustand der Population [population] B Habitatqualität [conservation] B Isolation/Konzentration [isolation] C Gesamtwert [global] B D - Beeinträchtigungen und Gefährdungen  Verlust von Feuchtwiesen, mehrjährigen Brachflächen sowie kleinräumigen Saumstrukturen e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g Schilfgebiete entlang der Bachauen (wie hier bei Beidweiler) bieten der Rohrweihe geeignete Jagd- und zugleich potenzielle Bruthabitate.</p>\n<p class=\"lf-p\">45 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten Verbreitung Rohrweihe  Rastvorkommen/Durchzügler (n=11) © © O A m C m A C D G D m Orrriig Adddm miin inniisisstttrrraaatttiio ioonnnddduuuC Caaadddaaassstttrrreeeeeetttdddeeella laaTTTooopppooogggrrraaappphhhiie ieeLLLuuuxxxeeem mbbbooouuurrrggg(((A AC CTTT)))---D Drrroooiitittsssrrréééssseeerrrvvvééésssàààll’l’E ’EEtttaaatttddduuuG Grrraaannnddd---D DuuuccchhhééédddeeeLLLuuuxxxeeem mbbbooouuurrrggg222000111999 ©O iggiin inneee:::A e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 46 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten 4.2.6 Circus cyaneus Kornweihe Schutz- und Gefährdungsstatus EU-Vogelschutzrichtlinie Art. 4 Abs. 1 (Anh. I) Art. 4 Abs. 2 Art. 3 Abs. 1 (Leitart) Rote Liste - Erhaltungszustand U1 Bestand Luxemburg Status Als Mittel- und Kurzstreckenzieher mit Winterquartieren von Mitteleuropa bis Nordafrika erscheinen die Tiere zur Überwinterung ab Ende September/Anfang Oktober, überwintern mit einem Maximum von November bis Februar und ziehen bis Ende April/Anfang Mai wieder ab (LORGÉ &amp; MELCHIOR 2015). Als Überwinterungsgebiete bevorzugt die Kornweihe in Luxemburg weiträumig offene Agrarlandschaften; als Schlafplätze werden im Winter größere Schilfröhrichte, aber auch mehrjährige Brachen oder Altgrasbestände aufgesucht.</p>\n<p class=\"lf-p\">Brutvogel Gast/Durchzügler Bestand</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">-</span>(o. A.) Bestand LU0002015 Status Brutvogel Gast/Durchzügler Kartierung 2019 - Gesamtwert 2014-2019 1-5i A - Methodik der Arterfassung Datenrecherche (COL 2019) B - Artspezifische Habitat- und Lebensraumstrukturen In Mitteleuropa zählt die Kornweihe zu den seltensten Greifvogelarten, die größere Heidegebiete und Moore, ausgedehnte Grünlandbereiche bis hin zu trockenem Wiesen- und Ackerland zur Brut besiedelt (BAUER et al.</div>\n<p class=\"lf-p\">2011). In Luxemburg gilt die Kornweihe als seltener, jedoch regelmäßiger Durchzügler und Wintergast sowie als sporadischer Brutvogel.</p>\n<p class=\"lf-p\">Nach Brut(versuch)en in den 1940er Jahren im Raum Dudelange (HULTEN &amp; WASSENICH, 1960/61) gelang 1985 der Nachweis einer erfolgreichen Brut auf einer Mähwiese im Ösling (im Raum Schimpach-Niederwampach; MELCHIOR et al. 1987). Seither fehlen erneute konkrete Bruthinweise, trotz vereinzelter Feststellungen in den Sommermonaten. e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g C - Populationsgröße und -struktur Im Betrachtungszeitraum ist die Kornweihe im Vogelschutzgebiet ein seltener Durchzügler und nicht alljährlicher Wintergast. Einzelsichtungen von Kornweihen während des Zuges liegen aus der Feldflur bei Hemstal bzw. Beidweiler vor (jeweils im April). Winterbeobachtungen im Januar und Februar beschränken sich auf den nordöstlichen Teil des Schutzgebietes, wo Kornweihen bei der Jagd über Stoppeläckern oder Grünlandflächen beschrieben sind (etwa um Brouch, COL 2019). Hinweise auf Nächtigungen bzw. einen regelmäßig frequentierten Schlafplatz fehlen dagegen aus dem aktuellen Berichtszeitrum.</p>\n<p class=\"lf-p\">Auf dem Durchzug passiert die Kornweihe das Vogelschutzgebiet meist nur mit Einzeltieren; Schlafplätze mit Ansammlungen mehrerer Vögel sind aus dem Berichtszeitraum nicht dokumentiert.</p>\n<p class=\"lf-p\">47 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten Kornweihen jagen bevorzugt in einer offenen, weitläufigen Kulturlandschaft mit Äckern, Grünland, Feuchtgebieten und Brachflächen. Dementsprechend bieten vor allem die zentralen und östlichen Gebietsteile des VSG günstige Jagdmöglichkeiten für die Art. Ähnlich gut geeignete Habitate bestehen ebenso entlang der Schwarzen Ernz zwischen Junglinster und Godbrange, wo ausgedehnte Viehweiden, Feuchtwiesen bzw. Röhrichte kleinräumig wechseln; die dort fehlenden Nachweise während des Berichtszeitraumes lassen sich möglicherweise auf die nur geringe Beobachtungsintensität im Winterhalbjahr zurückführen.  Verschlechterung des Nahrungsangebotes durch den Verlust von Krautsäumen, Brachen oder den Einsatz von Bioziden in der Landwirtschaft  Störungen im Umfeld von Schlafplätzen durch Straßen- und Flugverkehr (z. B. Heißluftballons) sowie durch Erholungsnutzung  Individuenverluste durch Leitungsanflüge oder Stromschlag an ungesicherten Mittelspannungsmasten E - Erhaltungszustand Einstufung Rastvorkommen (Wintergast) Der Gesamterhaltungszustand wird entsprechend der Hauptkriterien als \"gut\" (B) bewertet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erhaltungszustand Kornweihe Im Winterhalbjahr jagt die Kornweihe bevorzugt in der offenen Kulturlandschaft und sucht hier entlang von Brachflächen, Grassäumen oder den Resten abgeernteter Feldfrüchte nach Mäusen und Kleinvögeln (Brachfläche bei Hemstal).</p>\n<p class=\"lf-p\">Zustand der Population [population] B Habitatqualität [conservation] B Isolation/Konzentration [isolation] C Gesamtwert [global] B Zur Art wird keine Karte dargestellt.</p>\n<p class=\"lf-p\">D - Beeinträchtigungen und Gefährdungen  Verlust von Feuchtwiesen, mehrjährigen Brachflächen sowie kleinräumigen Saumstrukturen  Zerschneidung und Verkleinerung von offenen, störungsarmen Landschaftsräumen (z. B. durch Wegebau oder Bauansiedlungen) e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 48 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten 4.2.7 Dendrocopos medius Mittelspecht Schutz- und Gefährdungsstatus EU-Vogelschutzrichtlinie Art. 4 Abs. 1 (Anh. I) Art. 4 Abs. 2 Art. 3 Abs. 1 (Leitart) Erhaltungszustand U1 Rote Liste - storbenen bzw. morschen Bäumen und Ästen oder im Bereich von sonstigen Schadstellen angelegt (WEISS 2003). Mittelspechte sind größtenteils Standvögel mit Winterrevieren. Die Siedlungsdichte in Mittelspechtwäldern schwankt von ca. 0,2 bis 1 Revier/10 ha, kann in günstigen Habitaten aber auch noch höher liegen; als Mindestgröße des für ein Brutpaar ausreichenden Waldbestandes werden 3 bis 3,3 ha angegeben (vgl. BAUER et al. 2011, FLADE et al. 2004, WEISS 2003).</p>\n<p class=\"lf-p\">Bestand Luxemburg Status Brutvogel Gast/Durchzügler Bestand 200-400c Bestand LU0002015 Status Brutvogel Gast/Durchzügler Kartierung 2019 21c Gesamtwert 2014-2019 25-35c A - Methodik der Arterfassung Linienkartierung (Transekte), Punkt-StoppKartierung in geeigneten Habitaten, Datenrecherche (COL 2019) Die Erfassung der Population beruht auf der Feststellung Revier anzeigender Verhaltensweisen.</p>\n<p class=\"lf-p\">B - Artspezifische Habitat- und Lebensraumstrukturen Aufgrund der Bevorzugung von Bäumen mit grob- und tiefborkiger Rinde brütet der Mittelspecht hauptsächlich in älteren Waldbeständen mit hohem Eichenanteil. Entsprechend nutzt der Mittelspecht vor allem Eichenwälder und Wälder der Hartholzaue, daneben Erlenwälder und sehr alte Buchenbestände, regional auch (waldrandnahe) Streuobstwiesen (BAUER et al. 2011, FALDE et al. 2004). Die Bruthöhlen werden bevorzugt in abge- e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g Der Mittelspecht sucht Bäume mit grober Borke nach kleinen Insekten ab; Im Vogelschutzgebiet kommen dazu in erster Linie Eichenbestände in Frage, vereinzelt auch Erlenfeuchtwälder.</p>\n<p class=\"lf-p\">In Luxemburg ist der Mittelspecht in den ausgedehnten Waldbeständen im mittleren bis südlichen Landesteil regelmäßig anzutreffen, zumeist auf frischen bis feuchten Standorten (MELCHIOR et al. 1987, LORGÉ &amp; MELCHIOR 2015). Daneben werden typischerweise auch kleinere Waldbestände in den übrigen Landesteilen besiedelt, sofern die Voraussetzungen an den Lebensraum (größere Baumbestände mit grob- und tiefborkiger Rinde) erfüllt sind. Brutvorkommen außerhalb des geschlossenen Waldbestandes stellen Ausnahmen dar, sind jedoch bereits für 49 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten Streuobstwiesen beschrieben (HUTTERT 1995, WEISS 2015). Nach den ersten Ergebnissen des Specht-Monitorings wird der landesweite Brutbestand höher eingeschätzt als bislang angenommen (KLEIN 2016).