{"html": "<div class=\"lf-doc\"><p class=\"lf-p\">4 26 haben. Diese Wohnungen haben geräumige Zimmer mit hohen Fenstern und sind sehr reinlich gehalten.</p>\n<p class=\"lf-p\">Consthum, obschon an einer Staatsstrasse gelegen, hat nur wenige gepflasterte Strassenrinnen.</p>\n<p class=\"lf-p\">In Folge dessen bleiben die Schmutzwässer in den Strassengräben stehen und bringen alsdann die bekannten Uebelstände mit sich.</p>\n<p class=\"lf-p\">In der Ortschaft befinden sich vier öffentliche Brunnen, wovon zwei verdächtiges, zwei gutes Trinkwasser haben. Es ist jedoch zu bemerken, dass die beiden Letzteren vor einigen Jahren untersucht wurden und dass damals verunreinigtes Wasser vorgefunden wurde.</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">2.</span>Holzthum. Die Gesundheitsverhältnisse sind bedeutend schlechter als in dem Nachbarorte Consthum.</div>\n<p class=\"lf-p\">Holzthum hat in den letzten zwanzig Jahren zwei schwere Typhusepidemieen erlebt. Würde heute die Epidemie wieder dorthin verbracht, dieselbe würde nicht minder heftig auftreten, da die nämlichen antihygienischen Verhältnisse noch fortbestehen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Schmutzwasser stehen in grossen Pfützen das ganze Jahr hindurch in den Strassengräben, da dieselben keinen Abfluß haben. Abhilfe kann nur durch Abfuhrungskanäle geschaffen werden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Wohnungen haben sich wenig gebessert; dieselben haben noch vielfach den Charakter, den ihnen der Anfang des 19. Jahrhunderts aufgeprägt hat. Wenige Neubauten wurden bis in die letzte Zeit aufgefuhrt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Ortschaft hat drei offentliche Brunnen, von denen zwei verdächtiges Wasser haben, während das Wasser des dritten als zulässig betrachtet werden kann.</p>\n<p class=\"lf-p\">B. Gemeinde Hosingen.</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">1.</span>Hosingen. Die Ortschaft hatte in den letzten Jahren ziemlich günstige Gesundheitsverhältnisse.</div>\n<p class=\"lf-p\">Typhus trat immer nur vereinzelt auf. In den Jahren 1885—1886 war eine Epidemie von contagiösen Lungenentzündungen aufgetreten, welcher viele Personen erlagen. In den 1890 er Jahren trat die Influenza in heftigster Weise auf und forderte, besonders unter den älteren Personen, viele Opfer.</p>\n<p class=\"lf-p\">In diesem Jahre trat die Diphtherie auf und nahm einen endemischen Charakter an. Dieselbe ist bis jetzt nicht erloschen, sondern tritt wieder häufiger auf und befällt vorzugsweise ältere Personen von 20—40 Jahren.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Wohnungsverhältnisse sind im Allgemeinen zufriedenstellend. Mehrere lassen jedoch zu wünschen übrig und einige befinden sich in gesundheitswidrigem Zustande, wie ich in dem beigegebenen speziellen Berichte mitgeteilt habe.</p>\n<p class=\"lf-p\">Hosingen hat geschlossene Abflusskanäle und gute Strassenrinnen, sodass für gehörigen Abfluss der Schmutzwasser gesorgt ist. Einzelne Stellen lassen jedoch, wie aus dem beigefügten Plane zu ersehen, in dieser Beziehung zu wunschen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Ortschaft hat 9öffentlicheBrunnen. Fünf haben schlechtes Trinkwasser, zwei sind verdächtig, zwei haben gutes, Trinkwasser. Merkwürdigerweise befindet sich unter den beiden letztem ein Brunnen, welcher vor nicht langer Zeit auf dem alten Kirchhof gegraben wurde.</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">2.</span>Rodershausen Das Dörfchen, im Ourthale gelegen, hatte bis jetzt gute Gresundheitsverhältnisse. Epidemieen sind nicht zu verzeichnen. Die Wohnungen sind als sehr mittelmässige zu bezeichnen.</div>\n<p class=\"lf-p\">Durch Erbauung der Ourstrasse Dasburg-Vianden wurde der enge Dorfweg erweitert und gute gepflasterte Strassenrinnen angelegt, so dass für Abfluss der Schmutzwässer gesorgt ist.</p>\n<p class=\"lf-p\">Der einzige öffentliche Brunnen hat gutes Trinkwasser ; es ist zu beklagen, dass dieses Wasser vielfach von der Nachbarschaft verunreinigt wird.</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">3.</span>Bockholz In dieser Ortschaft ist in der letzten Zeit keine Epidemie aufgetreten.</div>\n<p class=\"lf-p\">Von den zwei vorhandenen Wasserleitungen führt die untere schlechtes Wasser während die obere gutes Wasser hat.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Ortschaft an einer Staatsstrasse gelegen, hat eine ziemlich grosse Strecke guter Strassenrinnen, so dass keine Ansammlung von Schmutzwässern stattfindet.</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">4.</span>Wahlhausen. Die Ortschaft war bis in die letzten Jahre von Epidemieen verschont geblieben.</div>\n<p class=\"lf-p\">27 Vor zwei Jahren trat jedoch Typhus auf, welcher aus Eschweiler, Kanton Wiltz, dorthin verbracht worden war.</p>\n<p class=\"lf-p\">Das eigentliche Dorf Wahlhausen hat sich in Bezug auf Wohnungsverhältnisse wenig geändert.</p>\n<p class=\"lf-p\">Dagegen sind in Wahlhausenerstrasse und Dickt die alten strohbedeckten Hütten verschwunden und haben schönen, neuen, gesunden Wohnungen Platz gemacht. Wahlhausen hat drei öffentliche Brunnen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Zwei haben verdächtiges Wasser, während der dritte ein mittelmässig gutes Wasser enthält.</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">5.</span>Eisenbach. — Dieses Dorf blieb bis in die letzten Jahre von jeder Epidemie verschont. Vor zwei Jahren traten die Pocken auf, welche jedoch auf eine Haushaltung beschränkt blieben. In diesem Jahre wurde Typhus aus Fels eingeschleppt. Auch in diesem Falle blieb die Epidemie auf ein Haus beschränkt.</div>\n<p class=\"lf-p\">In Eisenbach hatte ich gegen Ende von 1880 eine Untersuchung vorgenommen, bei fast allen weiblichen Personen entweder eine vollständige Kropfbildung oder einen Beginn von Struma bemerkt. Heute ist diese Missbildung verschwunden und gegen andere Ortschaften nichts Auffälliges zu constatieren.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Wohnungsverhältnisse entsprechen dem allgemeinen Durchschnitt, obschon einzelne Wohnungen in dieser Beziehung viel zu wünschen übrig lassen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Untereisenbach hat eine Wasserleitung, welche gutes Trinkwasser liefert.</p>\n<p class=\"lf-p\">Obereisenbach hat das Bachwasser, zwei Brunnen. Beide Brunnen haben schlechtes Trinkwasser.</p>\n<p class=\"lf-p\">Das Bachwasser wurde als mässig gut erkannt. Ich muss jedoch auch dieses Wasser als Trinkwasser zurückweisen, da es auf alle möglichen Weisen verunreinigt wird.</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">6.</span>Dorscheid. — Die Ortschaft hatte keine epidemische Krankheiten, ausser Scharlach, welcher vor etwa 10 Jahren aus Eich dahingebracht worden war. Die Wohnungsverhältnisse sind gut. Das Dörfchen hat, da es an keiner Staatsstrasse liegt, fast keine ordentlichen Strassenrinnen. Die Schmutzwässer stagnieren in den Strassengräben, was besonders vor dem einzigen öffentlichen Brunnen der Fall ist.</div>\n<p class=\"lf-p\">Dieser Brunnen hat sehr schlechtes Trinkwasser, 7. Neidhausen. — Die Gesundheitsverhältnisse der Ortschaft waren bis jetzt gute, obschon dieselbe zu einer der schmutzigsten des Kantons zählt. Neidhausen liegt abwärts, hat keine gepflasterten Strassenrinnen. Die Schmutzwässer stehen in grossen Pfützen während des ganzen Jahres in den Strassengräben, da dieselben keinen Abfluss haben. Hier kann nur durch eine Kanalisierung Abhilfe geschaffen werden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Wohnungsverhältnisse waren bis jetzt nicht die allerbesten. Eine Feuersbrunst hat jedoch in diesem Jahre einen Teil des Dorfes zerstört, und werden in Folge dessen neue gesundere Wohnungen entstehen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Ortschaft hat einen Brunnen, und eine Wasserleitung. Das Wasser des Brunnens ist verdächtig, das Wasser der Leitung ist gut.</p>\n<p class=\"lf-p\">C. Gemeinde Munshausen.</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">1.</span>Munshausen. — Dieses Dorf war früher als eines der schmutzigsten des Landes bekannt Jeder der den bekannten Munshausenermarkt besuchen wollte, wusste, dass er gezwungen sei bis über die Knöchel im Kothe zu waten. Seither ist eine vollständige Aenderung eingetreten. Seitdem der Staat den Wog Marnach—Drauffelt übernommen hat, wurde der Hauptweg der Ortschaft bedeutend aufgebessert; es wurden gute, gepflasterte Strassenrinnen angelegt und auf die Weise der Abfluss der Schmutzwässer gesichert.</div>\n<p class=\"lf-p\">Die Wohnungsverhältnisse haben sich auch bedeutend gebessert. Nur die alten Bauernhäuser sind in dieser Beziehung etwas zurückgeblieben.</p>\n<p class=\"lf-p\">Munshausen hat im Anfang der Jahre 1880 eine schwere Typhusepidemie gesehen, welche viele Leute im kräftigsten Alter hinwegraffte. Dieselbe war durch einen Arbeiter aus Esch an der Alzette dorthin verschleppt worden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Ortschaft hat einen öffentlichen Brunnen und zwei Wasserleitungen. Der Brunnen und eine Wasserleitung haben gutes Trinkwasser, während das Trinkwasser der Wasserleitung am „Marnacherweg\" verdächtig ist.</p>\n<p class=\"lf-p\">28 2. Roder. Gegen das Jahr 1890 herrschte Typhus in der Ortschatt. Im Uebrigen waren die Gesundheitsverhältnisse ziemlich gute.</p>\n<p class=\"lf-p\">Das abgelegene Dorf hat last keine gepflasterte Straßeurinne und bleiben vielfach die Schmutzwässer in den Straßengräben stehen. Die Wohnungsverhältnisse haben sieh in den letzten zwanzig Jahren wenig verändert.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Ortschaft hat keinen öffentlichen Brunnen.</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">3.</span>Siebenaler. Diese Ortschaft hat gute Gesundheitsverhältnisse ; seit zwanzig Jahren herrschte keine ansteckende Krankheit daselbst. Für Abfluß der Schmutzwasser ist nicht gesorgt. Der einzige Brunnen führt gutes Trinkwasser.</div>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">4.</span>Drauffelt. Einzelne Typhusfalle sind in den letzten 10 Jahren aufgetreten. Vor etwa 20 Jahren herrschte daselbst eine ziemlich starke Hausepidemie der nämlichen Krankheit.</div>\n<p class=\"lf-p\">In Drauffelt sind viele alte, schlechte Wohnungen verschwunden und durch Neubauten ersetzt worden.</p>\n<p class=\"lf-p\">In dieser Ortschaft ist schlecht fur den Abfluß der Schmutzwasser gesorgt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Drauffelt hat einen öffentlichen Brunnen mit schlechtem Trinkwasser und eine Leitung, welche gutes Trinkwasser hat.</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">5.</span>Marnach. In der Ortschaft herrschte vor etwa vier Jahren eine ziemlich heftige Typhusepidemie, deren Ursprung nicht nachgewiesen werden konnte.</div>\n<p class=\"lf-p\">Die Wohnungsverhältnisse haben sich seit zwanzig Jahren vollständig geändert. Die strohbedeckten, kleinen Häuser von Schwarzenhügel, Marburg, Kocherei und Fischbacherstrasse sind durch schone Neubauten ersetzt worden. Diese Häuser, an der Staveloterstrasse gelegen, sehen viel schöner aus als die des eigentlichen Dorfes. In hygienischer Beziehung entsprechen dieselben allen Anforderungen, es herrscht darin eine große Sauberkeit.</p>\n<p class=\"lf-p\">Das Dorf Marnach hat wenig gepflasterte Straßenrinnen. Die Schmutzwässer stehen beständig in den Straßengräben. Nur durch einen geschlossenen Abzugskanal kann Abhilfe geschaffen werden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Ortsbesichtigungen haben ergeben, daß es vor allem schlecht um das Trinkwasser bestellt ist.</p>\n<p class=\"lf-p\">Von den 35 untersuchten Brunnen und Leitungen haben 10 schlechtes, 10 verdächtiges, 1 zulässiges und 14 gutes Trinkwasser.</p>\n<p class=\"lf-p\">Von den 14 Brunnen, welche gutes Trinkwasser haben, muss die Hälfte zu denjenigen gerechnet werden, welche verdachtig sind. Nur zufälligerweise waren dieselben bei der Wasserentnahme nicht verunreinigt.</p>\n<p class=\"lf-p\">So z. B. sind in Consthum zwei Brunnen als gute angeführt, obschon ich dieselben bei früheren Untersuchungen verunreinigt gefunden habe. In Rodershausen ist gutes Quellwasser ; der Brunnen wird jedoch zeitweilig durch Ueberwässer verunreinigt, oder auch wohl dadurch, dass ein guter Nachbar den offenen Behalter zum Reinigen der notwendigen Gebrauchsgegenstände benutzt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Nimmt man alle diese Verhältnisse in Betracht, so bleiben von den 35 untersuchten Brunnen kaum mehr als ein halbes Dutzend, welche einwandfreies Trinkwasser liefern.