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Kurz gesagt

Dieses Dokument beschreibt das geplante Naturschutzgebiet „Op dem Millebierg“ in Luxemburg, das auf einer rekultivierten Fläche eines ehemaligen Steinbruchs angelegt wurde. Es zielt darauf ab, neue Lebensräume für geschützte Arten zu schaffen und die Biodiversität zu fördern.

Was es regelt

Wen es betrifft

Eckpunkte

📄 Texte de loi
2022 «Altwies – Op dem Millebierg» ZPIN Dossier de classement « ZPIN Altwies – Op dem Millebierg » Auftraggeber und Koordination : Administration de la nature et des forêts Service de la nature 81, Avenue de la Gare L-9233 Diekirch Kontaktperson : Corinne STEINBACH corinne.steinbach@anf.etat.lu www.emwelt.lu Administration de la nature et des forêts Fertigstellung des Dossiers: 2023 Foto Titelseite : Eneco INHALTSVERZEICHNIS EINFÜHRUNGSSEITE ...................................................................................................... 4 1 EINLEITUNG ........................................................................................................... 5 1.1 Zielsetzung und Rahmen der Ausweisung.................................................. 5 1.2 Situation......................................................................................................... 5 2 ALLGEMEINE BESCHREIBUNG ............................................................................ 6 2.1 Topographie .................................................................................................. 6 2.2 Geologie......................................................................................................... 7 2.3 Pedologie ....................................................................................................... 7 2.4 Bodennutzung ............................................................................................... 7 2.5 Entstehungsgeschichte ................................................................................ 8 2.6 Jagdliche Aktivitäten .................................................................................. 11 3 FLORISTISCHE UND FAUNISTISCHE BEDEUTUNG .......................................... 12 3.1 Biologische Bedeutung .............................................................................. 12 3.1.1 Habitate ........................................................................................... 12 3.1.2 Flora ................................................................................................ 13 3.1.3 Fauna .............................................................................................. 14 4 SCHÄDEN, BEDROHUNGEN UND DIENSTLEISTUNGEN .................................. 17 5 VORSCHLÄGE ZU EINRICHTUNGS- UND BEWIRTSCHAFTUNGSMAßNAHMEN ............................................................................................................................... 17 6 LITERATUR ........................................................................................................... 19 7 ANLAGEN ............................................................................................................. 20 7.1 Kartographischer Inhalt .............................................................................. 20 7.2 Verzeichnisse und Listen ........................................................................... 20 TABELLENVERZEICHNIS Tabelle 1: Habitate ......................................................................................................... 12 Tabelle 2: Obstbaumarten im Plangebiet ....................................................................... 14 Tabelle 3: Beobachtete Arten gemäß MNHN und weiteren Beobachtungen................... 16 ABBILDUNGSVERZEICHNIS Abbildung 1: Ausschnitt Ferraris Karte aus dem Jahr 1778 .................................................. 8 Abbildung 2: Ausschnitt Topographische Karte aus dem Jahr 1927 ..................................... 9 Abbildung 3: Ausschnitt Topographische Karte aus dem Jahr 1954 ................................... 10 Abbildung 4: Jagdlose im Planungsgebiet .......................................................................... 11 Dossier de classement NSG "Op dem Millebierg", Altwies ENECO-230427MECD2201D-Ausweisungsdokument NSG_Op_dem_Millebierg Inhaltsverzeichnis Seite 2 ANLAGENVERZEICHNIS – GEBUNDENE ANLAGEN [1] Lage des Schutzgebietes 1:10.000 [2] Weitere Schutzgebiete 1:10.000 [3] Eigentum Kataster 1:5.000 [4] Übersicht Eigentumsverhältnisse 1:5.000 [5] Verwaltungseinheiten/Gemeinden 1:5.000 [6] Bodennutzung 1:2.000 [7] Flora, Habitate, Bewirtschaftungsmaßnahmen 1:2.000 [8] Fauna 1:2.000 [9] Ausschnitt PAG Dalheim [10] Ausschnitt PAG Mondorf-les-Bains [11] Bemerkenswerte Pflanzen- und Tierarten NSG Altwies [12] Verzeichnis der Karten welche im Ausweisdokument enthalten sind Dossier de classement NSG "Op dem Millebierg", Altwies ENECO-230427MECD2201D-Ausweisungsdokument NSG_Op_dem_Millebierg Inhaltsverzeichnis Seite 3 EINFÜHRUNGSSEITE Name des Naturschutzgebietes Geographische Lage Naturschutzgebiet „Op dem Millebierg“ Kanton Remich, auf Geländen in den Gemeinden Dalheim und Mondorf-les-Bains; ca. 800 m nord-westlich von Altwies und ca. 300 m nördlich der Grenze zu Frankreich; Gesamtfläche des Naturschutzgebietes Ca. 9,4 ha Fläche der einzelnen Zonen (Kernzone, Es ist keine Zonierung vorgesehen Pufferzone) Offenland-/ Wald-Fläche etc. Streuobstwiese = ca. 8,2 ha Anzahl der Obstgehölze, n = 372 Hecken = ca. 0,8 ha Feldweg = ca. 0,2 ha Tümpel = ca. 0,1 ha Lesesteinhaufen = 0,1 ha Fläche pro Eigentümer (Staat, Gemeinde, Carrières Feidt S.A. = 8,46 ha Öffentliche Einrichtung, privat (Privatper- Weitere Privateigentümer = 0,52 ha son, Gesellschaft, Nicht-Regierungsorga- Staatliches Eigentum = 0,2 ha nisation) Gemeinde Mondorf-les-Bains = 0,15 ha Gemeinde Dalheim = 0,06 ha betroffene Gemeinden (Territorium) Dalheim = ca. 6,2 ha Mondorf-les-Bains = ca. 3,2 ha ökologische Wuchsbezirke südliches Gutland und Mosel-Vorland und Syretal vorherrschender Biotoptyp Junge Streuobstwiese mittlere, maximale und minimale Höhen- Mittlere Höhe = 291,5 m NN; lage minimale Höhe = 290 m NN; maximale Höhe = 293 m NN vorherrschendes geologisches Substrat ehemaliger Abbau des Luxemburger Sandsteins, verfüllt mit unbelastetem Bodenaushub Abgabetermin des Dokuments 27.04.2023 Name und Adresse des mit der Ausfüh- ENECO Ingénieurs-Conseils S.A. rung beauftragten Studienbüros 22, rue Edmond Reuter L-5326 Contern Dossier de classement NSG "Op dem Millebierg", Altwies ENECO-230427MECD2201D-Ausweisungsdokument NSG_Op_dem_Millebierg Seite 4 1 EINLEITUNG 1.1 Zielsetzung und Rahmen der Ausweisung Das Naturschutzgebiet "Op dem Millebierg" umfasst eine junge Streuobstwiese mit Tümpeln, Feldhecken, Lesesteinhaufen und einer speziell für Uferschwalben oder andere Höhlenbrüter angelegten Brutwand aus Beton. Die Anlage des Naturschutzgebiets erfolgt innerhalb eines Teilbereiches eines Steinbruchs, welcher mit unbelasteten Inertmaterialien verfüllt wurde. Im Zuge der Rekultivierung dieses Standorts erfolgte 2021 die Anlage der o.g. Biotope, welche darauf abzielen den Lebensraum der im Umfeld ansässigen Arten zu erweitern. Prioritäre Habitate des Plangebietes sind die Streuobstwiese (nach Art. 17 geschütztes Biotop ab einem Alter der Gehölze von 30 Jahren), Feldhecken und die temporär wasserführenden Tümpel (vgl. Kapitel 3.1.1). Letztere sind auch im Plan National concernant la Protection de la Nature (im Folgenden PNPN 2023-2030) als prioritär ausgewiesen. Die prioritären Arten sind Vogelarten wie bspw. der Neuntöter (Lanius collurio) und der Mauersegler (Apus apus)1. Ziel der Ausweisung ist ein Schutzgebiet von nationalem Interesse (gem. Art. 2 und Kapitel 8, Art. 38 - 43 Loi modifiée du 18 juillet 2018 concernant la protection de la nature et des ressources naturelles; im Folgenden Loi 2018). Damit sollen unter anderem den im europäischen Rahmen geschützten Arten (92/43/EWG, Anhang IV sowie V-RL 2009/147/CE i.V. mit Art. 21 Loi 2018) neue Lebensräume geboten werden. Das Plangebiet liegt nicht in einer Natura 2000-Schutzzone gemäß PNPN (2023-2030). Aber die Ausweisung dieses Gebiets erfüllt die Vorgaben aus dem PNPN (2023-2030) hinsichtlich der Schaffung eines umfassenden Netzes an Schutzgebieten. Diesem Netz kommt gemäß der aktuellen Fortschreibung des PNPN (2023-2030) eine Schlüsselrolle zum „Schutz und zur Erhaltung der Biodiversität und der Ökosysteme"1 zu. Nach dem ursprünglichen Ansatz das Schutzgebiet als Erweiterung des nahegelegenen Schutzgebietes "Filsdorfergrund" (ZH 93) auszuweisen, wurde im weiteren Verlauf dazu übergegangen ein eigenständiges Schutzgebiet mit dem Namen “Op dem Millebierg“ zu schaffen. 