RIS Dokument GerichtBVwG Entscheidungsdatum20.01.2017 GeschäftszahlW111 2106201-1 SpruchW111 2106201-1/17E IM NAMEN DER REPUBLIK! Das Bundesverwaltungsgericht hat durch den Richter Mag. Dr. Dajani, LL.M., als Einzelrichter über die Beschwerde von XXXX, geb. XXXX, StA. Russische Föderation, vertreten durch die XXXX, gegen den Bescheid des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl vom 24.03.2015, Zl. 1019916005-14660477, zu Recht erkannt:Das Bundesverwaltungsgericht hat durch den Richter Mag. Dr. Dajani, LL.M., als Einzelrichter über die Beschwerde von römisch 40 , geb. römisch 40 , StA. Russische Föderation, vertreten durch die römisch 40 , gegen den Bescheid des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl vom 24.03.2015, Zl. 1019916005-14660477, zu Recht erkannt: A) I. Die Beschwerde wird gemäß § 3 Abs. 1, § 8 Abs. 1, §§ 57 und 55, § 10 Abs. 1 Z 3 AsylG 2005 idgF iVm § 9 BFA-VG sowie § 52 Abs. 2 Z 2 und Abs. 9, § 46, § 55 sowie § 53 Abs 1 iVm Abs 2 Z 6 FPG 2005 idgF, als unbegründet abgewiesen.römisch eins. Die Beschwerde wird gemäß Paragraph 3, Absatz eins,, Paragraph 8, Absatz eins,, Paragraphen 57 und 55, Paragraph 10, Absatz eins, Ziffer 3, AsylG 2005 idgF in Verbindung mit Paragraph 9, BFA-VG sowie Paragraph 52, Absatz 2, Ziffer 2 und Absatz 9,, Paragraph 46,, Paragraph 55, sowie Paragraph 53, Absatz eins, in Verbindung mit Absatz 2, Ziffer 6, FPG 2005 idgF, als unbegründet abgewiesen. II. Der Antrag auf Beigabe eines Verfahrenshelfers wird gemäß § 28 Abs 1 VwGVG iVm § 8a VwGVG iVm § 52 Abs 1 BFA-VG als unzulässig zurückgewiesen.römisch zwei. Der Antrag auf Beigabe eines Verfahrenshelfers wird gemäß Paragraph 28, Absatz eins, VwGVG in Verbindung mit Paragraph 8 a, VwGVG in Verbindung mit Paragraph 52, Absatz eins, BFA-VG als unzulässig zurückgewiesen. B) Die Revision ist gemäß Art. 133 Abs. 4 B-VG nicht zulässig.Die Revision ist gemäß Artikel 133, Absatz 4, B-VG nicht zulässig. TextENTSCHEIDUNGSGRÜNDE: I. Verfahrensgang:römisch eins. Verfahrensgang:
(2014)für den Beitritt zu Russland gestimmt. Am 18. März wurde in Moskau die Aufnahme der Halbinsel in die Russische Föderation vertraglich besiegelt (Presse 18.3.2015). Nach der Annexion der Krim im März 2014 fanden dort russische Gesetze Anwendung, die das Recht auf freie Meinungsäußerung, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit unterdrückten. Zivilgesellschaftliche Organisationen mussten ihre Arbeit einstellen, weil sie die rechtlichen Anforderungen Russlands nicht erfüllten. Die einheimische Bevölkerung wurde zu russischen Staatsbürgern erklärt. Wer die ukrainische Staatsbürgerschaft behalten wollte, musste die Behörden darüber informieren (AI 25.2.2015). Quellen: -Strichaufzählung Die Presse.com (18.3.2015): Putin nennt Sanktionen "sinnlose Beschäftigung", http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/4688595/Putin-nennt-Sanktionen-sinnlose-Beschaeftigung, Zugriff 11.6.2015 -Strichaufzählung AI - Amnesty International (25.2.2015): Amnesty Report 2015 Ukraine, https://www.amnesty.de/jahresbericht/2015/ukraine, Zugriff 15.6.2015 3.2. Ostukraine Aktuelles Lagebild Ostukraine: (...) (Quelle: IAC 10.6.2015) Schwer bewaffnete pro-russische Separatisten kämpfen in der Ost-Ukraine gegen offizielle ukrainische Kräfte und haben sich in den nicht anerkannten "Volksrepubliken" Donezk und Luhansk konstituiert. Die Opferzahlen betrugen laut VN-Zählungen im Mai 2015 über 6.100; daneben führte der Konflikt bisher zu rund 1,25 Mio. Binnenflüchtlingen. Unter dem Eindruck einer erneuten Verschärfung des Konflikts und nach langwierigen Verhandlungen auf oberster Ebene im sogenannten Normandie-Format (Deutschland, Frankreich, Ukraine, Russland) verständigte sich die Kontaktgruppe am 12. Februar 2015 auf das sogenannte Maßnahmenpaket zur Umsetzung der Minsker Absprachen. Der Rückzug schwerer Waffen von der Kontaktlinie kam daraufhin in Gang, wurde jedoch nach OSZE-Beobachtung bisher von keiner Seite vollständig umgesetzt (AA 05.2015). In der Ostukraine ist trotz des Waffenstillstandsabkommens keine Ruhe eingekehrt, seit Anfang Juni wird wieder mit schweren Waffen gekämpft. Am Dienstag berichteten die Konfliktparteien über Gefechte entlang fast der gesamten Frontlinie. Die aktivsten Kampfhandlungen wurden aus Awdejewka, Horliwka, Krymskoje, Marjinka und Schirokino gemeldet. Diplomatisch gibt es immerhin eine vorsichtige Annäherung: Die Rebellen haben neue Vorschläge zur Verfassungsänderung der Ukraine an die Kontaktgruppe geschickt. Einzelne Gebiete mit Sonderstatus oder ihre Vereinigungen sollen unveräußerlicher Bestandteil der Ukraine bleiben. Die Macht in der Region sollen laut diesem Vorschlag aber weiterhin Sachartschenko und das Oberhaupt der "Luhansker Volksrepublik" Igor Plotnizki ausüben (Standard 10.6.2015, vgl. BBC 3.6.2015).Die Rebellen haben neue Vorschläge zur Verfassungsänderung der Ukraine an die Kontaktgruppe geschickt. Einzelne Gebiete mit Sonderstatus oder ihre Vereinigungen sollen unveräußerlicher Bestandteil der Ukraine bleiben. Die Macht in der Region sollen laut diesem Vorschlag aber weiterhin Sachartschenko und das Oberhaupt der "Luhansker Volksrepublik" Igor Plotnizki ausüben (Standard 10.6.2015, vergleiche BBC 3.6.2015). Nach den jüngsten Kämpfen im Donbass hat der ukrainische Präsident Petro Poroschenko eine massive Aufrüstung im Osten des Landes angekündigt. Mehr als 50.000 Soldaten seien derzeit im Kampfgebiet im Einsatz. Bis zum Jahresende soll die Kampfstärke auf insgesamt 250.000 erhöht werden. Nach einem Angriff prorussischer Separatisten wurde in den vergangenen Tagen auch wieder schweres Kriegsgerät in die Region gebracht. Während sich Kiew und Moskau gegenseitig für die neuerliche Eskalation verantwortlich machen, warnt die EU vor einer Gewaltspirale. Brüssel forderte die Konfliktparteien zum wiederholten Male auf, das Minsker Waffenruheabkommen umzusetzen (Presse 4.6.2015). Angesichts des bewaffneten Konflikts in der Ostukraine hat die Regierung in Kiew die Europäische Menschenrechtskonvention in den betroffenen Regionen teilweise ausgesetzt. Eine entsprechende Benachrichtigung traf beim Europarat in Straßburg ein. Demnach garantiert die Regierung in den Regionen Donezk und Luhansk, wo sich die Rebellen Kämpfe mit Regierungstruppen liefern, mehrere Grundrechte nicht mehr. Dazu gehören das Recht auf Freiheit und Sicherheit, auf ein faires Gerichtsverfahren und auf Schutz des Familienlebens. Kiew begründet die Aussetzung mit einer "bewaffneten Aggression" Russlands gegen die Ukraine. Eine Aussetzung der Menschenrechtskonvention ist vorgesehen, wenn die Sicherheit eines Landes etwa durch einen Krieg oder andere Notsituationen gefährdet ist. Der betroffene Staat muss diese Maßnahme begründen und auch angeben, welche Paragrafen des Abkommens und welche Gebiete davon betroffen sind (Standard 10.6.2015). Quellen: -Strichaufzählung AA - Auswärtiges Amt (05.2015): Ukraine, http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/Ukraine/Innenpolitik_node.html, Zugriff 11.6.2015 -Strichaufzählung IAC - Information Analysis Center of NDSC (10.6.2015): MAP: THE SITUATION IN THE EASTERN REGIONS OF UKRAINE - 10.06.15 Map developed by Ukrainian Crisis Media Center, http://mediarnbo.org/2015/06/10/map-the-situation-in-the-eastern-regions-of-ukraine-10-06-15-map-developed-by-ukrainian-crisis-media-center/?lang=en, Zugriff 10.6.2015 -Strichaufzählung derStandard.at (10.6.2015): Neue Kämpfe in der Ukraine: Feuer an allen Fronten, http://derstandard.at/2000017215782/Feuer-an-allen-Fronten-in-der-Ukraine, Zugriff 11.6.2015 -Strichaufzählung Die Presse.com (4.6.2015): Ostukraine: Kiew plant massive Aufrüstung, http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/4746993/Ostukraine_Kiew-plant-massive-Aufrustung?from=suche.intern.portal, Zugriff 11.6.2015 -Strichaufzählung derStandard.at (10.6.2015): Kiew will in Kriegsgebiet Menschenrechte nicht mehr garantieren, http://derstandard.at/2000017283292/Kiew-will-in-Kriegsgebiet-Menschenrechte-nicht-mehr-garantieren, Zugriff 11.6.2015 -Strichaufzählung BBC (3.6.2015): Ukraine crisis: Heavy fighting rages near Donetsk, despite truce, http://www.bbc.com/news/world-europe-32988499#, Zugriff 15.6.2015 4. Rechtsschutz/Justizwesen Die Verfassung sieht eine unabhängige Justiz vor, in der Praxis war diese jedoch Gegenstand von politischem Druck, Korruption, Ineffizienz und Mangel an Vertrauen der Öffentlichkeit. In manchen Fällen wirkte der Ausgang von Prozessen vorbestimmt. Korruption ist in Exekutive, Legislative und Judikative und in der Gesellschaft allgegenwärtig. Richter beschwerten sich weiterhin über Verschlechterungen bei der Gewaltenteilung, einige beklagten Druck durch hochrangige Politiker. Lange Verfahrensdauern, speziell vor Verwaltungsgerichten, unzureichende Finanzierung, Mängel bei der Rechtsberatung und die Unfähigkeit der Gerichte Urteile durchzusetzten, waren ebenfalls ein Problem. Die neue Strafprozessordnung vom November 2012 schränkte die Verwendung der Untersuchungshaft ein, reduzierte die Anreize zum Erzwingen von Geständnissen und gab der Verteidigung mehr Verfahrensrechte. Verfassung und Gesetze garantieren das Recht auf Regress für Fälle von Menschenrechtsverletzungen durch staatliche Organe. Allerdings behindert eine ineffiziente und korrupte Justiz die Ausübung dieses Rechts. Einzelpersonen können sich an den parlamentarischen Ombudsmann für Menschenrechte wenden. Nach Ausschöpfung der innerstaatlichen Rechtsbehelfe steht auch der Weg zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte offen. In den ersten 11 Monaten 2013, erließ der EGMR 60 Urteile