{"html": "<div class=\"lf-doc\"><p class=\"lf-p\">heideartige Waldränder in exponierten Lagen stellen intensiv genutzte Nahrungsflächen dar.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ein Zentrum der Aktivität lag auf einer großen Freifläche auf einer Anhöhe östlich von Kautenbach, die von mehreren umliegenden Revierpaaren genutzt wurde. Brutplätze lagen teils räumlich getrennt zu Nahrungsplätzen in anderen Wäldern, mitunter einige Kilometer entfernt. Eine flächendeckende Nutzung des VSG zu Brut und Nahrungssuche ist anzunehmen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Habitatqualität insgesamt ist als gut zu bewerten, an einigen Waldrändern bestehen Möglichkeiten für weitere Aufwertungen, vor allem im südwestlichen und nördlichen VSG, was im Gebietsmanagement berücksichtigt werden sollte, auch im Hinblick auf wertgebende Begleitarten wie z.B. Neuntöter. Beeinträchtigungen konnten keine erfasst werden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Population Habitatqualität 5,0 % des Zustand der Lebensstätte:</p>\n<p class=\"lf-p\">Landesbestands gut B B Isolation Global Nicht isoliert Keine Beeinträchtigungen C B Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) 4.2. Arten nach Artikel 4.2 der EU-Vogelschutzrichtlinie 4.2.1. Alauda arvensis – Feldlerche 44 Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) Schutz- und Gefährdungsstatus EU-Vogelschutz-Richtlinie Bestände ☐ Anhang I Festgestellte Reviere 1c ☒ Art. 4 (2) Bestandsschätzung 0–1c Größe der Lebensstätte o.A.</p>\n<p class=\"lf-p\">Revierdichte sehr gering ☒ Brutvogel Bestand Luxemburg (RL 2019) 4.200–5.600c ☐ Rastvogel Bestandsschätzung SDF 2015 X Rote Liste Luxemburg (2019) 3 Erhaltungszustand in U2 Luxemburg Status im VSG 45 Die Feldlerche ist eine typische Vogelart der offenen Landschaft und bewohnt baum- und strauchlose Acker und Wiesenbereiche, wo sie am Boden nach Nahrung sucht. Auch die Nester werden in Bodenmulden angelegt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Habitatstrukturen des VSG bieten der Feldlerche nur an sehr wenigen Stellen geeignete Lebensraumbedingungen. Im Kartierjahr 2019 konnte lediglich ein Revier auf einer Weidefläche mit einzelnen Gehölzstrukturen im nördlichen Teil des VSG festgestellt werden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Eine Besiedelung der frischen Kahlschlagflächen und jungen Sukzessionsstadien konnte nicht beobachtet werden, nur einzelne Singflüge im Umfeld zu angrenzenden Offenlandflächen. Die Vorkommen der Feldlerche beschränken sich fast vollständig auf umliegende Agrarräume.</p>\n<p class=\"lf-p\">Generell ist aufgrund der vorhandenen Biotopstruktur keine besondere Bedeutung des VSG für die Art gegeben. Im Gegensatz zu anderen Offenlandarten mit bedeutenden Vorkommen im VSG werden Temporärhabitate wie Kahlschlagflächen nicht durch die Feldlerche besiedelt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Auf die Ausweisung einer Lebensstätte wird daher verzichtet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Population Habitatqualität Isolation Global nicht signifikant – – – D o.A. o.A. o.A.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) 4.2.2. Phoenicurus phoenicurus – Gartenrotschwanz 46 Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) Schutz- und Gefährdungsstatus EU-Vogelschutz-Richtlinie Bestände ☐ Anhang I Festgestellte Reviere 10c ☒ Art. 4 (2) Bestandsschätzung 15–20c Größe der Lebensstätte 76 ha Revierdichte gering ☒ Brutvogel Bestand Luxemburg (RL 2019) 500–600c ☒ Rastvogel Bestandsschätzung SDF 2015 o.A.</p>\n<p class=\"lf-p\">Rote Liste Luxemburg (2019) V Erhaltungszustand in U1 Luxemburg Status im VSG 47 Der Gartenrotschwanz bewohnt in Luxemburg lichte Laubwälder, Parks, Obstgärten und ist auch im ländlichen Siedlungsraum zu finden. Er brütet in Baum- und Mauerlöchern und nimmt auch Nistkästen an (LORGÉ &amp; MELCHIOR, 2020). Zur Nahrungssuche ist er oft am Boden unterwegs, er bevorzugt daher Nahrungsflächen mit schütterer oder kurzrasiger Vegetation, wie z.B. Gärten, Parks, Weideflächen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Der Gartenrotschwanz ist im Schutzgebiet nur lückenhaft verbreitet, mit punktuellen Vorkommen an Waldrändern. Für die Art besteht im VSG eine auffällige Bindung an das Umfeld von Siedlungsstrukturen, wo offenbar kurzrasige Nahrungshabitate in Gärten und Parkanlagen gehäuft zur Verfügung stehen. Weitere Lichtwaldbereiche und heideartige Waldränder weisen eine Habitateignung auf (entsprechend als Lebensstätte ausgewiesen), waren aber im Kartierjahr 2019 unbesiedelt. Zum Teil lagen dort aber Bruthinweise aus dem Berichtszeitraum vor. Das Waldinnere und die Kahlschlagsukzessionsflächen werden durch die Art hingegen generell gemieden. Insgesamt ist für das VSG von einem eher geringen Bestand von 15–20 Brutpaaren auszugehen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Habitatqualität innerhalb der Lebensstätte ist insgesamt gut, die geeigneten Bereiche sind aber räumlich beschränkt (Lichtwälder, heideartige Waldränder mit lockeren Gehölzen, etc.).</p>\n<p class=\"lf-p\">Population Habitatqualität 1,8 % des Zustand der Lebensstätte: gut Landesbestands Unterangebot an Höhlen C B Isolation Global Nicht isoliert Keine Beeinträchtigungen C C Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) 4.2.3. Phylloscopus sibilatrix – Waldlaubsänger 48 Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) Schutz- und Gefährdungsstatus EU-Vogelschutz-Richtlinie Bestände ☐ Anhang I Festgestellte Reviere 94c ☒ Art. 4 (2) Bestandsschätzung 110–130c Größe der Lebensstätte 3.471 ha Revierdichte mittel ☒ Brutvogel Bestand Luxemburg (RL 2019) 1.000–1.500c ☒ Rastvogel Bestandsschätzung SDF 2015 X Rote Liste Luxemburg (2019) V Erhaltungszustand in U1 Luxemburg Status im VSG 49 Der Waldlaubsänger besiedelt ausgedehnte, alte Laub- und Mischwälder, die z.T. lichtdurchflutet sind, z.T. mit geschlossenem Kronendach, jedoch immer mit schwach ausgeprägter Strauch- und Krautschicht und mit einzelnen Singwarten im mittleren Stammbereich.</p>\n<p class=\"lf-p\">Der Waldlaubsänger besiedelte im Kartierjahr das Schutzgebiet mit 94 Revieren, die sich fast flächendeckend über die Gebietsfläche verteilten. Ein Großteil der Laubwälder weist für die Art prinzipiell geeignete Strukturen auf, Schwerpunktvorkommen mit hoher Siedlungsdichte befanden sich in vertikal strukturierten Hochwäldern mit älteren Baumbeständen in Hanglagen. Doch auch in reinen Eichenniederwäldern in Hanglagen tritt die Art auf, wenn auch in deutlich geringerer Dichte. Auf Basis des vielerorts noch vorhandenen Revierpotenzials wird die Bestandsschätzung gegenüber dem Kartierergebnis etwas höher angesetzt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Innerhalb der Lebensstätte herrschen überwiegend gute Habitatbedingungen, z.T. mit positiven Entwicklungsaussichten durch Alterung der Waldbestände. Beeinträchtigungen wurden nicht registriert.</p>\n<p class=\"lf-p\">Population Habitatqualität 7,5 % des Zustand der Lebensstätte:</p>\n<p class=\"lf-p\">Landesbestands gut B B Isolation Global Nicht isoliert Keine Beeinträchtigungen C B Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) 4.2.4. Scolopax rusticola – Waldschnepfe 50 Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) Schutz- und Gefährdungsstatus EU-Vogelschutz-Richtlinie Bestände ☐ Anhang I Festgestellte Reviere 35 i (balzende Ex) ☒ Art. 4 (2) Bestandsschätzung 25–50c Größe der Lebensstätte 6.289 ha Revierdichte hoch ☒ Brutvogel Bestand Luxemburg (RL 2019) ? ☒ Rastvogel Bestandsschätzung SDF 2015 X Rote Liste Luxemburg (2019) DD Erhaltungszustand in XX Luxemburg Status im VSG 51 Die Waldschnepfe ist die einzige Schnepfenart Europas, die als Habitat geschlossene Waldbereiche bevorzugt. Sie kommt meist in großen Waldgebieten vor, die störungsarm und deckungsreich sind und Strukturelemente wie Schneisen, Bachtäler, Lichtungen, Kahlschläge, Windwürfe oder andere Freiflächen aufweisen. Dort kann man zur Brutzeit die Männchen in der Abenddämmerung bei ihren charakteristischen Balzflügen, dem Schnepfenstrich, beobachten und verhören. Die Art lebt promisk, d.h. Männchen und Weibchen kommen nur zur Paarung zusammen, das Weibchen übernimmt allein Brut und Jungenaufzucht. Ein balzendes Männchen kann somit auch mehrere Partnerinnen in seinem Revier halten oder auch sein Revier wechseln. Abgesehen von der Balz ist die Art nur schwierig nachzuweisen, in Luxemburg ist daher auch nur wenig über Verbreitung und Bestand bekannt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Im Rahmen der Kartierung 2019 wurde eine systematische Untersuchung geeigneter Balzplätze zur Brutzeit im VSG durchgeführt. Primär wurden Beobachtungsstandorte mit weiträumiger Übersicht auf Kahlschlägen, Hochflächen und Hangkuppen untersucht Es konnten dabei fast flächendeckend Nachweise im VSG erbracht werden, lediglich der Süden war nicht besiedelt. Teils konnten mehrere Männchen gleichzeitig beobachtet werden. Es ist aufgrund dieser Nachweissituation davon auszugehen, dass die Art mit lokal hoher Siedlungsdichte im VSG vorkommt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Das gesamte Schutzgebiet bietet der Waldschnepfe eine Lebensstätte mit sehr guter Habitatqualität. Durch die ausgedehnten Waldflächen, viele Balzplätze durch Kahlschläge und andere Freiflächen bei gleichzeitig geringen Störungen ist die Region Kiischpelt ein Verbreitungsschwerpunkt der Art in Luxemburg, mit weiterem Potenzial im Umland. Eine Bestandsschätzung ist jedoch aufgrund der komplexen Biologie der Art generell schwierig (polygame bzw. umherstreifende Männchen), daher erfolgt diese lediglich als Einschätzung.</p>\n<p class=\"lf-p\">Population Habitatqualität Isolation Global Bedeutender Teil Zustand der Lebensstätte:</p>\n<p class=\"lf-p\">National lückenhafte Keine Beeinträchtigungen des Landesbestands sehr gut Verbreitung Nationaler Schwerpunktraum A A B A Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) 4.2.5. Streptopelia turtur – Turteltaube 52 Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) Schutz- und Gefährdungsstatus EU-Vogelschutz-Richtlinie Bestände ☐ Anhang I Festgestellte Reviere 25c ☒ Art. 4 (2) Bestandsschätzung 27–32c Größe der Lebensstätte 629 ha Revierdichte hoch ☒ Brutvogel Bestand Luxemburg (RL 2019) 150–200c ☒ Rastvogel Bestandsschätzung SDF 2015 8–12c Rote Liste Luxemburg (2019) 2 Erhaltungszustand in U2 Luxemburg Status im VSG 53 Die Turteltaube ist ein Bewohner offener und halboffener Landschaften, wo sie zur Nahrungssuche auf Bereiche mit schütterer Vegetation oder offenen Bodenstellen angewiesen ist. Ihr Nest baut die Turteltaube meist in alten, verwilderten Heckenbereichen, Feldgehölzen bzw. dichten Waldrändern.