</p>\n<p class=\"lf-p\">C - Populationsgröße und -struktur Mit einem Bestand von über 20 Revieren ist der Mittelspecht im Vogelschutzgebiet ein regelmäßiger und verbreiteter Brutvogel der altholzreichen Waldbestände. Größere Verbreitungslücken bestehen erwartungsgemäß vor allem im nordöstlichen Teil des VSG, wo offenes Kulturland dominiert und selbst kleinere Waldflächen weitestgehend fehlen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Zwar liegt der Waldanteil im Natura 2000Gebiet mit 13% deutlich unter dem Landesdurchschnitt. Es überwiegen Laubmischwälder mit einem hohen Anteil an Eichen bzw. Altholz, wodurch für den Mittelspecht besonders günstige Habitatvoraussetzungen gegeben sind. In nahezu allen größeren Laubwaldbeständen ist die Art mit mindestens einem Revier vertreten, selbst in vergleichsweise kleinen Waldgebieten wie dem „viischten Uewerbësch“ westlich von Eschweiler. Dort liegt die für den Mittelspecht nutzbare Altholzfläche bereits unter der für ein Revier üblicherweise benannten Mindestgröße von ca. 3 ha (BAUER et al. 2011, WEISS 2003), so dass davon auszugehen ist, dass die Vögel auch den 200 m südlich davon gelegenen „hënneschten Uewerbësch“ in ihre Nahrungssuche einbeziehen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die höchste Revierdichte wird in dem ausgedehnten Mischwaldgebiet „Déckt“ südlich von Eschweiler ermittelt, wo sich mindestens acht Reviere abgrenzen lassen. Abgesehen von kleineren, mit Nadelhölzern bestandenen Flächen überwiegen hier Altbestände aus Buchen und Eichen mit einem hohen Totholzanteil. Im östlichen Teil des Waldgebietes „Warschent“ bei Ernster konnte die Art bislang nicht nachgewiesen werden, obwohl auch hier potentiell geeignete Habitatstrukturen, vor allem ein höherer Eichenanteil, existieren.</p>\n<p class=\"lf-p\">D - Beeinträchtigungen und Gefährdungen  Verlust von Laubaltholzbeständen (vor allem Alteichen) durch starke Durchforstungen, Verlust von Höhlenbäumen bzw. Totholz  Störungen im Umfeld von Brutrevieren (etwa durch jahreszeitlich späte Forstarbeiten im März-April) E - Erhaltungszustand Einstufung Brutvorkommen Der Gesamterhaltungszustand wird entsprechend der Hauptkriterien als \"gut\" (B) bewertet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erhaltungszustand Mittelspecht Zustand der Population [population] B Habitatqualität [conservation] B Isolation/Konzentration [isolation] C Gesamtwert [global] B Das alt- und totholzreiche Waldgebiet \"Déckt\" bietet dem Mittelspecht ideale Habitatbedingungen: Hier werden mindestens acht Reviere der Art ermittelt. e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 50 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten Verbreitung Mittelspecht  Brutvorkommen (n=21) © © O A m C m A C D G D m Orrriig Adddm miin inniisisstttrrraaatttiio ioonnnddduuuC Caaadddaaassstttrrreeeeeetttdddeeella laaTTTooopppooogggrrraaappphhhiie ieeLLLuuuxxxeeem mbbbooouuurrrggg(((A AC CTTT)))---D Drrroooiitittsssrrréééssseeerrrvvvééésssàààll’l’E ’EEtttaaatttddduuuG Grrraaannnddd---D DuuuccchhhééédddeeeLLLuuuxxxeeem mbbbooouuurrrggg222000111999 ©O iggiin inneee:::A e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 51 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten 4.2.8 Dryocopus martius Schwarzspecht Schutz- und Gefährdungsstatus EU-Vogelschutzrichtlinie Art. 4 Abs. 1 (Anh. I) Art. 4 Abs. 2 Art. 3 Abs. 1 (Leitart) Rote Liste - Erhaltungszustand U1 Bestand Luxemburg Status Brutvogel Gast/Durchzügler Bestand 100-150c Bestand LU0002015 Status Brutvogel Gast/Durchzügler Kartierung 2019 2c Gesamtwert 2014-2019 2-3c auch &gt; 500 ha (BAUER et al. 2011). Als Höhlenbäume werden mindestens 80- bis 100jährige Buchen bevorzugt; sie müssen einen freien Anflug zur Brut- bzw. Schlafhöhle mit einem mind. 4 bis 10 m hohen, astfreien Stamm aufweisen (BLUME 1996). Charakteristisch ist eine Häufung der Baumhöhlen in Gruppen, in so genannten „Höhlenzentren“.</p>\n<p class=\"lf-p\">In Luxemburg ist der Schwarzspecht nahezu flächendeckend verbreitet, nur in den besonders waldarmen Regionen bestehen Verbreitungslücken. Das größte zusammenhängende Areal besteht im Bereich des Luxemburger Sandsteins, der großflächige Buchenhochwälder im Wechsel mit Nadelwaldbeständen aufweist. In den zurückliegenden Jahrzehnten konnte der Schwarzspecht vereinzelt seine Verbreitung in Luxemburg noch weiter ausdehnen und ist mitunter auch in weniger waldreichen Landschaftsteilen anzutreffen, sofern zumindest kleinere Altholzinseln zum Bau einer Bruthöhle bestehen (LORGÉ &amp; MELCHIOR 2015).</p>\n<p class=\"lf-p\">A - Methodik der Arterfassung Linienkartierung (Transekte), Punkt-StoppKartierung in geeigneten Habitaten, Datenrecherche (COL 2019) Die Erfassung der Population beruht auf der Feststellung Revier anzeigender Verhaltensweisen und dem Fund besetzter Bruthöhlen.</p>\n<p class=\"lf-p\">B - Artspezifische Habitat- und Lebensraumstrukturen Der Schwarzspecht bewohnt größere Waldgebiete mit Altholzbeständen in allen Höhenlagen und ist in fast allen Waldgesellschaften und Wirtschaftswäldern vertreten, wenn wenigstens eingestreut Nadelhölzer vorkommen, die er bevorzugt zur Nahrungssuche aufsucht (GLUTZ VON BLOTZHEIM &amp; BAUER 1997). Der Schwarzspecht gilt als ausgesprochen ortstreu; die Reviere umfassen in waldreichen Mittelgebirgen mindestens 250 bis 400 ha, häufig jedoch e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g C - Populationsgröße und -struktur Der Schwarzspecht ist im Vogelschutzgebiet entsprechend dem geringen Waldanteil mit zwei Revieren ein seltener Brutvogel. Konkrete Revier- bzw. Brutnachweise erfolgen in den altholzreichen Waldgebieten „Reiderterbësch“ nördlich von Oberanven bzw. im „Déckt“ zwischen Rodenburg und Eschweiler. Dort findet der Schwarzspecht geeignete Buchen mit einem hohen astfreien Schaft, die der Art einen ungehinderten Anflug an die Bruthöhle erlauben.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die brutzeitlichen Beobachtungen des Reviers um Eschweiler verteilen sich auch auf andere Bestände abseits des eigentlichen Brutwaldes, wie etwa in den kleineren Waldbeständen „Lëschend\" im „Hölsch“ bzw. „Uewerbësch\" westlich von Eschweiler und kennzeichnen den großen Aktionsraum der Art (PAN 2017, GLUTZ VON BLOTZHEIM 1980). Eine vorjährige Schwarz- 52 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten spechthöhle im Waldgebiet „Hölsch“ ist aktuell von der Hohltaube besetzt. Die Meldung einer sicheren Brut im Waldgebiet „Déckt“ bereits im Jahr 2014 spricht für eine kontinuierliche Nutzung dieses Waldgebietes.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ein zweites Revierzentrum wird am südlichen Rand des VSG im „Reiderterbësch“ nördlich von Oberanven ermittelt, wo sich ein totholzreicher Laubmischwald auch jenseits der Grenzen des Vogelschutzgebietes fortsetzt. Weitere Schwarzspechtsichtungen erfolgen im Waldgebiet „Belebësch“ östlich von Godbrange; dort läuft das VSG in einem schmalen Streifen entlang der Schwarzen Ernz aus und umfasst nur die Altholzbestände am Hang östlich der Aue. Das Zentrum des dortigen Reviers liegt in den ausgedehnten Buchenbeständen auf dem Plateau des „Belebierg“ und damit bereits außerhalb des Schutzgebietes. In einzelnen Jahren ist auch in diesen Buchenbeständen ein Brutvorkommen möglich und zu erwarten. Mit einem Bestand von zwei Brutpaaren (sowie einem Randrevier) bei einer Gesamtwaldfläche von rund 400 ha erreicht der Schwarzspecht im VSG bereits die obere Grenze der Habitatkapazität. Dabei profitiert die Art von dem kleinräumigen Wechsel unterschiedlicher Waldtypen, in denen vor allem Hochwaldbestände mit Altbäumen (Buchen) zur Anlage der Bruthöhle, aber auch kleinere Nadelwaldparzellen (zur Nahrungssuche) abwechseln.