Arrêté qui précède. Vertrag vom 8. Februar 1842, über den Anschluß des Großherzogthums Luxemburg an den Deutschen Zoll- und Handels-Verein. Nachdem Seine Majestät der König der
De quoi traite ce texte ?
Dieses Gesetz regelt die Veröffentlichung verschiedener Akte, die die Beziehungen des Großherzogtums Luxemburg zum deutschen Zollverein betreffen. Es soll die Integration Luxemburgs in das Zollsystem des Deutschen Zollvereins rechtlich verankern.
Pour qui: Das Großherzogtum Luxemburg und seine Einwohner; Die Mitgliedsstaaten des deutschen Zollvereins.
L’essentiel
- Pays
- Luxembourg
- Domaine du droit
- Droit fiscal
- Articles
- 71
- Source
- legilux.public.lu
- Texte récupéré le
- Explication mise à jour le
Que réglemente ce texte ?
- Die Veröffentlichung von Verträgen und Akten, die Luxemburgs Beitritt zum deutschen Zollverein betreffen.
- Die Einführung von Gesetzeskraft für diese Akte im Großherzogtum Luxemburg.
- Die Anpassung der luxemburgischen Zollverwaltung an die Bestimmungen des Zollvereins.
- Die Besteuerung bestimmter Produkte wie Branntwein, Bier, Weinmost, Salz und Tabak im Großherzogtum.
Qui est concerné par ce texte ?
- Das Großherzogtum Luxemburg und seine Einwohner.
- Die Mitgliedsstaaten des deutschen Zollvereins.
Quels sont les points clés ?
- Der Vertrag vom 8. Februar 1842 über den Anschluss Luxemburgs an den Deutschen Zoll- und Handels-Verein wird veröffentlicht und erhält Gesetzeskraft.
- Zukünftige Änderungen der Zollbestimmungen bedürfen der Zustimmung der Großherzoglichen Regierung, werden aber nicht verweigert, wenn sie allgemein in den Vereinsstaaten getroffen werden.
- Eingangs-, Ausgangs- und Durchgangsabgaben zwischen Preußen und Luxemburg entfallen, mit Ausnahmen für Staatsmonopole (Salz, Spielkarten, Kalender) und innerlich besteuerte Erzeugnisse.
- Die Einfuhr von Salz aus Nicht-Vereinsländern ist verboten, es sei denn, sie erfolgt für Rechnung einer Vereinsregierung zum direkten Verkauf.
Droit fiscal
Texte de loi
Texte de loi
Sommaire (71)
- Art. 1
- Art. 1er Der Vertrag vom 8. Februar 1842 und die
- Art. 2
- Art. 3 Unser General-Administrator der Finanzen ist
- Art. 4 Um gleichzeitig mit dem Anschlusse des Großherzogthums Luxemburg an da
- Art. 5
- Art. 6
- Art. 7 Hinsichtlich der Einfuhr von Spielkarten und Kalendern kömmt der Grund
- Art. 8
- Art. 9
- Art. 10
- Art. 11 Seine M a j . der König Großherzog schließen Sich für das Großherzogth
- Art. 12 Die Wasserzölle oder auch Wegegeldgebühren auf Flüssen, mit Einschluß
- Art. 13 Canal-, Schleusen-, Brücken-, Fähr-, Hafen-, Waage-, Krahnen- und Nied
- Art 14
- Art. 15
- Art. 16
- Art. 17 Die Ausführung aller im gegenwärtigen Vertrage enthaltenen Verabredung
- Art. 18 Der Großherzoglichen Regierung bleibt es vorbehalten, die für den Zoll
- Art. 19
- Art. 20
- Art. 21 In Folge des gegenwärtigen Vertrages wird zwischen dem Königreiche Pre
- Art. 22 Die beiderseitigen hohen Contrahenten sind dahin übereingekommen, daß
- Art 23 Die Dauer des gegenwärtigen Vertrages, welcher mit dem 1. April 1842 z
- Art. 14 ( Z u m Art. 23 des offenen V e r t r a g e s . )
- Art 1 Der wegen des Beitritts Seiner Majestät des Königs der Niederlande, Gr
- Art. 23
- Art. 24 Dem auf Förderung freier und natürlicher Bewegung des allgemeinen Verk
- Art. 25 Von der tarifmüßigen Abgaben-Entrichtung bleiben die Gegenstände, welc
- Art. 26 Das Begnadigungs- und Strafverwandlungsrecht bleibt jedem der contrahi
- Art. 27 Die Ernennung der Beamten und Diener bei den Lokal- und Bezirksstellen
- Art. 28
- Art. 29 Die von den Zoll-Erhebungs-Behörden nach Ablauf eines jeden Vierteljah
- Art. 30
- Art. 31 Die contrahirenden Theile gestehen sich gegenseitig das Recht zu, den
- Art. 32 Jedem der contrahirenden Staaten steht das Recht zu, an die Zoll-Direc
- Art. 33
- Art. 34 Vor die Versammlung dieser Conferenz-Bevollmächtigten gehört:
- Art. 35
- Art. 36 Den Aufwand für die Bevollmächtigten und deren etwaige Gehülfen bestre
- Art. 37
- Art. 38 Für den F a l l , daß andere deutsche Staaten den Wunsch zu erkennen g
- Art. 39 Auch werden sie sich bemühen, durch Handelsverträge mit anderen Staate
- Art. 40
- Art. 41
- Art. 42 Sofern der gegenwärtige Vertrag nicht vor dem 1ten Januar 1846 von dem
- § 1
- § 2
- § 3
- § 4 Die Erhebungsämter der kontrahirenden Staaten sollen den dazu von dem
- § 5
- § 6 Den Zoll- und Steuerbeamten der kontrahirenden Theile soll gestattet s
- § 8
- § 9 Jeder der kontrahirenden Theile ist verpflichtet:
- § 10 Auch wird jeder der beiden Staaten die Erledigung der für die Wiederau
- § 11
- § 12 Jeder der kontrahirenden Theile hat die in den §§ 13 und 14 erwähnten
- § 13 Uebertretungen von E i n - , Aus- und Durchfuhrverboten des anderen Th
- § 14
- § 15
- § 16
- § 17 Uebertretungen der Ein-, Aus- und Durchgangs-Abgabengesetze des andere
- § 18 Zu den im § 17 bezeichneten Untersuchungen sollen das Gericht, von des
- § 19 Bei den im § 17 bezeichneten Untersuchungen soll den amtlichen Angaben
- § 20 Die Kosten eines nach Maßgabe des § 17 eingeleiteten Strafverfahrens u
- § 21
- § 22
- § 23 Das Recht zum Erlasse und zur Milderung der Strafen, zu welchen der An
- § 24 Die Gerichte jedes der contrahirenden Staaten sollen in Beziehung auf
- § 25
- §26
385 Nummer 47.
Jahr 1854.
Verordnungs- und Verwaltungsblatt d es Großherzogthums Luxemburg.
MÉMORIAL LÉGISLATIF ET ADMINISTRATIF DU GRAND-DUCHÉ DE LUXEMBOURG.
Acte der Gesetzgebung.
Actes législatifs.
General-Administration der Finanzen ADMINISTRATION GÉNÉRALE DES FINANCES, Königl. -Großherzogl. - Beschluß ARRÊTÉ ROYAL GRAND-DUCAL du 17 février 1854,n° 135, vom 17. Februar 1854, Nr. 135, betreffend die Veröffentlichung verschie- concernant la publication de différents actes relatifs aux rapports du Granddener auf die Verhältnisse des GroßDuché de Luxembourg, avec l'Union herzogthums Luxemburg zum deutschen douanière Allemande.
Zollverein bezüglicher Akte.
Wir Wilhelm III, von Gottes Gnaden, König der Niederlande, Prinz von Oranien-Nassau, Großherzog von Luxemburg, u, u., u.
Nous GUILLAUME III, par la grâce de Dieu, Roi des Pays-Bas, Prince d'Orange-Nassau, GrandDuc de Luxembourg, etc., etc., etc., Nach Einsicht des Artikels 2 des Gesetzes vom 23ten Januar 1854, über den Anschluß des Großherzogthums Luxemburg an den deutschen Zollverein, so wie des, diesem Gesetzte an- Vu l'article 2 de la loi du 23 janvier 1854, concernant l'accession du Grand-Duché de Luxem- 386 Nr. 46. liegenden Vertrages vom 26. — 31. Dezember 1853;
Haben beschlossen und beschließen was folgt: bourg à l'Union douanière Allemande, ainsi que le traité du 26—31 décembre 1853, y annexé;
Avons arrêté et arrêtons ce qui suit:
Art. 1
Art. 1erDer Vertrag vom 8. Februar 1842 und die
dazu gehörenden Separat-Artikel und SchlußProtokoll, sowie der Vertrag vom 2. April 1847 und der dazu gehörende Separat-Artikel sollen in dem Verordnungs- und Verwaltungsblatte, mit gegenwärtigem Beschlusse veröffentlicht werden, um im Großherzogthum Gesetzeskraft zu haben, soweit deren Bestimmungen nicht durch spätere Vertragsstipulationen aufgehoben oder abgeändert worden sind.
Le traité du 8 février 1842, les articles séparés et le protocol final y relatifs, ainsi que le traité du 2 avril 1847 et l'article séparé y relatif, seront publiés par la voie du Mémorial législatif et administratif, à la suite du présent arrêté, pour avoir force de loi dans le Grand-Duché, en tant que leurs dispositions n'ont pas été abrogées ou modifiées par des stipulations postérieures.
Art. 2
Art. 2In gleicher Weise sollen nachbezeichnete Acte
veröffentlicht werden, um im Großherzogthum Gesetzeskraft zu haben:
Seront de même publiés, pour avoir force de loi dans le Grand-Duché, les actes ci-après désignés:
1° Der Vertrag vom 4. April 1853, die Fortdauer und Erweiterung des Zoll- und Handelsvereines betreffend.
1° Le traité du 4 avril 1853, concernant la continuation et l'extension de l'Union douanière et de commerce.
2° Die Ubereinkunft vom selben Tage, wegen Besteuerung des Rübenzuckers.
2° La convention du même jour, concernant l'imposition du sucre de betteraves.
3° Der Zolltarif für die Zeit vom 1. Januar 1854 ab.
3° Le tarif des droits de douane à percevoir à partir du 1 e r janvier 1854.
4° Die Uebereinkunft vom 21. September 1842, wegen Ertheilung von Erfindungs-Patenten und Privilegien.
4° La convention du 21 septembre 1842, concernant la délivrance de brevets d'invention, l'octroi et priviléges.
5° Das Münzkartel vom 21. Oktober 1845 und das dazu gehörende Schluß-Protokoll.
5° Le cartel monétaire du 21 octobre 1845, et le protocol final y relatif.
6° Der Handels- und Zollvertrag zwischen Preußen und Oestreich vom 19. Februar 1853, sowie dessen Anlagen.
6° Le traité de commerce et de douanes entre la Prusse et l'Autriche, en date du 19 février 1853, avec ses annexes.
Nr. 46.
387
Art. 3Unser General-Administrator der Finanzen ist
mit der Vollziehung gegenwärtigen Beschlusses, welcher in das Gesetzgebungs- und Verwaltungsblatt einzurücken ist, beauftragt.
So geschehen im Haag, am 17. Februar 1854.
Für den König-Großherzog, Dessen Statthalter im Großherzogthum Luxemburg,
Art. 3Notre Administrateur-général des finances est
changé de l'exécution du présent arrêté, qui sera inséré au Mémorial législatif et administratif.
Ainsi fait à La Haye, le 17 février 1854.
Pour le Roi Grand-Duc:
Son Lieutenant-Représentant dans le Grand-Duché, Heinrich, Prinz der Niederlande.
HENRI, PRINCES DES PAYS-BAS.
Durch den Prinzen, Statthalter des KönigGroßherzogs, Par le Prince, Lieutenant du Roi Grand-Duc, Der Secretär beim Cabinet S.M. des KönigGroßherzogs für die Angelegenheiten des Großherzogthums, G. d'Olimart. les affaires du Grand-Duché, Der General-Administrator der Finanzen, L.J.E. Servais.
Eingerückt in das Verordnungs- und Verwaltungsblatt am 30. April 1854.
Der General-Administrator der Finanzen, L.J.E. Servais.
