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{'item': 'W185 2146792-1'}

RIS Dokument GerichtBVwG Entscheidungsdatum05.04.2017 GeschäftszahlW185 2146792-1 SpruchW185 2146797-1/7E W185 2146802-1/7E W185 2146804-1/7E W185 2146792-1/7E W185 2146800-1/7E W185 2146795-1/7E W185

Art 133Abs.

4 B-VG nicht zulässig.B)

Artikel 133, Absatz 4, B-VG nicht zulässig. Text

ENTSCHEIDUNGSGRÜNDE: I. Verfahrensgang:römisch eins. Verfahrensgang: Die Beschwerdeführer, Staatsangehörige aus Afghanistan, stellten nach illegaler Einreise in das Bundesgebiet am 29.07.2016 die vorliegenden Asylanträge. EURODAC-Treffermeldungen der Kategorie "1" mit Ungarn vom 22.07.2016 belegen eine Asylantragstellung der Beschwerdeführer in Ungarn. Am 29.07.2016 wurden der Erstbeschwerdeführer, die Zweitbeschwerdeführerin und die minderjährige Drittbeschwerdeführerin einer Erstbefragung durch ein Organ des öffentlichen Sicherheitsdienstes unterzogen und gaben hierbei zusammenfasst an, der Einvernahme ohne Probleme folgen zu können und keine Medikamente einzunehmen (bzw nicht schwanger zu sein). In Österreich oder einem anderen EU-Staat würden sich keine Familienangehörigen der Beschwerdeführer befinden. Ihr Zielland sei Deutschland gewesen, da sich dort Verwandte aufhalten würden. Die Beschwerdeführer hätten ihre Heimat vor 5 Monaten zu Fuß verlassen und seien über den Iran, die Türkei, Bulgarien, Serbien und Ungarn und Österreich nach Deutschland gelangt. In Deutschland sei ihnen die Einreise verweigert worden und die Beschwerdeführer seien dann in Österreich geblieben. In Bulgarien und in Österreich hätten die Beschwerdeführer keinen Behördenkontakt und keine erkennungsdienstliche Behandlung gehabt. In Ungarn jedoch schon. Nach Angaben des Erstbeschwerdeführers hätten sich die Beschwerdeführer in Ungarn 2 Tage lang aufgehalten; nach den Angaben der Zweitbeschwerdeführerin jedoch 20 Tage. Nach den Angaben des Erstbeschwerdeführers und der Drittbeschwerdeführerin seien sie in Ungarn nicht gut bzw schlecht behandelt worden; die Zweitbeschwerdeführerin erklärte überall "normal behandelt" worden zu sein. Die Beschwerdeführer hätten in Ungarn um Asyl angesucht, hätten aber in weiterer Folge das Verfahren nicht abgewartet. Die Beschwerdeführer seien gezwungen worden, in Ungarn um Asyl anzusuchen, ansonsten sie nach Serbien zurückgeschoben worden wären. Nach Ungarn zurückkehren wollten die Beschwerdeführer nicht. Am 02.08.2016 richtete das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl Wiederaufnahmeersuchen gemäß Art. 18 Abs. 1 lit. b der VO (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates (infolge Dublin-III-VO) an Ungarn; dies unter Zugrundelegung der EURODAC-Treffermeldungen mit Ungarn und des behaupteten Reiseweges.Am 02.08.2016 richtete das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl Wiederaufnahmeersuchen gemäß Artikel 18, Absatz eins, Litera b, der VO (EU) Nr. 604 aus 2013, des Europäischen Parlaments und des Rates (infolge Dublin-III-VO) an Ungarn; dies unter Zugrundelegung der EURODAC-Treffermeldungen mit Ungarn und des behaupteten Reiseweges. Die österreichische Dublin-Behörde wies Ungarn mit Schreiben vom 13.12.2016 auf die Verfristung und die dadurch nunmehr bestehende Zuständigkeit Ungarns zur Führung der gegenständlichen Asylverfahren hin; dies beginnend mit dem 17.08.