1.2 Situation Das sich in Planung befindliche Naturschutzgebiet „Op dem Millebierg“ liegt im Kanton Remich im Süden von Luxembourg auf Geländen in den Gemeinden Dalheim und Mondorf-les-Bains (vgl. Anlage 5). Es umfasst in etwa 9,4 ha innerhalb eines renaturierten Teilbereiches eines verfüllten Steinbruchs. Die Außengrenze verläuft entlang eines Wildschutzzauns welcher im Zuge einer Renaturierungsmaßnahme errichtet wurde. Die umliegenden Bereiche sind noch nicht abschließend renaturiert oder noch in Nutzung. Westlich liegt ein Waldgebiet, welches das ausgewiesene Naturschutzgebiet "Filsdorfergrund" umfasst, südwestlich verläuft die Autobahn A13. Im Norden befindet sich der aktuelle Aktivitätsbereich des Steinbruchs und der Inertabfalldeponie Altwies. Nordöstlich grenzen größtenteils intensiv genutzte landwirtschaftliche Nutzflächen an. 1 Ministère de l'Environnement, du Climat et du Développement durable (2023): Plan National concer- nant la Protection de la Nature, Strategie 2023-2030, URL: https://environnement.public.lu/content/dam/environnement/documents/natur/biodiversite/pnpn/pnpn-version-3.pdf, Zugriff: [16.03.2023] Dossier de classement NSG "Op dem Millebierg", Altwies ENECO-230427MECD2201D-Ausweisungsdokument NSG_Op_dem_Millebierg Seite 5 Entlang der Außengrenze des Naturschutzgebiets verläuft ein geschotterter Wirtschaftsweg. Dieser Weg dient zur Erschließung des Gebiets im Rahmen von Pflegemaßnahmen. Das geplante Naturschutzgebiet wird von einem unbefestigten Feldweg gequert, welcher einen wiederhergestellten Teilabschnitt des alten Römerwegs darstellt („Chaussée Romaine Kiem“). Das geplante Naturschutzgebiet selbst liegt nicht in einem Naturpark, einer Ramsar- oder Natura 2000-Zone. Neben dem westlich angrenzenden ausgewiesenen Naturschutzgebiet "Filsdorfergrund" (ZH 93) befinden sich aber in der Umgebung weitere Schutzgebiete:       Vogelschutzgebiet "Aspelt-Lannebur, Am Kessel" (LU0002011) ca. 1,4 km nordwestlich Naturschutzgebiet "Reckingerhaff-Weiergewan" RN ZH 56 ca. 3,8 km nordöstlich Naturschutzgebiet "Am Kessel / Lannebur" ca. 1,4 km nordwestlich (noch nicht ausgewiesen) FFH-Schutzgebiet "Région de la Moselle supérieure" (LU0001029) ca. 4 km östlich Ramsar- und Vogelschutzgebiet "Haff Réimech" (LU0002012) ca. 8,1 km südöstlich Naturschutzgebiet Haff Réimech Süd-östlich verlaufen überregional bedeutsame Wanderkorridore der Wildkatze durch die schmalen Waldgebiete2. Im Plan d’amenagement general (PAG) der Gemeinde Mondorf-les-Bains ist der östliche Teil des Plangebiets als „Zone d‘extraction“ ausgewiesen. Der westliche Teilbereich ist der Gemeinde Dalheim zugehörig und im PAG als Rurale Zone verzeichnet. Gemäß des Plan d’occupation du sols (POS) ist keine Nutzungsweise beschrieben. Für das zukünftige Naturschutzgebiet sind keine sektoriellen Pläne ausgewiesen. 2 ALLGEMEINE BESCHREIBUNG 2.1 Topographie Die Topographie des geplanten Naturschutzgebiets „Op dem Millebierg“ selbst sowie ein großer Teil der Umgebung sind stark anthropogen überprägt (Steinbruch, Inertabfalldeponie, Autobahn). Das Naturschutzgebiet liegt auf einer plateauartigen Überhöhung der Landschaft innerhalb eines Steinbruchs auf einer Höhe von ca. 293 m NN bis 290 m NN. Das Plateau fällt in Richtung Westen zur Zufahrtsstraße des Steinbruchs auf ca. 270 m NN ab. Der nördlich gelegene Abbaubereich liegt im Tiefpunkt zurzeit bei ca. 230 m NN. Die südlich verlaufende Autobahn A13 befindet sich auf einer Höhe von ca. 255 bis 270 m NN und ist im Bereich des geplanten Naturschutzgebiets stark in das Gelände eingeschnitten. In westlicher Richtung erstrecken sich in direktem Anschluss teils intensiv genutzte Äcker und Grünland auf einer Höhe zwischen ca. 270 bis 288 m NN, welche das umgebende Landschaftsbild bestimmen. Nur vereinzelt wird diese Fläche durch Feldgehölze, Hecken oder Baumreihen unterbrochen. Im Plangebiet wirken v.a. die Obstbäume sowie vereinzelte durch Niederschlag gespeiste Tümpel, Lesesteinhaufen, Erdwälle und eine Brutwand für Uferschwalben strukturbildend. 2 Ministère du Développement durable et des Infrastructures, Département de l'environnement, SICONA-Ouest, Geodata (2014): Plan national pour la protection de la nature, Plans d'actions espèces – Chat sauvage/Felis silvestris silvestris/Europäische Wildkatze, URL: https://environnement.public.lu/dam-assets/documents/natur/plan_action_especes/felides_chat_sauvage.pdf, Zugriff: [20.10.2022] Dossier de classement NSG "Op dem Millebierg", Altwies ENECO-230427MECD2201D-Ausweisungsdokument NSG_Op_dem_Millebierg Seite 6 2.2 Geologie Die geologischen Schichten sind anthropogen verändert, da das geplante Naturschutzgebiet innerhalb eines mit Inertabfällen verfüllten Steinbruchs gelegen ist. Ursprünglich lagen Schichten (li2) des Luxembourger Sandstein vor. Diese wurden durch einen Wechsel von gelblichen Sandsteinen und unverwitterten Konglomeratlagen gekennzeichnet. Östlich grenzt eine Störungslinie an das Plangebiet, hinter welcher sich grau-blaue Sandfazies anschließen (li3 – Mergel und Kalke von Strassen). 2.3 Pedologie Wie in Kapitel 2.2 bereits erwähnt, sind die im Plangebiet vorhandenen geologischen Schichten und damit auch die anstehenden Böden, durch die Verfüllung des ehemaligen Steinbruchs mit Inertabfällen stark anthropogen beeinflusst. Bei der Renaturierung des ehemaligen Abbaubereichs wurden als abschließende Schicht unbelastete Kulturböden als bodenbildende Substrate aufgebracht. Die Zusammensetzung dieser Inertabfälle ist heterogen, so dass deren Einfluss auf die Vegetationsformen keine Aussage getroffen werden kann. Die ehemals vorherrschenden sandig-lehmige oder sandig-schluffige Bodenarten sind im Planungsgebiet nicht mehr vorhanden. 