gegen die Ukraine. Die meisten betrafen Verletzung des Rechts auf ein faires Verfahren, unangemessen lange Verfahren, Verletzung des Rechts auf Freiheit und Sicherheit, sowie unmenschliche oder erniedrigende Behandlung (USDOS 27.2.2014). Der während der Präsidentschaft Janukowitsch zu beobachtende Missbrauch der Justiz als Hilfsmittel gegen politische Mitbewerber und kritische Mitglieder der Zivilgesellschaft hat sich unter den neuen politischen Voraussetzungen nach den revolutionären Entwicklungen des EuroMaidan vom Winter 2013/14 nicht prolongiert. An den strukturellen Unzulänglichkeiten im ukrainischen Justizwesen vermochte aber auch das neue politische Umfeld bislang nichts zu ändern. Richter haben in der Ukraine eine fünfjährige Probezeit zu durchlaufen, bevor sie auf Lebenszeit ernannt werden. Die erstmalige Ernennung zum Richter erfolgt durch den Staatspräsidenten auf Vorschlag des Obersten Justizrats, die Ernennung zum Richter auf Lebenszeit durch das Parlament. Angesichts der Abhängigkeit des Obersten Justizrats von der Präsidialadministration ist die politische Abhängigkeit von Richtern zumindest während ihrer Probezeit evident. Besondere Besorgnis ruft die gängige ukrainische Haftpraxis sowie die umfassende Abhängigkeit der Richter von der Staatsanwaltschaft hervor. Ukrainische Richter kommen beinahe ausnahmslos den Haftanträgen und den Anträgen der Staatsanwaltschaft auf Verlängerung der Untersuchungshaft nach. Die Justiz ist selektiv und unfair und verletzt Artikel 18 der Europäischen Menschenrechtskonvention". Richter und Staatsanwälte in der Ukraine hätten kein Verständnis für die Prinzipien der Unschuldsvermutung und der Gleichheit der Parteien vor Gericht. "Nur 0,2% aller Personen, die von der Staatsanwaltschaft angeklagt werden, werden von Gerichten freigesprochen. Das bedeutet, dass die Unschuldsvermutung im wirklichen Leben nicht besteht und das die Rechtsprechung nicht als unparteiische und unabhängige Kontrollinstanz der Exekutive funktioniert." Das Rechtsverständnis ukrainischer Richter und Staatsanwälte sei von sowjetischer Tradition geprägt (ÖB 09.2014). Im April 2014 wurde seitens des Parlaments ein Gesetz zur Wiederherstellung des Vertrauens in die Justiz verabschiedet, demzufolge die bisherige Praxis der weitgehenden Unterstellung der Richter unter die Gerichtspräsidenten abgeschafft wurde und diese in weiterer Folge unabhängig von politischen Einflüssen machte. Ein Entwurf einer Justizreformstrategie wurde gemeinsam mithilfe der EU entwickelt (EC 25.3.2015). Mit der Reform der ukrainischen Strafprozessordnung eng einhergehend ist die Umsetzung des am 2. Juni 2011 verabschiedeten und mit 1. Jänner 2013 in Kraft getretenen Gesetzes über den unentgeltlichen Rechtsbeistand, welches die Liste der potenziellen Nutznießer bedeutend ausweitete und einen umgehenden Rechtsbeistand nach Inhaftierung nach besten europäischen Standards gewährleistet. Seit Inkrafttreten des Gesetzes stehen dafür über 3.000 auf Basis eines Auswahlverfahrens rekrutierte Rechtsanwälte zur Verfügung. Die Strafverfolgungsbehörden haben von sich aus für einen unentgeltlichen Rechtsbeistand zu sorgen, sollte der Inhaftierte außerstande sein, die Kosten seines Rechtsbeistands selbst zu tragen. Sie selbst belastende Aussagen von Inhaftierten, die in Abwesenheit eines Rechtsbeistands getroffen wurden, können im folgenden Gerichtsverfahren nicht gegen sie verwendet werden (ÖB 09.2014) Quellen: -Strichaufzählung EC - European Commission (25.3.2015): Implementation of the European Neighbourhood Policy in Ukraine Progress in 2014 and recommendations for actions http://www.ecoi.net/file_upload/1226_1427898393_ukraine-enp-report-2015-en.pdf, Zugriff 12.6.2015 -Strichaufzählung ÖB - Österreichische Botschaften (09.2014): Asylländerbericht - Ukraine -Strichaufzählung USDOS - US Department of State (27.2.2014): Country Report on Human Rights Practices 2013 - Ukraine, https://www.ecoi.net/local_link/270738/399509_de.html, Zugriff 11.6.2015 5. Sicherheitsbehörden Nach dem Sturz von Wiktor Janukowytsch versprach die neue Regierung öffentlich, man werde diejenigen strafrechtlich verfolgen, die für Tötungen und Misshandlungen von Protestierenden auf dem Maidan verantwortlich seien. Doch abgesehen von Anklagen gegen die ehemalige politische Führungsriege wurden so gut wie keine konkreten Schritte unternommen. Nur zwei Angehörige der Sicherheitskräfte mussten sich vor Gericht für Folter und andere Misshandlungen im Zusammenhang mit den Maidan-Protesten verantworten. Es handelte sich dabei um Rekruten niedrigen Ranges aus einer dem Innenministerium unterstellten Einheit. Sie wurden am 28. Mai 2014 wegen "Überschreitung von Befugnissen oder Vollmachten" (Artikel 365 des Strafgesetzbuchs) zu Bewährungsstrafen von drei bzw. zwei Jahren verurteilt (AI 25.2.2015). Die EU errichtete eine "EU Advisory Mission for Civilian Security Reform Ukraine (EUAM Ukraine)", um die Ukraine bei der Reform ihres zivilen Sicherheitssektors zu unterstützen, insbesondere bei der Durchsetzung von Rechtsstaatlichkeit und im Bereich der Polizei. Eine diesbezügliche notwendige Polizeireformstrategie, insbesondere im Zusammenhang mit den gewaltsamen Übergriffen bei den Euromaidan-Protesten Mitte Februar 2014 und der Rolle illoyaler Polizisten am Anfang der Destabilisierungsphase in der Ostukraine, wurde seitens der Regierung angenommen. Auch mit einer Reform der Militärischen Kräfte wurde noch vor der Annexion der Krim begonnen, sie befindet sich aber noch in einem frühen Stadium (EC 25.3.2015). Mit Präsidentendekret Nr. 252 vom 6. April 2012 wurde ein Komitee zur Reform der Strafverfolgungsbehörden eingerichtet. Sollte dieses Komitee bereits einschlägige Vorschläge ausgearbeitet haben, sind sie bislang nicht an die Öffentlichkeit gedrungen. Von einem Pilotprojekt zur Einrichtung kommunaler Polizeitruppen in Lemberg im Sommer 2014 erwartet man sich Erfahrungen für eine dezentralere Organisation des Polizeiwesens (ÖB 09.2014). Quellen: -Strichaufzählung USDOS - US Department of State (27.2.2014): Country Report on Human Rights Practices 2013 - Ukraine, https://www.ecoi.net/local_link/270738/399509_de.html, Zugriff 12.6.2015 -Strichaufzählung EC - European Commission (25.3.2015): Implementation of the European Neighbourhood Policy in Ukraine Progress in 2014 and recommendations for actions http://www.ecoi.net/file_upload/1226_1427898393_ukraine-enp-report-2015-en.pdf, Zugriff 12.6.2015 -Strichaufzählung AI - Amnesty International (25.2.2015): Amnesty Report 2015 Ukraine, https://www.amnesty.de/jahresbericht/2015/ukraine, Zugriff 12.6.2015 -Strichaufzählung ÖB - Österreichische Botschaften (09.2014): Asylländerbericht - Ukraine 6. Folter und unmenschliche Behandlung Ukraine hat den Ombudsmann als Nationalen Präventiven Mechanismus (NPM) gegen Folter im Sinne des UN- Fakultativprotokolls zum Übereinkommen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe installiert. Zusammen mit der neuen Strafprozessordnung, das die Gründung eines unabhängigen Untersuchungsbüros für Folterfälle vorsieht, sollte das die Fälle von Folter erheblich reduzieren (EC 20.3.2013; vgl. AI 23.5.2013).Ukraine hat den Ombudsmann als Nationalen Präventiven Mechanismus (NPM) gegen Folter im Sinne des UN- Fakultativprotokolls zum Übereinkommen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe installiert. Zusammen mit der neuen Strafprozessordnung, das die Gründung eines unabhängigen Untersuchungsbüros für Folterfälle vorsieht, sollte das die Fälle von Folter erheblich reduzieren (EC 20.3.2013; vergleiche AI 23.5.2013). Folter wird von der Verfassung verboten. Nach der neuen Strafprozessordnung dürfen unter Folter erzwungene Geständnisse auch nicht mehr als Beweis im Verfahren verwendet werden. Es gibt aber Berichte, dass weiterhin Beamte solcherart Geständnisse erpressen. Nach Angaben des ukrainischen Innenministeriums gab es 2013 bis August, also noch unter der Präsidentschaft Janukowitsch, 9.878 Beschwerden wegen Folter und unerlaubter Gewaltanwendung durch Polizisten. Die Behörden untersuchten demnach 231 dieser Fälle und es gab bis November 5 Verurteilungen von Polizisten wegen Folter und disziplinäre Maßnahmen gegen 45 weitere. Laut Büro des Generalstaatsanwalts gab es 2013 bis Oktober 2.857 offene Verfahren wegen Folter durch Polizisten. 