</p>\n<p class=\"lf-p\">Dass diesen gesundheitsschädlichen Zuständen abgeholfen werden muss, ist wohl für Jedermann klar.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die beste Lösung der Frage bestände allerdings in der Anlegung von centralen Leitungen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Dieses ist aber nicht überall möglich und auch nicht nöthig.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die jetzt bestehenden Brunnen führen fast alle gutes Trinkwasser. Es heisst nur die nöthigen Maassregeln zu treffen, um Verunreinigungen zu verhalten.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Anlage der meisten Brunnen ist schon eine verfehlte. Dieselben werden direkt an den Wegen und zwar an den Stellen angelegt wo sich die Schmutzwässer ansammeln. Andere, auf freien Plätzen, welche Gemeindeeigentum sind, hergestellt, werden dadurch verunreinigt, dass der übrig gebliebene freie Raum von der Nachbarschaft zur Anlegung von Dünggruben benutzt wird. Dieses ist namentlich für Hosingen der Fall. In Munshausen hat man seit undenklichen Zeiten bis vor Kurzem Wasser aus einem Brunnen getrunken, uber welchem sich ein Düngerhaufen befindet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die meisten Brunnen haben den Fehler, dass dieselben nicht abgeschlossen sind: es sind offene 29 Schöpfbrunen. Durch das Schöpfen mit unreinen Gefässen, durch das Zurücksickern von verschüttetem Wasser muss der Brunnen verunreinigt werden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Wenn den hier kurz angegebenen Missständen abgeholfen wird, kann man jenen Ortschaften, wo eine Centralleitung unmöglich ist oder nur mit den grössten Kosten hergestellt werden kann, genügend gutes Trinkwasser verschaffen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ein zweiter wunder Punkt unserer Dorfhygiene ist der schlechte Abfluss der Schmutzwässer.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die abgelegenen Dörfer, z. B. Neidhausen, Siebenaler, Roder, Wahlhausen haben fast keine gepflasterten Strassenrinnen, während die an den Staatsstrassen gelegenen Ortschaften, Hosingen, Bockholz, Munshausen gute Strassenrinnen haben. In diesen Ortschaften ist auch für guten Abfluss der Schmutzwässer gesorgt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die abgelegenen Dörfer haben diesen Vorteil nicht. Aus eigenen Mittel sind dieselben nicht im Stande, die notwendigen Arbeiten vorzunehmen. Hier kann nur durch staatliche Hilfe Remedur geschaffen werden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Drei Ortschaften sind in dieser Beziehung besonders schlecht bestellt. Es ist Holztum, Neidhausen, Marnach-Dorf. Hier kann nur durch gute Kanalisierung Abhilfe geschaffen werden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Was die Wohnstätten der drei untersuchten Gemeinden betrifft, so ist zu bemerken, dass in den letzten zwanzig Jahren ausserordentlich viel verbessert worden ist. Dieses gilt besonders für die Wohnungen der kleinen Landwirte, Handwerker und Taglöhner. Alle diese Leute haben sich meistenteils neue Häuser erbaut, welche in hygienischer Hinsicht einwandfrei sind. Diese Wohnungen sind auch sehr sauber gehalten, da die Kinder dieser Leute in der Fremde Sinn für Reinlichkeit sich angeeignet haben.</p>\n<p class=\"lf-p\">Dagegen sind die grösseren Landwirthe, unsere sog. dicken Bauern in dieser Beziehung unverschämt weit zurückgeblieben. Ihre Wohnungen tragen noch vielfach den Stempel des 18. Jahrhunderts mit allen seinen Fehlern. Da findet man noch Wohnstuben unter Bodenfläche, wo das Stubenfenster in Höhe der Bodenfläche liegt und zum Schutze ein Gitter von Eisenstäben hat. In diesen feuchten Stuben verbringt die Familie ihre Mußestunden. Aus Bequemlichkeitsrüksichten wird das daneben sich befindende, ebenfalls unter Boden liegende, feuchte Kämmerlein den Stammerhaltern als Schlafzimmer angewiesen. Hier haben sich die Ahnen und holen sich die Sprösslinge mit mathematischer Genauigkeit den unvermeidlichen Rheumatismus unter den verschiedenen Gestalten. Als Folge dieser Krankheit hat man dann auch Gelegenheit viele herzkranke öslinger Menschen zu untersuchen.</p>\n<p class=\"lf-p\">In den von mir besichtigten Gemeinden findet keine Controlle der Nahrungs- und Genussmittel, und speziell der Milch statt. EH ist dieses ein arger Missstand.</p>\n<p class=\"lf-p\">So ist mir bekannt, dass ganze Ställe Vieh von bedeutenden Landwirthen mit Tuberculose infiziert sind und doch gelangen Milch und Butter unangefochten in den Verkehr. Eine Controlle der Mehlhandlungen, Bäckereien und namentlich der Getränke wäre ebenfalls von Nöthen.</p>\n<p class=\"lf-p\">In Hosingen befindet sich ein Passage-Arrest-Lokal ohne Heizung. Sechs durch den langjährigen Gebrauch etwas schäbig gewordene Decken .sollen den Arrestanten während der langen Winternacht erwärmen. Dem besten Bürger kann bei etwas schlechtem Willen die Gelegenheit geboten werden, dieses Lokal als Nachtquartier benutzen zu müssen. Es könnte ihm alsdann zur Winterzeit dieses Passage-Arrest-Lokal zur Passage in ein besseres Jenseits werden.</p>\n<p class=\"lf-p\">In den Ortschaften Hosingen, Neidhausen und Bockholz befinden sich 17 Haltekinder. Dieselben werden von braven Familien gut verpflegt. Ich will nicht weiter auf die Mißstände dieses Systems aufmerksam machen; es kann vorkommen und ist auch vorgekommen, daß ein solches Haltekind ganze Familien ins Verderben brachte.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Begräbnissplätze in diesen drei Gemeinden waren in einem guten Zustande und wurden keine gesundheitsschädlichen Folgen beobachtet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Bei dieser Gelegenheit will ich hervorheben, dass die Begräbnissfrist von 24 Stunden zu kurz bemessen ist und dieses besonders für die plötzlichen Todesfälle. In diesen Fällen sollte nicht vor Ablauf von 3x24 Stunden begraben werden dürfen, es sei denn dass durch eine genaue ärztliche Untersuchung der sichere Tod festgestellt .sei.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ueber die Verpflegung und ärztliche Behandlung der Dürftigen wurde von keiner Seite geklagt.</p>\n<p class=\"lf-p\">30 Die Hebammen sind ihren Pflichten mit Eifer nachgekommen. Ich halte es für unnütz, die allgemeinen Klagen über die schlechte Besoldung dieser Personen zu wiederholen. Seit Jahren wurde von allen Seiten Klage geführt, ohne dass etwas geändert worden wäre.</p>\n<p class=\"lf-p\">Zur Anzeige kamen 188 ansteckende Krankheitsfälle. Davon waren 145 Diphtherie, 28 Typhus, 12 Scharlach und 2 Puerperalfieber. Aus einer Ortschaft war Keuchhusten gemeldet worden. Von den 145 Diphtheriekranken starben 3. Der Ausgang eines Falles ist unbekannt. In Hosingen allein kamen 126 Erkrankungen vor mit zwei Todesfällen. In vier Fällen war ein Recidiv vorgekommen, in einem Falle sogar ein zweites Recidiv.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Krankheit ist bis jetzt, Ende Februar, noch nicht erloschen; dieselbe befällt jetzt vorzugsweise ältere Personen von 20—40 Jahren. Unter schweren Allgemeinerscheinungen mit heftigen Delirien begann dieselbe plötzlich. Wunderbar war die Wirkung des Behring'schen Serum's ; dasselbe in den ersten 24 Stunden angewandt bewirkte unfehlbar in einigen Tagen Genesung.</p>\n<p class=\"lf-p\">Durch diese günstige Wirkung etwas gleichgültiger geworden, wurden einige Fälle mehr expectativ behandelt. Die Anwendung des Heilserums geschah erst am 2. oder 3. Tage. Doch dieses gereichte in allen Fällen den Kranken zum Schaden. Eine wochen- bis monatelange Reconvalescenz war die Folge und dazu kamen häufiger Complicationen, wie Augen- und Kehlkopflähmungen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Meiner Ansicht nach ist deshalb die bald moglichste Anwendung des Serums eine sichere Gewähr seiner Heilwirkung. Von den 26 Typhuskranken starben 3. Der Ausgang von 6 Erkrankungen ist unbekannt. 5 Scharlachkranke genasen, während der Ausgang in 7 Fällen unbekannt ist.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ich muss hier bemerken, dass der belgische Arzt, Herr Dr. Boset, nie die Abmeldungen macht, obschon ich schon öfters denselben daran erinnert habe. Wenn es so weiter geht, ist es nicht möglich ein genaues Register über die ansteckenden Krankheiten zu führen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Impfung wurde wie in den Vorjahren von dem Clerfer Arzte, Herrn Dr. Bertemes besorgt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Beim zweiten Besuche fehlten meist die Impflinge, und mit Recht theilte mir der Impfarzt mit, dass es unütz sei, weitere zeitraubende Reisen zu machen, da sich doch niemand zur zweiten Visite einstelle.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ich sehe nur ein Mittel, um diesem Uebelstande abzuhelfen. Die Impflisten sollen bei der Aufnahme in die Schule keine Geltung mehr haben, sondern nur der von dem aufzunehmenden Kinde vorgezeigte Impfschein.</p>\n<p class=\"lf-p\">Von Kurpfuscherei ist mir nichts bekannt worden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Hosingen, den 24. Februar 1907.</p>\n<p class=\"lf-p\">Der Sanitäts-Inspector, Dr. KŒPP.</p>\n<p class=\"lf-p\">Cantons de Diekirch et Vianden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ansteckende Krankheiten.</p>\n<p class=\"lf-p\">Bei meinem Amtsantritte als Sanitäts-Inspektor (April 1906) herrschte in Oberfeulen eine Epidemie von Scharlachfieber, verbunden in einzelnen Fällen mit Diphtheritis. College Dr. Feyder war im März dorthin geschickt worden und hatte die Schule geschlossen. Von Oberfeulen wurde die Krankheit nach Niederfeulen gebracht und am 21. April ward meinerseits hier die Schule auf 4 Wochen geschlossen und in Oberfeulen der Schulbesuch wieder aufgenommen. Das Scharlachfieber hatte hier einen gutartigen Charakter. Im Ganzen kam ein Todesfall vor.</p>\n<p class=\"lf-p\">Das Schliessen der Schule hemmt immer einigermassen die Verbreitung der Krankheit. Leider lassen die Eltern ihre rekonvaleszenten Kinder im Stadium der Abschuppung schon wieder auf der Strasse herumlaufen und in dieser Periode verbreiten sie die Seuche am leichtesten, weil die Ansteckungsfähigkeit am grössten ist.</p>\n<p class=\"lf-p\">Eine kleine lokale Epidemie von Scarlatina trat im Monat Mai im Hospital von Diekirch auf.</p>\n<p class=\"lf-p\">Fünf Fälle ohne Complication. Es wäre unbedingt nothwendig, in einem so vollgepfropften Hause mit circa 200 Insassen, wovon 80 Kinder, einige Isolierräume für ansteckende Krankheiten ausserhalb dem Hauptgebäude zu haben. Leider sind sie nicht vorhanden.</p>\n<p class=\"lf-p\">31 Sporadische Fälle von Scharlach kamen noch vor: Ettelbrück 5, Reisdorf 3. Im Ganzen an Scharlachfieber 1 Todesfall in neun Monaten.</p>\n<p class=\"lf-p\">Diphtheritis. Ettelbrück 14, wovon 7 Fälle bei Kindern von Eisenbahnbeamten; Warken, Vianden Bürden je 1; Diekirch 4. Von 21 ein Todesfall.</p>\n<p class=\"lf-p\">Typhus — isolirte Fälle Gilsdorf 3, Hoscheid 5, wovon 4 von Dahleiden (Preussen) importirt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ermsdorf, Bourscheid, Erpeldingen, Ettelbrück, Niederfeulen, Vianden, Stolzemburg, Eppeldorf je 1 Fall; Medernach 2, Bettel 2. 20 Fälle, wovon 2 Todesfälle.</p>\n<p class=\"lf-p\">Milzbrand. 2 leichte Fälle in Diekirch Kindbettfieber. 3 gutartige Fülle : 1 Hoscheid, 2 Medernach.</p>\n<p class=\"lf-p\">Armenpflege.</p>\n<p class=\"lf-p\">Elf Gemeinden haben einen einzelnen Armenarzt mit jährlichem Fixum. Dies System hat manche Schattenseiten. Es wird oft gewählt aus Bequemlichkeit, weil es einfach ist, oder aus Gefälligkeit der Lokalbehörde gegenüber einem befreundeten Arzte. Der arme, dürftige Kranke muss dem bezeichneten Arzte sein Zutrauen schenken. Kommt er mit zahlender Kundschaft in Konkurrenz oder ist der Herr abwesend, so bleibt ihm nur das Abwarten. In diesem Falle wendet er sich oft an einen andern Collegen, der den Kranken besucht und meistens kein Honorar bekommt. Diese Gemeindeverwaltungen sollten jedes Jahr den Aerzten eine Liste ihrer dürftigen Einwohner geben. In der Jetztzeit, wo freie Aerztewahl allgemein das Losungswort ist, sollte dies inhumane System überall dort verschwinden, wo die Möglichkeit vorliegt, mehrere Aerzte unter gleichen Bedingungen mit der Armenpflege zu betrauen.</p>\n<p class=\"lf-p\">In Diekirch, Bettendorf, Reisdorf, Erpeldingen und Pütscheid besteht freie Aerztewahl.</p>\n<p class=\"lf-p\">Hebammen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Im Kantone Diekirch-Vianden sind 17 thätig gewesen und Ende 1906 haben sich zwei junge, Fräulein Wengler in Bettendorf und Fräulein Molitor in Ettelbrück niedergelassen. Summa 19.