RIS Dokument GerichtBVwG Entscheidungsdatum19.01.2018 GeschäftszahlW112 2174200-1 SpruchW112 2008335-2/13E W112 2008332-2/13E W112 2174198-1/11E W112 2174200-1/11E W112 2174202-1/11E IM NAMEN DER REPUBLIK! Das Bundesverwaltungsgericht hat durch die Richterin Mag. Elke DANNER als Einzelrichterin über die Beschwerde von 1.) XXXX , geb. XXXX , StA. Russische Föderation, vertreten durch1.) römisch 40 , geb. römisch 40 , StA. Russische Föderation, vertreten durch XXXX , gegen den Bescheid des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl vom 02.10.2017, Zl. 830686501-170391422,römisch 40 , gegen den Bescheid des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl vom 02.10.2017, Zl. 830686501-170391422, 2.) XXXX , geb. XXXX , StA. Russische Föderation, vertreten durch2.) römisch 40 , geb. römisch 40 , StA. Russische Föderation, vertreten durch XXXX , gegen den Bescheid des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl vom 02.10.2017, Zl. 821892506-170391414,römisch 40 , gegen den Bescheid des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl vom 02.10.2017, Zl. 821892506-170391414, 3.) mj. XXXX , geb. XXXX , StA. Russische Föderation, vertreten durch ihre Eltern XXXX und XXXX , diese vertreten durch XXXX , gegen den Bescheid des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl vom 02.10.2017, Zl. 821892702-170391520,3.) mj. römisch 40 , geb. römisch 40 , StA. Russische Föderation, vertreten durch ihre Eltern römisch 40 und römisch 40 , diese vertreten durch römisch 40 , gegen den Bescheid des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl vom 02.10.2017, Zl. 821892702-170391520, 4) mj. XXXX , geb. XXXX , StA. Russische Föderation, vertreten durch seine Eltern XXXX und XXXX , diese vertreten durch XXXX , gegen den Bescheid des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl vom 02.10.2017, Zl. 821892800-170391449,4) mj. römisch 40 , geb. römisch 40 , StA. Russische Föderation, vertreten durch seine Eltern römisch 40 und römisch 40 , diese vertreten durch römisch 40 , gegen den Bescheid des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl vom 02.10.2017, Zl. 821892800-170391449, 5.) mj. XXXX , geb. XXXX , StA. Russische Föderation, vertreten durch seine Eltern XXXX und XXXX , diese vertreten durch XXXX , gegen den Bescheid des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl vom 02.10.2017, Zl. 821892909-170391538,5.) mj. römisch 40 , geb. römisch 40 , StA. Russische Föderation, vertreten durch seine Eltern römisch 40 und römisch 40 , diese vertreten durch römisch 40 , gegen den Bescheid des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl vom 02.10.2017, Zl. 821892909-170391538, nach Durchführung einer mündlichen Verhandlung am 04.12.2017 zu Recht erkannt: A) I. Die Beschwerde gegen Spruchpunkt I. der angefochtenen Bescheide wird gemäß § 28 Abs. 2 VwGVG iVm § 68 AVG als unbegründet abgewiesen.römisch eins. Die Beschwerde gegen Spruchpunkt römisch eins. der angefochtenen Bescheide wird gemäß Paragraph 28, Absatz 2, VwGVG in Verbindung mit Paragraph 68, AVG als unbegründet abgewiesen. II. Im Übrigen wird die Beschwerde gemäß § 28 Abs. 2 VwGVG und § 57, § 10 Abs. 1 Z 3 AsylG 2005 iVm § 52 Abs. 2 Z 2 FPG und § 9 BFA-VG sowie § 52 Abs. 9 iVm § 50 und § 55 Abs. 1a FPG als unbegründet abgewiesen.römisch zwei. Im Übrigen wird die Beschwerde gemäß Paragraph 28, Absatz 2, VwGVG und Paragraph 57,, Paragraph 10, Absatz eins, Ziffer 3, AsylG 2005 in Verbindung mit Paragraph 52, Absatz 2, Ziffer 2, FPG und Paragraph 9, BFA-VG sowie Paragraph 52, Absatz 9, in Verbindung mit Paragraph 50 und Paragraph 55, Absatz eins a, FPG als unbegründet abgewiesen. B) Die Revision ist gemäß Art. 133 Abs. 4 B-VG nicht zulässig.B) Die Revision ist gemäß Artikel 133, Absatz 4, B-VG nicht zulässig. TextENTSCHEIDUNGSGRÜNDE: I. Verfahrensgang:römisch eins. Verfahrensgang: 1. Erstes Asylverfahren 1.1. Die Zweit- bis Fünftbeschwerdeführer, Staatsangehörige der Russischen Föderation und Angehörige der tschetschenischen Volksgruppe, reisten unter Umgehung der Grenzkontrollen in das österreichische Bundesgebiet ein. Die Zweitbeschwerdeführerin stellte für sich und die minderjährigen Beschwerdeführer am 31.12.2012 jeweils einen Antrag auf internationalen Schutz. Zum Nachweis ihrer Identität legte die Zweitbeschwerdeführerin ihren russischen Inlandspass sowie die Geburtsurkunden der minderjährigen Beschwerdeführer vor. Am selben Tag wurde die Zweitbeschwerdeführerin polizeilich erstbefragt. Die Verfahren wurden durch Ausfolgung der Aufenthaltsberechtigungskarten am 03.01.2013 in Österreich zugelassen. 1.2. Der Erstbeschwerdeführer, Staatsangehöriger der Russischen Föderation und Angerhöriger der tschetschenischen Volksgruppe, reiste unter Umgehung der Grenzkontrollen in das österreichische Bundesgebiet ein und stellte am 26.05.2013 einen Antrag auf internationalen Schutz. Zum Nachweis seiner Identität legte er seinen russischen Inlandspass vor. Am Folgetag wurde der Erstbeschwerdeführer polizeilich erstbefragt. Das Verfahren wurde durch Ausfolgung der Aufenthaltsberechtigungskarte am 31.05.2013 in Österreich zugelassen. 1.3. Am 15.10.2013 wurden der Erstbeschwerdeführer und die Zweitbeschwerdeführerin vom Bundesasylamt niederschriftlich einvernommen. Mit Schreiben vom 30.10.2013 nahmen die Beschwerdeführer zu den ausgehändigten Länderberichten Stellung. 1.4. Mit Bescheiden vom 08.05.2014, den Beschwerdeführern zugestellt am 12.05.2014, wies das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (im Folgenden: Bundesamt) die Anträge der Beschwerdeführer auf internationalen Schutz bezüglich der Zuerkennung des Status von Asylberechtigten gemäß § 3 Abs. 1 iVm § 2 Abs. 1 Z 13 AsylG 2005 (Spruchpunkt I.) und gemäß § 8 Abs. 1 iVm § 2 Abs. 1 Z 13 AsylG 2005 bezüglich der Zuerkennung des Status von subsidiär Schutzberechtigten in Bezug auf den Herkunftsstaat Russische Föderation ab (Spruchpunkt II.). Den Beschwerdeführern wurde ein Aufenthaltstitel aus berücksichtigungswürdigen Gründen gemäß §§ 57 und 55 AsylG 2005 nicht erteilt, gegen die Beschwerdeführer gemäß § 10 Abs. 1 Z 3 AsylG 2005 iVm § 9 BFA-VG eine Rückkehrentscheidung gemäß § 52 Abs. 2 Z 2 FPG erlassen und gemäß § 52 Abs. 9 FPG festgestellt, dass die Abschiebung gemäß § 46 FPG in die Russische Föderation zulässig ist; unter einem wurde gemäß § 55 Abs. 1 bis 3 FPG die Frist für die freiwillige Ausreise auf 14 Tage ab Rechtskraft der Rückkehrentscheidung festgelegt (Spruchpunkt III.).1.4. Mit Bescheiden vom 08.05.2014, den Beschwerdeführern zugestellt am 12.05.2014, wies das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (im Folgenden: Bundesamt) die Anträge der Beschwerdeführer auf internationalen Schutz bezüglich der Zuerkennung des Status von Asylberechtigten gemäß Paragraph 3, Absatz eins, in Verbindung mit Paragraph 2, Absatz eins, Ziffer 13, AsylG 2005 (Spruchpunkt römisch eins.) und gemäß Paragraph 8, Absatz eins, in Verbindung mit Paragraph 2, Absatz eins, Ziffer 13, AsylG 2005 bezüglich der Zuerkennung des Status von subsidiär Schutzberechtigten in Bezug auf den Herkunftsstaat Russische Föderation ab (Spruchpunkt römisch zwei.). Den Beschwerdeführern wurde ein Aufenthaltstitel aus berücksichtigungswürdigen Gründen gemäß Paragraphen 57 und 55 AsylG 2005 nicht erteilt, gegen die Beschwerdeführer gemäß Paragraph 10, Absatz eins, Ziffer 3, AsylG 2005 in Verbindung mit Paragraph 9, BFA-VG eine Rückkehrentscheidung gemäß Paragraph 52, Absatz 2, Ziffer 2, FPG erlassen und gemäß Paragraph 52, Absatz 9, FPG festgestellt, dass die Abschiebung gemäß Paragraph 46, FPG in die Russische Föderation zulässig ist; unter einem wurde gemäß Paragraph 55, Absatz eins bis 3 FPG die Frist für die freiwillige Ausreise auf 14 Tage ab Rechtskraft der Rückkehrentscheidung festgelegt (Spruchpunkt römisch drei.). Mit Verfahrensanordnung vom 08.05.2014 wurde den Beschwerdeführern gemäß § 52 Abs. 1 BFA-VG XXXX als Rechtsberater für das Beschwerdeverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht zur Seite gestellt.Mit Verfahrensanordnung vom 08.05.2014 wurde den Beschwerdeführern gemäß Paragraph 52, Absatz eins, BFA-VG römisch 40 als Rechtsberater für das Beschwerdeverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht zur Seite gestellt. 1.5. Gegen diese Bescheide erhoben die Beschwerdeführer durch ihren Rechtsberater als gewillkürten Vertreter am 20.05.2014 Beschwerde. Die Beschwerden und die Bezug habenden Verwaltungsakte langten am 30.05.2014 beim Bundesverwaltungsgericht ein. Mit Eingabe vom 21.01.2016 legten die Beschwerdeführer ein Konvolut an medizinischen Befunden betreffend die Zweitbeschwerdeführerin und den Fünftbeschwerdeführer vor. Am 25.02.2016 und 26.02.2016 führte das Bundesverwaltungsgericht eine öffentliche mündliche Beschwerdeverhandlung durch, an der das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl nicht teilnahm. Die Zweitbeschwerdeführerin machte in der mündlichen Verhandlung folgende Angaben: "R: Ich entnehme dem Akt des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl (BFA), dass Sie XXXX heißen, geb. am XXXX , Staatsangehörigkeit:"R: Ich entnehme dem Akt des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl (BFA), dass Sie römisch 40 heißen, geb. am römisch 40 , Staatsangehörigkeit: Russische Föderation, Volksgruppe: Tschetschenin, moslemischer Glaube, traditionell seit 2000 verheiratet, standesamtlich nicht verheiratet, drei Kinder mit P1. Ist das korrekt? P2: Ja. R: Wie geht es Ihnen gesundheitlich (sowohl in psychischer als auch in physischer Hinsicht): Sind sie insbesondere in ärztlicher Behandlung, befinden Sie sich in Therapie, nehmen Sie Medikamente ein? P2: Derzeit leide ich unter Gastritis. Ich muss 6 Wochen Vitamin B12 einnehmen. R: Was heißt das? P2: 6 Wochen lang muss ich Vitamin B12 einnehmen. R: Und was ist nach den 6 Wochen? P2: Das ist sehr gefährlich, wenn man Vitamin B12-Mangel hat. Da mein Körper das nicht aufnimmt, muss ich Vitamin B12 zusätzlich einnehmen. R: Was ist dann nach diesen 6 Wochen, setzen Sie dann das Vitamin ab? P2: Das Vitamin B muss ich ständig einnehmen. In 6 Wochen muss ich zum Arzt zwecks Kontrolle. Ich muss dieses Vitamin mein ganzes Leben einnehmen (Ergänzung: Alle 6 Wochen muss ich Vitamin B in Injektionsform einnehmen). R: Wie geht es Ihren Kindern gesundheitlich? Sind sie insbesondere in ärztlicher Behandlung, befinden Sie sich in Therapie, nehmen Sie Medikamente ein? P2: Nein. Der Ältere war nicht in Behandlung. Bei dem jüngeren war es so, dass man uns empfohlen hat, zum Orthopäden zu gehen. Man hat im Kindergarten darauf hingewiesen, dass etwas mit dem Gang des Kindes nicht stimmt und wir zum Orthopäden gehen sollen. R: Und was hat der Orthopäde entschieden? P2: Wir waren gestern bei einem Termin. Er hat gesagt, dass das Kind unter ständiger Kontrolle bleiben muss. Wenn die Muskulatur besser wird, wird der Zustand des Kindes besser. Im Moment muss er unter Kontrolle bleiben (Ergänzung: Es wird Kontrollen geben). R: Gibt es Beweismittel oder sonstige Unterlagen, die Sie heute in Ihrem Verfahren oder in denen Ihrer Kinder vorlegen möchten? P2: Ich verstehe die Frage nicht. Fragen Sie mich nach Integrationsunterlagen? P2 gibt der R diese.