</p>\n<p class=\"lf-p\">Im Kartierjahr 2019 konnte die Turteltaube mit insgesamt 25 Revieren im Schutzgebiet erfasst werden. Die Revierzentren lagen vorwiegend in heideartigen Bereichen von KahlschlagSukzessionsflächen und an strukturreichen Waldrändern angrenzend zu Agrarräumen. Die Verbreitung konzentriert sich auf den zentralen und östlichen Teil des VSG. Wie auch der Neuntöter profitiert die Turteltaube von den Waldbewirtschaftungsformen mit Kahlschlägen im Vogelschutzgebiet. Die so entstehenden, vegetationsarmen Freiflächen werden bei geeignetem Sukzessionsstand als Nahrungsflächen angenommen. Da diese Lebensstätte hochgradig dynamisch ist, wird analog zum Neuntöter auf eine kartografische Angabe verzichtet. Geschätzt sind etwa 10 % der Fläche des Schutzgebiets geeignet (= 629 ha). Die Habitatqualität ist insgesamt als gut bis sehr gut zu bewerten, an Waldrändern bestehen noch Möglichkeiten für weitere Aufwertungen durch Förderung von Heidelandschaft bzw. extensive Nutzungsformen. Das VSG stellt für die Turteltaube einen nationalen Schwerpunktraum mit herausragender Siedlungsdichte dar (+).</p>\n<p class=\"lf-p\">Population Habitatqualität 14,2 % des Zustand der Lebensstätte:</p>\n<p class=\"lf-p\">Landesbestands sehr gut B A Isolation Nicht isoliert C Global Keine Beeinträchtigungen Nationaler Schwerpunktraum (+) A Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) 4.3. Sonstige bemerkenswerte oder gebietstypische Vogelarten 4.3.1. Accipiter gentilis – Habicht 54 Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) Schutz- und Gefährdungsstatus 55 Bestände ☐ Anhang I EU-Vogelschutz-Richtlinie Festgestellte Reviere 2c (Brutpaare) ☐ Art. 4 (2) Rote Liste Luxemburg (2019) 3 Erhaltungszustand in 1c (Revierpaar) Bestandsschätzung 2–5c (Brutpaare) 1–2c (Revierpaare) U1 Luxemburg Status im VSG ☒ Brutvogel Größe der Lebensstätte 6.289 ha ☐ Rastvogel Revierdichte mittel Bestand Luxemburg (RL 2019) 50–60c Bestandsschätzung SDF 2015 2–4c Der Habicht baut seinen Horst in größeren, geschlossenen Waldgebieten, zur Jagd werden aber auch umliegende Biotope aufgesucht. Sein Nahrungsspektrum besteht vor allem aus Vögeln und kleineren Säugetiere, die von einem Ansitz (Bäume, Gebüsche) aus erspäht und im Verfolgungsflug erbeutet werden. Aufgrund dieses Beutespektrums werden Habitate mit einer hohen Dichte an Brut- und Rastvögeln bevorzugt, somit kann ein Vorkommen des Habichts als Indikator für einen hohen Bestand an Vögeln herangezogen werden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Im Kartierjahr 2019 konnten 2 Reviere des Habichts im Schutzgebiet erfasst werden und ein Revierpaar ohne genaue Verortung. Vorhandene Altdaten aus dem Berichtszeitraum 2013– 2019 legen ein weiteres Revier innerhalb sowie ein Revier knapp außerhalb südlich des VSG nahe. Typische Habitate lagen meist in dichteren, größeren Waldabschnitten mit sehr dichter Waldbereiche ohne geeignete Freiflächen. Zur Jagd wurden aber auch großflächige Flüge im Umfeld beobachtet, so dass das gesamte VSG als Lebensstätte ausgewiesen wird.</p>\n<p class=\"lf-p\">Insgesamt ist die Habitatqualität für den Habicht als gut zu bewerten. Die Wälder sind ausgedehnt, strukturreich und in weiten Teilen störungsarm, wovon die Art generell profitiert.</p>\n<p class=\"lf-p\">An einigen Stellen – insbesondere in ehemaligen Eichenniederwäldern und in NadelwaldMonokulturen – fehlen jedoch zum Teil Altholzbestände mit geeigneten Horstbäumen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Weitere Beeinträchtigungen konnten nicht festgestellt werden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Population 3,6 % des Landesbestands B Habitatqualität Isolation Global Zustand der Lebensstätte: gut Nicht isoliert Keine Beeinträchtigungen B C B Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) 4.3.2. Anthus trivialis – Baumpieper 56 Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) Schutz- und Gefährdungsstatus EU-Vogelschutz-Richtlinie Bestände ☐ Anhang I Festgestellte Reviere 148c ☐ Art. 4 (2) Bestandsschätzung 180–200c Größe der Lebensstätte 1.258 ha Revierdichte hoch ☒ Brutvogel Bestand Luxemburg (RL 2019) 2.500–4.500c ☒ Rastvogel Bestandsschätzung SDF 2015 X Rote Liste Luxemburg (2019) V Erhaltungszustand in U1 Luxemburg Status im VSG 57 Der Baumpieper ist ein Brutvogel der halboffenen Landschaft, der an Waldrändern, Lichtungen und im reich strukturierten Offenland brütet. Er fällt vor allem durch seinen Gesang und seine charakteristischen Singflüge auf, die von Warten (Bäume, Sträucher) vorgetragen bzw. ausgeführt werden. Als Bodenbrüter baut der Baumpieper sein Nest in dichter Krautvegetation, sein Nahrungsspektrum besteht fast ausschließlich aus Insekten und deren Larven. Als Charakterart halboffener Landschaften und lichter Wälder mit ausreichendem Nahrungsangebot teilt sich der Baumpieper zumeist seinen Lebensraum mit weiteren wertgebenden Arten, wie z.B. Neuntöter, Heidelerche.</p>\n<p class=\"lf-p\">Im Kartierjahr 2019 konnten 148 Reviere des Baumpiepers im Schutzgebiet erfasst werden, was einer bemerkenswert hohen Siedlungsdichte entspricht. Die Reviere verteilten sich fast flächendeckend über das Schutzgebiet, mit Ausnahme sehr dichter Waldbereiche ohne geeignete Freiflächen. Schwerpunkte der Verbreitung lagen an großen KahlschlagSukzessionsflächen, aber auch Waldränder mit vorgelagertem Grünland oder heideartigen Vegetationsstrukturen wurden besiedelt. An den Kahlschlägen wurden verschiedenste Altersstadien angenommen: Von frischen, nahezu vegetationslosen Blößen über Ginsterheiden bis hin zu Wiederaufforstungen (inkl. Nadelbaum-Plantagen) bzw. Dickungen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Da diese Lebensstätte einem dynamischen Wandel unterliegt (vgl. Neuntöter, Turteltaube) wird auf eine kartografische Verortung verzichtet. Überschlägig sind etwa 20 % der Fläche des Schutzgebiets als Habitat geeignet. Insgesamt profitiert die Art von der aktuellen Nutzung der Wälder, die Habitatqualität ist als sehr gut anzusehen. Beeinträchtigungen liegen nicht vor.</p>\n<p class=\"lf-p\">Population Habitatqualität 4,2 % des Zustand der Lebensstätte:</p>\n<p class=\"lf-p\">Landesbestands sehr gut B A Isolation Global Nicht isoliert Keine Beeinträchtigungen C B Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) 4.3.3. Carduelis spinus – Erlenzeisig 58 Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) Schutz- und Gefährdungsstatus 59 Bestände EU-Vogelschutz-Richtlinie ☐ Anhang I Festgestellte Reviere 16c–? ☐ Art. 4 (2) Bestandsschätzung ?</p>\n<p class=\"lf-p\">Größe der Lebensstätte o.A.</p>\n<p class=\"lf-p\">Revierdichte o.A. ☒ Brutvogel Bestand Luxemburg (EEA 2019) 0–2c (Brut) ☒ Rastvogel Bestandsschätzung SDF 2015 X Rote Liste Luxemburg (2019) – Erhaltungszustand in U1 Luxemburg Status im VSG Der Erlenzeisig ist ein Brutvogel submontaner, exponierter, nadelholzreicher Wälder mit offenen Strukturelementen wie Lichtungen, Schneisen, Bächen, o.ä. Er brütet im dichten Kronenbereich von Fichten oder anderen Koniferen, teils auch in Parks. Zur Brutzeit, nach der Balz, lebt der Erlenzeisig teils sehr verborgen und ist schwer nachzuweisen. In Luxemburg ist die Art fast ausschließlich in den Wintermonaten anzutreffen, wenn nordische Teilpopulationen mitunter in großer Zahl überwintern. Brutvorkommen in Luxemburg sind selten, als typischer Vermehrungsgast können aber in Ausnahmejahren großflächige und starke Invasionen mit anschließenden Bruten auch außerhalb des üblichen Areals auftreten.</p>\n<p class=\"lf-p\">Im Kartierjahr konnten für den Erlenzeisig mind. 16 Brutreviere im VSG sicher bestätigt werden, in einigen Fällen wurden auch Futter tragende Individuen beobachtet. An weiteren 14 Standorten waren im Mai noch Brutzeitbeobachtungen mit Revierverhalten zu verzeichnen, eine spätere Revierbestätigung gelang aber nicht. Es ist davon auszugehen, dass 2019 weitere Bruten der Art im VSG erfolgten. Ob dies ein Ausnahmeereignis darstellt oder das VSG regelmäßig als Bruthabitat genutzt wird, konnte im Rahmen der Untersuchung nicht geklärt werden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Das VSG bietet der Art an vielen Stellen sehr geeignete Bedingungen mit strukturreichen Flächen, einem guten Nahrungsangebot und hohem Anteil an Nadelwaldabschnitten mit teils sehr deckungsreichen Kronenbereichen, vergleichbar mit Brutstandorten in regelmäßigen Brutgebieten (z.B. Höhenlagen im Hunsrück, Schwarzwald, etc.). Eine Lebensstätte wird aber aufgrund des ungeklärten Status nicht ausgewiesen. Weitere Erfassungen werden empfohlen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Population Habitatqualität Isolation Global Status unklar – – – ? o.A. o.A. o.A.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) 4.3.4. Cinclus cinclus – Wasseramsel 60 Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) Schutz- und Gefährdungsstatus EU-Vogelschutz-Richtlinie Bestände ☐ Anhang I Festgestellte Reviere 16c ☐ Art. 4 (2) Bestandsschätzung 18–21c Größe der Lebensstätte 281,0 ha Revierdichte mittel ☒ Brutvogel Bestand Luxemburg (RL 2019) 100–200c ☐ Rastvogel Bestandsschätzung SDF 2015 X Rote Liste Luxemburg (2019) V Erhaltungszustand in U1 Luxemburg Status im VSG 61 Die Wasseramsel ist ein spezialisierter Brutvogel an schnellfließenden Gewässern mit steinigkiesigem Untergrund. Sie ernährt sich von Wasserinsekten und deren Larven, die durch Tauchgänge erbeutet werden. Als Neststandort werden Überhänge wie umgestürzte Bäume oder anthropogene Strukturen (Brücken etc.) genutzt. Die Wasseramsel ist eine Indikatorart für naturnahe, nahrungsreiche Fließgewässer hoher Qualität Im Schutzgebiet konnten im Kartierjahr 2019 insgesamt 16 Reviere der Wasseramsel registriert werden. Diese lagen bevorzugt an breiteren Fließgewässerabschnitten entlang der drei größeren Flüsse Sauer, Wiltz und Clerve, wo durch Bauwerke wie Brücken eine Brutmöglichkeit besteht. Kleinere Bäche, vor allem im Waldinneren wurden zur Brutzeit von der Wasseramsel weitgehend gemieden, es ist aber saisonal – insbesondere bei Hochwasserereignissen – davon auszugehen, dass auch diese Lebensräume zur Nahrungssuche miteinbezogen werden. Aktuell besiedelt die Wasseramsel das Schutzgebiet mit einer mittleren Siedlungsdichte.</p>\n<p class=\"lf-p\">Generell sind die Gewässer im Schutzgebiet in einem überwiegend naturnahen und guten Zustand (B), mit Aufwertungspotenzial im Hinblick auf natürliche Brutmöglichkeiten wie umgestürzte Bäume. Durch eine gezielte Förderung dieser Strukturen könnten Bruten auch in natürlicher Umgebung noch weiter gefördert werden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Population Habitatqualität Isolation 10,7 % des Zustand der Lebensstätte:</p>\n<p class=\"lf-p\">Restriktion auf Landesbestands gut Fließgewässer B B B Global Keine Beeinträchtigungen B Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) 4.3.5. Corvus corax – Kolkrabe 62 Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) Schutz- und Gefährdungsstatus EU-Vogelschutz-Richtlinie Bestände ☐ Anhang I Festgestellte Reviere 3c ☐ Art. 4 (2) Bestandsschätzung 3–4c Größe der Lebensstätte 8.269 ha Revierdichte mittel ☒ Brutvogel Bestand Luxemburg (RL 2019) 5–10c ☐ Rastvogel Bestandsschätzung SDF 2015 1–5i Rote Liste Luxemburg (2019) V Erhaltungszustand in U1 Luxemburg Status im VSG 63 Der Kolkrabe ist der größte europäische Krähenvogel. Er bewohnt meist dichte, ausgedehnte Waldgebiete. Er ist eine Indikatorart für große, ungestörte Waldgebiete. Die Art war aufgrund menschlicher Verfolgung in Luxemburg lange ausgestorben, kehrt aber seit Beginn der 2010er Jahre rapide in ehemalige Brutgebiete zurück.