2.4 Bodennutzung Aufgrund der ursprünglichen Nutzung als Steinbruch und Inertabfalldeponie besteht eine naturschutzrechtliche Verpflichtung der Rekultivierung dieser Flächen. In diesem Zusammenhang wurde die Fläche des geplanten Naturschutzgebietes im Jahr 2021 renaturiert. Die hergestellten Biotope unterliegen einer 25-jährigen Unterhaltspflicht. Dazu wurden die folgenden Pflegemaßnahmen definiert:     Mahd bzw. Beweidung der extensiv gepflegten jungen Streuobstwiese, Pflege und Ersatz von Obstgehölzen, Nutzung der Früchte zur Nahrungsmittelproduktion und bei Hiebsreife als Energieholz, Auf den Stock setzen der Feldhecken, Freischnitt der Lesesteinhaufen, Uferschwalbenwand und Tümpel. Die Biotopentwicklung wird im Zuge eines regelmäßigen Monitorings überprüft. Dies gewährleistet die Entwicklung einer hohen Lebensraumdiversität und stellt die Grundlage der geplanten Ausweisung als nationales Naturschutzgebiet dar (vgl. Kapitel 5). Dossier de classement NSG "Op dem Millebierg", Altwies ENECO-230427MECD2201D-Ausweisungsdokument NSG_Op_dem_Millebierg Seite 7 2.5 Entstehungsgeschichte In Ferraris Karte (1778) wird die Nutzung der Fläche als offenes Ackerland beschrieben. ENECO Ingénieurs-Conseils S.A. Ausweisdokument Naturschutzgebiet „Op dem Millebierg“, Altwies © « Source Cadastre : Ètat du Grand-Duché de Luxembourg (12/2022) » Abbildung 1: Ausschnitt Ferraris Karte aus dem Jahr 1778 Dossier de classement NSG "Op dem Millebierg", Altwies ENECO-230427MECD2201D-Ausweisungsdokument NSG_Op_dem_Millebierg Seite 8 Luftaufnahmen aus den Jahren 1951-1987 sowie historische topographische Karten weisen zudem auf eine langjährige anthropogene Nutzung der Fläche als Ackerland und später als Steinbruch hin. ENECO Ingénieurs-Conseils S.A. Ausweisdokument Naturschutzgebiet „Op dem Millebierg“, Altwies © « Source Cadastre : Ètat du Grand-Duché de Luxembourg (12/2022) » Abbildung 2: Ausschnitt Topographische Karte aus dem Jahr 1927 Dossier de classement NSG "Op dem Millebierg", Altwies ENECO-230427MECD2201D-Ausweisungsdokument NSG_Op_dem_Millebierg Seite 9 Gemäß den topographischen Karten begann der wirtschaftliche Gesteinsabbau in den 50er Jahren des 20. Jh. Die weit unter Geländeoberkante reichenden Abbaubereiche des Steinbruchs dienten in Folge des Gesteinsabbaus der Ablagerung von unbelasteten mineralischen Inertabfällen (v.a. Bodenaushub). Im Zuge dieser Entwicklung sind keine ursprünglichen Biotope erhalten geblieben. ENECO Ingénieurs-Conseils S.A. Ausweisdokument Naturschutzgebiet „Op dem Millebierg“, Altwies © « Source Cadastre : Ètat du Grand-Duché de Luxembourg (12/2022) » Abbildung 3: Ausschnitt Topographische Karte aus dem Jahr 1954 Dossier de classement NSG "Op dem Millebierg", Altwies ENECO-230427MECD2201D-Ausweisungsdokument NSG_Op_dem_Millebierg Seite 10 2.6 Jagdliche Aktivitäten Das Plangebiet liegt im Jagdlos-Gebiet Nummer 613, welches eine Fläche von ca. 347 ha umfasst. Dem Pächter zufolge macht die umlaufende Einfriedung des zukünftigen Naturschutzgebietes (Wildzaun) die Fläche jagdlich unattraktiv, da nahezu kein Wild auf der Fläche vorhanden ist. Für die Entwicklung der Biotope wie der jungen Streuobstwiese, Hecken und der extensiv gepflegten Wiesenfläche, ist demnach kein negativer Einfluss durch Fraßdruck oder Fege zu erwarten. ENECO Ingénieurs-Conseils S.A. Ausweisdokument Naturschutzgebiet „Op dem Millebierg“, Altwies © « Source Cadastre : Ètat du Grand-Duché de Luxembourg (12/2022) » Abbildung 4: Jagdlose im Planungsgebiet Dossier de classement NSG "Op dem Millebierg", Altwies ENECO-230427MECD2201D-Ausweisungsdokument NSG_Op_dem_Millebierg Seite 11 3 FLORISTISCHE UND FAUNISTISCHE BEDEUTUNG 3.1 Biologische Bedeutung 3.1.1 Habitate ENECO Ingénieurs-Conseils S.A. Dossier de classement NSG "Op dem Millebierg", Altwies Prioritär gem. PNPN (2023-2030) 3 Habitat Streuobstwiese (BK09 wenn Alter Gehölze ≥ 30 J.) Feldhecken (BK17) Mardellen/naturnahes Stillgewässer (BK08) P Lesesteinhaufen (BK21) Feldweg Brutwand für Uferschwalben Tabelle 1: Habitate Ein Großteil des Plangebietes ist durch einen jungen Streuobstbestand mit extensiver Flurbegrünung gekennzeichnet. Verschiedene Obstsorten wie Apfel, Mirabelle, Kirsche, Zwetschge, Birne und zudem vereinzelte Walnüsse wurden gepflanzt (vgl. Kapitel 3.1.2). Das Agroforstsystem (in diesem Fall Obstbäume in Kombination mit Schafhutung) bietet zahlreiche Vorteile im Gegensatz zu baumfreien Wiesen und Weiden; bspw. die Verminderung der Bodenerosion, die Vermeidung von Düngereinsatz, Verbesserung der Bodenstruktur und Schattenspende für Weidetiere. Durch die Frühjahrsblüte, aber auch mit den Früchten selbst, bereichern die Agroforst-Bäume das Nahrungsangebot zahlreicher Insekten und in Folge dessen, auch die Nahrungsgrundlage der vorhandenen Fledermausarten sowie der Avifauna, v.a. der vorhandenen Brutpaare des Neuntöters und der Uferschwalben. Zudem bietet das Agroforstsystem eine Korridor- und Leitliniensystem für Fledermäuse (vgl. Kapitel 3.1.3). Das Nist- und Quartierpotenzial wird zu Beginn der Maßnahme durch Anbringung künstlicher Nisthilfen gefördert. Mit zunehmendem Baumalter entwickelt sich ein natürliches Nist- und Quartierpotenzial in Form von Baumhöhlen, Astbrüchen und Baumspalten. Obstbaumbestände mit extensiver Pflege, ohne den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bieten zahlreichen Tier- und Pflanzenarten einen facettenreichen Lebensraum. Es ist zu erwarten, dass bei andauernden Pflegemaßnahmen die Anzahl der Tier- und Pflanzenarten zumindest konstant bleiben, wenn nicht sogar steigen wird. Der Bestand an Streuobstwiesen ist landesweit rückläufig. Eine Ausweisung der Fläche als nationales Naturschutzgebiet würde diesen Trend zwar nicht stoppen, ihm jedoch zumindest entgegenwirken. Einzelne Feldhecken mit autochthonen Arten, Tümpel, Lesesteinhaufen, ein umlaufender Feldweg sowie eine Brutwand für Uferschwalben und andere Höhlenbrüter bringen strukturelle Heterogenität des Lebensraumangebotes. Ergänzend zum Agroforstsystem, stellen die Heckenpflanzungen mit unterschiedlichen Blühaspekten eine Förderung des Nahrungsangebotes (Insekten) für die ortsansässigen Neuntöter und Fledermausarten dar. 3 Ministère de l'Environnement, du Climat et du Développement durable (2023): Plan National concer- nant la Protection de la Nature, Strategie 2023-2030, URL: https://environnement.public.lu/content/dam/environnement/documents/natur/biodiversite/pnpn/pnpn-version-3.pdf, Zugriff: [16.03.2023] Dossier de classement NSG "Op dem Millebierg", Altwies ENECO-230427MECD2201D-Ausweisungsdokument NSG_Op_dem_Millebierg Seite 12 Die Lesesteinhaufen sind wertvolle Trittstein- und Inselbiotope mit eigenen Mikroklimaten für geschützte Arten (v.a. Amphibien, Reptilien, Insekten), welche diese Biotope teilweise zum Überwintern (z.B. Marienkäfer, Schlingnatter, Lurche, Zauneidechsen) bzw. im Sommer als Sonnenplätze, Verstecke vor Fressfeinden und Nahrungshabitat aufsuchen. Im Übergang von Feldweg zu voll entwickelten Mahd- und Weideflächen bilden sich Lebensräume für Insekten wie bspw. Schmetterlinge, welche auf die mikroklimatischen und vegetativen Unterschiede zwischen Nutzfläche und Feldweg/Wirtschaftsweg angewiesen sind. Mit ihren aquatischen Lebensraumfunktionen für Amphibien und ihrer spezifisch ausgebildeten Vegetation führen die durch Niederschlagswasser gespeisten Tümpel zur Steigerung der Artendiversität. Da die Kleingewässer, mit maximal 300 m Abstand zueinander angelegt wurden, bilden sie ein Verbundsystem aquatischer Klein-Strukturen innerhalb des Plangebietes. Die nach Schweizer Vorbild4 errichtete Brutwand ist nach Osten gerichtet und bietet mit einem vorgelagerten Kleingewässer und der offenen Einflugschneise optimale Habitatbedingungen für die Uferschwalbe. Wie bereits erwähnt wird gemäß des nationalen Naturschutzplans dem Biotoptyp Mardellen/naturnahes Stillgewässer (BK08) die Priorität P zugeordnet. Zudem sind die folgenden Biotope gem. Artikel 17 des Loi modifiée du 18 juillet 2018 concernant la protection de la nature et des ressources naturelles geschützt: Lesesteinhaufen (BK21), Hecken auf ebenerdigen Rainen und Böschungen (BK17) und Mardellen/naturnahe Stillgewässer (BK08). Da es sich bei den Hecken um junge Pflanzungen handelt, entwickeln diese ihren schützenswerten Charakter erst im