820 Misshandlungsfälle (950 Beamte betreffend) wurden den Gerichten übergeben, davon 54 ausdrückliche Folter-Vorwürfe. Folter ist vor allem in Gefängnissen ein Problem (USDOS 27.2.2014). Nach wie vor kommt es zu Menschenrechtsverletzungen durch die Polizei, darunter Folter und andere Misshandlungen, sowie zur exzessiven Anwendung von Gewalt bei Demonstrationen. Die dafür Verantwortlichen bleiben größtenteils straflos, und Untersuchungen dieser Vorfälle führen zu keinem Ergebnis. Es gibt Entführungen von Einzelpersonen, insbesondere durch pro-russische paramilitärische Kräfte auf der russisch besetzten Halbinsel Krim. Aber auch in den umkämpften Gebieten der Ostukraine kommt es zu Entführungen durch beide Konfliktparteien. Beide Seiten sind für Verletzungen des Kriegsrechts verantwortlich. Auf der Krim sind die russischen Beschränkungen der Rechte auf Meinungs-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit eingeführt worden. Pro-ukrainische Aktivisten und Krimtataren geraten ins Visier paramilitärischer Kräfte und werden von den De-facto-Behörden verfolgt (AI 25.2.2015). Quellen: -Strichaufzählung AI - Amnesty International (23.5.2013): Amnesty International Report 2013 - Zur weltweiten Lage der Menschenrechte - Ukraine, https://www.ecoi.net/local_link/248072/374321_de.html, Zugriff 12.6.2015 -Strichaufzählung AI - Amnesty International (25.2.2015): Amnesty Report 2015 Ukraine, https://www.amnesty.de/jahresbericht/2015/ukraine, Zugriff 12.6.2015 -Strichaufzählung EC - European Commission (20.3.2013): Implementation Of The European Neighbourhood Policy In Ukraine, http://www.ecoi.net/file_upload/1226_1364374550_2013-progress-report-ukraine-en.pdf, Zugriff 12.6.2015 -Strichaufzählung USDOS - US Department of State (27.2.2014): Country Report on Human Rights Practices 2013 - Ukraine, https://www.ecoi.net/local_link/270738/399509_de.html, Zugriff 12.6.2015 7. Korruption Korruption ist in Exekutive, Legislative und Judikative und in der Gesellschaft allgegenwärtig. Obwohl Korruption öffentlich Bediensteter strafbar ist, werden die Gesetze nicht effektiv umgesetzt und korrupte Beamte bleiben oft straflos. Trotzdem gab es 2013 Schritte der Regierung zur Stärkung der Antikorruptionsgesetzgebung. Kritiker meinen aber, diesen Gesetzen fehle es an Durchsetzungsmechanismen. Die Offenlegungspflicht für das Einkommen von Regierungsvertretern sieht keine Strafen bei Nichtbefolgung vor. Gesetzesänderungen aus dem Jahre 2012 machten außerdem öffentliche Beschaffungsprozesse intransparenter. Bis Juni 2013 hatte der Generalstaatsanwalt Korruptionsanklagen gegen 340 niedere Beamte an die Gerichte weitergeleitet. Vorwürfe gegen höhere Regierungsbeamte wurden hingegen nicht untersucht, obwohl Korruption höherer Ebenen gemeinhin als großes Problem empfunden wird, speziell im Beschaffungswesen. Bis Juni 2013 hatte der Generalstaatsanwalt Korruptionsanklagen gegen 11 Richter an die Gerichte weitergeleitet (USDOS 27.2.2014). Seitens der Regierung, des Parlaments und der Präsidialverwaltung wurden einige neue Maßnahmen zur Bekämpfung der Korruption unternommen. In der Anti-Korruptionsgesetzgebung wurden u.a. die Strafen erhöht, alle Formen von Korruption kriminalisiert und die Zeugenschutzregelung gestärkt. Im Korruptionswahrnehmungsindex 2014 von Transparency International rangiert die Ukraine am 142. von 175 Plätzen (2013: 144. von 177) (EC 25.3.2015, vgl. FH 28.1.2015).Seitens der Regierung, des Parlaments und der Präsidialverwaltung wurden einige neue Maßnahmen zur Bekämpfung der Korruption unternommen. In der Anti-Korruptionsgesetzgebung wurden u.a. die Strafen erhöht, alle Formen von Korruption kriminalisiert und die Zeugenschutzregelung gestärkt. Im Korruptionswahrnehmungsindex 2014 von Transparency International rangiert die Ukraine am 142. von 175 Plätzen (2013: 144. von 177) (EC 25.3.2015, vergleiche FH 28.1.2015). Am 14. Mai 2013 verabschiedete das ukrainische Parlament ein neues Antikorruptionsgesetz, nicht zuletzt aufgrund einer im Aktionsplan zur Liberalisierung des Visaregimes für die Ukraine vorgesehen Vorgabe. Das Gesetz fordert unter anderem verstärkte Berichtspflichten für (Neben-)Einkünfte und Aufwendungen von öffentlich Bediensteten und von Bediensteten staatlicher Betriebe sowie ihrer Familien. Das Gesetz sieht außerdem den Schutz von Personen vor, die Korruption anzeigen. Konkrete Maßnahmen zur Umsetzung des Gesetzes lassen jedoch auf sich warten. Das Versprechen der aktuellen Regierung Jazenjuk, ein nationales Anti-Korruptionsbüro einzurichten, scheiterte bislang an der Ablehnung der entsprechenden Gesetzesinitiativen im Parlament. Als positiver Schritt wird die Verabschiedung eines neuen Gesetzes "Über öffentliche Auftragsvergaben" am 10. April 2014 gewertet. Insbesondere die neuen Publizitätskriterien sollen den Vergabeprozess transparenter und damit kontrollierbarer machen (ÖB 09.2014). Quellen: -Strichaufzählung FH - Freedom House (28.1.2015): Freedom in the World 2015 - Ukraine, http://www.ecoi.net/local_link/295277/430285_de.html, Zugriff 15.6.2015 -Strichaufzählung USDOS - US Department of State (27.2.2014): Country Report on Human Rights Practices 2013 - Ukraine, https://www.ecoi.net/local_link/270738/399509_de.html, Zugriff 24.4.2014 -Strichaufzählung EC - European Commission (25.3.2015): Implementation of the European Neighbourhood Policy in Ukraine, Progress in 2014 and recommendations for actions http://www.ecoi.net/file_upload/1226_1427898393_ukraine-enp-report-2015-en.pdf, Zugriff 12.6.2015 -Strichaufzählung ÖB - Österreichische Botschaften (09.2014): Asylländerbericht - Ukraine 8. Nichtregierungsorganisationen (NGOs) Das neue Gesetz über zivile Organisationen trat am 1.1.2013 in Kraft und ist ein wichtiger Schritt nach vorne für die Vereinigungsfreiheit. Wenn es gut umgesetzt wird, wird es NGOs die Registrierung erleichtern und Probleme wie Gebietsbeschränkungen ihrer Tätigkeit angehen (EK 20.3.2013). Erhöhter Druck auf die Zivilgesellschaft, NGOs und Aktivisten war ein Problem, zumindest unter der Präsidentschaft Janukowitschs. Verfassung und Gesetze garantieren jedenfalls Vereinigungsfreiheit. Die Regierung respektierte dieses Recht generell, es blieben aber Einschränkungen. Es existieren Registrierungsauflagen, aber es liegen keine Berichte vor, dass die Regierung sie benutzt hätte um bestehende Organisationen aufzulösen oder die Bildung neuer zu verhindern. Das neue Gesetz über zivile Organisationen trat am 1.1.2013 in Kraft. Es vereinfacht die Registrierung und hebt Beschränkungen ihrer Tätigkeit auf (USDOS 27.2.2014). Quellen: -Strichaufzählung EK - Europäische Kommission (20.3.2013): Implementation Of The European Neighbourhood Policy In Ukraine, http://www.ecoi.net/file_upload/1226_1364374550_2013-progress-report-ukraine-en.pdf, Zugriff 12.6.2015 -Strichaufzählung USDOS - US Department of State (27.2.2014): Country Report on Human Rights Practices 2013 - Ukraine, https://www.ecoi.net/local_link/270738/399509_de.html, Zugriff 12.6.2015 (...) 11. Allgemeine Menschenrechtslage Die Ukraine ist Vertragsstaat der meisten Menschenrechtsabkommen des Europarates und der Vereinten Nationen. Eine Reihe von nichtstaatlichen Menschenrechtsorganisationen ist in der Ukraine aktiv. Ihr Engagement wird deutlich wahrgenommen. Problematisch bleiben die stark verbreitete Korruption, die Zustände in den Gefängnissen sowie schleppende Gerichtsverfahren. Die Bürgergesellschaft entwickelte sich nach der "Orangenen Revolution" deutlich lebendiger als zuvor. Es entstand außerdem eine pluralistische Medienlandschaft, die allerdings unter der Präsidentschaft von Janukowytsch zunehmenden Einschränkungen ausgesetzt war (AA 05.2015). Die gravierendsten Menschenrechtsprobleme 2013 waren erhöhte Einmischung der Regierung in und Druck auf Medien; erhöhter Druck auf NGOs und die Zivilgesellschaft; sowie die politisch motivierte Strafverfolgung von Exponenten der Regierung Timoschenko (USDOS 27.2.2014). Quellen: -Strichaufzählung AA - Auswärtiges Amt (05.2015): Ukraine, http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/Ukraine/Innenpolitik_node.html, Zugriff 12.6.2015 -Strichaufzählung USDOS - US Department of State (27.2.2014): Country Report on Human Rights Practices 2013 - Ukraine, https://www.ecoi.net/local_link/270738/399509_de.html, Zugriff 12.6.2015 12. Haftbedingungen Die Haftbedingungen in ukrainischen Gefängnissen sind Gegenstand wiederkehrender massiver Kritik von Menschenrechtsorganisationen. Am 29. April 2013 verabschiedete das Ministerkabinett der Ukraine das "National Target Programme to Reform the State Penal Service of Ukraine. Das Programm setzt seinen Schwerpunkt auf die Regelung der Arbeitsbedingungen in ukrainischen Haftanstalten, wobei nicht so sehr der soziale Aspekt des Erlernens von Fähigkeiten für die Zeit nach Verbüßung der Haft als vielmehr die Nutzung der Arbeitskraft der Häftlinge zur Mitfinanzierung des ukrainischen Haftsystems im Vordergrund steht. Bezüglich der medizinischen Betreuung von Häftlingen trifft das Programm lediglich allgemeine Aussagen über die Ausstattung von Gefängnisambulanzen und fordert eine Strategie im Umgang mit Tuberkulose in ukrainischen Haftanstalten (ÖB 09.2014) Der Präsident unterzeichnete eine neue Strafprozessordnung, die eine deutliche Verbesserung gegenüber der vorherigen darstellt. In ihr ist klar formuliert, dass eine Haft im Augenblick der Festnahme durch die Polizei beginnt und Häftlinge von diesem Moment an Anspruch auf einen Anwalt und einen unabhängigen medizinischen Experten haben. Sie legt außerdem eindeutig fest, dass Untersuchungshaft nur bei außergewöhnlichen Umständen angeordnet werden soll, entsprechend den Empfehlungen des Europarats. Außerdem ist vorgesehen, dass alle zwei Monate automatisch geprüft wird, ob die Untersuchungshaft weiterhin gerechtfertigt erscheint. Anlass zu Bedenken gab, dass ein Anwalt nur bei besonders schweren Delikten, die mit einer Gefängnisstrafe von mehr als zehn Jahren geahndet werden können, Pflicht ist. Prozesskostenhilfe ist ebenfalls nur in diesen Fällen vorgesehen (AI 23.5.2014). Die Haftbedingungen entsprechen nicht internationalen Standards und sind manchmal sogar eine Gefahr für Leib und Leben der Gefangenen. Schlechte Hygiene, Missbrauch und ungenügende medizinische Versorgung sind Probleme. Gemäß staatlicher Gefängnisbehörde waren 2013 bis November 128.512 Personen in Haft, davon 22.483 in Untersuchungshaft. Ca. 7.977 waren Frauen und 927 Jugendliche. Diese Gruppen werden in der Regel getrennt untergebracht, es gibt aber Berichte über Untersuchungsgefängnisse, wo keine Trennung Jugendlicher und Erwachsener stattfinden soll. 830 Insassen starben im og. Zeitraum, davon 77 durch Selbstmord. Die Zustände in den temporären Polizeigefängnissen und Untersuchungsgefängnissen sind härter als in normalen Gefängnissen der niedrigen und mittleren Sicherheitsstufe. Haft in