{"html": "<div class=\"lf-doc\"><p class=\"lf-p\">Die Erfassung der Fledermäuse erfolgt mittels Ultraschalldetektoren der Hersteller Pettersson Electronics and Acoustics AB bzw. Wildlife Acoustics, Inc. Diese ermöglichen eine hörbare Wiedergabe der arttypischen Ultraschall-Ortungsrufe im Feld mit dem Heterodyn‐Prinzip und bieten zudem die Möglichkeit der teils verlangsamten digitalen Aufnahme, ggf. mit einem zusätzlichen Aufnahmegerät. Die jeweilige Rufaktivität, -lautstärke und Detektionsreichweite variieren stark für die verschiedenen Fledermausarten.</p>\n<p class=\"lf-p\">Bei Kontakten während der Begehungen werden die Rufe direkt analysiert und wenn möglich bestimmt, in allen Fällen aber digital aufgezeichnet mit entsprechender GPSLokalisierung und später am PC mithilfe der Software BatSound bzw. Kaleidoscope Pro überprüft. Im Rahmen der Auswertung können Frequenzläufe der Rufe präzise vermessen werden bzw. in eine spektrale Darstellung transformiert werden, was für qualitativ adäquate Aufnahmen in den meisten Fällen die Bestimmung der Fledermäuse bis auf Artniveau erlaubt. Dennoch können manche Arten (z.B. Langohren oder Bartfledermäuse) nicht unterschieden werden, da ihre Rufe zu ähnlich sind.</p>\n<p class=\"lf-p\">Zur Abschätzung der Abundanzen ist die bloße Anzahl der Rufnachweise aufgrund artspezifischer Detektionsreichweiten nur bedingt als Orientierungswert zu verwenden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Zusätzlich wurden im Feld auch Taschenlampen und Nachtsichtgeräte für eine direkte Beobachtung verwendet, sowie Rufüberlagerungen aufgenommener Rufe am PC analysiert.</p>\n<p class=\"lf-p\">Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 21 2.2.3 Methodik der ganznächtlichen Fledermauserfassung Zusätzlich zu den Detektorbegehungen erfolgte auf der Untersuchungsfläche eine ganznächtliche Erfassung mit autonomen, stationären Aufnahmegeräten an vordefinierten Standorten. Ziel der Untersuchung sind Rückschlüsse auf das Nutzungsverhalten, die räumlich-zeitliche Nutzung und die Auftretenshäufigkeit der verschiedenen Fledermausarten im UG.</p>\n<p class=\"lf-p\">Zum Einsatz kamen 12 Aufnahmegeräte des Typs Batcorder der Firma ecoObs. Die Untersuchung umfasste einen Zeitraum von insgesamt 17 Nächten verteilt auf 4 Untersuchungsphasen, welche sich vor allem auf die Wochenstubenzeit konzentrierten.</p>\n<p class=\"lf-p\">Eine Auflistung aller Untersuchungstermine ist in Tabelle 5 gezeigt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Tabelle 5: Termine und Wetterdaten – ganznächtliche Fledermauserfassung Phase 1 2 3 4 Datum Temperatur Windstärke [°C] [Bft] Bewölkungsgrad [%] Niederschlag 20.05.2021 11 1–2 10 kein 21.05.2021 8 1 80 evtl. Schauer 22.05.2021 7 1 50 kein 23.05.2021 10 0–1 20 kein 24.05.2021 11 0–1 20 kein 09.06.2021 18 0–1 10 kein 10.06.2021 20 0–1 0 kein 11.06.2021 15 1–2 10 kein 12.06.2021 14 1 60 evtl. Schauer 13.06.2021 16 0–1 10 kein 14.06.2021 15 0–1 40 evtl. Schauer 15.07.2021 16 2–3 70 kein 16.07.2021 16 1–2 80 kein 17.07.2021 20 2 10 kein 18.07.2021 20 2 0 kein 09.08.2021 14 0 0 kein 10.08.2021 16 0 0 kein Die Standorte der 12 Aufnahmegeräte im Untersuchungsgebiet wurden so gewählt, dass das Gebiet möglichst umfassend abgedeckt ist mitsamt aller geeigneten Habitatstrukturen und Zonen für Jagd- und Transferflüge. In Einzelfällen können Teilbereiche aufgrund fehlender Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 22 Möglichkeiten zur Anbringung allerdings nicht untersucht werden, z.B. große Freiflächen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Eine Darstellung aller Erfassungsstandorte im UG ist in Abbildung 8 gezeigt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Abbildung 8: Standorte der stationären Fledermausdetektoren auf der Untersuchungsfläche Bei der Erfassung werden über die gesamte Nacht automatisch alle Ultraschallrufe in einem gewissen Radius (abhängig von Fledermausart bzw. ihrer Ruflautstärke) aufgenommen und digital abgespeichert. Mithilfe der Software bcAdmin der Firma ecoObs können die Rufe später analysiert werden und – analog zur Auswertung der Detektornachweise in 2.2.2 – in vielen Fällen bis auf Artniveau zugeordnet werden. Manche Arten sind hingegen nicht bzw. je nach Aufnahmequalität nur schwer unterscheidbar. Solche nicht näher bestimmbare Rufe werden im Rahmen der Auswertung in Gilden zusammengefasst (Bartfledermäuse, Myotis, Nyctaloide, Pipistrelloide, Langohren).</p>\n<p class=\"lf-p\">Die artbezogene Bewertung der Erfassungsergebnisse erfolgt über die zeitliche Verteilung und die Dauer der aufgezeichneten Rufaktivität. Tritt eine Art an mindestens der Hälfte der Erfassungsnächte an einem Erfassungsstandort auf, so gilt diese als regelmäßig vorkommend, anderenfalls als sporadisch auftretend. Die Art der Nutzung (Nahrungssuche, Quartiernutzung im Umfeld, Transferflugroute) kann in einigen Fällen anhand eines Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 23 charakteristischen zeitlichen Auftretungsmusters über den Nachtverlauf bestimmt werden, z.B. Häufung von Kontakten zur Ausflugzeit bzw. Nachtmitte.</p>\n<p class=\"lf-p\">Zur standortbezogenen Bewertung der Nutzungsintensität wird die mittlere nächtliche Gesamtaktivität für alle Arten und Erfassungstage an einem Erfassungspunkt zusammengefasst. Die Bewertung der Ergebnisse erfolgt mittels einer Klassifizierung gemäß Tabelle 6. Die jeweiligen Grenzwerte stützen sich auf langjährige Erfahrungswerte eigener Untersuchungen vergleichbarer Untersuchungsflächen und vergleichbarer Technik im Großraum Luxemburg.</p>\n<p class=\"lf-p\">Tabelle 6: Klassifizierung der ganznächtlichen Gesamtaktivität an einem Erfassungsstandort Aktivität sehr gering gering durchschnittlich hoch sehr hoch  Rufaktivität pro Nacht [s] &lt; 50 s 50–99 s 100–174 s 175–249 s ≥ 250 s 2.3 Methodik der Schmetterlingserfassung Im Zeitraum von Mai bis August wurden zur Erfassung der Tagfalter und Widderchen fünf Kartierungsgänge im Zeitraum Mai bis September 2021 durchgeführt. Die Arten wurden optisch sowie mit Netzfang bestimmt und registriert. Dabei wurden jeweils Art, Status und Häufigkeit festgehalten. Wertgebende Arten wurden punktgenau, meist mit Hilfe eines GPSGerätes bzw. mit Hilfe von Geländekarten verortet. Die Begehungen wurden stets bei günstigen Witterungsverhältnissen mit sonnigem, warmem Wetter (Temperaturen &gt; 15°C) und maximal mäßigem Wind durchgeführt. Die Begehungen fanden zur Hauptaktivitätszeit der Falter zwischen 10 und 18 Uhr statt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Tabelle 7: Termine und Wetterdaten – Erfassung von Tagfaltern Datum Temperatur Windstärke Bewölkungsgrad [°C] [Bft] [%] Niederschlag 29.05.2021 20 3 50 kein 17.06.2021 31 2–3 10 kein 09.07.2021 23 3 50 kein 30.07.2021 22 4 70 kein 02.09.2021 22 3 0 kein Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 24 Als europaweit geschützte Art wurde dem Großen Feuerfalter (Lycaena dispar) besondere Aufmerksamkeit gewidmet. In der aktuellen Verbreitungskarte Luxemburgs sind Vorkommen von L. dispar im Raster des UG erwähnt (Proess et al., 2016).</p>\n<p class=\"lf-p\">Artsteckbrief Art:</p>\n<p class=\"lf-p\">Lycaena dispar Dt. Name Großer Feuerfalter Familie:</p>\n<p class=\"lf-p\">Bläulinge (Lycaenidae) FFH-RL:</p>\n<p class=\"lf-p\">Anhang II / IV RL-Luxemburg:</p>\n<p class=\"lf-p\">Kat. EN (Endangered; 2) Abbildung 9: Lycaena dispar, Männchen L. dispar ist im Anhang II der FFH-RL eingetragen und gilt in der Roten Liste Luxemburgs als stark gefährdet (EN; 2). Die Art ist in den tieferen Lagen Luxemburgs recht verbreitet, aber nirgends häufig, mit Verbreitungsschwerpunkten in West- und Südluxemburg (Clemens and Thiel, 2014; Proess et al., 2016).</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Falter des Großen Feuerfalters fliegen in Mitteleuropa meist in zwei Generationen (Mai– Juni; Juli–August). Die zweite Generation eines Jahres ist meist individuenstärker als die erste, der Reproduktionserfolg ist jedoch auch stark von den Wetterbedingungen im Sommer abhängig. Die Eier der zweiten Generation schlüpfen noch vor dem Winter, es überwintern die Raupen in einem jungen Stadium, die sich im darauffolgenden Frühjahr erst verpuppen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Am 02.09.2021 wurden im UG flächendeckend alle geeigneten Futterpflanzen auf Eier der zweiten Generation des Großen Feuerfalters (Lycaena dispar) untersucht, anlehnend an die Methodik des FFH-Art-Monitorings. Die Eier werden einzeln an verschiedene nichtsaure Ampfer-Arten (Rumex) abgelegt. Als Futterpflanzen dienen in unserer Region meist Rumex crispus, Rumex obtusifolius sowie deren Hybrid Rumex x-pratensis. Diese sind typischerweise in feuchten Wiesen vorzufinden, wie sie auch stellenweise im UG existieren.</p>\n<p class=\"lf-p\">Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 25 Die Eier finden sich zumeist an der Blattunterseite oder an der Oberseite des Rumex-Blattes; seltener werden die Eier an den Stiel der Pflanze abgelegt. Aus diesem Grund wurden die Ober- und Unterseiten der Rumex-Blätter kontrolliert. Unterschieden wurde dabei zwischen geschlossenen und offenen Eiern sowie Raupen, siehe Abbildung 10.</p>\n<p class=\"lf-p\">Geschlossenes Ei von L. dispar Vier geöffnete Eier von L. dispar mit Fraßspuren Raupe von L. dispar Offene Eier von L. dispar Abbildung 10: Ei-Suche bei Lycaena dispar Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 26 3. Ergebnisse 3.1 Ergebnisse zu Vögeln 3.1.1 Ergebnisse Horst- und Höhlenbaumkartierung Im Rahmen der Horst- und Höhlenbaumkartierung im UG und den umliegenden Waldbereichen konnten insgesamt 13 Horste aufgenommen werden. Innerhalb des UG bzw. unmittelbar nördlich angrenzend befinden sich insgesamt 7 Horste der Saatkrähe, die im Untersuchungsjahr auch besetzt waren, siehe 3.1.2.</p>\n<p class=\"lf-p\">Im Waldbereich „ënneschte Bësch“ südlich des UG wurden auch mehrere größere Horste vorgefunden. In diesem Wald war 2015 ein Revier des Schwarzmilans. Dieses konnte 2021 allerdings (wie auch schon 2018) nicht mehr bestätigt werden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Abbildung 11: Ergebnisse der Horst- und Höhlenbaumkartierung im UG und dem nahegelegenen Umfeld.</p>\n<p class=\"lf-p\">Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 27 3.1.2 Ergebnisse Brutvogelerfassung Nachfolgend werden alle in der Untersuchungsfläche festgestellten Vogelarten mit ihrem Status und der Revierzahl aufgelistet. Alle planungsrelevanten Vogelarten werden inklusive kartographischer Verortung angegeben, ubiquitäre Arten nur tabellarisch. Für Brutvögel und Randsiedler wird zudem die ermittelte Revieranzahl dargestellt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Es konnten insgesamt 47 Vogelarten festgestellt werden: • 31 Brutvogelarten, davon 9 planungsrelevant • 6 Randsiedler, davon 3 planungsrelevant • 10 Nahrungsgäste, davon 6 planungsrelevant Innerhalb des UG befinden sich mehrere Brutstätten der Saatkrähe (sechs Horste in Baumgruppe im bewaldeten Böschungsbereich der „City Concorde“ im südlichen UG), sowie ein Einzelhorst knapp außerhalb des UG nördlich, die ebenfalls in Abbildung 12 gezeigt sind.</p>\n<p class=\"lf-p\">Trotz gezielter Suche konnten innerhalb des UG keine Nachweise des Wachtelkönigs erbracht werden. Teilbereiche erscheinen für die Art zumindest zur Rast als geeignet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Generell ist das UG aber durch umliegende Siedlungsbereiche und das Gewerbegebiet stark eingeengt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Auch die ehemaligen Brutvorkommen von Feldlerche und Neuntöter im UG konnten im Untersuchungsjahr nicht mehr vorgefunden werden. Für die Feldlerche wurde sogar kein Artnachweis im UG erzielt, der Neuntöter wurde nur einmalig auf dem Durchzug beobachtet. Das UG scheint in Teilbereichen für beide Arten anhand der Habitatausstattung noch geeignet. Für die Feldlerche könnte die Einengung des Gebiets durch umliegende Siedlungsbereiche mit Vertikalstrukturen schon ausschlaggebend für die Revieraufgabe sein, zudem ist auch landesweit ein Bestandseinbruch der Grünlandpopulationen zu beobachten, der mutmaßlich im Zusammenhang mit Nutzungsintensivierungen steht.</p>\n<p class=\"lf-p\">Auch der Neuntöter könnte aufgrund von Nutzungsänderungen im UG als Brutvogel verschwunden sein. Ein weiterer Faktor ist aber auch die Störwirkung durch menschliche Freizeitnutzung, insbesondere entlang der Fußwege.</p>\n<p class=\"lf-p\">Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 28 Tabelle 8: Vollständige Artenliste der Brutvogelerfassung EURING Dt. Artname Code Wiss. Name Status Anzahl RL LUX (2019)</p>\n<h4 class=\"lf-art\" id=\"a-17\"><span class=\"lf-art-num\">Art 17</span><span class=\"lf-art-t\">(EHZ)</span></h4>\n<p class=\"lf-p\">VSch RL</p>\n<h4 class=\"lf-art\" id=\"a-4-2\"><span class=\"lf-art-num\">Art 4-2</span><span class=\"lf-art-t\">LUX</span></h4>\n<p class=\"lf-p\">Ardeiformes -- Reiher Ardeidae-Reiher.</p>\n<p class=\"lf-p\">01220 Graureiher Ardea cinerea NG Anas platyrhynchos BV V Anseriformes -- Entenvögel Anatidae-Entenverwandte.</p>\n<p class=\"lf-p\">01860 Stockente 1 Accipitriformes -- Greifvögel.</p>\n<p class=\"lf-p\">Accipitridae-Habichtsverwandte.</p>\n<p class=\"lf-p\">02380 Schwarzmilan Milvus migrans NG V U1 I 02390 Rotmilan Milvus milvus NG 3 U1 I 02870 Mäusebussard Buteo buteo NG Falco tinnunculus RS Columba palumbus BV / RS 7/1 Asio otus RS 1 Apus apus NG V U2 Hirundo rustica NG V U2 Motacilla alba BV 1 Troglodytes troglodytes BV / RS 4/1 Prunella modularis BV / RS 3/2 Falconiformes -- Falken.</p>\n<p class=\"lf-p\">Falconidae-Falken 03040 Turmfalke Columbiformes -- Tauben.</p>\n<p class=\"lf-p\">Columbidae-Tauben.</p>\n<p class=\"lf-p\">06700 Ringeltaube Strigiformes – Eulen Strigidae-Eulen 07670 Walohreule Apodiformes -- Segler.</p>\n<p class=\"lf-p\">Apodidae-Segler.</p>\n<p class=\"lf-p\">07950 Mauersegler Passeriformes -- Sperlingsvögel.</p>\n<p class=\"lf-p\">Hirundinidae-Schwalben 09920 Rauchschwalbe Motacillidae-Stelzenverwandte.</p>\n<p class=\"lf-p\">10201 Bachstelze Troglodytidae-Zaunkönige 10660 Zaunkönig Prunellidae-Braunellen.</p>\n<p class=\"lf-p\">10840 Heckenbraunelle Muscicapidae-Schnäpperverwandte.</p>\n<p class=\"lf-p\">10990 Rotkehlchen Erithacus rubecula BV 3 11040 Nachtigall Luscinia megarhynchos BV 4 11210 Hausrotschwanz RS 3 11220 Gartenrotschwanz Phoenicurus ochruros Phoenicurus phoenicurus BV / RS 2/1 11370 Braunkehlchen Saxicola rubetra NG U1 V U1 4-2 0 U2 4-2 Turdidae-Drosseln.</p>\n<p class=\"lf-p\">11870 Amsel Turdus merula BV 11 12000 Singdrossel Turdus philomelos BV 2 Acrocephalidae-Rohrsängerverwandte.</p>\n<p class=\"lf-p\">12500 Sumpfrohrsänger Acrocephalus palustris BV 7 12600 Orpheusspötter Hippolais polyglotta BV 5 Sylvia curruca BV 5 U1 Sylviidae-Grasmücken.</p>\n<p class=\"lf-p\">12740 Klappergrasmücke U1 Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 29 EURING Dt. Artname Code Wiss. Name Status Anzahl 12750 Dorngrasmücke Sylvia communis BV / RS 12760 Gartengrasmücke Sylvia borin BV 5 12770 Mönchsgrasmücke Sylvia atricapilla BV / RS 11 / 3 Phylloscopus collybita BV / RS 9/1 BV / RS 1/1 RL LUX (2019) 12 / 1</p>\n<h4 class=\"lf-art\"><span class=\"lf-art-num\">Art 17</span><span class=\"lf-art-t\">(EHZ)</span></h4>\n<p class=\"lf-p\">VSch RL U1 Phylloscopidae-Laubsänger.</p>\n<p class=\"lf-p\">13110 Zilpzalp Regulidae-Goldhähnchen.</p>\n<p class=\"lf-p\">13150 Sommergoldhähnchen Regulus ignicapilla Paridae-Meisen.</p>\n<p class=\"lf-p\">14420 Weidenmeise Parus montana BV 2 14620 Blaumeise Parus caeruleus BV 6 14640 Kohlmeise Parus major BV / RS 12 / 5 BV 1 V U1 3 U1 Certhiidae-Baumläufer.</p>\n<p class=\"lf-p\">14870 Gartenbaumläufer Certhia brachydactyla Laniidae-Würger.</p>\n<p class=\"lf-p\">15150 Neuntöter Lanius collurio (NG)/DZ Corvidae-Krähenverwandte.</p>\n<p class=\"lf-p\">15390 Eichelhäher Garrulus glandarius 15490 Elster Pica pica NG 15600 Dohle Corvus monedula RS 2 15630 Saatkrähe Corvus frugilegus BV / RS 6/1 15671 Rabenkrähe Corvus corone BV 4 Sturnus vulgaris BV 3 Passer domesticus RS 6 BV / RS 11 / 2 U1 Sturnidae-Stare.