Laufe der kommenden Jahre. Im nationalen Biotopkataster liegt für das Plangebiet keine Spezifizierung vor. Ebenso liegen zum Zeitpunkt der Antragsstellung keine „Biodiversitäts“ -Verträge oder forstlichen Prämien für das Plangebiet vor. 3.1.2 Flora Aufgrund von anthropogenen Eingriffen in der Vergangenheit ist die ursprüngliche Flora innerhalb des Planungsgebiets und der Umgebung nicht mehr vorhanden. In einem Großteil der aktuell renaturierten Fläche wurde ein Streuobstbestand mit regionaltypischen, einheimischen Obstgehölze angelegt. Dieser wird extensiv gepflegt (Mahd, Beweidung); eine initiale Begrünung erfolgte durch eine Saatgutmischung. Das Anpflanzen von Gehölzen und das Ausbringen von Saatgut führte somit zu einer Wiederansiedlung von Pflanzenarten, die wahrscheinlich auch in der ursprünglichen Vegetation vorhanden waren. Aufgrund des kurzen Zeitraums seit der Anpflanzung in 2021, kann davon ausgegangen werden, dass sich das Artenspektrum seitdem wahrscheinlich kaum geändert hat. Somit entsprechen die vorhandenen Arten im Wesentlichen den gepflanzten bzw. gesäten Arten. Auch die im Plangebiet strukturgebenden Feldhecken weisen heimische Gehölze wie beispielsweise Quercus petraea (Traubeneiche) und Prunus avium (Vogelkirsche) auf. 4 Bachmann, S.; B. Haller, R.; Lötscher, U.; Rehsteiner, R.; Spaar & C. Vogel (2008): Leitfaden zur Förderung der Uferschwalbe in der Schweiz. Praktische Tipps zum Umgang mit Kolonien in Abbaustellen und zum Bau von Brutwänden. Stiftung Landschaft und Kies, Uttigen, Fachverband der Schweizerischen Kies- und Betonindustrie, Bern, Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz, Zürich, Schweizerische Vogelwarte, Sempach. Dossier de classement NSG "Op dem Millebierg", Altwies ENECO-230427MECD2201D-Ausweisungsdokument NSG_Op_dem_Millebierg Seite 13 Die Feldhecken sowie die Randbereiche sind von einem mehrjährigen Blühstreifen umgeben. Die Samenmischung entspricht einer luxemburgischen Buntbrachenmischung, welche ausschließlich autochthone Arten beinhaltet. In den Randbereichen der Tümpel sind an frische bis feuchte Standorte angepasste Arten zu erwarten. Das Artenspektrum der Pflanzen weist aktuell keine besonders seltenen oder gefährdeten Arten auf. Die vorhandene Flora ist in ihrer Gesamtheit als Biotop und dem daraus resultierenden Umweltwert jedoch durchaus schützenswert (vgl. Kapitel 3.1.1) und rechtfertigt eine Ausweisung als nationales Naturschutzgebiet. ENECO Ingénieurs-Conseils S.A. Dossier de classement NSG "Op dem Millebierg", Altwies Malus dom. „Geheimrat Oldenbourg“ Malus dom. „Holsteiner Cox“ Malus dom. „Pilot“ Malus dom. „Jacques Lebel“ Malus dom. „Kaiser Wilhelm“ Apfel Malus dom. „Pinova“ Malus dom. „Rewena“ Malus dom. „Rode Boskop“ Malus dom. „Santana“ Malus dom. „Ecolette“ Pyrus com. „Doyenne de Comice“ Birne Pyrus com. „Triomphe de Vienne“ Pyrus com. „Gieser Wildemann“ Prunus av. „Hedelfinger Riesenkirsche“ Kirsche Prunus av. „Regina“ Prunus av. „Sylvia“ Prunus dom. subsp. syriaca „Mirabelle de Nancy“ Mirabelle Prunus dom. subsp. syriaca „Mirabelle de Metz“ Prunus dom. „Hauszwetschke“ Prunus dom. „Queen Victoria“ Prunus dom. „Altesse double“ Zwetschge Prunus dom. “Hanita“ Prunus dom. Bleue de Belgique“ Prunus dom. „Reine Claude d’Oullins“ Sonstige Juglans regia Tabelle 2: Obstbaumarten im Plangebiet 3.1.3 Fauna Die Einschätzung des Artenspektrums erfolgt auf Grundlage der Publikationen5 und gesammelten Beobachtungsdaten (letzten 3 Jahre) des Musée national d’histoire naturelle (MNHN)6. Die Beobachtungen und Publikationen des MNHN legen in diesem Zusammenhang ein potentielles Brutvorkommen der jeweiligen Art nahe (vgl. Tabelle 3). 5 MMNHL (2022): Ferrantia, Luxembourg; URL: https://www.mnhn.lu/science/ferrantia/, Zugriff: [14.10.2022] 6 MNHNL (2022): Recorder-Lux, Datenbank zum Naturerbe des Großherzogtums Luxembourg. National Museum für Naturgeschichte, Luxembourg; URL: https://mdata.mnhn.lu/, Zugriff: [26.01.2023]. Dossier de classement NSG "Op dem Millebierg", Altwies ENECO-230427MECD2201D-Ausweisungsdokument NSG_Op_dem_Millebierg Seite 14 Darüber hinaus konnten im Zuge einer Fotostudie durch den Betreiber des Standortes weitere Arten beobachtet werden. ENECO Ingénieurs-Conseils S.A. Dossier de classement NSG "Op dem Millebierg", Altwies Art 2009/147/CE Rote Liste Luxembourg (2019)7 PNPN (20232030) Habitat Vögel Feldlerche Alauda arvensis Anhang 2 VU i Brachpieper Anthus campestris Anhang 1 EX - Mauersegler Apus apus - NT P Graureiher Ardea cinerea - NT - Mäusebussard* Weißstorch Buteo buteo - - - Ciconia ciconia Anhang 1 R - Schwarzstorch Ciconia nigra Anhang 1 VU P Wasseramsel Mehlschwalbe Goldammer Cinclus cinclus Delichon urbicum Emberiza citrinella - NT NT NT i i Turmfalke* Bekassine Falco tinnunculus Gallinago gallinago Hirundo rustica Anhang 2 + 3 EX - Feuchtgebiete und extensiv genutzte Wiesen Lebt zurückgezogen in Wäldern und Auen, benötigt Feuchtgebiete Feuchtgebiete Offene Landschaften Strukturreiche Agrarlandschaften Strukturreiches Offenland Offenes Sumpfland - NT - Offene Landschaften Lanius collurio Anhang 1 VU P Bienenfresser* Merops apiaster - - - Schwarzmilan Milvus migrans Anhang 1 NT - Rotmilan Milvus milvus Anhang 1 VU P Steinschmätzer Fasan* - EX - - - - Uferschwalbe Oenanthe oenanthe Phasanius clochicus Riparia riparia - EN - Star* Sturnus vulgaris - - - Offenes Gelände mit mittelhoher Vegetation und Brachen Warme, sonnige Gebiete mit Abbruchkanten Waldgebiete an Seen und Flüssen, Jagd in offener Landschaft Offenes Gelände mit Feldgehölzen und Waldrändern Offenes, steiniges und sandiges Gelände Strukturreiche Agrarlandschaften Prallhänge und Anrisse von Fließgewässern Strukturreiches Offenland Kaisermantel* Arginis paphia - - - Großes Ochsenauge* Schwalbenschwanz* Maniola jurtina - - - Papilio machaon - VU - Rauchschwalbe Neuntöter Offenland und strukturierte Agrarlandschaften Mittelhohe Vegetation und Brachen Felswände und Mauerwände Feuchtgebiete und extensiv genutzte Wiesen Strukturiertes Offenland Schmetterlinge Sonnige Waldränder und Lichtungen Offene, trocken bis mäßig feuchte Lebensräume Blütenreiche Wiesen, Gärten und Trockenrasen 7 Lorgé, P.; Redel, C.; Kirsch, E.; Kieffer K.; (2019): Vögel Luxembourgs - Die Rote Liste der Brutvögel Luxembourgs, natur&ëmwelt asbl, Imprimerie HENGEN, Luxembourg; 273 S. Dossier de classement NSG "Op dem Millebierg", Altwies ENECO-230427MECD2201D-Ausweisungsdokument NSG_Op_dem_Millebierg Seite 15 Heuschrecken Blauflügelige Ödlandschrecke* Oedipoda caerulescens - NT - Trockene Kahl- und Ödlandflächen wie z.B. Kiesgruben und Steinbrüche EX = Bestand erloschen, CR = Bestand vom Erlöschen bedroht, VU = Gefährdet, R = Arten mit geografischer Restriktion (bspw. Am Rande des Verbreitungsbereichs), NT = Vorwarnliste Die mit * gekennzeichneten Arten sind nicht in der Recorderdatenbank des MNHN enthalten. Sie wurden im Zuge einer Fotostudie durch den Betreiber des Steinbruchs beobachtet. Tabelle 3: Beobachtete Arten gemäß MNHN und weiteren Beobachtungen Auf Basis der vorliegenden Daten der beobachteten und möglichen Brutvogelvorkommen wird deutlich, dass sich im Plangebiet eine Vielzahl seltener Arten wiederfindet. Arten wie beispielsweise der Neuntöter oder die Uferschwalbe sind landesweit gefährdet oder stark gefährdet. Beobachtungen von Brutvogelvorkommen, welche gem. Roter Liste Luxembourg bereits erloschenen sind, deuten zudem auf die Akzeptanz der renaturierten Fläche auch für Durchzügler hin und machen in manchen Fällen Hoffnung für eine mögliche Wiederansiedlung. Des Weiteren sind nahe der Gebietsgrenze