</p>\n<p class=\"lf-p\">E - Erhaltungszustand Einstufung Brutvorkommen Der Gesamterhaltungszustand wird entsprechend der Hauptkriterien als \"durchschnittlich oder beschränkt\" (C) bewertet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erhaltungszustand Schwarzspecht Zustand der Population [population] C Habitatqualität [conservation] B Isolation/Konzentration [isolation] C Gesamtwert [global] C Typische Brut- und Schlafhöhle des Schwarzspechtes in einer hohen Buche D - Beeinträchtigungen und Gefährdungen  Verlust von Höhlenbäumen  Verlust oder starke Auflichtung von Altbaumbeständen (vor allem Buchen)  Störungen im Umfeld von Schlaf- und Nisthöhlen (vor allem durch jahreszeitlich späte Forstarbeiten im März-April) e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 53 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten Verbreitung Schwarzspecht  Brutvorkommen (n=2)  Gast (n=7) © © O A m C m A C D G D m Orrriig Adddm miin inniisisstttrrraaatttiio ioonnnddduuuC Caaadddaaassstttrrreeeeeetttdddeeella laaTTTooopppooogggrrraaappphhhiie ieeLLLuuuxxxeeem mbbbooouuurrrggg(((A AC CTTT)))---D Drrroooiitittsssrrréééssseeerrrvvvééésssàààll’l’E ’EEtttaaatttddduuuG Grrraaannnddd---D DuuuccchhhééédddeeeLLLuuuxxxeeem mbbbooouuurrrggg222000111999 ©O iggiin inneee:::A e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 54 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten 4.2.9 Lanius collurio Neuntöter Schutz- und Gefährdungsstatus EU-Vogelschutzrichtlinie Art. 4 Abs. 1 (Anh. I) Art. 4 Abs. 2 Art. 3 Abs. 1 (Leitart) Rote Liste 3 (gefährdet) Erhaltungszustand U1 Bestand Luxemburg Status Brutvogel Gast/Durchzügler Bestand 500-900c Bestand LU0002015 Status Brutvogel Gast/Durchzügler Kartierung 2019 66c Gesamtwert 2014-2019 70-80c A - Methodik der Arterfassung Linienkartierung (Transekte), Punkt-StoppKartierung in geeigneten Habitaten, Datenrecherche (COL 2019) sonderer Bedeutung. Offene, kurzrasige Grünlandbestände (v. a. frisch gemähte Wiesen oder Rinderweiden) liefern die Hauptnahrungsgrundlage, meist größere Wirbellose. Seine Beute (vor allem Insekten aller Art, gelegentlich Amphibien, Kleinsäuger) spießt der Neuntöter gerne auf den Dornen der Hecken auf, mitunter auch an Stacheldraht von Weidezäunen. Die Reviergröße variiert zwischen 1 - 6 ha (im Durchschnitt 1,5 bis 2 ha; BAUER et al. 2011).</p>\n<p class=\"lf-p\">In Luxemburg ist der Neuntöter in geeigneten Habitaten noch im gesamten Land verbreitet, und profitiert insbesondere von Gebieten mit einer kleinparzellierten landwirtschaftlichen Nutzung (MELCHIOR et al. 1987, BECHET &amp; MOES 1999). In den großen zusammenhängenden Waldgebieten ist die Art naturgemäß selten, hier besiedelt der Neuntöter entsprechende Biotope wie größere Schonungen, Kahlschlagsflächen oder Waldränder (HEIDT et al.</p>\n<p class=\"lf-p\">2002, LORGÉ &amp; MELCHIOR 2015). In vielen Regionen des Landes sind seit einigen Jahren anhaltende Bestandsrückgänge zu verzeichnen (ANDERS 2018).</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Erfassung der Population beruht auf der Feststellung Revier anzeigender Tiere.</p>\n<p class=\"lf-p\">B - Artspezifische Habitat- und Lebensraumstrukturen Der Neuntöter bevorzugt reich strukturierte, halboffene Landschaften. Er besiedelt mit Hecken umsäumte Viehweiden, Mäh- und Magerwiesen, schwach verbuschte Trockenrasen, aber auch Streuobstwiesen, gebüschreiche Waldsäume und Sukzessionsflächen sowie junge Kahlschläge. Dabei bevorzugt er es warm und trocken, vorzugsweise in süd- bis südwestexponierten Lagen. Als Niststandort sowie als Ansitz- und Jagdwarten sind dornige Hecken, Gehölze und Sträucher von be- e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g Ein Neuntötermännchen hält von einer Warte Ausschau nach größeren Fluginsekten (südöstlich Eschweiler).</p>\n<p class=\"lf-p\">55 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten C - Populationsgröße und -struktur Der Neuntöter zählt zu den besonders charakteristischen Brutvogelarten des Vogelschutzgebietes; mit einem geschätzten Bestand von 70-80 Brutpaaren beherbergt das Gebiet einen überproportional hohen Anteil des luxemburgischen Brutbestandes. Die Art ist über nahezu das gesamte VSG verbreitet, wenn auch mit einem deutlichen Schwerpunkt im mittleren und westlichen Teil. In der östlichen Hälfte nimmt die Dichte dagegen merklich ab; Verbreitungslücken bestehen hier etwa um Brouch bzw. nördlich Eschweiler oder zwischen Roudenbourg und Olingen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die höchsten Revierdichten im Gebiet erreicht der Neuntöter in einer halboffenen Landschaft mit einem hohen Grünlandanteil, Hecken und Dornsträuchern. Die räumliche Verteilung der Art spiegelt das Vorhandensein dieser Habitatstrukturen wider. Die überwiegend als beweidetes Grünland genutzten Bereiche des Schutz- gebietes sind dicht besiedelt, etwa im südwestlichen Teil zwischen Rameldange und Ernster, Flur „Wolschët“ östlich von Ernster. In den vom Ackerbau dominierten Flächen, etwa nördlich und östlich von Eschweiler, fehlt die Art hingegen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Unter günstigen Bedingungen kann der Neuntöter „geklumpt“ mit mehreren Revieren auftreten, die jeweils nur 300-400 m voneinander entfernt sind. Solche geringen Revierabstände kennzeichnen optimal strukturierte Flächen (DIETZEN 2016). Derartige Dichtezentren bestehen im VSG etwa östlich von Gonderange (1,4 Reviere/10 ha) oder nördlich von Junglinster (in den Fluren „Geespert“ und „Stir“, 1,2 Revieren/10 ha). In beiden Gebieten existiert ein hoher Grünlandanteil, der von langen Hecken durchzogen wird. Örtlich profitiert der Neuntöter von gezielten Gestaltungs- und Pflegemaßnahmen. So wurden entlang der ehemaligen Bahnlinie im Rahmen des „Life Orchis“- Im beweideten Grünland, das locker mit Hecken bestanden ist, findet der Neuntöter ideale Bedingungen - sowohl zur Jagd nach Insekten und Kleinsäugern als auch geschützte Nistplätze in dornigen Sträuchern wie Schlehe oder Weißdorn (Péiteschbierg bei Junglinster). e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 56 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten Projektes Teile des Bahndammes entbuscht, um Trockenrasen wiederherzustellen, die auch für den Neuntöter günstige Nahrungshabitate darstellen. Für das gesamte Vogelschutzgebiet resultiert ein mittlerer Wert von 0,24 Revieren/10 ha, der damit merklich über den Angaben vergleichbarer Landschaften in Luxemburg liegt9.</p>\n<p class=\"lf-p\">Mehrjährige Monitoringuntersuchungen zum Neuntöter unterstreichen die nach wie vor positive Bestandssituation des Neuntöters im Vogelschutzgebiet \"Région de Junglinster\" (ANDERS 2018). Entgegen dem landesweiten Bestandstrend war für den Neuntöter bei wiederholten Untersuchungen auf Probeflächen innerhalb des Vogelschutzgebietes ein stabiler Bestand, in einem Fall sogar eine Bestandszunahme zu verzeichnen.</p>\n<p class=\"lf-p\">E - Erhaltungszustand Einstufung Brutvorkommen Der Gesamterhaltungszustand wird entsprechend der Hauptkriterien als \"gut\" (B) bewertet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erhaltungszustand Neuntöter Zustand der Population [population] B Habitatqualität [conservation] B Isolation/Konzentration [isolation] C Gesamtwert [global] B D - Beeinträchtigungen und Gefährdungen  Verlust von Heckenstrukturen durch Rodung oder intensive Nutzung („kastenförmiger“ Pflegeschnitt der Hecken)  Verlust von krautigen Säumen und Brachen entlang der Feld- und Wegränder  Intensivierung der Grünlandnutzung (hoher Düngemitteleinsatz bzw. Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, häufige, mehrschürige Mahd der Wiesen)  Aufforstung bzw. Sukzession/Verwaldung von mageren Grünlandflächen Die in der Gegend vielfach \"kastenförmig\" zurück geschnittenen Hecken bieten keine geeigneten Nistmöglichkeiten für den Neuntöter (Eeschwellerbaach südlich von Eschweiler).</p>\n<p class=\"lf-p\">9 In einem ähnlich großen Gebiet bei Grevenmacher (37 km2) ermittelte KIEFER (2012) für den Neuntöter in den Jahren 2005 und 2011 eine Siedlungsdichte von 0,20 Revieren/10 ha (2005) bzw. 0,19 Revieren/10 ha (2011, jeweils bezogen auf die landwirtschaftlich genutzte Fläche). e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 57 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten Verbreitung Neuntöter  Brutvorkommen (n=66) © © O A m C m A C D G D m Orrriig Adddm miin inniisisstttrrraaatttiio ioonnnddduuuC Caaadddaaassstttrrreeeeeetttdddeeella laaTTTooopppooogggrrraaappphhhiie ieeLLLuuuxxxeeem mbbbooouuurrrggg(((A AC CTTT)))---D Drrroooiitittsssrrréééssseeerrrvvvééésssàààll’l’E ’EEtttaaatttddduuuG Grrraaannnddd---D DuuuccchhhééédddeeeLLLuuuxxxeeem mbbbooouuurrrggg222000222000 ©O iggiin inneee:::A e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 58 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten 4.2.10 Luscinia svecica Blaukehlchen Schutz- und Gefährdungsstatus EU-Vogelschutzrichtlinie Art. 4 Abs. 1 (Anh. I) Art. 4 Abs. 2 Art. 3 Abs. 1 (Leitart) Rote Liste R (geogr. Restriktion) Erhaltungszustand U1 Bestand Luxemburg Status Brutvogel Gast/Durchzügler Bestand 1-2c Bestand LU0002015 Status Brutvogel Gast/Durchzügler Kartierung 2019 - Gesamtwert 2014-2019 - A - Methodik der Arterfassung Linienkartierung (Transekte), Punkt-StoppKartierung in geeigneten Habitaten, Datenrecherche (COL 2019) B - Artspezifische Habitat- und Lebensraumstrukturen Das Blaukehlchen ist ein Brutvogel der Moore und Verlandungszonen an Gewässern. Die besiedelten Habitate zeichnen sich durch eine Kombination von Bereichen mit sehr dichter Vegetation (als Nistplatz) und offenen, vegetationsfreien oder schwach bewachsenen Stellen aus (zur Nahrungssuche). Ursprünglich war die Art vornehmlich an naturnahen Still- oder Fließgewässern mit ausgedehntem Schilfröhricht und anschließender Weichholzaue mit Weidengebüsch anzutreffen (GLUTZ VON BLOTZHEIM &amp; BAUER 1998). In den letzten Jahrzehnten besiedelt das Blaukehlchen zunehmend auch menschengemachte Lebensräume wie Abbau- e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g gewässer und Schlämmteiche mit entsprechenden Verlandungszonen (BAUER et al.