</p>\n<p class=\"lf-p\">15820 Star Passeridae-Sperlinge 15910 Haussperling V U1 V U1 Fringillidae-Finken.</p>\n<p class=\"lf-p\">16360 Buchfink Fringilla coelebs BV / RS 4/3 16400 Girlitz Serinus serinus RS 1 16490 Grünfink Carduelis chloris BV 2 16530 Stieglitz Carduelis carduelis BV / RS 1/3 16600 Bluthänfling BV / RS 2/1 V U1 17170 Kernbeißer Carduelis cannabina Coccothraustes coccothraustes Emberiza citrinella BV 3 V U1 U1 NG Emberizidae-Ammernverwandte.</p>\n<p class=\"lf-p\">18570 Goldammer I</p>\n<h4 class=\"lf-art\"><span class=\"lf-art-num\">Art 4-2</span><span class=\"lf-art-t\">LUX</span></h4>\n<p class=\"lf-p\">Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 30 Abbildung 12: Reviere planungsrelevanter Brutvogelarten im UG und dem nahegelegenen Umfeld.</p>\n<p class=\"lf-p\">Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 31 3.1.3 Ergebnisse Raumnutzungsanalyse 3.1.3.1 Ergebnisse Revierkartierung Entsprechend der Ergebnisse der Horstkartierung in 3.1.1 konnten im unmittelbaren Umfeld der Untersuchungsfläche (&lt; 300 m) mit Ausnahme der Brutplätze der Saatkrähen keine weiteren Horste vorgefunden. Somit liegen dort auch keine Revierzentren von Großvogelarten.</p>\n<p class=\"lf-p\">Im weiteren Umfeld (450–1.500 m) wurden insgesamt 6 Horste festgestellt. Insbesondere der größere Waldkomplex „ennëschte Bësch“, der sich im Südwesten und Süden der Fläche befindet, weist mehrere größere Horste auf. In diesem Bereich wurde auch 2015 ein Revier des Schwarzmilans nachgewiesen. Für das Jahr 2021 konnte im Rahmen der Revierkartierung jedoch trotz gezielter Suche kein Reviernachweis von Rot- und Schwarzmilan erfolgen.</p>\n<p class=\"lf-p\">3.1.3.2 Ergebnisse Raumnutzung Während der gesamten Beobachtungsdauer wurden 78 Minutenpunkte der beiden Milanarten im Umfeld bis 1.500 m um das UG erfasst, siehe Abbildung 13. Davon entfielen 38 auf den Rotmilan und 40 auf den Schwarzmilan. Bezogen auf die gesamte Beobachtungszeit ist somit eine insgesamt eher geringe Aktivität festzustellen (78 von 1.440 möglichen Minuten bzw. 5,4%).</p>\n<p class=\"lf-p\">Für den Rotmilan wurden in der Phase der Revierbesetzung im März 2021 zwar Überflüge des Waldbereichs „ennëschte Bësch“ beobachtet, jedoch ohne spätere Revieransiedelung.</p>\n<p class=\"lf-p\">Im Jahr 2015 war in diesem Bereich ein Schwarzmilanrevier ansässig. Sofern das Revier des Schwarzmilans oder eines Rotmilans in Zukunft besetzt ist, muss von einer höheren Milanaktivität im UG ausgegangen werden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Innerhalb des UG wurde für den Rotmilan ein Nahrungsflug mit 4 Minutenpunkten (= relativer Anteil 0,3% an der Beobachtungsdauer) im UG zzgl. eines Puffers von 50 m verzeichnet. Der Schwarzmilan ist an zwei Terminen mit insgesamt 19 Minutenpunkten (= relativer Anteil 1,3% an der Beobachtungsdauer) beobachtet worden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Insgesamt stellt das Untersuchungsgebiet keine essenzielle Bedeutung für Milane dar, jedoch ist eine regelmäßige Nutzung als Nahrungshabitat zu konstatieren.</p>\n<p class=\"lf-p\">Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 32 Abbildung 13: Ergebnisse der Raumnutzungsanalyse Rot- und Schwarzmilan im UG und dem umliegenden Umfeld.</p>\n<p class=\"lf-p\">Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 33 3.1.4 Kurzportraits nachgewiesener Vogelarten Nachfolgend werden alle im Untersuchungsgebiet erfassten, planungsrelevanten Vogelarten mit einer Kurzbeschreibung ihrer Lebensweise, den jeweiligen Habitatansprüchen und Angaben zum Vorkommen und der Nutzungsintensität innerhalb des UG vorgestellt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Jahreszeitliche Anwesenheit Der jeweilige Status wird für Monatsdrittel (Anfang / Mitte / Ende) durch Farbcodes gekennzeichnet:</p>\n<p class=\"lf-p\">Überwinterung Zugzeiten Brutzeit nicht anwesend Bestand LUX Angaben zu Bestandszahlen (Brutpaare) beziehen sich auf die aktuellsten veröffentlichten Werte entsprechend des EU-Reportings für den Berichtszeitraum 2013–2018 (European Environmental Agency, 2021), der Roten Liste der Brutvögel Luxemburgs (Lorgé et al., 2019) bzw. der Veröffentlichung „The Birds of Luxembourg“ (Lorgé and Melchior, 2020).</p>\n<p class=\"lf-p\">Kategorien der Roten Liste (RL Lux):</p>\n<p class=\"lf-p\">Kategorie 0 – Bestand erloschen Kategorie 1 – Vom Aussterben bedroht Kategorie 2 – Stark gefährdet Kategorie 3 – Gefährdet Kategorie R – Extrem selten / Geografische Restriktion Kategorie V – Vorwarnliste Kategorie D – Datenlage unzureichend Kategorie * – ungefährdet Status nach EU-Vogelschutzrichtlinie 2009/147/EG (VS-RL-Status) Anhang I – europaweit geschützte Art des Anhang I Artikel 4(2) – national definierte, besonders geschützte Zugvogelarten gem. Artikel 4(2).</p>\n<p class=\"lf-p\">Nationaler Erhaltungszustand in Luxemburg (EHZ Lux):</p>\n<p class=\"lf-p\">Erhaltungszustand nach Annex 2 des „Règlement grand-ducal du 1er août 2018 établissant l’état de conservation des habitats d’intérêt communautaire et des espèces d’intérêt communautaire“:</p>\n<p class=\"lf-p\">FV = favorable U1 = non favorable inadéquat U2 = non favorable mauvais XX = inconnu U1, U2 et XX = non favorable Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 34 3.1.4.1 Schwarzmilan (Milvus migrans) Milvus migrans Schwaarze Schéierschwanz Schwarzmilan Black kite Milan noir Bestand LUX 106 RL LUX V VS-RL Status Anhang I EHZ LUX U1 Jahreszeitliches Auftreten der Art in Luxemburg:</p>\n<p class=\"lf-p\">JAN FEB MÄR APR MAI JUN JUL AUG SEP OKT NOV DEZ Artportrait Der Schwarzmilan ist ein Greifvogel der offenen, strukturreichen Landschaft. Sein Jagdhabitat ist Offenland aller Art, bevorzugt werden Auen und das Umfeld von Gewässern. Als Nahrungsopportunist ist er aber auch häufiger in Siedlungsnähe vorzufinden. Seine Nahrung umfasst Kleinsäuger, Vögel, Reptilien und Amphibien, an Gewässerstandorten auch zu einem hohen Anteil Fisch, welche aus dem Suchflug erspäht und am Boden erbeutet werden. Auch Aas und menschliche Abfälle werden durch den Schwarzmilan aufgenommen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Art hat ein großes globales Verbreitungsgebiet, das weite Teile der Paläarktis, das indomalaiische Faunengebiet und Australien umfasst. Die Überwinterungsgebiete der europäischen Population liegen südlich der Sahara. Im Brutgebiet erscheint der Schwarzmilan in der Regel nicht vor Ende März oder Anfang April. Der Schwarzmilan brütet vorwiegend an Waldrändern mit Altholzbeständen, aber auch vereinzelt in Gehölzreihen im Offenland, oft in direkter Nachbarschaft zu Rotmilanen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erläuterungen zu Bestand, Entwicklung und Gefährdung In den beiden letzten Jahrzehnten verzeichnet der Schwarzmilan in Luxemburg einen durchgehend positiven Trend. Gefährdungsursachen bestehen in Europa vor allem durch Lebensraumveränderungen in Teilen der Brutgebiete, aber auch durch direkte Verfolgung auf den Zugwegen. Der Schwarzmilan zählt auch als windkraftgefährdete Art, die ein erhöhtes Schlagrisiko aufweist.</p>\n<p class=\"lf-p\">Auftreten im Untersuchungsgebiet Der Schwarzmilan ist im UG Nahrungsgast mit regelmäßiger Nutzung der Offenlandbereiche zur Nahrungssuche. Die nächstgelegenen Brutvorkommen liegen alle außerhalb des 1.500 m-Pufferradius, zuletzt wurden 2018 zwei besetzte Horste im Südwesten und Süden des UG in ca. 3 km bzw. 3,8 km Distanz dokumentiert. Ein 2015 bestehendes Revier in „ennëschte Bësch“ war 2018 und 2021 nicht mehr besetzt, ist jedoch in Zukunft wieder potenziell möglich.</p>\n<p class=\"lf-p\">Status im UG ☐ Brutvogel ☐ Randsiedler ☒ Nahrungsgast ☐ Rastvogel ☐ Ziehend / überfliegend Bestand im UG NG Bedeutung des UG ☐ Essenzielle Nutzung ☒ Regelmäßige Nutzung ☐ Sporadische Nutzung Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 35 3.1.4.2 Rotmilan (Milvus milvus) Milvus milvus Roude Schéierschwanz Rotmilan Red kite Milan royal Bestand LUX 90 RL LUX 3 VS-RL Status Anhang I EHZ LUX U1 Jahreszeitliches Auftreten der Art in Luxemburg:</p>\n<p class=\"lf-p\">JAN FEB MÄR APR MAI JUN JUL AUG SEP OKT NOV DEZ Artportrait Der Rotmilan ist eine Greifvogelart, die vorwiegend im offenen, strukturierten Kulturland zu finden ist.</p>\n<p class=\"lf-p\">Sowohl Ackerflächen mit niedriger Vegetation, Grasland und Viehweiden werden zur Jagd genutzt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Besonders attraktiv sind Mähwiesen, auf denen durch Mahd Beute freigelegt wird. Der Rotmilan ist im Nahrungserwerb sehr flexibel. Er jagt einerseits aktiv Kleinsäuger, Singvögel, aber auch Fische und Wirbellose, die aus dem langsamen Suchflug erspäht werden. Andererseits macht auch Aas einen beachtlichen Teil des Nahrungsspektrums aus. Seinen Horst legt der Rotmilan bevorzugt am Rand älterer Laubwaldwälder oder in Gehölzstreifen (z.B. Pappelreihen) an, oft in direkter Nachbarschaft zu Schwarzmilanen. Eine Jahresbrut mit meist 1–3 Jungvögeln wird von Ende März bis Anfang August durchgeführt. Das saisonale Nahrungsangebot beeinflusst dabei den Bruterfolg kritisch. Als Kurzstreckenzieher überwintert der Großteil der Rotmilane in Südeuropa und Nordafrika, in den vergangenen Jahren nehmen auch Überwinterungen in Mitteleuropa zu.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erläuterungen zu Bestand, Entwicklung und Gefährdung Der Rotmilan hat ein sehr kleines Verbreitungsgebiet, welches sich im Wesentlichen auf Europa beschränkt. Aus diesem Grund trägt Luxemburg eine besondere Verantwortung für die Arterhaltung.</p>\n<p class=\"lf-p\">Regionale Bestandseinbrüche konnten durch mangelnde Nahrungsverfügbarkeit in ausgeräumten Landschaften mit mangelnder Strukturvielfalt beobachtet werden. Der Rotmilan gilt außerdem als windkraftgefährdete Art, die aufgrund ihrer Jagdweise ein erhöhtes Schlagrisiko aufweist.</p>\n<p class=\"lf-p\">Auftreten im Untersuchungsgebiet Der Rotmilan ist im UG Nahrungsgast. Im Umfeld ist von Kartierungen 2018 nur ein Brutvorkommen südwestlich in einer Distanz von ca. 3 km bekannt. Für den Rotmilan wurden Überflüge im März des Waldbereichs „ennëschte Bësch“ beobachtet, jedoch ohne spätere Revieransiedelung. Sofern dieses Revier in Zukunft besetzt ist, muss von einer höheren Milanaktivität im UG ausgegangen werden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Status im UG ☐ Brutvogel ☐ Randsiedler ☒ Nahrungsgast ☐ Rastvogel ☐ Ziehend / überfliegend Bestand im UG NG Bedeutung des UG ☐ Essenzielle Nutzung ☒ Regelmäßige Nutzung ☐ Sporadische Nutzung Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 36 3.1.4.3 Mauersegler (Apus apus) Bestand LUX Apus apus Leeëndecker Mauersegler Common Swift Martinet noir 1.800–2.700 RL LUX V VS-RL Status – EHZ LUX U2 Jahreszeitliches Auftreten der Art in Luxemburg:</p>\n<p class=\"lf-p\">JAN FEB MÄR APR MAI JUN JUL AUG SEP OKT NOV DEZ Artportrait Der Mauersegler ist eine Art, die auf ein Leben im Flug spezialisiert ist und außerhalb der Brutzeit nahezu ohne Unterbrechung in der Luft bleibt. Zur Nahrungssuche werden Fluginsekten teils in großer Höhe im Verfolgungsflug über unterschiedlichsten Landschaftsformen erbeutet. In Ruhephasen und zum Schlafen werden lange Gleitflugphasen in der Luft zurückgelegt. Nur zur Brut sucht der Kulturfolger terrestrische Brutplätze auf, die meist in Hohlräumen und Nischen an Gebäuden liegen. Geeignete Neststandorte liegen meist an höheren Gebäuden, haben meist einen direkten Einflug und werden teils kolonieartig besiedelt. Es wird eine Jahresbrut durchgeführt mit meist 2–3 Jungvögeln. Ist das Nahrungsangebot zeitweise ungenügend, z.B. aufgrund Schlechtwetterlagen und damit verbundener Wetterflucht der Altvögel, können die Jungvögel in eine bis zu zweiwöchige Starre („Torpor“) mit reduzierten Vitalfunktionen verfallen. Der Mauersegler brütet in weiten Teilen der Paläarktis mit Ausnahme der polaren Bereiche. Als Langstreckenzieher überwintert er im südlichen Afrika. Die Ankunft im Brutgebiet beginnt ab April.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erläuterungen zu Bestand, Entwicklung und Gefährdung Die europäischen Bestände des Mauerseglers sind langfristig stabil. Durch fortschreitende Urbanisierung wurden im 20. Jahrhundert vielerorts sogar Bestandszunahmen registriert. In jüngerer Vergangenheit sind die Bestände in Luxemburg aber rückläufig, da viele Brutplätze verloren gehen. Insbesondere Maßnahmen der energetischen Gebäudesanierung und moderne Bauformen führten zur Versiegelung von Hohlräumen an Gebäuden, die historisch als Brutplätze genutzt wurden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Auftreten im Untersuchungsgebiet Der Mauersegler konnte als sporadischer Nahrungsgast mit wenigen Individuen im UG beobachtet werden. Lokale Bruten können aufgrund des Fehlens geeigneter Brutplätze ausgeschlossen werden. Die umliegenden Siedlungsbereiche sind als Brutstätten prinzipiell geeignet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Status im UG ☐ Brutvogel ☐ Randsiedler ☒ Nahrungsgast ☐ Rastvogel ☐ Ziehend / überfliegend Bestand im UG NG Bedeutung des UG ☐ Essenzielle Nutzung ☐ Regelmäßige Nutzung ☒ Sporadische Nutzung Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 37 3.1.4.4 Rauchschwalbe (Hirundo rustica) Bestand LUX Hirundo rustica Schaarschtechschmuewel Rauchschwalbe Barn swallow Hirondelle rustique 5.000–7.000 RL LUX V VS-RL Status – EHZ LUX U2 Jahreszeitliches Auftreten der Art in Luxemburg:</p>\n<p class=\"lf-p\">JAN FEB MÄR APR MAI JUN JUL AUG SEP OKT NOV DEZ Artportrait Die Rauchschwalbe ist als Kulturfolger ein typischer Bewohner des ländlichen Siedlungsraums. Sie jagt wie alle Schwalben vorwiegend Fluginsekten, die sie im niedrigen Flug über Gewässern und Offenlandbereichen wie Viehweiden oder Mähwiesen erbeutet. Zur Brut nutzt sie das Innere von Gebäuden wie offenen Stallungen, Scheunen, Garagen oder Dachböden. Ihr napfförmiges Lehmnest baut sie meist frei auf Holzbalken oder Vorsprüngen, an geeigneten Standorten bilden sich auch große Brutkolonien. Die Art zeigt eine große Brutplatztreue und kehrt oft über viele Jahre an bekannte Brutstätten zurück. Die Rauchschwalbe macht 2–3 Jahresbruten mit je 4–5 Eiern.</p>\n<p class=\"lf-p\">Das große Verbreitungsgebiet der Rauchschwalbe beinhaltet Nordamerika und Eurasien als Brutgebiete.</p>\n<p class=\"lf-p\">Zur Überwinterung fliegen die europäischen Schwalben bis südlich der Sahara nach Zentral- bis Südafrika. In Luxemburg ist die Rauchschwalbe von Ende März bis Anfang Oktober zu beobachten.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erläuterungen zu Bestand, Entwicklung und Gefährdung Die Rauchschwalbe zeigt langfristig und kurzfristig abnehmende Bestandstrends, was vor allem auf den Verlust geeigneter Lebensräume zurückzuführen ist. Die Urbanisierung von Ortschaften ehemals ländlicher Regionen, die Intensivierung der Viehhaltung mit moderneren, oft hermetisch abgeriegelten Stallgebäuden und die Aufgabe kleinbäuerlicher Betriebe in Kombination mit einer intensiveren Nutzung des Agrarlands und dem großflächigen Einsatz von Pestiziden führen zu einem Mangel an Brutplätzen wie auch zu einer Abnahme des Nahrungsangebots für die Art.</p>\n<p class=\"lf-p\">Auftreten im Untersuchungsgebiet Die Rauchschwalbe konnte innerhalb des UG mit einzelnen Individuen als sporadischer Nahrungsgast beobachtet werden. Bruten im UG und dem umliegenden Umfeld wurden nicht festgestellt. Eine funktionale Bindung an das UG zur Nahrungssuche besteht nicht.</p>\n<p class=\"lf-p\">Status im UG ☐ Brutvogel ☐ Randsiedler ☒ Nahrungsgast ☐ Rastvogel ☐ Ziehend / überfliegend Bestand im UG NG Bedeutung des UG ☐ Essenzielle Nutzung ☐ Regelmäßige Nutzung ☒ Sporadische Nutzung Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 38 3.1.4.5 Nachtigall (Luscinia megarhynchos) Luscinia megarhynchos Bestand LUX 300–500 Nuechtegailchen Nachtigall Common nightingale Rossignol philomèle RL LUX * VS-RL Status – EHZ LUX U1 Jahreszeitliches Auftreten der Art in Luxemburg:</p>\n<p class=\"lf-p\">JAN FEB MÄR APR MAI JUN JUL AUG SEP OKT NOV DEZ Artportrait Die Nachtigall bewohnt vor allem Gebüsche und Feldgehölze in Offenland und Feuchtgebieten in niedrigen Höhenlagen. Auch geeignete Siedlungsrandbereiche, Waldränder und Lichtwälder können besiedelt werden. Bekannt ist die Art durch ihren langanhaltenden, wohlklingend melodischen Gesang, der auch nachts vorgetragen werden. Die Nachtigall frisst hauptsächlich Insekten, Spinnen, Würmer und andere Kleintiere, die vorwiegend am Boden gesucht werden. Auch ihre Nester baut die Nachtigall am Boden, versteckt in dichter Vegetation. In der Regel wird nur eine Jahresbrut durchgeführt mit 4–6 Eiern.