- o)Empfehlungsschreiben des Unterkunftgebers
- o)Empfehlungsschreiben von Nachbarn
- o)Empfehlungsschreiben von Nachbarn
- o)Schülerbeschreibung der Drittbeschwerdeführerin
- o)Empfehlungsschreiben der Kindergartenleiterin
- o)Empfehlungsschreiben des Teams Lernhilfe und Deutschkurs inkl. Fotodokumentation, betreffend Teilnahme an einem Sozialprojekt der Schule der Drittbeschwerdeführerin sowie die Übung Darstellendes Spiel
- o)Führerschein des Erstbeschwerdeführers
- o)und die XXXX Fußballmannschaft des Viertbeschwerdeführerso) und die römisch 40 Fußballmannschaft des Viertbeschwerdeführers
- o)Empfehlungsschreiben des Bürgermeisters Die Unterlagen werden in Kopie zum Akt genommen und im Original wieder ausgefolgt. R: Haben Sie auch Zeugnisse betreffend die Kinder und Deutschkurse? P2: Nein, aber wir versuchen derzeit einen Kurs. R: Auf welchem Niveau? P2: Das ist der erste Kurs. R: Sprechen Sie Deutsch? P2: Ein bisschen. R (ohne Verdolmetschung): Wo genau wohnen Sie? P2: Ich wohne in XXXX .P2: Ich wohne in römisch 40 . R: Wie gefällt es Ihnen dort? P2: Können Sie dolmetschen? (Russisch). R: Fühlen Sie sich dort wohl? P2: Ich fühle gut. R: Was machen Sie tagsüber? P2: Wie? R: Wie verbringen Sie Ihren Tag? P2 (Russisch): Es ist jetzt schwer für mich, Sie zu verstehen, ich bin aufgeregt. Mit Verdolmetschung: R: Seit wann befinden Sie sich in Österreich? P2: Seit dem 31. Dezember 2012 gegen Mittag. R: Haben Sie seit Ihrer Asylantragstellung in Österreich das Bundesgebiet einmal verlassen? P2: Nein. R: Besitzen Sie außer dem asylrechtlichen Aufenthaltstitel in Österreich noch ein weiteres Aufenthaltsrecht? P2: Wie meinen Sie das? R: Haben Sie ein Visum, eine Niederlassungsbewilligung? P2: Nein. R: Leben Sie in Österreich allein oder mit jemandem zusammen? P2: Ich lebe mit meinem Mann. Ich lebe mit meinem Mann und mit meiner Familie. R: Wen bezeichnen Sie mit Ihrer Familie? P2: Mein Mann und meine Kinder leben hier. R: Haben Sie in Österreich oder in anderen Staaten außerhalb Ihres Herkunftsstaates noch Verwandte? P2: Nein. Mein Mann hat Verwandte (Anmerkung: P2 meint Verwandte außerhalb von Tschetschenien aber in der Russischen Föderation). R: Welche Verwandte hat Ihr Mann, die außerhalb des Herkunftsstaates, außerhalb von Russland, leben? P2: Mein Bruder. Mein Bruder lebt hier. Er ist hier anwesend (Anmerkung: P2 meinte ihre Verwandten). R: Wie gestaltet sich der Kontakt zu Ihrem Bruder und dessen Familie? P2: Ein völlig normaler Kontakt. Wir telefonieren miteinander. R: Wie gestaltete sich der Kontakt mit Ihrem Bruder 2004-2012, als Sie in der Russischen Föderation waren und Ihr Bruder hier? P2: Sie meinen, ob ich zu der Zeit den Kontakt zu meinem Bruder hatte? R: Ja. P2: Nicht wirklich. Moment. Ich habe die Informationen über ihn von meinen Verwandten erfahren. R: Was meinen Sie damit? P2: Wenn wir Verwandte anrufen, fragen wir, wie es ihnen geht und was so läuft. R: Sie hatten keinen direkten Kontakt zu Ihrem Bruder, sondern nur über Verwandte? P2: Wenn ich Verwandte, meine Mutter, besucht habe, dann habe ich einfach erfahren, wie es ihm geht. Das bezieht sich auch auf meine anderen Geschwister. Wir leben nicht zusammen. R: Haben Sie bis vor 2004 mit Ihrem Bruder zusammengelebt, bis er ausreiste? P2: Ja. Er hat sich versteckt gehalten in Dagestan. Vorher haben wir auch nicht zusammen gelebt. Ich war verheiratet. Ich lebte in einem anderen Dorf. Ich bin zu meinen Eltern gefahren, um sie zu besuchen. R: Haben Sie in Österreich bislang eine Berufstätigkeit oder ehrenamtliche Tätigkeiten ausgeübt? P2: Nein. R: Wovon bestreiten Sie derzeit Ihren Lebensunterhalt? P2: Die Unterkunft und das Geld für das Essen bekommen wir. Auch das Geld für die Bekleidung bekommen wir. R: Haben Sie versucht (sei es erfolgreich oder erfolglos), Ihre Selbsterhaltungsfähigkeit herzustellen, das heißt, Arbeit zu finden? P2: Wir haben keine Bewilligung. Ich darf nicht arbeiten. R: Haben Sie eine Ausnahmebewilligung, Saisonarbeit oder im Tourismus erhalten? P2: Ich darf nicht. Wieso sollte ich mich trotzdem darum bemühen? R: Welche Sprachen sprechen Sie? P2: Ich spreche meine Muttersprache und Russisch. R: In welcher Sprache unterhalten Sie sich zu Hause? P2: In meiner Muttersprache Tschetschenisch. R: Besuchen Sie in Österreich andere Kurse, eine Schule oder Universität? P2: Ich wollte auch einen Platz in einer Sprachschule bekommen, damit ich die Sprache wirklich ordentlich erlernen kann. Ich kann nur einen Kurs, keinen Platz in einer Sprachschule bekommen. Ich versuche selbst Deutsch zu Hause lernen. Wenn es eine Sprachschule gäbe, würde ich gerne in einer Sprachschule Deutsch lernen. R: Wie verbringen Sie den Alltag? P2: In der Früh schicke ich zuerst die Kinder in die Schule und in den Kindergarten, dann putze ich zu Hause, dann lerne ich Deutsch, dann koche ich, bis die Kinder nach Hause kommen und Mittagessen. Die Kinder spielen miteinander. Dann setzen wir uns gemeinsam hin und machen die Hausaufgaben. Dann sehen wir uns einen Film an oder lesen Bücher und dann lege ich die Kinder schlafen. R: Wie nehmen Sie am sozialen Leben in Österreich teil (Mitgliedschaft bei Vereinen, Organisationen, ehrenamtliches Engagement, etc.)? P2: Wie meinen Sie das? R: Wie agieren Sie mit der Gesellschaft und sich? Sind Sie bei Vereinen, Organisationen, engagieren Sie sich ehrenamtlich? P2: Ich kenne hier keine Organisationen. Ich habe mit Leuten Kontakt, die Kurse besuchen, manchmal auch mit den Nachbarn. R: Haben Sie eine andere, besondere Bindung an Österreich, von der das Gericht noch keine Kenntnis hat und die berücksichtigt werden sollte? P2: Mich verbindet, Mir gefallen die Leute hier, die Sprache an sich, die Kultur, die zwischenmenschliche Kommunikation. R: Sind Sie in Österreich und Ihrem Herkunftsland strafgerichtlich unbescholten? P2: Ich bin unbescholten. R: Sind Sie auf andere Art und Weise mit der österreichischen Rechtsordnung in Konflikt geraten? P2: Nein. R: Ihre Tochter XXXX ist XXXX Jahre alt. Wann ist sie nach Österreich eingereist mit Ihnen zusammen?R: Ihre Tochter römisch 40 ist römisch 40 Jahre alt. Wann ist sie nach Österreich eingereist mit Ihnen zusammen? P2: Zusammen mit mir. R: Wo und mit wem zusammen hat XXXX vor der Ausreise zusammengelebt?R: Wo und mit wem zusammen hat römisch 40 vor der Ausreise zusammengelebt? P2: Mit mir. R: XXXX hat den Herkunftsstaat im Alter von XXXX Jahren verlassen. Hat sie in der Russischen Föderation eine Kinderkrippe, einen Kindergarten, eine Vorschule oder die Schule besucht?R: römisch 40 hat den Herkunftsstaat im Alter von römisch 40 Jahren verlassen. Hat sie in der Russischen Föderation eine Kinderkrippe, einen Kindergarten, eine Vorschule oder die Schule besucht? P2: Sie hat den Kindergarten nicht, aber die Schule besucht. R: Hat Ihre Tochter seit der Asylantragstellung Österreich einmal verlassen? P2: Nein. R: Verfügt sie über ein Aufenthaltsrecht außerhalb des Asylverfahrens? P2: Nein. R: Besucht sie hier die Schule? Spricht sie deutsch? P2: Ja. R: Welche Klassen hat sie in Österreich besucht? P2: auf Deutsch: Mittelschule 2. Klasse. R: Können Sie Zeugnisse vorlegen, oder wird Ihre Tochter nicht beurteilt? P2: Zu Hause haben wir sie. Ich wusste nicht, dass wir sie mitnehmen sollen. P2 wird ersucht die Zeugnisse ihrer Kinder binnen 2 Wochen vorzulegen. R überzeugt sich von den guten Deutschkenntnissen von P3 [nicht geladen, aber im Verhandlungssaal anwesend]. R: Was machen Sie außer der Schule? P3: Ich gehe in der Schule auch in Darstellendes Spiel. Da machen wir so Theaterspiele. Ich bin auch in Englisch Action gegangen. Da haben wir Englisch gelernt und das hat Spaß gemacht. R: Und die Schule in Tschetschenien hat die auch Spaß gemacht? P3: Ja. R: Ist es für Sie in Ordnung, dass ich die Aussage Ihrer Tochter zu Protokoll nehme? P2: Das ist kein Problem. R: Sind Sie Mitglied in einem Verein? P3: Ich bin beim Theater. Aber sonst nichts. R: Wie verbringen Sie Ihren Alltag? P3: In der Früh gehe ich in die Schule, ich lerne, esse, dann schaue ich fern. R: Was ist Ihre Lieblingssendung? P3: Ein Film. R: Was ist Ihr Lieblingsfilm? P3: Mir gefällt alles. P2 wird weiter einvernommen. R: Ihr Sohn XXXX ist XXXX Jahre alt. Wann ist er nach Österreich eingereist?R: Ihr Sohn römisch 40 ist römisch 40 Jahre alt. Wann ist er nach Österreich eingereist? P2: Er ist mit mir eingereist. R: Wo und mit wem hat XXXX vor der Ausreise zusammengelebt?R: Wo und mit wem hat römisch 40 vor der Ausreise zusammengelebt? P2: Mit mir, alle meine Kinder haben mit mir zusammen gelebt. R: XXXX hat den Herkunftsstaat im Alter von 6 Jahren verlassen. Hat er in der Russischen Föderation eine Kinderkrippe, einen Kindergarten, eine Vorschule oder die Schule besucht?R: römisch 40 hat den Herkunftsstaat im Alter von 6 Jahren verlassen. Hat er in der Russischen Föderation eine Kinderkrippe, einen Kindergarten, eine Vorschule oder die Schule besucht? P2: Ja. Einen Kindergarten hat er besucht. Auch hier hat er eine kurze Zeit den Kindergarten besucht, dann ist er in die Schule gegangen. R: Hat er seit der Asylantragstellung Österreich einmal verlassen? P2: Nein. R: Verfügt er über ein Aufenthaltsrecht außerhalb des Asylverfahrens? P2: Nein. R: Welche Schule besucht er? P2: 3. Klasse Volksschule. R: Wie geht es ihm mit Deutsch? P2: Sehr gut. Er spricht ganz normal. R: Besucht er abgesehen davon Kurse (Tanzgruppen, Musikschule, ) o. ä.? P2: Er trainiert Fußball. Er geht auch mit uns in Deutschkurse. R: Wie oft trainiert er Fußball? P2: Früher war es am Dienstag und Donnerstag, jetzt am Donnerstag, je nachdem was der Trainer festlegt. Das ist ein Schul-Fußballteam. Wenn sie einen Pokal gewinnen, dürfen sie diesen 1 Woche behalten und müssen dann der Schule den Pokal übergeben. Wenn es ein Fußballspiel gibt, dann kommt er später nach Hause. R: Was heißt das? P2: Der Klub gehört zur Schule. Manchmal bekommt er auch Geschenke, zum Beispiel einen Fußball. R: Wie verbringt er den Alltag? P2: Er besucht die Schule. Manchmal kommt er später, weil er Fußballtraining hat, dann isst er, macht seine Hausaufgaben, spielt und sieht fern. Dann isst er das Abendessen. Dann geht er schlafen. R: Ihr Sohn XXXX ist XXXX Jahre alt und auch mit Ihnen eingereist. Ist das korrekt?R: Ihr Sohn römisch 40 ist römisch 40 Jahre alt und auch mit Ihnen eingereist. Ist das korrekt? P2: Ja. R: Wo und mit wem hat XXXX vor der Ausreise zusammengelebt?R: Wo und mit wem hat römisch 40 vor der Ausreise zusammengelebt? P2: Auch mit mir. R: XXXX hat den Herkunftsstaat im Alter von 2 Jahren verlassen. Hat er in der Russ[is]chen Föderation eine Kinderkrippe besucht?R: römisch 40 hat den Herkunftsstaat im Alter von 2 Jahren verlassen. Hat er in der Russ[is]chen Föderation eine Kinderkrippe besucht? P2: Nein. Bis zum 3. Lebensjahr besucht man dort keinen Kindergarten. Es gibt sehr viele Kinder. R: Hat er seit der Asylantragstellung Österreich einmal verlassen? P2: Nein. R: Verfügt er über ein Aufenthaltsrecht außerhalb des Asylverfahrens? P2: Nein. R: Besucht er den Kindergarten oder sonstige Kurse in Österreich? P2: Ja. Er besucht derzeit einen Kindergarten. R: Das wievielte Jahr geht er jetzt in den Kindergarten? P2: Das 3. Jahr. R: Das ho. Gericht kann sich nunmehr ein Bild über Ihre privaten und familiären Bindungen in Österreich machen und erscheinen hierzu seitens des ho. Gerichts keine weiteren Fragen offen. Wollen Sie sich noch weitergehend zu Ihren privaten und familiären Bindungen in Österreich bzw. Ihrer Integration bzw. der Ihrer Kinder äußern? P2: Ich möchte nur sagen, dass wir hierbleiben wollen. Wir wollen, dass die Kinder eine gute Ausbildung bekommen. R: Schildern Sie mir bitte kurz Ihren Lebenslauf vor der Ausreise nach Österreich: Wo lebten Sie im Laufe Ihres Lebens, mit wem lebten Sie zusammen, welche Ausbildung haben Sie gemacht, wie haben Sie Ihren Lebensunterhalt bestritten? P2: Ich wurde am XXXX geboren. Ich wurde im Dorf XXXX, XXXX geboren. 1979 habe ich mit dem Besuch der Grundschule in unserem Dorf be[g]ommen. 1989 habe ich die Schule abgeschlossen. Im gleichen Jahr habe ich begonnen, an der XXXX Schule für künstlerische Berufe zu lernen. Ich habe dort 1 Jahr lang gelernt. Dann habe ich eine Arbeit gefunden. Ich habe Kinder unterrichtet. Ich habe in einer Kunstschule bis 1994 gearbeitet. Die Lage war damals so, dass man keine Gehälter bekommen hat. Man musste hinfahren, aber man hat kein Geld dafür bekommen. Man hat auch Geld für die Reise zum Arbeitsplatz bekommen. Deswegen konnte ich dort nicht mehr arbeiten. Das Gehalt wurde nicht mehr ausbezahlt. Nach dem Krieg in Tschetschenien im Jahr 2008 habe ich begonnen 1998 habe ich mit dem Studium an der XXXX Universität begonnen. Das war die Fakultät XXXX. 2003 habe ich es abgeschlossen.P2: Ich wurde am römisch 40 geboren. Ich wurde im Dorf römisch 40 , römisch 40 geboren. 1979 habe ich mit dem Besuch der Grundschule in unserem Dorf be[g]ommen. 1989 habe ich die Schule abgeschlossen. Im gleichen Jahr habe ich begonnen, an der römisch 40 Schule für künstlerische Berufe zu lernen. Ich habe dort 1 Jahr lang gelernt. Dann habe ich eine Arbeit gefunden. Ich habe Kinder unterrichtet. Ich habe in einer Kunstschule bis 1994 gearbeitet. Die Lage war damals so, dass man keine Gehälter bekommen hat. Man musste hinfahren, aber man hat kein Geld dafür bekommen. Man hat auch Geld für die Reise zum Arbeitsplatz bekommen. Deswegen konnte ich dort nicht mehr arbeiten. Das Gehalt wurde nicht mehr ausbezahlt. Nach dem Krieg in Tschetschenien im Jahr 2008 habe ich begonnen 1998 habe ich mit dem Studium an der römisch 40 Universität begonnen. Das war die Fakultät römisch 40 . 