</p>\n<p class=\"lf-p\">2011). Da solche Sekundärhabitate einer fortlaufenden Sukzession unterliegen, sind sie oft nur vorübergehend besiedelt. Parallel zur Besiedlung von Abbaugewässern hat sich die Art in verschiedenen Regionen Mitteleuropas inzwischen auch in der von verschilften Gräben durchzogenen Agrarlandschaft als Brutvogel etabliert (FRANZ 1998). Nach einem Bestandstief in den 1970er Jahren erholt sich die mitteleuropäische Population wieder und breitet sich seither, wenn auch nur langsam, aus (BAUER et al. 2011).</p>\n<p class=\"lf-p\">In Luxemburg fehlte das Blaukehlchen seit über 100 Jahren als Brutvogel; letzte Bruthinweise an der Attert oder der Mamer reichen auf die Anfänge des 20. Jahrhunderts zurück (FERRANT 1926). Seither war die Art in Luxemburg nur noch als seltener, wenn auch regelmäßiger Durchzügler zu beobachten. Vermutlich im Zusammenhang mit dem Anwachsen der Bestände in Belgien wurden 2017 zwei Vorkommen auf einer ehemaligen Schlackenhalde im Süden des Landes entdeckt, für die in den Folgejahren dort auch ein erfolgreicher Brutnachweis gelang (LORGÉ et la. 2019).</p>\n<p class=\"lf-p\">C - Populationsgröße und -struktur Für das Vogelschutzgebiet liegen bislang keine Bruthinweise des Blaukehlchens vor. Die Art gilt hier ausschließlich als seltener Durchzügler (mit Nachweisen vor 2014). Die bisher geringe Anzahl an Beobachtungen ist mit hoher Wahrscheinlichkeit methodisch bedingt: Blaukehlchen sind auf dem Zug recht unauffällig, in der Regel werden die meisten Nachweise rastender Vögel in Gebieten erbracht, in denen eine systematische, wissenschaftliche Vogelberingung durchgeführt wird (wie an der Alzette in Schifflingen und bei Übersyren).</p>\n<p class=\"lf-p\">Geeignete Rasthabitate während der Zugzeiten bestehen im VSG im Bereich von Schilfbestän- 59 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten de und Feuchtwiesen mit angrenzenden Gebüschen, wie sie in den Tälern von Schwarzer Ernz, Beidlerbaach, Laangbaach oder Bricherbaach ausgebildet sind. Die Niederung des Beidlerbaach zwischen Beidweiler und Brouch bietet zugleich günstige Voraussetzungen als Bruthabitat; hier sind unterschiedlich große Röhrichtflächen von einzelnen Weidenbüschen durchzogen oder grenzen an die mit einzelnen Bäumen bestandene Bachaue an. Angesichts der positiven Bestandsentwicklung in Mitteleuropa und des rezenten Erstnachweises als Brutvogel in Luxemburg erscheint eine Ansiedlung auch innerhalb des VSG möglich.</p>\n<p class=\"lf-p\">D - Beeinträchtigungen und Gefährdungen   Verlust von Ufer- und Verlandungszonen an Stillgewässern oder Gräben, Verhinderung der Entwicklung von Weiden- und Erlengebüschen durch Bewirtschaftung bis nahe an den Gewässerrand Veränderung des Wasserhaushaltes in Feuchtgebieten (durch Drainage angrenzender Flächen), Trockenfallen von Röh- richtbeständen in niederschlagsarmen Jahren  Verschlechterung des Nahrungsangebotes bzw. der -erreichbarkeit durch starke Verdichtung des Vegetationsbestandes (als Folge von Nährstoffeinträgen)  Unterhaltungsmaßnahmen entlang Gräben oder Gewässerrändern von E - Erhaltungszustand Einstufung Rastvorkommen Der Gesamterhaltungszustand wird entsprechend der Hauptkriterien als \"durchschnittlich oder beschränkt\" (C) bewertet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erhaltungszustand Blaukehlchen Zustand der Population [population] D Habitatqualität [conservation] B Isolation/Konzentration [isolation] C Gesamtwert [global] C Zur Art wird keine Karte dargestellt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Röhrrichtbestände und Feuchtwiesen mit kleineren Gebüschen entlang der Talauen sind geeignete Rast und potenzielle Bruthabitate des Blaukehlchens, das erst seit wenigen Jahren wieder in Luxemburg brütet (Beidlerbaach östlich von Beidweiler). e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 60 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten 4.2.11 Milvus migrans Schwarzmilan Schutz- und Gefährdungsstatus EU-Vogelschutzrichtlinie Art. 4 Abs. 1 (Anh. I) Art. 4 Abs. 2 Art. 3 Abs. 1 (Leitart) Rote Liste V (Vorwarnliste) Erhaltungszustand U1 Bestand Luxemburg Status Brutvogel Gast/Durchzügler Bestand 60-62c [106 Reviere] Bestand LU0002015 Status Brutvogel Gast/Durchzügler Kartierung 2019 6c [+7c angrenzend] Gesamtwert 2014-2019 6-10c A - Methodik der Arterfassung Punkt-Stopp-Kartierung in geeigneten Habitaten, Revierkartierung von Großvogelarten (Übersichtskontrollen von zentralen Beobachtungspunkten) Die Erfassung der Population beruht auf der Feststellung Revier anzeigender Verhaltensweisen bzw. Horstfunden.</p>\n<p class=\"lf-p\">B - Artspezifische Habitat- und Lebensraumstrukturen Der Schwarzmilan ist in Mitteleuropa ein weit verbreiteter, jedoch nirgends häufiger Brutvogel, der bevorzugt am Rande von lückigen Altholzbeständen, in Auwäldern sowie größeren Feldgehölzen nistet, meist in der Nähe von Gewässern, Feuchtgrünland oder anderen Feuchtgebieten (BAUER et al. 2011). An besonders günstigen Standorten kann lokal eine Konzentration an Revierpaaren, bis hin zu ei- e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g nem „kolonieartigen“ Brüten auftreten. Der Horst wird auf Laub- oder Nadelbäumen in größeren Höhen errichtet, gerne in der Nähe von Rotmilanhorsten. Vor allem zur Brutzeit erfolgt eine Nahrungssuche in der offenen grünlandreichen Feldflur. Das Revier umfasst Flächen von etwa 10 km², ist mitunter aber noch deutlich größer. Die Jagdflüge können sich vom Horst aus mehrere Kilometer weit erstrecken, meist in Entfernungen von 3-5 km (MEBS &amp; SCHMIDT 2006, WALZ 2005). Der Schwarzmilan ist dabei ein regelmäßiger, geselliger Gast auf Mülldeponien.</p>\n<p class=\"lf-p\">In Luxemburg ist der Schwarzmilan ein Bewohner der offenen Kulturlandschaft, dessen Vorkommen sich lange Zeit auf das Gutland begrenzte (CONZEMIUS 1998). In den vergangenen Jahren ist eine Arealausweitung in den nördlichen Landesteil (Ösling) zu verzeichnen. Der Schwerpunkt liegt jedoch nach wie vor im zentralen und südlichen Luxemburg (BIVER &amp; CONZEMIUS 2010). Im Umfeld der Müllhalde bei Flaxweiler tritt die Art mit einer lokal hohen Revierdichte auf; in einem Umkreis von 6 km wurden sechs Reviere festgestellt, was einer Revierdichte von 15,8 Rev./100 km² entspricht (Bezugsfläche 38 km²; KIEFER 1998, 2010).</p>\n<p class=\"lf-p\">C - Populationsgröße und -struktur Der Schwarzmilan besiedelt das Vogelschutzgebiet \"Région de Junglinster\" in einer außerordentlich hohen Revierdichte: Mit sechs Revieren innerhalb des VSG sowie sieben weiteren unmittelbar angrenzend ist die Art zur Brutzeit nahezu flächendeckend präsent; lediglich im südwestlichen Gebietsteil (zwischen Ernster und Oberanven) bzw. nördlich von Junglinster bestehen kleinere \"Verbreitungslücken\". Außerhalb der Brutzeit ist die Art im Gebiet ein regelmäßiger Durchzügler, insbesondere während des Herbstzuges (COL 2019).</p>\n<p class=\"lf-p\">Allein vier der formal bereits außerhalb des VSG gelegenen Brutvorkommen sind weniger 61 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten als 30 Meter von der Grenze des Schutzgebietes entfernt (Tab. 7). In diesen Bereichen endet die Schutzgebietsgrenze am Rande von Waldbeständen, die selbst nicht Teil der Gebietskulisse sind, aber vollständig oder zu größeren Anteilen von Offenlandflächen des Natura 2000-Gebietes umgeben werden (z. B. das Waldgebiet „Faascht“ nördlich von Beidweiler oder der „Stackbësch“ bei Olingen). In allen Fällen zählt das umliegende Offenland im VSG zu den essentiellen Jagdgebieten der Vögel, deren Neststandorte nur wenige Meter entfernt in Waldflächen außerhalb des Schutzgebiets liegen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Tabelle 7:</p>\n<p class=\"lf-p\">Übersicht der SchwarzmilanVorkommen 2019 Revier Gemarkung Nr.