</p>\n<p class=\"lf-p\">Das Verbreitungsgebiet der Nachtigall umfasst einen Gürtel der warm-gemäßigten Klimazone der Paläarktis vom Mittelmeerraum Nordafrikas über Süd-, West- und Teile Mitteleuropas und Vorderasien bis Mittelasien. Große Höhenlagen wie Gebirgsmassive sind Verbreitungslücken. Die Nachtigall ist Langstreckenzieher, europäische Brutvögel überwintern im tropischen Afrika südlich der Sahara. In Luxemburg ist die Nachtigall Sommervogel, der nicht in allen Landesteilen vorkommt. Vorwiegend wird das Gutland mit seinen Flusstälern besiedelt, während im Ösling nur sporadische Vorkommen bestehen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erläuterungen zu Bestand, Entwicklung und Gefährdung Die Bestandszahlen der Nachtigall sind langfristig rückläufig. Ursächlich sind Lebensraumverluste im Bereich von Feuchtgebieten und Auen, die zur forstlichen oder landwirtschaftlichen Nutzung umgestaltet wurden mit einem Verlust naturnaher Gebüschbereiche. Kurzfristig ist der Bestand als stabil anzusehen, auch durch Schutzbemühungen im Umfeld von Feuchtgebieten.</p>\n<p class=\"lf-p\">Auftreten im Untersuchungsgebiet Die Nachtigall brütet im UG mit vier Brutpaaren in mehreren Gebüschbereichen. Je ein Revier wurden im äußersten Nordosten des UG sowie im Nordwesten jeweils am Siedlungsrand festgestellt, zwei weitere Reviere befanden sich direkt benachbart in der Böschung der City Concorde im Süden des UG.</p>\n<p class=\"lf-p\">Status im UG ☒ Brutvogel ☐ Randsiedler ☐ Nahrungsgast ☐ Rastvogel ☐ Ziehend / überfliegend Bestand im UG 4 BP Bedeutung des UG ☒ Essenzielle Nutzung ☐ Regelmäßige Nutzung ☐ Sporadische Nutzung Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 39 3.1.4.6 Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus) Phoenicurus phoenicurus Bestand LUX Gaarderoutschwanz Gartenrotschwanz Common redstart Rougequeue à front blanc RL LUX VS-RL Status 400–500 V Artikel 4(2) EHZ LUX U1 Jahreszeitliches Auftreten der Art in Luxemburg:</p>\n<p class=\"lf-p\">JAN FEB MÄR APR MAI JUN JUL AUG SEP OKT NOV DEZ Artportrait Der Gartenrotschwanz besiedelt strukturierte Offenlandbereiche und lichte Wälder mit alten Baumbeständen und ausreichend Freiflächen mit niedriger Vegetation. Neben Streuobstwiesen zählen auch größere Gärten, Parks und Ortsrandlagen zu seinen typischen Lebensräumen. Der Gartenrotschwanz ist dabei aber deutlich seltener als der verwandte Hausrotschwanz (Phoenicurus ochruros). Er ernährt sich vor allem von Insekten und Spinnentieren, die meist am Boden gesucht werden. Der Gartenrotschwanz ist Höhlenbrüter und baut sein Nest in natürliche Baumhöhlen, Spechtlöcher oder Felsnischen. Auch Nistkästen werden durch die Art angenommen. Es wird meist eine Jahresbrut mit 6–7 Eiern durchgeführt, bei Brutverlusten gibt es auch noch teils späte Ersatzbruten.</p>\n<p class=\"lf-p\">Das Verbreitungsgebiet des Gartenrotschwanzes umfasst Nordwestafrika, Europa mit Ausnahme Irlands, Vorderasien und Zentralasien bis Westsibirien. Der Gartenrotschwanz ist Langstreckenzieher und überwintert in Afrika südlich der Sahara. In Luxemburg ist er Sommervogel, der nicht vor April eintrifft.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erläuterungen zu Bestand, Entwicklung und Gefährdung Der Bestand des Gartenrotschwanzes in Mitteleuropa ist langfristig abnehmend. Vor allem der Lebensraumverlust durch Überbauung von Freiflächen in Siedlungen und der Wegfall von extensiv genutzten Weiden und Streuobstwiesen sind ursächlich. Durch eine Beseitigung von Alt- und Totholzbäumen in Feldgehölzen und Obstgärten gehen zudem viele mögliche Brutstätten vorzeitig verloren. Ein Erhalt solcher Strukturen ist ein wichtiger Faktor für den Erhalt der Art.</p>\n<p class=\"lf-p\">Auftreten im Untersuchungsgebiet Der Gartenrotschwanz brütete im Untersuchungsjahr mit zwei Brutpaaren im UG. Je ein Revier wurde am Nordrand des UG in einem Gartenbereich mit hohen Gehölzen sowie im westlichen Teil des UG an einer kleinen Streuobstwiese westlich der N 35. Ein weiteres Brutpaar siedelte südöstlich außerhalb des UG an einer Gehölzgruppe der City Concorde.</p>\n<p class=\"lf-p\">Status im UG ☒ Brutvogel ☒ Randsiedler ☐ Nahrungsgast ☐ Rastvogel ☐ Ziehend / überfliegend Bestand im UG Bedeutung des UG ☒ Essenzielle Nutzung ☐ Regelmäßige Nutzung ☐ Sporadische Nutzung 2 BP zzgl. Randsiedler: 1 BP Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 40 3.1.4.7 Braunkehlchen (Saxicola rubetra) Saxicola rubetra Brongbrëschtchen Braunkehlchen Whinchat Tarier des prés Bestand LUX 0 RL LUX 0 VS-RL Status Artikel 4(2) EHZ LUX U2 Jahreszeitliches Auftreten der Art in Luxemburg:</p>\n<p class=\"lf-p\">JAN FEB MÄR APR MAI JUN JUL AUG SEP OKT NOV DEZ Artportrait Das Braunkehlchen besiedelt offene Lebensräume mit vielfältiger, vertikal strukturierter Vegetation.</p>\n<p class=\"lf-p\">Neben bodennaher Deckung ist vor allem ein Angebot an Sitzwarten für die Art vonnöten, wie z.B. in strukturreichen Feuchtwiesen und Weideflächen. Auch Niedermoore, Uferstaudenfluren und trockene, lockere Altschilfbestände werden besiedelt. Das Braunkehlchen ernährt sich vor allem von Insekten, die im Flug oder am Boden erbeutet werden. Das Nest wird am Boden in dichter Vegetation der Krautschicht angelegt, üblicherweise wird eine Jahresbrut durchgeführt mit 5–7 Eiern.</p>\n<p class=\"lf-p\">Das Verbreitungsgebiet des Braunkehlchens umfasst weite Teile der Paläarktis von Kontinentaleuropa über Skandinavien bis Vorder- und Zentralasien vor. Braunkehlchen sind Langstreckenzieher und überwintern südlich der Sahara. In Luxemburg kommt die Art nach Erlöschen der Brutvorkommen nur noch als Durchzügler vor.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erläuterungen zu Bestand, Entwicklung und Gefährdung Der Brutbestand des Braunkehlchens gilt in Luxemburg seit über 10 Jahren als erloschen. Hauptursache für das lokale Aussterben waren Intensivierung der Grünlandbewirtschaftung mit Aufdüngung und Mahdintensivierung und damit verbundene Strukturverluste im Grünland. Auch überregional sind kurzfristig große Bestandseinbrüche festzustellen, die ebenfalls auf Habitatverluste oder Verschlechterungen der Habitatbedingungen zurückzuführen sind.</p>\n<p class=\"lf-p\">Auftreten im Untersuchungsgebiet Das Braunkehlchen konnte im UG einmalig bei einer Begehung Anfang Mai in einer Weidefläche innerhalb des UG beobachtet werden. Dabei handelte es sich offenkundig um einen Durchzügler, der die kurzrasigen Flächen mit angrenzenden Sitzwarten zur Nahrungssuche nutzte. Eine Brut – auch in den Feuchtbrachen – wurde nicht festgestellt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Status im UG ☐ Brutvogel ☐ Randsiedler ☐ Nahrungsgast ☒ Rastvogel ☐ Ziehend / überfliegend Bestand im UG RV Bedeutung des UG ☐ Essenzielle Nutzung ☐ Regelmäßige Nutzung ☒ Sporadische Nutzung Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 41 3.1.4.8 Sumpfrohrsänger (Acrocephalus palustris) Acrocephalus palustris Bestand LUX 800–1.500 Suppejäizert Sumpfrohrsänger Marsh warbler Rousserolle verderolle RL LUX * VS-RL Status – EHZ LUX U1 Jahreszeitliches Auftreten der Art in Luxemburg:</p>\n<p class=\"lf-p\">JAN FEB MÄR APR MAI JUN JUL AUG SEP OKT NOV DEZ Artportrait Der Sumpfrohrsänger ist ein Bewohner dichter, halbhoher Vegetationszonen, z.B. im Umfeld von Feuchtgebieten oder in Brachen. Er bevorzugt Pflanzengemeinschaften mit dichter krautiger Vegetationsschicht wie Mädesüß- oder Brennnesselfluren, in denen er sein Nest zwischen Pflanzenstengeln hängend baut. Auffällig ist der variantenreiche, mit Elementen zahlreicher anderer Vogelarten ausgeschmückte Gesang. Der Sumpfrohrsänger ernährt sich vor allem von Kleininsekten, die er in der Vegetation kletternd erbeutet. Es wird üblicherweise eine Jahresbrut mit 3–5 Eiern durchgeführt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Das Verbreitungsgebiet des Sumpfrohrsängers beschränkt sich in Europa auf Mittel-, Ost- und Südosteuropa, Südskandinaviens. Im Osten reicht sein Areal bis Vorderasien und Kasachstan. Er ist Langstreckenzieher und überwintert im tropischen Afrika südlich der Sahara. Der Aufenthalt in den luxemburgischen Brutgebieten ist sehr kurz, zwischen Anfang Mai bis Ende Juli.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erläuterungen zu Bestand, Entwicklung und Gefährdung Der Sumpfrohrsänger besiedelt eine Vielzahl von Habitaten, die meist durch natürliche Sukzession entstanden sind. Von Natur aus können daher Schwankungen der Habitatverfügbarkeit auftreten.</p>\n<p class=\"lf-p\">Gerade im Umfeld der Agrarlandschaft werden oft verkrautete Wassergräben und Brachstreifen besiedelt, die in jüngerer Vergangenheit mehr und mehr verloren gingen. In Luxemburg ist der Bestand leicht rückläufig.</p>\n<p class=\"lf-p\">Auftreten im Untersuchungsgebiet Der Sumpfrohrsänger brütete im Untersuchungsjahr mit sieben Brutpaaren im UG. Diese verteilten sich auf die uferbegleitende Vegetation der Pétrusse (4 BP) sowie das Umfeld von Feuchtbrachestrukturen nahe der Böschung zur City Concorde (3 BP). Für die Art liegt in Teilbereichen eine hohe Siedlungsdichte vor bei ebenfalls sehr guter Habitateignung.</p>\n<p class=\"lf-p\">Status im UG ☒ Brutvogel ☐ Randsiedler ☐ Nahrungsgast ☐ Rastvogel ☐ Ziehend / überfliegend Bestand im UG 7 BP Bedeutung des UG ☒ Essenzielle Nutzung ☐ Regelmäßige Nutzung ☐ Sporadische Nutzung Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 42 3.1.4.9 Klappergrasmücke (Sylvia curruca) Bestand LUX Sylvia curruca Mëllerchen Klappergrasmücke Lesser whitethroat Fauvette babillarde 1.000–2.000 RL LUX * VS-RL Status – EHZ LUX U1 Jahreszeitliches Auftreten der Art in Luxemburg:</p>\n<p class=\"lf-p\">JAN FEB MÄR APR MAI JUN JUL AUG SEP OKT NOV DEZ Artportrait Die Klappergrasmücke ist ein Bewohner der Gebüschlandschaft in strukturierten Offenlandbereichen, Siedlungsräumen, Waldrandlagen und Aufforstungsflächen. Ihren Namen trägt sie wegen ihres typischen Gesangs, durch den sie zur Brutzeit auf sich aufmerksam macht. Sie ernährt sich von Kleininsekten und Spinnen, nach der Brutzeit auch von Beeren. Ihr Nest baut die Klappergrasmücke im dichten Gebüsch oder jungen Nadelbäumen in geringer Höhe über dem Boden. Sie führt eine Jahresbrut durch mit meist 3–5 Eiern.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ihr Verbreitungsgebiet beinhaltet große Teile der Paläarktis von Frankreich ostwärts bis Ostsibirien und Kleinasien bis zum Kaspischen Meer. Die Iberische Halbinsel und der Mittelmeerraum Südeuropas sind unbesiedelt. In Luxemburg ist die Klappergrasmücke weit verbreiteter Sommervogel.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erläuterungen zu Bestand, Entwicklung und Gefährdung Die Klappergrasmücke ist global im Bestand stabil und ungefährdet. Für die Art ist der Erhalt von Gebüschen im Umfeld von Siedlungen und agrarischen Nutzflächen wichtig.</p>\n<p class=\"lf-p\">Auftreten im Untersuchungsgebiet Die Klappergrasmücke brütete mit sechs Brutpaaren in Gebüschzonen des UG. Von diesen siedelten vier im westlichen Teil des UG, teils in Siedlungsnähe. Ein weiteres Revier lag im Randbereich der Pétrusse, sowie ein weiteres in Gebüschen an der Böschung zur City Concorde.</p>\n<p class=\"lf-p\">Status im UG ☒ Brutvogel ☐ Randsiedler ☐ Nahrungsgast ☐ Rastvogel ☐ Ziehend / überfliegend Bestand im UG 6 BP Bedeutung des UG ☒ Essenzielle Nutzung ☐ Regelmäßige Nutzung ☐ Sporadische Nutzung Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 43 3.1.4.10 Dorngrasmücke (Sylvia communis) Bestand LUX Sylvia communis Heckegraatsch Dorngrasmücke Common whitethroat Fauvette grise 30.000–40.000 RL LUX * VS-RL Status – EHZ LUX U1 Jahreszeitliches Auftreten der Art in Luxemburg:</p>\n<p class=\"lf-p\">JAN FEB MÄR APR MAI JUN JUL AUG SEP OKT NOV DEZ Artportrait Die Dorngrasmücke ist ein Bewohner der ausgedehnten Gebüsche im Offenland und an Waldrändern.</p>\n<p class=\"lf-p\">Sie bevorzugt, wie der Name vermuten lässt, dornige Hecken oder Feldgehölze mit Brombeere, Heckenrose, Weiß- und Schwarzdorn für den Nestbau. Die Hauptnahrung besteht aus Insekten und Spinnentieren und deren Larven, sowie Beeren außerhalb der Brutzeit. Diese werden in Gebüschen oder in umgebenden Offenlandflächen am Boden aufgenommen. Üblich ist eine Jahresbrut mit 4–5 Eiern.</p>\n<p class=\"lf-p\">Das Verbreitungsgebiet der Dorngrasmücke erstreckt sich über fast ganz Europa (außer Nordskandinavien), Vorderasien, West- und Zentralrussland. Als Langstreckenzieher überwintert die Dorngrasmücke in Afrika südlich der Sahara. In Luxemburg ist die Art Sommervogel, der im gesamten Land weit verbreitet ist.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erläuterungen zu Bestand, Entwicklung und Gefährdung Die Dorngrasmücke ist global ungefährdet, der Bestand ist aber durch eine Dürreperiode im Winterquartier der Sahelzone Mitte des 20. Jahrhunderts eingebrochen und bis heute noch nicht zur ursprünglichen Stärke zurückgekehrt. Die Art ist auch in Luxemburg häufig, doch Lebensraumverluste im Brutgebiet, insbesondere der Verlust von Randstrukturen in der Agrarlandschaft, sind ein Gefährdungsfaktor für die Art.</p>\n<p class=\"lf-p\">Auftreten im Untersuchungsgebiet Die Dorngrasmücke besiedelte das UG mit insgesamt 13 Brutpaaren, teils in einer beachtlichen lokalen Dichte. Schwerpunkte der Vorkommen lagen im strukturierten Offenland in Nordwesten und Südosten des UG, teils in Siedlungsrandlage bzw. am Rand der City Concorde. Auch die Pétrusse und die umliegenden Gebüschbereiche wurden besiedelt. Einzig sehr offene, strukturärmere Teilbereiche des UG wurden durch die Art nicht genutzt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Status im UG ☒ Brutvogel ☐ Randsiedler ☐ Nahrungsgast ☐ Rastvogel ☐ Ziehend / überfliegend Bestand im UG 13 BP Bedeutung des UG ☒ Essenzielle Nutzung ☐ Regelmäßige Nutzung ☐ Sporadische Nutzung Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 44 3.1.4.11 Weidenmeise (Parus montanus) Bestand LUX Parus montanus Weidemees Weidenmeise Willow tit Mésange boréale 2.000–4.000 RL LUX * VS-RL Status – EHZ LUX U1 Jahreszeitliches Auftreten der Art in Luxemburg:</p>\n<p class=\"lf-p\">JAN FEB MÄR APR MAI JUN JUL AUG SEP OKT NOV DEZ Artportrait Die Weidenmeise ist ein Brutvogel feuchter Waldstandorte und Waldbeständen mit hohem Totholzanteil. Bevorzugt werden Weichholzarten in der Umgebung von Gewässern besiedelt, z.B.</p>\n<p class=\"lf-p\">Bruchwälder. Sie ist Gemischtköstler und ernährt sich im Sommer vorwiegend von Insekten und Spinnentieren, im Winter von Sämereien. Ihre Nisthöhlen zimmert die Weidenmeise oft selbst in morsches Holz, darin wird meist eine Jahresbrut mit 7–9 Eiern großgezogen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Das Verbreitungsgebiet der Weidenmeise umfasst große Teile der Paläarktis von Frankreich ostwärts bis zur Pazifikküste Ostsibiriens und auch Japan. Sowohl mediterrane, gemäßigte und boreale Klimate werden besiedelt, zudem alpine Gebirgswälder. Die Art ist Standvogel in ihrem gesamten Areal. In Luxemburg ist die Weidenmeise ganzjährig anzutreffen und sowohl in Flussniederungen wie auch im Ösling verbreitet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erläuterungen zu Bestand, Entwicklung und Gefährdung Die Weidenmeise ist ungefährdet, der Bestand in Mitteleuropa hat sich regional im 20. Jahrhundert sogar erhöht, insbesondere durch Aufforstungen in Nadelwäldern. Speziell die Teilpopulationen im Tiefland sind in Luxemburg aber durch übermäßige Pflege von Auwaldstreifen und Entfernung uferbegleitender Gehölze bedroht. Der Erhalt dieser Strukturen ist für die Art, die an stehendes Totholz gebunden ist, äußerst wichtig.