Wanderkorridore der Wildkatze gelegen. Diese verlaufen in den süd-östlich gelegenen Waldflächen und stehen im Zusammenhang mit den offiziell ausgewiesenen Wanderkorridoren8. Gemäß der vom MNHN publizierten Zeitschrift „Ferrantia“ ist generell das Vorkommen folgender Fledermausarten möglich: Kleine Bartfledermaus (Myotis mystanicus), Fransenfledermaus (Myotis nattereri), Großer Abendsegler (Nyctalus noctula), Kleiner Abendsegler (Nyctalus leisleri), Breiflügelfledermaus (Eptesicus serotinus), Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus) und Graues Langohr (Plecotus austriacus), (MNHN, Ferrantia 33, 2002). Außerdem könnten die folgenden Amphibien und Reptilien im Plangebiet vorkommen9 Fadenmolch (Triturus helveticus), Bergmolch (Triturus alpestris), Grasfrosch (Rana temporaria) und Grünfrosch (Rana 'esculenta'); (MNHN, Ferrantia 37, 2003), Ringelnatter (Natrix natrix); (MNHN, Ferrantia 52, 2007). Im Zuge der Ausweisungsprozedur wird durch die zuständige Verwaltungsstelle analysiert ob eine Ansiedlung von Gelbbauchunke (Bombina variegata), Kreuzkröte (Epidalea calamita) und Geburtshelferkröte (Alytes obstetricans) im geplanten Schutzgebiet auch in Verbindung mit der Standorterweiterung der Carrières Feidt S.A. möglich ist. Die Ausweisung der Fläche als nationales Naturschutzgebiet trägt dazu bei, die Lebensräume oder Trittsteinbiotope der gefährdeten Brutvogelarten langfristig zu erhalten. Zudem bilden sich in den Stämmen und Kronen der Obstbäume mit zunehmendem Alter Baumhöhlen und Astlöcher, welche mögliche Habitate für Fledermäuse und andere Tiere (Siebenschläfer z.B.) darstellen. Ein unter Schutzstellen der Fläche sichert die Entwicklung dieser Quartiermöglichkeiten. Die Obstbäume sind eine wichtige Nahrungsquelle für verschiedenste Tierarten. Die Lesesteinhaufen, Tümpel und die Feldhecken umsäumenden Mähstreifen bieten auch für Amphibien und Reptilien geeignete Bedingungen, deren Vorkommen zwar nicht nachgewiesen wurde, jedoch aufgrund der vorliegenden Publikationen (s.o.) möglich sind. 8 Ministère du Développement durable et des Infrastructures, Département de l'environnement, SICONA-Ouest, Geodata (2014): Plan national pour la protection de la nature, Plans d'actions espèces – Chat sauvage/Felis silvestris silvestris/Europäische Wildkatze, URL: https://environnement.public.lu/dam-assets/documents/natur/plan_action_especes/felides_chat_sauvage.pdf, Zugriff: [20.10.2022] 9 MMNHL (2022): Ferrantia, Luxembourg; URL: https://www.mnhn.lu/science/ferrantia/, Zugriff: [14.10.2022] Dossier de classement NSG "Op dem Millebierg", Altwies ENECO-230427MECD2201D-Ausweisungsdokument NSG_Op_dem_Millebierg Seite 16 4 SCHÄDEN, BEDROHUNGEN UND DIENSTLEISTUNGEN Alle in Kapitel 3.1.1 beschriebenen Habitate sind auf das Zutun des Menschen angewiesen. Die Unterlassung der wiederkehrenden Pflege und Nutzung (vgl. Kapitel 2.4) würde zwangsläufig zu einem Verfall der bestehenden Habitatstrukturen führen. Die Fortsetzung der Pflegemaßnahmen ist daher unerlässlich. Eine Ausweisung des Gebietes als nationales Naturschutzgebiet würde langfristig andauernde Pflegemaßnahmen und damit stabile Habitatbedingungen garantieren. Direkte Gefahren oder negative Einflüsse des nahegelegenen Steinbruchs und dessen Erweiterung auf Flora und Fauna der Schutzgebietsfläche sind nicht zu erwarten, da ein Gewöhnungseffekt an die vorhandene Betriebsaktivität bereits stattgefunden hat. 5 VORSCHLÄGE ZU EINRICHTUNGS- UND BEWIRTSCHAFTUNGSMAßNAHMEN Die Einrichtungsmaßnahmen sind im Plangebiet bereits abgeschlossen, sodass kein zusätzlicher Aufwand nötig ist um schützenswerte Lebensräume zu erstellen. Wie bereits erwähnt wird im Laufe des Ausweisungsverfahren geprüft ob im Schutzgebiet Maßnahmen zu Ansiedlung von Gelbbauchunke (Bombina variegata), Kreuzkröte (Epidalea calamita) und Geburtshelferkröte (Alytes obstetricans) möglich sind. Damit die vorhandenen Biotope langfristig gewahrt bleiben, ist eine Vielzahl an Erhaltungsmaßnahmen nötig. Die folgenden Beschreibungen sind lediglich ein Vorschlag welcher auf den bereits durchgeführten und beschlossenen Managementmethoden basiert. Ein Großteil des geplanten Naturschutzgebietes wird durch ein Agroforstsystem eingenommen. In dieser Fläche wurden Obst-Bäume in Reihen mit einem Pflanzabstand von ca.10 m auf einer etwa 8,2 ha großen extensiven Grünlandnutzung gepflanzt. Die Bäume dienen der regionalen Nahrungsmittelproduktion und können, wenn sie hiebsreif sind z.B. als Energieholz geerntet werden. Der Bestand unterliegt einer 2-3-jährigen Anwuchspflege, Pflanzausfälle werden ausgetauscht, zudem erfolgt ein naturschutzfachliches Monitoring. Die Grünflächen des Streuobstbestandes werden extensiv durch Mahd oder Beweidung gepflegt. Um in den heißen Sommermonaten den Aufwand der Bewässerung zu verringern wird das Mulchen der Baumscheiben (kein Mulch aus Nadelholz) empfohlen. So kann die Evapotranspiration verringert werden. Die im Plangebiet vorhandenen Feldhecken werden alle 10 Jahre partiell auf den Stock gesetzt und einzelne Pflanzausfälle ersetzt. Es erfolgt ein naturschutzfachliches Monitoring. Auch die vorhandenen Lesesteinhaufen unterliegen einem naturschutzfachlichen Monitoring und damit einer Zustandskontrolle der Lesesteinhaufen. Je nach Bedarf werden überschattende Gehölze auf der sonnenzugewandten Seite gefällt. Außerdem soll ein 1 m breiter Altgrasstreifen um die Steinhaufen herum erhalten bleiben. Die Mahd des Altgrasstreifens soll maximal einmal pro Jahr durchgeführt werden. Auf dem Rekultivierungsplateau in Zentrum des geplanten Naturschutzgebiets, sind drei kleine Gewässer (Tümpel) unterschiedlicher Größe angelegt. Die Uferrandstreifen werden alle 5 Jahre in den Wintermonaten abgeplaggt und beschattende Gehölzstrukturen aus den Uferbereichen entfernt. Außerdem werden abgestorbene Wasserpflanzenteile mit einem Rechen aus dem Gewässer entnommen, um eine offene Wasseroberfläche zu gewährleisten. Auch dieses Biotop unterliegt einem naturschutzfachlichen Monitoring. Die unmittelbare Umgebung der Vorderseite der Uferschwalbenbrutwand wird von hohem Pflanzenbewuchs freigehalten. Benutzte Brutröhren werden einmal jährlich im Winter wieder Dossier de classement NSG "Op dem Millebierg", Altwies ENECO-230427MECD2201D-Ausweisungsdokument NSG_Op_dem_Millebierg Seite 17 mit Sand verfüllt, um das Brutplatzpotenzial der Wand vollumfänglich zu erhalten. Zudem erfolgt ein naturschutzfachliches Monitoring. Durch die regelmäßigen Kontrollen und Erhaltungsmaßnahmen bleiben die Voraussetzungen für eine hohe Lebensraumdiversität auch langfristig bestehen und rechtfertigen damit eine Eignung als nationales Naturschutzgebiet. Contern, 27.04.2023 Friedrich SCHNEIDER Responsable de projet Rainer KLÖPPNER Administrateur délégué Dossier de classement NSG "Op dem Millebierg", Altwies ENECO-230427MECD2201D-Ausweisungsdokument NSG_Op_dem_Millebierg Seite 18 6 LITERATUR  Bachmann, S., B. Haller, R. Lötscher, U. Rehsteiner, R. Spaar & C. Vogel (2008): Leitfaden zur Förderung der Uferschwalbe in der Schweiz. Praktische Tipps zum Umgang mit Kolonien in Abbaustellen und zum Bau von Brutwänden. Stiftung Landschaft und Kies, Uttigen, Fachverband der Schweizerischen Kies- und Betonindustrie, Bern, Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz, Zürich, Schweizerische Vogelwarte, Sempach.  Lorgé, P.; Redel, C.; Kirsch, E.; Kieffer K.; (2019): Vögel Luxembourgs - Die Rote Liste der Brutvögel Luxembourgs, natur&ëmwelt asbl, Imprimerie HENGEN, Luxembourg; 273 S.  