</p>\n<p class=\"lf-p\">Das Ösling ist einer der Verbreitungsschwerpunkte im Großherzogtum.</p>\n<p class=\"lf-p\">Im Schutzgebiet konnten im Kartierjahr 2019 drei Reviere des Kolkraben registriert werden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ein weiteres Revier im westlichen Umfeld des VSG ist zu vermuten, da dort auch mehrfach Nahrung suchende Familientrupps im Offenland beobachtet wurden. Der Kolkrabe besiedelt im VSG mehrere exponierte Waldbereiche mit guter Übersicht über das Umland.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Lebensstätte des Kolkraben umfasst das gesamte Schutzgebiet. Wälder werden zur Brut und Nahrungssuche genutzt, Freiflächen und Bachtäler sind gut geeignete Nahrungsflächen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Habitatqualität ist insgesamt als sehr gut zu bewerten. Die Region Kiischpelt stellt für die Art einen bedeutenden Refugialraum dar.</p>\n<p class=\"lf-p\">Population Habitatqualität Isolation Global 40 % des Zustand der Lebensstätte:</p>\n<p class=\"lf-p\">Restriktion auf große Keine Beeinträchtigungen Landesbestands sehr gut Waldgebiete Refugialraum der Art A A B A Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) 4.3.6. Cuculus canorus – Kuckuck 64 Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) Schutz- und Gefährdungsstatus EU-Vogelschutz-Richtlinie Bestände ☐ Anhang I Festgestellte Reviere 10c ☐ Art. 4 (2) Bestandsschätzung 12–15c Größe der Lebensstätte 4.249,3 ha Revierdichte mittel ☒ Brutvogel Bestand Luxemburg (RL 2019) 80–100c ☐ Rastvogel Bestandsschätzung SDF 2015 o.A.</p>\n<p class=\"lf-p\">Rote Liste Luxemburg (2019) 2 Erhaltungszustand in U2 Luxemburg Status im VSG 65 Der Kuckuck bewohnt eine Vielzahl von Landschaftsformen und ist sowohl in Wäldern, halboffenen Landschaften, wie auch in Feuchtgebieten vorzufinden. Seine Hauptnahrung besteht aus Großinsekten und deren Raupen. Als Brutparasit baut er selbst kein Nest und legt seine Eier einzeln in die Nester von Wirtsvögeln, welche die Brutpflege übernehmen. Je nach Lebensraumwahl sind Kuckucks-Weibchen auf feste Arten als Wirtsvögel spezialisiert und passen ihre Eier farblich an diese an.</p>\n<p class=\"lf-p\">Im Schutzgebiet konnten im Kartierjahr 2019 zehn Reviere des Kuckucks registriert werden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Revierzentren lagen vermehrt an Waldrändern im Umfeld von KahlschlagSukzessionsflächen in fortgeschrittenen Altersklassen, Jungwuchsflächen und anderen strukturreichen Offenlandbereichen. Eine parasitäre Bindung an dort typischerweise vorkommende Brutvogelarten ist zu vermuten. Weitere Waldbereiche, insbesondere Laubwälder scheinen ebenfalls für die Art geeignet und sind in der Lebensstätte ausgewiesen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Habitatqualität für den Kuckuck ist überwiegend gut. Bedeutende Beeinträchtigungen konnten nicht festgestellt werden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Population Habitatqualität 11,1 % des Zustand der Lebensstätte:</p>\n<p class=\"lf-p\">Landesbestands gut B B Isolation Global Nicht isoliert Keine Beeinträchtigungen C B Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) 4.3.7. Dryobates minor – Kleinspecht 66 Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) Schutz- und Gefährdungsstatus EU-Vogelschutz-Richtlinie Bestände ☐ Anhang I Festgestellte Reviere 23c ☐ Art. 4 (2) Bestandsschätzung 30–40c Größe der Lebensstätte 3.753,7 ha Revierdichte mittel ☒ Brutvogel Bestand Luxemburg (RL 2019) 250–500c ☐ Rastvogel Bestandsschätzung SDF 2015 o.A.</p>\n<p class=\"lf-p\">Rote Liste Luxemburg (2019) V Erhaltungszustand in U1 Luxemburg Status im VSG 67 Der Kleinspecht ist ein Bewohner von Weichholz-Auwäldern und älteren Laubwäldern mit hohem Anteil an Alt- und Totholz und ist auf Bäume in der Zerfallsphase angewiesen. Seine Höhle baut er meist in teilweise oder komplett abgestorbene, rauborkige Baumarten. Als Waldart mit hohen Ansprüchen an ihren Lebensraum ist der Kleinspecht eine Indikatorart für einen arten- und totholzreichen Wald fortgeschrittener Altersstruktur. Die Höhlenbäume des Kleinspechts erfüllen zudem eine Funktion als Habitatstrukturen für andere Arten aufgrund der Nachnutzung durch Kleinvögel, wie z.B. Meisen oder den Trauerschnäpper.</p>\n<p class=\"lf-p\">Im Kartierjahr konnten in der Region Kiischpelt insgesamt 23 Reviere des Kleinspechts erfasst werden. Im gesamten VSG existieren für die Art geeignete Lebensraumbereiche, insbesondere durch die Vielzahl an kleinen Bachtälern mit Weichholzbeständen. Aber auch Altholzbestände mit Buche/Eiche werden besiedelt. Die Bestandsschätzung ist im Hinblick auf dieses zusätzliche Habitatpotenzial nochmals höher anzusetzen. Die Lebensstätte ist überwiegend in einem guten Zustand, bei Alt- und Totholzanteilen besteht lokal noch Aufwertungspotenzial.</p>\n<p class=\"lf-p\">Größere Beeinträchtigungen konnten nicht festgestellt werden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Population Habitatqualität 6,1 % des Zustand der Lebensstätte:</p>\n<p class=\"lf-p\">Landesbestands gut B B Isolation Global Nicht isoliert Keine Beeinträchtigungen C B Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) 4.3.8. Loxia curvirostra – Fichtenkreuzschnabel 68 Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) Schutz- und Gefährdungsstatus EU-Vogelschutz-Richtlinie Bestände ☐ Anhang I Festgestellte Reviere 16c ☐ Art. 4 (2) Bestandsschätzung ?</p>\n<p class=\"lf-p\">Größe der Lebensstätte o.A.</p>\n<p class=\"lf-p\">Revierdichte o.A. ☒ Brutvogel Bestand Luxemburg (RL 2019) 250–500c ☐ Rastvogel Bestandsschätzung SDF 2015 o.A.</p>\n<p class=\"lf-p\">Rote Liste Luxemburg (2019) V Erhaltungszustand in U1 Luxemburg Status im VSG 69 Der Fichtenkreuzschnabel ist eine hochspezialisierte Vogelart der Nadelwälder, die anatomisch an ihre Hauptnahrungsquelle – Fichtensamen – angepasst ist. Der Fichtenkreuzschnabel ist auf samentragende Bäume angewiesen, die regional und saisonal unterschiedlich verfügbar sind. Entsprechend sind sowohl Brut- und Zugverhalten extrem variabel. Bruten können ganzjährig, auch in den Wintermonaten stattfinden. Zugbewegungen mit Invasions- und Evasionsereignissen sind ebenfalls räumlich-zeitlich variabel. In Luxemburg sind für den Fichtenkreuzschnabel keine regelmäßigen Brutgebiete bekannt, in Einflugjahren ist aber von Bruten im Großherzogtum auszugehen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Während der Kartierungen 2019 konnten bereits zu Beginn der Erfassung an mehreren Stellen optische und akustische Nachweise des Fichtenkreuzschnabels verzeichnet werden. Während der gesamten Erfassungsperiode war die Art im VSG anwesend, mit teils brutverdächtigen Individuen (Gesang / Warnrufe, etc.). Aufgrund einer ausgeprägten Fruktifikation der Fichten im Winter 2018/2019 ist anzunehmen, dass es zu mehreren Bruten bereits im frühen Jahresverlauf kam. Diese Vermutung stützt sich auch auf Beobachtungen ausgeflogener Jungvögel in darauffolgenden Monaten. Ob es sich bei diesem Ereignis um eine einmalige Ausnahmesituation oder ein regelmäßiges Brutvorkommen handelt, konnte im Rahmen der Untersuchung nicht geklärt werden. Auf die Ausweisung einer Lebensstätte wird verzichtet, das VSG bietet aufgrund des hohen Nadelwaldanteils aber teils gute Habitatbedingungen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Population Habitatqualität Isolation Global Status unklar – – – ? o.A. o.A. o.A.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) 4.3.9. Mergus merganser – Gänsesäger 70 Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) Schutz- und Gefährdungsstatus EU-Vogelschutz-Richtlinie 71 Bestände ☐ Anhang I Auftretenshäufigkeit regelmäßig ☐ Art. 4 (2) Festgestellte Rastzahlen 1–9i Rote Liste Luxemburg (2019) – Bestandsschätzung 5–20i Erhaltungszustand in Luxemburg FV Größe der Lebensstätte o.A. ☐ Brutvogel Bestand Luxemburg (EEA 2019) 100–150i (Winter) ☒ Rastvogel Bestandsschätzung SDF 2015 5–20i Status im VSG Der Gänsesäger ist ein Entenvogel, der sowohl am Meer wie auch an Flüssen brütet. Die Brutgebiete im Binnenland liegen meist an fischreichen, klaren und schnellfließenden Gewässerabschnitten. Als Nahrung dienen Fische, Krebse und Wasserinsekten, die schwimmend oder tauchend erbeutet werden. Die Art ist als Höhlenbrüter auf natürlich vorhandene Großhöhlen in Bäumen oder Felsspalten angewiesen. In Luxemburg brütet der Gänsesäger seit 2017 mit 1–3 Brutpaaren an Sauer bzw. Syr.</p>\n<p class=\"lf-p\">In der Region Kiischpelt kommt der Gänsesäger regelmäßig als Überwinterer an den größeren Fließgewässern vor. Vor allem die Sauer, aber auch die Wiltz sind geeignete Überwinterungsplätze. Im Kartierjahr 2019 wurde auch verstärkt auf Bruthinweise geachtet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Obwohl keine konkreten Nachweise gelangen, ist zumindest punktuell an Gewässerabschnitten der Sauer eine Habitateignung zu vermerken, vor allem im äußersten Südosten des VSG. Eine zukünftige Brutansiedelung erscheint daher möglich.</p>\n<p class=\"lf-p\">Population Regelmäßige Rast Mittlere Rastzahlen B Habitatqualität Zustand der Lebensstätte: gut B Isolation Restriktion auf Gewässer B Global Keine Beeinträchtigungen B Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) 4.3.10. Motacilla cinerea – Gebirgsstelze 72 Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) Schutz- und Gefährdungsstatus EU-Vogelschutz-Richtlinie Bestände ☐ Anhang I Festgestellte Reviere 37c ☐ Art. 4 (2) Bestandsschätzung 40–50c Größe der Lebensstätte 342,2 ha Revierdichte hoch ☒ Brutvogel Bestand Luxemburg (RL 2019) 300–400c ☒ Rastvogel Bestandsschätzung SDF 2015 X Rote Liste Luxemburg (2019) – Erhaltungszustand in FV Luxemburg Status im VSG 73 Die Gebirgsstelze ist ein Brutvogel an Gewässern, die vor allem an schnell fließenden Bächen und Flussläufen mit beschattender Ufervegetation anzutreffen ist. Als Nistplätze dienen Nischen im Uferbereich, auch in Mauern oder Gebäuden. Die Gebirgsstelze ernährt sich vorwiegend von Insekten und Insektenlarven, die entweder von der Wasseroberfläche oder in Bereichen geringer Wassertiefe watend erbeutet werden. Als Indikatorart für Fließgewässer zeigt die Gebirgsstelze potenzielle Brut- und Rastgebiete für zahlreiche wertgebende Arten der Gewässer an und erreicht besonders hohe Siedlungsdichten in naturnahen Bachlebensräumen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Im Schutzgebiet ist die Gebirgsstelze an zahlreichen kleinen und großen Fließgewässern als Brutvogel anzutreffen. Im Betrachtungszeitraum konnten 37 Reviere der Gebirgsstelze nachgewiesen werden, was im Hinblick auf die vorhandenen Habitatstrukturen als hohe Dichte zu werten ist. Von offenen Gewässerabschnitten der Sauer und ihrer Nebenflüsse bis hin zu kleinen, beschatteten Waldbächen waren vielfältige Habitate besiedelt, die sich flächendeckend über das VSG verteilten.