  1. Am 21.12.2016 fand, in Anwesenheit eines Rechtsberaters und nach erfolgter Rechtsberatung, eine Einvernahme des Erstbeschwerdeführers, der Zweit- sowie der Drittbeschwerdeführerin vor dem Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl statt. Hiebei gaben diese im Wesentlichen übereinstimmend an, sich psychisch und physisch in der Lage zu sehen, die Einvernahme zu absolvieren. Der Erstbeschwerdeführer und die Drittbeschwerdeführerin gaben an, gesund zu sein. Die Zweitbeschwerdeführerin erklärte hingegen, Probleme mit dem Magen und mit dem Rücken zu haben; sie sei deswegen in Österreich bereits beim Arzt gewesen. Sie leide auch an psychischen Problemen; aus Zeitmangel sei sie jedoch noch nicht bei einem Psychologen gewesen. Ihre bisherigen Angaben würden der Wahrheit entsprechen. Über Vorhalt der beabsichtigten Außerlandebringung nach Ungarn erklärten die Beschwerdeführer, nicht nach Ungarn zurückkehren zu wollen, da sie dort von der Polizei sehr brutal behandelt worden seien. Der Erstbeschwerdeführer sei geschlagen worden, gegen die minderjährigen Beschwerdeführer sei ein Spray eingesetzt worden. Auch wären Hunde auf sie gehetzt worden. Die Zweitbeschwerdeführerin sei deswegen gestürzt und leide seitdem an den angegebenen Rückenproblemen. Die Beschwerdeführer hätten Angst gehabt. Die Beschwerdeführer seien dann in ein Lager gebracht worden; die Beschwerdeführer hätten nichts zu essen erhalten. Dann habe man den Beschwerdeführern zwangsweise die Fingerabdrücke abgenommen. In der Folge seien sie schlepperunterstützt nach Österreich gelangt. Ein Cousin der Zweitbeschwerdeführer lebe als anerkannter Flüchtling in Österreich. Dieser helfe den Beschwerdeführern immer, dolmetsche für sie und gebe diesen auch Geld. Die kleine Tochter leide besonders unter der Angst, nach Ungarn zurückkehren zu müssen. Der Rechtsberater beantragte die Verfahrenszulassung in Österreich, in eventu eine Einzelfallzusicherung aufgrund der Vulnerabilität der Kinder. Am 03.01.2017 wurde die Zweitbeschwerdeführerin einer PSY-III Untersuchung unterzogen. Es wurde eine Anpassungsstörung F43.2, dd eine leichtgradige Episode einer Depression F 32.0 diagnostiziert. Suizidgedanken würden derzeit nicht vorliegen. Eine Behandlung sei nicht erforderlich. Mit den angefochtenen Bescheiden wurden die Anträge der Beschwerdeführer auf internationalen Schutz ohne in die Sache einzutreten gemäß § 5 Abs. 1 AsylG 2005 als unzulässig zurückgewiesen und ausgesprochen, dass gemäß "Artikel 18 Abs. 1 lit. b (richtig: iVm Art 25 Abs. 2)" der Dublin III-VO Ungarn für die Prüfung der Anträge zuständig sei (Spruchpunkt I.). Gleichzeitig wurde gegen die Beschwerdeführer gemäß § 61 Abs. 1 FPG die Außerlandesbringung angeordnet und festgestellt, dass demzufolge deren Abschiebung nach Ungarn gemäß § 61 Abs. 2 FPG zulässig sei (Spruchpunkt II.). Es liege ein Familienverfahren vor. Die Beschwerdeführer seien nicht lebensbedrohlich erkrankt. Mit dem Cousin der Zweitbeschwerdeführerin in Österreich bestehe kein iSd Art 8 EMRK relevantes Familienleben. Ein Eingriff in die durch 8 EMRK geschützten Rechte sei nicht zu befürchten. Ebenso liege kein Eingriff in die Rechte nach Art 3 EMRK vor.Mit den angefochtenen Bescheiden wurden die Anträge der Beschwerdeführer auf internationalen Schutz ohne in die Sache einzutreten gemäß Paragraph 5, Absatz eins, AsylG 2005 als unzulässig zurückgewiesen und ausgesprochen, dass gemäß "Artikel 18 Absatz eins, Litera b, (richtig: in Verbindung mit Artikel 25, Absatz 2,)" der Dublin III-VO Ungarn für die Prüfung der Anträge zuständig sei (Spruchpunkt römisch eins.). Gleichzeitig wurde gegen die Beschwerdeführer gemäß Paragraph 61, Absatz eins, FPG die Außerlandesbringung angeordnet und festgestellt, dass demzufolge deren Abschiebung nach Ungarn gemäß Paragraph 61, Absatz 2, FPG zulässig sei (Spruchpunkt römisch