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Meistgesuchte hatte 52 und die Mindestbedachte 4 Gebarten im Jahre.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ihre Stellung ist sehr mühsam und wenig lohnend. Die Gemeindeverwaltungen zahlen ihnen bei dürftigen Frauen 12,50—15 Franken pro Geburt. Gegen Ende dieses Jahres (1906) wurden sie fast alle zum Wiederholungscursus nach \"Luxemburg gebeten. Diese Massregel ist bei vielen sehr notwendig und bei allen sehr nützlich gewesen. Die Zeit für ihre Ausbildung ist von 6 auf 9 Monate verlängert •worden, so dass sie reichere Kenntnisse und mehr praktische Erfahrungen für ihren Beruf erwerben.</p>\n<p class=\"lf-p\">Diese grössere Fürsorge für ihren Stand mag ihnen begreiflich machen, dass sie in Zukunft für ihre Fehler und Nachlässigkeiten die ganze Verantwortlichkeit mit ihren Folgen tragen müssen und der Gedanke wird sie anspornen, fleissig und gewissenhaft ihres Amtes zu walten.</p>\n<p class=\"lf-p\">Einige ältere Semester wären gerne bereit auszuscheiden, wenn der Staat ihnen eine dauernde mässige Jahresbeisteuer geben wollte. Es wäre dies eine Minimalausgabe, würde die Reihen ein wenig lichten und den jungen Kräften mehr Raum und Arbeit verschaffen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Lysol kann in Diekirch und Umgebung als Desinfektionsmittel nicht verwandt werden, weil es mit dem stark kalkhaltigen Wasser einen Niederschlag bildet; die Hebammen greifen deshalb einstweilen zum Carbol zurück Geburtsregister waren nur bei der Hälfte von denen, welche ich controllirte, richtig in Ordnung.</p>\n<p class=\"lf-p\">Alle versprachen Besserung.</p>\n<p class=\"lf-p\">Instrumentarium fehlte hie und da das Thermometer ; einige glaubten, den Irrigator mit einer zinnernen Klystirspritze älteren Datums ersetzen zu können. Diesen Nachlässigkeiten wurde abgeholfen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Drei Puerperalfieber mit gutem Ausgange.</p>\n<p class=\"lf-p\">Eine Hebamme ward zehn Tage suspendirt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Oeffentliche Gesundheit.</p>\n<p class=\"lf-p\">Mit grösseren hygienischen Arbeiten gab im Kantone das gute Beispiel Ettelbrück. Sie bauten eine kostspielige Wasserleitung, welche gutes und reichliches Trinkwasser liefert. Die Kanalisation der 32 Ortschaft ward vollendet und ein neues Stadthaus erbaut I n Schieren ist eine neue Wasserleitung in Arbeit und Bettendorf hat die seinige vollendet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Fur Erpeldingen, Möstroff, Stegen und Niederfeulen ware die Anlage einer Wasserleitung gleichfalls sehr wunsechenswerth.</p>\n<p class=\"lf-p\">In Diekirch, dem Hauptorte des Kantons, ist seit langen Jahren Mangel an gutem Trinkwasser.</p>\n<p class=\"lf-p\">Von 22 offentlichen artesischen Brunnen lieferten, gemäss Analyse Dr. Praum vom 29 Marz 1906, 3 schlechtes, 2 verdächtiges Trinkwasser; ein einziger hatte das Prädikat gut und die ubrigen alle mittelmässig (passable). (Eine Abschrift liegt bei.) N° d'ordre.</p>\n<p class=\"lf-p\">Analyse bactériologique d'eaux alimentaires prélevées à Diekirch (puits artésiens).</p>\n<p class=\"lf-p\">1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 DÉSIGNATION DES PUITS.</p>\n<p class=\"lf-p\">Bamerthal (Infelt) (Lanners) Sœurs Pensionnat Corneliusstrasse (Kries) Kirchhof Lindenstrasse (Krætzer) Corneliusstrasse (Ries) Grossstrasse (Job) Brücke (Kayser) Sternenstrasse (Virol) (Rust) Rue St Antoine (Reding) Grossstrasse (Welter-Porters) Pastorstrasse (Engel) Rue St. Nicolas (Schaack) (Berg-Laurent) Clairefontaine (Neu) (Reichling) (Ph. Faber) Esplanade (Veuve Risch) (Simon) (Wagen er) Luxembourg, 29 mars 1906.</p>\n<p class=\"lf-p\">Nombre Fermentation de germes en milieu APPRÉCIATION. par glucosé Cm. cube.</p>\n<p class=\"lf-p\">1200 1000 900 900 150 1200 1000 200 1200 2000 900 700 800 1500 800 700 1000 2000 1300 1000 800 900 faible nulle id. id. id. id. id. suspecte passable id. id. id. id. forte nulle id. mauvaise passable id. id. bonne passable id. id. id. id. moyenne nulle id. mauvaise passable id. id. id. forte faible nulle id. id. mauvaise suspecte passable id. id.</p>\n<p class=\"lf-p\">Signé D r PRAUM.</p>\n<p class=\"lf-p\">Nach eingehender Untersuchung forderte ich in einem Berichte vom 8. Mai 1906 den Gemeinderath auf, die fuuf Brunnen zu schliessen. Dies geschah. Nachdem die Ursache der Verseuchung bei einigen theilweise gehoben war, wurden wieder alle dem Gebrauche ubergeben. Die fünf Sunder tragen stolz die Aufschrift; „Gesundheitsschädliches Trinkwasser \"</p>\n<p class=\"lf-p\">Der Gemeinderath hat Diekirch mit Gasbeleuchtung bedacht, mit deren Fertigstellung man im Gange ist. Die Anlage einer Wasserleitung wäre viel nothwendiger gewesen. Die stàdtiche Kanalisation muss noch erweitert und vollendet werden, und weil wir nicht überall ein starkes Gefälle haben, ist zu deren Spülung und Reinhaltung ein reichliches Wasserquantum unbedingt erfordert. Die Strassen und Plätze könnten mit Leichtigkeit gesäubert werden.</p>\n<p class=\"lf-p\">33 In der sogenannten Scheueschgasse, einer Nebengabbe, wo ziemlich viel Passage ist, haben wir in Diekirch vor bewohnten Häusern eine Sehmutzecke, die im ganzen Lande ihres Gleichen sucht.</p>\n<p class=\"lf-p\">Auf einem offenen Platze vom 1 Are gross (107 • m) findet man durchs ganze Jahr, offene Misthaufen, umgeben von stinkendem Abfall und Schmutzwasser, sorgsam gehütet von zahlreichen Wachtposten. Dieser Platz soll gesäubert werden und es wäre angezeigt, dort eine Öffentliche Bedürfnissanstalt zu errichten. Will die Stadtbehörde Diekirchs, das bestehende Polizeireglement vom 2 Mai 1885 nicht ausführen, so mag dieser Missstand vor die breite Oeffentlichkeit gebracht werden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Der Plan zur Kanalisation des unteren Theils von Vianden ist fertig gesteilt und genehmigt.</p>\n<p class=\"lf-p\">In Bettendorf bind in einem grossen Theile der Wohnungen die Kellerräume Monate lang meterhoch mit Grundwasser angefüllt. Es wäre die Frage zu studieren, ob durch einen Kanalisationsgraben diesem Uebelstande gesteuert werden könne, Erpeldingen und Gilsdorf sollten gleichfalls drainirt werden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Gemeindeverwaltungen sind etwas besorgter für die Schulgebäude.</p>\n<p class=\"lf-p\">Erpeldingen, Pütscheid und Gralingen haben neue Schulen gebaut. Folkendingen und Ingeldorf Pläne für Neubauten genehmigt, in Mœatroff wird die Schule vergrössert und ganz restauriert.</p>\n<p class=\"lf-p\">Verbesserungen an Schulgebäuden oder Latrinen wurden ausgeführt in Bürden, Nieder- und Oberfeulen, Fouhren, Stolzemburg, Reisdorf, Hœsdorf, Brandenburg, Bettendorf, Gilsdorf.</p>\n<p class=\"lf-p\">In Eppeldorf wäre ein förmlicher Umbau der Schule nöthig, besser noch ein Neubau an geeigneter Stelle mit Lehrerwohnung, welche hier ganz fehlt. Die Gemeindebehörde ist etwas harthörig.</p>\n<p class=\"lf-p\">In mehreren Schulen, welche ich im Laufe des Jahres inspizirte, fand ich die Fussböden mit staubfreiem Oelanstrich vorsehen. Es ist dies eine sehr gute Neuerung. Sie sollte überall obligatorisch eingeführt sein.</p>\n<p class=\"lf-p\">In Schlindermanderscheid wurde ein neuer Kirchhof errichtet; derjenige von Vianden wurde vergrössert.</p>\n<p class=\"lf-p\">In Brandenburg und Merscheid müssen die Friedhöfe ebenfalls vergrössert und wahrscheinlich verlegt werden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Erweiterung mit event. Verlegung des Kirchhofes von Mertzig schleppt schon während zehn Jahren und harrt immer noch ihrer Erledigung. Ich habe die Frage an Ort und Stelle in Begleitung dos Herrn Distriktskommissars und Baucondukteurs studiert und zwei einschlägige Berichte abgegeben. Es ist absolut Raummangel da und zur Unterbringung der Verstorbenen ist man meist genötigt die oben und unten angrenzenden Leichen gewaltsam zu verkürzen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Oeffentliche Waschbrunnen wurden errichtet, in Tandel, Longsdorf und Mertzig.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Pläne für ein Waschhaus für Weiler liegen ebenfalls vor und wird dasselbe bald ausgeführt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Medizinalpolizei.</p>\n<p class=\"lf-p\">Es ist mir kein Fall bekannt von unbefugter Ausübung der Heilkunde im Kantone DiekirchVianden. Gemeldet wurde mir auch keine Uebertretung dieses Gesetzes.</p>\n<p class=\"lf-p\">Impfwesen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ein College hat mir Bericht erstattet über sein Impfungsvornehmen. Die gelieferte Lympfe war von sehr guter Qualität.</p>\n<p class=\"lf-p\">Im Monat Januar, als die Pocken an verschiedenen Orten des Landes herrschten, liess die Gemeindeverwaltung Diekirch's gratis Impfungen vornehmen in allen Stadtschulen. Den erwachsenen Personen standen gleichfalls während zwei Tagen drei hiesige Ärzte in den Schulsälen zur Verfügung und Jedermann konnte sich kostenlos wiederimpfen lassen. Leider wurde in letzterem Falle nicht sehr reichlich von diesem Vortheile Gebrauch gemacht.</p>\n<p class=\"lf-p\">Das gleiche Verfahren wandten die hiesigen grössern Betriebe für ihre Arbeiter an. z. B.</p>\n<p class=\"lf-p\">Brauerei, Eisenhahngasellschaft, Kantonalbahn, Druckerei Schrœll, Pensionat, Hospital.</p>\n<p class=\"lf-p\">Hier war aber die Wiederimpfung der Arbeiter seitens der Verwaltungen obligatorisch verlangt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Der Sanitäts-Inspector Diekirch, den 20. Januar 1907.</p>\n<p class=\"lf-p\">Dr. BŒVER.</p>\n<p class=\"lf-p\">5 34 Canton de Redange.</p>\n<p class=\"lf-p\">I . Armenpflege.</p>\n<p class=\"lf-p\">Besondere Vorkommnisse aus der Armenpflege sind mir im Verlaufe des verflossenen Jahres nicht bekannt geworden. In Folge der seit mehreren Jahren in der Landwirtschaft herrschenden günstigen Konjunktur und seit dem Inkrafttreten der Arbeiter Kranken- und Unfallversicherung hat auf dem flachen Lande die Zahl der wirklich Armen oder. Unterstützungsbedürftigen überhaupt bedeutend abgenommen. Und wenn sich dort noch die eine oder andere Arbeiter- oder Taglöhnerfamilie in dürftigen Verhältnissen befindet, so ist dies seltener durch Krankheit, Todes-oder Unglücksfall etc. bedingt, als durch die Trunksucht des Familienvaters. Diese Familien figuriren aber meistens nicht auf der Liste der Ortsannen und erhalten in Folge dessen in Krankheitsfällen gewöhnlich zu spät oder nicht in ausreichendem Maasse Unterstützung und ärztliche Pflege, grade wie sie auch sonst grösstenteils auf die Mildthätigkeit ihrer Mitmenschen angewiesen sind.</p>\n<p class=\"lf-p\">Auch ältere erwerbsunfähig gewordene Leute, die entweder auf sich selbst angewiesen oder für ein mässiges Kostgeld bei fremden Leuten untergebracht sind, werden, wenn sie durch Krankheiten längere Zeit ans Bett gefesselt sind, oft nur sehr mangelhaft gepflegt. Bei der Behandlung solcher Kranken, ferner in Fällen von dringlichen Operationen, bei Unfällen, die eine spezielle Behandlung erfordern, endlich beim Ausbruch von ansteckenden Krankheiten macht sich der Mangel eines kleinen Krankenhauses im Kanton selbst sehr fühlbar. Wie ich bereits in meinem vorjährigen Berichte bemerkt habe, befinden sich die zunächst gelegenen Krankenhäuser in Diekirch, Wiltz und Luxemburg und es ist gewiss sehr schwierig und oft unmöglich, schwer Kranke oder Verletzte auf Entfernungen von 25 bis 35 Kilometer zu transportieren; auch beim Ausbruch von ansteckenden Krankheiten hält es besonders schwer, in den kleinen Wohnungen der minder bemittelten Leute eine strenge Isolierung der zuerst Erkrankten durchzuführen und der Ausdehnung der Krankheit vorzubeugen. Durch die Errichtung eines kleinen, bescheidenen Kantonal-Krankenhauses würde der ganzen Umgegend ein grosser Dienst geleistet und würden zugleich die Interessen der Armenpflege, der Kranken- und Unfallversicherung und der öffentlichen Gesundheit sehr gefördert.</p>\n<p class=\"lf-p\">Auch während des abgelaufenen Jahres habe ich wieder zu wiederholten Malen feststellen können, dass es vorteilhafter wäre, den Armen die ihnen von den Gemeinden gewährten Unterstützungen direkt in Form von Lebensmitteln, Kleidern etc. zu verabreichen, anstatt in barem Golde. Die Ausgabe von Bons würde den Armenverwaltungen wohl etwas mehr Arbeit verursachen, aber es bestände auch eine grössere Garantie dafür, dass das verausgabte Geld seinem richtigen Zwecke zugeführt würde.</p>\n<p class=\"lf-p\">II. Epidemische Krankheiten.