</p>\n<p class=\"lf-p\">Auftreten im Untersuchungsgebiet Die Weidenmeise besiedelte das UG als Brutvogel mit zwei Revieren. Von diesen lag eines im westlichen Teil des Gehölzstreifens entlang der Pétrusse, das andere am Rande einer Streuobstwiese westlich der N 35.</p>\n<p class=\"lf-p\">Status im UG ☒ Brutvogel ☐ Randsiedler ☐ Nahrungsgast ☐ Rastvogel ☐ Ziehend / überfliegend Bestand im UG 2 BP Bedeutung des UG ☒ Essenzielle Nutzung ☐ Regelmäßige Nutzung ☐ Sporadische Nutzung Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 45 3.1.4.12 Neuntöter (Lanius collurio) Bestand LUX Lanius collurio Klengen Neimäerder Neuntöter Red-backed shrike Pie-grièche écorcheur 500–900 RL LUX 3 VS-RL Status Anhang I EHZ LUX U1 Jahreszeitliches Auftreten der Art in Luxemburg:</p>\n<p class=\"lf-p\">JAN FEB MÄR APR MAI JUN JUL AUG SEP OKT NOV DEZ Artportrait Der Neuntöter ist Brutvogel des strukturierten Offenlandes. Bevorzugt werden Grünland, Brachen und extensive Äcker mit ausgeprägten Gebüschstreifen besiedelt. Doch auch Streuobstwiesen, strukturierte Waldränder, Kahlschlag- und Windwurfflächen, Lichtungen und Aufforstungen sind für die Art geeignet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Das Beutespektrum des Neuntöters besteht aus Großinsekten, Kleinsäugern, Reptilien und sogar Kleinvögeln. Typisch für die Art ist das Anlegen von Beutevorräten durch Aufspießen auf Dornen, Weidezäunen oder das Aufhängen in Astgabeln. Der Neuntöter brütet in Freinestern, die in größere, meist dornige Gebüsche oder deckungsreiche, buschige Gehölze gebaut werden. Es wird eine Jahresbrut mit meist 5–6 Eiern durchgeführt. Der Bruterfolg hängt stark von Nahrungsangebot und Witterung ab.</p>\n<p class=\"lf-p\">Das Verbreitungsgebiet des Neuntöters umfasst große Teile der westlichen Paläarktis von Nordspanien bis Südskandinavien, Vorderasien und Zentralrussland. Der Neuntöter ist Langstreckenzieher, der über die Arabische Halbinsel in sein Winterquartier in der Savannenlandschaft Süd- und Ostafrikas abwandert. Der Neuntöter erreicht Luxemburg erst spät, meist erst Anfang Mai.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erläuterungen zu Bestand, Entwicklung und Gefährdung Durch Habitatverluste in der Kulturlandschaft, insbesondere durch Nutzungsintensivierung der Landwirtschaft und den Verlust von Brach-, Rand- und Gebüschstrukturen ist der Bestandstrend des Neuntöters langfristig stark rückläufig. Aufgrund der hohen Anpassungsfähigkeit der Art und der Vielzahl geeigneter Lebensräume ist in jüngerer Vergangenheit aber ein meist stabiler Trend zu beobachten.</p>\n<p class=\"lf-p\">Auftreten im Untersuchungsgebiet Ein Neuntöter-Männchen wurde Ende Mai im nordöstlichen UG an einer Gebüschgruppe Nahrung suchend beobachtet. Bei späteren Begehungen konnte dieses Vorkommen aber nicht bestätigt werden, es handelte sich somit wohl um einen späten Durchzügler. Das 2015 erfasste Revier im Südwesten des UG war 2021 (wie auch bereits 2018) nicht besetzt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Status im UG ☐ Brutvogel ☐ Randsiedler ☐ Nahrungsgast ☒ Rastvogel ☐ Ziehend / überfliegend Bestand im UG RV Bedeutung des UG ☐ Essenzielle Nutzung ☐ Regelmäßige Nutzung ☒ Sporadische Nutzung Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 46 3.1.4.13 Dohle (Coloeus monedula) Coloeus monedula Bestand LUX 2.000–3.000 Steekueb Dohle Jackdaw Choucas de tours RL LUX * VS-RL Status – EHZ LUX U1 Jahreszeitliches Auftreten der Art in Luxemburg:</p>\n<p class=\"lf-p\">JAN FEB MÄR APR MAI JUN JUL AUG SEP OKT NOV DEZ Artportrait Die Dohle ist ein Rabenvogel, der sowohl Wälder als auch Siedlungen zur Brut nutzt und meist im Offenland nach Nahrung sucht. Bei der Nistplatzwahl werden sowohl natürliche Baumhöhlen wie auch alte Schwarzspechthöhlen genutzt, daneben Felsnischen, aber auch größere Nistkästen und Hohlräume an Gebäuden, z.B. Schornsteine. Dohlen sind Allesfresser und ernähren sich sowohl von Kleintieren, pflanzlicher Kost wie Früchten, teils auch Aas und speziell in Siedlungen auch von menschlichen Abfällen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Insbesondere in Parkanlagen, in Grünlandflächen und Ackerbrachen können auch Gesellschaften von Dohlen und anderen Rabenvögeln bei der Nahrungssuche beobachtet werden. Die Dohle brütet einmal jährlich mit 4–6 Eiern.</p>\n<p class=\"lf-p\">Das Verbreitungsgebiet der Dohle erstreckt sich über Teile Nordafrikas, fast ganz Europa außer Nordskandinavien bis Vorderasien und Sibirien etwa bis zum Baikalsee. In Europa ist die Dohle Standvogel bzw. Kurzstreckenzieher und überwintert nur einige hundert Kilometer vom Brutplatz entfernt. Im Winter ziehen in Mitteleuropa aber zahlreiche Vögel der nördlichen und östlichen Populationen zu, mit größeren Ansammlungen an Schlaf- und Nahrungsplätzen. In Luxemburg ist die Art ganzjährig zu beobachten.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erläuterungen zu Bestand, Entwicklung und Gefährdung Der globale Bestand der Dohle gilt als ungefährdet, speziell in Mitteleuropa sind aber Abnahmen festzustellen. Vor allem in Siedlungen findet die Art durch Gebäudesanierungen und moderne Bauweisen nur noch wenige geeignete Nistplätze.</p>\n<p class=\"lf-p\">Auftreten im Untersuchungsgebiet Die Dohle brütete westlich und nördlich des UG in umliegenden Siedlungsbereichen von Bertange mit je einem Brutpaar an Gebäuden. Die dortigen Brutvögel nutzten insbesondere auch die Offenlandflächen im UG regelmäßig zur Nahrungssuche.</p>\n<p class=\"lf-p\">Status im UG ☐ Brutvogel ☒ Randsiedler ☒ Nahrungsgast ☐ Rastvogel ☐ Ziehend / überfliegend Bestand im UG Randsiedler: 2 BP Bedeutung des UG ☐ Essenzielle Nutzung ☒ Regelmäßige Nutzung ☐ Sporadische Nutzung Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 47 3.1.4.14 Haussperling (Passer domesticus) Bestand LUX Passer domesticus Hausspatz Haussperling House sparrow Moineau domestique 30.000–35.000 RL LUX V VS-RL Status – EHZ LUX U1 Jahreszeitliches Auftreten der Art in Luxemburg:</p>\n<p class=\"lf-p\">JAN FEB MÄR APR MAI JUN JUL AUG SEP OKT NOV DEZ Artportrait Der Haussperling ist als typischer Kulturfolger im Siedlungsraum anzutreffen. Er besiedelt sowohl den urbanen wie den ländlichen Raum und ist an ein Leben in der Nähe des Menschen angepasst. Die höchsten Dichten erreicht die Art im Umfeld von Viehhaltungen. Der Haussperling ernährt sich traditionell hauptsächlich von Sämereien, die er am Boden in Wiesen, Brachen und Ruderalflächen sucht. Daneben verzehrt er zur Brutzeit auch Insekten und deren Larven. Im Siedlungsumfeld ist die Art zum Allesfresser geworden und frisst speziell auch menschliche Abfälle. Haussperlinge brüten an unterschiedlichsten Standorten, meist in Höhlen oder Nischen an Gebäuden, teils in Nistkästen oder Baumhöhlen, gelegentlich baut er auch Freinester. Üblich sind 2–3 Jahresbruten mit 4–6 Eiern.</p>\n<p class=\"lf-p\">Das natürliche Verbreitungsgebiet des Haussperlings umfasste weite Teile der Paläarktis von Nordafrika bis Ostasien. Durch menschliche Verfrachtung ist die Art mittlerweile global verbreitet und sowohl in Amerika, Südafrika, wie auch Australien und Neuseeland als Neozoon etabliert. Die Art ist Standvogel und in Luxemburg ganzjährig im Siedlungsumfeld zu beobachten.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erläuterungen zu Bestand, Entwicklung und Gefährdung Der Bestand des Haussperlings ist in Mitteleuropa lang- und kurzfristig rückläufig, was vor allem auf die Urbanisierung ländlicher Gebiete, den Verlust kleinbäuerlicher Strukturen und Aufgabe der privaten Viehhaltung zurückzuführen ist. In jüngerer Vergangenheit haben zudem Gebäudesanierungen und moderne Bauweisen dafür gesorgt, dass das Angebot an Brutplätzen zurückgeht.</p>\n<p class=\"lf-p\">Auftreten im Untersuchungsgebiet Der Haussperling brütete in umliegenden Siedlungsbereichen mit insgesamt sechs Brutpaaren. Speziell im Westen wurden die Ackerflächen z.T. auch zur Nahrungssuche regelmäßig genutzt. Innerhalb des UG befinden sich aber keine Strukturen, die von der Art zur Brut genutzt wurden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Status im UG ☐ Brutvogel ☒ Randsiedler ☒ Nahrungsgast ☐ Rastvogel ☐ Ziehend / überfliegend Bestand im UG Randsiedler: 6 BP Bedeutung des UG ☐ Essenzielle Nutzung ☒ Regelmäßige Nutzung ☐ Sporadische Nutzung Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 48 3.1.4.15 Girlitz (Serinus serinus) Bestand LUX Serinus serinus Girrelitz Girlitz European serin Serin cini 1.000–2.000 RL LUX V VS-RL Status – EHZ LUX U1 Jahreszeitliches Auftreten der Art in Luxemburg:</p>\n<p class=\"lf-p\">JAN FEB MÄR APR MAI JUN JUL AUG SEP OKT NOV DEZ Artportrait Der Girlitz ist ein Bewohner klimatisch begünstigter, offener Landschaften und ländlicher Siedlungsräume. Er bevorzugt Ruderale, Brachen, schüttere Agrarflächen und Magerwiesen zur Nahrungssuche und benötigt eingestreute Gebüsche und Gehölze als Brutstätten und Singwarten. Die Art führt teils weiträumige Singflüge um ihren Brutplatz durch. Der Girlitz ernährt sich vorwiegend von pflanzlicher Kost, insbesondere Pflanzenteile und Sämereien von Stauden, die er meist vom Boden aufliest. Im Sommer und zur Jungenaufzucht sind auch Insekten Teil des Nahrungsspektrums. Der Girlitz brütet 1–2-mal pro Jahr mit durchschnittlich 4–5 Eiern.</p>\n<p class=\"lf-p\">Das Verbreitungsgebiet des Girlitzes hat sich im 20. Jahrhundert stark ausgedehnt und beinhaltet heute große Teile der Westpaläarktis vom Mittelmeerraum Nordafrikas und Südeuropas bis Kleinasien und fast ganz Kontinentaleuropa bis Westrussland mit Ausnahme Skandinaviens. In Mitteleuropa ist die Art Kurzstreckenzieher und überwintert im Mittelmeerraum. In Luxemburg ist der Girlitz als Brutvogel in den Sommermonaten vor allem in tieferen Lagen und an exponierten Standorten anzutreffen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erläuterungen zu Bestand, Entwicklung und Gefährdung Der Bestand des Girlitzes ist nach starken Zunahmen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts regional wieder rückläufig. Als Ursache können Lebensraumveränderungen in ländlichen Siedlungshabitaten genannt werden. Zudem sorgen der Herbizideinsatz im Agrarbereich und der Wegfall von Ackerrandstreifen mit typischen Ackerbeikräutern für eine schlechtere Nahrungssituation für die Art.</p>\n<p class=\"lf-p\">Auftreten im Untersuchungsgebiet Der Girlitz besetzte im Westen des UG ein Revier im Siedlungsbereich von Bertrange. Aufgrund der räumlichen Nähe zum UG ist davon auszugehen, dass auch die umliegenden Offenlandbereiche, insbesondere auch Ackerrandstreifen und Ruderalvegetationen, regelmäßig zur Nahrungssuche aufgesucht werden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Status im UG ☐ Brutvogel ☒ Randsiedler ☒ Nahrungsgast ☐ Rastvogel ☐ Ziehend / überfliegend Bestand im UG Randsiedler: 1 BP Bedeutung des UG ☐ Essenzielle Nutzung ☒ Regelmäßige Nutzung ☐ Sporadische Nutzung Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 49 3.1.4.16 Stieglitz (Carduelis carduelis) Bestand LUX Carduelis carduelis Dëschtelpéckchen Stieglitz Euopean goldfinch Chardonneret élégant 3.000–6.000 RL LUX * VS-RL Status – EHZ LUX U1 Jahreszeitliches Auftreten der Art in Luxemburg:</p>\n<p class=\"lf-p\">JAN FEB MÄR APR MAI JUN JUL AUG SEP OKT NOV DEZ Artportrait Der Stieglitz, auch Distelfink genannt, ist ein Brutvogel des strukturierten Offenlands mit eingestreuten Gehölzen, auch Waldränder, Siedlungen, Parks und Industriebrachen, werden zur Brut genutzt. Die teils räumlich getrennten Nahrungsflächen sind vor allem Ruderalflächen, Brachen, Gärten und Randstrukturen in Siedlungen und Agrarland. Dort sucht die Art meist am Boden nach Nahrung, die sich aus verschiedenen Kleinsämereien von Stauden, bzw. zur Brutzeit auch aus Insekten, zusammensetzt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Der Stieglitz baut sein Nest erhöht in Baumkronen oder Sträuchern und nutzt die Baumkronen auch als Singwarten. Meist werden 2 Jahresbruten durchgeführt mit 4–6 Eiern.</p>\n<p class=\"lf-p\">Das Verbreitungsgebiet des Stieglitzes umfasst große Teile der Westpaläarktis über Nordafrika, Kontinentaleuropa bis Südskandinavien, im Osten bis Vorderasien und Zentralasien. Der Stieglitz ist in Mitteleuropa meist Jahresvogel, nördliche Populationen überwintern teils im Mittelmeerraum. In Luxemburg ist die Art ganzjährig in allen Landesteilen zu beobachten, am häufigsten im ländlichen Raum.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erläuterungen zu Bestand, Entwicklung und Gefährdung Der Stieglitz ist in seinem Bestand aktuell nicht gefährdet, regional schwankt die Bestandsentwicklung aber stark. Insbesondere in Regionen mit intensiver Landwirtschaft ist die Art deutlich zurückgegangen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Vor allem der Wegfall von Brachen und Randstrukturen im Agrarraum durch Flächenzusammenlegung und intensivere Bewirtschaftung sind für die Art problematisch.</p>\n<p class=\"lf-p\">Auftreten im Untersuchungsgebiet Der Stieglitz brütete im südlichen UG mit einem Brutpaar in Gehölzen an der Böschung zur City Concorde. Weitere drei Brutpaare wurden unmittelbar außerhalb der UG-Grenzen am nördlichen und nordwestlichen Siedlungsrand zu Bertrange registriert.</p>\n<p class=\"lf-p\">Status im UG ☒ Brutvogel ☒ Randsiedler ☐ Nahrungsgast ☐ Rastvogel ☐ Ziehend / überfliegend Bestand im UG Bedeutung des UG ☒ Essenzielle Nutzung ☐ Regelmäßige Nutzung ☐ Sporadische Nutzung 1 BP zzgl. Randsiedler: 3 BP Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 50 3.1.4.17 Bluthänfling (Linaria cannabina) Bestand LUX Linaria cannabina Fluessfénk Bluthänfling Linnet Linotte mélodieuse 5.000–8.000 RL LUX V VS-RL Status – EHZ LUX U1 Jahreszeitliches Auftreten der Art in Luxemburg:</p>\n<p class=\"lf-p\">JAN FEB MÄR APR MAI JUN JUL AUG SEP OKT NOV DEZ Artportrait Der Bluthänfling bewohnt das strukturierte Offenland mit Gebüschen und Hecken. Er nutzt vielfältige Lebensräume wie Siedlungsrandlagen, Gartenlandschaften, Weinberge, verkrautete Ackerrandstreifen bzw. verbuschte Waldränder als Brutstandorte. Zur Nahrungssuche bevorzugt er offene Landschaften mit Brach- und Ruderalflächen oder extensive Anbauflächen, wo er meist am Boden nach Nahrung sucht. Meist werden Samen und Pflanzenteile verschiedener krautiger Pflanzen oder Getreidekörner verzehrt, zur Brutzeit aber auch Insekten. Der Bluthänfling baut sein Nest in Gebüsche und Gehölze oder die dichte Krautschicht, gerne auch in Koniferen. Er macht meist 2–3 Jahresbruten mit 4–6 Eiern.</p>\n<p class=\"lf-p\">Das Verbreitungsgebiet umfasst große Teile der Westpaläarktis von Nordafrika über weite Teile Europas (außer Nordskandinavien) und Vorderasien bis Zentralrussland. In weiten Teilen des Verbreitungsgebiets ist die Art Kurzstreckenzieher und überwintert im Mittelmeerraum. In Luxemburg ist die Art ganzjährig zu beobachten, im Herbst und Winter sammeln sich oft größere Trupps in Agrarlandschaften.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erläuterungen zu Bestand, Entwicklung und Gefährdung Der Bluthänfling ist global in seinem Bestand nicht gefährdet, jedoch wurden in Mitteleuropa regional teils starke lang- und kurzfristige Abnahmen dokumentiert. Die Art ist stark abhängig von einer artenund strukturreichen Kulturlandschaft mit Ackerbeikräutern, Brachen und Randstreifen, die aber im Zuge der Intensivierung der Landwirtschaft durch größere Anbauflächen, Monokulturen und Herbizideinsatz mehr und mehr verloren gehen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Auftreten im Untersuchungsgebiet Der Bluthänfling besiedelte innerhalb des UG die gebüschbestandenen Böschungsbereiche der City Concorde im Süden mit zwei Brutpaaren. Ein weiteres Revier wurde unmittelbar westlich an das UG angrenzend in Gartenstrukturen festgestellt. Weite Teile des UG, insbesondere Grünlandflächen, Randstrukturen, Brachen/Ruderale wurden durch die Art auch regelmäßig zur Nahrungssuche genutzt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Status im UG ☒ Brutvogel ☒ Randsiedler ☐ Nahrungsgast ☐ Rastvogel ☐ Ziehend / überfliegend Bestand im UG Bedeutung des UG ☒ Essenzielle Nutzung ☐ Regelmäßige Nutzung ☐ Sporadische Nutzung 2 BP zzgl. Randsiedler: 1 BP Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 51 3.1.4.18 Goldammer (Emberiza citrinella) Emberiza citrinella Bestand LUX 10.000–15.000 Gielemännchen Goldammer Yellowhammer Bruant jaune RL LUX V VS-RL Status – EHZ LUX U1 Jahreszeitliches Auftreten der Art in Luxemburg:</p>\n<p class=\"lf-p\">JAN FEB MÄR APR MAI JUN JUL AUG SEP OKT NOV DEZ Artportrait Die Goldammer ist eine Brutvogelart der offenen und halboffenen Landschaft mit eingestreuten Feldgehölzen und Gebüschen. Von Ortsrandlagen mit Gartenlandschaften, Agrarräumen bis Waldlichtungen wird eine Vielzahl von Habitaten besiedelt. Die Art sucht vorwiegend am Boden nach Nahrung, neben Äckern werden auch kurzrasige Wiesen, Ruderale und Brachflächen gezielt aufgesucht.