zwei.). Es liege ein Familienverfahren vor. Die Beschwerdeführer seien nicht lebensbedrohlich erkrankt. Mit dem Cousin der Zweitbeschwerdeführerin in Österreich bestehe kein iSd Artikel 8, EMRK relevantes Familienleben. Ein Eingriff in die durch 8 EMRK geschützten Rechte sei nicht zu befürchten. Ebenso liege kein Eingriff in die Rechte nach Artikel 3, EMRK vor. Gegen die Bescheide des Bundesamtes richten sich die vorliegenden gleichlautenden Beschwerde, in welchen im Wesentlichen vorgebracht wurde, dass eine Kettenabschiebung nach Serbien und weitere Länder drohen würde. Bei einer Überstellung bestehe die reale Gefahr einer Verletzung von Art 3 EMRK. Deshalb sei ein Selbsteintritt Österreichs geboten. Das Asylwesen in Ungarn leide an systemischen Mängeln. In Ungarn drohe den - vulnerablen - Beschwerdeführern willkürliche Inhaftierung. Die Haftbedingungen in Ungarn seien unmenschlich. Eine individuelle Zusicherung hinsichtlich einer angemessenen Unterbringung und Versorgung wäre einzuholen und auch auf das Kindeswohl Bedacht zu nehmen gewesen.Gegen die Bescheide des Bundesamtes richten sich die vorliegenden gleichlautenden Beschwerde, in welchen im Wesentlichen vorgebracht wurde, dass eine Kettenabschiebung nach Serbien und weitere Länder drohen würde. Bei einer Überstellung bestehe die reale Gefahr einer Verletzung von Artikel 3, EMRK. Deshalb sei ein Selbsteintritt Österreichs geboten. Das Asylwesen in Ungarn leide an systemischen Mängeln. In Ungarn drohe den - vulnerablen - Beschwerdeführern willkürliche Inhaftierung. Die Haftbedingungen in Ungarn seien unmenschlich. Eine individuelle Zusicherung hinsichtlich einer angemessenen Unterbringung und Versorgung wäre einzuholen und auch auf das Kindeswohl Bedacht zu nehmen gewesen. Am 27.02.2017 wurde in einem E-Mail seitens des Bundesamtes darauf hingewiesen, dass die Überstellungsfrist am 17.02.2017 abgelaufen sei; eine Aussetzung sei nicht veranlasst worden. II. Das Bundesverwaltungsgericht hat erwogen:römisch zwei. Das Bundesverwaltungsgericht hat erwogen:
  2. Feststellungen: Festgestellt wird zunächst der dargelegte Verfahrensgang. Obwohl unzweifelhaft die Zuständigkeit Ungarns zur Führung der Asylverfahren der Beschwerdeführer vorlag, erfolgte deren Überstellung nicht binnen der in Art. 29 Abs. 1 Dublin III-VO festgelegten Frist. Die Verfahren wurden nicht ausgesetzt bzw. fanden keine sonstige Fristverlängerung im Sinne des Art. 29 Abs. 2 Dublin-III-VO statt.Obwohl unzweifelhaft die Zuständigkeit Ungarns zur Führung der Asylverfahren der Beschwerdeführer vorlag, erfolgte deren Überstellung nicht binnen der in Artikel 29, Absatz eins, Dublin III-VO festgelegten Frist. Die Verfahren wurden nicht ausgesetzt bzw. fanden keine sonstige Fristverlängerung im Sinne des Artikel 29, Absatz 2, Dublin-III-VO statt.
  3. Beweiswürdigung: Die festgestellten Tatsachen ergeben sich aus den Akten des Bundesamtes, insbesondere auch aus den Konsultationsverfahren. Die Überschreitung der Frist nach Art. 29 Abs. 1 Dublin III-VO ergibt sich gemäß Art. 25 Abs. 1 und 2 Dublin III-VO, wonach die Zustimmungsfiktion (im Falle des Vorliegens von Angaben aus dem EURODAC-System im Wiederaufnahmegesuch) nach Verstreichen einer Frist von 2 Wochen vorliegt. Dass eine fristgerechte Überstellung der Beschwerdeführer nicht erfolgt ist, ergibt sich (auch) aus einer entsprechenden Mitteilung des Bundesamtes vom 27.02.2017.Die Überschreitung der Frist nach Artikel 29, Absatz eins, Dublin III-VO ergibt sich gemäß Artikel 25, Absatz eins und 2 Dublin III-VO, wonach die Zustimmungsfiktion (im Falle des Vorliegens von Angaben aus dem EURODAC-System im Wiederaufnahmegesuch) nach Verstreichen einer Frist von 2 Wochen vorliegt. Dass eine fristgerechte Überstellung der Beschwerdeführer nicht erfolgt ist, ergibt sich (auch) aus einer entsprechenden Mitteilung des Bundesamtes vom 27.02.