</p>\n<p class=\"lf-p\">Während des Jahres 1906 ist der Kanton Redingen von ansteckenden Krankheiten wenig heimgesucht worden. Es kamen im Ganzen 39 Fälle zur Anzeige, von denen 3 tödtlich verliefen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Von „Typhus abdominalis\" kamen 5 Fälle zur Beobachtung, zwei in Bettborn, einer in Schwiedelbruch und zwei in Bondorf. Die zwei Fälle in Bettborn (ein Todesfall) betrafen Kinder, welche sich während der Herbstferien in Lieler, Gemeinde Heinerscheid, aufhielten und dort die Krankheit acquirirten. Bei den drei anderen Fällen war der Ansteckungsmodus nicht festzustellen. Ueberall blieb die Krankheit auf ihren ersten Herd beschränkt.</p>\n<p class=\"lf-p\">An „Diphtheritis\" waren erkrankt in Vichten 3 Kinder, von denen eines starb, 4 in Pratz, von denen nur zwei zur Anzeige kamen, und eins in Wolwelingen. Auch diese Krankheit dehnte sich nirgends weiter aus, Ueberhaupt ist während der letzten 15 Jahre keine Epidemie von Diphtheritis hier im Kanton vorgekommen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Das „Scharlachfieber\" trat epidemisch auf in den Gemeinden Bettborn, EU und Folscheid. Es kamen nur 22 Fälle zur Anzeige, doch sind bedeutend mehr, jedenfalls weit über 100 Kinder davon erkrankt gewesen. Die Krankheit zeigte im allgemeinen einen gutartigen Charakter und verlief in den meisten Fällen ohne Complicationen, so dass kein Arzt zugezogen wurde und deshalb viele Fälle nicht 35 zur Anzeige kamen. Soviel mir bekannt wurde, ist auch kein Todesfall vorgekommen, der direkt auf Scharlachfieber oder dessen Folgen zurückzuführen wäre.</p>\n<p class=\"lf-p\">An Kindbettfieber waren zwei Frauen erkrankt in Perlé und Bondorf, von denen die letztere gestorben ist.</p>\n<p class=\"lf-p\">Im Monat Januar begann eine Masernepidemie, welche sich über den ganzen Kanton ausbreitete und fast kein Dorf verschont liess. In sehr vielen Fällen, besonders während der Winter- und Frühjahrs-Monate, traten Complicationen von Seiten der Luftwege, Bronchitis capillaris und Bronchopneumonie hinzu. Da die Masern vom Volke als eine unschuldige Kinderkrankheit angesehen werden, schenkt man den hinzutretend on Complicationen keine weitere Beachtung und der Arzt wird gar nicht oder zu spät zu Rate gezogen; und es ist jedenfalls nicht zu hoch gegriffen, wenn ich die Zahl der in Folge von Complicationen der leztjährigen Masernepidemie zum Opfer gefallenen Kinder auf 12—15 schätze. „Keuchhusten\" trat nur noch in einigen Ortschaften auf und gewann auch hier keine grössere Ausdehnung. Die Krankheit scheint gegenwärtig ganz erloschen zu sein.</p>\n<p class=\"lf-p\">III. Hebammen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Wie bereits oben mitgeteilt wurde, kamen im Laufe des Jahres 1906 nur zwei Fälle von Puerperalfieber zur Anzeige. Laut Aussage des behandelnden Arztes, war in dem einen Falle, welcher tötlieh endete, die Hebamme nicht ganz von Schuld und Fehl freizusprechen, indem sie bei der Geburt, es handelte sich um eine Querlage, ärztliche Hülfe zu spät in Anspruch nahm.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ich habe in den letzten Monaten wiederholt die Gelegenheit gehabt festzustellen, dass manche Hebammen, wenn sie zu einer Fehlgeburt gerufen worden, sich nicht gehörig davon überzeugen, ob dieselbe ganz beendigt ist oder nicht, und der Arzt erst gerufen wird wenn ein septischer Pvocess sieh entwickelt hat oder eine schwere Blutung eingetreten ist. Es wird deshalb nötig sein, die Hebammen nächstens über diesen Punkt genauer zu instruiren.</p>\n<p class=\"lf-p\">Eine jüngere Hebamme, welche sich erst im Herbst 1905 in Perlé niedergelassen hatte, ist bereits im Frühjahr 1906 nach Luxemburg verzogen. Im Uebrigen weist der Personalbestand der Hebammen keine Veränderung auf.</p>\n<p class=\"lf-p\">I V . Oeffentliche Gesundheitspflege.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die schon seit einigen Jahren geplante grössere Wasserleitung für die Gemeinde Bettborn und die Ortschaft Schandel scheint im letzten Augenblick an dem Widerstände eines Theiles der Bevölkerung scheitern zu wollen. Dies wäre sehr zu bedauern, da die im sogenannten „Pratzerthai\" gelegenen von sumpfigen Wiesen umgebenen Dörfer moisi schlechtes Trinkwasser besitzen, während in den auf einer Anhöhe gelegenen Ortschaften Reimberg und Schandel in trockenen Jahren grosser Wassermangel herrscht.</p>\n<p class=\"lf-p\">Von der Erbauung sonstiger Wasserleitungen verlautet noch nichts, und so dürfte der Kanton Bedingen mit 55 Dörfern und 4 Wasserleitungen, von denen eine einzige gut Funktioniert, in puncto Wasserversorgung in letzter Linie rangiren. Für nächstes Jahr werde ich genauere Aufschlüsse über die bestehenden Wasserleitungen sowie über die Trinkwasserversorgung des Kantons im Allgemeinen zu liefern im Stande sein.</p>\n<p class=\"lf-p\">Von sonstigen hygienischen Arbeiten kamen im Laufe des Jahres zur Ausführung : Neue Kirchhöfe in Wolwelingen und Heispelt, und noue Schulaborte in Bilsdorf. Projektirt sind die Erbauung neuer Schulen zu Nördingen und Ospern, sowie neuer Schulaborte in Elvingen, Hostert und Rambruch.</p>\n<p class=\"lf-p\">Auch die Frage des Kirchhofes in Bondorf steht wieder auf der Tagesordnung und wird hoffentlich endlich eine günstige Lösung finden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ich möchte hier die Bemerkung einschalten, dass es nicht genügt, neue, zweckmässige und kostspielige Aborte zu erbauen, sondern dass dieselben auch in reinlichem Zustande erhalten werden müssen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ich habe im Laufe des Jahres einige Aborte, die erst in den letzten Jahren erbaut wurden und ganz praktisch eingerichtet sind, in Augenschein genommen und gefunden, dass dieselben in Bezug auf 36 Unreinlichkeit mit den primitivsten Einrichtungen dieser Art wetteifern konnten. So lange nicht von Seiten des Lehrpersonals eine strengeUeberwachungder Kinder in dieser Beziehung stattfindet, wird auch keine Besserung eintreten. Die Kinder haben ja von Natur einen gewissen Hang zur Unordnung und Unreinlichkeit, der aber bald ausgetilgt wird, wenn sie durch das Lehrpersonal strenge überwacht und für jede Verunreinigung bestraft werden. Auch durch die Herren Schulinspektoren und durch die Mitglieder der Schulkommissionen müsste gelegentlich der Visitirung der Schulen eine Besichtigung der Aborte vorgenommen werden.</p>\n<p class=\"lf-p\">In einer Anzahl von Ortschaften müssen die Kinder noch das Reinigen der Schulen besorgen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Es wäre an der Zeit wenn diese, durch eine kleinliche Knauserigkeit den Kindern aufgebürdete Verrichtung von der obersten Schulbehörde streng verboten würde. Denn es ist jedenfalls dur Gesundheit der Kinder nicht sehr förderlich, wenn dieselben, nachdem sie während 6—7 Stunden den Schulstaub eingeatmet haben beim Kehren noch eine Extraportion davon ihren Lungen zuführen müssen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die meisten Schulsäle werden auch nicht häufig genug gewaschen, höchstens zweimal im Jahre während der Oster- und Herbstferien. Es wird sich Gelegenheit finden bei der Ausarbeitung der durch das Gesetz vom 27. Juni 1906 vorgeschriebenen Gemeinde-Reglemente auch über die Reinigung der Schulen, das Oelen der Fussböden u. s. w. bestimmte Vorschriften zu erlassen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ferner wäre es angezeigt das Gesetz vom 6. April 1881 betr. die Kontrolle der Nahrungs- und Genussmittel etwas strenger zu handhaben. Die Kontrolle des Fleisches und die Bestimmungen über den Fleischhandel werden hier im Kanton streng durchgeführt. Die Privatschlachthäuser und Verkaufslokale befinden sich durchgehend in gutem und reinlichem Zustande. Ähnliche Bestimmungen müssten aber auch Anwendung finden auf die Backstuben, die Räume zum Aufbewahren des Brodes, dem Transport des Brodes, die Qualität des Mehles u. s. w. Ferner auch auf die Spezereiladen und die Qualität der in denselben verkauften Waren.</p>\n<p class=\"lf-p\">Es ist auch zu hoffen, dass in dem der Kammer vorliegenden neuen Wirtshausgesetz strenge Vorschriften über die Hygiene der Gastwirtschaften Aufnahme finden werden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ein grosser Theil der Wirtslokale auf dem flachen Lande lässt in Bezug auf Beleuchtung, Lüftung und Reinlichkeit vieles zu wünschen übrig und was dann dortselbst, besonders während des Sommers den Gästen unter dem Namen von Bier und Wein, in nicht immer ganz sauberen Gläsern vorgesetzt wird, hat oft nur noch eine ganz entfernte Ähnlichkeit mit diesen Getränken und man muss sich wundern, dass nicht häufigere Krankheits- und Vergiftungsfälle vorkommen, besonders durch den Gebrauch der Bierpumpen. Und wenn schliesslich der Konsum von Branntwein auf dem Lande ein so bedeutender ist, so liegt vielleicht zum Theil die Ursache mit darin, dass in vielen Wirtschaften ein Glas Korn- oder Kartoffelschnaps dasjenige Getränk ist, welches am appetitlichsten aussieht und am wenigsten verfälscht und verdorben ist.</p>\n<p class=\"lf-p\">Schliesslich möchte ich dann noch darauf aufmerksam machen, dass hier in der Gegend die meisten Wirte die leeren Bier- und Weinfässer nicht im Keller aufbewahren sondern vor die Hausthüre auf die Strasse stellen, wo sie oft 8—14 Tage stehen bleiben. Hier sind dieselben allen möglichen Verunreinigungen ausgesetzt und dienen vielen Gästen denen der Weg zu den vor einigen Jahren dekretirten, meist ziemlich primitiv ausgefallenen Pissoirs zu weit ist* zu diesem Zwecke. Vor einigen Tagen erst habe ich im Hofe eines Wirtes 7 leere Bierfässer auf und neben dem Misthaufen vorgefunden.</p>\n<p class=\"lf-p\">V. Impfungen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Impfungen fanden statt in der Zeit vom 2. Mai bis 8. Juni. Die Ergebnisse waren in jeder Beziehung zufriedenstellend. Auch die Betheiligung von Seiten der Bevölkerung liess nichts zu wünschen übrig.</p>\n<p class=\"lf-p\">VI. Sanitätspolizei.</p>\n<p class=\"lf-p\">Im Laufe des Jahres wurde Protokoll errichtet gegen einen Gastwirt, früheren Schmied, welcher 37 das Zahnziehen seit langen Jahren professionsmassig betrieben hatte.. Ob bereits eine Verhandlung in der Sache stattgefunden hat und mit welchem Resultate, weiss ich nicht mitzuteilen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Redingen a. d. Att., den 20. März 1907.</p>\n<p class=\"lf-p\">Der Sanitäts-Inspektor Dr. SCHRŒDER.</p>\n<p class=\"lf-p\">Canton de Wiltz.</p>\n<p class=\"lf-p\">Service sanitaire des indigents.</p>\n<p class=\"lf-p\">Les indigents, en cas de maladie, n'ont nulle part manqué de soins médicaux ; les administrations communales se sont empressées de venir en aide à leurs administrés indigents, en leur délivrant les certificats qui autorisent les malades a requérir les soins des médecins.</p>\n<p class=\"lf-p\">Une liste officielle des indigents ayant droit à un traitement médical gratuit n'existe dans aucune commune.</p>\n<p class=\"lf-p\">Toutefois il semble que les bureaux de bienfaisance jouent un rôle trop effacé. La loi de 1842 exige que les membres des bureaux de bienfaisance visitent les malades pour s'enquérir de leurs besoins.</p>\n<p class=\"lf-p\">Il ne suffit pas de la visite du médecin et des médicaments qu'il prescrit ; ce qui manque généralement c'est la nourriture convenant à l'état de maladie. Il est bien des malades qui s'adressent à la charité privée, mais celle-ci fait souvent défaut dans les communes rurales.</p>\n<p class=\"lf-p\">Il serait temps que la loi sur la protection des enfants entrât en vigueur, la mortalité effrayante parmi les enfants placés en nourrice prouve abondamment qu'ils manquent d'ordinaire des soins nécessaires.</p>\n<p class=\"lf-p\">Il serait également urgent de faire exercer un contrôle sur les orphelins indigents places comme domestiques (vachers) ou apprentis, dès qu'ils ont dépassé l'âge scolaire. Ces enfants malheureux sont assez souvent abandonnés par leurs tuteurs, qui devraient être leurs protecteurs naturels, et sont à la merci de l'avarice de leurs patrons. J'ai eu encore récemment connaissance d'un cas où un de ces parias est tombé malade, rongé par la crasse et la vermine.</p>\n<p class=\"lf-p\">Service des sages-femmes.</p>\n<p class=\"lf-p\">La conduite professionnelle de la grande majorité des sages-femmes n'a rien laissé à désirer.</p>\n<p class=\"lf-p\">On se ressent partout des résultats favorables des cours de répétition. Les sages-femmes mettent du zèle à se distinguer par leur propreté et la bonne tenue de leurs trousses. Du reste aucun cas de fièvre puerpérale n'a été constaté.