</p>\n<p class=\"lf-p\">Lage / Distanz Status 1 Brouch im VSG Brutpaar 2 Brouch im VSG Revierpaar 3 Brouch im VSG Brutpaar 4 Junglinster im VSG Brutpaar 5 Beidweiler im VSG Brutpaar 6 Eschweiler im VSG Brutpaar 7 Beidweiler ca. 10 m außerhalb Brutpaar 8 Beidweiler ca. 20 m außerhalb Brutpaar 9 Brouch ca. 130 m außerhalb Brutpaar 10 Weydig ca. 100 m außerhalb Brutpaar 11 Gonderange ca. 200 m außerhalb Revierpaar 12 Olingen ca. 30 m außerhalb Brutpaar 13 Olingen ca. 20 m außerhalb Brutpaar e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g Bereits KIEFER (2008/2010) ermittelte in den Vorjahren für den Raum um Flaxweiler die landesweit höchsten Revierdichten der Art. Mit 19,4 Revieren/100 km² (6 Reviere bezogen auf die Fläche des VSG) übertrifft die Revierdichte zahlreiche Vergleichswerte aus anderen Regionen Mitteleuropas (GELPKE &amp; STÜBING 2010, BAUER et al. 2011, DIETZEN et al. 2016, u. a.).</p>\n<p class=\"lf-p\">Schwarzmilanhorste sind innerhalb des Vogelschutzgebietes sowohl im Saum größerer Waldbestände (etwa in den Waldgebieten „Déckt“ und „Bierger“) als auch in schmalen Waldstreifen oder auf Einzelbäumen im Offenland angelegt. So ist bei Brouch ein Horst auf einer dem Waldrand vorgelagerten, einzeln stehenden Pappel errichtet. Die Abstände einzelner Schwarzmilanhorste zu den nächstgelegenen Rotmilan-Brutplätzen sind dabei mitunter nur gering; bei Brouch liegen die Horste beider Arten nur 80 Metern voneinander entfernt. Auch untereinander brüten die Schwarzmilane teils \"kolonieartig\" in geringem Abstand zueinander (etwa an der Gebietsgrenze bei Olingen, wo im Untersuchungsjahr zwei Horste nur 200 m voneinander entfernt besetzt sind).</p>\n<p class=\"lf-p\">Typisches Bruthabitat des Schwarzmilans nordwestlich von Brouch:</p>\n<p class=\"lf-p\">Der Horst ist in einer Pappel (Bildmitte) am Rande eines Buchenwäldchens angelegt; dort wiederum brütet - weniger als 100 m entfernt auch der Rotmilan. Das umliegende Grünland zählt zum regelmäßigen Jagdhabitat beider Milanarten.</p>\n<p class=\"lf-p\">62 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten D - Beeinträchtigungen und Gefährdungen Zwei fast flügge Jungvögel im Horst auf einer Buche am Waldrand (Waldgebiet \"Déckt\" südlich von Eschweiler).</p>\n<p class=\"lf-p\">Die außerordentlich hohe Revierdichte ist ein Indikator für das günstige Nahrungsangebot im Umfeld des Vogelschutzgebietes.</p>\n<p class=\"lf-p\">Der Schwarzmilan profitiert wie seine Schwesterart, der Rotmilan, vom hohen Anteil an Grünlandflächen im Natura 2000-Gebiet. Besonders in der Zeit der Jungenaufzucht im Mai und Juni, wenn der Aufwuchs auf den Wintergetreidefeldern bereits dicht geschlossen ist, garantieren Mähwiesen und beweidete Flächen eine gute Nahrungsverfügbarkeit. Jagende Altvögel sind dementsprechend über die gesamte Brutperiode hinweg vor allem im zentralen und östlichen Teil des Schutzgebietes anzutreffen, oft in Gesellschaft von Rotmilanen; im Verlauf der Kartierungen werden an einzelnen Mahdereignissen bis zu acht Schwarzmilane gemeinsam angetroffen. e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g  Verlust bzw. Entwertung von Horstbäumen durch Rodung oder starke Freistellung  Störungen an den Brutplätzen (vor allem durch späte forstliche Maßnahmen wie Durchforstung, Holzeinschlag und -abfuhr oder Wegebau etc.)  Verringerung des Nahrungsangebotes durch Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung (großparzellige Flächen, Verringerung des Grünlandanteils, Verlust von Kleinstrukturen wie Säume, Feldoder Wegraine, hoher Düngemittel- und Pestizideinsatz) Individuenverluste durch Leitungsanflüge oder Stromschlag an ungesicherten Mittelspannungsmasten bzw. durch Kollisionen an Windkraftanlagen (an Standorten außerhalb des Vogelschutzgebietes)  E - Erhaltungszustand Einstufung Brutvorkommen Der Gesamterhaltungszustand wird entsprechend der Hauptkriterien als \"gut\" (B) bewertet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erhaltungszustand Schwarzmilan Zustand der Population [population] B Habitatqualität [conservation] B Isolation/Konzentration [isolation] C Gesamtwert [global] B 63 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten Verbreitung Schwarzmilan Brutvorkommen* (n=7, weitere 7 nahe angrenzend) © © O A m C m A C D G D m Orrriig Adddm miin inniisisstttrrraaatttiio ioonnnddduuuC Caaadddaaassstttrrreeeeeetttdddeeella laaTTTooopppooogggrrraaappphhhiie ieeLLLuuuxxxeeem mbbbooouuurrrggg(((A AC CTTT)))---D Drrroooiitittsssrrréééssseeerrrvvvééésssàààll’l’E ’EEtttaaatttddduuuG Grrraaannnddd---D DuuuccchhhééédddeeeLLLuuuxxxeeem mbbbooouuurrrggg222000111999 ©O iggiin inneee:::A * Aufgrund der hohen Revierdichte und der außerordentlich zahlreichen Jagdbeobachtungen wird auf eine Darstellung der Einzelsichtungen verzichtet. e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 64 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten 4.2.12 Milvus milvus Rotmilan Schutz- und Gefährdungsstatus EU-Vogelschutzrichtlinie Art. 4 Abs. 1 (Anh. I) Art. 4 Abs. 2 Art. 3 Abs. 1 (Leitart) Rote Liste 3 (gefährdet) Erhaltungszustand U1 Bestand Luxemburg Status Brutvogel Gast/Durchzügler Bestand 63-66c [90 Reviere] Bestand LU0002015 Status Brutvogel Gast/Durchzügler Kartierung 2019 5c [+2c angrenzend] Gesamtwert 2014-2019 5-8c A - Methodik der Arterfassung Punkt-Stopp-Kartierung in geeigneten Habitaten, Revierkartierung von Großvogelarten (Übersichtskontrollen von zentralen Beobachtungspunkten) Die Erfassung der Population beruht auf der Feststellung Revier anzeigender Verhaltensweisen bzw. von Horstfunden.</p>\n<p class=\"lf-p\">B - Artspezifische Habitat- und Lebensraumstrukturen Der Rotmilan bevorzugt eine reich strukturierte Landschaft aus offenen, landwirtschaftlich genutzten Flächen mit hohem Grünlandanteil sowie Wäldern mit alten Baumbeständen. Die Horste werden in den Randbereichen lichter Hochwälder angelegt bzw. in Waldbereichen, die an Kahlschläge, Lichtungen oder Schonungen angrenzen, vereinzelt auch in Baumreihen bzw. Einzelbäumen. Den dichten Wald e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g meidet die Art als Brutstandort dagegen weitgehend (GLUTZ VON BLOTZHEIM et al. 1998; AEBISCHER 2009).</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Ernährung des Rotmilans ist vielseitig und passt sich den örtlichen Gegebenheiten an; er jagt Kleinsäuger bis Hasengröße und Vögel bis Hühnergröße. Oft handelt es sich um geschwächte Tiere, gerne werden Aas (z. B. Verkehrsopfer) und Abfälle angenommen. Artgenossen werden in der Regel bis zu einer Entfernung von ca. 300 m vom Horst vertrieben, das Jagdrevier wird dagegen nicht verteidigt und kann sich mit Nachbarrevieren überschneiden. Die Suchflüge nach Nahrung erstrecken sich vom Horst aus im Mittel bis 5 km weit, vereinzelt jedoch auch deutlich darüber hinaus (MEBS &amp; SCHMIDT 2006, KLEIN 2017). Die Art gilt dabei als standorttreu, wenngleich es große individuelle Unterschiede bezüglich des Festhaltens am jeweiligen Horst gibt; so weist ein Revier oft mehrere Wechselhorste auf (MEBS &amp; SCHMIDT 2006, AEBISCHER 2009).</p>\n<p class=\"lf-p\">In Luxemburg ist der Rotmilan als Brutvogel landesweit vertreten; nach den landesweiten Kartierungen im Jahr 2015 wird der Bestand auf 90 Reviere beziffert (47 sichere sowie 43 potenzielle Revierpaare, BASTIAN 2017, KLEIN 2017). Hohe Revier- bzw. Siedlungsdichten erreicht die Art im mittleren und nördlichen Landesteil, etwa auf dem Öslinger Hochplateau sowie im Osten des Landes. Demgegenüber fehlt der Rotmilan als Brutvogel im dicht besiedelten und waldreichen Zentrum des Landes weitgehend bzw. ist dort vergleichsweise selten (z. B. im mittleren Ösling; KLEIN 2015).</p>\n<p class=\"lf-p\">C - Populationsgröße und -struktur Mit fünf Brutpaaren sowie zwei weiteren Grenzrevieren tritt der Rotmilan im Vogelschutzgebiet LU0002015 in einer sehr hohen Revierdichte auf. Die festgestellten Vorkommen verteilen sich relativ gleichmäßig über die Gebietsfläche; lediglich im Südwesten (im Raum Gonderange 65 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">-</span>Ernster - Oberanven) fehlt die Art als Brutvogel. Für zwei weitere Reviere liegen die Horstplätze unmittelbar angrenzend an das Schutzgebiet, in einem Fall nur 50 m von der Gebietsgrenze entfernt, wobei hier gleiches wie beim Schwarzmilan zutrifft. Die Schutzgebietsgrenze endet an den Rändern von Waldflächen, die den Vögeln als Niststandort dienen, während das umliegende Offenland innerhalb des Schutzgebietes zum essentiellen Nahrungshabitat der Tiere zählt (z. B. im Waldgebiet „Faascht“ nördlich Beidweiler).