  4. Rechtliche Beurteilung: Zu A) Stattgebung der Beschwerde Die maßgeblichen Bestimmungen des Asylgesetzes 2005 (AsylG 2005) idgF lauten: "§ 5

(1)Ein nicht gemäß §§ 4 oder 4a erledigter Antrag auf internationalen Schutz ist als unzulässig zurückzuweisen, wenn ein anderer Staat vertraglich oder auf Grund der Dublin-Verordnung zur Prüfung des Asylantrages oder des Antrages auf internationalen Schutz zuständig ist. Mit der Zurückweisungsentscheidung ist auch festzustellen, welcher Staat zuständig ist. Eine Zurückweisung des Antrages hat zu unterbleiben, wenn im Rahmen einer Prüfung des § 9 Abs. 2 BFA-VG festgestellt wird, dass eine mit der Zurückweisung verbundene Anordnung zur Außerlandesbringung zu einer Verletzung von Art. 8 EMRK führen würde."§ 5
(1)Ein nicht gemäß Paragraphen 4, oder 4a erledigter Antrag auf internationalen Schutz ist als unzulässig zurückzuweisen, wenn ein anderer Staat vertraglich oder auf Grund der Dublin-Verordnung zur Prüfung des Asylantrages oder des Antrages auf internationalen Schutz zuständig ist. Mit der Zurückweisungsentscheidung ist auch festzustellen, welcher Staat zuständig ist. Eine Zurückweisung des Antrages hat zu unterbleiben, wenn im Rahmen einer Prüfung des Paragraph 9, Absatz 2, BFA-VG festgestellt wird, dass eine mit der Zurückweisung verbundene Anordnung zur Außerlandesbringung zu einer Verletzung von Artikel 8, EMRK führen würde.
(3)Sofern nicht besondere Gründe, die in der Person des Asylwerbers gelegen sind, glaubhaft gemacht werden oder beim Bundesamt oder beim Bundesverwaltungsgericht offenkundig sind, die für die reale Gefahr des fehlenden Schutzes vor Verfolgung sprechen, ist davon auszugehen, dass der Asylwerber in einem Staat nach Abs. 1 Schutz vor Verfolgung findet.
(3)Sofern nicht besondere Gründe, die in der Person des Asylwerbers gelegen sind, glaubhaft gemacht werden oder beim Bundesamt oder beim Bundesverwaltungsgericht offenkundig sind, die für die reale Gefahr des fehlenden Schutzes vor Verfolgung sprechen, ist davon auszugehen, dass der Asylwerber in einem Staat nach Absatz eins, Schutz vor Verfolgung findet. § 10
(1)Eine Entscheidung nach diesem Bundesgesetz ist mit einer Rückkehrentscheidung oder einer Anordnung zur Außerlandesbringung gemäß dem 8. Hauptstück des FPG zu verbinden, wennParagraph 10,
(1)Eine Entscheidung nach diesem Bundesgesetz ist mit einer Rückkehrentscheidung oder einer Anordnung zur Außerlandesbringung gemäß dem
  1. Hauptstück des FPG zu verbinden, wenn
  2. der Antrag auf internationalen Schutz gemäß §§ 4 oder 4a zurückgewiesen wird,
  3. der Antrag auf internationalen Schutz gemäß Paragraphen 4, oder 4a zurückgewiesen wird,
  4. der Antrag auf internationalen Schutz gemäß § 5 zurückgewiesen wird,
  5. der Antrag auf internationalen Schutz gemäß Paragraph 5, zurückgewiesen wird, und in den Fällen der Z 1 und 3 bis 5 von Amts wegen ein Aufenthaltstitel gemäß § 57 nicht erteilt wird sowie in den Fällen der Z 1 bis 5 kein Fall der §§ 8 Abs. 3a oder 9 Abs. 2 vorliegt."und in den Fällen der Ziffer eins und 3 bis 5 von Amts wegen ein Aufenthaltstitel gemäß Paragraph 57, nicht erteilt wird sowie in den Fällen der Ziffer eins bis 5 kein Fall der Paragraphen 8, Absatz 3 a, oder 9 Absatz 2, vorliegt." § 9 Abs. 1 und 2 BFA-Verfahrensgesetz (BFA-VG) idgF lautet:Paragraph 9, Absatz eins und 2 BFA-Verfahrensgesetz (BFA-VG) idgF lautet: "§ 9