</p>\n<p class=\"lf-p\">Toutes les administrations communales, sauf celle de Mecher, ont décidé d'allouer 10 frs. pour chaque accouchement de femme indigente. C'est déjà un progrès, mais, somme toute, les rémunérations que les sages-femmes retirent de leur profession pénible, sont absolument insuffisantes et il est à prévoir qu'au bout de quelques années plusieurs communes seront dépourvues de sage-femme. C'est déjà le cas pour la commune de Boulaide, l'une des plus importantes; bien que l'administration communale offre un subside annuel et permanent de 150 frs., en outre des honoraires pour soins donnés aux femmes indigentes, aucune aspirante ne s'est présentée.</p>\n<p class=\"lf-p\">A raison des grandes distances qui séparent les localités dans la région ardennoise, i l est de toute nécessité que chaque commune dispose d'une sage-femme.</p>\n<p class=\"lf-p\">Épidémies.</p>\n<p class=\"lf-p\">La diphtérie s'est déclarée : au mois de janvier, à Kautenbach (2 cas). » » à Wampach (1 cas). » mars à Kautenbach (1 cas). » mai à Pintsch (1 cas). » juillet à Wampach (1 cas). » » à Enscherange (1 cas). » septembre à Wilwerwiltz (2 cas).</p>\n<p class=\"lf-p\">38 En tout 8 cas, dont 1 mortel.</p>\n<p class=\"lf-p\">Il est à remarquer que les diverses localités infectées sont situées sur le parcours du chemin de fer.</p>\n<p class=\"lf-p\">Comme du reste chaque année, la fièvre typhoïde a fait des victimes dans les 2 communes où elle existe à l'état endémique, à savoir: à Nœrtrange (1 cas mortel) et à Brachtenbach (3 cas dont 1 mortel).</p>\n<p class=\"lf-p\">L a variole s'est déclarée à Nœrtrange au mois de mai. De son foyer d'origine elle s'est étendue successivement aux 5 familles habitant la rangée de maisons, dont la maison B. (foyer d'origine) forme la tête.</p>\n<p class=\"lf-p\">L a rangée de maisons en face a été épargnée Il a été impossible de déterminer nettement la voie d'invasion de la maladie. Toujours est-il que le fléau a pris comme point de départ la maison réputée la plus malpropre du village et il est à peu près certain, qu'un des membres de cette famille, qui mènent une vie plus ou moins nomade — une de ses filles était retournée quelques semaines auparavant pour accoucher d'un enfant illégitime — aura importé la maladie.</p>\n<p class=\"lf-p\">Nombre total des cas de variole vraie : 8 morts . . . : 3 Non compris : 7 cas de varioloïde.</p>\n<p class=\"lf-p\">La variole a été transmise à Brachtenbach par un habitant de cette localité ayant visité une des malades à Nœrtrange. Grâce à une séquestration maintenue sévèrement pendant 6 semaines et à l'exécution Je laquelle l'autorité locale de Brachtenbach a mis tout son zèle dès le premier moment, le cas de variole à Brachtenbach est resté isolé.</p>\n<p class=\"lf-p\">L'enraiement de la variole à Nœrtrange a été plus difficile à cause de l'extension que l'épidémie, dont le débat avait passé inaperçu, a pu prendre avec rapidité. E t il a fallu des mesures d'isolement rigoureuses pour empêcher la maladie de se transmettre à la population de Niederwiltz, en raison des relations très-suivies qui existant entre les 2 localités, distantes seulement de 2 kilomètres.</p>\n<p class=\"lf-p\">Salubrité publique.</p>\n<p class=\"lf-p\">Une partie des travaux de canalisation réclamés en vue de l'assainissement du quartier ouvrier à Wiltz a été terminée ; l'administration communale de Wiltz ne manquera certainement pas d'achever la canalisation du dit quartier.</p>\n<p class=\"lf-p\">Une mesure analogue est rendue nécessaire à Esch-s.-S. à cause des ruelles étroites et mal aérées de cette localité A défaut de canalisation, il y faudrait pour le moins un système de reverspavés assurant le facile écoulement des eaux sales.</p>\n<p class=\"lf-p\">Il ne faut pas perdre de vue l'assainissement de l'hospice de Wiltz, qui se trouve dans des conditions très-désavantageuses au point de vue de l'éclairage et de l'aération.</p>\n<p class=\"lf-p\">Les administrations communales continuent à se préoccuper de la question importante de l'amenée d'eau potable à l'intérieur des localités, il n'existe presque plus de village, qui ne dispose au moins d'un bout de conduite d'eau. Cependant la plupart des sources on veines, qui alimentent les distributions d'eau, ont un débit très-faible et tarissent pendant les fortes chaleurs. Il faudra avoir à tâche d'élargir les prises d'eau par la captation de nouvelles sources et en augmenter le débit par un boisement approprié. D'autre part, il faudra aussi s'occuper des conditions défectueuses dans lesquelles ont été établies nombre de conduites d'eau.</p>\n<p class=\"lf-p\">La fréquence de la fièvre typhoïde va en diminuant dans des proportions notables. Ce fléau des campagnes n'apparaît plus dans les localités qui ont de l'eau potable à leur disposition. Malheureusement le typhus ne cesse pas de prélever chaque année son tribut à Brachtenbach et à Nœrtrange.</p>\n<p class=\"lf-p\">A Brachtenbach on n'a cessé depuis nombre d'années de faire des recherches en vue d'amener de l'eau potable à la localité; on a fouillé le terrain des alentours un peu partout, sans aboutir à un résultat appréciable. Il sera inutile désormais de continuer ces recherches ; ce serait de l'argent jeté. A Nœrtrange le résultat est aussi définitivement négatif.</p>\n<p class=\"lf-p\">La l o i du 2 juillet 1906 étant exécutoire à partir du 2 janvier écoulé, il ne faudrait donc plus 39 tarder à mettre les administrations communales de Winseler et d'Oberwampach en demeure d'élaborer le règlement sanitaire prévu par la dite loi. Au point de vue de l'hygiène scolaire il y a des améliorations à constater par rapport à la qualité des bancs et pupitres. L'état des lieux d'aisance reste toujours des plus malpropres, à quelques exceptions près ; la plupart des fosses sont défectueuses et ne sont pas vidées, leur contenu s'infiltre peu à peu dans les terrains voisins.</p>\n<p class=\"lf-p\">Au mois d'octobre 1906 la circulaire du 20 juin 1906, en tant qu'elle se rapporte à l'huilement des planchers des salles d'écoles, a été rappelée aux administrations communales: la moitié de ces dernières à peine s'y est conformée.</p>\n<p class=\"lf-p\">Service de la vaccination.</p>\n<p class=\"lf-p\">La vaccination a eu lieu dans des conditions normales. La qualité du vaccin a été bonne; les insuccès ont été rares.</p>\n<p class=\"lf-p\">Police médicale.</p>\n<p class=\"lf-p\">Pas d'observation.</p>\n<p class=\"lf-p\">Wiltz, le 31 janvier 1907.</p>\n<p class=\"lf-p\">Le médecin-inspecteur, Dr. FÉLIX BOHLER.</p>\n<p class=\"lf-p\">Canton d'Echternach.</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">1.</span>Le service sanitaire des indigents ne laisse, comme dans les années antérieures, rien à désirer; les médecins ainsi que les communes rivalisent de zèle à concilier l'intérêt des malades pauvres avec celui des communes. Aucune plainte n'est parvenue à ma connaissance; i l serait pourtant à désirer, comme cela se pratique dans plusieurs communes, que le choix du médecin fût laissé aux malades indigents.</div>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">2.</span>Service des sages-femmes. La plupart des sages-femmes remplissent leur pénible tâche avec beaucoup d'abnégation et de dévouement malgré leur situation précaire. Leur position ne s'est pas encore \"améliorée; il n'y a qu'une commune, celle de Bech, qui à donné une gratification de 50 francs à la sage-femme. Il y en a quelques-unes qui ne sont pas assez initiées à la pratique de l'antisepsie; un nouveau cours à la maternité ne serait pas superflu.</div>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">3.</span>Maladies épidémiques. Pendant l'année 1906, j ' a i eu à enregistrer 34 cas de maladies contagieuses qui se répartissent comme suit: 6 cas de fièvre scarlatine, 11 cas de diphtérie, 3 cas de fièvre puerpérale, un cas de méningite cérébro-spinale, 13 cas de fièvre typhoïde dont 9 pour Echternach; de ces 9 cas quatre étaient des cas isolés dont la cause est restée inconnue, et les autres 5 cas se sont produits dans un môme quartier de la ville. Les premiers symptômes de cette maladie se sont déclarés chez une étrangère, nouvellement arrivée de la Prusse, et comme des travaux ont été exécutés dans cette rue (entre autre construction de revers pavés) qui ont remués bien des miasmes, la maladie s'est propagée. On ne pourra pas dire que l'eau en soit la cause, vu que l'eau est bonne, ce que l'on peut voir facilement dans le tableau suivant qui contient l'analyse des eaux de l'alimentation de tout le canton.</div>\n<p class=\"lf-p\">Mes collègues n'ont pas manqué, pour autant que je sache, de m'envoyer toujours la déclaration obligatoire des maladies contagieuses qu'ils avaient en traitement, déclaration que j'ai transmise au collège médical et, si c'était nécessaire, an bourgmestre prussien.</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">4.</span>Salubrité publique. — Bien que j'ai pu constater que partout l'intérêt que l'on porte à l'hygiène va en grandissant, et que bien des travaux ont été exécutés en vue de la salubrité publique, je dois pourtant dire qu'il reste encore beaucoup à faire. Je veux parler de l'hygiène des écoles, construction de plusieurs conduites d'eau, de canalisations, des règlements à faire par rapport aux cimetières, à l'évacuation des matières usées, des fumiers, des latrines, etc. On peut constater par le tableau suivant les constructions exécutées ou à exécuter dans l'intérêt de la salubrité publique.</div>\n<p class=\"lf-p\">Beaufort : construction d'une conduite d'eau; projet de canalisation.</p>\n<p class=\"lf-p\">40 Bech : revers pavés et couverture du ruisseau ; Hersberg : construction d'un lavoir public ;</p>\n<p class=\"lf-p\">Hemsthal : revers pavés autour de l'école.</p>\n<p class=\"lf-p\">Berdorf : construction d'une conduite d'eau avec lavoir public.</p>\n<p class=\"lf-p\">Consdorf: construction de lavoirs publics, d'égouts, et d'un cimetière à Scheidgen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Echternach : extension de la conduite d'eau, construction d'un lavoir public, de plusieurs canalisations, pavage de ruelles.</p>\n<p class=\"lf-p\">Mompach: Born, construction d'une conduite d'eau; à Herborn, construction de latrines près des écoles Rosport : construction d'un lavoir public à Dickweiler et à Girst. Canalisation à l'intérieur d'Osweiler.</p>\n<p class=\"lf-p\">Waldbillig: Haller: égout et construction de latrines près de l'école des filles.</p>\n<p class=\"lf-p\">Comme vous avez désiré de posséder des données sur la qualité et la quantité de l'eau, ainsi que le nombre des habitants bénéficiant des avantages de ces conduites, j ' a i l'honneur de vous soumettre ci-dessous le tableau à peu près complet de l'alimentation en eau potable du canton d'Echternach :</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">1.</span>Beaufort: a) quantité, la source qui alimente la conduite d'eau de Beaufort fournit en moyenne 110 000 litres, dont bénéficient environ 1000 habitants.</div>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">b)</span>Qualité: cette eau contient 100 germes par cmc. ne produisant pas de fermentation en milieu glucosé. Ammoniaque 0, acide azoteux 0, acide nitrique traces, chlore 10,65 mgr par litre.</div>\n<p class=\"lf-p\">2 Berdorf: quantité: 60 000 litres par jour pour 600 habitants. Qualité: elle contient 100 germes par cmc, ne produisant pas de fermentation en milieu glucosé.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ammoniaque 0, acide nitreux 0, chlore 7,10 mgr par litre. acide intrique traces. La force d'élévation de l'eau doit être rendue plus puissante.</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">3.</span>Bech : a) Bech possède deux sources qui fournissent par jour 900 000 litres pour 410 habitants.</div>\n<p class=\"lf-p\">Qualité: l'une des sources contient 100 germes par cmc. et l'autre 60 germes par cmc. ne produisant pas de fermentation en milieu glucosé. Toutes les deux ne contiennent ni ammonique, ni acide nitreux, acide nitrique des traces pour l'une; et l'autre 0 ; le chlore existe pour l'une do 17,75 mgr par litre, l'autre 15,975.</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">b)</span>Geyershof : quantité 11 000 litres par jour pour 36 habitants. Qualité: elle contient 30 germes par cmc. ne produisant pas de fermentation en milieu glucosé.</div>\n<p class=\"lf-p\">Ammoniaque 0, acide nitreux 0, acide azotique des traces, chlore 14,20 mgr par litre.</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">c)</span>Hemsthal: quantité par jour 80 000 litres pour 168 habitants.</div>\n<p class=\"lf-p\">Qualité: 30 germes par cmc ne produisant pas do fermentation en milieu glucosé.