Le Secrétaire attaché au cabinet de S.M. le Roi Grand-Duc, pour G. D'OLIMART.
L'Administrateur — général des finances, L.J.E. SERVAIS.
Inséré au Mémorial législatif et administratif, le 30 avril 1854.
L'Administrateur — général L . J . E . SERVAIS. des finances, Nr. 46.
388 Folgen die in vorstehendem Beschluß erwähnten Acte.
Suivent les actes mentionnés en l'Arrêté qui précède.
Vertrag vom 8. Februar 1842, über den Anschluß des Großherzogthums Luxemburg an den Deutschen Zoll- und Handels-Verein.
Nachdem Seine Majestät der König der Niederlande, Großherzog von Luxemburg, den Wunsch zu erkennen gegeben haben, dem Großherzogthume Luxemburg durch eine nähere Verbindung desselben mit dem deutschen Zoll- und Handels-Vereine die Vortheile eines möglichst freien gegenseitigen Verkehrs zuzuwenden; so haben Behufs der deshalb zu pflegenden Verhandlungen, zu Bevollmächtigten ernannt:
Einerseits Seine Majestät der König der Niederlande, Großherzog von Luxemburg, Allerhöchst Ihren Kammerherrn und interimistischen Staatskanzler für das Großherzogthum Luxemburg, Friedrich Georg Prosper, Freiherrn von Blochausen, Ritter von dem Stern des Großherzoglich-Luxemburgischen Ordens der Eichenkrone und des Königlich-Niederländischen Löwen-Ordens, und A n d e r s e i t s , Seine Majestät der König von Preußen, für sich und in Vertretung der übrigen Mitglieder des, Kraft der Verträge vom 22. und 30. März und 11. Mai 1833, 12. Mai und 10. Dezember 1835, 2. Januar 1836 und 8. Mai 1841, bestehenden Zoll- und Handelsvereins, nämlich: der Kronen Bayern, Sachsen und Würtemberg, des Großherzogthums Baden, des Kurfürstenthums Hessen, des Großherzogthums Hessen, der den Thüringischen Zoll- und Handelsverein bildenden Staaten, — namentlich des Großherzogthums Sachsen, der Herzogthümer Sachsen-Meinungen, Sachsen-Altenburg und Sachsen-Coburg und Gotha, und der Fürstenthümer Schwarzburg-Rudolstadt und Schwarzburg-Sondershausen, Reuß-Greitz, Reuß-Schleitz und Reuß-Lobenstein und Ebersdorf, der Herzogthümer Braunschweig und Nassau, und der freien Stadt Frankfurt, Allerhöchst ihren Kammerherrn und außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister am Königlich Niederländischen Hofe, Hermann Friedrich, Reichsgrafen v o n W y l i c h und L o t t u m , Ritter des König.-Preuß. rothen Adler-Ordens 2ter Klasse mit dem Stern, des Johanniter-Ordens und des eisernen Kreuzes 2ter Klasse.
Von welchen Bevollmächtigten, in Gemäßheit der denselben von ihren respectiven Souveränen ertheilten speziellen Instructionen, unter dem Vorbehalte der Ratification, folgender Vertrag abgeschlossen worden ist.
Nr. 47.
2
Art. 1
Seine Majestät der König der Niederlande, Großherzog von Luxemburg, treten mit Allerhöchst Ihrem Großherzogthume Luxemburg dem Zollsysteme des Königreiches Preußen und der mit diesem zu einem Zollvereine verbundenen Staaten bei.
Art. 2In Folge dieses Beitritts werden Seine Majestät der König Großherzog, mit Aufhebung
der gegenwärtig in dem gedachten Großherzogthume über Eingangs-, Ausgangs- und Durchgangsabgaben und deren Verwaltung bestehenden Gesetze und Einrichtungen, daselbst die Verwaltung der Eingangs-, Ausgangs- und Durchgangsabgaben in Uebereinstimmung mit den desfallsigen Gesetzen, Tarifen, Verordnungen und sonstigen administrativen Bestimmungen des Zollvereins, wie solche in den an das Großherzogthum angrenzenden preußischen Provinzen gegenwärtig bestehen oder künftig bestehen werden, einrichten und zu diesem Zwecke die erforderlichen Gesetze, Tarife und Verordnungen publiciren, sonstige Verfügungen aber, nach denen die Unterthanen oder Steuerpflichtigen sich zu richten haben, durch die betreffende oberste VerwaltungsBehörde zu Luxemburg zur öffentlichen Kenntniß bringen lassen.
Art. 3
Etwaige künftige Abänderungen der im vorstehenden Artikel gedachten, in den an das Großherzogthum angrenzenden preußischen Provinzen bestehenden gesetzlichen Bestimmungen, bedürfen der Zustimmung der Großherzoglichen Regierung; diese Zustimmung wird nicht verweigert werden, wenn solche Abänderungen in den Vereinsstaaten allgemein getroffen werden.
Art. 4Um gleichzeitig mit dem Anschlusse des Großherzogthums Luxemburg an das Zoll-System
Preußens und der übrigen Staaten des Zollvereins, auch alle Hindernisse zu entfernen, welche einer völligen Freiheit des Verkehrs zwischen dem gedachten Großherzogthume und dem dasselbe angrenzenden Königlich Preußischen Gebiete in der Verschiedenheit der Abgabe vom Salze und der Besteuerung innerer Erzeugnisse entgegen stehen würden, ist ferner Folgendes verabredet worden:
A) wegen des Branntweins aus mehligen Substanzen, und B) wegen des Biers, wollen Seine Majestät der König Großherzog die dermalen schon von der Fabrication dieser Getränke im Großherzogthum zu entrichtende Abgabe nicht unter den Betrag der dieserhalb in Preußen bestehenden Steuer herabsetzen.
Was das Branntweinbrennen aus Obst und Trestern und allen sonstigen nicht mehligen Substanzen anlangt, so werden Seine Majestät dasselbe, nach Ratification des gegenwärtigen Vertrags, einer Steuer unterwerfen, deren Betrag nicht geringer als die dafür in Preußen bestehende sein wird.
C) Nicht minder werden Seine Majestät gleichzeitig eine Besteuerung des Weinmostes in Uebereinstimmug mit den deshalb in Preußen angenommenen Steuersätzen einführen.
D) Wegen des Salzes ertheilen Seine Majestät die Zusicherung, den Salzdebitpreis während der Dauer des Vertrages nicht unter den Betrag des Salzpreises in Preußen herabzusetzen.
3 Nr. 47.
E) Für den Fall, daß im Großherzogthum Tabacksbau betrieben werden, und einen irgend erheblichen Umfang erreichen sollte, versprechen Seine Majestät die in Preußen bestehende oder eine derselben im Betrage gleichkommende Besteuerung des inländischen Tabacksbaues einführen zu lassen.
Art. 5
M i t der vollständigen Ausführung des gegenwärtigen Vertrags hören die Eingangs-, Ausgangs- und Durchgangs-Abgaben an den Grenzen zwischen Preußen und dem Großherzogthume Luxemburg auf, und es können alle Gegenstände des freien Verkehrs aus letzterm frei und unbeschwert in die preußischen und die mit Preußen im Zollvereine befindlichen Staaten und umgekehrt aus diesen in jenes, eingeführt werden, mit alleinigem Vorbehalt:
Art. 6
In Betreff des Salzes treten Seine Majestät der König Großherzog den zwischen den Mitgliedern des Zollvereins bestehenden Verabredungen in folgender Art bei:
Nr. 47.
4
Art. 7Hinsichtlich der Einfuhr von Spielkarten und Kalendern kömmt der Grundsatz, wonach es i n
sämmtlichen zu dem Zollvereine gehörigen Staaten und Gebietstheilen bei den bestehenden Verbots- oder Beschränkungs-Gesetzen und Debits-Einrichtungen sein Bewenden behält, auch in Beziehung auf das Großherzogthum Luxemburg in Anwendung.
Art. 8
Indem die in dem Gebiete des Zollvereins in Betreff der innern Steuern, welche in den einzelnen Vereinsstaaten, theils auf die Hervorbringung oder Zubereitung, theils unmittelbar auf den Verbrauch gewisser Erzeugnisse gelegt sind, so wie hinsichtlich des Verkehrs mit solchen Erzeugnissen unter den Vereinsstaaten vertragsmäßig bestehenden Bestimmungen auch auf das Großherzogthum Luxemburg in Anwendung kommen, wird, in Rücksicht auf die Steuern, welche in letzterem auf innern Erzeugnissen haften, und auf die im Art. 4 deshalb getroffenen Verabredungen, zwischen Preußen und dem Großherzogthum gegenseitig von sämmtlichen innern Erzeugnißen, bei dem Uebergange in das andere Gebiet, weder eine Rückvergütung der Steuern geleistet, noch eine Uebergangs-Abgabe erhoben werden, dagegen den übrigen Staaten des Zollvereins gegenüber das Großherzogthum hinsichtlich der zu gewährenden Rückvergütungen und der zu erhebenden Uebergangs-Abgaben in dasselbe Verhältniß wie Preußen, rücksichtlich der preußischen Rheinprovinz treten.
Art. 9
Seine Majestät der König Großherzog treten der zwischen den Staaten des Zollvereins getroffenen Uebereinkunft wegen Besteuerung des im Umfange des Vereins aus Runkelrüben bereiteten Zuckers bei, und erklären sich auch damit einverstanden, daß, wenn die Fabrikation von Zucker oder Sirop aus anderen inländischen Erzeugnissen, als aus Runkelrüben, z. B. aus Stärke, im Zollvereine einen erheblichen Umfang gewinnen sollte, diese Fabrikation ebenfalls in sämmtlichen Vereinsstaaten einer übereinstimmenden Besteuerung nach den für die RübenZucker-Steuer verabredeten Grundsätzen zu unterwerfen sein würde. (1)
Art. 10
Chausseegelder oder andere statt derselben bestehende Abgaben, ebenso Pflaster-Damm-Brückenund Fährgelder, oder unter welchem anderem Namen dergleichen Abgaben bestehen, ohne Unter chied, ob die Erhebung für Rechnung des Staates oder eines Privat-Berechtigten, namentlich
5 Nr. 47. einer Commune, geschieht, sollen, sowohl auf Chausseen, als auch auf allen unchaussirten Landund Heerstraßen, nur in dem Betrage beibehalten, oder neu eingeführt werden können, als sie den gewöhnlichen Herstellungs- und Unterhaltungskosten angemessen sind.
Das in dem Preußischen Chausseegelbtarife vom Jahr 1828 bestimmte Chausseegeld soll als der höchste Satz angesehen und auch in dem Großherzogthum Luxemburg nicht überschritten werden. Besondere Erhebungen von Thorsperr- und Pflastergeldern sollen auf chaussirten Straßen, da, wo sie noch bestehen, dem vorstehenden Grundsatze gemäß, aufgehoben, und die Ortspflaster der Chausseestrecke dergestalt eingerechnet werden, daß davon nur die Chausseegelder nach dem allgemeinen Tarife zur Erhebung kommen.
Art. 11Seine M a j . der König Großherzog schließen Sich für das Großherzogthum Luxemburg den Verab
rebungen an, welche zwischen den zu dem Zoll- und Handelsvereine gehörigen Regierungen wegen Herbeiführung eines gleichen Münz- Maaß-und Gewicht-Systems getroffen worden sind, und treten insbesondere hiedurch der zwischen den gedachten Regierungen unter dem 30. Juli 1838 abgeschlossenen allgemeinen Münz-Convention bei, indem Allerhöchstdieselben zugleich erklären, entweder den 14 Thalerfuß oder den 24 1/2 Guldenfuß in dem Großherzogthum als Landesmünzfuß annehmen zu wollen. (1)
Art. 12Die Wasserzölle oder auch Wegegeldgebühren auf Flüssen, mit Einschluß derjenigen, welche
das Schiffsgefäß treffen (Recognitionsgebühren) sind von der Schiffahrt auf solchen Flüssen, auf welche die Bestimmungen des Wiener Congresses oder besondere Staats-Verträge Anwendung finden, ferner gegenseitig nach jenen Bestimmungen zu entrichten, in so fern hierüber nichts besonders verabredet wird.