2003 habe ich es abgeschlossen. R: Warum haben Sie die Schule in XXXX besucht?R: Warum haben Sie die Schule in römisch 40 besucht? P2: In Tschetschenien gab es damals so eine Schule nicht, daher habe ich sie in XXXX gemacht. 2 Jahre später wurde eine Fakultät XXXX an der Hochschule eröffnet. Das war die Fakultät XXXX.P2: In Tschetschenien gab es damals so eine Schule nicht, daher habe ich sie in römisch 40 gemacht. 2 Jahre später wurde eine Fakultät römisch 40 an der Hochschule eröffnet. Das war die Fakultät römisch 40 . R: Haben Sie damals auch in XXXX gelebt?R: Haben Sie damals auch in römisch 40 gelebt? P2: Ja. Das war zu weit, um hin- und herzufahren. R: Haben Sie da bei Verwandten gelebt, haben Sie sich eine Wohnung gemietet? P2: Wir haben eine Wohnung gemietet. R: Wer ist "wir"? P2: Ich. Mit mir haben auch andere Leute dort gelebt, bis sie aufgenommen w[u]rden, als sie aufgenommen wurden, sind sie in der Wohnung nicht mehr geblieben. Mit einer russischen "Großmutter", im Sinne einer älteren Dame lebte ich dann. R: Sie haben gesagt Sie haben gearbeitet bis 1994. War das auch in XXXX? P2: Nein, in Tschetschenien im Dorf XXXX. Dort habe ich in der Filiale der Kunstschule in XXXX gearbeitet.P2: Nein, in Tschetschenien im Dorf römisch 40 . Dort habe ich in der Filiale der Kunstschule in römisch 40 gearbeitet. R: Was haben Sie dann 1994 bis 1998 gemacht? P2: So wie alle war ich damals zu Hause, es hat Kriegshandlungen gegeben. Es war sehr gefährlich. Überall gab es Bombardierungen und Schießereien. Wir sind weggefahren und wieder zurückgekommen. Wir waren auch in Dagestan. Es war nämlich sehr gefährlich, immer dort zu bleiben. R: Haben Sie seit 1994 wieder einen Beruf ausgeübt? P2: Nein. R: Wie haben Sie in der Russischen Föderation ab diesem Zeitpunkt dann Ihr Leben finanziert? P2: So wie das ganze Volk habe ich versucht, irgendwie durchzukommen. Es gab keine Gehälter, es war eine sehr schwere Zeit. Wenn es die Möglichkeit dazu gab, nahmen wir Gelegenheitsjobs an. R: Welche Gelegenheitsjobs haben Sie gemacht? P2: Nicht ich. Noch etwas: Ich habe auch genäht, wie soll ich das sagen? Ich habe auch eine Änderungsschneiderei betrieben. Wenn etwas zum Ändern war, habe ich das auch gemacht, jetzt ist mir das eingefallen. R: Hat diese schwierige finanzielle Situation bis zu Ihrer Ausreise angehalten? P2: Nein. Nachher habe ich geheiratet. Ich bin quasi zu der anderen Familie gekommen, mein Mann hat gearbeitet. R: Besitzen Sie im Herkunftsstaat noch eine Wohnung, ein Haus, oder sonstige Unterkunft bzw. nennenswertes Vermögen? P2: Ja. Ein Haus. R: Ist das das Haus, in dem Sie zuvor gelebt haben? P2. Ja. R: Haben Sie in der Russischen Föderation jemals außerhalb von Tschetschenien oder XXXX gelebt?R: Haben Sie in der Russischen Föderation jemals außerhalb von Tschetschenien oder römisch 40 gelebt? P2: Nein. R: Schildern Sie mir bitte, wie Sie Ihre Flucht organisiert haben! P2: Nach den Vorfällen war es gefährlich für uns dort zu bleiben. Wir wussten dann bereits, dass wir wegfahren mussten. Die Ausreise wurde von der Schwägerin (Schwester meines Mannes) organisiert. Wir wussten, dass wir ausreisen müssen. Sie hat Kontakt zu dem Schlepper aufgenommen. R: Wie heißt die Schwägerin? P2: XXXX.P2: römisch 40 . P2 setzt fort: Sie hat eine Nummer gefunden, sie hat dort angerufen und die Vereinbarung getroffen. Man hat für jedes Kind 1.000 Euro gefordert und für mich 1.500 Euro. Als der Mann erfahren hat, dass wir keine Auslandspässe haben, hat er gesagt, dass wir noch 1.000 bezahlen müssen und dass das notwendig ist, weil er das sonst nicht machen wird. Wir waren damit einverstanden. Wir sahen keinen anderen Ausweg. Am 26. DEZEMBER sind wir ausgereist aus Tschetschenien. Von XXXX aus haben wir die Ausreise angetreten. Um 06.00 Uhr in der Früh war das. Mit einem Kleinbus fuhren wir. Wir sind nach XXXX gefahren. Gegen 11.00 Uhr waren wir dort. Dann habe ich die Fahrkarten für den Zug nach KIEW genommen. Am 27. am Abend sind wir in KIEW angekommen. Der Schlepper hat auf uns dort gewartet. Er hat uns dann in eine Wohnung gebracht. Wir waren dort bis zum 30. DEZEMBER. Dann am 30. DEZEMBER um 08.00 Uhr, sind wir weiter gereist und zwar nach Österreich. Gegen Mittag waren wir schon hier.P2 setzt fort: Sie hat eine Nummer gefunden, sie hat dort angerufen und die Vereinbarung getroffen. Man hat für jedes Kind 1.000 Euro gefordert und für mich 1.500 Euro. Als der Mann erfahren hat, dass wir keine Auslandspässe haben, hat er gesagt, dass wir noch 1.000 bezahlen müssen und dass das notwendig ist, weil er das sonst nicht machen wird. Wir waren damit einverstanden. Wir sahen keinen anderen Ausweg. Am 26. DEZEMBER sind wir ausgereist aus Tschetschenien. Von römisch 40 aus haben wir die Ausreise angetreten. Um 06.00 Uhr in der Früh war das. Mit einem Kleinbus fuhren wir. Wir sind nach römisch 40 gefahren. Gegen 11.00 Uhr waren wir dort. Dann habe ich die Fahrkarten für den Zug nach KIEW genommen. Am 27. am Abend sind wir in KIEW angekommen. Der Schlepper hat auf uns dort gewartet. Er hat uns dann in eine Wohnung gebracht. Wir waren dort bis zum 30. DEZEMBER. Dann am 30. DEZEMBER um 08.00 Uhr, sind wir weiter gereist und zwar nach Österreich. Gegen Mittag waren wir schon hier. R: Wer hat sich in diesem Mikrobus befunden? Wer war in diesem Bus? P2: Die normalen Leute wahrscheinlich, andere Passagiere. R: Sie haben gesagt, Sie haben die Ausreise von XXXX angetreten. Wie sind Sie von Ihrem zu Hause nach XXXX gekommen?R: Sie haben gesagt, Sie haben die Ausreise von römisch 40 angetreten. Wie sind Sie von Ihrem zu Hause nach römisch 40 gekommen? P2: Mein Bruder hat mich von zu Hause nach XXXX gebracht. Die weitere Reise habe ich bereits geschildert.P2: Mein Bruder hat mich von zu Hause nach römisch 40 gebracht. Die weitere Reise habe ich bereits geschildert. R: Gab es Probleme, als Sie die Zugtickets gekauft haben? P2: Nein. R: Gab es Probleme bei der Ausreise aus der Russischen Föderation? P2: Nein. R: Hat Ihr Bruder Sie direkt von Ihrem Zu Hause nach XXXX gebracht, haben Sie sich dazwischen woanders aufgehalten?R: Hat Ihr Bruder Sie direkt von Ihrem Zu Hause nach römisch 40 gebracht, haben Sie sich dazwischen woanders aufgehalten? P2: Nein. Ich war in meinem Elternhaus und von dort hat er uns geholt. R: Wie haben Sie von Ihrem Elternhaus aus Kontakt mit Ihrer Schwägerin gehabt? P2: Sie ist einmal zu mir gekommen. R: Und wie lange haben Sie sich in Ihrem Elternhaus aufgehalten? P2: Nach den Ereignissen, am 11. und 14. DEZEMBER, hatte ich Angst, zu Hause zu bleiben. Deswegen bin ich zu meinen Eltern gefahren und bin dort geblieben. Die Verwandten haben gesagt, dass ich zur Mutter gehen soll. R: Hatten Sie Probleme in der Zeit, als Sie bei Ihren Eltern waren? P2: Nein. R: War Österreich Ihr Zielstaat? Wenn ja: Warum? P2: Es ist ja schwer für eine Frau, die alleine mit den Kindern reist. Mein Bruder und meine Verwandten haben entschieden, dass ich hierher kommen soll. R: Heißt das, Ihre Eltern haben mit Ihrer Schwägerin Ihre Ausreise organisiert? P2: Wir haben das alles zusammen entschieden, dass mein weiterer Verbleib dort nicht möglich ist und dass ich wegfahren muss. R: Haben Sie noch Verwandte im Herkunftsstaat? P2: Ja. R:Welche? P2: Derzeit leben dort meine Mutter, 2 Schwestern von mir, 2 Brüder und auch die Familie des Bruders, der ums Leben gekommen ist, und auch die Kinder von ihnen. R: Wo leben diese alle? Wo leben Ihre Verwandten? P2: Meine Brüder leben in dem Dorf, in dem meine Eltern leben. Eine Schwester lebt in XXXX. Die ältere Schwester war im Dorf XXXX verheiratet. Ihr Mann ist dann verstorben und nach dem Tod ihres Mannes hat sie bei unseren Eltern gelebt mit zwei Töchtern. Sie hatte auch noch einen Sohn. Aber nachdem der Vater, ihr Mann, gestorben ist, ist auch der Sohn gestorben. Die ältere Schwester ist verstorben. Sie hat ebenfalls bei der Mutter gelebt.P2: Meine Brüder leben in dem Dorf, in dem meine Eltern leben. Eine Schwester lebt in römisch 40 . Die ältere Schwester war im Dorf römisch 40 verheiratet. Ihr Mann ist dann verstorben und nach dem Tod ihres Mannes hat sie bei unseren Eltern gelebt mit zwei Töchtern. Sie hatte auch noch einen Sohn. Aber nachdem der Vater, ihr Mann, gestorben ist, ist auch der Sohn gestorben. Die ältere Schwester ist verstorben. Sie hat ebenfalls bei der Mutter gelebt. R: Sie haben eine Vorehe nach islamischem Ritus geschlossen. Ist das korrekt? P2: Ja. R: Von wann bis wann waren Sie das erste Mal nach traditionellem Ritus verheiratet, entstammen dieser islamischen Ehe Kinder und haben Sie Kontakt zu Ihrem Ex-Mann nach islamischem Ritus? P2: Kontakt habe ich nicht und es gibt auch keine Kinder. P2 denkt nach, wann das war. P2: Ich muss mich erst erinnern. Moment. Ich bemühe mich, mich zu erinnern. 1994 war das, glaube ich. Genau kann ich es nicht mehr angeben. Ich glaube, dass das 1994 war (Ergänzung: Ich war nicht lange verheiratet, nur 3-4 Monate. Ich möchte mich an dieses Datum auch nicht erinnern). R: Haben Sie aktuell Probleme wegen dieser Ehe? P2: Nein, überhaupt nicht. Ich kann mich an das Jahr nicht erinnern. Ich weiß aber den Monat. R: Wie geht es Ihren Verwandten im Herkunftsstaat, in der Russischen Föderation? P2: Wie meinen Sie das? R: Haben sie Probleme, wie geht es ihnen so? P2: Sie arbeiten alle, sie ernähren ihre Familie, wie gewöhnlich, ja. R: Haben Sie Kontakt zu Ihren Verwandten im Herkunftsstaat und wenn ja, wie und wie oft? P2: Ich habe telefonischen Kontakt mit meinen Verwandten. [nach der Rückübersetzung] P2: Es gab eine Unklarheit. Sie haben zum Kontakt mit meinem Bruder gefragt. Ich habe mich jetzt erinnert, wie das war. Ich hatte selten Kontakt mit meinem Bruder. Ich möchte etwas klären, was mein Kind anbelangt: Ich habe mich kurz gehalten, was den Gesundheitszustand meines Sohnes betrifft. Soll ich das genauer schildern? R: Ja. Bitte. P2: Wir haben uns an den Orthopäden gewandt. Er schickte einen Neurologen, der das Kind untersuchte. Er hat dann die entsprechenden Unterlagen an den Orthopäden geschickt. Man hat dann festgestellt, dass es besser wäre, wenn man vom Kopf ein Ultraschall und MRT durchführen würde. Mit den Dokumenten sollten wir wieder zum Orthopäden kommen. Gestern waren wir beim Orthopäden. Er hat gemeint, dass er eine schwache Muskulatur hat und unter Kontrolle bleiben soll. Es werden immer neue Termine ausgemacht und wir sollen diese Termine wahrnehmen. Der Arzt wird dann kontrollieren, wie sich das Kind entwickelt. Das ist alles. [ ] R: Sie wurden bereits beim Bundesasylamt bzw. bei den Organen des öffentlichen Sicherheitsdienstes niederschriftlich einvernommen. Wie würden Sie die dortige Einvernahmesituation beschreiben? P2: Sprechen Sie über den 1. Fall? R: Nein. Sie wurden in Österreich bei der Polizei und beim Bundesamt einvernommen. P2: Die Polizei und die D[olmetscherin]. Es war alles in Ordnung. R: Haben Sie bei Ihren bisherigen Aussagen vor der Polizei im Rahmen der Erstbefragung und dem Bundesasylamt immer die Wahrheit gesagt oder möchten Sie etwas richtig stellen oder ergänzen? P2: Ich habe die Wahrheit angegeben. R: Hat sich an den Gründen Ihrer Asylantragstellung seit Erhalt des angefochtenen Bescheids im Mai 2014 etwas geändert? P2: Nein. R: Ist Ihnen der Inhalt der Beschwerdeschrift bekannt? P2: Nein. R: Haben Sie im Zuge der Verhandlungsvorbereitung die Beschwerde erörtert mit Ihrer Vertreterin? P2: Darüber haben wir nicht gesprochen, doch, haben wir schon gesprochen. R: Halten Sie den Inhalt der Beschwerdeschrift und die dort gestellten Anträge aufrecht? P2: Ja. R: Haben Sie sich im Herkunftsland politisch betätigt und/oder waren Sie Mitglied einer politischen Partei oder Bewegung? P2: Nein. R: Gehörten Sie jemals einer bewaffneten Formation an? P2: Ich? R: Ja. P2: Nein. R: Wurden Sie auf Grund Ihrer Rasse, Nationalität bzw. Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe, weil Sie zum Beispiel eine Frau sind, verfolgt in der Russischen Föderation? P2: Nein. R: Wurden Sie aus religiösen Gründen verfolgt? P2: Ja, das wollte ich gerade sagen. Mir ist das einfach nicht eingefallen. Ich wurde aus religiösen Gründen nicht verfolgt. R hält die Bekleidung der P2 fest: Die P2 trägt ein doppellagiges blaues Kopftuch, das Hals und Haar bedeckt, einen langen Rock und eine Jacke. R: Hatten Sie selbst sonstige Probleme mit den staatlichen Behörden (zB der Polizei) Ihres Herkunftslandes? P2: Außer denen? R: Außer den geschilderten. P2: Nein. R: Wurden Sie jemals selbst festgenommen? P2: Nein. R: Haben Sie eigene Fluchtgründe (nicht die Ihres Gatten)? P2: Meine Probleme sind mit den Problemen meines Mannes verbunden. R: Haben Ihre Kinder Fluchtgründe, die von Ihrem Gatten unabhängig sind? P2: Außer diesen Problemen nein. R: Können Sie mir konkret schildern, warum Sie den Herkunftsstaat verlassen mussten? P2: Mein Mann hat 2 Männer transportiert. Er brachte sie nach XXXX. Dort gibt es eine Grenze. Auf unserer Seite gibt es einen tschetschenischen Posten. Mein Mann hat mir erzählt, dass er dort angehalten wurde, ich weiß keine Details. Er hat mir erzählt, dass er mitgenommen wurde zur Polizei und dass er dort verhört wurde. Sie haben dort auf andere Militärangehörige gewartet. Er wurde verhört. Dann ist er nach Hause gekommen. Nach einigen Tagen hat er eine Ladung bekommen, dass er im zentralen, ich weiß nicht mehr, wie das heißt, zu erscheinen hat. Er ging dorthin. Ich weiß nicht, was gesprochen wurde. Ich weiß, dass mein Mann bedroht wurde und man 1 Mio. Rubel von ihm gefordert hat. Er ist dann nach Hause gekommen und sagte, dass er sich bemühen wird, diese Summe zusammen zu bringen. Man hätte ihn nicht frei gelassen, wenn er sich nicht einverstanden erklärt hätte. Er ist völlig fertig von dort gekommen. Er war nervös und stand unter Druck. Er sagte, dass man eine lange Zeit braucht, um so eine hohe Summe aufzustellen. Das hat uns sehr beunruhigt. Man hat ihm eine Zeit gegeben, bis zum 10.12, um das Geld zu zahlen. Wir haben uns bemüht, so wie wir konnten, aber das ist uns nicht gelungen. Wir haben das nicht geschafft. Er sollte an dem Tag das Geld bringen, aber es ist uns nicht gelungen, das Geld zusammen zu bringen. Am 11.12 sind die Leute zu uns nach Hause gekommen. Sie sind gekommen, einer hat mit mir gesprochen. Die anderen sind von einem Zimmer in das andere Zimmer gegangen, sie machten eine Durchsuchung. Der mit mir gesprochen hat, fragte, wann seine Arbeit zu Ende ist, wo er jetzt ist und wann er nach Hause kommt. Alle Zimmer wurden durchsucht. Dann sind die Leute weggegangen. Ich war eingeschüchtert und völlig durcheinander. Ich konnte nicht einmal ein normales Wort sprechen. Am 14. sind die Leute wütend gekommen. Sie haben wieder alles durchsucht und die Zimmer überprüft. Sie haben ihn nicht gefunden. Sie waren sehr wütend. Sie sagten, dass er unbedingt zu ihnen kommen muss, da sie mich holen werden und das Haus in Brand setzen werden und dann sind sie gegangen. Ich habe dann die Schwester meines Mannes angerufen. Ich habe gesagt, dass die Leute wieder kamen und sie mich bedrohten. Sie hat gesagt, dass ich in das Elternhaus kommen soll und dass sie auch dorthin kommen wird. Die Frau des Bruders meines Mannes ist auch gekommen, sie hat mir geholfen. Wir haben die Kinder genommen und das, was notwendig ist und dann sind wir dorthin gegangen. Danach ist es mir schlecht gegangen. Am nächsten Tag hatte ich Angst, dort zu bleiben. Ich bin in mein Elternhaus gefahren. Meine Verwandten haben sich sehr große Sorgen gemacht. Wir wussten, wie solche Sachen zu Ende gehen. Mein Bruder wurde auch so mitgenommen, während einer Hausdurchsuchung. Sie wissen, was weiter passiert ist. Wir haben die Entscheidung getroffen wegzufahren, weil das eine ernste Gefahr war. Das hat die ganze Familie entschieden.P2: Mein Mann hat 2 Männer transportiert. Er brachte sie nach römisch 40 . Dort gibt es eine Grenze. Auf unserer Seite gibt es einen tschetschenischen Posten. Mein Mann hat mir erzählt, dass er dort angehalten wurde, ich weiß keine Details. Er hat mir erzählt, dass er mitgenommen wurde zur Polizei und dass er dort verhört wurde. Sie haben dort auf andere Militärangehörige gewartet. Er wurde verhört. Dann ist er nach Hause gekommen. Nach einigen Tagen hat er eine Ladung bekommen, dass er im zentralen, ich weiß nicht mehr, wie das heißt, zu erscheinen hat. Er ging dorthin. Ich weiß nicht, was gesprochen wurde. Ich weiß, dass mein Mann bedroht wurde und man 1 Mio. Rubel von ihm gefordert hat. Er ist dann nach Hause gekommen und sagte, dass er sich bemühen wird, diese Summe zusammen zu bringen. Man hätte ihn nicht frei gelassen, wenn er sich nicht einverstanden erklärt hätte. Er ist völlig fertig von dort gekommen. Er war nervös und stand unter Druck. Er sagte, dass man eine lange Zeit braucht, um so eine hohe Summe aufzustellen. Das hat uns sehr beunruhigt. Man hat ihm eine Zeit gegeben, bis zum 10.12, um das Geld zu zahlen. Wir haben uns bemüht, so wie wir konnten, aber das ist uns nicht gelungen. Wir haben das nicht geschafft. Er sollte an dem Tag das Geld bringen, aber es ist uns nicht gelungen, das Geld zusammen zu bringen. Am 11.12 sind die Leute zu uns nach Hause gekommen. Sie sind gekommen, einer hat mit mir gesprochen. Die anderen sind von einem Zimmer in das andere Zimmer gegangen, sie machten eine Durchsuchung. Der mit mir gesprochen hat, fragte, wann seine Arbeit zu Ende ist, wo er jetzt ist und wann er nach Hause kommt. Alle Zimmer wurden durchsucht. Dann sind die Leute weggegangen. Ich war eingeschüchtert und völlig durcheinander. Ich konnte nicht einmal ein normales Wort sprechen. Am 14. sind die Leute wütend gekommen. Sie haben wieder alles durchsucht und die Zimmer überprüft. Sie haben ihn nicht gefunden. Sie waren sehr wütend. Sie sagten, dass er unbedingt zu ihnen kommen muss, da sie mich holen werden und das Haus in Brand setzen werden und dann sind sie gegangen. Ich habe dann die Schwester meines Mannes angerufen. Ich habe gesagt, dass die Leute wieder kamen und sie mich bedrohten. Sie hat gesagt, dass ich in das Elternhaus kommen soll und dass sie auch dorthin kommen wird. Die Frau des Bruders meines Mannes ist auch gekommen, sie hat mir geholfen. Wir haben die Kinder genommen und das, was notwendig ist und dann sind wir dorthin gegangen. Danach ist es mir schlecht gegangen. Am nächsten Tag hatte ich Angst, dort zu bleiben. Ich bin in mein Elternhaus gefahren. Meine Verwandten haben sich sehr große Sorgen gemacht. Wir wussten, wie solche Sachen zu Ende gehen. Mein Bruder wurde auch so mitgenommen, während einer Hausdurchsuchung. Sie wissen, was weiter passiert ist. Wir haben die Entscheidung getroffen wegzufahren, weil das eine ernste Gefahr war. Das hat die ganze Familie entschieden. R: Was persönlich würde Ihnen im Falle einer Rückkehr in den Herkunftsstaat drohen? P2: Dann kann man mich verhaften und warten, bis mein Mann sich stellt. Es gibt viele solche Fälle in Tschetschenien. Wenn man jemanden ergreifen will, wird die ganze Familie verschleppt und sogar umgebracht. R: Was würde passieren, wenn Sie (hypothetisch) an einen anderen Ort in der Russischen Föderation außerhalb Tschetscheniens zurückkehren müssten? P2: Was meinen Sie? R: Wenn Sie nicht nach Tschetschenien ziehen, sondern nach XXXX zu Ihrem Schwager?R: Wenn Sie nicht nach Tschetschenien ziehen, sondern nach römisch 40 zu Ihrem Schwager? P2: Das ist nicht möglich. Man würde mich dort nicht anmelden. In Russland ist es auch schwer, die Kinder in die Schule oder in den Kindergarten zu schicken. Das ist nur möglich, wenn man Bekannte hat, die einen hohen Posten bekleiden. R: Sind Sie aus wirtschaftlichen Gründen nach Österreich gekommen bzw. haben Sie in Österreich einen Antrag auf internationalen Schutz gestellt, damit Sie Ihre wirtschaftliche Situation verbessern? P2: Ich hätte das gemacht während des Krieges, als es aktive Kriegshandlungen gab. Wenn ich einen wirtschaftlichen Profit in das Auge gefasst hätte. Wir haben immer daran gedacht, dass man uns möglicherweise umbringen wird. Es hätte jede Sekunde passieren können. R: Sind Sie aus gesundheitlichen Gründen nach Österreich gekommen bzw. haben Sie in Österreich einen Antrag auf internationalen Schutz gestellt, damit Sie oder Ihre Kinder hier behandelt werden? P2: Nein. Ich habe früher nicht gewusst, dass ich Gastritis hatte und andere Probleme. R: Sie haben in der Untersuchung vor dem XXXX am 02.11.2015 angegeben, dass XXXX den ersten Krampfanfall im Jänner 2012 im Krankenhaus in Tschetschenien hatte, mit Schaum vor dem Mund, Verdrehen der Augen, Reklination des Kopfes sowie tonischem Zittern am ganzen Körper. Er habe insgesamt 6 derartige Krampfanfälle bis zur Ausreise im Dezember 2012 gehabt. Sie bleiben dabei, Ihr Ausreiseentschluss hat nichts mit dem Gesundheitszustand Ihres Sohnes zu tun gehabt?R: Sie haben in der Untersuchung vor dem römisch 40 am 02.11.2015 angegeben, dass römisch 40 den ersten Krampfanfall im Jänner 2012 im Krankenhaus in Tschetschenien hatte, mit Schaum vor dem Mund, Verdrehen der Augen, Reklination des Kopfes sowie tonischem Zittern am ganzen Körper. Er habe insgesamt 6 derartige Krampfanfälle bis zur Ausreise im Dezember 2012 gehabt. Sie bleiben dabei, Ihr Ausreiseentschluss hat nichts mit dem Gesundheitszustand Ihres Sohnes zu tun gehabt? P2: Ich bleibe dabei. Jedes 2. Kind ist in Tschetschenien krank. Die Kinder sind oft krank, bis sie 1 Jahr alt sind. R: Gibt es etwas, dass Sie bis dato noch nicht im Asylverfahren vorgebracht haben und angeben möchten? P2: Ich weiß es nicht. Ich glaube nicht, dass ich etwas ausgelassen habe. R: Hatten Sie Gelegenheit alles vorzubringen, was Sie vorbringen wollten? P2: Ja. R: Können Sie näher schildern, wie diese Ladung am 14.11.2012 zu Ihnen kam? P2: Wie immer in das Postfach. Meinen Sie wo? R: Können Sie mir die Szene so schildern, dass ich sie mir vorstellen kann? P2: Wenn man etwas bekommt, dann wird das in das Postfach gegeben. Mein Mann hat mir das gesagt. R: Was hat Ihnen Ihr Mann gesagt? P2: Dass eine Ladung gekommen ist. Ich weiß nicht mehr, wer das Postfach ausgeräumt hat. R: Können Sie sich an irgendetwas erinnern, wie die Ladung kam? War das nicht ein Schock für Sie? P2: Schock gibt es jeden Tag in Tschetschenien, das ist keine Neuigkeit in Tschetschenien. R: Können Sie sich erinnern, wie die Ladung ausgesehen hat? Haben Sie dies gesehen? P2: Mein Mann sagte, dass eine Ladung gekommen ist. Ich habe sie nicht gesehen. R: Können Sie die Männer beschreiben, die am 11.12 bei Ihnen waren? P2: Konkret hatte ich Angst sie anzuschauen. Es war gefährlich. Es gab Vorfälle, dass die Leute stark verprügelt wurden, weil sie sie nur angesehen haben. Das waren große, starke Männer, es waren vier Männer. R: Können Sie sich erinnern an Uniformen, Bart, kein Bart, Haarfarbe? P2: Sie trugen schwarze Uniformen. Sonst kann ich mich an nichts erinnern. R: Wie viele Männer waren es das 2. Mal? P2: Wieder die gleichen. R: Sie wissen nicht, wie sie ausgesehen haben. Warum wissen Sie, dass es die gleichen Männer waren? P2: Ich kann sie konkret nicht beschreiben. Sie haben tschetschenisch gesprochen. Es waren die gleichen Leute. R: Ist Ihnen etwas passiert? P2: Nein. Sie haben mich bedroht und sind dann gegangen. Die Kinder haben geschlafen. Das 2. Mal waren sie in der Schule bzw. im Kindergarten. R: Was haben Sie nach der 1. Heimsuchung gemacht? P2: Als ich ein bisschen zu mir gekommen bin, habe ich meinen Mann angerufen, er meinte, dass ich nicht auf ihn warten soll. R: Wo haben Sie Ihren Mann erreicht? P2: Unterwegs. Er war als Taxifahrer bestellt, in der Arbeit. R: Ihr Mann hat angegeben, er ist bei Ihrer Schwester gewesen! P2: Am 11. als ich damals angerufen habe? RV: Nein, das hat sich auf den 14.12 bezogen.Regierungsvorlage, Nein, das hat sich auf den 14.12 bezogen. R: Was hat Ihr Mann zu Ihnen gesagt, als er am 11.12 in der Früh das Haus verlassen hat? P2: Ich kann mich nicht mehr erinnern. So wie immer. Er ist zur Arbeit gegangen. R: Was haben Sie besprochen, als absehbar war, dass Sie das gesamte Geld nicht "aufstellen werden"? P2: Er hat sich wirklich bemüht. Er hat Freunde und Verwandte um Geld gebeten. Es war klar, dass wir es nicht schaffen, das Geld zu sammeln. R: Was haben Sie sich überlegt, was Sie tun werden? P2: Ich weiß es nicht. R: Haben Sie nicht über dieses Problem gesprochen? [P2:] Wir haben schon darüber geredet. Aber ich kann mich jetzt nicht mehr daran erinnern. P1: P2 ist müde. P2: Ich kann nicht mehr sitzen. R: Was haben Sie gemacht, nach dieser Heimsuchung am 14.12? P2: Ich habe das schon gesagt. R wiederholt die Frage. P2: Ich habe auch gesagt, dass die Leute gekommen sind. R: Was haben Sie gemacht, als die Leute gekommen sind? P2: Die Schwester meines Mannes habe ich angerufen. R: Und dann? P2: Sie sagte, dass sie in das Elternhaus kommen wird. Was sollte ich im Elternhaus machen, ich hatte Angst. R: Haben Sie mit Ihren Verwandten im Elternhaus über Ihre Probleme ge[sprochen]? P2: Ja. R: Haben Sie versucht Hilfe zu holen? P2: Was meinen Sie? R: Sie waren im Elternhaus Ihres Mannes mit den Verwandten. Was haben Sie an diesem Abend gemacht? P2: Ich habe versucht zu mir zu kommen. Ich habe versucht, mich zu beruhigen. Ich habe die Schwester XXXX angerufen. Sie ist dann auch dorthin gekommen.P2: Ich habe versucht zu mir zu kommen. Ich habe versucht, mich zu beruhigen. Ich habe die Schwester römisch 40 angerufen. Sie ist dann auch dorthin gekommen. R: Ist sie in das Elternhaus gekommen? P2: Ja. R: Was hat Ihnen XXXX am Telefon gesagt?R: Was hat Ihnen römisch 40 am Telefon gesagt? P2: Dass ich mich beruhigen soll. Man hat versucht, mich zu beruhigen. R: Hat XXXX Ihnen gesagt, dass Ihr Mann bei ihr war?R: Hat römisch 40 Ihnen gesagt, dass Ihr Mann bei ihr war? P2: Ich wusste das. R: Woher wussten Sie das? P2: Sie hat gesagt, dass ich mir keine Sorgen machen soll. R: Haben Sie mit Ihrem Mann am 14. am Telefon gesprochen? P2: Ich habe mit der Schwester gesprochen. Ich habe gespürt, dass dort noch jemand ist. R: Wussten Sie von XXXX, dass Ihr Mann bei ihr ist?R: Wussten Sie von römisch 40 , dass Ihr Mann bei ihr ist? P2: Ich habe das schon gewusst. Ich wollte nicht mit ihm sprechen. R: Warum? P2: Ich wollte einfach nicht. R: Haben Sie mit Ihrem Mann vor der Ausreise nach Österreich nochmals gesprochen? P2: Nein. R: Haben Sie in der Zwischenzeit, als er in Österreich und Sie in DAGESTAN waren, einmal miteinander gesprochen? P2: Ich kann mich nicht mehr erinnern. R: Ist Ihnen in der Zwischenzeit etwas zur Ladung eingefallen und wie sie zu Ihnen gekommen ist? P2: Nein. PV: Sie haben die Personen erkannt, die zu Ihnen nach Hause kommen. Haben Sie die Personen schon vorher einmal gesehen? P2: Nein. PV: Nachdem Sie sich mit der Schwester Ihres Mannes getroffen haben, sind Sie wieder in Ihr Haus zurückgegangen? P2: Nein. PV: Was hätten Sie befürchtet, wenn Sie nochmals zurückgegangen wären? P2: Alles Mögliche. Die Leute hätten auch zurückkommen können. [ ] R fragt die P2, ob sie die Dolmetscherin gut verstanden habe; dies wird bejaht. [ ] P2: Ich möchte [F]olgendes ergänzen: Sie haben mich gefragt, ob