</div>\n<p class=\"lf-p\">Tabelle 8:</p>\n<p class=\"lf-p\">Übersicht der Rotmilan-Vorkommen 2019 Revier Gemarkung Nr.</p>\n<p class=\"lf-p\">Lage / Distanz Status 1 Brouch im VSG Brutpaar 2 Junglinster im VSG Brutpaar 3 Eschweiler im VSG Revierpaar 4 Weydig im VSG Brutpaar 5 Eschweiler im VSG Brutpaar 6 Beidweiler ca. 50 m außerhalb Brutpaar 7 Gonderange ca. 100 m außerhalb Brutpaar Mit rechnerisch 16,1 Revieren/100 km² (bezogen auf 5 Reviere) erreicht die Revierdichte im landesweiten Vergleich einen außerordentlich hohen Wert, der noch deutlich über den Werten anderer Dichtezentren in Luxemburg oder angrenzender Regionen liegt (KIEFER 2008, 2010, DIETZEN et al. 2016, ECORAT 2019 u. a.)10.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ähnlich wie seine Schwesterart errichtet auch der Rotmilan seine Horste vorzugsweise im Randbereich von Laubwäldern, wobei er so10 KIEFER (2008) ermittelt nördlich von Grevenmacher in Verlauf mehrjährigen Untersuchungen eine Dichte von 7 bis 9 Revierpaaren/100 km2. e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g wohl größere Waldkomplexe (wie das Waldgebiet „Déckt“ südlich von Eschweiler) als auch kleinere, teils nur ein Hektar große Altbaumbestände nutzt (westlich von Brouch). Im Vergleich zum Schwarzmilan werden bestehende Horste über einen deutlich längeren Zeitraum besiedelt. So ist ein 2019 besetzter Brutplatz im Waldgebiet „Déckt“ bereits seit 2014 kontinuierlich belegt (eig. Beob., COL 2019).</p>\n<p class=\"lf-p\">Im Gebiet \"Région Junglinster\" profitiert der Rotmilan von ausgedehnten landwirtschaftlichen Nutzflächen als Nahrungsgebiet im Wechsel mit kleineren Waldflächen (als Niststandort). Rund drei Viertel des Offenlandes wird von Grünlandflächen eingenommen, dem damit eine entscheidende Bedeutung als verbreitungsbesimmender Faktor zukommt (vgl. GRÜNEBERG &amp; KARTHÄUSER 2019). Jagende Rotmilane sind während der Brutperiode nahezu über dem gesamten Offenland des VSG zu beobachten. Neben den weitläufigen Grünland- und Ackerflächen im mittleren und östlichen Teil des Schutzgebietes werden auch die mit Hecken und Gebüschen etwas strukturreicher gegliederten Abschnitte der Feldflur im Süden bzw. westlichen Teil (um Oberanven bzw. Junglinster) regelmäßig bejagt, auch wenn dort keine besetzten Horste innerhalb des Schutzgebietes liegen. In besonders geeigneten Habitaten werden anhaltende Jagdflüge auch einige Kilometer abseits der eigentlichen Horststandorte registriert, etwa am „Duelebierg“ östlich von Junglinster, wo sich ein sehr strukturreiches Gelände mit Hecken, Obstbäumen, Feldgehölzen, Wiesen und beweideten Flächen erstreckt. Zudem steigt dort das Gelände an einer Schichtstufe auf engem Raum steil an, wodurch günstige Aufwinde als Thermikpunkt für den An-/Abflug bestehen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Neben Mähwiesen bieten sich auf beweidetem Grünland anhaltend günstige Jagdmöglichkeiten; so wird ein mit Schafen und Ziegen beweideter Bongert bei Oberanven häufig von Rotmilanen (und weiteren Greifvogelarten) aufge- 66 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten sucht. Da in intensiv genutzten Mähwiesen die Nahrung nur periodisch verfügbar ist, kommt den Ackerflächen vor allem im zeitigen Frühjahr eine Relevanz als Jagdhabitat zu, da dann viele Kulturen noch nicht zu hoch gewachsen und dicht geschlossen sind. Linienförmige Heckenzüge, die die Feldflur durchziehen (etwa am „Kënseckerbierg“ südlich Graulinster) erhöhen die Nahrungsangebot und damit die Attraktivität für den Rotmilan, der neben Mäusen regelmäßig auch Kleinvögel erbeutet.</p>\n<p class=\"lf-p\">D - Beeinträchtigungen und Gefährdungen chen Nutzung (großparzellige Flächen, Verringerung des Grünlandanteils, Verlust von Kleinstrukturen wie Säume, Feld- oder Wegraine, hoher Düngemittel- und Pestizideinsatz)  Individuenverluste durch Leitungsanflüge oder Stromschlag an ungesicherten Mittelspannungsmasten bzw. durch Kollisionen an Windkraftanlagen (an Standorten außerhalb des Vogelschutzgebietes) E - Erhaltungszustand Einstufung Brutvorkommen  Verlust bzw. Entwertung von Horstbäumen durch Rodung oder starke Freistellung Der Gesamterhaltungszustand wird entsprechend der Hauptkriterien als \"gut\" (B) bewertet.  Störungen an den Brutplätzen (vor allem durch späte forstliche Maßnahmen wie Durchforstung, Holzeinschlag und -abfuhr oder Wegebau etc.) Erhaltungszustand Rotmilan  Verringerung des Nahrungsangebotes durch Intensivierung der landwirtschaftli- Zustand der Population [population] B Habitatqualität [conservation] B Isolation/Konzentration [isolation] C Gesamtwert [global] B Langjährig besetzter Rotmilanhorst am Waldrand (\"Déckt\" bei Eschweiler). Für die Art typisch sind die im Horst verbauten Reste von Plastikfolien. e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 67 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten Verbreitung Rotmilan Brutvorkommen* (n=5, weitere 2 nahe angrenzend) © © O A m C m A C D G D m Orrriig Adddm miin inniisisstttrrraaatttiio ioonnnddduuuC Caaadddaaassstttrrreeeeeetttdddeeella laaTTTooopppooogggrrraaappphhhiie ieeLLLuuuxxxeeem mbbbooouuurrrggg(((A AC CTTT)))---D Drrroooiitittsssrrréééssseeerrrvvvééésssàààll’l’E ’EEtttaaatttddduuuG Grrraaannnddd---D DuuuccchhhééédddeeeLLLuuuxxxeeem mbbbooouuurrrggg222000111999 ©O iggiin inneee:::A * Aufgrund der hohen Revierdichte und der außerordentlich zahlreichen Jagdbeobachtungen wird auf eine Darstellung der Einzelsichtungen verzichtet. e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 68 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten 4.2.13 Pernis apivorus Wespenbussard Schutz- und Gefährdungsstatus EU-Vogelschutzrichtlinie Art. 4 Abs. 1 (Anh. I) Art. 4 Abs. 2 Art. 3 Abs. 1 (Leitart) Rote Liste - Erhaltungszustand FV Bestand Luxemburg Status Brutvogel Gast/Durchzügler Bestand 100-180c Bestand LU0002015 Status Brutvogel Gast/Durchzügler Kartierung 2019 2c Gesamtwert 2014-2019 2-4c A - Methodik der Arterfassung Punkt-Stopp-Kartierung in geeigneten Habitaten, Revierkartierung von Großvogelarten (Übersichtskontrollen von zentralen Beobachtungspunkten) Die Erfassung der Population beruht auf der</p>\n<p class=\"lf-p\">Feststellung Revier anzeigender Verhaltensweisen bzw. auf Horstfunden.</p>\n<p class=\"lf-p\">B - Artspezifische Habitat- und Lebensraumstrukturen Der Wespenbussard brütet bevorzugt in lichten Laub- und Mischwäldern mit einem alten Baumbestand, wobei die Anlage des Horstes meist tiefer innerhalb des geschlossenen Waldbestandes erfolgt (MEBS &amp; SCHMIDT 2006).</p>\n<p class=\"lf-p\">Seine Nahrungsgebiete liegen überwiegend an Waldrändern und Säumen, in offenen Grünlandbereichen (Wiesen und Weiden), aber auch auf größeren Lichtungen, Schneisen oder e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g Kahlschlägen innerhalb geschlossener Waldgebiete. Als ausgesprochener Nahrungsspezialist ernährt sich die Art im Hochsommer in erster Linie von Wespen (Larven, Puppen und Imagines), die „zu Fuß“ erbeutet bzw. mit dem Schnabel ausgegraben werden. Zu Beginn der Brutzeit und bei Regenwetter werden auch andere Insekten, Amphibien, Jungvögel oder Kleinsäuger angenommen (MEBS &amp; SCHMIDT 2006).</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Größe des zur Jagd genutzten Areals wird wesentlich durch die Verfügbarkeit von Wespennestern (und damit auch von der Witterung zur Brutzeit im Mai/Juni) bestimmt. In „schlechten“ Jahren mit anhaltend feuchtkühler Witterung im Mai/Juni sind in einem Gebiet mitunter deutlich weniger Paare anwesend, die vielfach gar nicht zur Brut schreiten (MEBS &amp; SCHMIDT 2006). Die Nahrungsflüge reichen bis 7 km weit, Aktionsräume umfassen 17-45 km² (BAUER et al. 2011, SÜDBECK et al. 2005).</p>\n<p class=\"lf-p\">In Luxemburg ist der Wespenbussard in allen Naturräumen verbreitet, wenn auch meist nur in geringer Dichte und oft an wechselnden Standorten (WEISS &amp; PALER 2006, LORGÉ &amp; MELCHIOR 2015). Gut geeignete Habitate bestehen etwa im Nordteil des Landes, wo die Art regelmäßig entlang der waldreichen Täler von Obersauer, Our oder Wiltz beobachtet werden kann.