In letzterer Hinsicht erklären Seine Majestät der König Großherzog, was insbesondere den Rhein und dessen Nebenflüsse betrifft, Ihr Einverständniß mit dem, in den Art. 15 resp. 12 der Zollvereinigungs-Verträge vom 22. März 1833, 12. M a i 1835 und 2. Januar 1836 ausgesprochenen Zwecke, durch weitere Unterhandlung zu einer Vereinbarung zu gelangen, in Folge derer die Ein-, Aus- und Durchfuhr der Erzeugnisse der sämmtlichen Vereinslande auf den genannten Flüssen in den Schiffahrts-Abgaben mit stetem Vorbehalte der Recognitions-Gebühren, wo nicht ganz befreit, doch möglichst erleichtert wird.
Alle Begünstigungen, welche ein Vereinsstaat dem Schiffahrtsbetriebe seiner Unterthanen auf den Eingangs gedachten Flüssen zugestehen möchte, sollen in gleichem Maaße auch der Schiffahrt der Unterthanen der andern Vereinsstaaten zu Gute kommen. Auf den übrigen Flüssen, bei welchen weder die Wiener-Congreß-Acte noch andere Staatsverträge Anwendung finden, werden die Wasserzölle nach den privativen Anordnungen der betreffenden Regierungen erhoben.
Doch sollen auch auf diesen Flüssen die Unterthanen der contrahirenden Staaten und deren Waaren und Schiffsgefäße überall gleich behandelt werden.
Nr. 47.
6 Die betheiligten Regierungen behalten sich vor, nach Maaßgabe der vorstehenden Grundsatzüber alle die Schiffahrt auf der Mosel, und, so weit die Schiffbarkeit derselben solches erfordert, auf der Sauer, erleichternde und befördernde Maaßregeln durch eine auf völliger Reciprocität beruhende Uebereinkunft sich weiter zu verständigen.
Art. 13Canal-, Schleusen-, Brücken-, Fähr-, Hafen-, Waage-, Krahnen- und Niederlagegebühren
und Leistungen für Anstalten, die zur Erleichterung des Verkehrs bestimmt sind, sollen nur bei Benutzung wirklich bestehender Einrichtungen erhoben, und für letztere nicht erhöhet, auch über all von den Unterthanen des andern contrahirenden Theiles auf völlig gleiche Weise, wie von den eigenen Unterthanen, erhoben werden. Findet der Gebrauch einer Waage-Einrichtung nun zum Behufe der Zoll-Ermittelung oder einer zollamtlichen Controlle statt, so tritt eine Gebühren, Erhebung nicht ein.
Art 14
Von den Großherzoglich-Luxemburgischen Unterthanen, welche in den Gebieten der zollvereinten Staaten Handel und Gewerbe treiben, oder Arbeit suchen, soll von dem Zeitpunkte ab, miwelchem der gegenwärtige Vertrag in Kraft treten wird, keine Abgabe entrichtet werden, welcher nicht gleichmäßig die in demselben Gewerbsverhältniß stehenden eigenen Unterthanen diese Staaten unterworfen sind.
Desgleichen sollen Fabrikanten und Gewerbtreibende aus dem Großherzogthum Luxemburg welche blos für das von ihnen betriebene Geschäft Ankäufe machen, oder Reisende aus selbigem welche nicht Waaren selbst, sondern nur Muster derselben bei sich führen, um Bestellungen zu suchen, wenn sie die Berechtigung zu diesem Gewerbsbetriebe in ihrem Wohnorte durch Entrichtung der gesetzlichen Abgaben erworben haben, oder im Dienste solcher dortigen Gewerbetreibenden oder Kaufleute stehen, in den andern Staaten des Zollvereins keine weitere Abgabhierfür zu entrichten verpflichtet sein.
Auch sollen bei dem Besuchen der Messen und Märkte zur Ausübung des Handels und zum Absatze eigener Erzeugnisse oder Fabrikate, die Großherzoglichen Unterthanen in jedem Vereins staate den eigenen Unterthanen gleich behandelt werden.
Auf ganz gleiche Weise soll es mit den Unterthanen aus sämmtlichen zum Zollvereine gehörigen Staaten in den vorerwähnten Füllen bei ihrem Verkehr in dem Großherzogthum Luxemburg gehalten werden. (1)
Art. 15
Seine Majestät der König Großherzog treten hiedurch dem zwischen den Gliedern des Zollund Handelsvereins zum Schutze ihres gemeinschaftlichen Zollsystems gegen den Schleichhandel und ihrer innern Verbrauchsabgaben gegen Defraudationen bestehenden Zollkartel bei, und werden die betreffenden Artikel desselben gleichzeitig mit gegenwärtigem Vertrage in dem Großherzogthume publiziren lassen; auch die übrigen Vereinsstaaten werden die erforderlichen Anordnungen
7 Nr. 47. treffen, damit in den gegenseitigen Verhältnissen den Bestimmungen dieses Zollkartels überall Anwendung gegeben werde.
Art. 16
Die Ernennung der Beamten und Diener bei den Bezirks- und Lokalstellen für die Zollerhebung und Aufsicht, welche nach gleichförmigen Bestimmungen, wie in den übrigen Vereinsstaaten, anzuordnen, zu besetzen und zu instruiren sind, bleibt Seiner Majestät, dem König Großherzog überlassen.
Auch sind die Vereinsstaaten damit einverstanden, daß die Vollziehung der gemeinschaftlichen Zollgesetze, so wie die Leitung des Dienstes, einer Zolldirection in Luxemburg übertragen werde.
Da jedoch die Vereinsstaaten ein großes Interesse dabei haben, daß durch die mit der Aufnahme des Großherzogthums in den Verein eintretende Verlegung der Zollgrenze die Sicherheit in der Erhebung der Abgaben nicht gemindert werde, so wollen Seine Majestät der König Großherzog alle Einrichtungen der Verwaltung dergestalt treffen lassen, daß diese durch die Art sowohl ihrer Organisation, als ihrer Handhabung, den Vereinsstaaten eine volle Bürgschaft für die genaue Ausführung der Zollgesetze gewähren. Das Nähere hierüber soll in einer besondern Uebereinkunft verabredet werden.
Art. 17Die Ausführung aller im gegenwärtigen Vertrage enthaltenen Verabredungen, namentlich
derjenigen, welche auf die Einrichtung, Bestimmung und amtliche Befugniß der zur Erhebung und Abfertigung erforderlichen Dienststellen sich beziehen, ferner die Bildung des Grenzbezirks im Großherzogthum soll in gegenseitigem Einvernehmen mit Hülfe der von beiden Seiten zu diesem Behufe zu ernennenden Commissarien, bewirkt werden (1).
Art. 18Der Großherzoglichen Regierung bleibt es vorbehalten, die für den Zolldienst angestellten
Beamten in dem Großherzogthume, soweit es ohne Beeinträchtigung ihrer eigentlichen DienstObliegenheiten geschehen kann, auch mit der Erhebung und Controle großherzoglich-privativer Steuern, ingleichen der Chaussee- und Wegegelder zu beauftragen (2).
Art. 19
Die Untersuchung und Bestrafung der im Großherzogthum Luxemburg begangenen Zollvergehen erfolgt, insofern dabei nicht ein administratives Verfahren eintritt, von den Großherzoglichen Gerichten (2).
Art. 20
Die Ausübung des Begnadigungs- und Straf-Verwandlungsrechts über die wegen verschuldeter Zollvergehen von Luxemburgischen Gerichten verurtheilten Personen bleibt Seiner Majestät dem König Großherzog vorbehalten.
Nr. 47.
8
Art. 21In Folge des gegenwärtigen Vertrages wird zwischen dem Königreiche Preußen nebst den
mit ihm zu einem Zollvereine verbundenen Staaten und dem Großherzogthume Luxemburg eine Gemeinschaft der Einkünfte an Eingangs-, Ausgangs- und Durchgangsabgaben statt finden, und der Ertrag dieser Einkünfte nach dem Verhältnisse der Bevölkerung getheilt werben. (1)
Art. 22Die beiderseitigen hohen Contrahenten sind dahin übereingekommen, daß dieselben sogleich
nach Auswechselung der Ratifikationsurkunden sich über denjenigen Grenzverkehr und dessen Sicherung verständigen wollen, welcher zwischen dem Großherzogthume Luxemburg einerseits, und dem in Gemäßheit des Traktats vom 19. April 1839 dem Königreiche Belgien verbliebenen Theile des gedachten Großherzogthums anderer Seits besteht, während Seine Majestät der König von Preußen außerdem erklären, daß Allerhöchstdieselben die Absicht haben, alles Mögliche zu thun, um, wenn das Königlich-Belgische Gesetz vom 6. Juni 1839 etwa ausgehoben werden sollte, die Luxemburger Unterthanen rücksichtlich der ihnen aus einer solchen Aushebung erwachsenden Nachtheile zufrieden zu stellen. (2) Und da Seine Majestät der König Großherzog den Wunsch geäußert haben, daß die Anzahl und die Dauer der Dienstzeit der im Großherzogthum Luxemburg anzustellenden KöniglichPreußischen Douanen-Beamten möglichst beschränkt werde, so wollen Seine Majestät der König von Preußen diesem Wunsche entsprechen, in so weit als dies mit dem Dienste und der Organisation des Zollvereins vereinbar ist. (3)
Art 23Die Dauer des gegenwärtigen Vertrages, welcher mit dem 1. April 1842 zur Ausführung
gebracht werden soll, wird bis zum letzten März 1846 festgesetzt. Erfolgt spätestens neun Monate vor dem Ablaufe dieses Zeitraums keine Aufkündigung von der einen oder der andern Seite, so wird der Vertrag als auf sechs Jahre, und in gleicher Weise stets weiter von sechs zu sechs Jahren verlängert angesehen. (4) Derselbe soll alsbald sämmtlichen betheiligten Regierungen vorgelegt, und sollen die Ratifikationsurkunden mit möglichster Beschleunigung, spätestens aber binnen sechs Wochen, zu Berlin ausgewechselt werden.
So geschehen zu H a a g , den 8. Februar 1842. (Unterzeichnet) Frédéric-GeorgesHermann Friedrich, Reichsgraf von Prosper de Blochausen.
Wylich und Lottum. (L.
S.) (L.S.)
9 Separat-Artikel zu dem Vertrage vom 8. Februar 1842 Bei dem heutigen Abschlusse des Vertrages zwischen Preußen, Bayern, Sachsen, Würtemberg, Baden, Kurhessen, dem Großherzogthum Hessen, den zu dem Thüringer Zoll- und Handelsvereine gehörigen Staaten, den Herzogthümern Braunschweig und Nassau und der freien Stadt Frankfurt einerseits, und dem Großherzogthum Luxemburg anderseits, wegen des Anschlusses des Großherzogthums an das Zollsystem Preußens und der übrigen Staaten des Zollvereins, sind von den ernannten Bevollmächtigten noch folgende besondere Artikel, mit Vorbehalt der Ratifikation verabredet worden, welche, obwohl nicht zur öffentlichen Bekanntmachung geeignet, dennoch dieselbe Kraft und Gültigkeit haben sollen, als wenn sie Wort für Wort in die Artikel des offenen Vertrages eingerückt wären.
Art. 1( Z u m Art. 2 des offenen V e r t r a g e s . )
Seine Majestät der König der Niederlande, Großherzog von Luxemburg, wollen in dem Großherzogthume Luxemburg zum Zwecke der Erhebung und Verwaltung der künftig daselbst zu entrichtenden Eingangs-, Ausgangs- und Durchgangs-Abgaben: den anliegenden Zolltarif Nr. 1 , das anliegende Zollgesetz Nr. 2 , die anliegende Zollordnung Nr. 3 , das anliegende Zollstrafgesetzbuch Nr. 4 , nicht minder auch: die anliegenden gesetzlichen Bestimmungen wegen des Waffengebrauchs der Grenzaufsichtsbeamten Nr. 5 , welche als integrirende Theile des gegenwärtigen Vertrages angesehen werden sollen, mit letzterem publiziren lassen (1).
Welche Verfügungen neben dieser Publikation sonst noch durch öffentliche Verkündigung zur Kenntniß der betheiligten Unterthanen und Steuerpflichtigen zu bringen sind, wird bei Gelegenheit der Vollziehung des gegenwärtigen Vertrages durch die zusammentretenden Commissarien gemeinschaftlich bestimmt werden.