(1)Wird durch eine Rückkehrentscheidung gemäß § 52 FPG, eine Anordnung zur Außerlandesbringung gemäß § 61 FPG, eine Ausweisung gemäß § 66 FPG oder ein Aufenthaltsverbot gemäß § 67 FPG in das Privat- oder Familienleben des Fremden eingegriffen, so ist die Erlassung der Entscheidung zulässig, wenn dies zur Erreichung der im Art. 8 Abs. 2 EMRK genannten Ziele dringend geboten ist."§ 9
(1)Wird durch eine Rückkehrentscheidung gemäß Paragraph 52, FPG, eine Anordnung zur Außerlandesbringung gemäß Paragraph 61, FPG, eine Ausweisung gemäß Paragraph 66, FPG oder ein Aufenthaltsverbot gemäß Paragraph 67, FPG in das Privat- oder Familienleben des Fremden eingegriffen, so ist die Erlassung der Entscheidung zulässig, wenn dies zur Erreichung der im Artikel 8, Absatz 2, EMRK genannten Ziele dringend geboten ist.
(2)Bei der Beurteilung des Privat- und Familienlebens im Sinne des Art. 8 EMRK sind insbesondere zu berücksichtigen:
(2)Bei der Beurteilung des Privat- und Familienlebens im Sinne des Artikel 8, EMRK sind insbesondere zu berücksichtigen:
  1. die Art und Dauer des bisherigen Aufenthaltes und die Frage, ob der bisherige Aufenthalt des Fremden rechtswidrig war,
  2. das tatsächliche Bestehen eines Familienlebens,
  3. die Schutzwürdigkeit des Privatlebens,
  4. der Grad der Integration,
  5. die Bindungen zum Heimatstaat des Fremden,
  6. die strafgerichtliche Unbescholtenheit,
  7. Verstöße gegen die öffentliche Ordnung, insbesondere im Bereich des Asyl-, Fremdenpolizei- und Einwanderungsrechts,
  8. die Frage, ob das Privat- und Familienleben des Fremden in einem Zeitpunkt entstand, in dem sich die Beteiligten ihres unsicheren Aufenthaltsstatus bewusst waren,
  9. die Frage, ob die Dauer des bisherigen Aufenthaltes des Fremden in den Behörden zurechenbaren überlangen Verzögerungen begründet ist. § 21
(3)BFA-VG: Ist der Beschwerde gegen die Entscheidung des Bundesamtes im Zulassungsverfahren stattzugeben, ist das Verfahren zugelassen. Der Beschwerde gegen die Entscheidung im Zulassungsverfahren ist auch stattzugeben, wenn der vorliegende Sachverhalt so mangelhaft ist, dass die Durchführung oder Wiederholung einer mündlichen Verhandlung unvermeidlich erscheint."Paragraph 21,
(3)BFA-VG: Ist der Beschwerde gegen die Entscheidung des Bundesamtes im Zulassungsverfahren stattzugeben, ist das Verfahren zugelassen. Der Beschwerde gegen die Entscheidung im Zulassungsverfahren ist auch stattzugeben, wenn der vorliegende Sachverhalt so mangelhaft ist, dass die Durchführung oder Wiederholung einer mündlichen Verhandlung unvermeidlich erscheint." § 61 Fremdenpolizeigesetz 2005 (FPG) idgF lautet:Paragraph 61, Fremdenpolizeigesetz 2005 (FPG) idgF lautet: "§ 61
(1)Das Bundesamt hat gegen einen Drittstaatsangehörigen eine Außerlandesbringung anzuordnen, wenn
  1. dessen Antrag auf internationalen Schutz gemäß §§ 4a oder 5 AsylG 2005 zurückgewiesen wird oder nach jeder weiteren, einer zurückweisenden Entscheidung gemäß §§ 4a oder 5 AsylG 2005 folgenden, zurückweisenden Entscheidung gemäß § 68 Abs. 1 AVG oder
  2. dessen Antrag auf internationalen Schutz gemäß Paragraphen 4 a, oder 5 AsylG 2005 zurückgewiesen wird oder nach jeder weiteren, einer zurückweisenden Entscheidung gemäß Paragraphen 4 a, oder 5 AsylG 2005 folgenden, zurückweisenden Entscheidung gemäß Paragraph 68, Absatz eins, AVG oder 2.