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Goldammer ernährt sich vor allem von pflanzlicher Nahrung, insbesondere Samen von Wildkräutern und Getreidekörnern, aber auch Insekten. Ihr Nest baut sie meist am Boden oder bodennah in dichten Gebüschen, sie brütet 2–3mal jährlich mit durchschnittlich 3–5 Eiern.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Brutgebiete der Goldammer erstrecken sich über weite Teile Europas bis Zentralasien, von der nördlichen Iberischen Halbinsel bis Nordskandinavien und nach Osten bis Zentralsibirien. Die Art ist Standvogel bzw. Kurzstreckenzieher und überwintert auch in Luxemburg, teils in größeren Trupps in der Agrarlandschaft.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erläuterungen zu Bestand, Entwicklung und Gefährdung Der Bestand der Goldammer ist weltweit ungefährdet, jedoch in Mitteleuropa insbesondere in jüngerer Vergangenheit deutlich rückläufig. Die Ursachen dafür liegen in großen Lebensraumveränderungen in der Kulturlandschaft, insbesondere auch im Verlust von Randstrukturen in Agrarräumen und den großflächigen Anbauformen mit Monokulturen und Pestizideinsatz. Vor allem stark ausgeräumte Agrarlandschaften sind für die Art problematisch.</p>\n<p class=\"lf-p\">Auftreten im Untersuchungsgebiet Im Untersuchungsjahr wurden drei Reviere der Goldammer in strukturierten Offenlandbereichen im Südwesten und Westen des UG festgestellt. Auch umliegende Grünlandbereiche, Ruderale, Randstreifen und Ackerflächen wurden durch die Art zur Nahrungssuche aufgesucht.</p>\n<p class=\"lf-p\">Status im UG ☒ Brutvogel ☐ Randsiedler ☐ Nahrungsgast ☐ Rastvogel ☐ Ziehend / überfliegend Bestand im UG 3 BP Bedeutung des UG ☒ Essenzielle Nutzung ☐ Regelmäßige Nutzung ☐ Sporadische Nutzung Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 52 3.2 Ergebnisse zu Fledermäusen 3.2.1 Ergebnisse Quartierpotenzialerfassung Insgesamt wurden lediglich zwei potenziell geeignete Quartierstrukturen in der Untersuchungsfläche sowie einem Puffer im Randbereich kartiert, siehe Abbildung 14.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Gehölze im UG und entlang der Böschung zur City Concorde sind überwiegend noch jünger und weisen daher noch keine beträchtlichen Höhlen auf. Auch die uferbegleitenden Gehölze der Pétrusse sind überwiegend nicht als Quartiere geeignet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die beiden kartierten Quartierstrukturen sind ebenfalls nur mäßig und bieten maximal Eignung als Zwischenquartier oder Tagesquartier für Einzelindividuen kleinerer Arten (z.B.</p>\n<p class=\"lf-p\">Zwergfledermaus).</p>\n<p class=\"lf-p\">Die anthropogenen Strukturen im UG (Umspannwerk, Strommasten, u.ä.) bieten ebenfalls kein Quartierpotenzial.</p>\n<p class=\"lf-p\">Abbildung 14: Quartierstrukturen im Untersuchungsgebiet Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 53 3.2.2 Ergebnisse Detektorbegehungen Im UG und dem direkten Umfeld wurden insgesamt 172 Kontakte detektiert, siehe Tabelle 9.</p>\n<p class=\"lf-p\">Eine kartografische Darstellung aller Kontakte ist in Abbildung 15 zu finden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Tabelle 9: Nachgewiesene Fledermausarten während der Detektorbegehungen Deutscher Name Wissenschaftlicher Name RL LUX Anhang FFH-RL EHZ LUX Anzahl Kontakte im UG Zwergfledermaus Pipistrellus pipistrellus V IV FV 146 Kleiner Abendsegler Nyctalus leisleri 2 IV U1 19 Nyctaloid, unbestimmt Nyctalus spec. / Eptesicus spec. ?</p>\n<p class=\"lf-p\">IV U1/U2 2 Kleine Bartfledermaus / Große Bartfledermaus Myotis mystacinus / Myotis brandtii 2/1 IV XX 1 Wimperfledermaus Myotis emarginatus 1 II/IV U1 1 Großes Mausohr Myotis myotis 2 II/IV U1 1 Myotis, unbestimmt Myotis spec. ?</p>\n<p class=\"lf-p\">II(?) / IV ?</p>\n<p class=\"lf-p\">1 Breitflügelfledermaus Eptesicus serotinus 3 IV U1 1 allem jagende Im UG wurden bei Detektorbegehungen vor Zwergfledermäuse nachgewiesen, die überwiegend strukturgebunden entlang von Gehölzen jagten.</p>\n<p class=\"lf-p\">Insbesondere das Vegetationsband entlang der Pétrusse, Gärten/Parkanlagen und Siedlungsrandbereiche wurden durch die Art genutzt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Daneben sind auch Nyctaloide regelmäßig nachgewiesen worden. Für Kleine Abendsegler wurden regelmäßig strukturgebundene Jagd an Gehölzgruppen dokumentiert, jedoch auch mehrere Jagdflüge in Offenlandbereichen im freien Luftraum. Die Breitflügelfledermaus wurde einmalig am nördlichen Siedlungsrand detektiert.</p>\n<p class=\"lf-p\">Myotis-Arten wurden nur mit Einzelnachweisen erfasst: Bartfledermäuse, Großes Mausohr und Wimperfledermaus waren jeweils einmalig nachgewiesen an Strukturen im UG.</p>\n<p class=\"lf-p\">Im Rahmen von Ausflugzählungen wurden die umliegenden Siedlungsbereiche und geeignete Quartierstrukturen im UG auf Quartiernutzung überprüft. Zur Ausflugzeit konnten allerdings keine relevanten Beobachtungen ausfliegender Fledermäuse gemacht werden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 54 Abbildung 15: Ergebnisse der Fledermaus-Detektorbegehungen Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 55 3.2.3 Ergebnisse der ganznächtlichen Fledermauserfassung Im Folgenden werden die Ergebnisse für die ganznächtliche, automatisierte Fledermauserfassung dargestellt. Es wurde an 12 Standorten über insgesamt 17 Nächte erfasst1, insgesamt wurden 153 komplette Nächte ausgewertet. Details sind den einzelnen Tabellen für die jeweiligen Standorte zu entnehmen.</p>\n<p class=\"lf-p\">In den folgenden Tabellen und Abbildungen werden die Aktivitäten alle erfassten Arten bzw.</p>\n<p class=\"lf-p\">Gilden für nicht näher bestimmbare Rufer (Nyctaloid, Myotis, Langohren, Bartfledermäuse) in ihrer zeitlichen Ausdehnung (in Sekunden) dargestellt. Die Regelmäßigkeit der Nutzung ist für die jeweiligen Arten und Standorte tabellarisch angegeben (r: regelmäßig, ur: unregelmäßig).</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Gesamtaktivität an jedem Standort ist entsprechend der in 2.2.3 definierten Grenzwerte bewertet.</p>\n<p class=\"lf-p\">3.2.3.1 Standort BERT1: Strukturiertes Offenland, SW-Ecke des UG 20.0 Breitflügelfledermaus ur 1.3 Nyctaloid, unbestimmt ur 0.9 Zwergfledermaus r 1603.9 # Rufe # Aufnahmen ∑ Sekunden 1 2.2 10.1 1.9 10.08.2021 r 09.08.2021 Kleiner Abendsegler 18.07.2021 0.9 2.1 17.07.2021 ur 16.07.2021 Myotis, unbestimmt 15.07.2021 1.9 4.3 10.06.2021 ur 09.06.2021 Wimperfledermaus 24.05.2021 5.7 23.05.2021 ur 22.05.2021 20.05.2021 Bartfledermäuse 21.05.2021 Art Status Tabelle 10: Ergebnisse ganznächtliche Fledermauserfassung am Standort BERT1 Ø 1.9 2.0 2.5 0.5 0.9 12.5 4.2 5.2 2.7 1.4 10.6 37.8 4.9 2.6 0.1 4.2 1.9 8.3 0.1 2.8 0.5 1.3 0.4 150.4 614.0 211.8 17.1 28.2 55.1 52.5 58.8 10.0 10.3 9.6 217.1 10860 0 1127 4807 1733 94 162 432 578 502 165 82 73 1586 932 0 108 317 106 24 36 127 227 124 46 23 11 160 hoch 1634.6 0.0 164.9 625.2 217.5 19.8 31.7 65.8 90.3 65.9 25.0 17.1 13.4 228.5 Ein Teil der Nächte wurde bedingt durch z.B. technische Ausfälle, Nachholzeiten nur an einem Teil der Standorte absolviert. In den jeweiligen standortbezogenen Tabellen sind alle Aufnahmetage dargestellt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 56 3.2.3.2 Standort BERT2: Offenland nahe bewaldeter Böschung, südliches UG 12.8 10.08.2021 r 1.9 36.2 21.5 8.7 4.2 10.3 2.1 1.2 4.4 0.6 1.7 0.6 7.6 9.3 6.2 11.0 12.3 0.9 15.5 # Rufe 98 0 62 32 48 184 75 121 31 72 # Aufnahmen 45 0 17 7 17 51 31 29 10 23 30.5 0.0 13.5 8.3 12.9 48.5 22.4 27.1 8.6 19.1 10.08.2021 1.5 09.08.2021 ur Zwergfledermaus Ø 09.08.2021 Nyctaloid, unbestimmt 10.06.2021 ur 09.06.2021 Breitflügelfledermaus 4.3 24.05.2021 16.1 23.05.2021 r 22.05.2021 20.05.2021 Kleiner Abendsegler 21.05.2021 Art Status Tabelle 11: Ergebnisse ganznächtliche Fledermauserfassung am Standort BERT2 Ø sehr gering ∑ Sekunden 3.2.3.3 Standort BERT3: Offenlandbereich mit Weidefläche, zentrales UG 0.6 Nyctaloid, unbestimmt ur 2.6 Zwergfledermaus r 1.4 4.1 18.07.2021 ur 1.7 17.07.2021 Breitflügelfledermaus 6.0 16.07.2021 r 15.07.2021 24.05.2021 6.3 ur Kleiner Abendsegler 10.06.2021 23.05.2021 3.6 Bartfledermäuse 09.06.2021 22.05.2021 21.05.2021 5.0 Art Status 20.05.2021 Tabelle 12: Ergebnisse ganznächtliche Fledermauserfassung am Standort BERT3 1.1 1.9 0.9 17.9 0.5 1.4 3.5 &lt; 0.1 0.5 0.2 72.1 5.9 53.6 35.9 28.9 21.6 163.1 50.8 66.6 3.6 6.6 37.3 48.3 45.7 # Rufe 310 35 267 168 146 202 1467 312 443 22 35 303 274 307 # Aufnahmen 88 4 68 44 43 24 99 44 53 4 5 60 40 44 5.9 61.9 39.5 35.2 27.4 164.5 51.7 67.7 3.6 ∑ Sekunden sehr gering 78.1 6.6 57.1 50.2 50.0 Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 57 3.2.3.4 Standort BERT4: Westlicher Gehölzstreifen am Ufer der Pétrusse ur 0.9 Zwergfledermaus r 1173.5 0.5 98.6 55.0 20.9 1.9 1.0 7.6 0.5 2.1 0.5 0.0 1.4 2.3 14.3 9.9 7.6 42.6 0.6 2.4 55.9 2.2 37.0 21.3 16.3 0.9 0.4 4.0 39.4 44.6 1317.2 17.4 8575 421 3710 3706 823 1408 1455 235 8691 93 71 714 1349 2404 1937 160 704 832 179 463 350 62 1033 28 23 131 165 467 1587.7 101.5 634.9 690.2 161.5 313.2 274.9 46.6 1326.9 19.7 15.3 115.2 184.1 420.9 18.07.2021 0.2 17.07.2021 1.9 69.9 536.4 611.4 159.3 274.3 243.6 # Aufnahmen sehr hoch 31.7 Ø &lt; 0.1 0.5 # Rufe ∑ Sekunden 10.08.2021 Nyctaloid, unbestimmt 09.08.2021 314.6 18.07.2021 r 17.07.2021 Kleiner Abendsegler 16.07.2021 ur 15.07.2021 ur Myotis, unbestimmt 10.06.2021 Wimperfledermaus 09.06.2021 r 24.05.2021 Bartfledermäuse 23.05.2021 ur 22.05.2021 Wasserfledermaus 21.05.2021 Art Status 20.05.2021 Tabelle 13: Ergebnisse ganznächtliche Fledermauserfassung am Standort BERT4 9.0 100.9 174.3 364.0 3.2.3.5 Standort BERT5: Strukturiertes Offenland, zentrales UG 10.08.2021 09.08.2021 16.07.2021 10.06.2021 09.06.2021 24.05.2021 23.05.2021 22.05.2021 21.05.2021 Ø 10.5 0.9 Art Status 20.05.2021 Tabelle 14: Ergebnisse ganznächtliche Fledermauserfassung am Standort BERT5 Bartfledermäuse ur Kleiner Abendsegler r Breitflügelfledermaus ur 1.2 0.1 Nyctaloid, unbestimmt</p>\n<p class=\"lf-p\">ur 2.3 0.2 Zwergfledermaus r # Aufnahmen sehr gering 0.9 1.6 18 # Rufe ∑ Sekunden 6.5 3.2 0.9 4.5 0.5 0 2 10 2 0 0 2.1 8.2 2.2 1.1 1.8 1.0 8.5 15.7 2.5 19 8 32 65 143 25 17 0 2 7 2 0 0 7 7 16 9 23 8 8.1 0.0 0.9 3.7 0.9 0.0 0.0 5.6 3.9 9.2 12.0 26.2 5.9 Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 58 3.2.3.6 Standort BERT6: Gewässerumfeld Pétrusse mit Gehölzen im östlichen UG 80.2 0.3 21.7 5.4 r Breitflügelfledermaus ur Nyctaloid, unbestimmt ur 1.1 Zwergfledermaus r 89.9 111.4 58.7 Mopsfledermaus ur 09.08.2021 18.07.2021 17.07.2021 16.07.2021 15.07.2021 10.08.2021 6.2 0.3 Ø 1.4 0.2 16.7 2.5 1.4 0.1 4.7 34.0 1.9 0.1 2.3 0.3 1.4 213.9 53.7 0.5 2.4 Kleiner Abendsegler 10.06.2021 ur 0.6 09.06.2021 Myotis, unbestimmt 24.05.2021 r 23.05.2021 Bartfledermäuse 22.05.2021 ur 21.05.2021 Wasserfledermaus 20.05.2021 Art Status Tabelle 15: Ergebnisse ganznächtliche Fledermauserfassung am Standort BERT6 2.5 31.0 15.7 147.1 2.8 1.0 82.9 36.7 1.0 6.3 6.6 2.3 0.5 84.5 16.2 49.1 52.3 14.6 5.8 0.9 0.5 # Rufe 961 782 333 661 168 776 560 207 41 29 10 6 95 356 # Aufnahmen 490 329 161 323 102 216 123 86 22 13 6 6 656 195 gering 172.4 134.4 65.0 121.7 31.9 199.2 138.0 52.3 12.1 7.6 2.8 2.8 242.7 91.0 09.08.2021 0.5 &lt; 0.1 Ø ∑ Sekunden 3.2.3.7 Standort BERT7: Gehölzgruppe im nordöstlichen UG 10.08.2021 18.07.2021 17.07.2021 16.07.2021 15.07.2021 24.05.2021 23.05.2021 22.05.2021 21.05.2021 Art Status 20.05.2021 Tabelle 16: Ergebnisse ganznächtliche Fledermauserfassung am Standort BERT7 Bartfledermäuse ur Kleiner Abendsegler r Breitflügelfledermaus ur Nyctaloid, unbestimmt r 18.3 Zwergfledermaus r 880.7 209.0 334.6 961.9 27.4 194.9 215.6 329.8 40.0 775.6 47.3 365.2 # Rufe 4421 841 1720 4409 167 1234 1272 2348 234 4117 246 1910 # Aufnahmen 898 250 271 757 18 193 220 314 48 2068 131 470 ∑ Sekunden 1.1 61.7 20.2 14.0 26.2 0.5 2.8 0.1 1.7 6.6 12.1 0.9 0.9 2.8 0.1 6.0 sehr hoch 960.7 230.1 352.4 994.0 0.5 0.5 27.4 195.4 218.8 331.4 0.9 2.7 42.5 782.2 47.3 380.2 Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 59 3.2.3.8 Standort BERT8: Randbereiche Gewerbegebiet City Concorde, SO-Ecke UG r 10.1 Breitflügelfledermaus ur Nyctaloid, unbestimmt ur Zwergfledermaus r 0.3 10.08.2021 Kleiner Abendsegler 09.08.2021 0.9 18.07.2021 ur 17.07.2021 Großer Abendsegler 16.07.2021 ur 15.07.2021 Bartfledermäuse 10.06.2021 09.06.2021 24.05.2021 23.05.2021 22.05.2021 21.05.2021 Art Status 20.05.2021 Tabelle 17: Ergebnisse ganznächtliche Fledermauserfassung am Standort BERT8 Ø 2.3 0.2 0.5 12.5 0.1 3.0 6.1 1.1 9.9 5.1 0.5 0.5 1.0 0.9 3.3 0.9 8.6 0.1 1.2 49.0 1.5 # Rufe 187 5 28 713 33 1386 1393 395 339 2253 733 455 1923 757 # Aufnahmen 65 3 15 254 12 246 269 102 94 453 224 64 220 156 mittel 49.0 1.5 ∑ Sekunden 9.0 193.0 8.9 239.4 270.5 54.3 49.7 334.3 110.9 75.1 317.3 131.8 9.0 193.0 8.9 259.0 283.9 62.4 56.5 336.4 121.8 76.0 319.6 136.7</p>\n<p class=\"lf-p\">3.2.3.9 Standort BERT9: Siedlungsrandbereiche Bertrange, NO-Ecke UG Zwergfledermaus r 13.8 Rauhhautfledermaus ur 10.08.2021 1.4 2.2 09.08.2021 r 18.07.2021 Nyctaloid, unbestimmt 17.07.2021 2.8 16.07.2021 r 15.07.2021 Kleiner Abendsegler 10.06.2021 ur 09.06.2021 Myotis, unbestimmt 24.05.2021 2.7 23.05.2021 ur 22.05.2021 20.05.2021 Bartfledermäuse 21.05.2021 Art Status Tabelle 18: Ergebnisse ganznächtliche Fledermauserfassung am Standort BERT9 Ø 10.2 15.9 2.4 1.8 0.2 0.6 2.0 8.4 2.8 45.2 18.0 1.4 33.3 1.7 30.4 1.9 16.4 6.2 30.1 5.1 6.9 59.3 0.5 20.3 14.3 14.2 5.6 6.6 10.0 21.7 22.1 67.7 34.1 46.5 36.4 23.8 0.8 0.1 # Rufe 102 34 27 146 23 335 168 114 280 326 409 287 390 203 # Aufnahmen 28 17 8 46 8 159 62 40 122 97 155 53 114 70 ∑ Sekunden sehr gering 20.8 10.5 7.0 34.6 5.7 82.2 37.2 25.0 71.8 67.7 93.4 57.2 88.6 46.3 Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 60 3.2.3.10 Standort BERT10: Strukturiertes Offenland nahe Pétrusse, NW-Ecke UG Zwergfledermaus r 104.7 5.7 0.3 4.1 2.2 4.9 2.2 16.9 509.5 1.9 4.3 3.5 2.6 108.6 60.0 64.1 12.6 2.8 4.1 10.08.2021 5.0 15.6 68.2 117.6 11.4 09.08.2021 0.5 r 3.5 18.07.2021 ur Nyctaloid, unbestimmt 6.3 17.07.2021 15.6 16.07.2021 r Breitflügelfledermaus 15.07.2021 Kleiner Abendsegler 10.06.2021 ur 0.5 09.06.2021 Myotis, unbestimmt 1.7 24.05.2021 3.5 23.05.2021 r 22.05.2021 20.05.2021 Bartfledermäuse 21.05.2021 Art Status Tabelle 19: Ergebnisse ganznächtliche Fledermauserfassung am Standort BERT10 43.2 2.2 0.2 2.8 17.9 0.5 4.1 0.9 Ø 0.8 0.9 0.5 14.5 377.6 365.4 22.7 28.5 20.3 13.2 15.0 12.7 79.8 # Rufe 460 0 363 81 0 3638 3501 181 165 116 82 184 4526 1023 # Aufnahmen 178 0 101 28 0 1295 1207 57 42 39 25 34 360 259 ∑ Sekunden mittel 129.2 0.0 77.9 21.1 0.0 574.3 546.8 42.2 34.4 30.6 18.2 32.4 524.4 156.3 3.2.3.11 Standort BERT11: Gartenbereiche am Nordrand UG &lt; 0.1 Kleiner Abendsegler r Breitflügelfledermaus ur Nyctaloid, unbestimmt r 7.0 0.9 Zwergfledermaus r 30.6 5.7 18.1 60.7 1.4 # Rufe 192 27 142 331 # Aufnahmen 79 4 46 77 ∑ Sekunden 10.08.2021 ur 09.08.2021 Großes Mausohr 18.07.2021 1.2 17.07.2021 r 16.07.2021 Bartfledermäuse 15.07.2021 ur 10.06.2021 Wasserfledermaus 09.06.2021 24.05.2021 23.05.2021 22.05.2021 21.05.2021 Art Status 20.05.2021 Tabelle 20: Ergebnisse ganznächtliche Fledermauserfassung am Standort BERT11 3.7 17.7 12.6 6.8 4.3 5.0 0.3 8.5 19.9 0.5 7.2 0.5 54.0 39.0 19.9 3.2 0.9 10.2 0.6 sehr gering 55.3 5.7 1.1 18.0 12.9 1.9 3.5 1.2 4.0 3.6 &lt; 0.1 8.5 3.5 0.5 1.9 Ø 13.6 0.1 3.2 0.9 4.3 2.3 2.0 24.5 44.1 30.2 12.3 71.7 17.0 24.7 5 192 144 260 245 229 169 576 227 211 4 146 103 63 52 27 35 101 47 60 33.4 69.8 1.9 74.4 53.9 53.1 55.1 37.4 32.2 91.9 41.4 46.6 Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 61 3.2.3.12 Standort BERT12: Siedlungsrandbereiche Bertrange am Westrand des UG</p>\n<p class=\"lf-p\">4.2 Nyctaloid, unbestimmt r 74.1 2.8 5.7 Zwergfledermaus r 17.6 2.6 4.2 10.08.2021 ur 2.0 1.2 2.2 0.0 0.3 4.7 0.3 117.5 43.3 31.2 1.9 1.0 2.3 19.4 50.9 2.0 2.4 125.5 2.9 15.8 Ø 0.3 0.8 17.7 4.4 09.08.2021 Breitflügelfledermaus 11.8 18.07.2021 96.5 17.07.2021 r 16.07.2021 ur Kleiner Abendsegler 15.07.2021 Großer Abendsegler 14.06.2021 ur 13.06.2021 Myotis, unbestimmt 6.1 12.06.2021 ur 3.1 11.06.2021 Großes Mausohr 10.06.2021 ur 09.06.2021 Bartfledermäuse 24.05.2021 23.05.2021 22.05.2021 21.05.2021 Art Status 20.05.2021 Tabelle 21: Ergebnisse ganznächtliche Fledermauserfassung am Standort BERT12 0.3 0.3 41.4 5.5 10.4 0.0 0.5 0.9 27.0 12.7 5.5 9.0 2.5 2.2 6.2 1.9 1.4 261.7 162.1 108.7 49.1 70.8 41.2 50.5 17.5 15.7 4.0 5.5 55.1 1.4 8.8 14.7 1.9 23.8 0.5 13.1 # Rufe 658 0 62 74 30 1810 2621 1526 1109 439 618 300 405 172 138 24 0 587 # Aufnahmen 317 0 29 46 10 656 723 441 359 108 173 42 65 54 25 8 10 180 192.3 0.0 17.2 25.5 7.5 268.2 367.7 220.8 163.2 61.3 90.5 49.5 77.2 40.3 23.7 5.4 6.7 95.1 ∑ Sekunden gering Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 62 3.2.3.13 Vergleich aller Standorte Abbildung 16: Ergebnisse der ganznächtlichen Fledermauserfassungen. Vergleich aller Standorte.