Zur Erleichterung des Grenzverkehrs im Großherzogthume Luxemburg ist für dasselbe die freie Ausfuhr des Eisensteins und Roheisens ausnahmsweise verabredet worden.
Art. 2
( Z u m Art. 3. des offenen V e r t r a g e s ) .
Sobald etwaige künftige Abänderungen in den Bestimmungen der Vereins-Zollgesetze in den
Nr. 47 10 angrenzenden Preußischen Rhein-Provinzen zur Ausführung kommen sollen, werden dieselben von der Königlich Preußischen Regierung zur Kenntniß der Großherzoglichen Regierung gebracht und von dieser demnächst im Großherzogthume verkündet und gleichmäßig ausgeführt werden.
Eben so wie Seine Majestät der König Großherzog im Art. 3 des Vertrages die Zustimmung zu solchen etwaigen Abänderungen der zollgesetzlichen Bestimmungen oder Tarifsätze ertheilt haben, welche in den an das Großherzogthum angrenzenden Preußischen Provinzen bestehen, so wollen Allerhöchstdieselben nicht minder alle diejenigen administrativen Maaßregeln, welche in jenen Provinzen, gleichwie in andern Vereinslanden in Anwendung kommen, auch im Großherzogthume Luxemburg zur Ausführung bringen lassen. D a jedoch oft zu örtlichen administrativen Anordnungen, welche die Ausführung der Zollgesetze zum Zwecke haben, in diesem oder jenem Vereinsstaate ein Bedürfniß sich kund gibt, so wollen Seine Majestät der König Großherzog Maaßregeln solcher A r t nach vorheriger Verständigung zwischen dem Königlich Preußischen Finanz-Ministerium und der Luxemburgischen obersten Verwaltungs- Behörde, auch im Großherzogthum treffen lassen. Dahin gehören insbesondere die Bestimmungen und Anordnungen in Betreff der Paßpflichtigkeit der in- und ausländischen Grenzbewohner und der polizeilichen Aufsicht auf dieselben, von welchen das Preußische Regulativ vom 12. Januar 1839 handelt. Preußischer Seits wird jedoch die Zusicherung ertheilt, daß hierbei in Beziehung auf das Großherzogthum keine andere Maaßregeln beabsichtigt seien, als welche unter ähnlichen Verhältnissen auch in Preußen örtlich entweder schon bestehen, oder doch ohnfehlbar getroffen werden würden. (1)
Art. 3
(Zum Art. 4 des offenen Vertrages).
Art. 4
( Z u m Art. 5 des offenen V e r t r a g e s ) .
Da Seine Majestät der König Großherzog der zwischen den Mitgliedern des Zollvereins be(1) S . Separat-Artikel von 1847 1° — 11 Nr. 47. stehenden Verabredung beitreten, daß zur möglichsten Beseitigung des in den Erfindungspatenten oder Privilegien liegenden Verkehrs-Hindernisses dergleichen Patente in keinem der zollvereinten Staaten auf Gegenstände bewilligt werden sollen, welche, den Complex der gesammten VereinsStaaten als ein Ganzes betrachtet, weder neu noch eigenthümlich sind, so wollen Allerhöchstdieselben in Beziehung auf die Ertheilung von Patenten dieselben Grundsätze in dem Großherzogthum Luxemburg eintreten lassen, welche darüber auf Grund allgemeiner Verabredungen zwischen den Vereins-Regierungen, in den Preußischen Staaten bestehen oder eingeführt werden ( 1 ) .
Dagegen bleibt die Annahme solcher in den Preußischen Staaten bestehenden Grundsätze über das Patentwesen, welche nicht zwischen sämmtlichen Vereins-Staaten vereinbart sind, von der Zustimmung der Großherzoglichen Regierung abhängig, welche dabei, soweit das Interesse des Landes es zuläßt, gern darauf Bedacht nehmen wird, daß die möglichste Uebereinstimmung der Gesetzgebung über das Patentwesen in dem Großherzogthume mit der in Preußen bestehenden erreicht und aufrecht erhalten werde.
Nicht minder schließen Seine Majestät der König Großherzog Sich der Verabredung an, daß die Freiheit des Handels und Verkehrs zwischen den contrahirenden Staaten auch dann keine Ausnahme erleiden soll, wenn bei dem Eintritte außerordentlicher Umstände, insbesondere auch bei einem drohenden oder ausgebrochenen Bundeskriege, einer jener Staaten sich veranlaßt finden sollte, die Ausfuhr gewisser, im innern freien Verkehr befindlicher Erzeugnisse oder Fabrikate in das Ausland für die Dauer jener außerordentlichen Umstände zu verbieten.
Sollte jedoch einer oder der andere dieser Staaten es seinem Interesse nicht angemessen finden, auch seinerseits jenes Verbot anzuordnen, so bleibt demjenigen oder denjenigen Staaten, welche solches zu erlassen für nöthig finden, die Befugniß vorbehalten, dasselbe auch auf den Umfang des ihrem Beschlusse nicht beitretenden Vereins-Staates auszudehnen. Ferner räumen die contrahirenden Staaten sich gegenseitig das Recht ein, zur Abwehr gefährlicher ansteckender Krankheiten für Menschen und Vieh die erforderlichen Maaßregeln zu ergreifen. Im Verhältnisse von einem Vereinsstaate zu dem andern dürfen jedoch keine hemmenderen Einrichtungen getroffen werden, als unter gleichen Umständen den innern Verkehr des Landes treffen, welches sie anordnet.
Art. 5(Zum Art. 7 des offenen Vertrages.)
Da nach den, im Königreich Preußen bestehenden gesetzlichen Bestimmungen, ausländische Spielkarten gar nicht, fremde Kalender aber nur gegen Entrichtung der gesetzlichen StempelAbgabe daselbst eingeführt werden dürfen, diese Bestimmungen jedoch nach Eintritt des freien Verkehrs zwischen Preußen und Luxemburg, ohne anderweite Sicherungsmaaßregeln nicht aufrecht zu erhalten sein würden, so verpflichtet sich die Großherzogliche Regierung, alsbald nach erfolgter Ratifikation des Vertrages die nachstehenden gesetzlichen Anordnungen publiciren und in Anwendung bringen zu lassen:
Nr. 47.
12 2. Sollten Spielkarten aus dem Großherzogthum Luxemburg durch die Königlich Preußischen Staaten nach dem Auslande oder nach einem andern Vereins-Staate, wo deren Einfuhr erlaubt ist, versendet werden, so müssen die zur Versendung bestimmten Karten dem nächsten, zur Begleitschein-Ertheilung ermächtigten Zollamte zur Revision gestellt, unter Aufsicht desselben verpackt und unter Begleitschein-Controle abgefertigt werden.
Sollte im Großherzogthume Luxemburg eine Stempel-Abgabe von Spielkarten oder Kalendern eingeführt werden, so werden die Grundsätze, auf welchen die vorstehenden Bestimmungen beruhen, auch bei dem Verkehr mit Spielkarten und Kalendern aus den übrigen Vereins-Staaten nach dem Großherzogthume Luxemburg oder durch dasselbe in Anwendung gebracht werben.
Art. 6
(Zum Art. 9 des offenen Vertrages).
Für den Fall, daß eine Fabrikation von Runkelrüben-Zucker in dem Großherzogthum Luxembürg vor dem 1. September 1844 statt finden sollte, ertheilen Seine Majestät der König Großherzog die Zusicherung, Sich, nach vorgängiger Verständigung, den hinsichtlich der Erhebung und Kontrole der Rübenzucker-Steuer in Preußen bestehenden gesetzlichen Anordnungen anschließen zu wollen.
Art. 7
(Zum Art. 11 des offenen Vertrages).
Der Beitritt Seiner Majestät des Königs Großherzogs zu der allgemeinen Münz-Convention der zum Zoll- und Handelsvereine verbundenen Staaten erstreckt sich auf die zu dieser Convention gehörigen besondern Verabredungen, namentlich a u f :
A. Die Separat-Artikel zu der allgemeinen Münz-Convention der zum Zoll- und Handelsvereine verbundenen Staaten, d.d. Dresden, 30ten Juli 1838, (1) und für den Fall, daß im Großherzogthume Luxemburg der 14-Thalerfuß angenommen werden sollte, auf die B besondere protokollarische Uebereinkunft zu der allgemeinen Münz-Convention zwischen den nach dieser Convention, zum 14-Thalerfuße sich bekennenden Staaten von demselben Dato, welche sub N° VI u. VII hier abschriftlich beigefügt sind.
Art. 8
(Zum Art. 14 des offenen Vertrages).
Seine Majestät der König Großherzog wollen überhaupt diejenigen allgemeinen Anordnungen
13 Nr. 47. zum Zwecke der Erleichterung des Handels und Verkehrs, so wie zur Beförderung der Gewerbsamkeit, welche zwischen den sämmtlichen Contrahenten der bisherigen Zollvereinigungs-Verträge in weiterer Ausbildung der Vereins-Verhältnisse verabredet werden sollten, Ihrerseits auch in dem Großherzogthume Luxemburg auf desfallsige, von der Preußischen Regierung an die dortige oberste Verwaltungs-Behörde ergehende Einladung treffen lassen.
Art. 9
(Zum Art. 16 des offenen Vertrages).
Nach der Aufnahme des Großherzogthums Luxemburg in den Zollverein wird dasselbe im Verhältnisse zu den übrigen Vereins-Staaten und in allen mit den letzteren vorkommenden Verhandlungen von der Königlich Preußischen Regierung gleich den eigenen Preußischen Landen, vertreten werden (1).
Was dagegen die Zollverwaltung im Großherzogthume selbst betrifft, so wird die deshalb im offenen Artikel 1 6 , vorbehaltene Uebereinkunft getroffen, wie folgt:
I. Organisation der Zoll-Verwaltung im Allgemeinen und in specieller Beziehung auf das Personal.
A. Im Allgemeinen.
Die aus der gedachten Pauschsumme nicht zu deckenden Kosten der Verwaltung, insbesondere im I n n e r n , ferner die Ausgaben an Pensionen, die Freischreibungen, Beiträge zu den Quiescenz-Entschädigungen, Einnahme-Ausfälle und Verluste aller A r t , sind von der Großherzoglichen Regierung, wie von jedem anderen Vereins-Staate, nach den deshalb allgemein bestehenden Grundsätzen, aus eigenen Mitteln zu tragen.
Dabei steht die Zoll-Direction, insbesondere deren Director, zu dem Chef des Civildienstes und der Landesregierung im Großherzogthume, in demselben Verhältnisse, wie andre Großherzogliche obere Civilbehörden, namentlich die Rechnungskammer (2).
Da jedoch die Zolldirection bei ihrer Geschäftsführung der Leitung und Controle einer für das Zollwesen organisirten Centralstelle bedarf, welche bei den übrigen Vereins-Staaten in dem Finanzministerium sich vorfindet, so werden die Funktionen dieser Centralstelle für das Großher(1) S . Separat-Artikel von 1847 2°
14 zogthum Luxemburg von Seiten Seiner Majestät des Königs Großherzogs dem KöniglichPreußischen Finanzministerium übertragen.
Obwohl daher die Zoll-Direction, als eine Luxemburgische Behörde, unter der Aufsicht der obersten Verwaltungs-Behörde des Großherzogthums steht, so ist sie doch in Folge der vorgedachten Uebertragung verpflichtet, in allen die Zoll-Verwaltung betreffenden Angelegenheiten, die ihr auf dem weiter unten bestimmten Wege zugehenden Anordnungen und Entscheidungen des Königlichen Preußischen Finanz-Ministeriums zu befolgen und auszuführen.
W i r d ein solcher Beamte von Seiten Preußens abgeordnet, so steht demselben zu, auch hinsichtlich der innern Steuern von Branntwein, Vier, Wein und Taback, und der Salzregie-Einrichtungen, von der Ausführung und Handhabung der Gesetze nähere Kenntniß zu nehmen (1).
Nr. 47.
15 Dieselben Vorschriften, welche in Preußen bestehen, sowohl zur Beurtheilung der Frage, wann und unter welchen Umständen ein administratives Verfahren statt finde, namentlich wann und unter welchen Umständen ein solches Verfahren Behufs der Entlassung eines Beamten einzuleiten sei, als auch über die Einleitung und den Gang des Verfahrens selbst sollen auch im Großherzogthume zur Anwendung kommen (1). Die zu diesem Behufe erforderlichen Anordnungen werden von den zusammentretenden Vollziehungs-Commissarien gemeinschaftlich vorbereitet und demnächst von der Großherzoglichen Regierung in Ausführung gebracht werden.