</p>\n<p class=\"lf-p\">Verbreitungsschwerpunkte stellen Gewässerabschnitte an Siedlungsrändern dar, wo offenbar anthropogene Brutmöglichkeiten vorhanden waren. Insgesamt ist die Qualität der Lebensstätte als hervorragend zu bewerten.</p>\n<p class=\"lf-p\">Population Habitatqualität Isolation 10,6 % des Zustand der Lebensstätte:</p>\n<p class=\"lf-p\">Restriktion auf Landesbestands hervorragend Gewässer B A B Global Keine Beeinträchtigungen B Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) 4.3.11. Oriolus oriolus – Pirol 74 Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) Schutz- und Gefährdungsstatus EU-Vogelschutz-Richtlinie Bestände ☐ Anhang I Festgestellte Reviere 0–2c ☐ Art. 4 (2) Bestandsschätzung 0–2c Größe der Lebensstätte o.A.</p>\n<p class=\"lf-p\">Revierdichte o.A. ? Brutvogel Bestand Luxemburg (RL 2019) 50–100c ☒ Rastvogel Bestandsschätzung SDF 2015 o.A.</p>\n<p class=\"lf-p\">Rote Liste Luxemburg (2019) 3 Erhaltungszustand in U1 Luxemburg Status im VSG 75 Der Pirol ist ein Bewohner klimatisch begünstigter, lichter Laubwälder. Gerne werden auch Standorte im Umfeld von Gewässern besiedelt. Sein Nahrungsspektrum umfasst sowohl tierische Nahrung wie Insekten und deren Larven, insbesondere Raupen, aber auch pflanzliche Kost wie z.B. Kirschen und Beeren. Sein Freinest baut der Pirol im Kronenbereich von Bäumen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Aufgrund rezenter Bestandsabnahmen wird der Pirol in Luxemburg auf der Roten Liste als „gefährdet“ eingestuft. Als Indikatorart für feuchte Lichtwälder zeigt der Pirol einen intakten, störungsarmen und nahrungsreichen Waldlebensraum an, der von vielen weiteren Arten besiedelt werden kann, z.B. Spechten, Turteltaube und Waldlaubsängern.</p>\n<p class=\"lf-p\">Bei der Kartierung 2019 konnte der Pirol an zwei Stellen brutzeitlich festgestellt werden, sowohl im äußersten Nordosten wie auch im Südwesten des Schutzgebiets. Das Ösling gilt allgemein nicht als Brutareal der Art, da die Region aufgrund des Lokalklimas und der Höhenlage gemieden wird. Basierend auf den Feststellungen 2019 erscheint allerdings ein punktuelles Artvorkommen möglich. Es ist denkbar, dass mit fortschreitendem Klimawandel eine verstärkte Besiedelung der geeigneten Waldstandorte erfolgt. Aktuell hat das Schutzgebiet für die Art aber keine besondere Relevanz und wird nur in geringem Maße zur Rast genutzt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Population evtl. einzelne Bruten, sehr kleiner Bestand D Habitatqualität Isolation Global – – – o.A. o.A. o.A.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) 4.3.12. Parus cristatus – Haubenmeise 76 Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) Schutz- und Gefährdungsstatus EU-Vogelschutz-Richtlinie Bestände ☐ Anhang I Festgestellte Reviere 94c ☐ Art. 4 (2) Bestandsschätzung 150–250c Größe der Lebensstätte 5.926,2 ha Revierdichte mittel ☒ Brutvogel Bestand Luxemburg (EEA 2019) 2.000–4.000c ☐ Rastvogel Bestandsschätzung SDF 2015 X Rote Liste Luxemburg (2019) – Erhaltungszustand in U1 Luxemburg Status im VSG 77 Die Haubenmeise ist ein weit verbreiteter Brutvogel in Nadel- und Mischwäldern Europas. Sie ist Höhlenbrüter und baut ihre Höhlen selbst in morsche Stämme und Stümpfe. Sie ist Standvogel und ganzjährig in geeigneten Habitaten anzutreffen. In Luxemburg werden sowohl Waldgebiete wie auch Parkanlagen mit Nadelbäumen besiedelt, die höchsten Dichten werden in strukturreichen Wäldern mit Altholz erreicht. Die Haubenmeise ist im Standarddatenbogen des Schutzgebiets aufgrund eines schwerpunktmäßigen Vorkommens im Ösling aufgeführt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Während der Kartierung 2019 wurden 94 Reviere der Haubenmeise im Schutzgebiet erfasst.</p>\n<p class=\"lf-p\">Es ist von zahlreichen weiteren Revieren auszugehen, da insbesondere das Innere von Nadelwäldern methodisch schwierig zu erfassen ist. Dies ist in der Bestandsschätzung berücksichtigt. Insgesamt ist die Siedlungsdichte aber als mittel anzusehen, da die Art z.B. in Eichenniederwäldern nicht brütet und nur nachbrutzeitlich nachgewiesen wurde.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Lebensstätte im Schutzgebiet umfasst alle geschlossenen Waldgebiete und Lichtungen, auch Laubwälder werden regelmäßig als Nahrungshabitate genutzt. Insgesamt ist die Habitateignung gut als gut zu bewerten, wobei zu vermerken ist, dass sich NadelwaldMonokulturen, aufgrund des geringen Anteils an geeigneten Brutstätten, nur bedingt für die Art eignen. Konkrete Beeinträchtigungen wurden keine festgestellt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Population 3,1 % des Landesbestands B Habitatqualität Isolation Global Zustand der Lebensstätte: gut Nicht isoliert Keine Beeinträchtigungen B C B Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) 4.3.13. Parus montanus – Weidenmeise 78 Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) Schutz- und Gefährdungsstatus EU-Vogelschutz-Richtlinie Bestände ☐ Anhang I Festgestellte Reviere 61c ☐ Art. 4 (2) Bestandsschätzung 75–100c Größe der Lebensstätte 6.099,7 ha Revierdichte hoch ☒ Brutvogel Bestand Luxemburg (RL 2019) 2.000–4.000c ☐ Rastvogel Bestandsschätzung SDF 2015 o.A.</p>\n<p class=\"lf-p\">Rote Liste Luxemburg (2019) V Erhaltungszustand in U1 Luxemburg Status im VSG 79 Die Weidenmeise besiedelt typischerweise feuchte Waldstandorte in Bach- und Flussniederungen, Moorlandschaften oder in submontanen Höhenstufen. Sie stellt hohe Ansprüche an den Lebensraum und benötigt Anteile von Alt- und Totholz, da sie ihre Nisthöhle selbst in morschem Stammholz – meist von Weichholzarten – anlegt. In Luxemburg ist die Weidenmeise oft eine Begleitart von Auwaldgesellschaften in Flussniederungen, doch auch das Ösling ist ein Verbreitungsschwerpunkt. Sie ist eine Indikatorart für strukturreiche, teils feuchte Waldgebiete mit Weichholzanteilen, wie sie auch für das Haselhuhn von zentraler Bedeutung sind.</p>\n<p class=\"lf-p\">Bei der Kartierung 2019 wurden 61 Reviere der Weidenmeise im Schutzgebiet nachgewiesen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Insgesamt ist eine hohe Revierdichte vorhanden, die sich durch den hohen Anteil feuchter Standorte im Umfeld der Waldbäche begründet. Auch Grenzstandorte zu Kahlschlagflächen waren durch die Art bevorzugt besiedelt. Verbreitungslücken bestehen vorwiegend in reinen Eichenniederwäldern, wo Altholzbestände fehlen. Aufgrund der geringen Dauer der Gesangsaktivität der Art ist von einer Untererfassung des Brutbestandes auszugehen, was in der Bestandsschätzung berücksichtigt wurde. Insgesamt ist die Habitatqualität als gut zu bewerten, mit Aufwertungspotenzial im Hinblick auf Alt- und Totholzanteile.</p>\n<p class=\"lf-p\">Beeinträchtigungen wurden nicht festgestellt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Population 2,0 % des Landesbestands B Habitatqualität Isolation Global Zustand der Lebensstätte: gut Nicht isoliert Keine Beeinträchtigungen B C B Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) 80 4.4. Arten des Schutzgebiets ohne Nachweise Einige Zielarten konnten im Betrachtungszeitraum nicht festgestellt werden. Auf eine Bewertung des Erhaltungszustands dieser Arten wird in allen Fällen verzichtet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Tabelle 4: Nicht mehr bestätigte Arten im Vogelschutzgebiet Code Wiss. Artname Dt. Artname Natura 2000 Erhaltungszustand A224 Caprimulgus europeaus Ziegenmelker Anh. I U2 A104 Tetrastes bonasia rhenana Westliches Haselhuhn Anh. I U2 Ziegenmelker Ein mögliches Brutvorkommen des Ziegenmelkers wurde 2019 gezielt untersucht. Bei mehreren Begehungen aller geeigneten Habitatflächen konnte die Art aber in keinem Fall nachgewiesen werden. Auch im Datenbestand der Jahre 2013–2019 ist kein einziger Artnachweis des Ziegenmelkers zu finden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Im Untersuchungsgebiet sind geeignete Bruthabitate in begrenztem Umfang vorhanden, vorwiegend auf heideartigen Freiflächen und Waldrändern. Da die Art generell Sandböden bevorzugt, ist insbesondere der westliche Gebietsteil mit seinen exponierten Höhenzügen potenzielles Habitat. Auch Windwürfe bzw. Kahlschlag-Sukzessionsflächen bieten mögliche Temporärhabitate.</p>\n<p class=\"lf-p\">In Bezug auf Rastvögel bieten zahlreiche Bereiche des VSG geeignete Bedingungen. Nachweise von rastenden und nicht balzenden Ziegenmelkern sind methodisch aufgrund der arttypischen Verhaltensweisen und Nachtaktivität aber nur schwer zu erbringen. Eine Dunkelziffer ist daher wahrscheinlich.</p>\n<p class=\"lf-p\">Der Ziegenmelker profitiert direkt von vorgeschlagenen Maßnahmen des Gebietsmanagements für weitere Zielarten des VSG sowie von den vorherrschenden Waldbewirtschaftungsformen. Die Aufwertung heideartiger Waldrandstrukturen und Förderung vegetationsarmer Freiflächen in exponierten Lagen sind hier zu nennen. Somit ist eine Wiederherstellung der Population des Ziegenmelkers durch Anwendung der Maßnahmen für weitere Zielarten synergetisch gegeben.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) 81 Haselhuhn Wie in 1.3 erläutert wurde im Vorfeld zu den Kartierarbeiten 2019 eine Detailstudie zum Bestand und zur Habitateignung für das Haselhuhn im Jahr 2018 durchgeführt (HANDSCHUH, 2018/1). Dabei wurden keine Hinweise auf ein noch bestehendes Artvorkommen vorgefunden, jedoch konnte der Autor auch nicht mit letzter Sicherheit ausschließen, dass ein kleines Reliktvorkommen noch überdauert hat. Eine solche Situation wurde jedoch als unwahrscheinlich bezeichnet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Im Rahmen der Kartierarbeiten 2019 wurde das Haselhuhn nicht erneut detailliert untersucht.</p>\n<p class=\"lf-p\">Dennoch wurden die noch geeigneten Habitatbereiche zum Zwecke des Nachweises anderer Zielarten aufgesucht. Dabei gelangen allerdings ebenfalls keine Artnachweise durch Zufallsbeobachtungen bzw.</p>\n<p class=\"lf-p\">Sekundärnachweise durch Funde von Trittsiegeln, Sandbadestellen, Federn oder Kot.