</p>\n<p class=\"lf-p\">Dort wechseln großflächig ungestörte Niststandorte entlang der bewaldeten Täler mit geeigneten Nahrungshabitaten wie naturnahen Talwiesen und Hangweiden oder Kahlschlägen bzw. größeren Lichtungen.</p>\n<p class=\"lf-p\">C - Populationsgröße und -struktur Im Natura 2000-Gebiet ist der Wespenbussard ein seltener, jedoch regelmäßig anzutreffender Greifvogel. Die Beobachtungen verteilen sich im Betrachtungszeitraum über nahezu das gesamte Vogelschutzgebiet, lediglich am nordöstlichen Rand zwischen Rippig und Boudler, wo offene Ackerfluren dominieren, ist 69 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten die Art nur spärlich mit Sichtungen dokumentiert (COL 2019).</p>\n<p class=\"lf-p\">Als Brutwälder dienen Waldbestände bei Junglinster („Bierger“) bzw. zwischen Eschweiler und Roudenbierg („Déckt“) im mittleren Teil des Schutzgebietes; dort liegen die Horste jeweils innerhalb von Buchenhochwaldbeständen, die nicht oder kaum von Waldwegen erschlossen sind; über diesen Wäldern lassen sich Wespenbussarde im April und Mai alljährlich bei ihren typischen Balzflügen beobachten.</p>\n<p class=\"lf-p\">Der Wespenbussard ist im Vogelschutzgebiet ein seltener Brutvogel, dessen Beobachtungen sich jedoch über nahezu das gesamte Schutzgebiet verteilen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Entsprechend seinen Habitatansprüchen werden Wespenbussarde bei der Nahrungssuche im VSG fast ausschließlich auf waldrandnahen Grünlandflächen angetroffen. So ist das Waldgebiet \"Déckt\" im Nordosten und Westen von ausgedehnten Wiesen und Weiden umgeben, die der Vogel regelmäßig nach Erdwespennestern absucht. Konkrete Jagdbeobachtungen erfolgen ebenso am südexponierten Hang südlich des Waldgebietes „Hölsch“, der wie die im Osten anschließende Gemarkung „Hafferbierg“ von langen Hecken durchzogen wird, e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g die den Vogel bei der Jagd am Boden gut vor Störungen abschirmen. Auch die Orte der übrigen, regelmäßigen WespenbussardSichtungen, etwa im Offenland südlich von Beidweiler, östlich von Godbrange oder am Rand des Waldes „Weimerech“ zeichnen sich durch einen hohen Anteil an reich strukturiertem, oft mageren Grünland aus. Hierbei profitiert die Art von einer Beweidung des Grünlandes mit Rindern oder Schafen, da eine niedrige Wuchshöhe die Suche nach Wespennestern erleichtert (z. B. östlich von Godbrange und am Rand des Waldgebietes „Reiderterbësch“).</p>\n<p class=\"lf-p\">Günstige Voraussetzungen zur Nahrungssuche bestehen ebenso im südwestlichen Teil des Schutzgebietes zwischen Gonderange, Ernster und Oberanven. Dort sind vor allem im Naturschutzgebiet „Aarnescht“ mit ausgedehnten, extensiv beweideten Halbtrockenrasen ideale Voraussetzungen zur Nahrungssuche gegeben.</p>\n<p class=\"lf-p\">Da der Wespenbussard in der Regel größere Waldbestände als Niststandort bevorzugt, ist das Habitatpotenzial im Vogelschutzgebiet natürlicherweise begrenzt. Mit Blick auf die weiträumige Verteilung der brutzeitlichen Sichtungen sind ein Vorkommen von weiteren Revieren im VSG, ggf. auch Einflüge von Reviervögeln aus angrenzenden Waldgebieten (etwa aus dem Grünewald in das Gebiet bei Oberanven) wahrscheinlich.</p>\n<p class=\"lf-p\">D - Beeinträchtigungen und Gefährdungen  Verlust von Horstbäumen bzw. Entwertung durch starke Auflichtung von Altholzbeständen  Abnahme von insektenreichen Nahrungsflächen mit Wespenbeständen (z. B. Lichtungen, Waldränder, extensive Weiden und Wiesen) 70 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten   Verschlechterung des Nahrungsangebotes durch Verlust von extensiven Grünlandflächen (vor allem in Waldrandnähe) bzw. den Verlust von Kleinstrukturen (ruderale Säume und Brachen entlang von Wegen und Gebüschen) Zunahme von Störungen durch Forstwegeausbau und die damit verbundenen (sekundären) Störungen, vor allem durch Unruhe als Folge von Freizeitnutzung im Umfeld von Brut- und Nahrungshabitaten E - Erhaltungszustand Einstufung Brutvorkommen Der Gesamterhaltungszustand wird entsprechend der Hauptkriterien als \"gut\" (B) bewertet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erhaltungszustand Wespenbussard Zustand der Population [population] B Habitatqualität [conservation] B Isolation/Konzentration [isolation] C Gesamtwert [global] B Wespenbussarde suchen ihre Nahrung im Vogelschutzgebiet vorzugsweise auf Grünlandflächen entlang von Waldrändern, wie hier auf einer Wiese am \"Scheddelbierg\" zwischen Godbrange und Junglinster. e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 71 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten Verbreitung Wespenbussard  Brutvorkommen (n=2) © © O A m C m A C D G D m Orrriig Adddm miin inniisisstttrrraaatttiio ioonnnddduuuC Caaadddaaassstttrrreeeeeetttdddeeella laaTTTooopppooogggrrraaappphhhiie ieeLLLuuuxxxeeem mbbbooouuurrrggg(((A AC CTTT)))---D Drrroooiitittsssrrréééssseeerrrvvvééésssàààll’l’E ’EEtttaaatttddduuuG Grrraaannnddd---D DuuuccchhhééédddeeeLLLuuuxxxeeem mbbbooouuurrrggg222000111999 ©O iggiin inneee:::A e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 72 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten 4.2.14 Picus canus Grauspecht Schutz- und Gefährdungsstatus EU-Vogelschutzrichtlinie Art. 4 Abs. 1 (Anh. I) Art. 4 Abs. 2 Art. 3 Abs. 1 (Leitart) Rote Liste V (Vorwarnliste) Erhaltungszustand U1 Bestand Luxemburg Status Brutvogel Gast/Durchzügler Bestand 30-40c Bestand LU0002015 Status Brutvogel Gast/Durchzügler Kartierung 2019 1c Gesamtwert 2014-2019 1-3c A - Methodik der Arterfassung Linienkartierung (Transekte), Punkt-StoppKartierung in geeigneten Habitaten Die Erfassung der Population beruht auf der Feststellung Revier anzeigender Verhaltensweisen.</p>\n<p class=\"lf-p\">B - Artspezifische Habitat- und Lebensraumstrukturen Der Grauspecht besiedelt strukturreiche, lichte Laub- und Auwälder, bevorzugt mit Rotbuche als Höhlenbaum, in höheren Lagen vereinzelt auch Nadelwälder sowie Streuobstbestände.</p>\n<p class=\"lf-p\">Wie bei seiner Schwesterart, dem Grünspecht, besteht seine Nahrung vor allem aus Ameisen, auch wenn er im Vergleich zu diesem eine geringere Spezialisierung aufweist und sich auch von anderen Insekten oder Beeren ernährt (GLUTZ VON BLOTZHEIM &amp; BAUER 1998, WEISS 2004, SÜDBECK &amp; BRANDT 2004). Zur e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g Nahrungssuche sind Waldränder sowie ein hoher Anteil an offenen Flächen wie Lichtungen, Schneisen oder sonstige Waldinnensäume von hoher Bedeutung. Seine Reviere umfassen in der Regel Gebiete von mehr als ca. 200 ha (BLUME 1996).</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Nisthöhle wird in der Regel ab April in alten, geschädigten Bäumen (Buchen und Eichen, in Auwäldern v. a. Pappeln, Birken und Weiden) angelegt, mitunter werden vorjährige Höhlen wieder genutzt (BAUER et al. 2011). Nicht selten werden die Höhlen nicht im Stamm, sondern in weitgehend vertikalen Astabschnitten angelegt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Eiablage erfolgt meist erst Ende April/Anfang Mai und damit später als bei der Schwesterart, dem Grünspecht. Gelegentlich werden Mischbruten zwischen Grau- und Grünspecht beschrieben (SÜDBECK &amp; BRANDT 2004).</p>\n<p class=\"lf-p\">Durch Luxemburg verläuft die westliche Arealgrenze des Grauspechtes in Mitteleuropa; die Art ist daher lediglich im östlichen Landesteil als regelmäßiger Brutvogel anzutreffen; westlich einer Linie Vianden-Petingen ist die Art zumeist nur umherstreifend festzustellen. In den bekannten Waldgebieten weist der Grauspecht noch weitgehend stabile Bestände auf, wenn auch auf niedrigerem Niveau als der Grünspecht. Nach den ersten Ergebnissen des landesweiten Spechtmonitorings ist die Art in Luxemburg vor allem in Auwäldern bzw. in Wäldern mit feuchten Bereichen anzutreffen (KLEIN 2016).</p>\n<p class=\"lf-p\">C - Populationsgröße und -struktur Der Grauspecht ist die seltenste Spechtart innerhalb des Vogelschutzgebietes; nur wenige brutzeitliche Beobachtungen bzw. Revierhinweise beschränken sich auf den zentralen und südwestlichen Teil des Schutzgebietes.</p>\n<p class=\"lf-p\">Im Verlauf der aktuellen Untersuchungen wird die Art mit Revier markierendem Verhalten im 73 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten dem westlich gelegenen Grünewald möglich, wo die Art ebenfalls vorkommt (COL 2019).</p>\n<p class=\"lf-p\">Mit Blick auf das Habitatpotenzial ist damit zumindest in günstigen Jahren mit weiteren Grauspecht-Vorkommen im VSG zu rechnen.