temporären Polizeigefängnissen ist stark rückläufig. Die Regierung erlaubt unabhängiges Monitoring der Hafteinrichtungen durch nationale und internationale Menschenrechtsgruppen. Im November 2012 begann der parlamentarische Ombudsmann für Menschenrechte in Kooperation mit Gruppen der Zivilgesellschaft mit der Umsetzung des Nationalen Präventiven Mechanismus (NPM) gegen Folter im Sinne des UN-Fakultativprotokolls zum Übereinkommen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe, um Fälle von Folter und Misshandlung in Gefängnissen zu reduzieren. Bis November 2013 führte ein gemischtes Beobachterteam 266 Besuche von Hafteinrichtungen usw. in der Ukraine durch. Der Ombudsmann veröffentliche einen Bericht darüber, in dem er systemische Probleme wie Nichtbeachtung von Grundrechten, schlechte Hygiene, physische und psychische Misshandlung anspricht (USDOS 27.2.2014). Quellen: -Strichaufzählung AI - Amnesty International (23.5.2013): Amnesty International Report 2013 - Zur weltweiten Lage der Menschenrechte - Ukraine, https://www.ecoi.net/local_link/248072/374321_de.html, Zugriff 12.6.2015 -Strichaufzählung ÖB - Österreichische Botschaften (09.2014): Asylländerbericht - Ukraine -Strichaufzählung USDOS - US Department of State (27.2.2014): Country Report on Human Rights Practices 2013 - Ukraine, https://www.ecoi.net/local_link/270738/399509_de.html, Zugriff 12.6.2015 13. Todesstrafe Die Todesstrafe wurde in der Ukraine 1999 offiziell abgeschafft (AI o. D.). Quelle: -Strichaufzählung AI - Amnesty International (o.D.): Abolitionist and retentionist countries, http://www.amnesty.org/en/death-penalty/abolitionist-and-retentionist-countries, Zugriff 12.6.2015 (...) 15. Bewegungsfreiheit Die Verfassung und Gesetze garantieren die Freiheit für innerstaatliche Bewegungen, Auslandsreisen, Emigration und Wiedereingliederung. Die Regierung respektierte allgemein diese Rechte (USDOS 27.2.2014). Am 11. Dezember 2003 trat in der Ukraine das Gesetz Nr. 1382-IV der Ukraine über das Recht auf Bewegungsfreiheit und die Wahl des Wohnorts in der Ukraine in Kraft. Darin ist vorgesehen, dass Bürger der Ukraine, sowie legal aufhältige Staatenlose und Fremde die im Titel genannten Rechte genießen und eine Registrierung oder Nicht-Registrierung keine Vorbedingung für die Ausübung oder Grund für die Aberkennung verfassungsmäßiger Rechte sein kann. Das Gesetz definiert den Ort des dauerhaften Aufenthalts (Place of permanent residence) als territoriale Verwaltungseinheit, in der eine Person mehr als sechs Monate im Jahr lebt. Demgegenüber ist der Ort des zeitweiligen Aufenthalts (Place of temporary residence) jene territoriale Verwaltungseinheit, in der eine Person weniger als sechs Monate im Jahr lebt. An einem neuen dauerhaften Aufenthaltsort muss man sich innerhalb von 10 Tagen ab Ankunft registrieren. Änderungen des Aufenthalts innerhalb derselben territorialen Verwaltungseinheit müssen der Behörde innerhalb von sieben Tagen gemeldet werden. Die Registrierung am Ort des zeitweiligen Aufenthalts muss innerhalb von sieben Tagen ab Ankunft erfolgen. Artikel 6 des Gesetzes der Ukraine über das Recht auf Bewegungsfreiheit und die Wahl des Wohnorts in der Ukraine sieht vor, dass Daten bezüglich des Aufenthalts nur in Ausnahmefällen gemäß den Gesetzen der Ukraine oder mit Einverständnis der betroffenen Person weitergegeben werden. Außer von der betreffenden Person, können diese Daten nur vom Geheimdienst, der Polizei oder den Gerichten eingesehen werden. In der Praxis soll es aber nicht unmöglich sein, sich auf illegalem Weg mit Meldeinformation zu versorgen, etwa durch korrupte Polizisten. Soziale Rechte sowie Zugang zu Renten, medizinischen und kommunalen Leistungen sind in der Ukraine nach wie vor eng mit dem Ort der Meldung verbunden. Trotzdem ist es möglich an einem anderen Ort zu wohnen und zu arbeiten ohne sich umzumelden und trotzdem weiterhin Zugang zu medizinischer Notversorgung in der gesamten Ukraine zu haben. Überhaupt sei es durchaus möglich, auch bei längerer Abwesenheit an einer Adresse gemeldet zu bleiben, da es in der Ukraine keine behördlichen Überprüfungen in Meldeangelegenheiten gibt (BAA 23.2.2010). Quellen: -Strichaufzählung BAA - Bundesasylamt Staatendokumentation: Analyse zur Ukraine: Meldepflicht und Meldewesen, 23.2.2010 -Strichaufzählung USDOS - US Department of State (27.2.2014): Country Report on Human Rights Practices 2013 - Ukraine, https://www.ecoi.net/local_link/270738/399509_de.html, Zugriff 12.6.2015 16. Binnenflüchtlinge Rund 20.000 Menschen, die wegen der russischen Besetzung der Krim geflohen waren, erhielten staatliche Hilfen zur Umsiedlung in andere Regionen. Durch den Konflikt in der Ostukraine wurden Schätzungen zufolge fast eine Million Menschen vertrieben. Etwa die Hälfte von ihnen blieb im Land, die übrigen gingen überwiegend nach Russland. Die Binnenvertriebenen in der Ukraine erhielten zumeist eine begrenzte staatliche Unterstützung und waren ansonsten auf eigene Mittel, familiäre Netzwerke und die Hilfe von Freiwilligenorganisationen angewiesen. Im Oktober 2014 wurde ein Gesetz zu Binnenvertriebenen verabschiedet, das ihre Lage jedoch bis zum Jahresende noch nicht merklich verbessert hatte (AI 25.2.2015). Rund 1,15 Millionen sogenannte "Binnenvertriebene" (Internally Displaced Persons, IDP) sollen sich derzeit in der Ukraine aufhalten, weitere 670.000 sind in andere Länder geflohen - knapp 525.000 nach Russland, schätzt das Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (Unhcr). Laut den offiziellen Zahlen des russischen föderalen Migrationsdienstes haben bisher 318.000 Menschen aus dem Donbass um einen Flüchtlingsstatus angesucht. Zählt man all jene dazu, die bei Verwandten und Freunden Zuflucht gefunden haben, kommt man nach Angaben der Behörden auf 940.000 ukrainische Flüchtlinge in Russland (Profil 31.3.2015). Quellen: -Strichaufzählung AI - Amnesty International (25.2.2015): Amnesty Report 2015 Ukraine, https://www.amnesty.de/jahresbericht/2015/ukraine, Zugriff 15.6.2015 -Strichaufzählung Profil (31.3.2015): Ukraine-Flüchtlinge: Ein Lokalaugenschein auf beiden Seiten der Grenze, http://www.profil.at/ausland/ukraine-fluechlinge-lokalaugenschein-seiten-grenze-5578256, Zugriff 15.6.2015 17. Grundversorgung/Wirtschaft Die Ukraine ist eine offene, bislang wenig diversifizierte und stark modernisierungsbedürftige Volkswirtschaft. Die ukrainische Wirtschaft ist 2014, vor allem infolge der Auswirkungen der Kampfhandlungen im Osten des Landes, um 7% geschrumpft. Die gegenwärtige ukrainische Regierung hat sich einem umfassenden Reformprogramm verschrieben, dessen Umsetzung die Wettbewerbsfähigkeit der ukrainischen Wirtschaft deutlich erhöhen dürfte (AA 05.2015). Laut dem Bericht zur sozioökonomischen Lage der Ukraine im ersten Halbjahr 2013 waren 21,84 Millionen Personen (15-70 Jahre) wirtschaftlich aktiv, die Zahl der beschäftigten arbeitsfähigen Personen lag bei 20,08 Millionen (Gesamtbevölkerung der Ukraine im Juni 2013: 45.480,300 Menschen). Der Anteil der arbeitenden Bevölkerung betrug am 1. Juli 2013 59,3%, wovon 22% im informellen Sektor beschäftigt waren. Die Arbeitslosigkeit lag bei 8%. Die Regionen mit der höchsten Beschäftigung sind Kiew, Donezk, Dnjepropetrowsk, Charkow (östliche Ukraine). Die Regionen mit der niedrigsten Beschäftigung sind Lwow, Iwano-Frankowsk und Ternopil (westliche Ukraine). Der durchschnittliche Monatsverdienst eines Arbeitnehmers lag im Mai 2013 bei 3253 UAH. Arbeitnehmer und andere Versicherte (z.B. Unternehmer), die arbeitslos gemeldet sind und für 12 Monate vor Beginn der Arbeitslosigkeit nicht weniger als 26 Wochenstunden gearbeitet und Rentenbeitragszahlungen geleistet haben, können staatliche Arbeitslosenhilfe beantragen. Die Beihilfe wird ab dem achten Tag nach der Meldung der versicherten Person beim staatlichen Arbeitsamt ausbezahlt und richtet sich nach der Anzahl der Arbeitsjahre. Nicht versicherte Personen (keine Rentenbeitragszahler) sind nicht anspruchsberechtigt. Die durchschnittliche Zahl der Arbeitslosenhilfeempfänger im Juni 2013 betrug 398.500 Personen. Die durchschnittliche Höhe der Arbeitslosenhilfe lag bei 1087 UAH (IOM 08.2013). Das monatliche Mindesteinkommen für alle Branchen liegt bei UAH 1.218 (USD 150), basierend auf dem monatlichen Existenzminimum, das die Regierung festgelegt hat (USDOS 27.2.2014). Der Durchschnittslohn lag im Jahr 2013 bei UAH 3.265 (entspricht zum Stand 12. August 2014 rund EUR 186) (ÖB 09.2014). Der Ukrainische Statistische Dienst weist für 2013 in der dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehenden Bevölkerungsgruppe der Männer zwischen 15 und 59 und der Frauen zwischen 15 und 55 Jahren eine Arbeitslosenquote von 7,7% aus (erfasst nach der Methodologie der International Labour Organization). Im Vorjahr hatte die Arbeitslosenquote 8,1 % betragen. In der Altersgruppe von 15 bis 70 Jahren waren im Jahr 2013 65,0% erwerbstätig (USDOS 27.2.2014). Quellen: -Strichaufzählung AA - Auswärtiges Amt (05.2015): Ukraine, http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/Ukraine/Wirtschaft_node.html, Zugriff 12.6.2015 -Strichaufzählung IOM - Internationale Organisation für Migration (08.2013): Länderinformationsblatt Ukraine, https://milo.bamf.de/milop/livelink.exe/fetch/2000/702450/698578/704870/698704/698622/16391428/16800762/Ukraine_-_Country_Fact_Sheet_2013%2C_deutsch.pdf?nodeid=16801302&vernum=-2, Zugriff 12.6.2015 -Strichaufzählung USDOS - US Department of State (27.2.2014): Country Report on Human Rights Practices 2013 - Ukraine, https://www.ecoi.net/local_link/270738/399509_de.html, Zugriff 12.6.2015 -Strichaufzählung ÖB - Österreichische Botschaften (09.2014): Asylländerbericht - Ukraine 17.1. Sozialbeihilfen Ukrainische Staatsbürger, Ausländer, Staatenlose und Flüchtlinge, die ihren rechtmäßigen Wohnsitz in der Ukraine haben, haben Anspruch auf soziale Unterstützung seitens des ukrainischen Staates. Es gibt zahlreiche Rechtsvorschriften, die diejenigen Personengruppen definieren, die Unterstützung erhalten können. Die gewährten sozialen Leistungen sind in der Regel unzureichend. Es gibt zwei Hauptformen der staatlichen Unterstützung:
- a)Materielle Unterstützung (Geld, Nahrung, Kleidung, Schuhe, Brennstoff etc.) - Die Höhe der finanziellen Unterstützung wird entsprechend dem monatlichen Einkommen der betreffenden Person festgelegt, und
- b)Soziale Dienstleistungen (Essen, Transportdienste, Lieferung von Medikamenten etc.). Die Voraussetzungen für die Gewährung sozialer Unterstützung sind sehr verschieden und richten sich nach der Art der beantragten Leistung. In der Regel muss der Antragsteller die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Personengruppe nachweisen, z.B. nach: dem Verlust des Arbeitsplatzes, Arbeitsunfall bzw. Arbeitsunfähigkeit. Es gibt Leistungen im Falle von Schwangerschaft und Mutterschaft, für Senioren und Hinterbliebene. Verschiedene NGOs unterstützen ebenfalls Menschen in sozialen Notlagen (IOM 08.2013, vgl. ÖB 09.2014).
- a)Materielle Unterstützung (Geld, Nahrung, Kleidung, Schuhe, Brennstoff etc.) - Die Höhe der finanziellen Unterstützung wird entsprechend dem monatlichen Einkommen der betreffenden Person festgelegt, und
- b)Soziale Dienstleistungen (Essen, Transportdienste, Lieferung von Medikamenten etc.). Die Voraussetzungen für die Gewährung sozialer Unterstützung sind sehr verschieden und richten sich nach der Art der beantragten Leistung. In der Regel muss der Antragsteller die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Personengruppe nachweisen, z.B. nach: dem Verlust des Arbeitsplatzes, Arbeitsunfall bzw. Arbeitsunfähigkeit. Es gibt Leistungen im Falle von Schwangerschaft und Mutterschaft, für Senioren und Hinterbliebene. Verschiedene NGOs unterstützen ebenfalls Menschen in sozialen Notlagen (IOM 08.2013, vergleiche ÖB 09.2014). Das Existenzminimum für eine alleinstehende Person wurde im Jahr 2013 mit UAH 1.218 festgelegt (entspricht zum Stand 12. August 2014 rund EUR 70). Im Jahr 2010 galten 26,4% der ukrainischen Bevölkerung als arm, wobei 23% der Stadtbewohner, jedoch 38% der Landbewohner mit einem Einkommen unter dem Existenzminimum auszukommen hatten. Nur 56,8% der als arm Qualifizierten können sich auf Hilfe aus dem Sozialsystem stützen (ÖB 09.2014). Quellen: -Strichaufzählung IOM - Internationale Organisation für Migration (08.2013): Länderinformationsblatt Ukraine, https://milo.bamf.de/milop/livelink.exe/fetch/2000/702450/698578/704870/698704/698622/16391428/16800762/Ukraine_-_Country_Fact_Sheet_2013%2C_deutsch.pdf?nodeid=16801302&vernum=-2, Zugriff 12.6.2015 -Strichaufzählung ÖB - Österreichische Botschaften (09.2014): Asylländerbericht - Ukraine 18. Medizinische Versorgung Das ukrainische Gesundheitssystem ist in seinen Grundzügen nach wie vor das ehemals sowjetische Modell. Krankenhäuser und Fachärzte spielen eine zentrale Rolle, Allgemeinmediziner gibt es kaum. Eine gesetzliche Krankenversicherung wurde trotz jahrelanger Diskussionen in der Ukraine bislang nicht eingeführt. Vielmehr besteht ein in der Verfassung verankerter universeller Anspruch der Bevölkerung auf Gesundheitsleistungen, die aus Steuermitteln finanziert sein sollen (ÖB 09.2014, vgl. IOM 08.2013).Das ukrainische Gesundheitssystem ist in seinen Grundzügen nach wie vor das ehemals sowjetische Modell. Krankenhäuser und Fachärzte spielen eine zentrale Rolle, Allgemeinmediziner gibt es kaum. Eine gesetzliche Krankenversicherung wurde trotz jahrelanger Diskussionen in der Ukraine bislang nicht eingeführt. Vielmehr besteht ein in der Verfassung verankerter universeller Anspruch der Bevölkerung auf Gesundheitsleistungen, die aus Steuermitteln finanziert sein sollen (ÖB 09.2014, vergleiche IOM 08.2013). In der Ukraine gibt es über 7.000 Gesundheitszentren (26 Wissenschaftliche Forschungszentren, 40 Krankenhäuser und besondere Gesundheitszentren, 6 Ambulante Kliniken, 150 Sanatorien und Erholungseinrichtungen. Die Wirtschaftskrise hatte erhebliche Auswirkungen auf die medizinische Infrastruktur. Die Bedingungen in den Krankenhäusern verschlechtern sich. In den Städten ist die Situation im Allgemeinen besser als in den ländlichen Gebieten. Auf dem Land lebenden Personen mit ernsthaften gesundheitlichen Problemen wird empfohlen, das jeweilige Gebietskrankenhaus aufzusuchen. Um in einer öffentlichen Gesundheitseinrichtung versorgt zu werden, müssen Patienten ihre Ausweisdokumente (Personalausweis) und die Krankenversicherungskarte vorweisen (in privaten Kliniken ist dies nicht notwendig. Um in einer staatlichen Klinik versorgt zu werden, muss der Patient in der jeweiligen Region registriert sein (IOM 08.2013). In den Spitälern sind Zuzahlungen der Patienten für die Behandlung üblich. Im Zeitraum 2003-2008 wurden rund 40% der Kosten von den Patienten selbst abgedeckt. Der Großteil dieser Eigenmittel wurde für Medizinprodukte und Medikamente ausgegeben (ÖB 09.2014). Medikamente sind in den meisten Fällen erhältlich, müssen jedoch von den Patienten selbst gekauft werden. Importierte Medikamente sind teurer als solche, die in der Ukraine hergestellt werden. Aspirin (20 Tabletten), das in der Ukraine hergestellt wurde kostet ca. UAH 12,00, wenn es aus der Schweiz stammt ca. UAH 42,00. In der Ukraine gibt es ein Netzwerk von psychiatrischen Kliniken, die entsprechend dem Schweregrad der psychischen Erkrankung aufgeteilt sind. Organtransplantationen werden in bestimmten Transplantationskliniken in Kiew und Charkow sowie in normalen Krankenhäusern in Kiew, Donezk, Saporoschje, Lwow, Odessa, Iwano-Frankiwsk, Kirowograd, Lutsk, Mariupol, Mykolajiw, Cherson, Tscherkassij und Tschernowzij durchgeführt (IOM 08.2013). Schätzungen zufolge sind zumindest 10% aller Geldflüsse im ukrainischen Gesundheitswesen unter dem Begriff "informelle Zahlungen" zu subsumieren. In der Regel werden derartige Zuwendungen vor der entsprechenden Behandlung geleistet. Die Höhe der Zuwendung bestimmt in der Folge die Qualität und die Schnelligkeit der Behandlung. Glaubwürdigen Schätzungen zufolge setzt sich das Gehalt eines Bediensteten im Medizinbereich im Schnitt zu 20% aus derartigen "informellen Zuwendungen" zusammen, die nicht selten - zumal auf dem Land - auch aus Naturalien bzw. bereitgestellten Dienstleistungen bestehen können. Während die medizinische Versorgung in Notsituationen in den Ballungsräumen als befriedigend bezeichnet werden kann, bietet sich auf dem Land ein differenziertes Bild: jeder zweite Haushalt am Land hat keinen Zugang zu medizinischen Notdiensten (ÖB 09.2014). Quellen: -Strichaufzählung IOM - Internationale Organisation für Migration (08.2013): Länderinformationsblatt Ukraine, https://milo.bamf.de/milop/livelink.exe/fetch/2000/702450/698578/704870/698704/698622/16391428/16800762/Ukraine_-_Country_Fact_Sheet_2013%2C_deutsch.pdf?nodeid=16801302&vernum=-2, Zugriff 12.6.2015 -Strichaufzählung ÖB - Österreichische Botschaften (09.2014): Asylländerbericht - Ukraine 19. Behandlung nach Rückkehr Seitens der ukrainischen Regierung gibt es keine gesonderte Unterstützung für die Wiedereingliederung in die Ukraine heimkehrender Staatsbürger. Die Unterstützung bei der Unterbringung für Obdachlose jedoch gilt auch für ukrainische Heimkehrer. Das Zentrum für die Wiedereingliederung obdachloser ukrainischer Staatsbürger beim Ministerium für Arbeit und Sozialpolitik unterstützt obdachlose Menschen. Es gibt derzeit keine gesonderte Unterstützung für allein heimkehrende Frauen und Mütter, die nicht zu Ihrer Familie zurückkehren können bzw. wollen (IOM 08.2013). Quelle: -Strichaufzählung IOM - Internationale Organisation für Migration (08.2013): Länderinformationsblatt Ukraine, https://milo.bamf.de/milop/livelink.exe/fetch/2000/702450/698578/704870/698704/698622/16391428/16800762/Ukraine_-_Country_Fact_ 2. Beweiswürdigung: 2.1. Der oben unter Punkt I. angeführte Verfahrensgang ergibt sich aus dem unzweifelhaften und unbestrittenen Akteninhalt des vorgelegten Verwaltungsaktes des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl und des vorliegenden Gerichtsaktes des Bundesverwaltungsgerichtes.2.1. Der oben unter Punkt römisch eins. angeführte Verfahrensgang ergibt sich aus dem unzweifelhaften und unbestrittenen Akteninhalt des vorgelegten Verwaltungsaktes des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl und des vorliegenden Gerichtsaktes des Bundesverwaltungsgerichtes. Die Feststellungen zu Identität und Staatsangehörigkeit des Beschwerdeführers resultieren aus dessen im Original vorgelegten, im Verwaltungsakt in Kopie einliegenden, ukrainischen Reisepass, bezüglich dessen sich im Rahmen einer kriminaltechnischen Untersuchung keine Hinweise auf eine Verfälschung ergeben haben. Die Feststellungen zu seiner Religion und Volksgruppenzugehörigkeit resultieren aus den diesbezüglich glaubhaften Angaben des Beschwerdeführers. Die Feststellungen zu den familiären Verhältnissen sowie dem Gesundheitszustand des Beschwerdeführers resultieren aus dessen diesbezüglich glaubhaften Angaben, hinsichtlich derer im Laufe des Verfahrens keine Gründe hervorgekommen sind, an diesen zu zweifeln, sowie aus den diesbezüglich vorgelegten Unterlagen und Dokumenten. Die Feststellungen zu den beim Beschwerdeführer vorliegenden Erkrankungen ergeben