Ministère du Développement durable et des Infrastructures, Département de l'environnement, SI-CONA-Ouest, Geodata (2014): Plan national pour la protection de la nature, Plans d'actions espèces – Chat sauvage/Felis silvestris silvestris/Europäische Wildkatze, URL: https://environnement.public.lu/dam-assets/documents/natur/plan_action_especes/felides_chat_sauvage.pdf, Zugriff: 20.10.2022  Ministère de l'Environnement, du Climat et du Développement durable (2023): Plan National concernant la Protection de la Nature, Strategie 2023-2030, URL: pnpn-version-3.pdf (public.lu) Zugriff: [16.03.2023]  MMNHL (2022): Ferrantia, Luxembourg; URL: https://www.mnhn.lu/science/ferrantia/, Zugriff: [14.10.2022]  MMNHL (2022): Ferrantia Nr. 33 (2002) – Die Fledermäuse Luxembourgs; URL: https://ps.mnhn.lu/ferrantia/publications/Ferrantia33.pdf, Zugriff: [14.10.2022]  MMNHL (2022): Ferrantia Nr. 37 (2003) – Verbreitungsatlas der Amphibien des Großherzogtums Luxembourgs; URL: https://ps.mnhn.lu/ferrantia/publications/Ferrantia37.pdf, Zugriff: [14.10.2022]  MMNHL (2022): Ferrantia Nr. 52 (2007) - Verbreitungsatlas der Reptilien des Großherzogtums Luxembourgs; URL: https://ps.mnhn.lu/ferrantia/publications/Ferrantia52.pdf, Zugriff: [14.10.2022]  MNHNL (2022): Recorder-Lux, Datenbank zum Naturerbe des Großherzogtums Luxembourg. National Museum für Naturgeschichte, Luxembourg; URL: https://mdata.mnhn.lu, Zugriff: [26.01.2023].  Regierung des Großherzogtum Luxembourg (2018): Aktionsplan „Arten“ und „Lebensräume“; URL: Plans d'actions espèces et habitats - Natur - Portail de l'environnement - emwelt.lu - Luxembourg (public.lu), Zugriff: [13.10.2022] Dossier de classement NSG "Op dem Millebierg", Altwies ENECO-230427MECD2201D-Ausweisungsdokument NSG_Op_dem_Millebierg Seite 19 7 ANLAGEN 7.1 Kartographischer Inhalt 7.2 Verzeichnisse und Listen Dossier de classement NSG "Op dem Millebierg", Altwies ENECO-230427MECD2201D-Ausweisungsdokument NSG_Op_dem_Millebierg Anlagen Seite 20 LEGENDE Gebietsgrenze © « Source Cadastre : État du Grand-Duché de Luxembourg (12/2022) » Planbezeichnung/ Dénomination du plan: Lage des Schutzgebietes Projektname/ Nom du projet: Antrag auf Ausweisung eines Naturschutzgebietes von nationalem Interesse auf einem Teilbereich des Standorts Altwies der Carrières Feidt S.A. Auftraggeber/ Maître d'ouvrage: Ministère de l'Environnement, du Climat et du Développement durable - Département de l'environnment Administration de la nature et des forêts Planungsphase/ Stade de planification Ausweisung eines Naturschutzgebietes Maßstab/Echelle: 1 : 10.000 Datum/Date 16.03.2023 Bearb./ ST Gepr./Ver.: YA Plan-Nr./Plan-No.: 01 LEGENDE Gebietsgrenze Schutzzonen Naturschutzgebiet "Filsdorfergrund" (ZH 93) Vogelschutzgebiet "Aspelt-Lannebur, Am Kessel" © « Source Cadastre : État du Grand-Duché de Luxembourg (12/2022) » Planbezeichnung/ Dénomination du plan: Schutzgebiet im Zusammenhang mit weiteren Schutzgebieten Projektname/ Nom du projet: Antrag auf Ausweisung eines Naturschutzgebietes von nationalem Interesse auf einem Teilbereich des Standorts Altwies der Carrières Feidt S.A. Auftraggeber/ Maître d'ouvrage: Ministère de l'Environnement, du Climat et du Développement durable - Département de l'environnment Administration de la nature et des forêts Planungsphase/ Ausweisung eines Naturschutzgebietes Stade de planification: Maßstab/Echelle: 1 : 10.000 Datum/Date 16.03.2023 Bearb./ ST Gepr./Ver.: YA Plan-Nr./Plan-No.: 02 LEGENDE Gebietsgrenze Eigentümer Carrières Feidt S.A. Dalheim, la Commune D. M. Domaine de l'Etat Mondorf-les-Bains, la Commune Anmerkung: Farbig hinterlegt sind die Parzellen, die entweder vollständig oder teilweise von der Ausweisung des Naturschutzgebietes betroffen sind. AT: Abbaufläche / Tagebau AL: Ackerland GE: Gebüsch 1487/3791 2075/5338 1486/3641 © « Source Cadastre : État du Grand-Duché de Luxembourg (12/2022) » 1445/938 Planbezeichnung/ Dénomination du plan: Eigentumsverhältnisse-Kataster Projektname/ Nom du projet: Antrag auf Ausweisung eines Naturschutzgebietes von nationalem Interesse auf einem Teilbereich des Standorts Altwies der Carrières Feidt S.A. Auftraggeber/ Maître d'ouvrage: Ministère de l'Environnement, du Climat et du Développement durable - Département de l'environnment Administration de la nature et des forêts Planungsphase/ Ausweisung eines Naturschutzgebietes Stade de planification: Maßstab/Echelle: 1 : 2.500 Datum/Date 16.03.2023 Bearb./ ST Gepr./Ver.: YA Plan-Nr./Plan-No.: 03 LEGENDE Gebietsgrenze Eigentümer privat öffentlich Anmerkung: Farbig hinterlegt sind die Parzellen, die entweder vollständig oder teilweise von der Ausweisung des Naturschutzgebietes betroffen sind. © « Source Cadastre : État du Grand-Duché de Luxembourg (12/2022) » Planbezeichnung/ Dénomination du plan: Übersicht Eigentumsverhältnisse Projektname/ Nom du projet: Antrag auf Ausweisung eines Naturschutzgebietes von nationalem Interesse auf einem Teilbereich des Standorts Altwies der Carrières Feidt S.A. Auftraggeber/ Maître d'ouvrage: Ministère de l'Environnement, du Climat et du Développement durable - Département de l'environnment Administration de la nature et des forêts Planungsphase/ Stade de planification: Ausweisung eines Naturschutzgebietes Maßstab/Echelle: 1 : 2.500 Datum/Date 16.03.2023 Bearb./ ST Gepr./Ver.: YA Plan-Nr./Plan-No.: 04 LEGENDE Gebietsgrenze Gemeindegrenzen Dalheim Frisange Mondorf-les-Bains © « Source Cadastre : État du Grand-Duché de Luxembourg (12/2022) » Planbezeichnung/ Dénomination du plan: Verwaltungseinheiten/Gemeinden Projektname/ Nom du projet: Antrag auf Ausweisung eines Naturschutzgebietes von nationalem Interesse auf einem Teilbereich des Standorts Altwies der Carrières Feidt S.A. Auftraggeber/ Maître d'ouvrage: Ministère de l'Environnement, du Climat et du Développement durable - Département de l'environnment Administration de la nature et des forêts Planungsphase/ Ausweisung eines Naturschutzgebietes Stade de planification: Maßstab/Echelle: 1 : 5.000 Datum/Date 16.03.2023 Bearb./ ST Gepr./Ver.: YA Plan-Nr./Plan-No.: 05 LEGENDE Gebietsgrenze Bodennutzung Landwirtschaftliche Flächen Sonstige © « Source Cadastre : État du Grand-Duché de Luxembourg (12/2022) » Planbezeichnung/ Dénomination du plan: Bodennutzung Projektname/ Nom du projet: Antrag auf Ausweisung eines Naturschutzgebietes von nationalem Interesse auf einem Teilbereich des Standorts Altwies der Carrières Feidt S.A. Auftraggeber/ Maître d'ouvrage: Ministère de l'Environnement, du Climat et du Développement durable - Département de l'environnment Administration de la nature et des forêts Planungsphase/ Ausweisung eines Naturschutzgebietes Stade de planification: Maßstab/Echelle: 1 : 2.000 Datum/Date 16.03.2023 Bearb./ ST Gepr./Ver.: YA Plan-Nr./Plan-No.: 06 Streuobstwiese - 2-3-jährigen Anwuchspflege - Pflanzausfälle werden ausgetauscht - Mahd bzw. Beweidung der extensiv gepflegten jungen Streuobstwiese LEGENDE Gebietsgrenze Einzelbäume Feldhecke - Bodennaher Rückschnitt alle 10 Jahre - Ersatz von Pflanzausfällen Tümpel - Abplaggen der Uferrandstreifen alle 5 Jahre - Beschattende Gehölze entfernen/Wasserpflanzen bei Bedarf entnehmen Streuobstbestand, neu angelegt Flächenbiotope Steinriegel/Lesesteinhaufen (BK21) Mardelle/naturnahes Stillgewässer (BK08) Extensivgrünland Hecken auf ebenerdigen Rainen oder Böschungen (BK17) geschotterte/teilbefestigte Fläche Brutwand für Uferschwalben Die Biotope unterliegen einem regelmäßigem naturschutzfachlichen Monitoring. Brutwand - Freischnitt der Vorderseite - Verfüllen der Brutröhren mit Sand in den Wintermonaten Lesesteinhaufen - Fällen der überschattenden Gehölze