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ammoniaque 0, acide azoteux 0, acide azotique des traces, chlore 14,20 mgr par litre.</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">d)</span>Zittig : quantité par jour 120 000 litres pour 69 habitants.</div>\n<p class=\"lf-p\">Qualité: contient 90 germes par cmc ne produisant pas de fermentation en milieu glucose Ammoniaque 0, acide nitreux 0, acide nitrique traces, chlore 19,525 mgr. par litre.</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">e)</span>Rippich: quantité 70 000 litres pour 151 habitants.</div>\n<p class=\"lf-p\">Qualité : 500 germes par cmc ne produisant pas de fermentation en milieu glucosé.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ammoniaque 0, acide nitreux 0, acide nitrique traces, chlore 14,20 mgr par litre.</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">4.</span>Consdorf : On est en train de capter une source dont l'eau est bonne et en assez grande quantité pour pouvoir alimenter tout le village.</div>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">5.</span>a) Echternach : quantité par minute 1000 litres pour alimenter la population entière 3600 habitants (conduite d'eau urbaine).</div>\n<p class=\"lf-p\">Qualité: contient 1000 germes par cmc ne produisant pas de fermentation en milieu glucosé.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ammoniaque 0, acide nitreux 0, acide nitrique traces faibles, chlore 10,75 mgr. par litre.</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">b)</span>Source de Linnenbour qui alimente les habitants de l'ancien abbaye : environ 300 habitants.</div>\n<p class=\"lf-p\">Qualité : contient 300 germes par cmc ne produisant pas de fermentation en milieu glucosé.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ammoniaque 0, acide azoteux 0, acide azotique traces, chlore 8 mgr. par litre.</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">6.</span>Mompach: a) Born: quantité 172,8 m3 par jour (dont 75 m3 sont réservés pour la section de Girst) pour alimenter 361 habitants.</div>\n<p class=\"lf-p\">41 Qualité: elle contient 30 germes par cmc ne produisant pas de fermentation en milieu glucosé.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ammoniaque 0, acide nitreux 0, acide nitrique 0, chlore 10,65 mgr par litre.</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">b)</span>Boursdorf : 13 000 litres par jour pour 30 personnes.</div>\n<p class=\"lf-p\">Qualité: Ammoniaque 0, acide nitreux 0, acide azotique traces, chlore 17,75 mg par litre.</p>\n<p class=\"lf-p\">Elle contient 1000 germes par cmc ne produisant pas de fermentation en milieu glucosé.</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">c)</span>Giwenich: quantité 15 m3 par j o u r pour 29 habitants.</div>\n<p class=\"lf-p\">Qualité: elle contient 800 germes par cmc ne produisant pas de fermentation en milieu glucosé.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ammoniaque 0, acide nitreux 0, acide nitrique traces, chlore 10,63 mg par litre.</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">d)</span>Herborn: quantité 26 m3 pour 267 habitants: 2 sources: Rühr et Bodert.</div>\n<p class=\"lf-p\">Qualité: l'une contient 600 germes par cmc ne produisant pas de fermentation en milieu glucose.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ammoniaque 0, acide nitreux 0, acide nitrique 0, chlore 19,525 mg par litre. (En outre on se propose de construire une nouvelle conduite d'eau).</p>\n<p class=\"lf-p\">L'autre source projetée contient 400 germes par crac ne produisant pas de fermentation en milieu glucosé.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ammoniaque 0, acide nitreux 0, acide nitrique traces, chlore 14,20 mgr par litre.</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">e)</span>Mœrsdorf: quantité 70 000 litres pour 300 personnes Qualité: contient 1000 germes par cmc ne produisant pas de fermentation en milieu glucosé.</div>\n<p class=\"lf-p\">Ammoniaque 0, acide nitreux 0, acide nitrique traces faibles, chlore 17,75 mgr par litre.</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">f)</span>Mompach: quantité: 16 000 litres pour 106 habitants.</div>\n<p class=\"lf-p\">Qualité: elle contient 1000 germes par cmc ne produisant pas de fermentation en milieu glucosé.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ammoniaque 0, acide nitreux 0, acide nitrique traces faibles, chlore 17,75 mg. par litre.</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">7.</span>Rosport: a) Girst : quantité: 6000 litres pour 124 personnes.</div>\n<p class=\"lf-p\">Qualité: 900 germes par cmc ne produisant pas de fermentation en milieu glucosé.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ammoniaque 0, acide nitreux 0, acide azotique traces faibles, chlore 14,20 mgr par litre.</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">b)</span>Girsterklaus: quantité: 3—4 m 3 pour 26 habitants.</div>\n<p class=\"lf-p\">Qualité: 900 germes ne produisant pas de fermentation on milieu glucose.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ammoniaque 0, acide azoteux 0, acide azotique traces faibles, chlore 15,875 mgr par litre.</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">c)</span>Osweiler: quantité: 30 m3 pour 629 habitants.</div>\n<p class=\"lf-p\">Qualité : 800 germes par cmc ne produisant pas de fermentation en milieu glucosé.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ammoniaque 0, acide nitreux 0, acide nitrique traces faibles, chlore 10,65 mgr par litre.</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">d)</span>Rosport: quantité: 216 m3 pour 632 personnes.</div>\n<p class=\"lf-p\">Qualité: Ammoniaque 0, acide nitreux 0, acide azotique traces, chlore 16,75 mgr par litre.</p>\n<p class=\"lf-p\">Elle contient 1100 germes par cmc. ne produisant pas de fermentation en milieu glucosé.</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">8.</span>Waldbillig: a) Christnach : quantité 70 000 litres par jour pour 392 habitants.</div>\n<p class=\"lf-p\">Qualité: elle contient 800 germes par cmc ne produisant pas de fermentation en milieu glucosé.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ammoniaque 0, acide nitreux 0, acide nitrique traces, chlore 10,65 mgr par litre.</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">b)</span>Haller: quantité 4000 litres par jour pour 40 habitants de la localité.</div>\n<p class=\"lf-p\">Qualité: elle contient 600 germes par cmc. ne produisant pas de fermentation en milieu glucosé.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ammoniaque 0, acide azoteux 0, acide azotique traces, chlore 7,10 mgr par litre.</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">c)</span>Freckeisen: quantité 12 000 litres par jour pour 45 habitants.</div>\n<p class=\"lf-p\">Qualité: 1500 germes par cmc. ne produisant pas de fermentation en milieu glucosé.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ammoniaque 0, acide nitreux traces, acide nitrique traces, chlore 78,10 mgr par litre.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ces analyses ont été faites par l'Institut bactériologique de Luxembourg. Ainsi toutes les eaux d'alimentations du canton sont bonnes et presque partout en quantité suffisante, exepté à Freckeisen où l'eau est mauvaise.</p>\n<p class=\"lf-p\">Il est necessaire de construire encore d'autres conduites : comme à Steinheim, mais les habitants sont encore toujours récalcitrants ; tandis que Consdorf et Scheidgen, Altrier et Hersberg seraient contents si les avants-projets aboutissaient. Espérons que bientôt l'on pourra commencer les travaux dans ces villages.</p>\n<p class=\"lf-p\">6 42 Dans l'intérêt de l'hygiène j'ai visité les écoles d'Echternach, de Bech, Hemsthal, Steinheim, Born, Herborn, Berdorf, Dickweiler, Girst, Waldbillig, Haller, je ne crois pas nécessaire de faire un résumé du résultat de ces inspections vu que je vous envoie ci-joint le résultat in extenso. Dans le courant de 1907 je terminerai les visites des écoles ainsi que celles des localités de mon ressort.</p>\n<p class=\"lf-p\">La question de l'hôpital d'Echternach serait-elle enterrée? On n'en parle plus.</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">5.</span>Service des vaccinations. — Messieurs les vaccinateurs étaient très satisfaite de leurs opérations, aucune complication n'a eu lieu. La direction des chemins de fer Prince-Henri a fait revacciner tout son personnel ainsi que leur famille, presque tous ont été revaccinés avec succès.</div>\n<p class=\"lf-p\">Tel est cette année, Monsieur le Président, l'ensemble des faits que j'ai cru devoir porter à votre connaissance.</p>\n<p class=\"lf-p\">Echternach, le 30 janvier 1907.</p>\n<p class=\"lf-p\">Le médecin-inspecteur D. LEFORT.</p>\n<p class=\"lf-p\">Canton de Grevenmacher.</p>\n<p class=\"lf-p\">I . Armenpflege.</p>\n<p class=\"lf-p\">Soweit bekannt, hat sich die Armenkrankenpflege des Bezirkes Grevenmacher im Laufe des Jahres 1906, in befriedigender Weise bethatigt. Eine einschlägige Klage ist nicht gefuhrt worden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ein Wandel in der Besetzung der Armenarztstellen hat nicht stattgefunden ; in Bezug auf Besoldung derselben ist zu erwähnen, dass die Gemeinde Mertert das diesbezügliche Honorar von 100 auf 150 Franken majorirt hat. Meinen wiederholten Anträgen, die Vergütungen der Hebammen in der geburtshilflichen Armenpraxis zu erhöhen sind die neun Gemeinden des Kantons in der durchaus befriedigenden Weise nachgekommen, dass Betzdorf den Geburtsfall mit 15 Franken und die übrigen denselben mit 12,50 Franken honorieren.</p>\n<p class=\"lf-p\">II. Hebammenwesen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Da sich einerseits eine zweite Hebamme in Beidweiler niedergelassen und andrerseits die Hebamme von Ehnen nach Remich verzogen ist, stellt sich die Zahl der z. Z. im Inspektionsbezirk Grevenmacher ausübenden Hebammen wie im Vorjahre auf 17.</p>\n<p class=\"lf-p\">Im Laufe von 1906, haben dieselben 312 Frauen entbunden, so dass im Mittel 30 Geburten auf eine Hebamme fallen. Der Hebamme von Wasserbillig mit den 88 von ihr angemeldeten Entbindungen als der beschäftigsten, steht eine Hebamme von Mensdorf mit 3 Geburten als die wenigst begünstigte gegenüber. Von den übrigen haben eine über 30 ; eine über 40 ; zwei über 30 ; sechs über 20 ; drei über 10 Entbindungen verzeichnet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die berufliche Fuhrung der Hebammen des Bezirkes hat zu keinerlei Klage Anlass gegeben.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Geburtsregister sind im allgemeinen reinlich gehalten und richtig geführt. Das Instrumentarium befindet sich durchwegs in befriedigendem Zustand.</p>\n<p class=\"lf-p\">III. Ansteckende Krankheiten.</p>\n<p class=\"lf-p\">Der bereits im Vorjahre deutlich ausgesprochene Niedergang der ansteckenden Krankheiten hat im laufenden Jahre, sowohl in Bezug auf Zahl als Gattung und Charakter, der einzelnen Erkrankungsformen eine erfreuliche Weiteventwickelung erfahren. Im ganzen sind 18 Fälle von meldepflichtigen Infektionskrankheiten zur Anzeige gelangt. Die Zahl begreift 5 Fälle von Unterleibstyphus, 12 Fälle von Scharlach und einen isolirten Fall von Diphteritis in Wasserbillig.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die fünf Fälle von Abdominaltyphus beschränken sich ausschliesslich auf das Gebiet der Gemeinde Junglinster ; davon entfallen drei Erkrankungen auf die Sektion Godbringen, welche, auf einen Herd und Hausstand begrenzt, sich auch zeitlich ah reine Hausepidemie kennzeichneten. Die beiden andren Fälle vertheilen sich auf Burglinstor und Graulinster.</p>\n<p class=\"lf-p\">Seit Jahren lieferen diese Ortschaften ihr regelmässiges Contingent an Typhuserkrankungen und solange sich dieselben. nicht zu einer radikalen Umgestaltung ihrer Trinkwasserversorgung entschliessen ist es schwer, wenn nicht unmöglich, darin einen Wandel zu schaffen.</p>\n<p class=\"lf-p\">43 Die 12 Fälle von Scharlach lokalisieren sieh in ihrer Gesammtheit auf die Ortschaft Roodt a/S. und fallen zeitlich in die Monate Januar und Februar ; sie waren gutartigen Charakters. Der Infektionsstoff ist anscheinend durch die Familie eines Eisenbahnbeamten, welcher Ende Dezember 1905 von Wilwerwiltz nach Roodt verzogen war, und dessen Kinder vor dem Umzug an Scharlach erkrankt waren, eingeschleppt worden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Verwaltungen sowie Private zeigten ein redliches Bestreben die zur Seuchenbekämpfung getroffenen Massnahmen auszuführen. Ob aber diese auf Grund unserer heutigen Organisation der Prophylaxe gegen ansteckende Krankheiten basierende Massnahmen zur Zeit wirklicher Gefahr genügen, wage ich zu bezweifeln. In den Berichten der Vorjahre versuchte ich diese meine Anschauung zu begründen und die eine oder andere Melioration anzudeuten. Da ich das Empfinden habe dass dieselben auch heute weder etwas von ihrer Zeitgemässheit noch Bedeutung eingebüsst haben, sei es mir gestattet, auch jetzt wieder darauf hinzuweisen.