sich aus den im Verfahrensverlauf vorgelegten unbedenklichen ärztlichen Unterlagen in Zusammenschau mit dessen diesbezüglich glaubhaften Angaben. Eine auf den zuletzt vorgelegten Arztbrief vom 15.12.2016 bezugnehmende telefonische Rücksprache des erkennenden Richters mit einer Ärztin des Universitätsklinikums XXXX ergab, dass es sich bei den aktuell vorliegenden Diagnosen um keine schwerwiegenden oder gar lebensbedrohlichen Krankheitsbilder handle.Die Feststellungen zu den beim Beschwerdeführer vorliegenden Erkrankungen ergeben sich aus den im Verfahrensverlauf vorgelegten unbedenklichen ärztlichen Unterlagen in Zusammenschau mit dessen diesbezüglich glaubhaften Angaben. Eine auf den zuletzt vorgelegten Arztbrief vom 15.12.2016 bezugnehmende telefonische Rücksprache des erkennenden Richters mit einer Ärztin des Universitätsklinikums römisch 40 ergab, dass es sich bei den aktuell vorliegenden Diagnosen um keine schwerwiegenden oder gar lebensbedrohlichen Krankheitsbilder handle. Aufgrund seines dahingehend konsistenten Vorbringens wird es als grundsätzlich glaubhaft erachtet, dass sich die Frau und zwei volljährige Kinder des Beschwerdeführers, etwa seit dem Jahr 2000, in Italien aufhalten und eine weitere volljährige Tochter in Polen lebt. Mangels substantiierter Angaben oder der Vorlage entsprechender Unterlagen dahingehend, konnte keine Feststellung über deren Personalien sowie deren jeweiligen aktuellen Aufenthaltsstatus getroffen werden. 2.2. Die Feststellungen zur aktuellen Lage im Herkunftsland des Beschwerdeführers beruhen auf den in der mündlichen Verhandlung vorgelegten Länderberichten. Die herangezogenen Berichte und Informationsquellen stammen großteils von staatlichen Institutionen oder diesen nahestehenden Einrichtungen, weswegen es keine Anhaltspunkte dafür gibt, Zweifel an deren Objektivität und Unparteilichkeit aufkommen zu lassen. Der Beschwerdeführer ist den Länderberichten auch nicht substantiiert entgegengetreten. 2.3. Der Verwaltungsgerichtshof hat in ständiger Judikatur erkannt, dass es für die Glaubhaftmachung der Angaben des Fremden erforderlich ist, dass er die für die ihm drohende Behandlung oder Verfolgung sprechenden Gründe konkret und in sich stimmig schildert (vgl. VwGH 26.06.1997, 95/21/0294, 95/18/1291) und dass diese Gründe objektivierbar sind (vgl. VwGH 05.04.1995, 93/18/0289), wobei zur Erfüllung des Tatbestandsmerkmals des "Glaubhaft-Seins" der Aussage des Asylwerbers selbst wesentliche Bedeutung zukommt (vgl. auch VwGH 23.01.1997, 95/20/30303, 0304). Damit ist die Pflicht des Antragstellers verbunden, initiativ alles darzulegen, was für das Zutreffen der Voraussetzungen für eine Asylgewährung spricht und diesbezüglich konkrete Umstände anzuführen, die objektive Anhaltspunkte für das Vorliegen dieser Voraussetzungen liefern. Insoweit trifft den Antragsteller eine erhöhte Mitwirkungspflicht (s.a. VwGH 11.11.1991, 91/19/0143, 13.04.1988 86/01/0268). Die Mitwirkungspflicht des Asylwerbers bezieht sich zumindest auf jene Umstände, die in seiner Sphäre gelegen sind, und deren Kenntnis sich die Behörde nicht von Amts wegen verschaffen kann (VwGH 30.09.1993, 93/18/0214).2.3. Der Verwaltungsgerichtshof hat in ständiger Judikatur erkannt, dass es für die Glaubhaftmachung der Angaben des Fremden erforderlich ist, dass er die für die ihm drohende Behandlung oder Verfolgung sprechenden Gründe konkret und in sich stimmig schildert vergleiche VwGH 26.06.1997, 95/21/0294, 95/18/1291) und dass diese Gründe objektivierbar sind vergleiche VwGH 05.04.1995, 93/18/0289), wobei zur Erfüllung des Tatbestandsmerkmals des "Glaubhaft-Seins" der Aussage des Asylwerbers selbst wesentliche Bedeutung zukommt vergleiche auch VwGH 23.01.1997, 95/20/30303, 0304). Damit ist die Pflicht des Antragstellers verbunden, initiativ alles darzulegen, was für das Zutreffen der Voraussetzungen für eine Asylgewährung spricht und diesbezüglich konkrete Umstände anzuführen, die objektive Anhaltspunkte für das Vorliegen dieser Voraussetzungen liefern. Insoweit trifft den Antragsteller eine erhöhte Mitwirkungspflicht (s.a. VwGH 11.11.1991, 91/19/0143, 13.04.1988 86/01/0268). Die Mitwirkungspflicht des Asylwerbers bezieht sich zumindest auf jene Umstände, die in seiner Sphäre gelegen sind, und deren Kenntnis sich die Behörde nicht von Amts wegen verschaffen kann (VwGH 30.09.1993, 93/18/0214). Sofern daher einzelne Sachverhaltselemente ihre Wurzeln im Ausland haben, ist die Mitwirkungspflicht in dem Maß höher, als die Pflicht der Behörde zur amtswegigen Erhebung wegen des Fehlens entsprechender Möglichkeiten geringer ist (vgl. VwSlg. 6511 F 1990).Sofern daher einzelne Sachverhaltselemente ihre Wurzeln im Ausland haben, ist die Mitwirkungspflicht in dem Maß höher, als die Pflicht der Behörde zur amtswegigen Erhebung wegen des Fehlens entsprechender Möglichkeiten geringer ist vergleiche VwSlg. 6511 F 1990). Es entspricht der ständigen Judikatur des Verwaltungsgerichtshofes, wenn Gründe, die zum Verlassen des Heimatlandes beziehungsweise Herkunftsstaates geführt haben, im Allgemeinen als nicht glaubwürdig angesehen werden, wenn der Asylwerber die nach seiner Meinung einen Asyltatbestand begründenden Tatsachen im Laufe des Verfahrens - niederschriftlichen Einvernahmen - unterschiedlich oder sogar widersprüchlich darstellt, wenn seine Angaben mit den der Erfahrung entsprechenden Geschehnisabläufen oder mit tatsächlichen Verhältnissen bzw. Ereignissen nicht vereinbar und daher unwahrscheinlich erscheinen oder wenn er maßgebliche Tatsachen erst sehr spät im Laufe des Asylverfahrens vorbringt (VwGH 6.3.1996, 95/20/0650). 2.4. Im Sinne dieser Judikatur ist es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, ein asylrelevantes Vorbringen glaubhaft und in sich schlüssig darzulegen. Der Einschätzung des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl, wonach der Ausreise des Beschwerdeführers kein asylrelevanter Sachverhalt zugrunde liegt, muss sich nach Durchführung einer mündlichen Beschwerdeverhandlung im Ergebnis auch das Bundesverwaltungsgericht anschließen. Der Beschwerdeführer wurde anlässlich der zuletzt abgehaltenen Beschwerdeverhandlung nochmals eingehend zu seinen Fluchtgründen und den seiner Ausreise vorangegangenen Geschehnissen befragt, wobei ihm auch Gelegenheit geboten wurde, zu den seitens der belangten Behörde aufgezeigten Widersprüchen Stellung zu beziehen. Dem Beschwerdeführer gelang jedoch auch anlässlich der mündlichen Verhandlung keine im Kern glaubhafte und lebensnahe Darstellung seiner Fluchtgründe, vielmehr wurde der Eindruck eines unplausiblen und gesteigerten Vorbringens bekräftigt. Der aus dem Gebiet der Krim stammende Beschwerdeführer machte als seinen Fluchtgrund zusammenfassend geltend, im Zeitraum von Dezember 2013 bis März 2014 an den Protesten am XXXX teilgenommen zu haben und aus diesem Grund auf dem gesamten Gebiet der Ukraine Verfolgung durch staatliche Behörden befürchten zu müssen. Der Beschwerdeführer sei im Verdacht gestanden, im Zuge der Proteste Menschen getötet und an der Eroberung von Waffendepots beteiligt gewesen zu sein. In diesem Zusammenhang sei er auf dem XXXX durch Beamte der SBU festgenommen, von diesen für einen dreitätigen Zeitraum angehalten und unter der Anwendung von Folter verhört worden; nachdem ihm die Flucht aus jener Gefangenschaft geglückt sei, habe er seine Teilnahme an den Protesten fortgesetzt. Nach seiner Rückkehr auf das Gebiet der Krim sei er zweimal von den dortigen Behörden festgenommen worden, jedoch jeweils komplikationslos wieder freigelassen worden.Der aus dem Gebiet der Krim stammende Beschwerdeführer machte als seinen Fluchtgrund zusammenfassend geltend, im Zeitraum von Dezember 2013 bis März 2014 an den Protesten am römisch 40 teilgenommen zu haben und aus diesem Grund auf dem gesamten Gebiet der Ukraine Verfolgung durch staatliche Behörden befürchten zu müssen. Der Beschwerdeführer sei im Verdacht gestanden, im Zuge der Proteste Menschen getötet und an der Eroberung von Waffendepots beteiligt gewesen zu sein. In diesem Zusammenhang sei er auf dem römisch 40 durch Beamte der SBU festgenommen, von diesen für einen dreitätigen Zeitraum angehalten und unter der Anwendung von Folter verhört worden; nachdem ihm die Flucht aus jener Gefangenschaft geglückt sei, habe er seine Teilnahme an den Protesten fortgesetzt. Nach seiner Rückkehr auf das Gebiet der Krim sei er zweimal von den dortigen Behörden festgenommen worden, jedoch jeweils komplikationslos wieder freigelassen worden. Die Behörde erachtete das Vorbringen des Beschwerdeführers aufgrund näher dargestellter Widersprüche und Ungereimtheiten innerhalb dessen Angaben sowie aufgrund teils realitätsferner Schilderungen im Ergebnis als unglaubwürdig. Dieser Eindruck bestätigte sich anlässlich der vor dem Bundesverwaltungsgericht abgehaltenen Beschwerdeverhandlung: Zunächst war zu bemerken, dass der Beschwerdeführer die näheren Umstände seiner Anhaltung in XXXX zum Teil grob widersprüchlich und lebensfern darstellte. So brachte dieser anlässlich seiner Erstbefragung noch allgemein vor, lediglich eingesperrt, jedoch nicht geschlagen worden zu sein; er habe allerdings kein Essen erhalten (vgl. Verwaltungsakt, Seite 21). Demgegenüber widersprüchlich brachte er anlässlich seiner Einvernahme vor dem Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl am 21.01.2015 vor, im Zuge seiner Anhaltung zwar nicht geschlagen, jedoch mittels Elektroschocks gequält worden zu sein (vgl. Verwaltungsakt, Seite 351: "Es ist richtig, dass ich nicht geschlagen wurde, ich wurde jedoch mit einem Elektroschocker gequält [...]"). Im