nach Bedarf - jährliche Mahd (1 m breiter Altgrasstreifen) Pflanzliste Obstbäume: Apfel MALUS "GEHEIMRAT OLDENBOURG" MALUS "HOLSTEINER COX" MALUS "PILOT" MALUS "JACQUES LEBEL" MALUS "KAISER WILHELM" MALUS "PINOVA" MALUS "REWENA" MALUS "RODE BOSKOOP" MALUS "SANTANA" MALUS "ECOLETTE" Birne PYRUS "DOYENNE DE COMICE" PYRUS "TRIOMPHE DE VIENNE" PYRUS "GIESER WILDENMAN" Pflanzliste Feldhecke Kirsche PRUNUS "HEDELFINGER RIESENKIRSCHE" PRUNUS "REGINA" PRUNUS "SYLVIA" Mirabelle "MIRABELLE DE NANCY" "MIRABELLE DE METZ" Walnuss JUGLANS REGIA Pflaume PRUNUS "HAUSZWETSCHGE" PRUNUS "QUEEN VICTORIA" PRUNUS "ALTESSE DOUBLE" PRUNUS "HANITA" PRUNUS "BLEUE DE BELGIQUE" PRUNUS "REINE CLAUDE D'OULLINS" Einzelbäume Feldahorn (Acer campestre) Vogelkirsche (Prunus avium) Eberesche (Sorbus aucuparia) Traubeneiche (Quercus petraea) Sträucher Schlehe (Prunus spinosa) eingriffliger Weißdorn (Crataegus monogyna) Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus) schwarzer Holunder (Sambucus nigra) Haselnuss (Corylus avellana) Hundsrose (Rosa canina) gem. Heckenkirsche (Lonicera xylosteum) wolliger Schneeball (Viburnum lantana) Liguster (Ligustrum vulgare) © « Source Cadastre : État du Grand-Duché de Luxembourg (12/2022) » Planbezeichnung/ Dénomination du plan: Flora, Habitate und Bewirtschaftungsmaßnahmen Projektname/ Nom du projet: Antrag auf Ausweisung eines Naturschutzgebietes von nationalem Interesse auf einem Teilbereich des Standorts Altwies der Carrières Feidt S.A. Auftraggeber/ Maître d'ouvrage: Ministère de l'Environnement, du Climat et du Développement durable - Département de l'environnment Administration de la nature et des forêts Planungsphase/ Ausweisung eines Naturschutzgebietes Stade de planification: Maßstab/Echelle: 1 : 2.000 Datum/Date 16.03.2023 Bearb./ ST Gepr./Ver.: YA Plan-Nr./Plan-No.: 07 LEGENDE Gebietsgrenze Beobachtete Vogelarten 2019-2022 * Alauda arvensis (Feldlerche) Anthus campestris (Brachpieper) Apus apus (Mauersegler) Ardea cinerea (Graureiher) Ciconia ciconia (Weißstorch) Ciconia nigra (Schwarzstorch) Cinclus cinclus (Wasseramsel) Delichon urbicum (Mehlschwalbe) Emberiza citrinella (Goldammer) Gallinago gallinago (Bekassine) Hirundo rustica (Rauschwalbe) Lanius collurio (Neuntöter) Milvus migrans (Schwarzmilan) Milvus milvus (Rotmilan) Oenanthe oenanthe (Steinschmätzer) Riparia riparia (Uferschwalbe) * MNHNL (2022): Recorder-Lux, Datenbank zum Naturerbe des Großherzogtums Luxembourg. National Museum für Naturgeschichte, Luxembourg; URL: https:// mdata.mnhn.lu/, Zugriff: [26.01.2022]. Folgende Arten sind nicht in der Recorderdatenbank des MNHN enthalten, wurden jedoch im Zuge einer Fotostudie durch den Betreiber des Steinbruchs beobachtet: (Kaisermantel) - Arginis paphia (Mäusebussard) - Buteo buteo (Turmfalke) - Falco tinnunculus - Maniola jurtina (Großes Ochsenauge) - Merops apiaster (Bienenfresser) - Oedipoda caerulescens (Blauflügelige Ödlandschrecke) - Papilio machaon (Schwalbenschanz) - Phasanius colchicus (Fasan) - Sturnus vulgaris (Star) © « Source Cadastre : État du Grand-Duché de Luxembourg (12/2022) » Planbezeichnung/ Dénomination du plan: Fauna Projektname/ Nom du projet: Antrag auf Ausweisung eines Naturschutzgebietes von nationalem Interesse auf einem Teilbereich des Standorts Altwies der Carrières Feidt S.A. Auftraggeber/ Maître d'ouvrage: Ministère de l'Environnement, du Climat et du Développement durable - Département de l'environnment Administration de la nature et des forêts Planungsphase/ Ausweisung eines Naturschutzgebietes Stade de planification: Maßstab/Echelle: 1 : 2.500 Datum/Date 16.03.2023 Bearb./ ST Gepr./Ver.: YA Plan-Nr./Plan-No.: 08 COMMUNE DE DALHEIM PLAN D’AMENAGEMENT GENERAL Partie écrite / Texte coordonné du 1er octobre 2018 PLAN D'AMENAGEMENT GENERAL DE LA COMMUNE DE DALHEIM PARTIE ECRITE Décision du conseil communal de Dalheim du 30 avril 1981, approuvée le 20 décembre 1983 par le Ministre de l’Intérieur, telle qu’elle a été modifiée et complétée par la suite. TEXTE COORDONNÉ DU 1er OCTOBRE 2018 Partie écrite / Texte coordonné du 1er octobre 2018 1 COMMUNE DE DALHEIM PLAN D’AMENAGEMENT GENERAL Partie écrite / Texte coordonné du 1er octobre 2018 Table des matières DISPOSITIONS GÉNÉRALES ................................................................................................................................ 5 Article 1er.- But ........................................................................................................................................................... 5 Article 2.- Plans et règlement ................................................................................................................................. 5 Article 3.- Commission des bâtisses ..................................................................................................................... 5 LES RÈGLES D'URBANISME DU PLAN D’AMÉNAGEMENT ................................................................................. 6 Article 4.- Division du territoire de la commune en zones .............................................................................. 6 Article 5.- Définition des zones d'habitat ............................................................................................................. 6 Article 5 bis.- Typologie des immeubles et des logements ........................................................................... 7 Article 6.- Subdivision des zones ........................................................................................................................... 8 Article 7.- Zones d'habitat à caractère rural ...................................................................................................... 8 Article 8.- Zones de faible densité....................................................................................................................... 10 Article 9.- Zones d'habitat soumises à un plan d'aménagement particulier .......................................... 13 Article 10.- Zones d'aménagement public ....................................................................................................... 13 Article 11.- Zones vertes ......................................................................................................................................... 13 Article 12.- Zones d'activités ................................................................................................................................. 13 Article 13.- Zones d'intérêt archéologique et historique ............................................................................... 14 Article 14.- Zones de réserve ................................................................................................................................ 14 Article 15.- Prescriptions dimensionnelles ......................................................................................................... 15 Article 16.- Zone rurale ........................................................................................................................................... 17 Article 17.- Zone agricole ...................................................................................................................................... 17 Article 18.- Zone forestière..................................................................................................................................... 17 Article 19.- Zone de protection archéologique ............................................................................................... 17 Article 20.