</p>\n<p class=\"lf-p\">I V . Oeffentliches Gesundheitswesen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Arbeiten, welche im Interesse der öffentlichen Gesundheitspflege im Laufe des Jahres 1906 geplant, unternommen oder beendigt wurden, sowie die einzelnen einschlägigen Bemerkungen der Anträge, verteilen sich folgendermassen unter die neun Gemeinden des Kantons.</p>\n<p class=\"lf-p\">I. Gemeinde Betzdorf. — Der Bau der Wasserleitung Mensdorf-Roodt ist vollendet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Der Bau von zwei Waschbrunnen für die Sektion Mensdorf ist vergeben.</p>\n<p class=\"lf-p\">Durch innere Abänderungen und teilweise Dachhöherlegung des Schulhauses von Olingen ist es gelungen eine hygienisch-einwandsfreie, geräumige Lehrerwohnung herzustellen. Desgleichen ist daselbst der Bau der neuen, den Principien der Gesundheitspflege entsprechenden Schullatrinen beendigt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Der Schulsaal von Olingen ist nicht unterkellert, seine Mauern sind feucht bis in die halbe .</p>\n<p class=\"lf-p\">Saalhöhe; der Boden ist schadhaft, schlecht gedielt und gefugt ; die Decke ist geborsten und wenig unterhalten. In einem diesbezüglichen Gutachten vom 29. Mai 1906 gestattete ich mir die Verwaltung zu erinnern, jetzt, nach Behandlung der Lehrerwohnung und Schulabtritte, die Hauptsache nicht zu vergessen. Ein Erfolg steht noch aus.</p>\n<p class=\"lf-p\">II. Gemeinde Biver. — Der Bau der schönen Wasserleitung Boudler-Biwer-Wecker ist vollendet, Unbegreiflicher Weise ist auch in diesem Jahre kein Fortgang in dem Baue der für Hagelsdorf in Aussicht genommenen Wasserleitung erzielt worden. Es ist angezeigt, den Gemeinderat von neuem in der Sache zu hören.</p>\n<p class=\"lf-p\">III. Gemeinde Flaxweiler. — Die bedeutenden zur Zeit in Ausführung begriffenen Neuarbeiten an der Quellenfassung und dem Hochbehälter der Wasserleitung von Flaxweiler lassen, nach zehnjährigem Hin- und Hertasten, die definitive Ausschaltung einer Reihe der Mängel der ersten Anlage erhoffen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Der Bau der Wasserleitung von Beyren-Gostingen, sowie derjenigen von Oberdonven ist vollendet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Sektion Niederdonven plant den Neubau eines Schulhauses sowie die Anlage einer CentralWasserleitung.</p>\n<p class=\"lf-p\">Der in gröblichem Maßstabe einreissenden Unordnung in dem Gräberanlegen auf dem Kirchhofe von Gostingen kann bloss durch ein zweckentsprechendes Reglement wirksam gesteuert werden.</p>\n<p class=\"lf-p\">IV. Gemeinde Grevenmacher. — Die Kanalisationsarbeiten der Syr- und Webergasse sind vollendet. Mit der wohl fürs kommende Jahr in Aussicht genommenen Kanalisation des nördlichen Theiles der Stoûdtgasse findet dieses rühmenswerthe Unternehmen seinen Abschluss.</p>\n<p class=\"lf-p\">Nahezu die Gesammtheit der Stadtschulen von Grevenmacher stehen in Bezug auf Lage, Raum, Beleuchtung, Zugänge und Umgebung in einem derartigen Missverhältniss selbst zu den elementarsten Forderungen einer dürftigen Hygiene, dass es als unabweisbare Pflicht erscheint auf Abhülfe zu drängen. Meines Erachtens kann bloss durch den Neubau eines großen Stadtschulhauses in gesunder ruhiger Lage, eine radikale und zweckentsprechende Verbesserung geschaffen werden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Der Boden der Häutekammer des Schlachthauses benötigt einer umgreifenden Ausbesserung.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ein Theil der Abwässer, anstatt in der Abfalltonne aufgefangen zu werden, rieselt an der Mauer 44 hinunter bis auf den Boden des Abfalltonnenraums. Abgesehen von dem Umstand, dass solcherweise das Stein- und Cementwerk bald verdorben sein wird, bieten die langsam verdünstenden SchmutzWässer einem Heere von Fliegen einen willkommenen Tummelplatz und erfüllen in der wannen Jahreszeit den ganzen Unterraum mit einem ekelerregenden Geruch.</p>\n<p class=\"lf-p\">Das Resultat der Analyse des Ziehbrunnenwassers Büchler-Bech etc., welche zu veranlassen ich die Gemeindeverwaltung am 12. April und 11. Mai 1906 ersucht hatte, steht bis zu dieser Stunde aus.</p>\n<p class=\"lf-p\">V. Gemeinde Junglinster. — Der Bau der Wasserleitung von Junglinster ist vollendet. Bedauerlicher Weise ist der Vorschlag. die Ortschaften Gonderingen, Beidweiler und Eschweileranzuschliessen, beiderseitig abgelehnt worden.</p>\n<p class=\"lf-p\">In der Lösung der seit Jahren schwebenden Kirchhofsfrage von Junglinster hat in diesem Jahre eine sehr glückliche Variante Anklang gefunden. Wie ich bereits in den Berichten der Vorjahre zu melden Gelegenheit hatte, plante man, die Höherlegung der untern Kirchholsbezirke durch Aufschütten von Boden zu bewerkstelligen. Von diesem an sich dürftigen Notbehelf ist der Gemeinderat abgekommen und hat sich bereit erklärt, den in Frage kommenden Bezirk ganz ausser Betrieb 'zu setzen und dafür den Kirchhof nach oben hin entsprechend zu erbreitern. Nachdem die Beobachtungen über die Schwankungen des Grundwasserstandes in den verschiedenen Abteufungen, die ich in den einzelnen Bezirken des Kirchhofs bohren liess, abgeschlossen sind, steht der Vornahme dieser zweckmassigen Arbeit nichts mehr im Wege.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Arbeiten der Erbauung eines Waschbrunnens in Junglinster mit Anschluss an die Wasserleitung sind vergeben.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die beiden Ortschaften Imbringen und Eisenburg planen den Bau von Waschbrunnen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Wie bereits oben angedeutet, ist die Sektion Godbringen gezwungen, der Frage einer anständigen Trinkwasserversorgung näher zu treten. Nach meinen diesbezüglichen Ortserhebungen dürfte vielleicht die kräftige, zur Zeit den Waschbrunnen Godbringens speisende Quelle dafür in Aussicht genommen werden. Allerdings müsste deren Wasser erst durch Hydro-Elevator zum Hochbehälter befördert werden. Eine andere Lösung wäre in der Riehtung zu suchen, dass die beiden Ortschaften Godbringen und Altlinster, unter Nutzbarmachung verschiedener zwischen und oberhalb der beiden Ortschaften entspringenden Quellen, eine gemeinsame Leitung bauten.</p>\n<p class=\"lf-p\">VI. Gemeinde Manternach. — Die Sektion Berburg plant die Anlage eines Spielplatzes vor dem Schulhause. Das Wasserleitungsreglement, das dieselbe Sektion erlassen ist im Laufe des Jahres günstig begutachtet und von der Oberbehörde genehmigt worden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Sektion Lellig hat die seiner Zeit von mir angeregten Trockenlegungsarbeiten des Schulhauses abgelehnt. Da der Antrag nach wie vor von hoher Dringlichkeit und Bedeutung bleibt, möge ein erneuter Hinweis auf die Notwendigkeit einer Abänderung genügen, um die Inangriffnahme der an sich unbedeutenden Arbeit endgültig in die Wege zu leiten.</p>\n<p class=\"lf-p\">VII. Gemeinde Mertert. — Die Angelegenheit des Schlachthausbaues für Mertert-Wasserbillig ist auf dem Wege der Erledigung begriffen. Zur Zeit liegen die detaillirten Pläne dem Gemeinderathe zur Einsicht vor.</p>\n<p class=\"lf-p\">Meine wiederholten Mahnungen, die durch den Muhlenteich arg verunreinigte Biestergasse in Mertert in Stand zu setzen, sind erfolglos verblieben. Desgleichen wollte es dem Gemeinderathe bis zur Stunde nicht gelingen, Wege und Ziele zu finden, um die scheusslichen Mist- und Jauchgruben, welche Ecke Trier- und ?-Strasse das schönste Viertel von Wasserbillig verunzieren und verpesten, verschwinden zu lassen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Alljährlich wiederholen sich die Klagen über die Verunreinigung des Eisenbahndammfusses der Wilhelm-Luxemburg-Bahn, der thatsächlich mehr an eine Kloake als an einen Fusspfad erinnert. Es wäre angezeigt, dass die Gemeindeverwaltung sich mit der Betriebsdirektion ins Einvernehmen setzte, auf dass das Nothwendige alljährlich und unaufgefordert veranlasst werde.</p>\n<p class=\"lf-p\">Der Bau der Wasserleitung von Wasserbillig ist vollendet. Die Wasserversorgungsfrage von 45 Mertert, dessen Leitung sich bereits seit Jahren sowohl quantitativ als qualitativ als unzulänglich erwiesen erheischt eine gründliche uod eingreifende Aufbesserung.</p>\n<p class=\"lf-p\">VIII. Gemeinde Rodenburg. — Die Arbeiten an der Wasserleitung von Rodenburg, welche eine gleichmässigere Abgabe des Wassers, die Verlängerung des Vertheilungsnetzes und den Bau eines zweiten Behälters (Contre-réservoir) zum Ziele hatten, sind in befriedigender Weise beendet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Der Bau eines neuen Schulhauses mit Lehrerwohnung in Beidweiler ist i n Ausführung begriffen.</p>\n<p class=\"lf-p\">IX Gemeinde Wormeldingen. — Durch Regierungsbeschluss vom 2. Oktober 1906 ist Wormeldingen der grosse Vorteil einer Apotheke (Personalconcession) gewährt worden. Die Eröffnung derselben ist für Anfang Januar 1907 in Aussicht genommen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Der Rohbau des „Gemeindehauses\" in Wormeldingen ist vollendet. Neben andern gemeinnützigen Vortheilen bietet dieser Bau auch die Möglickeit die Schulsäle, welche bis auf heute als Versammlungsort der verschiedensten Vereine und Gesellschaften herhalten mussten, in wohlthuender Weise zu entlasten. Ein mehr als 100 m2 grosser Saal, welcher das ganze Stockwerk des Gebäudes einnimmt, wird für alle Fälle genügen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Des weitern sind in Wormeldingen in Bezug auf Kanalisationsarbeiten der Brücken- und der Fergerpfad vollendet; diejenige der Fergergasse vergeben und jene der Pündelstrasse und der Kirchhofgasse für 1907 in Aussicht genommen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Angelegenheit einer baldigen Vergrösserung und Instandsetzung des Kirchhofes von Wormeldingen ist in die Wege geleitet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Der Beschluss der Verwaltung die Strassen Wormeldingens, in periodisch wiederkehrendem Wechsel, mit dem unter starkem Drucke stehendem Leitungswasser zwecks Reinigung besprengen zu hissen, verdient als nachahmungswerthe Massregel, einer rühmenden Erwähnung.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Sektion Machtum plant den Bau einer Wasserleitung ; die Ackerbauver waltung ist mit den nöthigen Vorstudien betraut. Die Arbeiten eines Kirchenneubaues daselbst sind vergeben. Nachdem die Voruntersuchung ergeben, dass die räumlichen Verhältnisse der jetzigen, auch i n andern Beziehungen mangelhafte Kirche dem zeitgemässen Bedürfniss nicht mehr entsprachen (407 Einwohner auf 87 m2 nutzbaren Raumes) hat die Verwaltung einen vollständigen Neubau beschlossen. Die genehmigten Pläne sichern circa 240 m 2 nutzbarer Fläche für die Besucher und bieten auch i m übrigen eine sowohl hygienisch-einwandsfreie als æsthetisch-ansprechende Lösung. Die Anlage einer Centralheizung ist vorgesehen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Für die Sektion Ahn ist die Erledigung derselben Frage in demselben Sinne zu verzeichnen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Da die alte feuchte Kapelle dieser Ortschaft bloss 64 m2 nutzbaren Raumes für die 298 Köpfe zählende Eiwohnerschaft bietet, hat die Verwaltung den Herrn Distriktsarchitekten Knepper mit der Anfertigung eines zweckentsprechenden Projektes betraut. — Die Kanalisationsarbeiten des Kreuzpunktes der Wege Ahn-Niederdonven und Ahn-Machtum in Ahn sind vollendet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Nachdem der Plan einer gemeinsamen Trink- und Nutzwasserversorgung für Ehnen und Ahn, unter Anschluss an die Wasserleitung von Wormeldingen, auf Jahresdauer, in den seichten Gründen eines ungesunden Partikularisinus gescheitert war, hat er zur Stunde wieder Oberwassergewonnen. Seine Verwirklichung harrt noch immer der Genehmigung der Oberbehörde.</p>\n<p class=\"lf-p\">V. Impfwesen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Impfärzte des Kantons, die HH. Drs Baden, Godart und Keinen, haben das Geschäft der diesjährigen Impfung regelrecht und vorschriftsmässig vollzogen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Laut der Schulregister ist seinerzeit von allen, die Schulen des Kantons besuchenden Kinder die Impfung mit Erfolg vorgenommen worden.