Rahmen der zuletzt abgehaltenen Beschwerdeverhandlung erfuhr dieses Vorbringen eine abermalige Steigerung, zumal der Beschwerdeführer nunmehr darlegte, sowohl geschlagen, als auch mittels Elektroschock misshandelt worden zu sein (vgl. Niederschrift der mündlichen Beschwerdeverhandlung, Seite 7).Zunächst war zu bemerken, dass der Beschwerdeführer die näheren Umstände seiner Anhaltung in römisch 40 zum Teil grob widersprüchlich und lebensfern darstellte. So brachte dieser anlässlich seiner Erstbefragung noch allgemein vor, lediglich eingesperrt, jedoch nicht geschlagen worden zu sein; er habe allerdings kein Essen erhalten vergleiche Verwaltungsakt, Seite 21). Demgegenüber widersprüchlich brachte er anlässlich seiner Einvernahme vor dem Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl am 21.01.2015 vor, im Zuge seiner Anhaltung zwar nicht geschlagen, jedoch mittels Elektroschocks gequält worden zu sein vergleiche Verwaltungsakt, Seite 351: "Es ist richtig, dass ich nicht geschlagen wurde, ich wurde jedoch mit einem Elektroschocker gequält [...]"). Im Rahmen der zuletzt abgehaltenen Beschwerdeverhandlung erfuhr dieses Vorbringen eine abermalige Steigerung, zumal der Beschwerdeführer nunmehr darlegte, sowohl geschlagen, als auch mittels Elektroschock misshandelt worden zu sein vergleiche Niederschrift der mündlichen Beschwerdeverhandlung, Seite 7). Auf Vorhalt seiner insofern massiv gesteigerten Angaben vermochte der Beschwerdeführer im Verfahrensverlauf keinen plausiblen Erklärungsansatz zu bieten; vielmehr berief er sich in auffallend vager Weise auf mögliche Unvollständigkeiten innerhalb der Protokollierung seiner Angaben. Aus dem Verwaltungsakt ergibt sich jedoch, dass dem Beschwerdeführer die aufgenommenen Niederschriften durch die anwesenden Dolmetscher jeweils ordnungsgemäß rückübersetzt wurden und der Beschwerdeführer jeweils keine Fehler beanstandete. Zudem war zu bemerken, dass die in Frage stehenden Vorbringenselemente nicht lediglich unprotokolliert geblieben sind, sondern diese vom Beschwerdeführer vor dem Bundesamt jeweils ausdrücklich verneint wurden. Bereits diese massiv voneinander abweichenden Darstellungen seiner ersten Anhaltung lassen erhebliche Zweifel dahingehend aufkommen, ob es sich hierbei um ein tatsächlich erlebtes Ereignis gehandelt hat. Auch der Verwaltungsgerichtshof geht davon aus, dass ein spätes, gesteigertes Vorbringen als unglaubwürdig qualifiziert werden kann. Denn kein Asylwerber würde wohl eine sich bietende Gelegenheit, zentral entscheidungsrelevantes Vorbringen zu erstatten, ungenützt vorübergehen lassen (VwGH 7.6.2000, 2000/01/0250). Ein weiterer Widerspruch im Zusammenhang mit der Schilderung seiner Anhaltung in XXXX war insofern zu erkennen, als der Beschwerdeführer vor der belangten Behörde den Raum seiner Anhaltung - auch auf nochmalige ausdrückliche Nachfrage hin - als eine ein mal ein Meter große Zelle beschrieben hat (vgl. Verwaltungsakt, Seite 359), wohingegen er vor dem Bundesverwaltungsgericht schilderte, in einem etwa eineinhalb mal zwei Meter großen Raum angehalten worden zu sein (vgl. Niederschrift der mündlichen Beschwerdeverhandlung vom 10.11.2016, Seite 7).Ein weiterer Widerspruch im Zusammenhang mit der Schilderung seiner Anhaltung in römisch 40 war insofern zu erkennen, als der Beschwerdeführer vor der belangten Behörde den Raum seiner Anhaltung - auch auf nochmalige ausdrückliche Nachfrage hin - als eine ein mal ein Meter große Zelle beschrieben hat vergleiche Verwaltungsakt, Seite 359), wohingegen er vor dem Bundesverwaltungsgericht schilderte, in einem etwa eineinhalb mal zwei Meter großen Raum angehalten worden zu sein vergleiche Niederschrift der mündlichen Beschwerdeverhandlung vom 10.11.2016, Seite 7). Darüber hinaus muss es als wenig lebensnah erachtet werden, dass dem Beschwerdeführer in Anbetracht der ihm vorgeworfenen Straftaten - aufgrund derer er massiven behördlichen Misshandlungen ausgesetzt gewesen wäre - in der von ihm geschilderten Form komplikationslos die Flucht aus der Gefangenschaft gelungen wäre. So brachte der Beschwerdeführer vor, im Zuge einer Unaufmerksamkeit des diensthabenden Beamten flüchten haben zu können, ohne auf weitere Sicherheitsvorkehrungen respektive Behördenvertreter gestoßen zu sein. Vollkommen realitätsfremd scheinen zudem die weiteren Schilderungen des Beschwerdeführers, sich unmittelbar infolge seiner Flucht aus dem Polizeigewahrsam abermals auf den XXXX-Platz begeben zu haben und sich für mehrere weitere Wochen an den dortigen Prosteten beteiligt zu haben. Bereits vor dem Hintergrund seiner Schilderung, im Zuge seiner dreitägigen Anhaltung physischen Misshandlungen durch Schläge und Elektroschocks ausgesetzt gewesen zu sein und während des gesamten Zeitraums nichts zu essen erhalten zu haben, kann es keinesfalls als lebensnah erachtet werden, dass er sich zum Zeitpunkt seiner Flucht in der körperlichen Verfassung befunden hätte, sich neuerlich am Protestgeschehen zu beteiligen. Desweiteren erscheint die diesbezügliche Vorgehensweise des Beschwerdeführers auch deshalb keineswegs lebensnah, da nicht angenommen werden kann, dass sich eine Person, welche sich aufgrund ihr vorgeworfener schwerwiegender Straftaten in behördlichem Gewahrsam befindet und in diesem Zusammenhang sogar Folter erleiden musste, infolge ihrer Flucht bewusst aktiv dem neuerlichen Risiko eines behördlichen Aufgriffs aussetzen würde, indem sie sich gerade an den Ort ihrer Festnahme zurückbegibt und dort mehrere Wochen verbleibt, anstatt den Versuch zu unternehmen, sich dem behördlichen Blickfeld zu entziehen. Der Beschwerdeführer selbst vermochte auf diesbezüglichen Vorhalt ebensowenig einen plausiblen Erklärungsansatz für seine Vorgehensweise zu bieten (vgl. Niederschrift der mündlichen Beschwerdeverhandlung, Seite 9).Bereits vor dem Hintergrund seiner Schilderung, im Zuge seiner dreitägigen Anhaltung physischen Misshandlungen durch Schläge und Elektroschocks ausgesetzt gewesen zu sein und während des gesamten Zeitraums nichts zu essen erhalten zu haben, kann es keinesfalls als lebensnah erachtet werden, dass er sich zum Zeitpunkt seiner Flucht in der körperlichen Verfassung befunden hätte, sich neuerlich am Protestgeschehen zu beteiligen. Desweiteren erscheint die diesbezügliche Vorgehensweise des Beschwerdeführers auch deshalb keineswegs lebensnah, da nicht angenommen werden kann, dass sich eine Person, welche sich aufgrund ihr vorgeworfener schwerwiegender Straftaten in behördlichem Gewahrsam befindet und in diesem Zusammenhang sogar Folter erleiden musste, infolge ihrer Flucht bewusst aktiv dem neuerlichen Risiko eines behördlichen Aufgriffs aussetzen würde, indem sie sich gerade an den Ort ihrer Festnahme zurückbegibt und dort mehrere Wochen verbleibt, anstatt den Versuch zu unternehmen, sich dem behördlichen Blickfeld zu entziehen. Der Beschwerdeführer selbst vermochte auf diesbezüglichen Vorhalt ebensowenig einen plausiblen Erklärungsansatz für seine Vorgehensweise zu bieten vergleiche Niederschrift der mündlichen Beschwerdeverhandlung, Seite 9). Es kann davon ausgegangen werden, dass sich eine Person, welche die Festnahme in der geschilderten Form tatsächlich erlebt hätte, keinesfalls derart verhalten und sich bewusst dem Risiko einer neuerlichen Verfolgung aussetzen würde. Gegen eine tatsächliche Verfolgung des Beschwerdeführers spricht auch der Umstand, dass der Beschwerdeführer in den Wochen seiner weiteren Protestteilnahme eigenen Angaben zufolge mit keinen weiteren behördlichen Problemen konfrontiert gewesen ist. Eine weitere massive Steigerung seiner Angaben ergab sich anlässlich der abgehaltenen Beschwerdeverhandlung im Übrigen in Bezug auf die Frage, ob die gegen den Beschwerdeführer in der Ukraine behaupetermaßen erhobenen Vorwürfe der Wahrheit entsprechen würden. Der Beschwerdeführer gab auf eine ausdrückliche dahingehende Frage im Verfahren vor dem Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl an: "Nein, ich habe niemals Menschen getötet und auch niemals Waffen in der Hand gehalten." (vgl. Verwaltungsakt, Seite 367) und berief sich durchwegs darauf, dass man in seiner Person lediglich einen Sündenbock für die stattgefundenen Ausschreitungen habe finden wollen. Auf gleichlautende Frage anlässlich der Beschwerdeverhandlung vor dem Bundesverwaltungsgericht antwortete der Beschwerdeführer demgenüber zunächst, niemanden umgebracht zu haben, jedoch an der Plünderung von Waffenlagern beteiligt gewesen zu sein. Auf nochmalige Frage hin, ob er in der Ukraine Straftaten gegen Leib und Leben begangen hätte, erklärte der Beschwerdeführer, im Zuge der Eroberung des Waffenlagers an der Ermordung der Wache beteiligt gewesen zu sein, indem er auf jene rund 30 Personen geschossen hätte (vgl. Niederschrift der Beschwerdeverhandlung, Seiten 12 f). Vor dem Hintergrund, dass dem Beschwerdeführer - wie dargelegt - auch in Bezug auf andere Teilbereiche seines Vorbringens massive Steigerungen innerhalb seiner Angaben anzulasten sind, muss auch diesem, erst zum Ende der mündlichen Beschwerdeverhandlung erstatteten, Vorbringen letztlich die Glaubwürdigkeit abgesprochen werden.Eine weitere massive Steigerung seiner Angaben ergab sich anlässlich der abgehaltenen Beschwerdeverhandlung im Übrigen in Bezug auf die Frage, ob die gegen den Beschwerdeführer in der Ukraine behaupetermaßen erhobenen Vorwürfe der Wahrheit entsprechen würden. Der Beschwerdeführer gab auf eine ausdrückliche dahingehende Frage im Verfahren vor dem Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl an: "Nein, ich habe niemals Menschen getötet und auch niemals Waffen in der Hand