ich in Verbindung mit meinem Mann stehe. Ich hatte keinen Kontakt. R: Von wann bis wann hatten Sie keinen Kontakt? P2: Ich bin völlig durcheinander. Bitte lassen Sie das jetzt. P1: Sie hatte keinen Kontakt mit mir, als sie schon in Österreich war und [ich] in DAGESTAN. Das wolltest du sagen? P2: Ja." Der Erstbeschwerdeführer machte in der mündlichen Verhandlung folgende Angaben: "R: Ich entnehme dem Akt des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl (BFA), dass Sie XXXX heißen, geb. am XXXX, Staatsangehörigkeit:"R: Ich entnehme dem Akt des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl (BFA), dass Sie römisch 40 heißen, geb. am römisch 40 , Staatsangehörigkeit: Russische Föderation, Volksgruppe: Tschetschene, moslemischer Glaube, traditionell seit 2000 verheiratet, standesamtlich nicht verheiratet, drei Kinder mit P2. Ist das korrekt? P1: Ja. R: Wie geht es Ihnen gesundheitlich (sowohl in psychischer als auch in physischer Hinsicht): Sind sie insbesondere in ärztlicher Behandlung, befinden Sie sich in Therapie, nehmen Sie Medikamente ein? P1: Man hat eine Gastroskopie durchgeführt und ich nehme Tabletten ein. R: Weswegen nehmen Sie Tabletten? P1: Man hat eine Gastroskopie gemacht, ich weiß nicht genau, was herausgekommen ist. R: Wann wurde diese durchgeführt? P1: Im DEZEMBER. R: Ja. Es liegt im Akt auf. R: Gibt es Beweismittel oder sonstige Unterlagen, die Sie heute in Ihrem Verfahren oder in denen Ihrer Kinder vorlegen möchten? P1: Diese. Das ist unsere Charakteristik. R: P2 hat diese bereits vorgelegt. Wir haben sie in Kopie zum Akt genommen. R: Seit wann befinden Sie sich in Österreich? P1: Seit 2013. R: Haben Sie seit der Asylantragstellung in Österreich das Bundesgebiet einmal verlassen? P1: Nein. R: Besitzen Sie außer den asylrechtlichen Aufenthaltstitel in Österreich noch ein weiteres Aufenthaltsrecht? P1: Nein. R: Leben Sie in Österreich allein oder mit jemandem zusammen? P1: Meine Frau und meine Kinder leben mit mir zusammen. R: Haben Sie in Österreich oder in anderen Staaten außerhalb Ihres Herkunftsstaates noch Verwandte, die nicht in der Russischen Föderation leben? P1: Nein. Außer dem Bruder meiner Frau. R: Wie gestaltet sich der Kontakt zu Ihrem Schwager und dessen Familie? P1: Normal, ja. R: Was heißt normal? P1: Wir sind Verwandte. Es ist ein Kontakt unter Verwandten. R: Wie gestaltete sich der Kontakt mit Ihrem Schwager 2005-2012? P1: Mit wem? R: Mit Ihrem Schwager, als er noch in Österreich lebte und Sie in der Russischen Föderation. P1: Es hat keinen Kontakt gegeben, erst hier wieder. R: Wie gestaltete sich der Kontakt zu Ihrem Schwager vor 2005? P1: Ich verstehe die Frage nicht, welchen Kontakt meinen Sie? R: Haben Sie sich getroffen, haben Sie zusammen gelebt, ? P1: Wir sind verwandt. R: Was wissen Sie von den Problemen, wegen der Ihr Schwager 2005 ausreiste? P1: Nicht viel. Er wurde mitgenommen und gefoltert und dann ist er weggefahren deswegen. R: Hatten Sie in der Russischen Föderation Probleme wegen Ihres Schwagers? P1: Ich nicht. R: Was heißt das? Wer hatte Probleme wegen Ihres Schwagers? P1: Ich weiß es nicht. Sie fragen mich, daher beantworte ich die Fragen in Bezug auf meine Person. R: Haben Sie in Österreich bislang eine Berufstätigkeit oder ehrenamtliche Tätigkeiten ausgeübt? P1: Hier? R: Ja. P1: Wir haben geholfen. R: Wo haben Sie geholfen? P1: Bei uns in der Pension, da habe ich gearbeitet. R: Handelt es sich dabei um Remunerationstätigkeiten im Rahmen der Grundversorgung? P1: Ja. R: Was wollten Sie dazu sagen? P1: In XXXX, dort wo wir jetzt leben, habe ich einige Male beim Bürgermeister gearbeitet. Der Bürgermeister hat versprochen, dass er eine Arbeit findet und zwar beim Weintraubenlesen.P1: In römisch 40 , dort wo wir jetzt leben, habe ich einige Male beim Bürgermeister gearbeitet. Der Bürgermeister hat versprochen, dass er eine Arbeit findet und zwar beim Weintraubenlesen. R: Haben Sie bei der Lese geholfen? P1: Nein. R: Wie bestreiten Sie Ihren Lebensunterhalt? P1: Was meinen Sie, was soll ich finanzieren? R: Womit finanzieren Sie Ihr Leben, durch die Grundversorgung? P1: Nicht Gemeinde, sondern wir bekommen das Geld (PV: Grundversorgung). P1: Unser Chef gibt uns Geld jede Woche, jeweils 150 für das Essen. R: Haben Sie bislang versucht (sei es erfolgreich oder erfolglos) Ihre Selbsterhaltungsfähigkeit herzustellen, zum Beispiel eine Saisonarbeiterbewilligung zu bekommen? P1: Ja. Ich suche eine Arbeit. Der Bürgermeister in XXXX hat versprochen, dass er eine Arbeit bei den Weintrauben findet.P1: Ja. Ich suche eine Arbeit. Der Bürgermeister in römisch 40 hat versprochen, dass er eine Arbeit bei den Weintrauben findet. R: Welche Sprachen sprechen Sie? Besuchen Sie Deutschkurse? P1: Tschetschenisch und Russisch. Ein bisschen Deutsch. R: Besuchen Sie Deutschkurse? P1: Ja. Einmal in der Woche in XXXX.P1: Ja. Einmal in der Woche in römisch 40 . R: Haben Sie Prüfungen abgelegt? P1: Nein. Die Kurse haben erst begonnen. Wir lernen zu Hause selbst Deutsch. R (ohne D): Wie gefällt es Ihnen in XXXX? P1: XXXX, im NOVEMBER.P1: römisch 40 , im NOVEMBER. R: Ich habe Sie nicht verstanden. P1: Am 01. NOVEMBER. R: Andere Frage. Machen Sie gerne Sport? P1: Ich nichts. Kinder Fußball. Bisschen Boxen. R: Wer boxt? Boxen Sie? P1: Kinder boxen und Sport. Donnerstag und Dienstag. R: Was ist am Donnerstag und Dienstag? P1: Dieses Boxtraining um 80 Uhr. R: Wer macht das Boxtraining? P1: Ich weiß es nicht. [mit Verdolmetschung] R: In welcher Sprache unterhalten Sie sich zu Hause? P1: Ich habe Sie verstanden. In Tschetschenisch und ein bisschen Deutsch. R: Besuchen Sie in Österreich andere Kurse, eine Schule oder Universität? P1: Nein. Noch nicht. R: Wie verbringen Sie den Alltag? P1: Ich? Wir leben in einem privaten Haus und ich mache alles im Hof. Manchmal spreche ich mit den Nachbarn. Ich habe einen Freund. Er heißt XXXX. Es gibt auch noch XXXX. Manchmal gehe ich zu ihnen und ich rede mit ihnen. Manchmal helfe ich, wenn man meine Hilfe braucht. Wenn die Nachbarn Hilfe brauchen, dann helfe ich auch. Ich mache auch so kleine Stockerl aus Holz. Das ist das, was ich mache. Wir lesen auch viel und lernen Deutsch.P1: Ich? Wir leben in einem privaten Haus und ich mache alles im Hof. Manchmal spreche ich mit den Nachbarn. Ich habe einen Freund. Er heißt römisch 40 . Es gibt auch noch römisch 40 . Manchmal gehe ich zu ihnen und ich rede mit ihnen. Manchmal helfe ich, wenn man meine Hilfe braucht. Wenn die Nachbarn Hilfe brauchen, dann helfe ich auch. Ich mache auch so kleine Stockerl aus Holz. Das ist das, was ich mache. Wir lesen auch viel und lernen Deutsch. R: Wie nehmen Sie am sozialen Leben in Österreich teil (Mitgliedschaft bei Vereinen, Organisationen, ehrenamtliches Engagement, etc.)? P1: Nein. R: Haben Sie eine andere, besondere Bindung an Österreich, von der das Gericht nichts weiß? P1: Nein. R: Sind Sie in Österreich und in der Russischen Föderation strafgerichtlich unbescholten? P1: Ja. Unbescholten. R: Sind Sie sonst auf andere Art und Weise mit der österreichischen Rechtsordnung in Konflikt geraten? P1: Nein. R: Möchten Sie Angaben zu den Verfahren Ihrer Kinder machen? P1: Was heißt Verfahren? R: Irgendetwas betreffend Ihrer Kinder, oder Ihr Privatleben? P1: Sie besuchen die Schule und lernen gut. Sie machen Sport. Sie sind auch beim Schultheater. Sie haben Freunde, das sind Österreicher und sie telefonieren miteinander. Meine Tochter besucht auch ihre Freundinnen, das sind Zwillinge. Sie besuchen die gleiche Klasse. Auch die Kinder kommen oft zu uns auf Besuch. Wir waren früher in XXXX und von dort rufen die Kinder auch noch an, weil unsere Kinder auch dort in die Schule gegangen sind. Wir wollen, dass unsere Tochter im September in das Gymnasium geht. Wir haben schon mit den Lehrern gesprochen. Die Kinder sind sehr kommunikativ. Sie lernen gut. Wir bekommen von allen Lehrern eine positiveP1: Sie besuchen die Schule und lernen gut. Sie machen Sport. Sie sind auch beim Schultheater. Sie haben Freunde, das sind Österreicher und sie telefonieren miteinander. Meine Tochter besucht auch ihre Freundinnen, das sind Zwillinge. Sie besuchen die gleiche Klasse. Auch die Kinder kommen oft zu uns auf Besuch. Wir waren früher in römisch 40 und von dort rufen die Kinder auch noch an, weil unsere Kinder auch dort in die Schule gegangen sind. Wir wollen, dass unsere Tochter im September in das Gymnasium geht. Wir haben schon mit den Lehrern gesprochen. Die Kinder sind sehr kommunikativ. Sie lernen gut. Wir bekommen von allen Lehrern eine positive Rückmeldung. Das ist alles. Ich möchte noch eine Ergänzung machen: Im Sommer habe ich mich mit dem Anbau von Gurken und Tomaten beschäftigt. Die Pflanzen waren groß und auch das Gemüse. R: Haben Sie bei einem Bauern ausgeholfen, oder haben Sie selbst für sich angebaut? P1: Dort, wo ich lebe, im Haus gibt es ein Grundstück. Ich habe mit dem Quartiergeber gesprochen, ob ich dort etwas anbauen darf. Er hat es erlaubt. Ich habe auch dem Nachbarn geschenkt und sie waren alle sehr zufrieden. Der Bürgermeister hat auch seine Frau hingebracht und alle Asylwerber. Er hat es auch den anderen Bewohnern der Ortschaft gezeigt. R: Haben Sie noch Ergänzungen, die Sie machen möchten? P1: Nein. R: Möchten Sie etwas zum Gesundheitszustand Ihrer Kinder angeben? P1: Alles ist OK. Nur mit dem Jüngsten stimmt etwas nicht. Er braucht eine Behandlung. R: Welche Behandlung machen Sie derzeit mit Ihrem Jüngsten? P1: Physiotherapie. Der Arzt kommt in den Kindergarten 2x in der Woche. Er bekommt dort die Physiotherapie. R: Das ho. Gericht kann sich nunmehr ein Bild über Ihre privaten und familiären Bindungen in Österreich machen und erscheinen hierzu seitens des ho. Gerichts keine weiteren Fragen offen. Wollen Sie sich noch weitergehend zur Ihren privaten und familiären Bindungen in Österreich bzw. Ihrer Integration bzw. der Ihrer Kinder äußern? P1: Nein. [ ] R: Schildern Sie mir bitte kurz Ihren Lebenslauf vor der Ausreise nach Österreich: Wo lebten Sie im Laufe Ihres Lebens, mit wem lebten Sie zusammen, welche Ausbildung haben Sie gemacht, wie haben Sie Ihren Lebensunterhalt bestritten? P1: Zu Hause? R: Ja. P1: In Tschetschenien? R: Wo auch immer Sie waren, von Ihrer Geburt bis zur Ausreise. P1: Ich habe die Grundschule besucht. Nach der Schule bin ich sofort arbeiten gegangen. Ich habe auf Baustellen gearbeitet. Ich habe auf Baustellen gearbeitet und dann habe ich die Fahrschule gemacht. Ich wollte ein Fahrer werden. Das war mein Traum schon von Kindheit an. 1986 habe ich die Fahrschule abgeschlossen. Ich habe den Führerschein bekommen. Ich bin gleich in die Armee eingezogen worden und ich habe 2 Jahre lang den Grundwehrdienst gemacht. Nach 2 Jahren, 1988 im AUGUST, habe ich zu arbeiten begonnen in einem Autobetrieb und von 1988 bis 1989 habe ich Benzin transportiert. Von 1989 bis 2010 war ich Busfahrer. Ich habe nicht lange Benzin transportiert. Ich habe immer davon geträumt, ein Busfahrer zu werden. Bis 2010 war ich wirklich ein Busfahrer. Nach 2010 habe ich gekündigt. Ich habe ein Auto gekauft. Ich war dann als Taxifahrer mit meinem eigenen Auto tätig in der Firma XXXX. Bis zum Jahr 2012 war ich als Taxifahrer tätig und dann begannen die Probleme.P1: Ich habe die Grundschule besucht. Nach der Schule bin ich sofort arbeiten gegangen. Ich habe auf Baustellen gearbeitet. Ich habe auf Baustellen gearbeitet und dann habe ich die Fahrschule gemacht. Ich wollte ein Fahrer werden. Das war mein Traum schon von Kindheit an. 1986 habe ich die Fahrschule abgeschlossen. Ich habe den Führerschein bekommen. Ich bin gleich in die Armee eingezogen worden und ich habe 2 Jahre lang den Grundwehrdienst gemacht. Nach 2 Jahren, 1988 im AUGUST, habe ich zu arbeiten begonnen in einem Autobetrieb und von 1988 bis 1989 habe ich Benzin transportiert. Von 1989 bis 2010 war ich Busfahrer. Ich habe nicht lange Benzin transportiert. Ich habe immer davon geträumt, ein Busfahrer zu werden. Bis 2010 war ich wirklich ein Busfahrer. Nach 2010 habe ich gekündigt. Ich habe ein Auto gekauft. Ich war dann als Taxifahrer mit meinem eigenen Auto tätig in der Firma römisch 40 . Bis zum Jahr 2012 war ich als Taxifahrer tätig und dann begannen die Probleme. R: Verstehe ich Sie richtig, Sie haben abgesehen von Ihrem Grundwehrdienst immer [in] XXXX gelebt. Ist das richtig?R: Verstehe ich Sie richtig, Sie haben abgesehen von Ihrem Grundwehrdienst immer [in] römisch 40 gelebt. Ist das richtig? P1: Nein. 2005 habe ich 3 Monate lang in XXXX gelebt. Mit einem XXXX (= LKW) bin ich gefahren. Es ist so, dass ich so in der Zeit in dem Busunternehmen gar nicht gekündigt habe. Der Mann, der meine Schicht übernommen hat, ist neben seiner Schicht auch meine gefahren. Ich habe 3 Monate dort gearbeitet und dann bin ich nirgends mehr weggefahren.P1: Nein. 2005 habe ich 3 Monate lang in römisch 40 gelebt. Mit einem römisch 40 (= LKW) bin ich gefahren. Es ist so, dass ich so in der Zeit in dem Busunternehmen gar nicht gekündigt habe. Der Mann, der meine Schicht übernommen hat, ist neben seiner Schicht auch meine gefahren. Ich habe 3 Monate dort gearbeitet und dann bin ich nirgends mehr weggefahren. R: Warum haben Sie das gemacht, die Arbeit in XXXX? P1: 2005 gab es kein Einkommen mehr. Es gab keine funktionierenden Betriebe. Dort konnte man gutes Geld verdienen. Mein Bruder hat in XXXX gelebt. Er hat mir diese Arbeit vorgeschlagen. Es war eine Saisonarbeit im Sommer.P1: 2005 gab es kein Einkommen mehr. Es gab keine funktionierenden Betriebe. Dort konnte man gutes Geld verdienen. Mein Bruder hat in römisch 40 gelebt. Er hat mir diese Arbeit vorgeschlagen. Es war eine Saisonarbeit im Sommer. R: Wie haben Sie in der Russischen Föderation Ihr Leben finanziert? P1: Ich habe als Taxifahrer gearbeitet und als Busfahrer. Ich konnte auch Geld sparen. So habe ich gelebt. Ich habe keinen großen Gehalt bekommen, ich konnte aber zusätzlich etwas verdienen. R: Was meinen Sie damit? P1: Der Plan war zum Beispiel so, dass man 1.000 Rubel verdient hat. Aber ich habe so viele Passagiere gehabt, dass ich 2.000 oder 3.000 Rubel verdienen konnte. 