</p>\n<p class=\"lf-p\">Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 63 Im Vergleich aller untersuchten Standorte ist eine recht inhomogene Verteilung der Aktivität von Fledermäusen zu erkennen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Es offenbaren sich Teilbereiche mit sehr hoher Aktivität entlang des Laufs der Pétrusse mit ihrer uferbegleitenden Vegetation, sowie an benachbarten Gehölz- und Gebüschstrukturen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Auch die strukturierten Offenlandbereiche im Südwesten sind intensiv genutzt. Deutlich geringere Gesamtaktivitäten wurden im strukturärmeren Agrarland registriert und auch Siedlungsränder werden nur geringfügig frequentiert.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Artzusammensetzung ist an allen Aufzeichnungsstandorten bis auf sporadisch auftretende Arten vergleichbar. Als regelmäßige Arten sind überall die Zwergfledermaus und der Kleine Abendsegler aufgetreten. Die Nutzungsmuster beider Arten deuten an manchen Standorten auf Nahrungssuche, an anderen auf bloße Überflüge. Die Zwergfledermaus erreicht z.T. hohe Jagdaktivität, die sich vor allem am westlichen Teil der Pétrusse, dem strukturierten Offenland im Südwesten des UG sowie an einer Gehölzgruppe nahe der Pétrusse in östlichen Teil (Umfeld des Umspannwerks) konzentriert.</p>\n<p class=\"lf-p\">Für den Kleinen Abendsegler sind insbesondere die Bereiche entlang der Pétrusse und umgebende Vegetationsbereiche mit Gehölzen zur Jagd genutzt worden. Im Offenland hingegen wurden nur minimale Aktivitäten verzeichnet (Transferflüge).</p>\n<p class=\"lf-p\">An den Aufnahmestandorten BERT4, BERT6, BERT10 und BERT11 sind auch Bartfledermäuse regelmäßig aufgetreten. Drei dieser Standorte liegen am Gewässerlauf der Pétrusse, was auf eine regelmäßige Nutzung des dortigen Vegetationsbands als mögliche Leitlinie schließen lässt. Vor allem der westliche Teil wurde auch durch die Art zur Nahrungssuche genutzt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Auch die dichten Gartenstrukturen am Nordrand des UG wurden durch die Art regelmäßig frequentiert, allerdings deuten die geringen Kontaktzeiten auf reine Überflüge.</p>\n<p class=\"lf-p\">Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 64 3.2.4 Kurzportraits nachgewiesener Fledermausarten Nachfolgend werden alle im Untersuchungsgebiet erfassten Fledermausarten mit einer Kurzbeschreibung ihrer Lebensweise, den jeweiligen Habitatansprüchen und Angaben zur Nutzung innerhalb des UG vorgestellt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Jahreszeitliche Anwesenheit Der jeweilige Status wird für Monatsdrittel (Anfang / Mitte / Ende) durch Farbcodes gekennzeichnet:</p>\n<p class=\"lf-p\">Überwinterung Zugzeiten Wochenstubenzeit nicht anwesend Status der Art in Luxemburg (Status LUX):</p>\n<p class=\"lf-p\">Angaben zum Status der Art in Luxemburg (REP: Reproduktion, ZUG: Durchzug, WIN: Überwinterung, ?: unbekannt) nach aktuellen Angaben in der Literatur (Harbusch et al., 2002; Schley and Herr, 2018).</p>\n<p class=\"lf-p\">Kategorien der Roten Liste (RL Lux):</p>\n<p class=\"lf-p\">Kategorie 0 – Bestand erloschen Kategorie 1 – Vom Aussterben bedroht Kategorie 2 – Stark gefährdet Kategorie 3 – Gefährdet Kategorie R – Extrem selten / Geografische Restriktion Kategorie G – Gefährdung unbekannten Ausmaßes Kategorie V – Vorwarnliste Kategorie D – Datenlage unzureichend Kategorie * – ungefährdet Status nach EU-Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie 92/43/EWG (FFH-Status) Anh. II – Arten des Anhang II, prioritäre Arten von gemeinschaftlichem Interesse Anh. IV – Arten des Anhang IV, streng geschützte und schützenswerte Arten.</p>\n<p class=\"lf-p\">Nationaler Erhaltungszustand in Luxemburg (EHZ Lux):</p>\n<p class=\"lf-p\">Erhaltungszustand nach Annex 3 des „Règlement grand-ducal du 1er août 2018 établissant l’état de conservation des habitats d’intérêt communautaire et des espèces d’intérêt communautaire“:</p>\n<p class=\"lf-p\">FV = favorable U1 = non favorable inadéquat U2 = non favorable mauvais XX = inconnu U1, U2 et XX = non favorable Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 65 Tabelle 22: Zusammenfassung der mittels aller Methoden festgestellten Fledermausarten im UG mit Nutzung des UGs r = regelmäßig, ur = unregelmäßig, e = essenziell) Deutscher Name Wissenschaftlicher Name RL LUX Anhang FFH-RL EHZ LUX Nutzung des UGs Wasserfledermaus Myotis daubentonii 3 IV FV ur Kleine Bartfledermaus / Große Bartfledermaus Myotis mystacinus / Myotis brandtii 2/1 IV XX r Wimperfledermaus Myotis emarginatus 1 II/IV U1 ur Großes Mausohr Myotis myotis 2 II/IV U1 ur Großer Abendsegler Nyctalus noctula 3 IV U2 ur Kleiner Abendsegler Nyctalus leisleri 2 IV U1 r Breitflügelfledermaus Eptesicus serotinus 3 IV U1 ur Zwergfledermaus Pipistrellus pipistrellus V IV FV r Rauhautfledermaus Pipistrellus nathusii D IV XX ur Mopsfledermaus Barbastella barbastellus 0 II/IV U2 ur Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 66 3.2.4.1 Wasserfledermaus (Myotis daubentonii) Myotis daubentonii Waasserfliedermaus Wasserfledermaus Daubenton’s bat Murin de Daubenton Status LUX REP RL LUX 3 FFH-Status IV EHZ LUX FV Jahreszeitliches Auftreten der Art in Luxemburg:</p>\n<p class=\"lf-p\">JAN FEB MÄR APR MAI JUN JUL AUG SEP OKT NOV DEZ Artportrait Die Wasserfledermaus ist an wasserreiche Biotope gebunden. Die Art präferiert seichte, stehende Gewässer und Flüsse mit langsam fließenden Abschnitten am besten in Kombination mit Auwäldern. Der Ausflug in die Jagdreviere, die bis zu 8 km von den Quartieren entfernt liegen können, findet entlang einer festen Flugtrasse statt. Die Wasserfledermaus jagd wenige Zentimeter über der Wasseroberfläche in kurvenreichen Flug und erbeutet vor allem Wasserinsekten und Schnaken.</p>\n<p class=\"lf-p\">Als Sommerquartiere und Wochenstuben wird bachbegleitende Vegetation in Form von Baumhöhlen (Totholz und Spechthöhlen), Baumrindenspalten genutzt. Möglich ist ein Quartierbezug aber auch in wasserfernen Siedlungsgebieten und Wäldern. Die Winterquartiere sind Höhlen, Stollen und Keller, in denen sich die Art in Spalten und Löcher zurückzieht. Die Wasserfledermaus gilt als standorttreue Art von der wenig zu Wanderungen bekannt ist.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erläuterungen zum Bestand, Entwicklung und Gefährdung Die Wasserfledermaus ist die einzige Fledermausart, die in den letzten Jahren eine deutliche Bestandszunahme aufweist und somit in Luxemburg nur wenig gefährdet ist. Die Art ist vor allem im Gutland weit verbreitet. Im Ösling ist sie deutlich seltener. Trotz des regelmäßigen Vorkommens im Großherzogtum gelang bis jetzt noch kein Wochenstubennachweis. Da die Wasserfledermaus ihre Sommerquartiere fast ausschließlich in Baumhöhlen bezieht, ist sie hauptsächlich durch die Entnahme von Höhlenbäumen gefährdet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Auftreten im Untersuchungsgebiet Die Wasserfledermaus konnte im Rahmen der ganznächtlichen Erfassungen an drei Standorten unregelmäßig und mit sehr geringen Kontaktzeiten aufgezeichnet werden. Die Aktivitätsmuster deuten auf sporadische Überflüge.</p>\n<p class=\"lf-p\">Status im UG Umfang der Nutzung im UG Bedeutung des UG ☐ Quartiernutzung ☐ Randsiedler ☐ Nahrungssuche ☒ Transferflug ☐ Durchzügler ☐ sehr hoch ☐ hoch ☐ durchschnittlich ☐ gering ☒ sehr gering ☐ Essenzielle Nutzung ☐ Regelmäßige Nutzung ☒ Sporadische Nutzung Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 67 3.2.4.2 Bartfledermäuse Auftreten im Untersuchungsgebiet Bartfledermäuse wurden einmalig bei Detektorbegehungen im Gewässerumfeld der Pétrusse sowie regelmäßig bei ganznächtlichen Erfassungen an vier Standorten aufgezeichnet. Die dichten Vegetationsbereiche der Ufersäume dienen als Leitlinie für Transferflüge. Im westlichen Teil des UG wurden auch mehrfach Jagden festgestellt. Eine Bestimmung auf Artniveau ist in allen Fällen nicht möglich gewesen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Status im UG Umfang der Nutzung im UG Bedeutung des UG ☐ Quartiernutzung ☐ Randsiedler ☒ Nahrungssuche ☒ Transferflug ☐ Durchzügler ☐ sehr hoch ☐ hoch ☒ durchschnittlich ☐ gering ☐ sehr gering ☐ Essenzielle Nutzung ☒ Regelmäßige Nutzung ☐ Sporadische Nutzung 3.2.4.2.1 Kleine Bartfledermaus (Myotis mystacinus) Myotis mystacinus Kleng Baartfliedermaus Kleine Bartfledermaus Whiskered bat Murin à moustaches Status LUX REP RL LUX 2 FFH-Status IV EHZ LUX XX Jahreszeitliches Auftreten der Art in Luxemburg:</p>\n<p class=\"lf-p\">JAN FEB MÄR APR MAI JUN JUL AUG SEP OKT NOV DEZ Artportrait Die kleine Bartfledermaus gilt als eine anpassungsfähige Art. Sie kommt sowohl in vom Mensch beeinflussten Lebensräumen als auch in einer breit gefächerten Anzahl an natürlichen Biotopen vor. Die Jagdhabitate sind reich strukturierte Kulturlandschaften und Wälder mit Gewässeranteilen, bei denen sie entlang linearer Elemente (Gewässerkanten, Hecken, Waldränder) die Beute ergreift. Ein Großteil der Nahrung besteht aus Kleinschmetterlingen, Schnaken und Fliegen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Bei der Wahl der Sommerquartiere (und Wochenstuben) zeigt die Kleine Bartfledermaus ebenfalls keine spezifischen Ansprüche. Bevorzugt werden Spalten an Gebäuden oder Hohlräume hinter Fensterläden, aber auch Baumhöhlen und Nistkästen werden genutzt. Als Winterquartiere dienen Höhlen, Stollen, Tunnel oder Keller, in denen die Tiere überwiegend frei an den Wänden hängen. Die Winterquartiere können bis zu 50 km von den Sommerquartieren entfernt liegen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erläuterungen zum Bestand, Entwicklung und Gefährdung Die Kleine Bartfledermaus ist in Luxemburg, neben der Zwergfledermaus, die am weitesten verbreitete Art. Bedroht wird die Fledermaus durch die Entnahme von Totholz (Wochenstuben- und Sommerquartiernutzung) und die Versiegelung von Ausflugsmöglichkeiten an Gebäuden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 68 3.2.4.2.2 Große Bartfledermaus (Myotis brandtii) Myotis brandtii Grouss Baartfliedermaus Große Bartfledermaus Brandt’s bat Murin de Brandt Status Lux REP RL LUX 1 FFH Status IV EHZ LUX XX Jahreszeitliches Auftreten der Art in Luxemburg:</p>\n<p class=\"lf-p\">JAN FEB MÄR APR MAI JUN JUL AUG SEP OKT NOV DEZ Artportrait Die Große Bartfledermaus ist im Gegensatz zur Kleinen Bartfledermaus stärker an Waldlebensräume mit Gewässern gebunden. Die Bandbreite an genutzten Waldformen ist jedoch breit gefächert. Die Jagd findet hauptsächlich in Wäldern statt. Dennoch können auch Hecken und Baumreihen bejagt werden, deren Strukturen auch zur Orientierung dienen. Die Jagdreviere können bis zu 11 km von den Quartieren entfernt liegen. Die Nahrung setzt sich zum Großteil aus Nachtschmetterlingen und Schnaken zusammen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Bei der Wahl der Sommerquartiere und Wochenstuben zeigt sich die Art divers: Dachböden, Baumhöhlen oder Stammrisse werden gleichermaßen in Betracht gezogen. Als Überwinterungsquartier nutzt die Große Bartfledermaus Höhlen, Stollen aber auch Keller. Das Zugverhalten kann je nach geografischer Breite bzgl. der Distanz zwischen Winter- und Sommerquartieren Schwanken.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erläuterungen zum Bestand, Entwicklung und Gefährdung Die Große Bartfledermaus ist in Luxemburg seit 1991 bekannt, jedoch bis dato noch wenig erforscht.</p>\n<p class=\"lf-p\">Vorhandene Datensätze deuten aber daraufhin, dass die Art landesweit (vorwiegend in waldreichen Gebieten) vorkommt (Schley and Herr, 2018). Als Gefährdungsursachen können Entwaldung (Wegfall von Quartierbäumen und Jagdhabitaten), Entwässerung und Verbauung von Gewässerufern, als auch die Versiegelung von Einfluglöchern an Gebäuden festgehalten werden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 69 3.2.4.3 Wimperfledermaus (Myotis emarginatus) Myotis emarginatus Wimperefliedermaus Wimperfledermaus Geoffroy’s bat Murin à oreilles échancrées Status LUX REP RL LUX 1 FFH Status II &amp; IV EHZ LUX U1 Jahreszeitliches Auftreten der Art in Luxemburg:</p>\n<p class=\"lf-p\">JAN FEB MÄR APR MAI JUN JUL AUG SEP OKT NOV DEZ Artportrait Die Wimperfledermaus ist eine wärmeliebende Art. Sie bevorzugt strukturreiche Habitate mit Wechseln zwischen Wald, Offenland, Streuobstwiesen und Gebüschen. Eben genannte strukturreiche Landschaften werden über feste Flugrouten angeflogen. Die Nahrung wird im Flug von der Oberfläche abgesammelt und besteht zum Großteil aus Zweiflüglern. Häufig werden jagende Wimperfledermäuse in Kuhställen gesehen, in denen sie das Insektenreichtum ausnutzen. Zwischen Jagdrevier und Quartier liegen circa 5 km.</p>\n<p class=\"lf-p\">Als Sommerquartiere und Wochenstuben präferiert die wärmeliebende Art (speziell in Luxemburg) thermisch konstante Dachböden, Kuhställe, Scheunen und Kirchtürme. Seltene Ausnahmen bezüglich der Wochenstuben bilden überstehende Vordächer. Die Winterquartiere liegen ausschließlich tief in großen Höhlen und Stollen, die im Winter keinen Temperaturschwankungen unterliegen. Die Art gilt als relativ ortstreu und vollzieht keine größeren Wanderungen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erläuterungen zum Bestand, Entwicklung und Gefährdung Von der Wimperfledermaus sind in Luxemburg 12 Wochenstuben bekannt (Schley and Herr, 2018). Die Hauptgefährdung der Wimperfledermaus resultiert aus der Störung und Vernichtung von Quartieren (Renovierung von Dachstühlen und Gebäuden) und der Entwertung und Zerstörung der Jagdhabitate (Rückgang der Stallviehhaltung).