gehalten." vergleiche Verwaltungsakt, Seite 367) und berief sich durchwegs darauf, dass man in seiner Person lediglich einen Sündenbock für die stattgefundenen Ausschreitungen habe finden wollen. Auf gleichlautende Frage anlässlich der Beschwerdeverhandlung vor dem Bundesverwaltungsgericht antwortete der Beschwerdeführer demgenüber zunächst, niemanden umgebracht zu haben, jedoch an der Plünderung von Waffenlagern beteiligt gewesen zu sein. Auf nochmalige Frage hin, ob er in der Ukraine Straftaten gegen Leib und Leben begangen hätte, erklärte der Beschwerdeführer, im Zuge der Eroberung des Waffenlagers an der Ermordung der Wache beteiligt gewesen zu sein, indem er auf jene rund 30 Personen geschossen hätte vergleiche Niederschrift der Beschwerdeverhandlung, Seiten 12 f). Vor dem Hintergrund, dass dem Beschwerdeführer - wie dargelegt - auch in Bezug auf andere Teilbereiche seines Vorbringens massive Steigerungen innerhalb seiner Angaben anzulasten sind, muss auch diesem, erst zum Ende der mündlichen Beschwerdeverhandlung erstatteten, Vorbringen letztlich die Glaubwürdigkeit abgesprochen werden. Während der Beschwerdeführer sich im Verfahren vor der belangten Behörde noch darauf berief, auf dem gesamten Gebiet der Ukraine, insbesondere auch auf der Krim-Halbinsel, Verfolgung ausgesetzt zu sein (vgl. etwa dessen Angaben im Rahmen seiner Erstbefragung vom 06.06.2014, anlässlich derer er sich ausschließlich auf Vorfälle auf der Krim-Halbinsel berief [AS 21] sowie Verwaltungsakt, Seite 365:Während der Beschwerdeführer sich im Verfahren vor der belangten Behörde noch darauf berief, auf dem gesamten Gebiet der Ukraine, insbesondere auch auf der Krim-Halbinsel, Verfolgung ausgesetzt zu sein vergleiche etwa dessen Angaben im Rahmen seiner Erstbefragung vom 06.06.2014, anlässlich derer er sich ausschließlich auf Vorfälle auf der Krim-Halbinsel berief [AS 21] sowie Verwaltungsakt, Seite 365: "V: Trotz der massiven Vorwürfe haben die Behörden auf der Krim jedoch konkret nichts gegen Sie gemacht, außer Ermittlungen geführt. Sie wurden trotz massiver Vorwürfe des Mordes nicht festgenommen und auf Dauer angehalten und es wurde kein Verfahren vor einem Gericht eingeleitet. Das ist bei solchen Beschuldigungen gerade in vergleichbaren Systemen nicht nachvollziehbar. Was sagen Sie dazu? A: Die Behörden hatten keine hundertprozentigen Beweise gegen mich. Damals verschwanden viele Menschen spurlos. Später wurden diese in Waldstücken oder wo anders tot aufgefunden. Die Behörden auf der Krim brauchen nicht unbedingt ein Verfahren einleiten. Sie töten einfach."), verneinte er eine sich auf das Gebiet der Krim beziehende Gefährdungslage demgegenüber anlässlich der mündlichen Beschwerdeverhandlung vor dem Bundesverwaltungsgericht ausdrücklich und brachte vor, auf dem Gebiet der Krim keine Probleme zu befürchten (vgl. Niederschrift der Beschwerdeverhandlung vom 10.11.2016, Seite 8). Auch vor dem Hintergrund dieser im Verfahrensverlauf inkonsistenten Darstellung der befürchteten Verfolgung muss die Glaubwürdigkeit des Beschwerdeführers weiter in Zweifel gezogen werden.A: Die Behörden hatten keine hundertprozentigen Beweise gegen mich. Damals verschwanden viele Menschen spurlos. Später wurden diese in Waldstücken oder wo anders tot aufgefunden. Die Behörden auf der Krim brauchen nicht unbedingt ein Verfahren einleiten. Sie töten einfach."), verneinte er eine sich auf das Gebiet der Krim beziehende Gefährdungslage demgegenüber anlässlich der mündlichen Beschwerdeverhandlung vor dem Bundesverwaltungsgericht ausdrücklich und brachte vor, auf dem Gebiet der Krim keine Probleme zu befürchten vergleiche Niederschrift der Beschwerdeverhandlung vom 10.11.2016, Seite 8). Auch vor dem Hintergrund dieser im Verfahrensverlauf inkonsistenten Darstellung der befürchteten Verfolgung muss die Glaubwürdigkeit des Beschwerdeführers weiter in Zweifel gezogen werden. Anzumerken bleibt auch, dass der Beschwerdeführer keinerlei Beweismittel zur Untermauerung des dargelegten Verfolgungssachverhalts, etwa in Form von Unterlagen hinsichtlich der in Bezug auf seine Person in der Ukraine geführten staatlichen Ermittlungen oder seiner Teilnahme an den Protesten in XXXX (etwa in Form von Handyaufnahmen oÄ) vorzulegen vermochte.Anzumerken bleibt auch, dass der Beschwerdeführer keinerlei Beweismittel zur Untermauerung des dargelegten Verfolgungssachverhalts, etwa in Form von Unterlagen hinsichtlich der in Bezug auf seine Person in der Ukraine geführten staatlichen Ermittlungen oder seiner Teilnahme an den Protesten in römisch 40 (etwa in Form von Handyaufnahmen oÄ) vorzulegen vermochte. Insofern ist in einer Gesamtschau der dargestellten Erwägungen in Übereinstimmung mit der belangten Behörde von einer Unglaubwürdigkeit der als ausreisekausal geschilderten Vorfälle auszugehen. Im gesamten Verfahrensverlauf ergaben sich überdies keine Hinweise auf das Vorliegen eines Sachverhaltes, welcher die Gewährung subsidiären Schutzes erforderlich machen würde. Der Beschwerdeführer brachte anlässlich der zuletzt abgehaltenen Beschwerdeverhandlung vor, im Laufe seines Lebens in unterschiedlichen Regionen der Ukraine aufhältig und erwerbstätig gewesen zu sein, sodass nicht davon ausgegangen werden kann, dass dieser bei einer Niederlassung außerhalb seines letzten Wohnortes vor seiner Ausreise vor diesem Hintergrund in eine seine Existenz bedrohende Notlage geraten würde. Der Beschwerdeführer stellte seine hohe Anpassungsfähigkeit auch dadurch unter Beweis, dass er im Laufe seines Lebens eigenen Angaben zufolge mehrfach ins Ausland gereist ist, um dort Arbeit zu finden. So war dieser in Italien, Polen und der Slowakei zum Zwecke der Ausübung einer Arbeitstätigkeit aufhältig. Der Beschwerdeführer ist in unterschiedlichen handwerklichen Berufen ausgebildet und verfügt über entsprechende breitgefächerte Arbeitserfahrung. Der Beschwerdeführer ist ein alleinlebender Mann im erwerbsfähigen Alter und betonte anlässlich der zuletzt abgehaltenen Beschwerdeverhandlung seine Bereitschaft - trotz der vorliegenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen - einer Erwerbstätigkeit nachgehen zu können und zu wollen. Dass ihm dies auch tatsächlich möglich ist, zeigt sich durch den Umstand, dass dieser innerhalb der letzten Monate zeitweilig gemeinnützige Tätigkeiten in Österreich verrichtete, zuletzt an einem Bauhof in XXXX.Der Beschwerdeführer ist ein alleinlebender Mann im erwerbsfähigen Alter und betonte anlässlich der zuletzt abgehaltenen Beschwerdeverhandlung seine Bereitschaft - trotz der vorliegenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen - einer Erwerbstätigkeit nachgehen zu können und zu wollen. Dass ihm dies auch tatsächlich möglich ist, zeigt sich durch den Umstand, dass dieser innerhalb der letzten Monate zeitweilig gemeinnützige Tätigkeiten in Österreich verrichtete, zuletzt an einem Bauhof in römisch 40 . Wie in den Länderberichten aufgezeigt, besteht in der Ukraine zudem ein funktionierendes Gesundheitssystem, weshalb es dem Beschwerdeführer auch in der Ukraine möglich wäre, die notwendige medizinische Behandlung zu erhalten. In Österreich wurde der Beschwerdeführer erfolgreich einer Augenoperation sowie einer Operationen in Folge einer Oberschenkelfraktur sowie aufgrund einer Venenerkrankung unterzogen. Der Beschwerdeführer nimmt aktuell ärztliche Kontrolltermine sowie Physiotherapie wahr; darüber hinaus liegt aus derzeitiger Sicht kein akuter Behandlungsbedarf vor. Auch dafür, dass der Beschwerdeführer im Falle einer Niederlassung in der Westukraine mit maßgeblichen Diskriminierungen aufgrund seiner russischen Volksgruppenzugehörigkeit zu rechnen hätte, ergaben sich im Verfahrensverlauf keine Anhaltspunkte. So finden sich einerseits in den herangezogenen Länderberichten keine Hinweise auf eine Verfolgung oder erhebliche Diskriminierung von ethnischen Russen auf dem Gebiet der Ukraine, andererseits erklärte auch der Beschwerdeführer selbst anlässlich der zuletzt abgehaltenen Beschwerdeverhandlung, keine Probleme in diesem Zusammenhang zu befürchten (vgl. Niederschrift der mündlichen Verhandlung vom 10.11.2016, Seite 10).Auch dafür, dass der Beschwerdeführer im Falle einer Niederlassung in der Westukraine mit maßgeblichen Diskriminierungen aufgrund seiner russischen Volksgruppenzugehörigkeit zu rechnen hätte, ergaben sich im Verfahrensverlauf keine Anhaltspunkte. So finden sich einerseits in den herangezogenen Länderberichten keine Hinweise auf eine Verfolgung oder erhebliche Diskriminierung von ethnischen Russen auf dem Gebiet der Ukraine, andererseits erklärte auch der Beschwerdeführer selbst anlässlich der zuletzt abgehaltenen Beschwerdeverhandlung, keine Probleme in diesem Zusammenhang zu befürchten vergleiche Niederschrift der mündlichen Verhandlung vom 10.11.2016, Seite 10). Dem Beschwerdeführer wäre es sohin im Falle einer Rückkehr möglich und zumutbar, sich außerhalb der Krimhalbinsel niederzulassen. Hierbei wird nicht verkannt, dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge über keine familiären Angehörigen mehr in der Ukraine verfügt, doch ist als Wesentlich zu berücksichtigen, dass es dem Beschwerdeführer auch bis zum Jahr 2014 trotz dieses Umstandes möglich gewesen ist, in seinem Herkunftsstaat zu leben ohne in eine existenzbedrohende Notlage zu geraten. Im Übrigen ist aufgrund des Umstandes, dass der Beschwerdeführer die Ukraine im Alter von 54 Jahren verlassen hat und dort sohin den weit überwiegenden Teil seines Lebens verbachte, vom Bestehen eines gewissen sozialen Netzes auszugehen, auch er selbst gab anlässlich der Beschwerdeverhandlung an, über