Die über diesen Gegenstand in der Folge zu erlassenden Vorschriften sollen ebenfalls gegenseitig vereinbart werden.
Eine Ausnahme hiervon findet Hinsichts der gegen vormals Preußische Beamte einzuleitenden gerichtlichen Untersuchungen dahin statt, daß letztere den Preußischen Gerichten dann nicht überwiesen werden, wenn Luxemburgische Unterthanen, sei es als Mitbeschuldigte, oder als Partie civile bei der Sache betheiligt sind.
Wird dagegen durch Untreue oder Nachläßigkeit eines von der Königlich Preußischen Regierung präsentirten, vormals Preußischen Beamten ein erweislicher Verlust an der Einnahme verursacht, so wird derselbe von der Königlich Preußischen Regierung allein getragen.
B. Von der Zolldirection.
16 Beamten besetzt werden, welchen das Königliche Preußische Finanz-Ministerium, nach vorgängiger Verständigung mit der Luxemburger obersten Verwaltungs-Behörde, dazu in Vorschlag bringen wird.
Nr 47.
17 lange ergänzt werden, bis die Zahl der mit Luxemburgischen Beamten besetzten Ober-Grenzkontroleur-Stellen wenigstens die Hälfte der in dem Großherzogthume überhaupt vorhandenen Stellen dieser Art erreicht haben wird, welches Verhältniß auch in der weitern Folge maaßgebend bleiben soll (1).
II. Verabredungen wegen der aus Präsentation der Preußischen Regierung ernannten Beamten.
Einer solchen Zurückberufung wird aber eine Communication mit der Behörde, von welcher die Ernennung-geschehen ist, vorangehen, damit diese das Nöthige wegen der Entlassung verfügen kann.
III. Dienstliche Stellung, Obliegenheiten und Befugnisse der Zoll-Direction.
3te Beilage zur Nr. 47.
Nr. 47.
18 2. Der Zoll-Direction liegt ob, darauf zu sehen und zu halten, daß die Zoll-Verwaltung innern halb ihres Geschäftsbezirks überall den ergangenen Gesetzen, Verordnungen und Anweisungengemäß geführt, von sämmtlichen Beamten nach den bestehenden gesetzlichen und reglementalren Vorschriften und Instructionen verfahren, die Erhebung der Zölle ordnungsmäßig bewirkt und die Entrichtung derselben durch zweckmäßige und sorgfältige Aufsicht gesichert werde.
Anf hie Bemerkungen, welche die Großherzogliche oberste Verwaltungs-Behörde ihrerseits hinzuzufügen sich veranlaßt finden möchte, wird von Seiten des Königlichen Finanz-Ministeriums, so viel es die Umstände gestatten, Rücksicht genommen werden.
Für andere Gegenstände erfolgen die etwa nöthigen Mittheilungen durch Vermittelung der Luxemburgischen obersten Verwaltungs-Behörde und des Preußischen Finanz-Ministeriums.
19 Nr. 47.
Den Beamten bleibt jedoch der Recurs an die höhere Behörde, und zwar den von Preußen präsentirten Beamten durch Vermittelung der Luxemburgischen obersten Verwaltungs-Behörde an das Königlich Preußische Finanz-Ministerium, vorbehalten.
Zu dem Ende übersendet die Zolldirection durch Vermittelung der Luxemburgischen obersten Verwaltungs-Behörde die nach Ablauf eines jeden Quartals bei ihr eingegangenen Register der Provinzial-Steuer-Direction in Cöln, welche demnächst auf demselben Wege der Zoll-Direction die aufgenommenen Revisions-Protokolle mittheilt, um solche beantworten zu lassen.
Nachdem dies geschehen ist, und die beantworteten Revisions-Protokolle an die ProvinzialSteuer-Direction zurückgelangt sind, wird letztere dieselben, mit ihrem, die Entscheidung bildenden Gutachten versehen, remittiren.
Die Zolldirection hat dafür zu sorgen, daß die Erledigung der Revisions-Protocolle diesem Gutachten gemäß erfolge.
Glaubt dieselbe, mit dem letzteren in einem oder dem anderen Punkte nicht einverstanden sein zu können, so steht ihr zu, durch Vermittelung der Luxemburgischen obersten VerwaltungsBehörde, die Provinzial-Steuer-Direction in Cöln davon in Kenntniß zu setzen, und auf demselben Wege auf die Entscheidung des Königlich Preußischen Finanz-Ministeriums zu provociren, welche, als von der Luxemburgischen Verwaltungs-Behörde ausgehend, der Direction zur Vollziehung eröffnet wird.
Nr. 47.
20 IV. Wirkungskreis des Preußischen Finanz-Ministeriums und der Luxemburgischen obersten Verwaltung-Behörde in Bezug auf die Zoll-Verwaltung im Großherzogtum.
B. Zu denjenigen Gegenständen, über welche nur im Einverständniße zwischen dem Königlich Preußischen Finanz-Ministerium und der Großherzoglichen obersten Verwaltungs-Behörde Anordnungen getroffen, oder bestehende Einrichtungen geändert werden können, gehören folgende:
21 Nr. 47.
Die dazu Seitens der Zoll-Direktion anzufertigenden Entwürfe unterliegen der Prüfung des Königlich Preußischen Finanz-Ministeriums, nach dessen vorgängiger Festsetzung dieselben sodann von der Luxemburgischen obersten Verwaltungs-Behörde vollzogen werden.
Nr. 47.
22
Ist jedoch bei den einzuziehenden Abgaben die gemeinschaftliche Zollverwaltung betheiligt, — was bei creditirten Beträgen nicht der Fall ist,— so muß von den Schwierigkeiten, welche die Einziehung findet, jedesmal auch das Königlich Preußische Finanz-Ministerium in Kenntnis gesetzt werden.
Die wirkliche Bescheidung der Reclamanten erfolgt jedoch von Seiten der Luxemburgischen obersten Verwaltungs-Behörde, welche daher, wenn die Beschwerde sich auf solche Gegenstände bezieht, worüber die materielle Entscheidung dem Königlich Preußischen Finanz-Ministerium zusteht, mit letzterem deshalb vorher communiciren wird.
Art. 10(Zum Art. 18 des offenen V e r t r a g e s . )
In den Fällen, wo die obere Verwaltung im Großherzogthume Luxemburg beabsichtigen sollte, für den Zolldienst angestellte Beamte mit der Erhebung und Controle priwativer Luxemburgischer Abgaben zu beaustragen, wird zuvor mit dem Königlich Preußischen Finanz-Ministerium deshalb communicirt und dessen Einverständniß eingeholt werden. Darunter sind jedoch die Fälle nicht zu verstehen, wo es sich nur um den Auftrag zu einer vorübergehenden, die Dauer von zwei Monaten nicht überschreitenden Uebernahme eines solchen Nebengeschäfts handelt.
23 Nr. 47.
Art. 11(Zum Art. 19 des offenen V e r t r a g e s . )
Die von den Großherzoglichen Gerichten verhängten Geldstrafen und consiscirten Gegenstände verbleiben der Großherzoglichen Regierung, nach Abzug der Hälfte, welche gesetzlich zu Gratifikationen der zur Wahrnehmung des Zoll-Interesses verpflichteten Beamten bestimmt ist, und in den Gratifications Fonds der Zoll-Direction sließt, um für die im Großherzogthum Luxemburg zur Wahrnehmung des Zollinteresses verpflichteten Beamten verwendet zu werden.
Art. 12(Zum Art. 20 des o f f enen Vertrages.)
Seine Majestät der König Großherzog wollen vor Höchster Entscheidung auf die eingehenden Begnadigungs- oder Strafverwandlungs-Gesuche, ebenso wie es in Preußen geschieht, die gutachtliche Aeußerung der Zolldirection in Luxemburg vernehmen.
Art. 13( Z u m Art. 21 des offenen V e r t r a g e s . )
Das auf Inhalt des offenen Artikels auf das Großherzogthum fallende Einkommen wird nach Maaßgabe der unter den Zollvereins-Staaten bestehenden Verabredungen über die Vertheilung der in die Gemeinschaft fallenden Abgaben und namentlich der in dem Vertrage vom 8. M a i 1841 wegen Fortsetzung des Zoll- und Handelsvereins dieserhalb verabredeten Bestimmungen festgestellt und der Großherzoglichen Regierung in folgender Art gewährt werden: (1) Bei der Haupt-Abrechnung, welche jährlich zwischen den Mitgliedern des Zollvereins erfolgt, wird das Königlich Preußische Finanz-Ministerium in gleicher A r t , wie dies für die Preußische Regierung von ihm geschieht, auch Namens der Großherzoglich Luxemburgischen Regierung, die periodischen Uebersichten der Brutto-Einnahme an Eingangs-, Ausgangs- und Durchgangs-Abgaben in dem Großherzogthume, beziehungsweise nach Abzug der Pauschsumme für die VerwaltungsKosten an den Grenzen und in den Grenzbezirken, der Restitutionen, Ausfuhr-Bonificationen und andern Lasten des Gesammtvereins, wie solche Abzüge allgemein zwischen den Vereins-Staaten vereinbart worden sind, auf den Grund der, von der Zolldirection in Luxemburg beigebrachten Materialien zusammenstellen und zugleich dafür Sorge tragen, daß der in Folge der Haupt-Abrechnung auf das Großherzogthum nach Maaßgabe seiner Bevölkerung fallende Antheil an der Gesammt-Einnahme, der Großherzoglichen Regierung in derselben Art überwiesen werde, als auch andere Vereinsstaaten unter gleichen Verhältnissen ihren Antheil erhalten.
Außerdem macht die Königlich Preußische Regierung sich verbindlich, alle Verhandlungen über die jährliche Haupt-Abrechnung zur Prüfung des Resultats, welches sich hiernach für das Großherzogthum ergibt, der Großherzoglichen Regierung mitzutheilen.
Nr. 47.
24 Was die Uebergangs-Abgaben von Branntwein, Bier, Wein und Tabak betrifft, so wird zwischen der Königlich Preußischen und der Großherzoglichen Luxemburgischen Regierung eine Gemeinschaft der Einnahme in der Art eintreten, daß der Ertrag dieser Abgaben in beiden Staaten nach gegenseitiger Abrechnung von 5 Prozent für die Erhebungskosten, nach dem Verhältniß der Bevölkerung getheilt wird.
Die Zählung der Einwohner im Großherzogthum Luxemburg wird in Uebereinstimmung mit den, in dieser Hinsicht in Preußen und sämmtlichen übrigen Vereins-Staaten gleichmäßig bestehenden, der Großherzoglichen obersten Verwaltungs-Behörde mitzutheilenden Grundsätzen alle drei Jahre stattfinden und zunächst im Laufe der ersten drei Monate, nach erfolgter Ausführung des gegenwärtigen Vertrages, veranstaltet werden.
Art. 14( Z u m Art. 23 des offenen V e r t r a g e s . )
In Beziehung auf die Ausführung des gegenwärtigen Vertrages ist Folgendes verabredet worden:
Um die gedachten Ober-Grenz-Controleure, bei deren Unbekanntschaft mit dem ihnen untergeordneten Personal, in den Stand zu setzen, ihren Dienstobliegenheiten in möglichst 25 Nr. 47. wirksamer Weise zu genügen, wird die Königlich-Preußische Regierung einem jeden derselben zu seiner Assistenz noch einen reitenden Grenz-Aufseher beiordnen. Die zu diesem Zwecke in das Großherzogthum Luxemburg committirten reitenden Grenzaufseher werden nach Vollendung der dortigen Zoll-Organisation wieder zurückgezogen, insofern nicht die Großherzogliche Regierung in Uebereinstimmung mit dem Urtheil der Zoll-Direction den längern Aufenthalt dieser Beamten daselbst im Interesse des Zolldienstes selbst angemessen finden sollte.
In gleicher Art wird von sämmtlichen Vereins-Staaen auch hinsichts der aus Packhöfen in ihren Landen zur Ausfuhr nach dem Großherzogthume Luxemburg, oder durch letzteres nach dem Auslande declarirten Waaren verfahren werden.