1.000 Rubel musste ich an das Unternehmen abliefern und 1.000 Rubel bis 2.000 Rubel sind für mich geblieben. Ich bin jedenfalls nicht ohne Arbeit geblieben. Wir hatten einen großen Garten. Wir hatten Tomaten und Gurken zu Hause. R: Wo haben Sie Ihren Militärdienst abgeleistet? P1: In XXXX.P1: In römisch 40 . R: Haben Sie damals in XXXX auch gelebt?R: Haben Sie damals in römisch 40 auch gelebt? P1: 2 Jahre war ich ja dort. R: Besitzen Sie in der Russischen Föderation noch eine Wohnung, ein Haus, oder sonstige Unterkunft bzw. nennenswertes Vermögen? P1: In Tschetschenien habe ich noch ein Haus und ein Grundstück. R: Haben Sie abgesehen von der Zeit in XXXX und in der Zeit in XXXX noch jemals außerhalb der Russischen Föderation oder außerhalb von Tschetschenien gelebt?R: Haben Sie abgesehen von der Zeit in römisch 40 und in der Zeit in römisch 40 noch jemals außerhalb der Russischen Föderation oder außerhalb von Tschetschenien gelebt? P1: Bis zu diesem Problem nicht. R: Mit diesem Problem meinen Sie die Vorfälle im NOVEMBER/DEZEMBER 2012? P1: Ja. R: Wo haben Sie danach gelebt? P1: Nach dem Problem habe ich in XXXX gelebt.P1: Nach dem Problem habe ich in römisch 40 gelebt. R: Wie haben Sie in XXXX Ihren Lebensunterhalt bestritten?R: Wie haben Sie in römisch 40 Ihren Lebensunterhalt bestritten? P1: Ich habe bei meinen Verwandten gelebt. Das waren die Söhne der Schwester meiner Tante väterlicherseits. Bei denen habe ich gelebt. R: Das heißt, die sind für Ihren Lebensunterhalt aufgekommen? P1: Ich habe bei ihnen gelebt und gegessen. Sie haben nichts Besonderes gezahlt. Ich bin ja ihr Verwandter. R: Hatten Sie Probleme, während Sie in XXXX gelebt haben?R: Hatten Sie Probleme, während Sie in römisch 40 gelebt haben? P1: Nein. Keine. R: Hatten Sie Probleme, als Sie in XXXX gelebt haben?R: Hatten Sie Probleme, als Sie in römisch 40 gelebt haben? P1: In XXXX nicht, aber damals hat man alle Tschetschenen für Banditen gehalten. Wenn ich außerhalb der Arbeit wohin gegangen bin, zum Beispiel in ein Geschäft, hat man sofort die Polizei gerufen und die Dokumente (Ausweis) wurden überprüft.P1: In römisch 40 nicht, aber damals hat man alle Tschetschenen für Banditen gehalten. Wenn ich außerhalb der Arbeit wohin gegangen bin, zum Beispiel in ein Geschäft, hat man sofort die Polizei gerufen und die Dokumente (Ausweis) wurden überprüft. R: Hatten Sie sonst Probleme in XXXX? P1: Nein. Keine. R: Schildern Sie mir bitte, wie Sie Ihre Flucht organisiert haben! P1: In Dagestan habe ich einen Bekannten namens XXXX getroffen. Er hat mir eine Telefonnummer gegeben. Der Mann hieß XXXX. Das ist die Koseform von XXXX. Ich habe mit ihm per Telefon gesprochen. Er hat mir die Ausreise organisiert. Soll ich alles erzählen?P1: In Dagestan habe ich einen Bekannten namens römisch 40 getroffen. Er hat mir eine Telefonnummer gegeben. Der Mann hieß römisch 40 . Das ist die Koseform von römisch 40 . Ich habe mit ihm per Telefon gesprochen. Er hat mir die Ausreise organisiert. Soll ich alles erzählen? R: Ja. P1: XXXX hat mir gesagt, dass am 16. Mai ein Zug nach XXXX fahren wird, von XXXX nach KIEW. Er hat gesagt, dass ich nach KIEW selbst kommen soll und dass ich dort erwartet werde. Am 16. bin ich mit einem Taxi in der Nacht weggefahren nach XXXX. In XXXX bin ich umgestiegen in den Zug nach KIEW. Am 17. am Abend war ich dann in KIEW. In KIEW hat mich XXXX angerufen am Bahnhof. Er hat gesagt, dass ein Schlepper auf mich zukommen wird. Er hat gesagt, dass ich dem Mann das Telefon geben soll. Er hat mir das Telefon abgenommen und hat die Simkarte zerbrochen. Er hat die ukrainische Simkarte hineingegeben. Er hat mir das Telefon gegeben und er hat mir gesagt, dass ich von XXXX angerufen werde. XXXX hat mich angerufen. XXXX hat gesagt, dass ich mich einen Zug setzen soll, der nach XXXX fährt. Der Mann hat mich bis zum Zug begleitet. Dann bin ich nach XXXX gefahren. In der Früh am nächsten Tag bin ich ausgestiegen und XXXX hat mich gleich angerufen. Er hat gesagt, dass ein Fahrer auf mich wartet und dass ich in eine Wohnung gebracht werde. Ein Mann ist auf mich zugekommen. Er hat gesagt, dass er von XXXX kommt. Er hat gesagt, dass ich in ein Auto steigen soll und mitkommen soll. Ich wurde in ein Haus gebracht. Ich habe gewartet. Dann wurde ich nach Österreich gebracht.P1: römisch 40 hat mir gesagt, dass am 16. Mai ein Zug nach römisch 40 fahren wird, von römisch 40 nach KIEW. Er hat gesagt, dass ich nach KIEW selbst kommen soll und dass ich dort erwartet werde. Am 16. bin ich mit einem Taxi in der Nacht weggefahren nach römisch 40 . In römisch 40 bin ich umgestiegen in den Zug nach KIEW. Am 17. am Abend war ich dann in KIEW. In KIEW hat mich römisch 40 angerufen am Bahnhof. Er hat gesagt, dass ein Schlepper auf mich zukommen wird. Er hat gesagt, dass ich dem Mann das Telefon geben soll. Er hat mir das Telefon abgenommen und hat die Simkarte zerbrochen. Er hat die ukrainische Simkarte hineingegeben. Er hat mir das Telefon gegeben und er hat mir gesagt, dass ich von römisch 40 angerufen werde. römisch 40 hat mich angerufen. römisch 40 hat gesagt, dass ich mich einen Zug setzen soll, der nach römisch 40 fährt. Der Mann hat mich bis zum Zug begleitet. Dann bin ich nach römisch 40 gefahren. In der Früh am nächsten Tag bin ich ausgestiegen und römisch 40 hat mich gleich angerufen. Er hat gesagt, dass ein Fahrer auf mich wartet und dass ich in eine Wohnung gebracht werde. Ein Mann ist auf mich zugekommen. Er hat gesagt, dass er von römisch 40 kommt. Er hat gesagt, dass ich in ein Auto steigen soll und mitkommen soll. Ich wurde in ein Haus gebracht. Ich habe gewartet. Dann wurde ich nach Österreich gebracht. R: Wie sind Sie nach XXXX gekommen?R: Wie sind Sie nach römisch 40 gekommen? P1: Von Tschetschenien nach XXXX? R: Ja. P1: Von Tschetschenien nach XXXX bin ich am 14. mit meinem eigenen Auto gefahren.P1: Von Tschetschenien nach römisch 40 bin ich am 14. mit meinem eigenen Auto gefahren. R: Mit Ihrem Taxi? P1: Ja. R: Am 14. welchen Monats? P1: Ich muss nachdenken. Am 14.12 in der Nacht. R: Was war der unmittelbare Auslöser dafür, dass Sie nach XXXX gefahren sind?R: Was war der unmittelbare Auslöser dafür, dass Sie nach römisch 40 gefahren sind? P1: Am 10. NOVEMBER, R: Meine Frage ist nicht, welche Fluchtgründe Sie haben, sondern was der konkrete Auslöser war. P1: Meine Frau hat angerufen. Zu uns sind Personen gekommen, die schwarze Uniformen trugen. R: Wo waren Sie da, als Ihre Frau angerufen hat? P1: Bei der Schwester. R: Bei welcher Schwester? P1: Bei der älteren Schwester XXXX. Sie lebt nach wie vor dort.P1: Bei der älteren Schwester römisch 40 . Sie lebt nach wie vor dort. R: Wie spät war es ungefähr, als Ihre Frau angerufen hat, war es in der Nacht, war es vor dem Mittagessen, war es am Nachmittag? P1: Es war in der Nacht, nach 22.00 Uhr. R: Hatten Sie nach diesem Telefonat noch Kontakt mit Ihrer Frau? P1: Nein. R: Woher wussten Sie dann, dass Ihre Frau und die Kinder nach Österreich gefahren sind? P1: Ich habe in XXXX, in XXXX die ältere Schwester, die Schwester meiner Frau, getroffen und sie hat mir das gesagt, dass die Familie in Österreich ist.P1: Ich habe in römisch 40 , in römisch 40 die ältere Schwester, die Schwester meiner Frau, getroffen und sie hat mir das gesagt, dass die Familie in Österreich ist. R: Hatten Sie mit weiteren Verwandten Kontakt, als Sie in XXXX waren?R: Hatten Sie mit weiteren Verwandten Kontakt, als Sie in römisch 40 waren? P1: Nur mit XXXX, sonst nicht.P1: Nur mit römisch 40 , sonst nicht. R: Haben Sie telefoniert, haben Sie sich getroffen? P1: Sie ist nach XXXX, nach XXXX, gekommen.P1: Sie ist nach römisch 40 , nach römisch 40 , gekommen. R: Mit welchen Dokumenten sind Sie ausgereist? P1: Von XXXX? R: Ja. P1: Inlandspass und Auslandspass. R: Hatten Sie den Auslandspass einfach so bei sich? P1: Ja. R: Hatten Sie den immer dabei, wenn Sie Verwandte besucht haben? P1: Nein. Diesen Pass hat mir die Schwester gebracht. Den russischen Inlandspass hatte ich immer mit. R: Das heißt, Sie hatten den Inlandspass dabei, als Sie von Ihrer Schwester XXXX nach Dagestan gefahren sind und XXXX hat Ihnen den Auslandspass nachgebracht?R: Das heißt, Sie hatten den Inlandspass dabei, als Sie von Ihrer Schwester römisch 40 nach Dagestan gefahren sind und römisch 40 hat Ihnen den Auslandspass nachgebracht? P1: Ja. R: Wer hat die Zugtickets von XXXX nach KIEW gekauft?R: Wer hat die Zugtickets von römisch 40 nach KIEW gekauft? P1: Ich. R: Hat es dabei Probleme gegeben? P1: Nein. R: Gab es Probleme bei der Ausreise aus der Russischen Föderation? P1: Nein. An der Grenze hat es keine Probleme gegeben. Man hat meinen Auslandspass vollständig überprüft. Man hat mir auch so einen Zettel gegeben, dass ich in das Ausland fahre. R: Sie haben eine Ausreisebestätigung aus der UKRAINE vorgelegt. Meinen Sie das damit? P1: Ja. So hat es ausgeschaut. R: Sie sind mit Ihrem Inlandspass und Ihrem Auslandspass aus der UKRAINE ausgereist. Ist das korrekt? P1: Ja. R: [ ] Vor der Polizei haben Sie angegeben, dass Ihr Auslandsreisepass beim Schlepper in der UKRAINE geblieben ist, weil Sie nicht auf ein Visum für Österreich warten haben wollen. P1: Ja. In KIEW. R: Das widerspricht aber Ihrer heutigen Angabe, dass sie mit Inlands- und Auslandsreisepass aus der UKRAINE ausgereist sind. P1: Dann habe ich die Frage nicht verstanden. Den Auslandspass habe ich dem Mann gegeben, der mich in KIEW erwartet hat. Ich hatte den Inlandspass mit und den Auslandspass hat man mir abgenommen. R: Sie haben gerade zuvor Ihre Durchreise durch die UKRAINE ausführlich geschildert. Von der Passabnahme haben Sie heute nichts angegeben. P1: Ich habe Dagestan mit 2 Pässen verlassen und deswegen habe ich das so gesagt. In KIEW hat mich ein Schlepper erwartet. Er hat mir den Pass abgenommen und eine andere SIM-Karte in das Handy gesetzt. R: Sie haben mir gerade zuvor gesagt, dass Sie Ihren Inlandspass dabei hatten, als Sie von Ihrer Schwester XXXX nach XXXX gefahren sind. Das war im DEZEMBER 2012. Ihre Gattin hat angegeben, dass Sie Ihren Inlandspass erst im MÄRZ 2013 von den Behörden zurückbekommen haben. Das war in der Einvernahme vor der Behörde.R: Sie haben mir gerade zuvor gesagt, dass Sie Ihren Inlandspass dabei hatten, als Sie von Ihrer Schwester römisch 40 nach römisch 40 gefahren sind. Das war im DEZEMBER 2012. Ihre Gattin hat angegeben, dass Sie Ihren Inlandspass erst im MÄRZ 2013 von den Behörden zurückbekommen haben. Das war in der Einvernahme vor der Behörde. P1: Ja. R: Ja heißt was? P1: Die Wahrheit ist das, was meine Frau gesagt hat. Ich habe mich jetzt erinnert. Am 21. MÄRZ habe ich Geburtstag und ich musste den Pass umtauschen und den Pass hat man mir beim Verhör abgenommen, am 19. hat man mir ihn weggenommen. R: Wie haben Sie den Pass umtauschen lassen? P1: Meine Schwägerin hat beim Passamt gearbeitet (Frau meines älteren Bruders) und die Schwester hat mit ihr, mit meiner Schwägerin gesprochen, damit man mir einen Pass ausstellt. Meine Schwester hat mir geholfen. Sie hat mir das nach DAGESTAN gebracht. Ich habe das unterschrieben und sie hat das nach Tschetschenien zurückgenommen und das erledigt. Sie hat mir die Dokumente gebracht, Fotos. Ich habe unterschrieben und sie hat die Dokumente wieder mitgenommen und dann habe ich den Pass bekommen und musste unterschreiben. R: Wo haben Sie den Pass unterschrieben? P1: In DAGESTAN. R: Nicht auf der Behörde? P1: Nein. R: Sie geben heute an, dass Ihnen am 19. bei der Einvernahme der Inlandsreisepass abgenommen wurde. Warum? P1: Man hat mir den Pass abgenommen und man hat von mir Geld gefordert für den Pass, sie haben gesagt, dass der Pass solange dort bleibt, bis ich das Geld bezahlt habe. R: Warum sollten sie Ihren Inlandsreisepass sicherstellen und nicht Ihren Auslandsreisepass? P1: Damals hatte ich keinen Auslandsreisepass. R: Vor der Polizei haben Sie angegeben, dass Ihr Auslandsreisepass vom Passamt in GROSNY ausgestellt wurde. P1: Das war der Migrationsdienst. R: Dann hatten Sie zu diesem Zeitpunkt aber einen Auslandsreisepass? P1: Ja. Ich hatte ihn aber nicht mit. Bei uns tragen die Leute ihren Auslandsreisepass nicht mit. R: Ihre Schilderung betreffend die Ausstellung des Inlandsreisepasses am 21.03.2013 widerspricht den damals bereits in Geltung stehenden gesetzlichen Bestimmungen und dem Gericht bekannten Informationen zur Ausstellung von Inlandsreisepässen. P1: Bei uns in Tschetschenien ist das möglich. Meine Schwägerin hat dort gearbeitet, beim Passamt. R: Ich habe Ihren Inlandsreisepass übersetzen lassen. P1: Haben Sie den Pass? R: Die Behörde hat bei Ihrer Einreise den Inlandsreisepass kopiert. Ich habe die Kopien übersetzen lassen. In russischen Inlandsreisepässe wird die Ausstellung aller zuvor ausgestellten Inlands- und Auslandsreisepässe vermerkt. In Ihrem Pass wird korrekt angeführt, dass Sie über einen alten Inlandspass, ausgestellt 2003, verfügten, aber die Ausstellung eines Auslandsreisepasses ist nicht vermerkt. Ich habe Ihren Inlandsreisepass übersetzen lassen. P1: Sollte auch nicht sein. R: Das entspricht sowohl den