</p>\n<p class=\"lf-p\">Im Datenbestand 2013–2017 liegen einige Meldungen der Art für das VSG vor. Teils gehen diese auf gezielte Erfassungen zurück. Die Datenqualität der Vorstudien und Zufallsbeobachtungen wurde aber bereits stark kritisiert (Handschuh, 2018/1), vor allem im Hinblick auf gesicherte und nachvollziehbare Dokumentation. Es wird seitens des Autors vermutet, dass viele vermeintliche Beobachtungen und akustische Nachweise auf Verwechslung mit anderen Arten beruhen und Funde von Kot und Trittsiegeln in allen Fällen nachweislich von anderen Arten stammen oder nicht sicher zuzuordnen sind. Gestützt wird dies auch durch Fundorte, die zum Teil in ungeeigneten Habitaten liegen. Es wird daher empfohlen, Daten nur dann zu berücksichtigen, wenn diese einen Standard für wissenschaftliche Dokumentationen erfüllen (Probennahme bei Kot/Federn mit gesichertem Fundort bzw. gesicherte Foto- oder Videobelege) und einer rigorosen Überprüfung standhalten. Laut Einschätzung des Autors wird dies für keinen der Nachweise in Luxemburg im Zeitraum 2013–2017 erfüllt. Diese Einschätzung wird auch in dieser Studie geteilt, so dass diese Daten insgesamt nicht berücksichtigt werden. Es steht zu vermuten, dass der luxemburgische Bestand wie auch die Bestände in umliegenden Regionen aufgrund einer unsicheren und teils ungenügenden Datengrundlage bereits seit Jahrzehnten überschätzt wurden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) 82 Der Status des Haselhuhns in der Region Kiischpelt ist daher aktuell unklar. Es ist zu vermuten, dass die Art bereits verschollen ist, jedoch kann ein isoliertes Reliktvorkommen auch heute nicht sicher ausgeschlossen werden. Sollte sich ein solches in Zukunft bewahrheiten, ist aufgrund der Populationsdynamik und geringen Lebenserwartung von T. b. rhenana unmittelbarer Handlungsbedarf gegeben (HANDSCHUH, 2018/2).</p>\n<p class=\"lf-p\">Solange das Westliche Haselhuhn jedoch nicht endgültig als erloschen gilt, bzw. im Hinblick auf eine mögliche Wiederansiedelung im ehemaligen Brutareal durch Erhaltungszucht, sollte die Art im Gebietsmanagement auch weiterhin berücksichtigt werden. Die Region Kiischpelt stellt in ganz Luxemburg wohl den letzten großen Refugialraum für die Art dar, der als Modellregion für die Wiederherstellung der Population dienen könnte (HANDSCHUH, 2018/2).</p>\n<p class=\"lf-p\">Da auch weitere Zielarten der FFH-Richtlinie bzw. EU-Vogelschutzrichtlinie von diesen störungsarmen Lebensräumen und den Waldformen direkt profitieren, ist eine Wiederherstellungsmaßnahme für das Haselhuhn auch synergetisch als Erhaltungs- bzw.</p>\n<p class=\"lf-p\">Entwicklungsmaßnahme für diese weiteren Arten zu werten.</p>\n<p class=\"lf-p\">Der teils beträchtliche Wiederherstellungsaufwand wurde ebenfalls bereits durch M.</p>\n<p class=\"lf-p\">HANDSCHUH ausgeführt: Kernhabitate zur Brut und Überwinterung müssen gesichert und aufgewertet werden. Nutzungsformen und Waldgestaltung sowohl im Niederwald wie auch im Hochwald müssen an die Lebensraumansprüche der Art angepasst werden, durch verbindliche Vorgaben und Weiterbildung von Waldbesitzern und Forstarbeitern. Dies betrifft sowohl die Baumartenzusammensetzung, Förderung und Stopp der Entnahme von Nahrungspflanzen wie Erle, Birke und Hasel bei Durchforstung, sowie Anpassung der forstlichen Pflegemaßnahmen. Vor allem deckungs- und unterwuchsreiche Brut- und Winterhabitate sind in großem Umfang bereitzustellen, natürliche Waldrandstrukturen mit dichten Gebüschen zu fördern. In weiten Teilen entspricht dies den Empfehlungen für weitere Zielarten des VSG. Für den Fall einer erfolgreichen Wiederbesiedelung ist in den Kernhabitaten der Faktor Prädation (z.B. durch Waschbär, Fuchs, Wildschwein) ebenfalls genauer zu untersuchen und ggf. sind weiterführende Maßnahmen zu definieren, da laut M. HANDSCHUH eine Einwirkung auf Ebene einer Lokalpopulation möglich ist.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) 83 Ein möglicher Zielkonflikt zeichnet sich aber ab im Hinblick auf die großangelegte Kahlschlagwirtschaft: Wie in HANDSCHUH, 2018/2 ausgeführt sind dadurch einschneidende Lebensraumveränderungen in kürzester Zeit zu erwarten, die als möglicherweise verheerend für das Haselhuhn bezeichnet werden. Einige Zielarten und typische Bewohner des Schutzgebiets mit guten Erhaltungszuständen sind aber direkt auf diese Habitate angewiesen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Im Rahmen dieser Studie stellten sich die Kahlschläge und das direkte Umfeld bei geeignetem Sukzessionsstand als wahre Hotspots für einige wertgebende Arten heraus (Neuntöter, Waldschnepfe, Turteltaube u.a.), die in diesen Habitaten sowohl in qualitativ hochwertiger Artzusammensetzung wie auch in hoher Dichte vorkamen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Seitens M.</p>\n<p class=\"lf-p\">Handschuh wurde zur Lösung dieses Konflikts eine verbindliche Größenbeschränkung für einzelne Kahlschlagflächen empfohlen, die mit der Neufassung des luxemburgischen Naturschutzgesetz 2018 bereits verbindlich umgesetzt wurden. Dies ist auch aus unserer Sicht sinnvoll, da auch flächenmäßig begrenzte Kahlschlagflächen die Funktion für die vorkommenden Zielarten erfüllen. Wichtig in allen Fällen ist aber, dass eine Naturverjüngung der Kahlschläge ohne gezielte Wiederbepflanzung durchgeführt wird, um in der Folge geeignete Habitate für das Haselhuhn und weitere Arten bereitzustellen. Zur gezielten Förderung dieser Bewirtschaftungsform und der damit verbundenen Nutzungsextensivierung sollten nach Möglichkeit auch staatliche Förderungsmechanismen zur Verfügung gestellt werden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) 84 4.5. Zusammenfassung Nachfolgend sind alle Zielarten mit ihrem Bestand und Erhaltungszustand im Zeitraum 2013– 2019 aufgelistet.</p>\n<p class=\"lf-p\">Tabelle 5: Zusammenstellung der Erhaltungszustände der Zielarten im Schutzgebiet (Pop = Zustand der Population, Hab. = Habitatqualität, Iso. = Isolation der Population) EUCode Wiss. Artname Dt. Artname Erhaltungszustand Natura 2000 RL LUX (2019) Bestand SDF 2015 Bestand 2013–2019 Pop.</p>\n<p class=\"lf-p\">Hab.</p>\n<p class=\"lf-p\">Iso.</p>\n<p class=\"lf-p\">Global A247 Alauda arvensis Feldlerche Art. 4 (2) 3 o.A.</p>\n<p class=\"lf-p\">0–1c D o.A. o.A. o.A.</p>\n<p class=\"lf-p\">A229 Alcedo atthis Eisvogel Anh. I V 1–2c 10–15c A A B A A256 Anthus trivialis Baumpieper V X 180–200c B A C B A215 Bubo bubo Uhu 3 2–3c 2–3c B B C B A224 Caprimulgus europaeus Ziegenmelker X (Brut) 0c (Brut) ? (Rast) o.A. o.A. o.A. o.A.</p>\n<p class=\"lf-p\">A365 Carduelis spinus Erlenzeisig o.A. ? ? o.A. o.A. o.A.</p>\n<p class=\"lf-p\">A030 Ciconia nigra Schwarzstorch 3 1–4i (Brut) 2–4i (Brut) B B C B A264 Cinclus cinclus Wasseramsel V X 18–21c B B B B A350 Corvus corax Kolkrabe V 1–5i (Brut) 3–5c (Brut) A A B A A212 Cuculus canorus Kuckuck 2 o.A.</p>\n<p class=\"lf-p\">12–15c B B C B A238 Dendrocopos medius Mittelspecht o.A.</p>\n<p class=\"lf-p\">120–140c B B C B A240 Dryobates minor Kleinspecht o.A.</p>\n<p class=\"lf-p\">30–40c B B C B A236 Dryocopus martius Schwarzspecht Anh. I 3–5c 23–30c A A C A A338 Lanius collurio Neuntöter Anh. I o.A.</p>\n<p class=\"lf-p\">30–40c B B C B A369 Loxia curvirostra Fichtenkreuzschnabel o.A. ? ? o.A. o.A. o.A.</p>\n<p class=\"lf-p\">A246 Lullula arborea Heidelerche o.A.</p>\n<p class=\"lf-p\">X (Rast) C C C C A654 Mergus merganser Gänsesäger 5–20i (Rast) 5–20i (Rast) B B B B A074 Milvus milvus Rotmilan B B C B A261 Motacilla cinerea Gebirgsstelze A337 Oriolus oriolus Pirol A327 Parus cristatus A326 A072 Anh. I Anh. I Anh. I 0 Anh. I V Anh. I 3 2 2–4c Anh. I 3 o.A. (Brutpaare), 2–4c (Revierpaare) A274 A140 X 40–50c B A B B o.A.</p>\n<p class=\"lf-p\">0–2c D o.A. o.A. o.A.</p>\n<p class=\"lf-p\">Haubenmeise X 150–250c B B C B Parus montanus Weidenmeise o.A.</p>\n<p class=\"lf-p\">75–100c B B C B Pernis apivorus Wespenbussard Anh. I 3–4c 7–8c B B C B Gartenrotschwanz Art. 4 (2) V o.A.</p>\n<p class=\"lf-p\">15–20c C B C C Waldlaubsänger Art. 4 (2) V X 110–130c B B C B X 25–50c A A B A Phoenicurus phoenicurus Phylloscopus sibilatrix 3 A155 Scolopax rusticola Waldschnepfe Art. 4 (2) A210 Streptopelia turtur Turteltaube Art. 4 (2) 2 8–12c 27–32c B A C A A104 Tetrastes bonasia rhenana Westliches Haselhuhn Anh. I 1 8–12c 0–?c o.A. o.A. o.A. o.A.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) 85 5. Bewertung 5.1. Bewertung der Brutvögel Das Schutzgebiet beherbergt acht (+1 weitere potenzielle) Brutvogelarten des Anhang I, fünf Brutvogelarten des Artikels 4(2) sowie zwölf weitere wertgebende Arten und weist folglich eine hohe Biodiversität auf.</p>\n<p class=\"lf-p\">Tabelle 6: Brutvogelarten und ihr Erhaltungszustand im Schutzgebiet Pop. = Zustand der Population, Hab. = Habitatqualität, Iso. = Isolation der Population Erhaltungszustand Hab. Iso. Global EU Code Wiss. Artname Dt. Artname Bestand 2013-19 Natura 2000 Pop.</p>\n<p class=\"lf-p\">A247 Alauda arvensis Feldlerche 0–1c Art. 4 (2) D o.A. o.A. o.A.</p>\n<p class=\"lf-p\">A229 Alcedo atthis Eisvogel 10–15c Anh. I A A B A A256 Anthus trivialis Baumpieper 180–200c B A C B A215 Bubo Uhu 2–3c Anh. I B B C B A224 Caprimulgus europaeus Ziegenmelker 0c Anh. I o.A. o.A. o.A. o.A.</p>\n<p class=\"lf-p\">A365 Carduelis spinus Erlenzeisig ? ? o.A. o.A. o.A.</p>\n<p class=\"lf-p\">A030 Ciconia nigra Schwarzstorch 2–4i B B C B A264 Cinclus cinclus Wasseramsel 18–21c B B B B A350 Corvus corax Kolkrabe 3–5c A A B A A212 Cuculus canorus Kuckuck 12–15c B B C B A238 Dendrocopos medius Mittelspecht 120–140c B B C B A240 Dryobates minor Kleinspecht 30–40c B B C B A236 Dryocopus martius Schwarzspecht 23–30c Anh. I A A C A A338 Lanius collurio Neuntöter 30–40c Anh. I B B C B A369 Loxia curvirostra Fichtenkreuzschnabel ? o.A. o.A. o.A.</p>\n<p class=\"lf-p\">A074 Milvus Rotmilan B B C B A261 Motacilla cinerea Gebirgsstelze 40–50c B A B B A337 Oriolus Pirol 0–2c D o.A. o.A. o.A.</p>\n<p class=\"lf-p\">A327 Parus cristatus Haubenmeise 150–250c B B C B A326 Parus montanus Weidenmeise 75–100c B B C B A072 Pernis apivorus Wespenbussard 7–8c Anh. I B B C B A274 Phoenicurus Gartenrotschwanz 15–20c Art. 4 (2) C B C C A140 Phylloscopus sibilatrix Waldlaubsänger 110–130c Art. 4 (2) B B C B A155 Scolopax rusticola Waldschnepfe 25–50c Art. 4 (2) A A B A A210 Streptopelia turtur Turteltaube 27–32c Art. 4 (2) B A C A A104 Tetrastes bonasia rhenana Westliches Haselhuhn 0-?c Anh. I o.A. o.A. o.A. o.A.</p>\n<p class=\"lf-p\">Anh. I Anh. I ?</p>\n<p class=\"lf-p\">2–4c (Brutpaare) 2–4c (Revierpaare) Anh. I Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) 86 Die Region Kiischpelt mit ihren ausgedehnten, störungsarmen und vielfältig strukturierten Waldlebensräumen ist für die Brutvogelfauna von hoher Bedeutung.</p>\n<p class=\"lf-p\">Das Mosaik von Eichen-Niederwäldern, Nadelwald und Hochwaldbereichen mit Altholzinseln wird durch zahlreiche Vogelarten besiedelt und stellt eine wichtige Lebensstätte für Großvögel, vor allem Rotmilan, Uhu, Schwarzstorch, Habicht und Wespenbussard dar. Die teils dichten und unterwuchsreichen Wälder mit zahlreichen Quellen und Bächen bilden einen für viele Arten wichtigen Refugialraum mit hohem Nahrungsangebot. Mehrere Spechtarten (Schwarz-, Mittel-, Kleinspecht) konnten mit teils national bedeutenden Populationen nachgewiesen werden. Zum Teil sind diese Habitate auch für Arten geeignet, die in Luxemburg nur punktuell oder unregelmäßig vorkommen. Im Untersuchungsjahr konnten Erlenzeisig und Fichtenkreuzschnabel als Brutvogel bzw. brutverdächtig dokumentiert werden. Ob diese Vorkommen als regelmäßig anzusehen oder nur auf temporäre Invasionsereignisse zurückzuführen sind muss aber offen bleiben.</p>\n<p class=\"lf-p\">Wo immer sich Freiflächen bieten, durch natürliche Bedingungen, Kahlschläge, Auflichtungen oder Windwürfe, findet sich eine hohe Dichte und große Biodiversität in der Brutvogelfauna.