Andernfalls bleibt die Herstellung des freien Verkehrs, ingleichen die Revenuen- und Ausgaben-Gemeinschaft bis zum Beginn des nächstfolgenden Kalender-Vierteljahres ausgesetzt.
So geschehen H a a g , den 8. Februar 1842. (unterzeichnet) Frédéric-Georges-Prosper de Blochausen. (unterzeichnet) Hermann Friedrich, Reichsgraf von Wylich und Lottum.
Nr. 47.
26 Schluß-Protokoll zum Vertrag vom 8. Februar 1842.
Geschehen, Haag, den 8. Februar 1842.
Die Verhandlungen über den Vertrag wegen des Anschlusses des Großherzogthums Luxemburg an das Zollsystem Preußens und der übrigen Staaten des Zollvereins sind so weit gediehen, daß nur noch über einige Nebenpunkte, zu denen namentlich die Angelegenheit der SchiffahrtsVerhältnisse auf der Mosel und der Sauer, und die Feststellung derjenigen Verhältnisse gehören, welche auf die Anwesenheit einer Königlich-Preußischen Garnison in der Bundesfestung Luxemburg, und die hieraus entstehenden, nur zwischen Preußen und Luxemburg schwebenden finanziellen Interessen Bezug haben, wegen Mangels schließlicher Instructionen des Königlich-Großherzoglich-Luxemburgischen Bevollmächtigten eine definitive Verständigung noch nicht erreicht worden ist.
Wenn bei dieser Lage der Sache, Königlich-Großherzoglich-Luxemburgischer Seits der dringende Wunsch geäußert worden ist, daß dem Abschluße des Vertrages unter dem Vorbehalt der Verständigung über die noch zu erledigenden Punkte nicht länger Anstand gegeben werde, damit der prekairen Lage, in welcher die Bewohner des Großherzogthums Luxemburg hinsichtlich ihrer Handels- und Verkehrs-Verhältnisse zu ihrem großen Nachtheile sich befinden, ein Ende gemacht werde und die Königlich-Großherzogliche Regierung mit Sicherheit die Einleitung zu denjenigen weiteren Organisations-Einrichtungen treffen könne, von deren Vollendung die Herstellung eines freien Verkehrs des Großherzogthums mit Preußen und den übrigen Staaten des Zollvereins, so wie demnächst die Theilnahme des Großherzogthums an den Zolleinkünften des Vereins abhängig ist; so hat man Königlich-Preußischer Seits diesem Wunsche in der zuversichtlichen Erwartung genügen zu können geglaubt, daß nach den von dem Königlich-Großherzoglich Bevollmächtigten ertheilten beruhigenden Versicherungen die Verständigung über die oben gedachten Punkte in der Zwischenzeit zwischen der Unterzeichnung des Vertrages und der Ratifikation und Ausführung desselben nicht ausbleiben werde.
Die beiderseitigen Bevollmächtigten haben sich daher heute vereinigt, um den im gemeinsamen Einverständnisse redigirten Zollvereinigungs-Vertrag, nebst den dazu gehörigen Separat-Artikeln nach nochmaliger gemeinschaftlichen Durchlesung zu unterzeichnen, bei welcher Gelegenheit noch folgende Bemerkungen, Erklärungen und Verabredungen in das gegenwärtige Protokoll niedergelegt wurden.
Der Königlich-Großherzoglich-Luxemburgische Bevollmächtigte erklärte sich hiermit unter der Voraussetzung einverstanden, daß Maaßregeln vereinbart würden, um einer Beeinträchtigung des Einkommens seiner Regierung aus dem Salzdebit zu begegnen. D a sich gegen diese Voraussetzung nichts zu errinnern fand, so ist man übereingekommen, daß das zum Bedarfe der Preußischen Garnison in Luxemburg aus Preußen zu beziehende Salzquantum einen Betrag von 12 bis höchstens 14 Preußische Pfund für den Kopf der gedachten Garnison und der Militär-Angehörigen nicht überschreiten, die Art der Vertheilung durch ein von der Festungs-Commandantur im Einvernehmen mit der betreffenden Landesbehörde zu erlassendes Regulativ näher bestimmt, auch über die Stärke der Garnison und die Menge des nach Maßgabe derselben einzuführenden Salzes der Landesbehörde alljährlich amtliche Mittheilung gemacht werden soll.
Außerdem werden auch alle Erleichterungen, welche Königlich-Preußischer Seits zufolge der jetzt bestehenden Gesetzgebung (Tarif der Schifffahrts-Abgaben, welche an der Elbe, der Weser, dem Rhein und der Mosel) erhoben werden, den preußischen Schiffen und deren Ladungen, ingleichen den Fahrzeugen und Ladungen der Unterthanen der daselbst benannten Vereins-Staaten bewilligt sind, oder bei etwaiger Veränderung dieser Gesetz- Nr. 47.
28 gebung künftig bewilligt werden möchten, gleichmäßig auch den Schiffen und Ladungen der Luxemburger Unterthanen zu Gute kommen, wogegen auch Großherzoglich-Luxemburgischer Seits alle etwaige fernere Erleichterungen des Schifffahrts-Verkehrs Luxemburgischer Unterthanen gleichmäßig daselbst auf den Schifffahrts-Verkehr Preußischer Unterthanen Anwendung erhalten sollen.
Dasselbe gilt auch in Ansehung der Schifffahrt von und nach der Sauer unter Aufrechthaltung des bisherigen Zustandes, wonach auf diesem Fluße selbst keine SchifffahrtsAbgabe besteht.
29 Nr. 47.
Da die Königlich-Preußische Regierung Bedenken getragen habe, auf den Großherzoglich-Luxemburgischer Seits gestellten Antrag, daß die Hälfte aller Ober-Grenz-Controleur-Stellen bereits nach Ablaufe von zwei Jahren mit Luxemburgischen Unterthanen besetzt sein müsse, einzugehen, und eine demselben entsprechende Bestimmung in den Vertrag aufzunehmen, so sei ihm die Anweisung zugegangen, diesen Antrag im Schluß-Protokoll auf das dringendste zu wiederholen, und die vertrauungsvolle Erwartung auszudrücken, daß die Königlich-Preußische Regierung geeigneten Bedacht darauf nehmen werde, daß die Stipulation des Vertrages, wonach die Hälfte der Ober-Grenz-Controleurstellen allmählig mit Luxemburgern besetzt werden soll, spätestens nach Ablaufe von zwei Jahren effectuirt sei.
Seitens des Königlich-Preußischen Bevollmächtigten konnte, in Erwiederung hierauf, nur auf die im Verlaufe der Verhandlungen von ihm über diesen Gegenstand abgegebenen Erklärungen Bezug genommen werden, indem er übrigens hinzufügte, daß die Großherzogliche Regierung bei den ihr bekannten Gesinnungen der Königlich-Preußischen Regierung wohl nicht zweifeln dürfte, von Letzterer auch in der Folge einen jeden Beweis von Willfährigkeit erwarten zu können, welchen diese zu geben nach den von ihr nothwendig zu nehmenden Rücksichten sich irgend im Stande finden werde.
Indem man Preußischer Seits im Beginne der Verhandlungen darauf bestehen zu müssen geglaubt habe, daß mindestens die Hälfte der Stellen der Grenz-Aufseher zu Pferde und zu Fuß im Großherzogthume Luxemburg mit solchen Individuen besetzt werde, welche das Preußische Finanz-Ministerium Namens des Vereins dazu in Vorschlag bringen werde, sei man nicht bloß von dem Wunsche, dem Vereine die Last der Pensionirung derjenigen Preußischen Zollbeamten, welche in Folge der Aufhebung der Zollgrenze zwischen der Preußischen Rheinprovinz und dem Großherzogthume Luxemburg dienstlos würden, möglichst zu ersparen, sondern ganz vorzüglich von der Absicht ausgegangen, die Bildung eines recht wirksamen Grenzschutzes zu fördern. Wenn man dessen ungeachtet Preußischer S e i t s , wie die Verabredung unter I.C. 21 des SeparatArtikels 9, ergebe, in diesem Punkte und namentlich dahin nunmehr nachgegeben habe, daß die Auswahl der Grenz-Aufseher lediglich aus Luxemburgischen Unterthanen erfolgen dürfe, so sei solches einestheils in Berücksichtigung der allerdings triftigen Gründe, aus welchen die Großherzogliche Regierung, besonders wegen der zu schonenden Stimmung in Großherzogthume sich außer Stande erklärt habe, in die Zulassung fremder Grenz-Aufseher zu willigen, anderntheils aber in der zuversichtlichen Hoffnung geschehen, daß, wenn die getroffene Verabredung sich, entweder weil es im Großherzogthume an geeigneten Individuen zur Besetzung der GrenzAufseherstellen zeitweise fehlen möchte, oder aus anderen nicht vorherzusehenden Gründen als nachtheilig für das gemeinschaftliche Interesse des Dienstes erweisen sollte, die Großherzogliche Regierung nicht anstehen werde, zur Abwendung der das gemeinsame Interesse des Vereins bedrohenden Nachtheile, einen entsprechenden Theil der Grenz-Aufseherstellen mit den von dem Preußischen Finanz-Ministerium dazu zu bezeichnenden Individuen zu besetzen.
Nr. 47.
30 Der Königlich-Großherzogliche Bevollmächtigte bemerkte hierauf, er befinde sich zwar nach Maaßgabe seiner Instructionen und der früher von ihm abgegebenen Erklärungen außer Stande, in Beziehung auf die so eben ausgesprochene Erwartung, eine Zusage zu machen, indeß könne er im Allgemeinen die Versicherung geben, daß seine Allerhöchste Regierung in allen, die gemeinschaftlichen Interessen des Zollvereins betreffenden Angelegenheiten gewiß immer bereit sein werde, billigen Wünschen und Anträgen der übrigen Vereins-Regierungen, so weit es die Umstände irgend gestatten würden, willfährig entgegen zu kommen. (Zum Separat-Artikel 13) Um in Absicht des Termins zur Zahlung der Einwohner die nothwendige Uebereinstimmung zwischen dem Großherzogthum Luxemburg und den übrigen Mitgliedern des Zollvereins herbeizuführen, ist man beiderseits darüber einverstanden, daß die nächste Zählung der Einwohner im Großherzogthume Luxemburg nach der im Separat-Artikel 13 erwähnten, gleich wie in allen übrigen, zum Zollvereine gehörigen Ländern und Landestheilen, zu Ende des Jahres 1843, zu bewirken ist.
8.
Da es in dem nördlichen Theile des Großherzogthums Luxemburg an einer zum Waaren transporte geeigneten, in jeder Jahreszeit fahrbaren Straße zur Verbindung mit dem angrenzenden Königlich-Preußischen Gebiete zur Zeit noch fehlt, die beiderseitigen Regierungen aber von der Nothwendigkeit und. Nützlichkeit einer solchen Verbindungsstraße im Interesse und zur Förderung des gegenseitigen Verkehrs überzeugt sind, so erklärt der Königlich Großherzogliche Bevollmächtigte, Namens seiner Regierung, daß dieselbe sich verpflichte, die Straße von Ettelbrück und Weiswampach bis zur Preußischen Grenze in chausseemäßigen Stand setzen zu lassen, zu welchem Ende sie wegen der dieser Straßenanlage zu gebenden Richtung, gleich nach erfolgter Ratifikation des gegenwärtigen Vertrages, mit der Königlich-Preußischen Regierung in Verhandlungen treten und deren Wünschen dabei, so weit sich dies mit den Interessen des Großherzogthums verewigen lasse, bereitwillig entgegen kommen, auch demnächst den Bau der gedachten Straße in möglichst kurzer Frist beginnen und beendigen lassen wolle.
Von Seiten des Königlich-Preußischen Bevollmächtigten wurde diese Zusicherung entgegengenommen und durch die Erklärung erwiedert, daß die Königlich Preußische Regierung dagegen die Verbindlichkeit übernehme, sich durch Herstellung einer in chausseemäßigen Stand gesetzten Straße von Malmedy über S t . Vith bis zur Luxemburgischen Grenze, der obenerwähnten, Großherzoglich-Luxemburgischer Seits übernommenen Straßen-Anlage anzuschließen.
9.