</p>\n<p class=\"lf-p\">Auftreten im Untersuchungsgebiet Die Wimperfledermaus wurde bei der ganznächtlichen Erfassung an zwei Standorten insgesamt viermalig mit stets sehr kurzen Kontaktzeiten aufgezeichnet. Die Art nutzt das Gebiet sporadisch im Rahmen von Transferflügen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Status im UG Umfang der Nutzung im UG Bedeutung des UG ☐ Quartiernutzung ☐ Randsiedler ☐ Nahrungssuche ☒ Transferflug ☐ Durchzügler ☐ sehr hoch ☐ hoch ☐ durchschnittlich ☐ gering ☒ sehr gering ☐ Essenzielle Nutzung ☐ Regelmäßige Nutzung ☒ Sporadische Nutzung Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 70 3.2.4.4 Großes Mausohr (Myotis myotis) Myotis myotis Grousst Mausouer Großes Mausohr Greater mouse-eared bat Grand murin Status LUX REP RL LUX 2 FFH Status II &amp; IV EHZ LUX U1 Jahreszeitliches Auftreten der Art in Luxemburg:</p>\n<p class=\"lf-p\">JAN FEB MÄR APR MAI JUN JUL AUG SEP OKT NOV DEZ Artportrait Das Große Mausohr ist eine typische Gebäudefledermaus, die thermisch konstante Bedingungen präferiert. Die (Jagd)Habitate sind Laubwälder mit offenem Untergrund aber auch Flächen der Kulturlandschaft wie Wiesentäler, Gewässer, parkartige Landschaften oder Ortschaften. Diese können bis zu 10 km von den Quartieren entfernt liegen. Während der Jagd orientieret sich die Art an linearen Strukturen. Möglich ist auch eine Ansitzjagd ohne aktive Echoortung. Die Beutesuche nach großen Käfern wie Laufkäfer, Mist- und Maikäfer kann auch in Höhen bis über die Baumkronen stattfinden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Als Sommerquartiere und Wochenstuben dienen große, ruhige und warme Dachböden (auch in Kirchtürmen) aber auch Hohlräume in Brücken, in denen auch die Jungen aufgezogen werden. Die Quartiere zur Überwinterung befinden sich meist in Höhlen, die während des gesamten Winters frostfrei sind. Das Große Mausohr kann bei den Wanderungen zwischen Winter- und Sommerquartier bis zu 100 km zurücklegen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erläuterungen zum Bestand, Entwicklung und Gefährdung Aktuell sind in Luxemburg starke Rückgänge in den Wochenstuben zu verzeichnen (Schley and Herr, 2018). Die zurzeit bekannten 14 Wochenstubenkolonien befinden sich vorwiegend in Tälern in der Mitte des Landes und auf großen Dächern von Kirchen (Harbusch et al., 2002). Gefährdungsursachen sind die Zerstörung der Sommerquartiere (Renovierungsarbeiten an Häusern und Brücken, Verdrahtung von Einfluglöchern) und der Wegfall an Laufkäferbeute durch intensive Waldbewirtschaftung.</p>\n<p class=\"lf-p\">Auftreten im Untersuchungsgebiet Das Große Mausohr ist einmalig bei Detektorbegehungen im Südwesten des UG aufgetreten. Bei ganznächtlichen Erfassungen ist das Große Mausohr insgesamt dreimalig an zwei Standorten am westlichen und nördlichen Rand des UG mit sehr kurzen Aktivitäten aufgezeichnet worden. Die Nutzung beschränkt sich auf Transferflüge.</p>\n<p class=\"lf-p\">Status im UG Umfang der Nutzung im UG Bedeutung des UG ☐ Quartiernutzung ☐ Randsiedler ☐ Nahrungssuche ☒ Transferflug ☐ Durchzügler ☐ sehr hoch ☐ hoch ☐ durchschnittlich ☐ gering ☒ sehr gering ☐ Essenzielle Nutzung ☐ Regelmäßige Nutzung ☒ Sporadische Nutzung Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 71 3.2.4.5 Großer Abendsegler (Nyctalus noctula) Nyctalus noctula Bëschfliedermaus Großer Abendsegler Common noctule Noctule commune Status LUX ZUG RL LUX 2 FFH Status IV EHZ LUX U2 Jahreszeitliches Auftreten der Art in Luxemburg:</p>\n<p class=\"lf-p\">JAN FEB MÄR APR MAI JUN JUL AUG SEP OKT NOV DEZ Artportrait Der Große Abendsegler zählt nach seinen Jagdbiotop- und Quartiervorlieben zu den Baumfledermäusen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Präferiert werden abwechslungsreich strukturierte Ebenen mit Laubwäldern und stehenden oder langsam fließenden Gewässern. Zwischen Quartieren und dem Jagdrevier können bis zu 10 km liegen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Als Nahrung werden größere Insekten wie Käfer, Schmetterlinge und Schnaken bevorzugt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Art nutzt im Sommer Quartierkomplexe und ist daher auf ein zahlreiches Angebot an Baumquartieren angewiesen. Bevorzugt werden Spechthöhlen in Buchen. Die Sommerquartiere liegen in der Regel sehr hoch in den Bäumen und sind frei anfliegbar, weshalb man diese häufig an Waldrändern, Alleen oder Parks findet. Auch die Wochenstuben und Winterquartiere befinden sich in Baumlöchern. Quartierbäume werden jedes Jahr repetitiv aufgesucht (Harbusch et al., 2002). Der Große Abendsegler legt große Strecken (zwischen 100–500 km, in Ausnahmefällen sogar bis zu 1000 km) während der Zugzeiten zurück.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erläuterungen zum Bestand, Entwicklung und Gefährdung Während des Sommerhalbjahres ist der Große Abendsegler in Luxemburg landesweit verbreitet. Die Verbreitungsschwerpunkte liegen in den laubwaldreichen Gebieten im Einzugsgebiet von Esch/Alzette und Sauer (Harbusch et al., 2002). Wochenstubennachweise sind aus Luxemburg nicht bekannt. Bedroht wird die Art durch zu intensive Nutzung von Wäldern (Totholzentfernung, Unterholzentfernung).</p>\n<p class=\"lf-p\">Auftreten im Untersuchungsgebiet Der Große Abendsegler wurde bei ganznächtlichen Erfassungen an zwei Standorten jeweils zweimalig aufgezeichnet mit sehr kurzen Aktivitäten. Eine sporadische Nutzung für Transferflüge liegt vor.</p>\n<p class=\"lf-p\">Status im UG Umfang der Nutzung im UG Bedeutung des UG ☐ Quartiernutzung ☐ Randsiedler ☐ Nahrungssuche ☒ Transferflug ☐ Durchzügler ☐ sehr hoch ☐ hoch ☐ durchschnittlich ☐ gering ☒ sehr gering ☐ Essenzielle Nutzung ☐ Regelmäßige Nutzung ☒ Sporadische Nutzung Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 72 3.2.4.6 Kleiner Abendsegler (Nyctalus leisleri) Nyctalus leisleri Kleng Bëschfliedermaus Kleiner Abendsegler Leisler’s bat Noctule de Leisler Status LUX REP RL LUX 2 FFH Status IV EHZ LUX U1 Jahreszeitliches Auftreten der Art in Luxemburg:</p>\n<p class=\"lf-p\">JAN FEB MÄR APR MAI JUN JUL AUG SEP OKT NOV DEZ Artportrait Der Kleine Abendsegler ist eine typische Waldfledermaus. Sowohl Laub-, Misch und Nadelwälder werden genutzt. Wichtig ist ein ausreichender Anteil an baumhöhlenreichen Althölzern mit Specht- oder Fäulnishöhlen, Stammrissen- und Spalten. Als Jagdgebiete werden Waldränder, Schneisen und Wege, Lichtungen und andere Freiflächen im Wald, Gewässer oder auch Lampen in Siedlungen in Waldnähe genutzt. Zwischen den Quartieren und den Jagdrevieren können bis zu 15 km liegen. Die Hauptnahrungsquelle stellen Zuckmücken und Schmetterlinge da; jedoch fallen durchaus auch Käfer und Schnaken in das Beuteschema der Fledermaus.</p>\n<p class=\"lf-p\">Sommer- als auch Winterquartiere und Wochenstuben, finden sich in Altholz (Spechthöhlen, Stammrissen- und Spalten) wieder. Paarungs- und Winterquartiere werden traditionell jedes Jahr aufgesucht. Die Quartierkomplexe bestehen aus bis zu 50 Einzelquartieren, die häufig gewechselt werden. Zwischen den Sommer- und Winterquartieren legt der kleine Abendsegler große Distanzen von bis zu 1000 km zurück.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erläuterungen zum Bestand, Entwicklung und Gefährdung Während des Sommers scheint der kleine Abendsegler hauptsächlich im Süden und Südosten Luxemburgs vorzukommen. Winterquartiere der Art konnten bisweilen in Luxemburg nicht nachgewiesen werden. Bedroht wird die Art durch intensive Nutzung von Wäldern und dem damit verbundenen Wegfall von Quartieren (Totholzentfernung, Unterholzentfernung).</p>\n<p class=\"lf-p\">Auftreten im Untersuchungsgebiet Der Kleine Abendsegler wurde sowohl bei der Detektorerfassung wie auch an allen ganznächtlichen Aufnahmestandorten im UG regelmäßig nachgewiesen. In dichten Vegetationsbereichen, z.B. entlang der Pétrusse, wurde eine regelmäßige Jagd beobachtet, im strukturärmeren Offenland beschränkt sich die Nutzung auf bloße Transferflüge.</p>\n<p class=\"lf-p\">Status im UG Umfang der Nutzung im UG Bedeutung des UG ☐ Quartiernutzung ☐ Randsiedler ☒ Nahrungssuche ☒ Transferflug ☐ Durchzügler ☐ sehr hoch ☐ hoch ☒ durchschnittlich ☐ gering ☐ sehr gering ☐ Essenzielle Nutzung ☒ Regelmäßige Nutzung ☐ Sporadische Nutzung Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 73 3.2.4.7 Breitflügelfledermaus (Eptesicus serotinus) Eptesicus serotinus Breetflillekefliedermaus Breitflügelfledermaus Serotine bat Sérotine commune Status LUX REP RL LUX 3 FFH Status IV EHZ LUX U1 Jahreszeitliches Auftreten der Art in Luxemburg:</p>\n<p class=\"lf-p\">JAN FEB MÄR APR MAI JUN JUL AUG SEP OKT NOV DEZ Artportrait Die Breitflügelfledermaus gilt als Kulturfolger und typische Hausfledermaus. Als Jagdhabitat werden (Streuobst-)Wiesen bei Laubwaldrändern, Lichtungen, die Peripherie von Straßenlaternen aber auch linienförmige, menschlich angelegte Strukturen wie Hecken und Alleen präferiert. Die Nahrungsquelle besteht sowohl aus kleinen als auch großen Insekten. Die Art jagt im wendigen und raschen Flug. Die Distanz zwischen Jagdrevier und Tagesquartier kann zwischen 5—15 km schwanken.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Sommer- und Winterquartiere als auch Jagdreviere liegen meist in der Nähe menschlicher Siedlungen. Alle drei Quartierformen befinden sich oft in alten Dachböden, Häuserspalten und Rollladenkästen. Über die Winterquartiere ist wenig bekannt, man vermutet, dass sich die Fledermaus in tiefere Spalten von Höhlen zurückzieht. Auch über das Zugverhalten ist ebenfalls nicht viel bekannt; dennoch gibt es Nachweise über Wanderungen von bis zu 300 km.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erläuterungen zum Bestand, Entwicklung und Gefährdung Der Bestand der Breitflügelfledermaus scheint in Luxemburg zurückzugehen. Ein Zusammenhang mit dem Verlust von Quartieren durch Gebäudesanierungen bzw. Neubauten scheint zu bestehen (Harbusch et al., 2002; Schley and Herr, 2018). Hinzu kommt auch der Einsatz von Pestiziden und der damit verbundene Rückgang der Insektenpopulation.</p>\n<p class=\"lf-p\">Auftreten im Untersuchungsgebiet Die Breitflügelfledermaus wurde bei den Detektorbegehungen einmalig nachgewiesen, sowie bei der ganznächtlichen Erfassung an zehn der Aufnahmestandorte mit jeweils sporadischem Auftreten und kurzen Aktivitäten. Die Art nutzt das UG nicht zur Nahrungssuche, sondern lediglich als Transferstrecke.</p>\n<p class=\"lf-p\">Status im UG Umfang der Nutzung im UG Bedeutung des UG ☐ Quartiernutzung ☐ Randsiedler ☐ Nahrungssuche ☒ Transferflug ☐ Durchzügler ☐ sehr hoch ☐ hoch ☐ durchschnittlich ☐ gering ☒ sehr gering ☐ Essenzielle Nutzung ☐ Regelmäßige Nutzung ☒ Sporadische Nutzung Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 74 3.2.4.8 Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus) Pipistrellus pipistrellus Status LUX REP Zwergfliedermaus Zwergfledermaus Common pipistrelle Pipistelle commune RL LUX V FFH Status IV EHZ LUX FV Jahreszeitliches Auftreten der Art in Luxemburg:</p>\n<p class=\"lf-p\">JAN FEB MÄR APR MAI JUN JUL AUG SEP OKT NOV DEZ Artportrait Die Zwergfledermaus ist ein Kulturfolger und bezüglich ihrer Habitatansprüche sehr flexibel. Die Art kommt in kleineren Siedlungen, Innenstädten und Wäldern vor. Als Nahrung dienen zum größten Teil Fluginsekten wie Zuckmücken oder Fliegen, die entlang von Strukturen, wie z.B. Hecken, Waldwegen oder Waldrändern im wendigen Flug erbeutet werden. Typische Jagdhabitate wie Waldkanten, Gewässer und Alleen mit Straßenlaternen liegen im Durchschnitt 1,5 km von den Wochenstuben entfernt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Als gebäudebewohnende Art dienen jegliche Dachräume, Spalten oder Hohlräume an Häusern als Wochenstuben, wo sich meist zwischen 50 und 100 Individuen aufhalten. Auch Tages- und Zwischenquartiere einzelner Individuen befinden sich oft an kleinen Hohlräumen an Gebäuden Regelmäßig werden aber auch Spalten hinter Baumrinde und Felsöffnungen genutzt. Als Winterquartiere dienen Keller, Tunnel oder Höhlen aber auch Gebäude. In diesen befinden sich die Tiere in Gruppen innerhalb von Spalten.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erläuterungen zum Bestand, Entwicklung und Gefährdung Die Zwergfledermaus ist in Luxemburg überall verbreitet und die Häufigste der einheimischen Fledermausarten. Hauptgefährdungsursache der Zwergfledermaus ist die Zerstörung der Sommerquartiere durch Renovierungsarbeiten und der Einsatz giftiger Holzschutzmittel.</p>\n<p class=\"lf-p\">Auftreten im Untersuchungsgebiet Die Zwergfledermaus wurde regelmäßig bei Detektorbegehungen sowie an allen Aufnahmestandorten der ganznächtlichen Erfassung festgestellt. Die Art nutzt das UG in strukturierten Bereichen zur Nahrungssuche, speziell im Südwesten und entlang der Pétrusse wurden höhere Kontaktzeiten gemessen. Eine essenzielle Nutzung ist aber aufgrund der vergleichsweise unsteten Verteilung der Aktivitäten auszuschließen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Status im UG Umfang der Nutzung im UG Bedeutung des UG ☐ Quartiernutzung ☐ Randsiedler ☒ Nahrungssuche ☒ Transferflug ☐ Durchzügler ☐ sehr hoch ☐ hoch ☒ durchschnittlich ☐ gering ☐ sehr gering ☐ Essenzielle Nutzung ☒ Regelmäßige Nutzung ☐ Sporadische Nutzung Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 75 3.2.4.9 Rauhautfledermaus (Pipistrellus nathusii) Status LUX Pipistrellus nathusii Rauhautfliedermaus Rauhautfledermaus Nathusius’ pipistrelle Pipistrelle de Nathusius ZUG / WIN RL LUX D FFH Status IV EHZ LUX XX Jahreszeitliches Auftreten der Art in Luxemburg:</p>\n<p class=\"lf-p\">JAN FEB MÄR APR MAI JUN JUL AUG SEP OKT NOV DEZ Artportrait Die Rauhautfledermaus ist eine typische Waldfledermaus. Sie nutzt daher bevorzugt Laubmischwälder, Nadelwälder, Auwälder oder Parklandschaften, gerne mit vorhandenen Gewässern. Die Jagd findet entlang von Waldrändern, Waldwegen, über Gewässern und Baumkronen statt. Die Beute besteht hauptsächlich aus Fluginsekten, die an Gewässer gebunden sind oder seltener aus anderen kleinen Insekten.</p>\n<p class=\"lf-p\">Wochenstuben der Rauhautfledermaus kommen vorwiegend in Osteuropa vor. Einzelne Reproduktionsnachweise sind aber auch aus Mitteleuropa bekannt. Das Großherzogtum Luxemburg dient der Rauhautfledermaus als Paarungs- und Überwinterungsgebiet. Winterquartiere befinden sich in Baumhöhlen, Holzstapeln und Rindenspalten, wobei aber auch Vogel- und Fledermauskästen angenommen werden. Es kommen aber auch Spaltenquartiere an Gebäuden und Felswänden in Frage.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Art gilt als saisonaler Fernwanderer, der große Strecken (bis zu 2000 km), zwischen Ost- und Westeuropa zurücklegen kann.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erläuterungen zum Bestand, Entwicklung und Gefährdung In Luxemburg wurde die Art bislang nur während der sommerlichen Aktivitätszeit nachgewiesen (kein Verbreitungsschwerpunkt), Wochenstuben sind nicht bekannt. Regelmäßige Nachweise in Luxemburg gelangen zu Zugzeiten entlang von Flusstälern.</p>\n<p class=\"lf-p\">Auftreten im Untersuchungsgebiet Die Rauhautfledermaus wurde bei der ganznächtlichen Erfassung einmalig an Standort BERT9 aufgezeichnet am 22.05.2021. Dies fällt noch in die arttypischen Zugzeiten, so dass von einem durchziehenden Individuum auszugehen ist.</p>\n<p class=\"lf-p\">Status im UG Umfang der Nutzung im UG Bedeutung des UG ☐ Quartiernutzung ☐ Randsiedler ☐ Nahrungssuche ☒ Transferflug ☒ Durchzügler ☐ sehr hoch ☐ hoch ☐ durchschnittlich ☐ gering ☒ sehr gering ☐ Essenzielle Nutzung ☐ Regelmäßige Nutzung ☒ Sporadische Nutzung Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 76 3.2.4.10 Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus) Barbastellus barbastellus Status Lux REP Mopsfliedermaus Mopsfledermaus Barbastelle Barbastelle d’Europe RL LUX 0 FFH Status II &amp; IV EHZ LUX U2 Jahreszeitliches Auftreten der Art in Luxemburg:</p>\n<p class=\"lf-p\">JAN FEB MÄR APR MAI JUN JUL AUG SEP OKT NOV DEZ Artportrait Die Mopsfledermaus wird weitestgehend als reine Waldfledermaus bezeichnet. Präferierte Habitate sind Wald-, Laub- und Mischwälder der Mittelgebirgslandschaften mit hohem Totholzanteil. Die Jagdreviere befinden sich oft in feuchten oder gewässernahen Wäldern, welche über feste Leitelemente wie Hecken, Waldwege- oder Ränder angeflogen werden. Dort angekommen jagt die Fledermaus in wendigem Flug kleine Fluginsekten wie Kleinschmetterlinge.</p>\n<p class=\"lf-p\">Während des Sommers bezieht die Fledermaus in Baumhöhlen aber auch in Spalten hinter aufgeplatzter Baumrinde Quartier. Auch die Wochenstuben werden in eben genannten Baumquartieren gebildet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Möglich ist auch eine Nutzung von zwei oder drei Quartierbäumen während des Sommers.</p>\n<p class=\"lf-p\">Quartierausnahmen bilden Holzverkleidungen an Gebäuden. Im Winter trifft man die Mopsfledermaus hauptsächlich in Spalten von Höhleneingängen, Stollen und Tunneln an. Große Wanderungen werden von der Art nicht vollzogen – sie gilt als ortstreu.