(2)Eine Anordnung zur Außerlandesbringung hat zur Folge, dass eine Abschiebung des Drittstaatsangehörigen in den Zielstaat zulässig ist. Die Anordnung bleibt binnen 18 Monaten ab Ausreise des Drittstaatsangehörigen aufrecht.
(3)Wenn die Durchführung der Anordnung zur Außerlandesbringung aus Gründen, die in der Person des Drittstaatsangehörigen liegen, eine Verletzung von Art. 3 EMRK darstellen würde und diese nicht von Dauer sind, ist die Durchführung für die notwendige Zeit aufzuschieben.
(3)Wenn die Durchführung der Anordnung zur Außerlandesbringung aus Gründen, die in der Person des Drittstaatsangehörigen liegen, eine Verletzung von Artikel 3, EMRK darstellen würde und diese nicht von Dauer sind, ist die Durchführung für die notwendige Zeit aufzuschieben.
(4)Die Anordnung zur Außerlandesbringung tritt außer Kraft, wenn das Asylverfahren gemäß § 28 AsylG 2005 zugelassen wird."
(4)Die Anordnung zur Außerlandesbringung tritt außer Kraft, wenn das Asylverfahren gemäß Paragraph 28, AsylG 2005 zugelassen wird." Die maßgeblichen Bestimmungen der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates (Dublin III-Verordnung) lauten:Die maßgeblichen Bestimmungen der Verordnung (EU) Nr. 604 aus 2013, des Europäischen Parlaments und des Rates (Dublin III-Verordnung) lauten: Art 20Artikel 20 Einleitung des Verfahrens
(1)Das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaats wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Antrag auf internationalen Schutz gestellt wird. Art 23Artikel 23 Wiederaufnahmegesuch bei erneuter Antragstellung im ersuchenden Mitgliedstaat ..
(2)Ein Wiederaufnahmegesuch ist so bald wie möglich, auf jeden Fall aber innerhalb von zwei Monaten nach der Eurodac-Treffermeldung im Sinne von Artikel 9 Absatz 5 der Verordnung (EU) Nr. 603/2013 zu stellen.
(2)Ein Wiederaufnahmegesuch ist so bald wie möglich, auf jeden Fall aber innerhalb von zwei Monaten nach der Eurodac-Treffermeldung im Sinne von Artikel 9 Absatz 5 der Verordnung (EU) Nr. 603 aus 2013, zu stellen. .. Artikel 25 Antwort auf ein Wiederaufnahmegesuch
(1)Der ersuchte Mitgliedstaat nimmt die erforderlichen Überprüfungen vor und entscheidet über das Gesuch um Wiederaufnahme der betreffenden Person so rasch wie möglich, in jedem Fall aber nicht später als einen Monat, nachdem er mit dem Gesuch befasst wurde. Stützt sich der Antrag auf Angaben aus dem Eurodac-System, verkürzt sich diese Frist auf zwei Wochen.
(2)Wird innerhalb der Frist von einem Monat oder der Frist von zwei Wochen gemäß Absatz 1 keine Antwort erteilt, ist davon auszugehen dass dem Wiederaufnahmegesuch stattgegeben wird, was die Verpflichtung nach sich zieht, die betreffende Person wieder aufzunehmen und angemessene Vorkehrungen für die Ankunft treffen. Artikel 29 Dublin III – VO: Modalitäten und FristenArtikel 29 Dublin römisch drei – VO: Modalitäten und Fristen
(1)Die Überstellung des Antragstellers oder einer anderen Person im Sinne von Artikel 18 Absatz 1 Buchstabe c oder d aus dem ersuchenden Mitgliedstaat in den zuständigen Mitgliedstaat erfolgt gemäß den innerstaatlichen Rechtsvorschriften des ersuchenden Mitgliedstaats nach Abstimmung der beteiligten Mitgliedstaaten, sobald dies praktisch möglich ist und spätestens innerhalb einer Frist von sechs Monaten nach der Annahme des Aufnahme — oder Wiederaufnahmegesuchs durch einen anderen Mitgliedstaat oder der endgültigen Entscheidung über einen Rechtsbehelf oder eine Überprüfung, wenn diese gemäß Artikel 27 Absatz 3 aufschiebende Wirkung hat. Wenn Überstellungen in den zuständigen Mitgliedstaat in Form einer kontrollierten Ausreise oder in Begleitung erfolgen, stellt der Mitgliedstaat sicher, dass sie in humaner Weise und unter uneingeschränkter Wahrung der Grundrechte und der Menschenwürde durchgeführt werden. Erforderlichenfalls stellt der ersuchende Mitgliedstaat dem Antragsteller ein Laissez-passer aus. Die Kommission gestaltet im Wege von Durchführungsrechtsakten das Muster des Laissez- passer. Diese Durchführungsrechtsakte werden gemäß dem in Artikel 44 Absatz 2 genannten Prüfverfahren erlassen. Der zuständige Mitgliedstaat teilt dem ersuchenden Mitgliedstaat gegebenenfalls mit, dass die betreffende Person eingetroffen ist oder dass sie nicht innerhalb der vorgegebenen Frist erschienen ist.