In Betreff der Eingangs erwähnten noch ermangelnden Verständigung über die aus der Anwesenheit einer Preußischen Garnison in Luxemburg entstehenden finanziellen Fragen bezog 31 Nr. 47. der Königlich-Preußische Bevollmächtigte sich auf den Inhalt einer besondern, dem damaligen Königlich-Niederländischen Legations-Rathe Herrn von S c h e r f f unter dem 8. August vorigen Jahres zugestellten Erklärung.
10.
Von Seiten des Königlich-Preußischen Bevollmächtigten wurde bemerkt, daß außer den Staaten, welche den Zollverein als unmittelbare Glieder desselben dermalen bilden und als Kontrahenten des gegenwärtigen Vertrages erscheinen, in den Gesammtverein auch diejenigen Staaten einbegriffen seien, welche entweder mit ihrem ganzen Gebiete oder mit einem Theile desselben dem Zoll- und Handels-Systeme eines oder des andern der unmittelbaren Vereinsglieder beigetreten sind, und daß daher der gegenwärtige Vertrag auch in dem Verhältnisse der letztgedachten Staaten einerseits und des Großherzogthums Luxemburg andererseits Anwendung finde, womit der Königlich-Großherzogliche Bevollmächtigte sich einverstanden erklärte.
Die dem Zollvereine in der angegebenen Weise mittelbar angehörigen Länder und Ländertheile sind:
32 11. Das Herzogthum Anthalt-Beruburg, in Gemäßheit des Vertrages mit Preußen vom 11. Juli 1839.
11.
Um bei der stattgefundenen Aufhebung des seit dem Monate August 1840 bestanden habenden dem Vereins-Zolltarife in allen wesentlichen Punkten entsprechenden Zolltarifes im Großherzogthume Luxemburg, die Ausführung der im Separat-Artikel XIV unter Nr. 3 festgesetzten Bestimmung hinsichtlich des freien Verkehrs möglich zu machen, wird von den beiderseitigen Bevoll machtigten hierdurch verabredet, daß die Ernennung der gegenseitigen Vollzugs-Commissarien noch am Tage der Unterzeichnung des Vertrages erfolgen und mit der im XIV Separat-Artikel festgesetzten Organisation der gemeinschaftlichen Zollverwaltung im Großherzogthume Luxemburg auf die im Artikel 17 des offenen Vertrages verabredete Weise s o f o r t vorgeschritten werden soll.
12.
Die beiderseitigen Bevollmächtigten sind übereingekommen, daß das gegenwärtige Protokoll zugleich mit dem Vertrage den hohen contrahirenden Theilen vorgelegt werden soll, und daß im Falle der Ratification des Letzteren, auch die im Ersteren enthaltenen Erklärungen und Verabredungen, ohne weitere förmliche Ratification derselben, als genehmigt angesehen werden sollen.
Es wurde hierauf der Vertrag nebst den dazu gehörigen Separat-Artikeln in zwei Exemplaren unterzeichnet und untersiegelt, und das eine dieser Exemplare Königlich Preußischer, Seits, mit dem Vorbehalte, beglaubigte Abschriften davon den übrigen Mitgliedern des Zollvereins zuzuzustellen, das andere aber Königlich-Großherzoglich Luxemburgischer Seits in Empfang genommen. Zur Vermeidung des Zeitaufwandes, welchen die wörtliche Einrückung des Vertrages und der Separat-Artikel in die Ratifications-Urkunden erfordern würde, ist schließlich verabredet worden, daß es einer jeden der betheiligten Regierungen anheimgestellt bleibe, eine solche Form der Ratification zu wählen, wodurch der Gegenstand der letzteren, ohne vollständige Aufnahme der Vertrags-Artikel, hinlänglich genau bezeichnet wird.
Geschehen wie oben.
Unterz.: Frédéric-Georges-Prosper de Blochausen und Hermann Friedrich Reichsgraf von Wylich und Lottum.
33 Nr. 47.
Vertrag vom 2. April 1847, über die Fortdauer des Anschlusses des Großherzogthums Luxemburg an den deutschen Zoll- und Handelsverein.
Da die Dauer des mit Seiner Majestät dem Könige der Niederlande, Großherzoge von Luxemburg, wegen des Anschlusses des Großherzogthumes Luxemburg an das Zollsystem Preußens und der übrigen Staaten des Zollvereines am 8ten Februar 1842 abgeschlossenen Vertrages mit dem letzten März des vorigen Jahres abgelaufen, es aber die Absicht der contrahirenden Theile ist, diesen Vertrag, in Anerkennung der wohlthätigen Wirkungen des gedachten Zollanschlusses für den Handel und Verkehr der beiderseitigen Unterthanen, zu verlängern und nur bei einzelnen Bestimmungen für die neue Zeitperiode Abänderungen zu treffen, so haben zu diesem Zwecke zu Bevollmächtigten ernannt, einerseits, Seine Majestät der König der Niederlande, Großherzog von Luxemburg, Allerhöchst Ihren Kammerherrn und Staatskanzler für das Großherzogthum Luxemburg, Friedrich Georg Prosper, Freiherrn von Blochausen u. u. und anderseits.
Seine Majestät der König von Preußen für Sich und in Vertretung der übrigen Mitglieder des, Kraft der Verträge vom 22. und 30. März und 11. Mai 1833,12. Mai und 10 Dezember 1835, 2. Januar 1836 und 8. Mai 1841, bestehenden Zoll- und Handelsvereines, nämlich der Kronen Bayern, Sachsen und Württemberg des Größherzogthumes Baden, des Kurfürstenthumes Hessen, des Größherzogthumes Hessen, zugleich das Landgräfliche Hessische Amt Homburg vertretend, der den Thüringischen Zoll- und Handelsverein bildenden Staaten, namentlich, des Größherzogthumes Sachsen, der Herzogthümer Sachsen-Meinungen, Sachsen-Altenburg und Sachsen-Coburg und Gotha, und der Fürstenthümer Schwarzburg-Rudolstadt und SchwarzburgSondershausen, Reuß-Greitz, Reuß-Schleitz und Reuß-Lobenstein und Ebersdorf, des Herzogthumes Braunschweig, des Herzogthumes Nassau und der freien Stadt Frankfurt, Allerhöchst Ihren Kammerherrn, außerordentlichen Gesandten und Bevollmächtigten Minister am Königlich Niederländischen Hofe, Hans Carl Albrecht Grafen von Koenigsmark u. u, welche nach vorausgegangener Unterhandlung über nachstehende Artikel, unter Vorbehalt der Genehmigung übereingekommen sind.
Art 1Der wegen des Beitritts Seiner Majestät des Königs der Niederlande, Großherzoges von
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34 Luxemburg, mit dem Großherzogthume Luxemburg zu dem Zollsysteme Preußens und der übrigen Staaten des Zollvereines am 8ten Februar 1842 abgeschlossene Vertrag soll bis zum letzten Dezember 1853 jedoch mit nachfolgenden Abänderungen, verlängert werden.
Art. 2
In Berücksichtigung der Schwierigkeiten mit welchen die Einführung eines neuen MünzMaaß- und Gewichts-Systems verbunden ist, erklären die Staaten des Zollvereins sich damit einverstanden, daß der im Artikel 11 des Vertrages vom 8. Februar 1842 getroffenen Verabredung ungeachtet, das im Großherzogthume Luxemburg eingeführte Dezimal (Maaß- und Gewichts-) System, so wie der französische Münzfuß für die Dauer des gegenwärtigen Vertrages beibehalten werden.
Art. 3
So weit, nach den während der Dauer des Vertrages vom 8. Februar 1842 gemachten Erfahrungen über die in Gemäßheit des Art. 16 dieses Vertrages, wegen Einrichtung der Zollverwaltung im Großherzogthume Luxemburg, durch besondere Uebereinkunft getroffenen Verabredungen, eine Abänderung der letzteren aus örtlichen oder sonstigen Rücksichten angemessen und zuläßig erschienen ist, sind die für zweckmäßig erachteten Modifikationen durch eine anderweite besondere Ubereinkunft festgestellt worden.
Art. 4Sofern der gegenwärtige Vertrag nicht spätestens zwei Jahre vor dessen Ablaufe gekündiget
wird, soll derselbe auf zwölf Jahre, und sofort von zwölf zu zwölf Jahren als verlängert angesehen werden.
Derselbe soll alsbald sämmtlichen betheiligten Regierungen vorgelegt, und sollen die Ratifications-Urkunden mit möglichster Beschleunigung, spätestens aber binnen zwei Monaten zu Berlin ausgewechselt werden.
Zur Urkund dessen haben die beiderseitigen Bevollmächtigten den gegenwärtigen Vertrag unterzeichnet und demselben die Siegel ihrer Wappen beigedrückt.
So geschehen im Haag den 2ten April ein tausend acht hundert sieben und vierzig. (Unterzeichnet) de BLOCHAUSEN. (L.S.) (Unterzeichnet) KOENIGSMARCK. (L.S.) 35 Nr. 47.
Separat-Artikel zu dem Vertrag vom 2. April 1847 Bei dem heutigen Abschlusse des Vertrages zwischen Preußen, Bayern, Sachsen, Württemberg, Baden, Kurhessen, dem Großherzogthume Hessen, den zu dem Thüringer- Zoll- und HandelsVerein gehörigen Staaten, den Herzogthümern Braunschweig und Nassau und der freien Stadt Frankfurt einerseits, und dem Großherzogthume Luxemburg andererseits, wegen Fortdauer des Anschlusses des Großherzogthums an das Zollsystem Preußens und der übrigen Staaten des Zollvereins, ist von den ernannten Bevollmächtigten noch der folgende Separat-Artikel, mit Vorbehalt der Ratification verabredet worden, welcher, obwohl nicht zur öffentlichen Bekanntmachung bestimmt, dennoch dieselbe Kraft und Gültigkeit haben soll, als wenn er Wort für Wort in den offenen Vertrag eingerückt wäre.
Einziger Artikel. ( Z u m Art. 3 des offenen V e r t r a g e s . ) 1. M i t Rücksicht darauf, daß ein für das Zoll-Interesse bedrohlicher Schleichhandel an den Grenzen des Großherzogthums Luxemburg bisher nicht Statt gefunden hat, sind die contrahirenden Theile dahin übereingekommen, daß die im Separat-Artikel 2 des Vertrages vom 8.
Februar 1842 erwähuten, jedoch bisher nicht zur Ausführung gebrachten Bestimmungen des Preußischen Regulativs vom 12ten Januar 1839 in Betreff der Paßpflichtigkeit der in- und ausländischen Grenzbewohner und der polizeilichen Aufsicht über dieselben in dem Großherzogthum Luxemburg so lange außer Anwendung bleiben können, als sich in dem Zustande des Schleichhandels ein dringendes Bedürfniß dazu nicht ergibt.
36 Regierung von dem Eintritt solcher commissarischen Verhandlungen jedesmal unterrichtet und eingeladen werden, sowohl ihre eigenen Vorschläge und Anträge vorher zur Kenntniß der übrigen Vereins-Regierungen zu bringen, als auch über die Vorschläge und Anträge der el tzteren, welche ihr in so weit mitgetheilt werden sollen, als dieselben mit Rücksicht auf das Verhältniß, in welchem das Großherzogthum Luxemburg zum Königreich der Niederlande steht dazu überhaupt geeignet erscheinen, dem zu ihrer Vertretung gewählten Abgeordneten ihre Wünsche und Bemerkungen zugleich mit der für denselben auszufertigenden Vollmacht zugehen zu lassen.
37 Nr. 47.
Unter der gleichen Voraussetzung soll auch die unter IV. Nr. 5 desselben Separat-Artikels verabredeten Einholung der Genehmigung des Königlich-Preußischen Finanz-Ministeriums zu den dort erwähnten Zahlungen künftig nicht erforderlich sein. — 8. Auf den Wunsch der Großherzoglich-Luxemburgischen Regierung erklären sich die andern contrahirenden Regierungen damit einverstanden, daß, so lange der damalige, das Zoll-Interesse nicht gefährdende Zustand des Schleichhandels an den Grenzen des Großherzogthums keine nachtheilige Veränderung erleidet, die Stadt Luxemburg und deren Vorstädte vom Grenzbezirke ausgeschlossen und als zum Binnenlande gehörig betrachtet werden. — Die Großherzogliche Regierung verpflichtet sich jedoch ausdrücklich, die Stadt Luxemburg nebst Vorstädten wiederum in den Grenzbezirk zu ziehen, sobald diese Maaßregel zur Sicherung des Zollinteresses nöthig erscheinen sollte.