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erläuterungen zum Bestand, Entwicklung und Gefährdung Die Mopsfledermaus ist zurzeit in Luxemburg die seltenste Fledermausart. Nachdem das nationale Vorkommen lange als erloschen galt (vgl. auch Status Rote Liste) konnte 2013 ein Wochenstubenkomplex im Südosten des Landes (Oberdonven) gefunden werden (Schley and Herr, 2018). Als Hauptgefährdungsursache der Mopsfledermaus gelten der Verlust von Habitaten mit hohen Anteilen von Alt- und Totholz durch zu intensive Forstwirtschaft.</p>\n<p class=\"lf-p\">Auftreten im Untersuchungsgebiet Die Mopsfledermaus wurde lediglich einmalig an Standort BERT6 der ganznächtlichen Aufzeichnungen nachgewiesen. Es ist dabei von einem zufällig überfliegenden Individuum auszugehen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Status im UG Umfang der Nutzung im UG Bedeutung des UG ☐ Quartiernutzung ☐ Randsiedler ☐ Nahrungssuche ☒ Transferflug ☐ Durchzügler ☐ sehr hoch ☐ hoch ☐ durchschnittlich ☐ gering ☒ sehr gering ☐ Essenzielle Nutzung ☐ Regelmäßige Nutzung ☒ Sporadische Nutzung Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 77 3.3 Ergebnisse zu Schmetterlingen Im Rahmen der Schmetterlingserfassung konnten insgesamt 26 Tagfalter-Arten und zwei Widderchen-Arten festgestellt werden. Darunter befinden sich 12 Arten der Roten Liste Luxemburgs und mit dem Großen Feuerfalter eine nach der FFH-Richtlinie geschützte Art.</p>\n<p class=\"lf-p\">Tabelle 23: Artenliste der Erfassung von Tagfaltern und Widderchen Wiss. Name Dt. Artname FFH-RL Rote Liste LUX Aglais io Aglais urticae Anthocharis cardamines Aphantopus hyperantus Aporia crataegi Tagpfauenauge Kleiner Fuchs Aurorafalter Schornsteinfeger Baum-Weißling * * LRnt * VU Celastrina argiolus Coenonympha pamphilus Gonepteryx rhamni Lycaena dispar Lycaena phlaeas Maniola jurtina Melanargia galathea Faulbaum-Bläuling Kleines Wiesenvögelchen Zitronenfalter Großer Feuerfalter Kleiner Feuerfalter Großes Ochsenauge Schachbrettfalter LRnt * * EN VU * LRnt Neozephyrus quercus Ochlodes sylvanus Pieris brassicae Pieris napi Pieris rapae Polygonia c-album Blauer Eichen-Zipfelfalter Rostfarbiger Dickkopffalter Großer Kohl-Weißling Grünader-Weißling Kleiner Kohl-Weißling C-Falter LRnt LRnt * * * * Polyommatus icarus Polyommatus semiargus Pyronia tithonus Satyrium pruni Thymelicus lineola Thymelicus sylvestris Hauhechel-Bläuling Rotklee-Bläuling Rotbraunes Ochsenauge Pflaumen-Zipfelfalter Schwarzkolbiger Braun-Dickkopffalter Braunkolbiger Braun-Dickkopffalter * LRnt LRnt EN * * Vanessa atalanta Vanessa cardui Admiral Distelfalter * * Tagfalter II / IV Widderchen (Zygaenidae) Adscita statices Zygaena filipendulae Ampfer-Grünwidderchen Sechsfleck-Widderchen VU * Rote Liste Kategorien nach Meyer, Marc: Red list of butterflies and moths of Luxembourg (Rhopalocera et Heterocera) [https://ps.mnhn.lu/recherche/redbook/butterflies/default.htm] EW extinct in the Wild;</p>\n<p class=\"lf-p\">CR critical;</p>\n<p class=\"lf-p\">EN endangered; VU vulnerable;</p>\n<p class=\"lf-p\">MIG migrant, not native LRnt lower risk near threatened;</p>\n<p class=\"lf-p\">LRlc lower risk least concern;</p>\n<p class=\"lf-p\">R extremely rare; * not threatened ? presence not proved;</p>\n<p class=\"lf-p\">DD data deficient Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 78 Abbildung 17: Fundpunkte von Eiern des Großen Feuerfalters im UG (mit Anzahlen der Eier) Im Rahmen der Suche nach Reproduktionsnachweisen des Großen Feuerfalters (Lycaena dispar) konnten im UG mehrere Funde abgelegter Eier an mehreren Standorten verzeichnet werden, siehe Abbildung 17.</p>\n<p class=\"lf-p\">Insgesamt wurden sieben Eier an vier Pflanzen gefunden. Die Fundpunkte verteilen sich auf mehrere Teilbereiche des UG. Im Westen gelang ein Fund auf einer Ackerbrache, im Süden zwei direkt benachbarte Funde an einem feuchten Graben mit Hochstauden, sowie im Osten des UG auf einer Mähwiese im Umfeld der Pétrusse.</p>\n<p class=\"lf-p\">Das UG bietet in weiten Bereichen (Wiesen, Ruderale und Feuchtbrachen) eine Habitateignung für den Großen Feuerfalter. An feuchteren Standorten kommen verbreitet Futterpflanzen für Raupen (Rumex spec.) vor. Zudem existieren in Teilbereichen blütenreiche Wiesenflächen bzw. Vegetationsstreifen mit ausreichend Nektarpflanzen für die Falter, z.B. nördlich angrenzend an die Böschungsbereiche der City Concorde. Einzig die intensiv genutzten Ackerflächen und Grünlandbereiche sind für die Art weniger geeignet, lediglich entlang der Randbereiche bzw. während diese brach liegen als Temporärhabitate.</p>\n<p class=\"lf-p\">Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 79 3.4 Weitere Ergebnisse und Zufallsbeobachtungen Im Rahmen der Flächenbegehungen wurde am 27.05.2021 ein Einzelexemplar des Fleischfarbenen Knabenkrauts (Dactylorhiza incarnata) an einem Standort im südlichen Teil des UG gefunden, siehe Abbildung 18.</p>\n<p class=\"lf-p\">Es wurde allerdings keine gezielte Orchideenkartierung durchgeführt, so dass weitere Exemplare – auch aufgrund der Wuchshöhe der Wiesen – potenziell übersehen wurden. Es ist dennoch nur von einem kleinen Vorkommen auszugehen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Abbildung 18: Fundpunkt des fleischfarbenen Knabenkrauts im südlichen UG.</p>\n<p class=\"lf-p\">Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 80 4. Bewertung 4.1 Bewertung gemäß Artikel 17 4.1.1 Teilbewertung Vögel Tabelle 24: Zusammenfassung planungsrelevanter Vogelarten der Untersuchungsfläche nach Artikel 17 Art Status RL LUX (2019) EHZ gem. Art 17 Schwarzmilan Nahrungsgast V U1 Rotmilan Nahrungsgast 3 U1 Mauersegler1 Nahrungsgast V U2 Rauchschwalbe1 Nahrungsgast V U2 Nachtigall Brutvogel (4 BP) * U1 Gartenrotschwanz Brutvogel (2 BP) / Randsiedler (1 BP) V U1 Braunkehlchen1 Rastvogel 0 U2 Sumpfrohrsänger Brutvogel (7 BP) V U1 Klappergrasmücke Brutvogel (6 BP) * U1 Dorngrasmücke Brutvogel (13 BP) * U1 Weidenmeise Brutvogel (2 BP) V U1 Neuntöter Rastvogel / ehemaliger Brutvogel V U1 Dohle Randsiedler (2 BP) / Nahrungsgast * U1 Haussperling Randsiedler (6 BP) / Nahrungsgast V U1 Girlitz Randsiedler (1 BP) / Nahrungsgast * U1 Stieglitz Brutvogel (1 BP) / Randsiedler (3 BP) * U1 Bluthänfling Brutvogel (2 BP) / Randsiedler (1 BP) V U1 Goldammer Brutvogel (3 BP) V U1 1 1 Arten mit fehlender oder lediglich sporadischer Aktivität auf der Untersuchungsfläche Im Rahmen der Brutvogelerfassung wurden neun Brutvogelarten, drei Randsiedler, zwei Rastvogelarten und vier Nahrungsgäste festgestellt, die einen ungünstigen Erhaltungszustand aufweisen nach Annex 3 des „Règlement grand-ducal du 1er août 2018 établissant l’état de conservation des habitats d’intérêt communautaire et des espèces d’intérêt communautaire“. Gemäß dem „Règlement grand-ducal du 1er août 2018 établissant les biotopes protégés, les habitats d’intérêt communautaire et les habitats des espèces d’intérêt communautaire pour lesquelles l’état de conservation a été évalué non favorable, et précisant les mesures de réduction, de destruction ou de détérioration y relatives“ muss eine Kompensation für o.g. Arten erfolgen, wenn die Habitate regelmäßig durch die jeweilige Art genutzt werden und eine direkte funktionelle Verbindung zwischen dem Lebensraum und den Individuen der Nahrungshabitate, Ruhezonen, Transferkorridore).</p>\n<p class=\"lf-p\">Art besteht (Fortpflanzungsstätten, Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 81 Innerhalb des UG brüten mehrere Vogelarten des strukturierten Offenlands und der Feuchtgebiete. Diese umfassen Nachtigall, Gartenrotschwanz, Klapper- und Dorngrasmücke, Weidenmeise, Stieglitz, Bluthänfling und Goldammer. Es ist eine hohe Artenvielfalt des Brutvogelbestands verzeichnet worden, Teile des UG werden zudem mit stellenweise erhöhter Dichte besiedelt. Als Schwerpunkte der Artenvielfalt und der Revierzahlen wertgebender Arten sind die Siedlungsrandbereiche am Rand des UG (darunter vor allem die Böschung zur City Concorde), das Gewässerumfeld der Pétrusse mit umliegenden Vegetationsstrukturen, sowie die strukturierten Grünlandbereiche im äußersten Nordwesten und Süden des UG zu nennen. Die lokalen Brutvögel nutzten auch umliegende Offenlandbiotope, sowie feuchte Gräben als bevorzugte Nahrungsflächen. Insbesondere Flächen mit extensiveren Nutzungsformen, Ruderale und Randstreifen wurden regelmäßig aufgesucht. Die regelmäßig genutzten Bereiche sind entsprechend der gesetzlichen Vorgaben gemäß Artikel 17 mit dem Faktor U1 zu kompensieren, diese sind in Abbildung 19 kartografisch gezeigt. Nur in strukturarmen Teilen mit intensiver Nutzung (Ackerflächen und intensive Mähwiesen) im zentralen und nördlichen UG wurde eine untergeordnete Nutzung verzeichnet. Diese werden konsequenterweise auch für eine Kompensation nach Artikel 17 ausgespart.</p>\n<p class=\"lf-p\">Für die Randsiedler im Westen des UG stellen die umliegenden Offenlandbereiche eine wichtige Nahrungsfläche dar, die von einigen Arten (Girlitz, Stieglitz, Bluthänfling) regelmäßig genutzt wurden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Für den Haussperling und die Dohle entfällt die Kompensation nach Art. 17 gemäß Mem. A No. 248 du 6 avril 2020.</p>\n<p class=\"lf-p\">Für die gebäudebrütenden Arten Rauchschwalbe und Mauersegler ist eine Kompensation gemäß Art. 17 nur an deren Brutstätten erforderlich. Für beide Arten konnten aber keine Brutstätten innerhalb des UGs vorgefunden werden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Innerhalb des UG besteht zudem eine Nutzung als Nahrungsfläche durch Rot- und Schwarzmilan. Somit ist für beide eine Kompensation nach Artikel 17 erforderlich.</p>\n<p class=\"lf-p\">Für die beiden Rastvogelarten Neuntöter und Braunkehlchen wurde in beiden Fällen lediglich ein einziger Nachweis je eines Individuums erbracht. Die Nutzung durch beide Arten Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 82 ist aktuell als sporadisch anzusehen (kein regelmäßiger oder intensiv genutzter Rastplatz).</p>\n<p class=\"lf-p\">Insbesondere für den Neuntöter sind ehemalige Brutvorkommen aktuell nicht mehr besetzt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ein zuletzt 2015 bestätigtes Revier im südwestlichen UG war nicht mehr auffindbar.</p>\n<p class=\"lf-p\">Auch für die ehemals im UG brütende Feldlerche konnten keine aktuellen Brutvorkommen mehr vorgefunden werden.</p>\n<p class=\"lf-p\">In der Summe ist eine Kompensation des Habitatverlustes gem. Artikel 17 des Luxemburger Naturschutzgesetzes mit dem Faktor U1 für Teilbereiche der Untersuchungsfläche im Umfang einer Flächengröße von ca. 46,1 ha für die Avifauna erforderlich.</p>\n<p class=\"lf-p\">Abbildung 19: Kompensationsflächen gemäß Artikel 17 im Untersuchungsgebiet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 83 4.1.2 Teilbewertung Fledermäuse Tabelle 25: Zusammenfassung planungsrelevanter Fledermausarten der Untersuchungsfläche nach Artikel 17 Art Status RL LUX EHZ gem. Art 17 Kleine / Große Bartfledermaus Nahrungsgast 2/1 XX Wimperfledermaus1 Überfliegend 1 U1 Großes Mausohr1 Überfliegend 2 U1 Großer Abendsegler1 Überfliegend 2 U2 Kleiner Abendsegler Nahrungsgast 2 U1 Breitflügelfledermaus1 Überfliegend 3 U1 Rauhautfledermaus1 Überfliegend / Durchzügler 2/1 XX Mopsfledermaus1 Überfliegend 2 U2 1 Arten mit fehlender oder lediglich sporadischer Aktivität auf der Untersuchungsfläche Im Rahmen der Fledermauserfassungen wurden im Untersuchungsgebiet mindestens acht Arten festgestellt, die einen ungünstigen Erhaltungszustand aufweisen nach Annex 2 des „Règlement grand-ducal du 1er août 2018 établissant l’état de conservation des habitats d’intérêt communautaire et des espèces d’intérêt communautaire“. Gemäß dem „Règlement grand-ducal du 1er août 2018 établissant les biotopes protégés, les habitats d’intérêt communautaire et les habitats des espèces d’intérêt communautaire pour lesquelles l’état de conservation a été évalué non favorable, et précisant les mesures de réduction, de destruction ou de détérioration y relatives“ muss eine Kompensation für o.g. Arten erfolgen, wenn die Habitate regelmäßig durch die jeweilige Art genutzt werden und eine direkte funktionelle Verbindung zwischen dem Lebensraum und den Individuen der Art besteht (Fortpflanzungsstätten, Nahrungshabitate, Ruhezonen, Transferkorridore).</p>\n<p class=\"lf-p\">Von den genannten Arten wiesen nur Bartfledermäuse und Kleine Abendsegler eine regelmäßige Nutzung des UG auf. Alle weiteren Arten sind als sporadisch auftretend zu werten, insbesondere auch die beiden Arten Großer Abendsegler und Mopsfledermaus mit Faktor U2.</p>\n<p class=\"lf-p\">Für Bartfledermäuse waren die dichteren Vegetationsbereiche von erhöhter Bedeutung.</p>\n<p class=\"lf-p\">Darunter sind vornehmlich die Uferbereiche der Pétrusse und vorgelagerte Gebüschstrukturen, sowie Gartenbereiche am nördlichen und westlichen Rand des UG zu nennen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Kleine Abendsegler wurden hauptsächlich an dichteren Vegetationsstrukturen registriert, mit zumeist aber durchschnittlicher Aktivität. Doch auch im Offenland wurden regelmäßige Feststellungen der Art verzeichnet, die aber auf bloße Transferflüge zurückzuführen sind.</p>\n<p class=\"lf-p\">Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 84 In der Summe ist für beide Arten mit regelmäßigem Auftreten eine Nutzung als Nahrungsfläche in Teilbereichen des UG festgestellt worden, sowie für den Kleinen Abendsegler eine Nutzung als Transferstrecke. Entsprechend wurden Teilbereiche für eine Kompensation nach Artikel 17 ausgegrenzt (regelmäßig genutzte Strukturen zzgl. 25 Meter Pufferzone). Die Teilbereiche liegen vollumfänglich innerhalb der Kompensationsbereiche für Vögel, siehe Kapitel 4.1.1. Eine kartografische Darstellung ist ebendort in Abbildung 19 zu finden.</p>\n<p class=\"lf-p\">In der Summe ist eine Kompensation des Habitatverlustes gem. Artikel 17 des Luxemburger Naturschutzgesetzes mit dem Faktor U1 für Teilbereiche der Untersuchungsfläche im Umfang einer Flächengröße von ca. 40,4 ha für die Fledermausfauna erforderlich.</p>\n<p class=\"lf-p\">4.1.3 Teilbewertung Schmetterlinge Im Untersuchungsgebiet wurden keine Schmetterlingsarten mit ungünstigen nationalen Erhaltungszuständen festgestellt. Auf eine Kompensation gemäß Artikel 17 kann hinsichtlich Schmetterlingen verzichtet werden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 85 4.2 Bewertung nach Artikel 21 Der aktuelle Planungsstand umfasst noch keine konkrete Bebauungsplanung, sondern lediglich Priorisierungen für Flächen zur Urbanisierung. Auf Grundlage der Ergebnisse dieser Studie erfolgt daher nur eine Einschätzung zum Kompensationsaufwand zu den einzelnen Teilgebieten mit Empfehlungen zu Verminderungsmaßnahmen in-situ. Entsprechend der zur Verfügung gestellten Skizze (siehe Abbildung 20) werden nachfolgend alle Teilgebiete einzeln bewertet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Teilbereich 4 Teilbereich 2 Teilbereich 1 Teilbereich 3 Abbildung 20: Skizze der priorisierten Bereiche zur Urbanisierung (Quelle: VAN DRIESSCHE, Stand 30.08.2021) Faunistische Detailstudien im Projektgebiet Bertrange „Dreieck Helfent“ 86 4.2.1 Allgemeines Allgemein gilt ein Tötungsverbot für alle Vögel, Fledermäuse und integral geschützte Schmetterlinge, welches auch überwinternde, rastende Individuen und Entwicklungsformen (Eier, Raupen, etc.) umfasst.</p>\n<p class=\"lf-p\">Alle Abrissarbeiten von Gebäuden, sowie Rodungsmaßnahmen von Gebüschen oder Gehölzen sind im Winterhalbjahr (Oktober bis Februar) durchzuführen. Bei Strukturen mit möglicher Quartiereignung für überwinternde Fledermäuse sind diese vorab auf Besatz zu überprüfen. Bei Verlust potenzieller Quartierstrukturen sind diese an geeigneter Stelle im Umfeld durch Anbringung von Ersatzquartieren (Fledermauskästen) zu kompensieren.</p>\n<p class=\"lf-p\">Zur Vermeidung von Tötungen der festgestellten integral geschützten und auf der Roten Liste geführten Tagfalterarten wird folgendes Vorgehen empfohlen: - Durchführung notwendiger Rodungsmaßnahmen im Winterhalbjahr - Regelmäßige Mahd der Untersuchungsfläche ab April bis Juli zur Vermeidung der</p></div>", "next": 239928}