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die heideartige Sukzessionsvegetation auf naturverjüngten Kahlschlägen stellt eine wichtige Brutstätte und bedeutendes Nahrungshabitat für viele wertgebende Arten dar, die in teils hoher Dichte vorkommen, z.B. Neuntöter, Turteltaube, Baumpieper. Die Flächen dienen außerdem als Balzplätze für Waldschnepfen, die in national bedeutender Zahl auftreten.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die zahlreichen kleinen und größeren Fließgewässer werden durch eine hohe Dichte spezialisierter Arten besiedelt. Insbesondere Eisvogel, Wasseramsel und Gebirgsstelze sind trotz des vergleichsweise geringen Flächenanteils der Gewässer in beachtlicher Zahl im Schutzgebiet anzutreffen. Auch für den Gänsesäger bestehen vereinzelt potenzielle Brutmöglichkeiten.</p>\n<p class=\"lf-p\">Trotz geeigneter Habitatstrukturen konnten Ziegenmelker und Haselhuhn im Zeitraum 2013– 2019 nicht als Brutvogel im Schutzgebiet bestätigt werden. Für den Ziegenmelker liegen einige potenziell geeignete aber meist kleinräumige Habitatflächen im VSG, die allerdings rezent ohne Nachweis blieben. Das Haselhuhn wurde bereits im Vorfeld dieser Studie detailliert untersucht, da die Wälder der Region Kiischpelt als einer der letzten Rückzugsorte des Westlichen Haselhuhns in Luxemburg gelten. Die Ergebnisse der Studie (HANDSCHUH, 2018/1) deuten aber darauf hin, dass die Art bereits verschollen ist und die Bestandsangaben auf einer unsicheren Datengrundlage fundieren. Dennoch sollte die Art aufgrund der hohen Verantwortung Luxemburgs zum Arterhalt bzw. im Hinblick auf eine mögliche Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) 87 Wiederansiedelung im Gebietsmanagement weiterhin berücksichtigt werden. Die Region Kiischpelt sollte dabei den Status einer Modellregion für mögliche Wiederansiedelungen erhalten. Die nötigen Maßnahmen zur Habitataufwertung sind dabei meist synergetisch zu Erhaltungs- und Entwicklungszielen für andere wertgebende Arten.</p>\n<p class=\"lf-p\">Eine Verschneidung der einzelnen Lebensstätten zeigt, dass das gesamte Schutzgebiet flächendeckend durch Arten des Anhang I oder Artikel 4(2) zur Brut oder als Nahrungsfläche während der Brutzeit genutzt wird. Nachfolgend werden die für das Schutzgebiet charakteristischen Habitattypen einzeln betrachtet:</p>\n<p class=\"lf-p\">Wälder Der größte Teil des Schutzgebiets ist von geschlossenen Wäldern bedeckt. Diese bestehen wiederum überwiegend aus Laubwäldern verschiedener Ausprägung, zu etwa einem Drittel aber auch aus Nadelwald.</p>\n<p class=\"lf-p\">Einen bedeutenden Teil nehmen die Eichenniederwälder ein, die zum Teil im Umbau zu Hochwäldern sind.</p>\n<p class=\"lf-p\">Aufgrund der meist störungsarmen Lagen und großen zusammenhängenden Flächen waren diese historisch das Habitat des Haselhuhns in Luxemburg. Mit Nutzungsaufgabe und zunehmendem Alter der Eichen sind diese mittlerweile auch flächendeckend von Spechtarten wie dem Mittelspecht besiedelt. Der lichte Charakter speziell in Hanglagen macht diesen Lebensraum auch für Waldlaubsänger attraktiv.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Hochwälder mit Buchen und Eichen, in die oft Altholzbestände eingestreut sind, beherbergen eine große Vielfalt an Waldvogelarten und dienen als Brutstätten für Spechte wie Schwarz- und Kleinspecht. Zudem sind sie Horststandorte für zahlreiche Großvögel, welche die umliegenden Offenlandbereiche zur Nahrungssuche nutzen. Im Schutzgebiet finden sich wichtige Brutstandorte von Schwarzstorch, Rotmilan, Habicht, Kolkrabe und Wespenbussard. Die Horstbäume dieser Arten, sowie deren störungsarmes unmittelbares Umfeld sind unbedingt zu erhalten. Eine weitere Förderung der nachhaltigen Waldbewirtschaftung mit dem Erhalt wertgebender Biotopbäume und dem Nutzungsverzicht bei Alt- und Totholzbäumen, insbesondere auch im Bereich der Hochwälder, ist im Hinblick auf die festgestellten Dichten der Spechte unbedingt zu empfehlen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die innerhalb der bewaldeten Regionen vorhandenen natürlichen und anthropogenen Felsstrukturen (natürliche Felsformationen, Steilhänge, aktive und ehemalige Steinbrüche) dienen als Brutstätte des Uhus. Dieser nutzt die weitläufigen, störungsarmen Wälder und umliegende Offenlandflächen zur Nahrungssuche.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) 88 Die Nadelwälder und insbesondere deren Randstrukturen und Übergangsbereiche zu anderen Waldformen stellen wichtige Habitate für eine Vielzahl von Arten dar. Vor allem Kleinvögel treten hier in großer Zahl auf, darunter Hauben- und Weidenmeisen. Im Untersuchungsjahr 2019 konnten hier auch mehrere Reviere des Erlenzeisigs und des Fichtenkreuzschnabels vorgefunden werden, für die in beiden Fällen keine regelmäßigen Vermehrungsvorkommen in Luxemburg bekannt sind.</p>\n<p class=\"lf-p\">Lichtungen, Kahlschläge und Heideflächen am Waldrand:</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Offenland-Biotopflächen innerhalb des Vogelschutzgebiets sind zu einem beträchtlichen Teil durch Freiflächen im Waldesinneren bzw. angrenzend zu Waldrändern ausgeprägt. Ein Faktor ist dabei die Bodenbeschaffenheit des Schutzgebiets, da durch flachgründige natürliche Formationen oder sandige Bereiche zum Teil eine karge, heideartige Vegetation bedingt ist, vor allem an exponierten Standorten wie Kuppen auf Höhenlagen. Anderenorts entstehen ähnliche Habitate auch durch Windwürfe und Kahlschläge, die mitunter sehr ausgedehnt sind.</p>\n<p class=\"lf-p\">Durch Naturverjüngung und aufkommende Sukzessionsvegetation sind diese Flächen sehr dynamische Lebensräume, die zudem in unmittelbarer Nachbarschaft in mehreren Stadien vorliegen können und jeweils ein unterschiedliches und vielfältiges Artenspektrum beherbergen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Im jungen Zustand als Blößen mit erster aufkommender Vegetation dienen die Flächen als Brutstätte für Baumpieper, später mit Aufkommen von Ginstergebüschen auch als Lebensraum für Neuntöter und schließlich Turteltaube. Daneben kommen in allen Stadien auch zahlreiche Begleitarten mit ungünstigem nationalem Erhaltungszustand in teils sehr hohen lokalen Dichten vor: Dorn- und Klappergrasmücke, Goldammer und Bluthänfling sind hier primär zu nennen. Letztere brüten z.T. kolonieartig in Jungwuchsflächen mit Nadelbäumen und Gebüschen. In beachtlichem Maße existieren vergleichbare Lebensräume auch an den Waldrändern des Schutzgebietes.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die großen Freiflächen und Kahlschläge im Inneren der Wälder sind auch bedeutende Nahrungsräume für Großvögel wie den Wespenbussard sowie Balzplätze für die Waldschnepfe und sind offenbar von großer Bedeutung für deren hohe Lokalpopulationen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Insgesamt stellen die Kahlschläge bei nachfolgender natürlicher Sukzession für viele Arten wichtige Habitatstrukturen dar und sollten im Gebietsmanagement auch in Zukunft zwingend berücksichtigt werden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) 89 Fließgewässer Die Gewässerlebensräume und umliegenden Auen entlang der drei Flusstäler von Sauer, Wiltz und Clerve sowie zufließender Bachläufe bieten Habitate für hochgradig spezialisierte Brutvogelarten wie Eisvogel, Wasseramsel und Gebirgsstelze, die trotz des relativ geringen Flächenanteils der Gewässerhabitate in beachtlichen Dichten auftreten.</p>\n<p class=\"lf-p\">Das Nahrungsangebot scheint dabei das Brutplatzangebot zu übersteigen: Speziell Wasseramseln und Gebirgsstelzen sind überall dort besonders häufig, wo anthropogene Strukturen mit Brutmöglichkeiten bestehen, der Eisvogel überall dort, wo Uferabbrüche vorgefunden wurden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Auch andere Brutvogelarten suchen gezielt die Nähe zu Gewässerlebensräumen, wie z.B. der Schwarzstorch, Mittel-, Kleinspecht und die Weidenmeise, welche die Auen bzw. uferbegleitende Gehölze nutzen. Durch die Vielfalt von Bächen im Waldesinneren werden diese Habitate zusätzlich bereichert: Zahlreiche häufige und mittelhäufige Brutvogelarten nutzen das Gewässerumfeld zur Nahrungssuche, zudem bilden sich feuchte Waldgesellschaften mit dichtem Unterwuchs in Bachtälern, die wiederum störungsarme Rückzugsräume und Brutstätten bieten. Die hohe Dichte des Kleinspechts im Gebiet geht auf einen hohen Anteil von Weichholzarten in diesen Lebensräumen zurück.</p>\n<p class=\"lf-p\">In sehr geringem Maß existieren im Tal der Sauer auch feuchte Pflanzengesellschaften mit Hochstaudenfluren, die lokal an die Ufer anschließen. Im Untersuchungsjahr wurden in diesen Habitaten auch der Neuntöter sowie weitere wertgebende Arten mit ungünstigem nationalem Erhaltungszustand festgestellt, z.B. Sumpfrohrsänger.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) 90 5.2. Bewertung der Rastvögel Für das Schutzgebiet ist insgesamt eine geringe bis mittlere Bedeutung für rastende und überwinternde Vögel festzustellen. Eine erhöhte Bedeutung besteht als regelmäßig genutztes Überwinterungsgebiet der Waldschnepfe und des Gänsesägers. Sowohl die Auen im Einzugsbereich der Bäche und Flüsse wie auch die heideartigen Freiflächen mit karger Vegetation dienen zudem als temporäre Rasthabitate für kurzzeitig anwesende Vögel der offenen Landschaft.</p>\n<p class=\"lf-p\">Tabelle 7: Rastvogelarten und ihr Erhaltungszustand im Schutzgebiet (r: regelmäßige, ur: unregelmäßige Rast).</p>\n<p class=\"lf-p\">EU Code Wiss. Artname Dt. Artname A256 Anthus trivialis A338 Auftreten im VSG r/ur Rastzahlen Baumpieper r hoch Lanius collurio Neuntöter r X A246 Lullula arborea Heidelerche r X A654 Mergus merganser Gänsesäger r mittel A074 Milvus milvus Rotmilan r einzelne Ind.</p>\n<p class=\"lf-p\">A261 Motacilla cinerea Gebirgsstelze r A337 Oriolus oriolus Pirol A072 Pernis apivorus A274 Natura 2000 Erhaltungszustand Pop Hab Iso Global B A C B Anh. I B B C B Anh. I C C C C B B B B B B C B gering B B B B r X D o.A. o.A. o.A.</p>\n<p class=\"lf-p\">Wespenbussard r einzelne Ind.</p>\n<p class=\"lf-p\">Anh. I C B C C Phoenicurus phoenicurus Gartenrotschwanz r X Art. 4 (2) B B C B A140 Phylloscopus sibilatrix Waldlaubsänger r X Art. 4 (2) C B C C A155 Scolopax rusticola Waldschnepfe r X Art. 4 (2) A A B A A210 Streptopelia turtur Turteltaube r gering Art. 4 (2) B B C B Anh. I Pop. = Zustand der Population, Hab. = Habitatqualität, Iso. = Isolation der Population Insgesamt ist die Datenlage für viele Arten aber nur unzureichend, da systematische Erfassungen des Rastbestands aufgrund der Biotopstruktur des VSG methodisch schwierig sind und bislang nicht durchgeführt wurden. Die folgende Bewertung stützt sich daher auf eine allgemeine Einschätzung der Habitattypen und deren Funktion, sowie die Zufallsbeobachtungen während der Kartierungen bzw. im vorhandenen Datenbestand.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) 91 Die unterschiedlichen Lebensraumtypen unterscheiden sich dabei in ihrem Artenspektrum:</p>\n<p class=\"lf-p\">Wälder Die Kernbereiche der Wälder spielen für rastende Vögel eine eher untergeordnete Rolle.