</p>\n<p class=\"lf-p\">D - Beeinträchtigungen und Gefährdungen Das derzeit einzige Grauspechtvorkommen im Vogelschutzgebiet besteht im Waldgebiet „Hölsch“ bei Eschweiler, wo die Art in lichten, totholzreichen Altbaumbeständen ideale Habitatbedingungen vorfindet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Waldgebiet „Hölsch“ bei Eschweiler festgestellt. Dort umfasst das Revierzentrum einen totholzreichen, stellenweise aufgelichteten Altbestand aus Buchen und Eichen; zusammen mit dem südlich angrenzenden, beweideten Grünland, das von zahlreichen Hecken durchzogen ist, bieten sich dem Grauspecht hier besonders günstige Voraussetzungen zur Nahrungssuche (etwa nach Ameisen). Ähnliche Habitatstrukturen sind auch im östlichen Teil des Waldgebietes „Déckt“ oder in den beiden Wäldern „Lëschend“ und „Weimerech“ gegeben, wenngleich hier trotz gezielter Nachsuche keine aktuellen Nachweise erfolgten.</p>\n<p class=\"lf-p\">Einzelbeobachtungen im südwestlichen Teil des Schutzgebietes (etwa der ersten Julidekade in einer Streuobstwiese bei Rameldange) erlauben keine sichere Revierabgrenzung, weisen jedoch auf weitere (ggf. randliche) Vorkommen hin; hierfür kommt der an Totholz reiche Buchen-Eichenwald „Reiderterbësch“ (innerhalb des VSG) als Bruthabitat in Frage; ebenso ist eine sporadische Einwanderung aus e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g  Verlust von Höhlenbäumen  Verlust von lichten Laubmischwaldbeständen (v. a.</p>\n<p class=\"lf-p\">Buchen) mit hohem Alt- und Totholzanteil Störungen im Umfeld der Nisthöhlen (durch jahreszeitlich späte Forstarbeiten im März-April)   Verlust von ameisenreichen Nahrungsflächen (z. B. Totholz, Lichtungen, Waldränder, waldrandnahe Wiesen, Weiden oder Streuobstbestände mit hohem Grenzlinienanteil)  Verringerung des Nahrungsangebotes durch Biozideinsatz auf waldrandnahen Flächen E - Erhaltungszustand Einstufung Brutvorkommen Der Gesamterhaltungszustand wird entsprechend der Hauptkriterien als \"durchschnittlich oder beschränkt\" (C) bewertet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erhaltungszustand Grauspecht Zustand der Population [population] C Habitatqualität [conservation] B Isolation/Konzentration [isolation] B Gesamtwert [global] C 74 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten Verbreitung Grauspecht  Brutvorkommen (n=1)  Gast (n=1) © © O A m C m A C D G D m ©O Orrriig iggiin inneee:::A Adddm miin inniisisstttrrraaatttiio ioonnnddduuuC Caaadddaaassstttrrreeeeeetttdddeeella laaTTTooopppooogggrrraaappphhhiie ieeLLLuuuxxxeeem mbbbooouuurrrggg(((A AC CTTT)))---D Drrroooiitittsssrrréééssseeerrrvvvééésssàààll’l’E ’EEtttaaatttddduuuG Grrraaannnddd---D DuuuccchhhééédddeeeLLLuuuxxxeeem mbbbooouuurrrggg222000111999 e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 75 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten 4.2.15 Weitere Arten ohne Gebietsmeldung Im Betrachtungszeitraum sind im VSG \"Région de Junglinster\" weitere Arten dokumentiert, die einem Schutzstatus nach Artikel 4.1 der Vogelschutzrichtlinie unterliegen, jedoch nicht als Zielarten im Standarddatenbogen benannt sind (Angaben v. a. nach COL 2019).</p>\n<p class=\"lf-p\">Der Weißstorch (Ciconia ciconia) zählt zu den regelmäßigen Durchzüglern, die vor allem auf dem Frühjahrszug das VSG alljährlich queren, dabei teils mit mehrtägiger Rast (z. B. drei Tage auf Feldern bei Eschweiler). Die höchste bislang dokumentierte Zahl betrifft eine Gruppe von 8 Vögeln, die im Grünland westlich von Eschweiler rasten.</p>\n<p class=\"lf-p\">Der Wanderfalke (Falco peregrinus) ist mit Einzeltieren über die gesamte Brutperiode hinweg ein regelmäßiger, wenn auch seltener Nahrungsgast. Die Beobachtungen des Merlins (Falco columbarius) beschränken sich dagegen ausschließlich auf bodennah ziehende Tiere während der herbstlichen Zugperiode.</p>\n<p class=\"lf-p\">Auch der Fischadler (Pandion haliaetus) wird ausschließlich ziehend beobachtet, größere Gewässer zur Jagd fehlen im VSG. Kraniche (Grus grus) passieren das Vogelschutzgebiet alljährlich auf dem Frühjahrs- und Herbstzug in breiter Front; mit Ausnahme von Einzelbeobachtungen (z. B. 1 Ex. auf einem Acker nordwestlich von Boudler) sind bislang keine größeren oder regelmäßigen Rastansammlungen beschrieben.</p>\n<p class=\"lf-p\">Der Bergpieper (Anthus spinoletta) ist als sehr seltener Rastvogel auf Feuchtwiesen (z. B. bei Brouch) dokumentiert, während der Brachpieper (Anthus campestris) mit Einzelindividuen auf abgeernteten Ackerflächen in der offenen Feldflur während des Spätsommers (August/Sept.) auftritt (z. B. östlich von Beidweiler).</p>\n<p class=\"lf-p\">Etwas häufiger, wenn auch meist nur mit kleinen Rasttrupps sind alljährlich Heidelerchen (Lullula arborea) in ähnlichen Habitaten anzutreffen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Inzwischen nur noch als Ausnahmegast tritt der Rotkopfwürger (Lanius senator) im Vogelschutzgebiet auf. So hält sich Mitte Juli 2019 vorübergehend ein adultes Männchen im heckenreichen, teils beweideten Grünland südlich von Beidweiler auf. Der Beobachtungsort ist Teil eines besetzten Raubwürgerrevieres und auch für den Rotkopfwürger als Rastgebiet (und ggf. potenzielles Brutrevier) geeignet. Als Brutvogel ist die Art in Luxemburg seit den 1980er Jahren ausgestorben und wird seither nur noch sehr selten auf dem Durchzug, vor allem im Mai und Juni nachgewiesen (MELCHIOR et al.</p>\n<p class=\"lf-p\">Mitte Juli 2019 rastet der in Luxemburg als Brutvogel bereits ausgestorbene Rot1987, LORGÉ et al. 2015). kopfwürger für zwei Tage im Vogelschutzgebiet (westlich von Beidweiler, im Hintergrund ein Mast der RTL-Sendeanlage). e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 76 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten Eine in Mitteleuropa inzwischen außergewöhnliche Beobachtung: Rotkopfwürger und Raubwürger sitzen gemeinsam auf einem Weißdornbusch (östlich von Beidweiler, 10. Juli 2019).</p>\n<p class=\"lf-p\">Kraniche passieren das Vogelschutzgebiet alljährlich in großer Anzahl. Rastnachweise sind dagegen bislang erst in Einzelfällen dokumentiert. e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 77 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten Verbreitung sonstiger Arten nach Artikel 4.1  Rastvorkommen/Durchzügler*:</p>\n<p class=\"lf-p\">Bergpieper (n=2), Brachpieper (n=5), Fischadler (n=5), Heidelerche (n=26), Kranich (n=42), Merlin (n=3), Rotkopfwürger (n=1), Weißstorch (n=8), Wanderfalke (n=5) © © O A m C m A C D G D m Orrriig Adddm miin inniisisstttrrraaatttiio ioonnnddduuuC Caaadddaaassstttrrreeeeeetttdddeeella laaTTTooopppooogggrrraaappphhhiie ieeLLLuuuxxxeeem mbbbooouuurrrggg(((A AC CTTT)))---D Drrroooiitittsssrrréééssseeerrrvvvééésssàààll’l’E ’EEtttaaatttddduuuG Grrraaannnddd---D DuuuccchhhééédddeeeLLLuuuxxxeeem mbbbooouuurrrggg222000111999 ©O iggiin inneee:::A * teilweise Mehrfachsichtungen an gleicher Stelle e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g 78 Vogelschutzgebiet LU0002015 „Région de Junglinster“ Ornithologisches Gutachten 4.3 Vogelarten nach Artikel 4.2 der EUVogelschutzrichtlinie 4.3.1 Acrocephalus scirpaceus Teichrohrsänger Schutz- und Gefährdungsstatus EU-Vogelschutzrichtlinie Art. 4 Abs. 1 (Anh. I) Art. 4 Abs. 2 Art. 3 Abs. 1 (Leitart) Rote Liste V (Vorwarnliste) Erhaltungszustand U1 Bestand Luxemburg Status Brutvogel Gast/Durchzügler Bestand 200-250c Bestand LU0002015 Status Brutvogel Gast/Durchzügler Kartierung 2019 16c Gesamtwert 2014-2019 15-20c A - Methodik der Arterfassung Linienkartierung (Transekte), Punkt-StoppKartierung in geeigneten Habitaten, Datenrecherche (COL 2019) Die Erfassung der Population beruht auf der Feststellung singender Tiere.</p>\n<p class=\"lf-p\">B - Artspezifische Habitat- und Lebensraumstrukturen Der Teichrohrsänger ist ein charakteristischer Bewohner der Schilf- und Ufergebüsche von Seen, Teichen, Flüssen und Gräben sowie Altwässern. Entscheidend sind vorjährige Schilfröhrichte bzw.</p>\n<p class=\"lf-p\">Schilf-Rohrkolbenbestände, innerhalb derer kleinere Gebüsche toleriert werden. Mitunter werden auch sehr e c or a t - U m w e l t b e r a t u n g &amp; F r e i l a n d f o r s c h u n g kleine Röhrichte bzw. schmale Röhrichtssäume von wenigen Quadratmetern sowie Weidengebüsch mit Unterwuchs aus Rohrkolben und Großseggen besiedelt (Röhrichte mit einer Mindestgröße von 200 m², BAUER et al. 2011).</p>\n<p class=\"lf-p\">Hohe Dichten erreicht die Art in ausgedehnten Schilfgürteln von Stillgewässern, wo sie häufig</p></div>", "next": 239868}