- Zone de protection des sources .................................................................................................... 18 Article 21.- Sites et monuments à protéger ...................................................................................................... 18 RÈGLES APPLICABLES À TOUTES LES ZONES ................................................................................................... 19 Article 22.- Marges de reculement ..................................................................................................................... 19 Article 23.- Façade oblique .................................................................................................................................. 19 Article 24.- ARTICLE SUPPRIME ..................................................................................................................................... 19 Article 25.- ARTICLE SUPPRIME ..................................................................................................................................... 19 Article 26.- Surface bâtie ....................................................................................................................................... 20 Article 27.- Profondeur des bâtiments ................................................................................................................ 20 Article 28.- Hauteur à la corniche des constructions ..................................................................................... 20 Article 29.- Niveaux ................................................................................................................................................. 21 Article 30.- Définition du rez-de-chaussée ....................................................................................................... 22 Article 31.- Alignements, distances à observer ............................................................................................... 22 Article 32.- Les saillies sur les alignements des façades ............................................................................... 23 Article 33.- Les saillies mobiles ............................................................................................................................. 24 Article 34.- Fenêtres de toit et lucarnes ............................................................................................................. 24 Article 35.- Dépendances ..................................................................................................................................... 25 Article 35 bis.- Piscines extérieures ..................................................................................................................... 26 Article 35 ter.- Autres plans d’eau ....................................................................................................................... 27 Article 36.- Accès aux garages ........................................................................................................................... 28 Article 37.- Places de stationnement ................................................................................................................. 28 Article 38.- Les espaces libres des parcelles ................................................................................................... 29 Article 39.- Bâtiments en deuxième rangée..................................................................................................... 29 Article 40.- Constructions accolées .................................................................................................................... 29 Article 41.- Les clôtures .......................................................................................................................................... 29 REGLES SPÉCIFIQUES À CERTAINES INSTALLATIONS ..................................................................................... 31 Article 42.- Artisanat ............................................................................................................................................... 31 Article 43.- Constructions agricoles .................................................................................................................... 31 Article 44.- Emplacements des fumiers ............................................................................................................. 31 Article 45.- Entretien des terrains ........................................................................................................................ 31 Article 45 bis.- Immeubles plurifamiliaux .......................................................................................................... 31 Article 45 ter.- Bâtiments ruraux traditionnels .................................................................................................. 33 Partie écrite / Texte coordonné du 1er octobre 2018 2 COMMUNE DE DALHEIM PLAN D’AMENAGEMENT GENERAL Partie écrite / Texte coordonné du 1er octobre 2018 ÉQUIPEMENT DES TERRAINS À BÂTIR ............................................................................................................. 34 Article 46.- Accès, fondation, seuils d'entrée .................................................................................................. 34 Article 47.- Places de jeux ..................................................................................................................................... 34 Article 48.- ARTICLE SUPPRIME ..................................................................................................................................... 34 Article 49.- Local de poubelles ............................................................................................................................ 34 Article 50.- Equipement d'utilité publique sur les propriétés privées ......................................................... 34 ESTHÉTIQUE DES CONSTRUCTIONS ET PROTECTION DES SITES ................................................................ 35 Article 51.- Esthétique ............................................................................................................................................. 35 Article 51 bis.- Antennes paraboliques .............................................................................................................. 35 Article 52.- Plantations ............................................................................................................................................ 35 Article 53.- Exploitations à ciel ouvert ................................................................................................................ 35 Article 54.- Travaux de déblai et de remblai ................................................................................................... 35 Article 55.- Stationnement de roulottes et de caravanes ; dépôts de conteneurs et de matériaux 35 Article 56.- ARTICLE SUPPRIME ..................................................................................................................................... 35 Article 57.- Enseignes .............................................................................................................................................. 36 Article 58.- Façades .................................................................................................................. …

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