</p>\n<p class=\"lf-p\">Generell konzentriert sich das Aufkommen rastender Vögel an Rand- oder Übergangsbereichen von Waldformen. Die störungsarmen Zonen im Waldesinneren erfüllen jedoch eine wichtige Funktion als Schlafplatz für Großvögel während der Zugbewegungen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Weiterhin sind für einige spezialisierte Waldarten auch Rastbestände anzunehmen (z.B.</p>\n<p class=\"lf-p\">Waldlaubsänger), es fehlen zur Nutzungsintensität aber konkrete Daten. Da das Gebiet brutzeitlich eine hohe Habitateignung für die Waldschnepfe zeigte, erscheint eine regelmäßige Rast bzw. Überwinterung in ebenso bedeutender Zahl ebenfalls wahrscheinlich.</p>\n<p class=\"lf-p\">Für die Art liegen im Datenbestand auch mehrere Zufallsnachweise aus den Wintermonaten vor, die dies stützen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Waldränder sind im Allgemeinen stark frequentierte Rasthabitate. Zur Zugzeit im Frühjahr konnten an vielen Stellen rastende Trupps von Kleinvögeln verschiedener Arten beobachtet werden (Finken, Drosseln, u.a.). Dabei handelte es sich meist um häufige bzw. sehr häufige Arten, doch auch Baumpieper und Gartenrotschwänze traten speziell hier in größerer Zahl als Rastvögel auf. Auch das Umfeld von Waldbächen wurde verstärkt genutzt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Lichtungen, Kahlschläge und Heideflächen Die aufgelichteten Bereiche im Waldesinneren und entlang der Waldränder bieten mit ihrer meist schütteren Vegetation und der durch Sukzession aufwachsenden Gebüschlandschaft sowohl gute Nahrungshabitate wie auch ausreichend Unterschlupfmöglichkeiten für rastende Zugvögel. Vor allem Kleinvögel profitieren davon, wie z.B. Neuntöter und Heidelerche, doch auch Greifvogelarten nutzen diese meist exponierten Punkte mit Übersicht als Rastplätze auf dem Zug. Während der Kartierarbeiten wurden z.B. Wespenbussarde und Rohrweihen an Kahlschlagsbereichen rastend beobachtet. Auch viele häufige Brutvogelarten dieser Habitate sind auf dem Zug auf vergleichbare Rastplätze angewiesen, so dass auch für diese Arten eine Funktion besteht.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) 92 Fließgewässer und Auen Die im Gebiet vorkommenden Fließgewässerstrecken und angrenzende Auenbereiche bieten einigen spezialisierten Arten eine wichtige Rastgelegenheit auf ihren Zügen. Trotz der geringen Flächengröße stellen diese Habitate wichtige Trittsteinbiotope auf den Zugbewegungen dieser Arten dar, die unbedingt zu erhalten sind.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die Bäche und Flüsse werden außerhalb der Brutzeit von Eisvogel, Wasseramsel und Gebirgsstelze ganzjährig genutzt. Als schnellfließende Gewässer sind diese auch in den Wintermonaten lange eisfrei und erfüllen eine wichtige Funktion als Nahrungshabitat für diese Jahresvögel. Ein regelmäßiges Wintervorkommen besteht auch für den Gänsesäger, der vor allem auf breiteren Flüssen der südlichen Gebietshälfte in teils beachtlicher Zahl vorkommt.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) 93 5.3. Zusammenfassende Bewertung der Avifauna Das Schutzgebiet „Région du Kiischpelt“ dient zahlreichen Brutvögeln, Nahrungsgästen, Rastbzw. Wintervögeln als Habitat. Ihre Lebensstätten (Fortpflanzungs- und Nahrungshabitate) erstrecken sich über das gesamte Schutzgebiet, es konnten keine räumlichen Bereiche oder Biotoptypen ohne relevante Funktion für wertgebende Arten festgestellt werden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die ausgedehnten Waldbereiche mit ihrem historisch bedingten hohen Niederwaldanteil stellen ein bedeutendes, meist störungsarmes Brutgebiet dar. Die sehr großen, zusammenhängenden Waldgebiete sind ein national herausragendes Habitat für eine Vielzahl von wertgebenden Arten mit teils speziellen Lebensraumansprüchen, wie z.B. die Waldschnepfe und mehrere Spechtarten. Durch den hohen Anteil kleinerer Fließgewässer, die Geländetopografie und Bodenbeschaffenheit finden sich vielfältige Strukturelemente in den Wäldern, die z.B. als natürliche Brutstätten für den Uhu von großer Bedeutung sind. Die Wälder beherbergen zudem eine bedeutende Zahl an Brutstätten von Großvogelarten, insbesondere Rotmilan, Habicht und Wespenbussard. Auch der Schwarzstorch brütet im Schutzgebiet. Ein ehemaliges Brutvorkommen des weltweit akut vom Aussterben bedrohten Westlichen Haselhuhns (ssp. rhenana) ist nach aktuellem Kenntnisstand erloschen, jedoch ist die Habitateignung für diese Art in einigen Teilbereichen noch vorhanden. Eine Berücksichtigung im Gebietsmanagement als nationale Modellregion wird daher auch weiterhin angeraten, im Hinblick auf möglicherweise übersehene Reliktvorkommen bzw. auf mögliche Wiederansiedelungsversuche.</p>\n<p class=\"lf-p\">Neben den an exponierten Stellen natürlich vorkommenden, heideartigen Silikatmagerrasen sorgen auch die Waldbewirtschaftungsformen mit Kahlschlägen für ein großes Angebot an Freiflächen. Sofern die so entstehenden Blößen durch Naturverjüngung und damit einhergehende Sukzessionsvegetation mit Ginsterheiden, Jungwuchsflächen und Dickungen in Hochwald überführt werden, dienen die Kahlschläge als wichtiger temporärer Lebensraum für Arten der halboffenen bzw. reich strukturierten Offenlandschaft. Bedeutende Lokalpopulationen wurden hier für Neuntöter, Turteltaube und Baumpieper registriert.</p>\n<p class=\"lf-p\">Innerhalb der Wälder wird für die Avifauna ein umfassendes Gebietsmanagement vorgeschlagen, das naturschutzfachliche Zielkonflikte minimiert und allen bedeutenden Brutvogelarten sowie den besonderen Anforderungen des Westlichen Haselhuhns Rechnung Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) 94 trägt. Die Zielvorstellung ist eine ausgewogene Balance von naturnaher Waldwirtschaft mit Altholzanteil in den Hochwäldern, Niederwaldwirtschaft mit Förderung von dichtem Unterwuchs und deckungsreichen Waldrändern und -kanten für das Haselhuhn und Kahlschlägen mit Naturverjüngung jeweils in mosaikartigen Teilbereichen des Schutzgebiets.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die in das VSG eingestreuten, schnellfließenden Bäche und Flüsse mit ihrer umgebenden Vegetationsstruktur und angrenzenden Auwiesen bietet einigen spezialisierten Brutvögeln ein wichtiges Habitat. Die regelmäßigen und national bedeutenden Brutvorkommen von Eisvogel, Wasseramsel und Gebirgsstelze sind hier aufzuführen. Auch der Schwarzstorch ist regelmäßiger Nahrungsgast zur Brutzeit. Die flächenmäßig kleinen Trittsteinbiotope erfüllen eine wichtige Funktion für eine Vielzahl an Vogelarten bei Zug und Rast. Der Gänsesäger ist z.B. regelmäßiger Wintergast an den großen Fließgewässern.</p>\n<p class=\"lf-p\">5.4. Bewertung der Erhaltungsziele des Schutzgebiets Die folgenden Schutzziele sind für das Vogelschutzgebiet vorgesehen bzw. werden vorgeschlagen:</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">a)</span>Sicherung eines günstigen Erhaltungszustands bzw. Wiederherstellung der Population des Haselhuhns (Tetrastes bonasia): Erhalt und Verbesserung des gebüschreichen Unterwuchses, von Niederwald und Wäldern verschiedener Altersklassen; Erhalt und Verbesserung des innerforstlichen Landschaftsmosaik;</div>\n<p class=\"lf-p\">Schutz von Sträuchern und Gebüschen in Neuanpflanzungen und entlang der Waldwege.</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">b)</span>Sicherung eines günstigen Erhaltungszustands der Population des Schwarzstorchs (Ciconia nigra): Erhalt und Wiederherstellung der Nahrungsgebiete, insbesondere der Wasserläufe, Tallagen und anderer feuchter Lebensräume; Erhalt und Aufwertung der Brutstätten, vor allem Laubwälder und Erhalt von Brutbäumen mit Nestern des Schwarzstorchs: Erhalt bzw. lokale Aufwertung von Waldhabitaten und Sicherstellung einer Waldschutzzone im Umkreis von 50 Meter um den Horst; Erhalt bzw. Aufwertung der Gewässerqualität sowie der Strukturen entlang von Fließgewässern und in feuchten Tallagen; Minimierung von Störungen Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) 95 im unmittelbaren Umfeld von 300 Meter um die Brutstätten und Nahrungshabitate zur Brutzeit.</div>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">c)</span>Sicherung eines günstigen Erhaltungszustands der Population des Wespenbussards (Pernis apivorus): Erhalt und Aufwertung der reich strukturierten Waldränder; Erhalt und Aufwertung von Brutgebieten und Erhalt von Horstbäumen; Minimierung von Störungen zur Brutzeit im unmittelbaren Horstumfeld; Erhalt und Aufwertung der Nahrungsgebiete, insbesondere der offenen bzw. halboffenen Lebensräume im Waldesinneren wie Windwürfen, Lichtungen und sehr lichten Waldbeständen; extensive Bewirtschaftung von ungemähten oder sehr spät gemähten Wiesenflächen.</div>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">d)</span>Sicherung eines günstigen Erhaltungszustands bzw. Wiederherstellung der Populationen der Arten der halboffenen Landschaft, verschiedener Sukzessionsstadien der Blößen und der sehr lichten Waldformen, darunter Baumpieper (Anthus trivialis): Erhalt von Bäumen mit großen Stammdurchmessern und abgestorbenem Wurzelwerk, vor allem am Waldrand und in lichten Laubwäldern; Erhalt und Entwicklung von reich strukturierten Trockenrasen und Magerrasen.</div>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">e)</span>Sicherung bzw. Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustands der Population der Turteltaube (Streptopelia turtur): Erhalt und Wiederherstellung von Waldrändern, Hainen, Lichtwäldern, Auwäldern, Ufergehölzen und halboffenen Landschaften, vor allem in feuchtem Umfeld; horizontale und vertikale Umstrukturierung von Waldrändern und Gehölzstreifen;</div>\n<p class=\"lf-p\">Erhalt von Auen mit unterschiedlich strukturierten krautigen, buschigen und bewaldeten Schichten.</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">f)</span>Sicherung eines günstigen Erhaltungszustands der Populationen von Habicht (Accipiter gentilis), Uhu (Bubo bubo) und Kolkraben (Corvus corax): Erhalt, Entwicklung bzw.</div>\n<p class=\"lf-p\">Wiederherstellung von Brutgebieten und Schutz von Felsstrukturen oder Bäumen mit Nistplätzen; Minimierung von Störungen in der Brutzeit im unmittelbaren Umfeld der Brutstätten.</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">g)</span>Sicherung eines günstigen Erhaltungszustands bzw. Wiederherstellung der Population des Schwarzspechts (Dryocopus martius): Erhalt von Bäumen mit Spechthöhlen; Erhalt von Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) 96 Bäumen mit großem Stammdurchmesser und stehenden Totholzbäumen in Laubwäldern, vor allem Buchenwäldern; Schutz von Vermehrungsstätten der Roten Waldameise.</div>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">h)</span>Sicherung eines günstigen Erhaltungszustands bzw. Wiederherstellung der Population des Waldlaubsängers (Phylloscopus sibilatrix): Erhalt des Flächenanteils der gemischten Laubhochwälder mit lichtem Unterwuchs in Strauch- und Krautschicht, vor allem in Hanglagen; Erhalt und Ausweitung des Waldmosaiks mit verschiedenen Altersstadien und Altholzinseln.