gesetzlichen Bestimmungen über Inlandsreisepässe, als auch den Erfahrungen des Gerichts betreffend russische Inlandsreisepässe, dass die Ausstellung von Auslandsreisepässen dort vermerkt wird. P1: Glauben Sie, dass ich ohne Auslandsreisepass gekommen bin? R: Ich kann jedenfalls nicht die Ausstellung eines Auslandsreisepasses nachvollziehen. P1: Ich hatte einen Auslandsreisepass. Gültigkeitsdauer 5 Jahre. Dort hat man die Möglichkeit über die Föderalen Dienste einen Pass für 10 Jahre zu bekommen oder für 5 Jahre ohne der Föderalen Dienste. [ ] PV: Sie haben gesagt, im MÄRZ 2012 wurde der Auslandspass ausgestellt. Waren Sie da persönlich beim Migrationsdienst? P1: Im MÄRZ war ich selbst dort. R: Im MÄRZ welchen Jahres? P1: 2012. PV: Sie waren persönlich dort. Wie lange hat es gedauert, bis Sie den Pass bekommen haben? Haben Sie diesen sofort in die Hand bekommen? P1: Ich musste 2 Wochen warten. PV: Mussten Sie dann nochmals persönlich hin, haben Sie das zugestellt bekommen? P1: Man muss selbst hingehen. Links ist der Migrationsdienst, da bekommt man Pässe für 5 Jahre. Rechts ist ein Gebäude, wo man die Pässe für 10 Jahre von den Föderalen Diensten bekommt. PV: Mussten Sie etwas zahlen für den Pass? P1: 2.000 Rubel für die besonders schnelle Erledigung. Wenn man diese schnelle Erledigung nicht beantragt hat, hätte man 2 Monate warten müssen. R: Warum wollten Sie im MÄRZ 2012 besonders schnell einen Auslandsreisepass haben? P1: Ich hatte Kunden, die nach BAKU fahren wollten. Dorthin hätte ich ohne Pass nicht fahren können. R: Haben Sie noch Verwandte im Herkunftsstaat? P1: Ja. R: Welche Verwandten und wo leben diese? P1: Ich habe 2 Schwestern und einen jüngeren Bruder. R: Und wo leben diese? P1: Bei uns in XXXX .P1: Bei uns in römisch 40 . R: Vor der Polizei haben Sie angegeben, einen Bruder namens XXXX zu haben, der in XXXX lebt?R: Vor der Polizei haben Sie angegeben, einen Bruder namens römisch 40 zu haben, der in römisch 40 lebt? P1: Ja. R: Haben Sie sonst noch Verwandte in der Russischen Föderation? P1: Meine jüngere Schwester ist in XXXX.P1: Meine jüngere Schwester ist in römisch 40 . R: Wo liegt XXXX? P1: XXXX das liegt dort, wo XXXX ist. Von XXXX sind das noch 600km.P1: römisch 40 das liegt dort, wo römisch 40 ist. Von römisch 40 sind das noch 600km. R: Vor der Polizei haben Sie angegeben, Sie haben einen Halbbruder namens XXXX der dort lebt. Stimmt das?R: Vor der Polizei haben Sie angegeben, Sie haben einen Halbbruder namens römisch 40 der dort lebt. Stimmt das? P1: Ja. In XXXX.P1: Ja. In römisch 40 . R: Sie haben auch eine Vorehe nach islamischem Ritus geschlossen. Ist das korrekt? P1: Ja. R: Von wann bis wann waren Sie das erste Mal nach traditionellem Ritus verheiratet, entstammen dieser islamischen Ehe Kinder und haben Sie Kontakt zu ihrer Ex-Frau nach islamischem Ritus? P1: Ja. Ich habe einen Sohn, aber ich habe keine Kontakt mit ihm. Von 1991 bis 1996 war ich verheiratet. R: Haben Sie Kontakt mit Ihrer Ex-Frau? P1: Nein. R: Wo lebt der Sohn, lebt er bei Ihrer Ex-Frau? P1: Mein Bruder XXXX war in XXXX, als es die Probleme gegeben hat. Mein Sohn war damals bei Ruslan in XXXX, als ich meine persönlichen Probleme hatte. Zur Zeit lebt er in Tschetschenien, bei meiner Schwester oder bei meinem Bruder.P1: Mein Bruder römisch 40 war in römisch 40 , als es die Probleme gegeben hat. Mein Sohn war damals bei Ruslan in römisch 40 , als ich meine persönlichen Probleme hatte. Zur Zeit lebt er in Tschetschenien, bei meiner Schwester oder bei meinem Bruder. R: Wo lebte er vor Ihrer Ausreise? P1: Mit dem Bruder in XXXX, schon bevor meine Probleme begannen.P1: Mit dem Bruder in römisch 40 , schon bevor meine Probleme begannen. R: Seit wann leben Sie mit Ihrem Sohn nicht mehr zusammen? P1: Er ist nach XXXX gefahren. Dann haben wir nicht mehr zusammen gelebt.P1: Er ist nach römisch 40 gefahren. Dann haben wir nicht mehr zusammen gelebt. R: Wann war das? P1: 2012. R: Das heißt bis 2012 haben Sie zusammen gelebt? P1: Ja. Bei meinen Eltern, bei mir und bei meinem Bruder. Der jüngere Bruder war bei meinen Eltern. R: Haben Sie mit Ihren Eltern im gemeinsamen Haushalt gelebt? P1: Nein. R: Das heißt, der Sohn hat abwechselnd bei den Großeltern, beim Onkel und bei Ihnen gelebt? P1: Ja. Der Bruder hat bei den Eltern gelebt. Meine Eltern sind nicht mehr am Leben, darum habe ich das so gesagt. R: Haben Sie Kontakt zu Ihren Verwandten im Herkunftsstaat und wenn ja, wie und wie oft? P1: Ja. Über WHATSAPP. R: Wie geht es Ihren Verwandten finanziell im Herkunftsstaat? Haben sie Probleme, wovon leben sie? P1: Der jüngere Bruder arbeitet als Taxifahrer, so verdient er Geld. R: Haben Ihre Familienangehörigen Probleme im Herkunftsstaat? P1: Noch nicht. R: Was meinen Sie damit? P1: Bis dato leben sie normal, aber in Tschetschenien herrscht keine gesunde Situation. Man weiß es nicht. Derzeit gibt es keine Probleme. Das wollte ich Ihnen sagen. R: Sie wurden bereits beim Bundesasylamt bzw. bei den Organen des öffentlichen Sicherheitsdienstes niederschriftlich einvernommen. Wie würden Sie die dortige Einvernahmesituation beschreiben? P1: In Österreich? R: Ja. P1: Ich weiß nicht, wie ich das sagen soll. Wie soll ich das erklären? Es hat keine Probleme gegeben. Aber bei manchen Sachen haben die Leute gelacht. Das ist doch in Tschetschenien passiert, in Russland und nicht hier. R: Was ist in Tschetschenien passiert, dass die Leute gelacht haben? P1: Sie haben gesagt, dass ich keine Angst haben soll, dass man mich nicht foltern wird, auch bei der Polizei. R: Haben Sie bei Ihren bisherigen Aussagen vor der Polizei im Rahmen der Erstbefragung und dem Bundesasylamt immer die Wahrheit gesagt oder möchten Sie etwas richtig stellen oder ergänzen? P1: Ich habe eine Unwahrheit gesagt, was einen Tag anbelangt. Das war am 25. und nicht am 26. R: Was war am 25.? P1: Ich bin nach Österreich am 25. gekommen und ich habe gesagt, dass das am 26. war. Ich wurde bei der Polizei gefragt. Man hat mich gefragt, wo ich diesen 1 Tag war und ich habe gesagt, wo ich war. R: Ihre übrigen Angaben stimmen? P1: Ja. Ich habe dann später die Wahrheit zugegeben. Man hat mir gesagt, dass das nichts ausmacht und dass ich einfach sagen soll, wo ich den einen Tag war. R: Hat sich an den Gründen Ihrer Asylantragstellung seit Erhalt des angefochtenen Bescheids im Mai 2014 etwas geändert? P1: Geändert? R: Ja. P1: Nein. R: Ist Ihnen der Inhalt Ihrer Beschwerdeschrift bekannt? P1: Was? R: Sie haben eine Beschwerde im MAI 2014 durch Ihre Vertreterin erhoben. Ist Ihnen der Inhalt Ihrer Beschwerde, über den wir hier verhandeln, bekannt? P1: Ich weiß es nicht. PV: Die Beschwerde, die Sie mit meiner Kollegin in XXXX im MAI 2014 gemacht haben.PV: Die Beschwerde, die Sie mit meiner Kollegin in römisch 40 im MAI 2014 gemacht haben. P1: Ich kann mich nicht mehr erinnern. R: Sind Sie mit Ihrem Mandanten die Beschwerde vor der Verhandlung durchgegangen? PV: Ja. P1: Da gab es einige Punkte. Ich habe etwas gesagt. Man hat mich nicht richtig verstanden und man hat es nicht richtig protokolliert, was diese Punkte anbelangt. R: Halten Sie die Beschwerde aufrecht? P1: Ja. R: Haben Sie sich im Herkunftsland, in der Russischen Föderation, politisch betätigt und/oder waren Sie Mitglied einer politischen Partei oder Bewegung? P1: Nein. R: Gehörten Sie jemals einer bewaffneten Formation, abgesehen von Ihrem Militärdienst, an? P1: Nein. R: Wurden Sie auf Grund Ihrer Rasse, Nationalität bzw. Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe, zum Beispiel, weil Sie ein Mann sind, verfolgt? P1: Nein. Sie meinen bis zu meinem Problem, oder? R: Abgesehen von Ihren Problemen. P1: Nein. R: Wurden Sie jemals aus religiösen Gründen verfolgt? P1: Nein. R: Hatten Sie, abgesehen von den Problemen im NOVEMBER/DEZEMBER 2012 Probleme mit den staatlichen Behörden (zB der Polizei) Ihres Herkunftsstaates? P1: Nein. R: Wurden Sie jemals festgenommen? P1: Nein. R: Haben Ihre Lebensgefährtin und respektive Gattin und Ihre Kinder eigene Fluchtgründe? P1: Bei meiner Frau, bei meinen Kindern meinen Sie? R: Ja. P1: Sie hat Angst um ihr Leben und um das Leben der Kinder. In Tschetschenien gab es nämlich Vorfälle, dass die Kinder und die Frau verfolgt wurden, wenn der Mann Probleme hatte. R: Schildern Sie bitte ausführlich, warum Sie die Russische Föderation verlassen mussten! P1: Ich hatte Angst. Ich hatte Angst, dass man mich umbringen wird, oder dass ich im Gefängnis lande. R: Schildern Sie bitte ausführlich, was passiert ist! P1: Am 10. NOVEMBER wurde ich angerufen von der Firma. Dass ich 2 Leute abholen soll. Man hat gesagt, dass sie sich bei einer nicht fertig gestellten Moschee befinden. Das war zu Mittag. Ich habe zu Mittag gegessen. Ich habe die Passagiere mitgenommen. Das waren 2 Männer. Ich habe sie in die Stadt XXXX gebracht. Von dort 10 Minuten weiter, bei einem Parkplatz neben dem Basar, ich meine ich habe die Männer wieder abgeholt. Sie haben dort etwas zu erledigen gehabt. Ich habe sie wieder mitgenommen. An der Grenze zwischen XXXX und Tschetschenien gibt es einen Fluss, der XXXX heißt. Auf der einen Seite sind die XXXX Zollbehörden und auf der anderen Seite die tschetschenischen. Auf der XXXX Seite bin ich durchgefahren, dann kam ich auf das tschetschenische Territorium. Wir wurden angehalten und mussten aussteigen, wir mussten mit seitlich ausgetreckten Armen stehen. Man hat mir gesagt, dass ich mich nicht bewegen soll, dass eine Sondergruppe kommen wird und dass ich durchsucht werde. Bei jedem von uns sind 2 Polizisten gestanden. Wir sind ca. 2 Stunden dort gestanden und haben gewartet. In der Zeit, als wir dort gestanden sind, habe ich den Leuten erklärt, dass ich ein Taxifahrer bin, man mich bestellte und ich die 2 Personen transportierte. Ich fragte, warum man mich anhält. Man sagte, dass man alles klären wird und dass das die Sondergruppe klären wird. Wir sind dort gestanden. In der Zeit kam die Sondergruppe aus XXXX. 3 Polizisten sind dann vorbeigefahren, haben mich gesehen, sie wollten mir helfen. Sie sagten, dass ich nur ein Taxifahrer bin und warum man die Leute festhält. Die Polizisten haben gesagt, dass das eine Sonderoperation ist und dass man mich überprüfen wird, wenn ich nicht Schuld bin, werden sie mich freilassen, es kam zu seiner Auseinandersetzung. Ich bin dort gestanden, die Polizisten sind gekommen. Die Leute haben gesagt, dass wir frei gelassen werden, wenn die Sondergruppe kommt. Dann sind die Polizisten weggefahren, weil sie das geglaubt haben. Die Sondergruppe kam nach ca. 2 Stunden aus XXXX. Die Leute trugen schwarze Tarnuniformen. Sie haben uns und das Auto durchsucht und haben etwas bei den Männern gefunden. Ich wurde in ROWD des Rayons XXXX mitgenommen. Die Sondergruppe hat die 2 Männer mitgenommen und irgendwohin gebracht. Ich weiß es nicht. In XXXX wurde ich von einem Major verhört. Ich erzählte, dass ich als Taxifahrer bestellt wurde. Ich habe mehrmals beteuert, dass ich mir nichts zuschulden kommen habe lassen. Der MAJOR hat das Protokoll geführt und er hat mich dann um 18.00 Uhr frei gelassen. Er hat gesagt, dass man mir eine Ladung schicken wird, wenn man mich brauchen wird. Am 14. NOVEMBER kam die Ladung, dass ich in XXXX beim zentralen ROWD zu erscheinen habe. Am 19. NOVEMBER sollte ich dort sein. Am 19. NOVEMBER bin ich mit meinem NEFFEN nach XXXX gefahren zum ROWD. Dort war ich von 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr. Ich wurde dort von 4 Personen befragt. 2 haben gefragt, aber 4 waren anwesend. Ich wurde beschuldigt, dass die 2 Personen Aufständische, Kämpfer, sind und man hat mir die Mittäterschaft vorgeworfen, dass ich ein Komplize bin. Ich habe das dann natürlich verneint. Ich habe gesagt, dass man das auch überprüfen kann, dass ich bestellt worden bin, bei uns wird registriert, wenn ein Taxi bestellt wird. Die Leute haben mir gedroht, dass ich im Gefängnis landen werde, für die Mittäterschaft, weil ich ein Komplize von den Kämpfern bin. Einer von ihnen hat gesagt, dass wir eine Vereinbarung treffen können, dass ich eine bestimmte Summe zu bezahlen habe und dass man die Sache dann einstellen wird, 1 Mill. Rubel. Ich habe gesagt, dass ich nicht so viel Geld habe, weil 1 Million Rubel eine große Summe ist. Dann hat man mir eine Frist gegeben, bis zum 10. DEZEMBER, damit ich diese Summe bereitstellen soll. Ich habe verstanden, dass man mich nicht in Ruhe lassen wird und ich habe mich deswegen einverstanden erklärt. Man hat mir gesagt, dass ich das Geld bereitstellen soll. Ich wurde frei gelassen, ich konnte bis zum 10. DEZEMBER nicht so viel Geld bereitstellen. Am 11. DEZEMBER sind die Leute in das Haus eingedrungen und haben meine Frau bedroht. Das war zu Mittag. Sie haben nach mir gefragt, wo ich mich befinde. Sie haben meine Frau bedroht und man hat ihr gesagt, dass ich dort zu erscheinen habe. Meine Frau hat mich angerufen und hat gesagt, was passiert ist, dass Militärangehörige gekommen sind und dass man nach mir gesucht hat. Ich sagte, dass ich nicht mehr nach Hause komme. Meine Frau sollte mich nicht mehr anrufen. Ich bin zu meiner Schwester gefahren, dort war ich bis 14.12. Am 14.12 kamen nachts wieder die Leute, die haben alles überprüft und haben wieder meine Frau bedroht. Nachdem die Leute weggegangen sind, hat meine Frau die Schwester angerufen. Die Schwester hat mir dann gesagt, was passiert ist, dass die Leute wieder da waren. Ich habe gesagt, dass meine Frau die Sachen packen und zum Bruder gehen soll. Ich habe mit meiner Schwester gesprochen und wir sind zu dem Schluss gekommen, dass ich mich eine Zeitlang verstecken soll. Ich bin dann nach XXXX gefahren, die Schwester hat das organisiert. Ich habe der Schwester gesagt, dass meine Frau nach XXXX zu den Eltern fahren soll. Ich bin nach XXXX gefahren zu meinen Verwandten. Ich habe dort bis MAI abgewartet, bis zum 26. Ich war dort bis zum 26. Wegen dieses Problems bin ich hier in Österreich.P1: Am 10. NOVEMBER wurde ich angerufen von der Firma. Dass ich 2 Leute abholen soll. Man hat gesagt, dass sie sich bei einer nicht fertig gestellten Moschee befinden. Das war zu Mittag. Ich habe zu Mittag gegessen. Ich habe die Passagiere mitgenommen. Das waren 2 Männer. Ich habe sie in die Stadt römisch 40 gebracht. Von dort 10 Minuten weiter, bei einem Parkplatz neben dem Basar, ich meine ich habe die Männer wieder abgeholt. Sie haben dort etwas zu erledigen gehabt. Ich habe sie wieder mitgenommen. An der Grenze zwischen römisch 40 und Tschetschenien gibt es einen Fluss, der römisch 40 heißt. Auf der einen Seite sind die römisch 40 Zollbehörden und auf der anderen Seite die tschetschenischen. Auf der römisch 40 Seite bin ich durchgefahren, dann kam ich auf das tschetschenische Territorium. Wir wurden angehalten und mussten aussteigen, wir mussten mit seitlich ausgetreckten Armen stehen. Man hat mir gesagt, dass ich mich nicht bewegen soll, dass eine Sondergruppe kommen wird und dass ich durchsucht werde. Bei jedem von uns sind 2 Polizisten gestanden. Wir sind ca. 2 Stunden dort gestanden und haben gewartet. In der Zeit, als wir dort gestanden sind, habe ich den Leuten erklärt, dass ich ein Taxifahrer bin, man mich bestellte und ich die 2 Personen transportierte. Ich fragte, warum man mich anhält. Man sagte, dass man alles klären wird und dass das die Sondergruppe klären wird. Wir sind dort gestanden. In der Zeit kam die Sondergruppe aus römisch 40 . 