(2)Wird die Überstellung nicht innerhalb der Frist von sechs Monaten durchgeführt, ist der zuständige Mitgliedstaat nicht mehr zur Aufnahme oder Wiederaufnahme der betreffenden Person verpflichtet und die Zuständigkeit geht auf den ersuchenden Mitgliedstaat über. Diese Frist kann höchstens auf ein Jahr verlängert werden, wenn die Überstellung aufgrund der Inhaftierung der betreffenden Person nicht erfolgen konnte, oder höchstens auf achtzehn Monate, wenn die betreffende Person flüchtig ist." Artikel 42 Berechnung der Fristen Die in dieser Verordnung vorgesehenen Fristen werden wie folgt berechnet:
  1. a)Ist für den Anfang einer nach Tagen, Wochen oder Monaten bemessenen Frist der Zeitpunkt maßgebend, zu dem ein Ereignis eintritt oder eine Handlung vorgenommen wird, so wird bei Berechnung dieser Frist der Tag, auf den das Ereignis oder die Handlung fällt, nicht mitgerechnet.
  2. b)Eine nach Wochen oder Monaten bemessene Frist endet mit Ablauf des Tages, der in der letzten Woche oder im letzten Monat dieselbe Bezeichnung oder dieselbe Zahl wie der Tag trägt, an dem das Ereignis eingetreten oder die Handlung vorgenommen worden ist, von denen an die Frist zu berechnen ist. Fehlt bei einer nach Monaten bemessenen Frist im letzten Monat der für ihren Ablauf maßgebende Tag, so endet die Frist mit Ablauf des letzten Tages dieses Monats.
  3. c)Eine Frist umfasst die Samstage, die Sonntage und alle gesetzlichen Feiertage in jedem der betroffenen Mitgliedstaaten. Auf Grund der auf die EURODAC-Treffermeldungen der Kategorie "1" mit Ungarn gestützten Wiederaufnahmegesuche der österreichischen Dublinbehörde an Ungarn, der nicht fristgerechten Beantwortung der Gesuche durch die ungarische Dublinbehörde und somit des Vorliegens von Verfristung gemäß Art. 25 Abs. 2 Dublin III-Verordnung, ist die Überstellungsfrist mittlerweile jedenfalls bereits abgelaufen.Auf Grund der auf die EURODAC-Treffermeldungen der Kategorie "1" mit Ungarn gestützten Wiederaufnahmegesuche der österreichischen Dublinbehörde an Ungarn, der nicht fristgerechten Beantwortung der Gesuche durch die ungarische Dublinbehörde und somit des Vorliegens von Verfristung gemäß Artikel 25, Absatz 2, Dublin III-Verordnung, ist die Überstellungsfrist mittlerweile jedenfalls bereits abgelaufen. Die Beschwerdeführer waren in Österreich durchgehend aufrecht gemeldet. Fristverlängerungen aus den in Art. 29 Abs. 2 Dublin III-VO genannten Gründen haben nicht stattgefunden bzw. wurden Rechtsbehelfe mit aufschiebender Wirkung seitens des Bundesverwaltungsgerichtes nicht gewährt.Die Beschwerdeführer waren in Österreich durchgehend aufrecht gemeldet. Fristverlängerungen aus den in Artikel 29, Absatz 2, Dublin III-VO genannten Gründen haben nicht stattgefunden bzw. wurden Rechtsbehelfe mit aufschiebender Wirkung seitens des Bundesverwaltungsgerichtes nicht gewährt. Ein Übergang der Zuständigkeit gem. Art. 29 Abs. 2 Dublin III–VO hat im gegenständlichen Verfahren somit stattgefunden und ist Österreich demnach nunmehr für die Führung der materiellen Verfahren der Beschwerdeführer zuständig. Dementsprechend waren die gegenständlichen, die Zuständigkeit Österreichs zurückweisenden, Bescheide zu beheben und die Verfahren