Zur Urkund dessen haben die beiderseitigen Bevollmächtigten den gegenwärtigen Separat-Artikel unterschrieben und demselben die Siegel ihrer Wappen beigedrückt.
So geschehen im Haag, den 2. April Ein Tausend Achthundert Sieben und Vierzig. (gez.) de
Nr. 47.
38 Schluß-Protokoll, zum Vertrag vom 2 April 1 8 4 7 Bei dem heutigen Abschlusse des Vertrages zwischen Preußen, B a y e r n , Sachsen, Württemberg, Baden, Kurhessen, Großherzogthum Hessen, den zu dem T h ü r i n g e r Zoll- und Handelsvereine gehörigen Staaten, den Herzogthümern Braunschweig und Nassau und der freien Stadt Frankfurt einerseits, und dem Großherzogthume Luxemburg andererseits wegen Fortdauer des Anschlusses des Großherzogthums Luxemburg an das Zollsystem Preußens und der übrigen Staaten des Zollvereines, ist von dem Großherzoglichen Bevollmächtigten die Zweckmäßigkeit hervorgehoben worden, daß man im Großherzogthum Luxemburg die Veränderungen kennen l e r n e , welche der neue Vertrag gegen den frühern enthalt, und der Königlich Preußische Bevollmächtigte hat sich demnach damit einverstanden erklärt, daß die Großherzogliche Regierung zugleich mit der Publikation des offenen Vertrages, eine besondere Verordnung erlasse, durch welche die in den Separat-Artikeln getroffenen Verabredungen, unter Bezugnahme auf den offenen V e r t r a g und in Ergänzung desselben, zur Kenntniß des Publikums gebracht werben.
Ausserdem hat der Königl-Preußische Bevollmächtigte bemerkt, daß der Punkt wegen Bildung eines Supernumerariats bei der Zolldirection in Luxemburg, behufs Ausbildung junger Luxemburger für den Zoll- und Steuerdienst, den Wünschen der Zollvereins-Staaten entspreche, und daß diese Staaten auch gegen die Aufnahme dieses Punktes i n die über den Inhalt der Separat-Artikel zu erlassende Bekanntmachung nichts zu erinnern fänden.
Auch ist man übereingekommen, daß der heute abgeschlossene V e r t r a g Tage nach Auswechselung der Ratifications-Urkunden in Kraft trete. spätestens vierzehn Urkundlich dessen haben die beiderseitigen Bevollmächtigten diese E r k l ä r u n g , welche gleichfalls nicht zur öffentlichen Bekanntmachung bestimmt ist, unterzeichnet u n d unterstegelt.
Geschehen im Haag, den 2. April Ein Tausend Achthundert Sieben und vierzig. (gez.) de (L.S.) BLOCHAUSEN. (gez.) KOENIGSMARC. (L.S.) Nr. 47.
39 Vertrag vom 2. A p r i l 1853, zwischen Preußen, Bayern, Sachsen, Hannover, Würtemberg, Baden, Kurhessen, dem Großherzogthume Hessen, den zum Thüringischen Zoll- und Handelsvereine gehörigen Staaten, Braunschweig, Oldenburg, Nassau und der freien Stadt Frankfurt, die Fortdauer und Erweiterung des Zoll- u n d H a n d e l s v e r e i n e s betreffend.
Nachdem die Regierungen von Preußen, Bayern, Sachsen, Hannover, Württemberg, Baden, Kurhessen, Großherzogthum Hessen, der bei dem Thüringischen Zoll- und Handelsvereine betheiligten Staaten, Braunschweig, Oldenburg, Nassau und der freien Stadt Frankfurt, im Anerkenntniß der wohlthätigen Wirkungen, welche der auf den Verträgen vom 22. und 30. März und 11. Mai 1833, vom 12. M a i und 10. Dezember 1835, vom 2. Januar 1836 und vom 8. Mai, 19. Oktober und 13. November 1841 beruhende Zoll- und Handelsverein, den bei dessen Gründung gehegten Absichten entsprechend, für den Handel und gewerblichen Verkehr der daran betheiligten Staaten herbeigeführt hat, und welche von einer weiteren Ausdehnung des gegenseitig freien Handels und gewerblichen Verkehrs zwischen Ihren Staaten für die Wohlfahrt Ihrer Unterthanen und zugleich für die Beförderung der allgemeinen Handelsund Verkehrsfreiheit in Deutschland zu erwarten stehen, in dem Wunsche übereingekommen sind, sowohl den Fortbestand des gedachten Zoll- und Handelsvereins sicherzustellen, als auch den Steuerverein, auf Grund des zwischen den Regierungen von Preußen und Hannover am 7. September 1851 abgeschlossenen Vertrages, welchem Oldenburg durch Vertrag vom 1. März 1852 beigetreten ist, mit diesem Vereine zu vereinigen: so sind zur Erreichung dieser Zwecke Verhandlungen gepflogen worden, wozu als Bevollmächtigte ernannt haben:
Seine Majestät der König von Preußen: (Folgen die Namen der Bevollmächtigten.) von welchen Bevollmächtigten, unter dem Vorbehalte der Ratifikation, folgender Vertrag abgeschlossen worden ist.
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40
Art. 1
Der zwischen den Königreichen Preußen, Bayern, Sachsen und Württemberg, dem Großherzogthum Baden, dem Kurfürstenthum und dem Großherzogthum Hessen den zum Thüringischen Zoll- und Handelsvereine verbundenen Staaten, den Herzogthümern Braunschweig und Nassau und der freien Stadt Frankfurt, Behufs eines gemeinsamen Zoll- u n d Handelssystems errichtete Verein wird vorläufig auf weitere zwölf Jahre, vom 1. Januar 1854 anfangend, also bis zum letzten Dezember 1865, fortgesetzt.
Für diesen Zeitraum bleiben die Zollvereinigungs-Verträge vom 22. und 30. März und 11.
M a i 1833, vom 12. M a i und 10. Dezember 1835, vom 2. J a n u a r 1836 und vom 8. M a i , 19. Oktober und 13. November 1841 auch ferner in Kraft.
Art. 2
Der zwischen dem Königreich Hannover, dem Herzogthum Oldenburg und den ihnen angeschlossenen Gebieten dermalen bestehende Steuerverein wird, vom 1. Januar 1854 an, mit dem zwischen den übrigen kontrahirenden Staaten im Artikel 1 erneuerten Zoll- und Handelsvereine verbunden, dergestalt, daß beide Vereine für die Dauer der im Artikel 1 erwähnten VertragsPeriode einen durch ein gemeinsames Zoll- und Handelssystem verbundenen, und alle darin begriffenen Länder umfassenden Gesammtverein bilden.
Die Rechte und Verpflichtungen, welche in den, im Artikel 1 genannten Zollvereinigungs-Verträgen gegenseitig zugestanden und übernommen sind, sollen, soweit nicht etwas Anderes besonders verabredet ist, auch dem Königreiche Hannover und dem Herzogthum Oldenburg zustehen und obliegen und zwar sowohl in dem Verhältniß beider Staaten zu einander, als auch in dem Verhältniß eines jeden derselben zu den übrigen kontrahirenden Staaten. Zur Feststellung der erwähnten Rechte und Verpflichtungen wird der Inhalt jener Verträge mit diesen besonderen Verabredungen in Nachstehendem aufgenommen.
Art. 3In den Gesammtverein sind insbesondere auch diejenigen Staaten einbegriffen, welche schon
früher entweder mit ihrem ganzen Gebiete, oder mit einem Theile desselben dem Zoll- und Handelssysteme eines oder des andern der kontrahirenden Staaten beigetreten sind, unter Berücksichtigung ihrer auf den Beitrittsverträgen beruhenden besonderen Verhältnisse zu den Staaten, mit welchen sie jene Verträge abgeschlossen haben.
Art. 4
Dagegen bleiben von dem Gesammtvereine vorläufig ausgeschlossen diejenigen einzelnen Landestheile der kontrahirenden Staaten, welche sich ihrer Lage wegen zur Aufnahme in den Gesammtverein nicht eignen.
Hierbei werden jedoch in Beziehung auf die schon bisher zum Zollvereine gehörigen Staaten diejenigen Anordnungen aufrecht erhalten, welche rücksichtlich des erleichterten Verkehrs der ausgeschlossenen Landestheile mit dem Hauptlande gegenwärtig bestehen.
41 Nr. 47.
Weitere Begünstigungen dieser Art können nur im gemeinschaftlichen Einverständnisse der Vereinsglieder bewilligt werden.
Art. 5
In den Gebieten der kontrahirenden Staaten sollen übereinstimmende Gesetze über Eingangs-, Ausgangs- und Durchgangs-Abgaben bestehen, dabei jedoch diejenigen Modifikationen zulässig sein, welche, ohne dem gemeinsamen Zwecke Abbruch zu thun, aus der Eigenthümlichkeit der allgemeinen Gesetzgebung eines jeden theilnehmenden Staates oder aus lokalen Interessen sich als nothwendig ergeben. Bei dem Zolltarife namentlich sollen hierdurch in Bezug auf Eingangsund Ausgangs-Abgaben bei einzelnen, weniger für den größeren Handels-Verkehr geeigneten Gegenständen, und in Bezug auf Durchgangs-Abgaben, je nachdem der Zug der Handelsstraßen es erfordert, solche Abweichungen von den allgemein angenommenen Erhebungssätzen, welche für einzelne Staaten als vorzugsweise wünschenswerth erscheinen, nicht ausgeschlossen sein, sofern sie auf die allgemeinen Interessen des Vereins nicht nachtheilig einwirken.
Desgleichen soll auch die Verwaltung der Eingangs-, Ausgangs- und Durchgangs-Abgaben und die Organisation der dazu dienenden Behörden in allen Ländern des Gesammtvereins, unter Berücksichtigung der in denselben bestehenden eigenthümlichen Verhältnissen, auf gleichen Fuß gebracht werden.
Art. 6
Veränderungen in der Zollgesetzgebung, mit Einschluß des Zolltarifs und der Zoll-Ordnung, so wie Zusätze und Ausnahmen können nur auf demselben Wege und mit gleicher Uebereinstimmung sämmtlicher Glieder des Gesammtvereins bewirkt werden, wie die Einführung der Gesetze erfolgt.
Dies gilt auch von allen Anordnungen, welche in Beziehung auf die Zollverwaltung allgemein abändernde Normen aufstellen.
Art. 7M i t der Ausführung des gegenwärtigen Vertrages tritt zwischen den contrahirenden Staaten
Freiheit des Handels und Verkehrs und zugleich Gemeinschaft der Einnahme an Zöllen ein, wie beide in den folgenden Artikeln bestimmt werden.
Art. 8Es hören von diesem Zeitpunkte an alle Eingangs-, Ausgangs- und Durchgangs-Abgaben
an den gemeinschaftlichen Landesgrenzen der schon jetzt zum Zollverein gehörenden Staaten und der dermalen zum Steuerverein gehörenden Staaten auf, und es können alle im freien Verkehr des einen Gebietes bereits befindlichen Gegenstände auch frei und unbeschwert in das andere Gebiet gegenseitig eingeführt werden, mit alleinigem Vorbehalte
Nr. 47.
42
Art. 9Hinsichtlich der Einfuhr von Spielkarten behält es bei den in den contrahirenden Staaten
bestehenden Verbots- oder Beschränkungs-Gesetzen sein Bewenden.
Art. 10
In Betreff des Salzes treten die Königlich Hannoversche und die Großherzoglich Oldenburgische Regierung den zwischen den contrahirenden Vereins-Regierungen getroffenen Verabredungen in folgender Art bei.
Zu diesem Ende verpflichten sich die betheiligten Regierungen, auf den Privat-Salinen einen öffentlichen Beamten anzustellen, der den Umfang der Production und des Absatzes derselben zu beobachten hat.
Art. 11In Bezug auf diejenigen Erzeugnisse, welche in den einzelnen Vereinsstaaten theils bei ihrer
Hervorbringung oder Zubereitung, theils unmittelbar bei ihrem Verbrauche mit einer inneren Steuer belegt sind (Art. 8. Litt. b.), wird es von sämmtlichen contrahirenden Theilen als