</p>\n<p class=\"lf-p\">V I . Gesundheitspolizei.</p>\n<p class=\"lf-p\">Wahrend des Berichtsjahres ist kein Verstoss gegen die Medizinalpolizei festgestellt worden, Ein Wandel in der Handhabung derselben durch die Lokalbehörden hat nicht, stattgefunden.</p>\n<p class=\"lf-p\">L. PUNDEL.</p>\n<p class=\"lf-p\">Wormeldingen, am 31. Dezember 1906.</p>\n<p class=\"lf-p\">Sanitäts-Inspektor.</p>\n<p class=\"lf-p\">46 Canton de Remich.</p>\n<p class=\"lf-p\">I . Gesundheitspflege der Armen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Wie alljährlich haben die Gemeinden dieses Sanitätsbezirkes eine Liste derjenigen Armen aufgestellt, welchen freie ärztliche Hilfe und Medikamente, nöthigenfalls auch Pflege auf öffentliche Kosten zusteht. War der Fall eingetreten, dass eine Familie, deren Name sich nicht auf dieser Liste befindet, durch Krankheitsfall in Not geriet, so haben unsere Gemeinden den Gebrauch, auch diesen Familien dieselbe Vergünstigung zu teil werden zu lassen. Im allgemeinen besteht freie Aerztewahl, nur eine Gemeinde hat einen kontraktlich bestellten Arzt. Spezielle Krankheiten wurden den betreffenden Spezialisten zugewiesen. In der Gemeinde Remich wurde, wie alljährlich im Winter, ein Quantum Kleidungsstücke und Bettzeug, sowie Brennmaterial unter die Dürftigen verteilt, wobei die Kranken, Kränklichen und Alten vor allem bedacht wurden. Eine Klage seitens der Kranken wegen Vernachlässigung oder seitens der Gemeinden wegen zu grosser Inanspruchnahme ist nicht zu meiner Kenntniss gelangt.</p>\n<p class=\"lf-p\">II. Hebammenwesen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Zahl der im Bezirk wohnhaften Hebammen, ist durch Einwanderung einer jungen Kraft in Remich auf 13 gekommen. Die vorgenommene Inspektion der Instrumente und Geburtenbücher ergab ein zufriedenstellendes Resultat. Es konnte auch bei dieser Gelegenheit festgestellt werden, dass alle Hebammen, alt wie jung, vor der Nützlichkeit einer exakten Reinlichkeit durchdrungen sind. Die berufliche Aufführung der Hebammen war tadellos. Es wurden von denselben 316 Geburten geleitet (gegen 305 im Vorjahr, 299 im Jahr 1904), wobei 4 Kindbettfieberfälle gemeldet wurden, von denen 1 mit Tod ausging (1 Todesfall auf 316 Geburten). Alle Erkrankungen kamen in der Praxis derselben Hebamme vor, doch konnte ein Verschulden derselden ausgeschlossen werden. Von diesen 4 Fällen war 1 irrtumlich als Kindbettfieber gemeldet worden, denn er heilte in einem Tage aus ; ein zweiter Fall dauerte drei Tage und ging in Genesung über ; em dritter Fall war eigentlich eine fortgeschrittene offene Lungentuberkulose ; bei dieser heilte der Lokalprozess in den Genitalien verhaltnissmässig rasch ; die Kranke starb einige Monate später an Schwindsucht. Bei dem 4. Fall, der am dritten Tag lethal endigte, war die ganze Geburt von einem Arzt geleitet worden, die Hebamme war unbeteiligt Jedoch war der Hebamme jedesmal, um ein Weitertragen der Infektion zu verhüten, die Praxis auf einige Zeit untersagt und grundliche Desinfektion vorgeschrieben worden.</p>\n<p class=\"lf-p\">III. Epidemische und Infektionskrankheiten.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die allgemeinen Gesundheitsverhältnisse des Kantons Remich waren im Berichtsjahr sehr gute.</p>\n<p class=\"lf-p\">Abgesehen von Scharlach war die Zahl der Erkrankungen überhaupt gering, besonders zeichneten sich die letzten Monate des Jahres als ausserordentlich günstige aus.</p>\n<p class=\"lf-p\">Bei den Infektionskrankheiten wurden die Meldungen zur rechten Zeit von den Aerzten und Hebammen gemacht ; dieselben wurden zutreffendenfalls an die ausländischen Behörden weitergegeben. Von den Grenzbehörden ist keine Anzeige eingegangen Scharlach, der jetzt schon 3 Jahre lang die Ortschaften unsers Kantons heimsucht und von dem wir auch heute noch nicht befreit sind, trat dieses Jahr in einigen Dörfern sehr zahlreich auf.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Fortdauer der Krankheit rührt meines Erachtens daher, weil nicht alle, besonders die leichteren Fälle, zur Beobachtung und Meldung kommen. Diese Falle besuchen die Schule und pflanzen so die Krankheit weiter. Es wurden aus 14 Ortschaften zusammen 139 Fälle gemeldet, worunter Stadtbredimus mit 10, Wintringen mit 11, Schwebsingen mit 23 und Remerschen mit 59. In letzterer Ortschaft hatte die Krankheit die Familie des Lehrers befallen, und es musste aus dieser Ursache die Schule einige Wochen geschlossen werden. Als Komplikationen wurden Gelenkrheumatismus, eitriger Mittelohrkatarrh und Nierenentzündung beobachtet, wovon Schäden noch fortbestehen. Es starben an Scharlach 5 Kinder : 1 zu Weifringen, 1 zu Erpeldingen, und 3 zu Remerschen. Sterblichkeit (von. den gemeldeten Fällen) 3½%.</p>\n<p class=\"lf-p\">47 Diphtheriitis. Es wurden 10 Fälle beobachtet, davon 5 zu Remich und 4 in der benachbarten Ortschaft Kleinmacher, ohne Todesfal.l Von Puerperalfieber kam, wie oben gemeldet, eigentlich nur 1 confirmierter Fall vor, der auch mit Tod endigte.</p>\n<p class=\"lf-p\">Von Typhus wurden 7 sporadische Fälle festgestellt zu Kanach 1 im Februar und 1 im April, zu Ellingen 1 im Februar und 1 im September, zu Remich 2 im August, und 1 zu Bech. Zu Remich war die Krankheit, wie klar nachgewiesen, durch einen kranken Schiffsknecht von auswärts eingeschleppt worden. Dagegen muss angenommen werden, dass sie zu Kanach und zu Ellingen an Ort und Stelle selbst entstanden war, und sind in beiden Ortschaften sehr wahrscheinlich die Trinkwasserverhältnisse zu beschuldigen. (Im Jahre 1903 war eine kleine Epidemie zu Kanach, im Jahr 1904 eine solche zu Ellingen und zu Bech.) Der Ursprung des Falles zu Bech war nicht zu bestimmen, doch hat man auch hier nur schlechtes Trinkwasser. — Todesfälle an Typhus kamen nicht vor.</p>\n<p class=\"lf-p\">Keuchhusten wurde aus Filsdorf, Bous und Rolling gemeldet, ohne dass besondere Schädigungen beobachtet wurden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Von Masern, Röteln und Pocken war der Sanitätsbezirk frei, ebenso wie von Influenza, welche dieses Jahr zum ersten Mal seit langer Zeit sich nicht zeigt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Auf Krätze wurden 2 Schulen auf Aufforderung dar Lokalbehörde untersucht, mit negativem Resultat.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Tuberkulose als Lungenschwindsucht hat auch dieses Jahr wieder ihre Opfer gefordert, worüber genaues jedoch schwer zu ermitteln ist. Es scheint wünschenswert, dass die Todesfälle von Tuberkulose angezeigt würden, damit eine Desinfektion der betroffen en Häuser vorgenommen werden könnte.</p>\n<p class=\"lf-p\">IV. Oeffentliches Gesundheitswesen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Im Laufe des Jahres wurde die vorschriftsmässige Besichtigung der Ortschaften Ellingen, Mondorf, Altwies, Wolfringen, Dalheim, Trintingen, Waldbredimus und Stadtbredimus vorgenommen, worüber die Berichte beiliegen. Die wunden Punkte sind fast überall dieselben: Die Düngergruben, die Jauche und die Behandlung der menschlichen Exkremente. Einige der obengenannten Dörfer zeichnen sich vor andern vorteilhaft aus, dank ihrer günstigen Lage auf abhängigem Hügelland. Auf besonders sich bemerkbar machenden Stellen, welche dringend Abhilfe benötigen, wurden die Ortsbehörden aufmerksam gemacht, z. B. schmutzige Umgebung der Waschbrunnen und Viehtränken.</p>\n<p class=\"lf-p\">Strassen und Kanäle, Wie im Vorjahre wurden auch in diesem Jahre in vielen Dörfern kleine Strecken Wege gepflastert, Strassenrinnen angelegt, alte verbessert, Wasserläufe mit Mauern eingefasst und überdeckt. Eine Anzahl Projekte ähnlicher Arbeiten liegen fürs kommende Jahr vor, so dass wir allmählig und sicher zum Bessern fortschreiten. — In Remich ist der Anfang einer allgemeinen Kanalisation der Stadt gemacht worden, welche in etlichen Jahren vollendet sein wird. Dieselbe wird alle Regen- und Wirtschaftswässer und die Fäkalien aufnehmen und unterhalb der Stadt der Mosel zuführen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Wasserversorgung. In diesem Jahre ist eine Wasserleitung für die Dörfer Ersingen, Trintingen und Rœdt in Angriff genommen und fertiggestellt worden, so dass jetzt von 28 Ortschaften dieses Bezirkes 12 Centralleitungen haben. Andere Leitungen und Anschlüsse sind geplant, und sind für gewisse Ortschaften, wie z. B. Kleinmacher und Bech, welche nur schlechtes Trinkwasser haben, eine dringende Notwendigkeit.</p>\n<p class=\"lf-p\">Schulen. Der Neubau der Schule zu Schwebsingen ist im Laufe des Jahres fertig geworden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Der Neubau zu Filsdorf ist seiner Vollendung nahe, derjenige zu Bons ist in Vording gegeben. Ein anderer Neubau, der notwendig ist, ist der zu Altwies. Den geeigneten Baugrund hat die Sektion schon erworben. — Gelegentlich der Ortsbesichtigung wurden auch die Schulen obengenannter Ortschaften besucht, worüber die Berichte beiliegen. Im allgemeinen sind die Schulgebäude und Schulsäle ziemlich gut zu nennen. In der Regel sind die Abtritte der wunde Punkt. Von diesen sind einige ohne genügende Beleuchtung, andere haben keine dichte Grube, andere haben vielleicht dichte Gruben, doch diese werden nicht geleert und laufen einfach über. — Ein einziger wurde in reinlichem Zustand 48 angetroffen ; dieser wird von den Kindern unter Leitung des Lehrers gereinigt (Altwies). Alle andern waren mehr oder weniger schmutzig. Meistens werden sie täglich oder mehrmals wöchentlich durch eine Putzfrau gereinigt. Dem Resultat nach zu urteilen, ist diese Methode nicht die richtige. Es würde vielleicht besser erzielt, wenn dem Lehrer die Sorge für Reinigung der Abtritte gegen Entschädigung übertragen würde. Dass hierbei die Kinder zu grösserer Reinlichhaltung erzogen würden, wäre nicht der geringste Nutzen. — Folgende Tabelle giebt Aufschluss über den Beleuchtungszustand der Schulsäle, sowie über den Luftkubus für jeden einzelnen Schüler.</p>\n<p class=\"lf-p\">Glasfläche 1 Bodenfläche = /4 Normal.</p>\n<p class=\"lf-p\">1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Ellingen Mondorf-Knaben Mondorf-Mädchen Altwies Welfringen Dalheim Trintingen Waldbredimus Stadtbredimus-Knaben Stadtbredimus-Mädchen 15 /70 m2 = Luftkubus = 4m3—5m3 1 /5 14 /80 =1/6 7,3/54 = 1/7 8 /49 =1/6 /35 = 11 /56 = 4 /42 = 7,6/70 = 8 /48 = 10 /45 = 4 1 /9 /5 1 /10 1 /10 1 /6 1 /5 1 7 m3 7,5 5 3,6 12 6 5 9 4 10 Der Luftkubus ist ziemlich überall genügend Wie aus der Tabelle ersichtlich, ist die Beleuchtung der Schulsäle zu Trintingen und Waldbredimus ganz unzulänglich. Doch wäre dem hier leicht abzuhelfen durch Vermehrung und Vergrösserung der Fenster. Der Schulsaal zu Welfringen ist ebenfalls ungenügend beleuchtet, doch hat derselbe genügend Fenster, um die wenigen Schulkinder (9) an dieselben heranzubringen. — Auffällig ist, dass in keinem einzigen Schulzimmer die Thüre nach aussen sich öffnet, wonach das Besichtigungsformular ausdrücklich fragt. Meinen Bemerkungen in diesem Sinne bei Begutachtung von Neubauprojekten ist noch in keinem Falle Rechnung getragen worden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Es könnte dies bei einer Panik (bei Feuersbrunst), wo alles zur Thür drängt, seine Wichtigkeit haben.</p>\n<p class=\"lf-p\">Kirchhöfe. — Die Frage des Kirchhofes von Mondorf ist in ein neues Stadium getreten, welches eine brauchbare Lösung erhoffen läßt. Der Kirchhof von Altwies lässt viel zu wünschen übrig. Die andern bei Gelegenheit der Ortsbesichtigung besuchten Kirchhöfe sind tadellos, einige sind musterhaft.</p>\n<p class=\"lf-p\">V. Impfwesen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Erstimpfung wurde von den beiden Impfärzten regelrecht vorgenommen und die Kontrollvisite zu rechten Zeit abgehalten. Die Aerzte waren mit ihrem Resultat vollständig zufrieden. Im Laufe des Jahres, als zu Luxemburg eine Anzahl Pockenfälle vorkamen, wurden in einigen Gemeinden die Schulkinder wieder geimpft. Von Unfällen und Nachkrankheiten ist nichts bekannt geworden, VI. Medizinalpolizei.</p>\n<p class=\"lf-p\">Das Medizinalpersonal ist in diesem Bezirk dasselbe geblieben wie im Vorjahr, eine Hebamme ist hinzugekommen. Fälle von Kurpfuscherei sind nicht vorgekommen. Einer Hebamme wurde wegen in ihrer Praxis vorgekommener Kindbettfieberfälle, die Leitung von Geburten und Pflege von Wöchnerinnen, für einige Wochen untersagt, obschon die Hebamme selbst kein Verschulden dabei traf, Remich, den 20. Januar 1907.</p>\n<p class=\"lf-p\">Der Sanitätsinspektor, Dr. WEBER.</p>\n<p class=\"lf-p\">Imprimerie de la Cour V. BÜCK.</p></div>", "next": 0}