</div>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">i)</span>Sicherung eines günstigen Erhaltungszustands bzw. Wiederherstellung der Population der Waldschnepfe (Scolopax rusticola):</div>\n<p class=\"lf-p\">Erhalt bzw.</p>\n<p class=\"lf-p\">Aufwertung der Brut- und Überwinterungsgebiete; Erhalt der Flächenausdehnung von Waldrändern, Lichtungen und Lichtwäldern sowie der Landschaftsmosaiks im Waldesinneren.</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">j)</span>Wiederherstellung der Population des Ziegenmelkers (Caprimulgus europaeus): Erhalt bzw.</div>\n<p class=\"lf-p\">Aufwertung geeigneter Habitatbereiche, vor allem Heideflächen, Lichtungen, reich strukturierte Waldränder und sehr lichte Wälder; Minimierung von Störungen in der Brutzeit im Umfeld der Brutstätten.</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">k)</span>Sicherung eines günstigen Erhaltungszustands der Populationen der Vögel der Fließgewässer, darunter Eisvogel (Alcedo atthis), Wasseramsel (Cinclus cinclus) und Gebirgsstelze (Motacilla cinerea): Erhalt und Verbesserung der Wasserqualität und Struktur der Fließgewässer; Erhalt und Verbesserung des Angebots an Brutplätzen.</div>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">l)</span>Erhalt bzw. Wiederherstellung der Populationen der Vögel der Fließgewässer, insbesondere des Gänsesägers: Erhalt und Verbesserung der Nahrungsflächen in Überwinterungsgebieten, vor allem der Fließgewässer; Erhalt und Verbesserung der Wasserqualität.</div>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">m)</span>Sicherung eines günstigen Erhaltungszustands der Population der Haubenmeise (Parus cristatus): Verbesserung der Strukturvielfalt in Nadelwäldern durch Begünstigung von LaubNadel-Mischwäldern und Erhalt von Bäumen mit großen Stammdurchmessern oder in fortgeschrittenen Altersstadien in diesen Bereichen.</div>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">n)</span>Sicherung eines günstigen Erhaltungszustands der Niederwälder und Wiedereinführung der Niederwaldpflege; Erarbeitung eines Managementplans zur mehrjährigen Pflege der Niederwälder.</div>\n<p class=\"lf-p\">Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) 97</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">o)</span>Erhaltung und Verbesserung der Wasserqualität, der Struktur der Wasserläufe und der Hochwasserzonen;</div>\n<p class=\"lf-p\">Wiederherstellung der Überschwemmungszonen und ihrer Hydromorphologie; Erweiterung der Grasschutzstreifen entlang der Wasserläufe.</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">p)</span>Sicherung eines günstigen Erhaltungszustands, Wiederherstellung und Ausweitung der Fläche der Auwälder.</div>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">q)</span>Sicherung eines günstigen Erhaltungszustands und Verbesserung der Strukturvielfalt der Waldränder, Lichtungen und Lichtwälder; Wiederherstellung von Heideflächen.</div>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">r)</span>Sicherung eines günstigen Erhaltungszustands und Wiederherstellung der verschiedenen Typen von Laubwäldern mit Erhalt von Altholz mit großen Stammdurchmessern oder in fortgeschrittenen Altersstadien.</div>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">s)</span>Sicherung eines günstigen Erhaltungszustands und Wiederherstellung der verschiedenen freistehenden Felsformationen als Brutstätten für Brutvögel von Steilhängen und Klippen.</div>\n<p class=\"lf-p\">Aufgrund der vorgeschlagenen Aufnahme weiterer Zielarten des Schutzgebiets (Mittelspecht, Neuntöter) werden folgende zusätzlichen Erhaltungsziele vorgeschlagen:</p>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">t)</span>Sicherung eines günstigen Erhaltungszustands bzw. Wiederherstellung der Population des Mittelspechts (Dendrocopos medius): Erhalt und Anlegen von strukturreichen Waldgebieten, vor allem Eichenwäldern; Erhalt von Bäumen mit Spechthöhlen; Bäumen mit großem Stammdurchmesser und Biotopbäumen mit Höhlenbildungen, sowie stehendem Totholz in Laubwäldern.</div>\n<div class=\"lf-abs\"><span class=\"lf-abs-num\">u)</span>Sicherung eines günstigen Erhaltungszustands bzw. Wiederherstellung der Population des Neuntöters (Lanius collurio): Erhalt und Aufwertung der Brut- und Jagdgebiete, vor allem der strukturierten Offenlandflächen, Heideflächen und der strukturierten Waldränder mit Gebüschen, Heckenreihen, Feldgehölzen und Einzelbäumen.</div>\n<p class=\"lf-p\">Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) 98 5.5. Bewertung der Gebietsabgrenzung Die festgelegten Grenzen sind aus ornithologisch-fachlichen Gesichtspunkten und im Sinne der Vogelschutzrichtlinie für die festgestellten Brut- und Rastvogelarten überwiegend gerechtfertigt. Zahlreiche Arten mit landesweiter und europaweiter Bedeutung sind in erhöhter Dichte im Schutzgebiet vorzufinden. Die Lebensstätten dieser wertgebenden Arten erstrecken sich flächendeckend über das gesamte Schutzgebiet, es wurden keine Bereiche ohne Funktion als Lebensstätte für Zielarten des Schutzgebiets vorgefunden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Das Schutzgebiet stellt naturräumlich gesehen eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete des Großherzogtums dar und bildet auch überregional einen wichtigen Verbindungskorridor zwischen den belgischen Ardennen und dem Rheinischen Schiefergebirge auf deutscher Seite, der für eine Vielzahl spezialisierten Brutvogelarten von zentraler Bedeutung ist.</p>\n<p class=\"lf-p\">Die aktuelle Grenzziehung beinhaltet alle wichtigen Kernzonen der Nutzung (Brutstätten, Nahrungs- und bevorzugte Rastflächen) für die meisten primären wertgebenden Arten. In drei Fällen wurden aber weitere Vorkommen unmittelbar außerhalb des VSG erfasst.</p>\n<p class=\"lf-p\">Aufgrund der randlichen Vorkommen von Brutstätten von Arten des Anhangs I der Vogelschutzrichtlinie (Uhu, Rotmilan bzw. Eisvogel) direkt außerhalb der aktuellen Grenzziehung wird eine Erweiterung der Grenzziehung um diese Bereiche aus naturschutzfachlicher Sicht zum jeweils vollumfänglichen Schutz der Lokalpopulationen empfohlen.</p>\n<p class=\"lf-p\">Im Folgenden werden die betroffenen Teilbereiche vorgestellt und erläutert.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) 99 Für den Uhu befindet sich ein bekannter Brutplatz nördlich Erpeldange unmittelbar angrenzend zum VSG, der allerdings aktuell nicht integriert ist. In dessen Umfeld liegt auch ein Revierzentrum des Rotmilans, für den ein Brutvorkommen im Hangbereich nördlich Erpeldange festgestellt wurde, siehe Abbildung 9.</p>\n<p class=\"lf-p\">Abbildung 9: Vorgeschlagener Erweiterungsbereich am südöstlichen Rand des VSG nördlich von Erpeldange mit Brutvorkommen von Uhu und Rotmilan.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) 100 Hinsichtlich des Rotmilans konnte ein weiteres Revier randlich, außerhalb des VSG in Waldbereichen zwischen Consthum und Hosingen festgestellt werden. Ein Horststandort war dort 2019 von einem Brutpaar besetzt, in mehreren kleineren Waldbereichen bzw.</p>\n<p class=\"lf-p\">Gehölzstrukturen im Offenland wurden Wechsel- bzw. Althorste festgestellt. Eine Erweiterung des VSG um diese Kernzonen des Reviers ist aus gutachterlicher Sicht zu empfehlen, siehe Abbildung 10: Vorgeschlagener Erweiterungsbereich am östlichen Rand des VSG zwischen Consthum und Hosingen. Die kleinen, vorgelagerten Waldbereiche wurden durch den Rotmilan als Brutstätten genutzt (inkl. Wechselhorsten).</p>\n<p class=\"lf-p\">Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) 101 Für den Eisvogel wurde ein Konzentrationsbereich von Brutvorkommen entlang des Laufs des Himmelbaachs bzw. Kirel zwischen Wiltz und Merkholtz festgestellt, wo ein hohes Angebot an natürlichen Uferabbrüchen besteht. Diese Lokalität liegt nach aktueller Grenzziehung aber in Teilen außerhalb des VSG. Durch eine vollständige Aufnahme des Gewässers sowie der umliegenden Auwiesen könnte dieses Dichtezentrum wirkungsvoll geschützt werden und zudem könnten so zwei aktuell getrennte Teilbereiche des VSG verbunden werden.</p>\n<p class=\"lf-p\">Abbildung 11: Vorgeschlagener Erweiterungsbereich am Himmelbaach nordwestlich Merkholtz. Verbreitungsschwerpunkt des Eisvogels.</p>\n<p class=\"lf-p\">Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) 102 Literatur BAUER H.-G. &amp; P. BERTHOLD (1996): Die Brutvögel Mitteleuropas. Bestand und Gefährdung.</p>\n<p class=\"lf-p\">Wiesbaden BUNDESAMT FÜR NATURSCHUTZ – BFN (2016): Fachinformationssystem FFH-VP-Info des BfN:</p>\n<p class=\"lf-p\">Raumbedarf und Aktionsräume von Arten BIVER G., LORGE P., CONZEMIUS T. &amp; J. WEISS (2010): Identification des zones d’intérêt ornithologique au Luxembourg. Regulus Wissenschaftliche Berichte Nr. 25 EEA (2019): Implementation on article 12 of birds directive (reporting period 2013-2018), reported 2019-10-02, European Environment Agency, Onlineressource (http://cdr.eionet.europa.eu/lu/eu/art12/envxzrxpw/) HANDSCHUH, M. (2018/1): Possible extinction of the globally threatened Western Hazel Grouse Tetrastes bonasia rhenana in Luxemburg, Regulus Wissenschaftliche Berichte Nr. 33, p. 1–17 HANDSCHUH, M. (2018/2): Western Hazel Grouse Tetrastes bonasia rhenana in Luxembourg:</p>\n<p class=\"lf-p\">Understanding its demise and restoration measures required, Regulus Wissenschaftliche Berichte Nr. 33, p. 18–35 HANDSCHUH, M. &amp; DIETZEN, C. (2019): Status und Schutzbedarf des Westlichen Haselhuhns in Deutschland in POLLICHIA Sonderveröffentlichung Nr. 26, Neustadt/Weinstraße.</p>\n<p class=\"lf-p\">LORGÉ P., MELCHIOR, E. (2020): The Birds of Luxemburg. Hrsg: natur&amp;ëmwelt asbl LORGÉ P., REDEL C., KIRSCH E., KIEFFER K. (2019): Die Rote Liste der Brutvögel Luxemburgs – 2019 MDDI (2015): Natura 2000 – Standard data form LU0002013, Onlineressource (https://environnement.public.lu/damassets/documents/natur/natura2000/Site_LU0002013.pdf) MDDI (2018):</p>\n<p class=\"lf-p\">Plan de Gestion Natura 2000 «Kiischpelt», Onlineressource (https://environnement.public.lu/dam-assets/documents/natur/natura2000/LU0001006LU0001008-LU0002013.pdf) SCHREIBER, A. (2018): Die Unterart rhenana des Haselhuhns Tetrastes bonasia: Taxonomie und Schutzbedarf, Charadrius 54 (2-3): 66–94 Ornithologisches Gutachten zum Vogelschutzgebiet „Région du Kiischpelt“ (LU0002013) 103 SLUIS, T. VAN DER, M. VAN EUPEN, R.C. VAN APELDOORN, A.G.M. SCHOTMAN (2012): Luxembourg and the Birds Directive; analysis of necessity and identification of new SPAs. Wageningen, Alterra, Alterra Report 2340 SÜDBECK P, ANDRETZKE H., FISCHER S., GEDEON K., SCHIKORE T., SCHRÖDER K. &amp; C. SUDFELDT (2005):</p>\n<p class=\"lf-p\">Methodenstandards zur Erfassung der Brutvögel Deutschlands. Radolfzell Weitere Quellen Lufbildquellen: Orthophotos 2019 © Origine Cadastre (wsinspire.geoprtail.lu): Droits réservés à l’Etat du Grand-Duché de Luxembourg (2022)</p></div>", "next": 0}