zuzulassen.Ein Übergang der Zuständigkeit gem. Artikel 29, Absatz 2, Dublin III–VO hat im gegenständlichen Verfahren somit stattgefunden und ist Österreich demnach nunmehr für die Führung der materiellen Verfahren der Beschwerdeführer zuständig. Dementsprechend waren die gegenständlichen, die Zuständigkeit Österreichs zurückweisenden, Bescheide zu beheben und die Verfahren zuzulassen. Eine mündliche Verhandlung konnte gemäß § 21 Abs. 6a und 7 BFA-VG unterbleiben, zumal sämtliche verfahrenswesentliche Abklärungen, insbesondere aber die im gegenständlichen Verfahren relevante Frage hinsichtlich des Vorliegens eines Fristablaufes, eindeutig aus den vorliegenden Verwaltungsakten beantwortet werden konnten.Eine mündliche Verhandlung konnte gemäß Paragraph 21, Absatz 6 a und 7 BFA-VG unterbleiben, zumal sämtliche verfahrenswesentliche Abklärungen, insbesondere aber die im gegenständlichen Verfahren relevante Frage hinsichtlich des Vorliegens eines Fristablaufes, eindeutig aus den vorliegenden Verwaltungsakten beantwortet werden konnten. Zu B) Unzulässigkeit der Revision: Gemäß § 25a Abs. 1 VwGG hat das Verwaltungsgericht im Spruch seines Erkenntnisses oder Beschlusses auszusprechen, ob die Revision gemäß Art. 133 Abs. 4 B-VG zulässig ist. Der Ausspruch ist kurz zu begründen.Gemäß Paragraph 25 a, Absatz eins, VwGG hat das Verwaltungsgericht im Spruch seines Erkenntnisses oder Beschlusses auszusprechen, ob die Revision gemäß Artikel 133, Absatz 4, B-VG zulässig ist. Der Ausspruch ist kurz zu begründen.

Art. 133Abs.

4 B-VG nicht zulässig, weil die Entscheidung nicht von der Lösung einer Rechtsfrage abhängt, der grundsätzliche Bedeutung zukommt. Weder weicht die gegenständliche Entscheidung von der bisherigen Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes ab, noch fehlt es an einer Rechtsprechung; weiters ist die vorliegende Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes auch nicht als uneinheitlich zu beurteilen. Auch liegen keine sonstigen Hinweise auf eine grundsätzliche Bedeutung der zu lösenden Rechtsfrage vor.

Artikel 133

, Absatz 4, B-VG nicht zulässig, weil die Entscheidung nicht von der Lösung einer Rechtsfrage abhängt, der grundsätzliche Bedeutung zukommt. Weder weicht die gegenständliche Entscheidung von der bisherigen Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes ab, noch fehlt es an einer Rechtsprechung; weiters ist die vorliegende Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes auch nicht als uneinheitlich zu beurteilen. Auch liegen keine sonstigen Hinweise auf eine grundsätzliche Bedeutung der zu lösenden Rechtsfrage vor. Im Übrigen treffen Art. 29 Dub III-VO und § 21 Abs. 3 BFA-VG klare eindeutige Regelungen (vgl. OGH 22.03.1992, 5Ob105/90), weshalb keine Rechtsfrage grundsätzlicher Bedeutung vorliegt.Im Übrigen treffen Artikel 29, Dub III-VO und Paragraph 21, Absatz 3, BFA-VG klare eindeutige Regelungen vergleiche OGH 22.03.1992, 5Ob105/90), weshalb keine Rechtsfrage grundsätzlicher Bedeutung vorliegt. European Case Law IdentifierECLI:AT:BVWG:2017:W185.2146792.1.00

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KI-Erklärung auf Basis des amtlichen Gesetzestextes. Orientierend, ersetzt keine Rechtsberatung.