3 Polizisten sind dann vorbeigefahren, haben mich gesehen, sie wollten mir helfen. Sie sagten, dass ich nur ein Taxifahrer bin und warum man die Leute festhält. Die Polizisten haben gesagt, dass das eine Sonderoperation ist und dass man mich überprüfen wird, wenn ich nicht Schuld bin, werden sie mich freilassen, es kam zu seiner Auseinandersetzung. Ich bin dort gestanden, die Polizisten sind gekommen. Die Leute haben gesagt, dass wir frei gelassen werden, wenn die Sondergruppe kommt. Dann sind die Polizisten weggefahren, weil sie das geglaubt haben. Die Sondergruppe kam nach ca. 2 Stunden aus römisch 40 . Die Leute trugen schwarze Tarnuniformen. Sie haben uns und das Auto durchsucht und haben etwas bei den Männern gefunden. Ich wurde in ROWD des Rayons römisch 40 mitgenommen. Die Sondergruppe hat die 2 Männer mitgenommen und irgendwohin gebracht. Ich weiß es nicht. In römisch 40 wurde ich von einem Major verhört. Ich erzählte, dass ich als Taxifahrer bestellt wurde. Ich habe mehrmals beteuert, dass ich mir nichts zuschulden kommen habe lassen. Der MAJOR hat das Protokoll geführt und er hat mich dann um 18.00 Uhr frei gelassen. Er hat gesagt, dass man mir eine Ladung schicken wird, wenn man mich brauchen wird. Am 14. NOVEMBER kam die Ladung, dass ich in römisch 40 beim zentralen ROWD zu erscheinen habe. Am 19. NOVEMBER sollte ich dort sein. Am 19. NOVEMBER bin ich mit meinem NEFFEN nach römisch 40 gefahren zum ROWD. Dort war ich von 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr. Ich wurde dort von 4 Personen befragt. 2 haben gefragt, aber 4 waren anwesend. Ich wurde beschuldigt, dass die 2 Personen Aufständische, Kämpfer, sind und man hat mir die Mittäterschaft vorgeworfen, dass ich ein Komplize bin. Ich habe das dann natürlich verneint. Ich habe gesagt, dass man das auch überprüfen kann, dass ich bestellt worden bin, bei uns wird registriert, wenn ein Taxi bestellt wird. Die Leute haben mir gedroht, dass ich im Gefängnis landen werde, für die Mittäterschaft, weil ich ein Komplize von den Kämpfern bin. Einer von ihnen hat gesagt, dass wir eine Vereinbarung treffen können, dass ich eine bestimmte Summe zu bezahlen habe und dass man die Sache dann einstellen wird, 1 Mill. Rubel. Ich habe gesagt, dass ich nicht so viel Geld habe, weil 1 Million Rubel eine große Summe ist. Dann hat man mir eine Frist gegeben, bis zum 10. DEZEMBER, damit ich diese Summe bereitstellen soll. Ich habe verstanden, dass man mich nicht in Ruhe lassen wird und ich habe mich deswegen einverstanden erklärt. Man hat mir gesagt, dass ich das Geld bereitstellen soll. Ich wurde frei gelassen, ich konnte bis zum 10. DEZEMBER nicht so viel Geld bereitstellen. Am 11. DEZEMBER sind die Leute in das Haus eingedrungen und haben meine Frau bedroht. Das war zu Mittag. Sie haben nach mir gefragt, wo ich mich befinde. Sie haben meine Frau bedroht und man hat ihr gesagt, dass ich dort zu erscheinen habe. Meine Frau hat mich angerufen und hat gesagt, was passiert ist, dass Militärangehörige gekommen sind und dass man nach mir gesucht hat. Ich sagte, dass ich nicht mehr nach Hause komme. Meine Frau sollte mich nicht mehr anrufen. Ich bin zu meiner Schwester gefahren, dort war ich bis 14.12. Am 14.12 kamen nachts wieder die Leute, die haben alles überprüft und haben wieder meine Frau bedroht. Nachdem die Leute weggegangen sind, hat meine Frau die Schwester angerufen. Die Schwester hat mir dann gesagt, was passiert ist, dass die Leute wieder da waren. Ich habe gesagt, dass meine Frau die Sachen packen und zum Bruder gehen soll. Ich habe mit meiner Schwester gesprochen und wir sind zu dem Schluss gekommen, dass ich mich eine Zeitlang verstecken soll. Ich bin dann nach römisch 40 gefahren, die Schwester hat das organisiert. Ich habe der Schwester gesagt, dass meine Frau nach römisch 40 zu den Eltern fahren soll. Ich bin nach römisch 40 gefahren zu meinen Verwandten. Ich habe dort bis MAI abgewartet, bis zum 26. Ich war dort bis zum 26. Wegen dieses Problems bin ich hier in Österreich. R: Was würde Sie persönlich im Falle einer Rückkehr in Ihren Herkunftsstaat konkret erwarten? P1: Ich habe Angst, dass man mich umbringen wird, mich zum Krüppel machen wird oder in das Gefängnis bringt. Es kann alles passieren. R: Was würde passieren, wenn Sie (hypothetisch) an einen anderen Ort in der Russischen Föderation außerhalb Tschetscheniens zurückkehren müssten? P1: Auch in der Russischen Föderation kann man mich finden, überall. R: Wer sollte ein Interesse haben, Sie zu finden? P1: Die Sonderdienste, ich weiß es nicht. R: Haben Sie hier in Österreich Probleme? P1: Nein. R: Sind Sie aus wirtschaftlichen Gründen nach Österreich gekommen bzw. haben Sie in Österreich einen Antrag auf internationalen Schutz gestellt, damit Sie Ihre wirtschaftliche Situation verbessern? P1: Hier in Österreich? R: Ja. P1: Nein. R: Sind Sie aus gesundheitlichen Gründen nach Österreich gekommen bzw. haben Sie in Österreich einen Antrag auf internationalen Schutz gestellt, damit Sie oder Ihre Kinder hier behandelt werden? P1: Nein. R: Sind Sie aus familiären Gründen nach Österreich gekommen bzw. haben Sie den Antrag auf Internationalen Schutz in Österreich gestellt, weil Ihre Lebensgefährtin bzw. Gattin zu ihrem Bruder gezogen ist? P1: Nein. Sie hat ihre Mutter dort, alle Verwandten, wieso soll sie zu ihrem Bruder nach Österreich ziehen, wenn sie hier nur einen Verwandten hat. Ich glaube nicht, dass sie ihre Mutter zurückgelassen hätte, wenn sie keine Probleme gehabt hätte. R: Können Sie mir den Vorfall am Grenzkontrollposten nochmals genau schildern- P1: Wo? R: Der Grenzkontrollposten zwischen DAGESTAN und Tschetschenien. P1: Ich habe die Grenze überquert von DAGESTAN nach Tschetschenien. Der Polizist hat uns gedeutet, dass wir stehen bleiben sollen. Er hat geschrien, dass wir schnell aus dem Auto aussteigen sollen. Wir sollten die Hände auf das Auto hinlegen. Ich bin von meiner Seite ausgestiegen, weil ich der Fahrer war und ich habe die Hände auf das Auto gelegt und die anderen waren hinten. Wir mussten warten, bis die Sondergruppe hinkommt. Das war die Polizei von XXXX, es waren die Leute, die uns angehalten haben, aber wir haben auf eine Sondergruppe gewartet. Wir sind 2 oder 3 Stunden dort gestanden. Wir haben die Hände ausgestreckt gehabt und wir haben auf die Sondergruppe gewartet. In der Zeit sind 3 Wachleute vorbeigefahren. Das waren Polizisten, das war die Bewachung meines Nachbarn, weil er ein KOMMANDANT war und diese Leute haben mich gesehen. Sie sind stehen geblieben und dann haben sie gefragt, warum ich festgehalten werde. Sie haben den Leuten gesagt, dass man mich kennt und dass ich ein Taxifahrer bin und dass ich nichts Schlechtes gemacht habe. Die Leute haben gesagt, dass eine Sondergruppe kommen wird. Es kam zu einer Auseinandersetzung, weil mir diese Leute helfen wollten. Ich habe gebeten, dass ich keine Auseinandersetzung wegen meiner Person haben will. Zu dem Zeitpunkt ist ein anderer Polizist auf mich zugekommen, er meinte, dass ich von der Sondergruppe befragt werde, man weiß, dass ich Taxifahrer bin und dass man mich nur befragen wird. Ich habe gebeten, dass die Leute wegfahren, weil man weiß, dass ich nur ein Taxifahrer bin und man mich nur befragen wird. Dann kam die Sondergruppe. Man hat uns gleich durchsucht. Auch das ganze Auto wurde durchsucht. Man hat alles dort durchsucht. Bei den 2 jungen Männer[n] hat man etwas gefunden. Es war ein Plastik-Sackerl. Dann kam ein russischer MAJOR und ich wurde zur Abteilung gebracht und die anderen wurden in ein anderes Fahrzeug gebracht. Ich weiß nicht, wohin die 2 anderen Leute gebracht wurden. Ich wurde in die Abteilung gebracht. Der Major hat mich dort in der Abteilung befragt.P1: Ich habe die Grenze überquert von DAGESTAN nach Tschetschenien. Der Polizist hat uns gedeutet, dass wir stehen bleiben sollen. Er hat geschrien, dass wir schnell aus dem Auto aussteigen sollen. Wir sollten die Hände auf das Auto hinlegen. Ich bin von meiner Seite ausgestiegen, weil ich der Fahrer war und ich habe die Hände auf das Auto gelegt und die anderen waren hinten. Wir mussten warten, bis die Sondergruppe hinkommt. Das war die Polizei von römisch 40 , es waren die Leute, die uns angehalten haben, aber wir haben auf eine Sondergruppe gewartet. Wir sind 2 oder 3 Stunden dort gestanden. Wir haben die Hände ausgestreckt gehabt und wir haben auf die Sondergruppe gewartet. In der Zeit sind 3 Wachleute vorbeigefahren. Das waren Polizisten, das war die Bewachung meines Nachbarn, weil er ein KOMMANDANT war und diese Leute haben mich gesehen. Sie sind stehen geblieben und dann haben sie gefragt, warum ich festgehalten werde. Sie haben den Leuten gesagt, dass man mich kennt und dass ich ein Taxifahrer bin und dass ich nichts Schlechtes gemacht habe. Die Leute haben gesagt, dass eine Sondergruppe kommen wird. Es kam zu einer Auseinandersetzung, weil mir diese Leute helfen wollten. Ich habe gebeten, dass ich keine Auseinandersetzung wegen meiner Person haben will. Zu dem Zeitpunkt ist ein anderer Polizist auf mich zugekommen, er meinte, dass ich von der Sondergruppe befragt werde, man weiß, dass ich Taxifahrer bin und dass man mich nur befragen wird. Ich habe gebeten, dass die Leute wegfahren, weil man weiß, dass ich nur ein Taxifahrer bin und man mich nur befragen wird. Dann kam die Sondergruppe. Man hat uns gleich durchsucht. Auch das ganze Auto wurde durchsucht. Man hat alles dort durchsucht. Bei den 2 jungen Männer[n] hat man etwas gefunden. Es war ein Plastik-Sackerl. Dann kam ein russischer MAJOR und ich wurde zur Abteilung gebracht und die anderen wurden in ein anderes Fahrzeug gebracht. Ich weiß nicht, wohin die 2 anderen Leute gebracht wurden. Ich wurde in die Abteilung gebracht. Der Major hat mich dort in der Abteilung befragt. R: Waren Sie das einzige Fahrzeug bei dem Kontrollposten, wie viele Leute sind während der Amtshandlung durchgefahren? P1: Viele Autos. R: Haben Sie da jemanden gekannt? P1: Es war für mich deswegen beschämend, die Hände auszustrecken. R: Was kann der Grund sein, dass gerade Ihr Fahrzeug kontrolliert wurde? P1: Man hat die Männer beschattet. Das hat mir der MAJOR gesagt. Er hat gesagt, dass man sie schon lange beschattet. R: Wenn man die Szene schon lange beschattet hat, ist für mich völlig unplausibel, dass die Polizei davon ausgeht, dass Sie involviert sind! P1: Darf ich das erklären? Bei uns in Tschetschenien werden sogar die Leichen verkauft, sogar die Leichen. Man fordert Geld auch von unschuldigen Personen oder hält man Leute fest, um ein Ergebnis zu bekommen. Wenn die Leitung das befiehlt, das Ergebnis notwendig ist, dann müssen die Polizisten beweisen, dass sie arbeiten, dann nehmen sie so jemanden wie mich, damit man schnell ein Ergebnis hat und dann werden solche Personen vernichtet. R: Welche Amtshandlungen wurden gegen Sie konkret gesetzt bei dieser Kontrolle? P1: Ich wurde durchsucht, es wurde alles vollständig durchsucht. Ich wurde bedroht, dass ich ein Komplize bin. Man hat gesagt, dass man mich in das Gefängnis bringen wird. R: Welche Amtshandlungen wurden bei diesem Grenzkontrollposten konkret gegen Sie durchgeführt? P1: Das, das hat man mir gesagt. Ich wurde durchsucht. R: Wie viele Polizisten sind vorbei gefahren und haben sich für Sie eingesetzt? P1: Drei. R: Wie genau kannten Sie diese? P1: Das waren die Wachleute von meinem Nachbarn, das war zur Bewachung des Hauses. Sie haben das Haus und die Familie bewacht. R: Wie konnten diese Wachleute so genau wissen, dass Sie nichts mit diesen Rebellen zu tun haben? P1: Sie waren ja jeden Tag neben meinem Haus. Ich habe mit ihnen geredet. Ich kenne sie. Sie wussten, dass ich jeden Tag Taxi fahre. R: Vor dem Bundesamt haben Sie nämlich angegeben, dass es nur 2 und nicht 3 waren. P1: Ich habe damals 2,3 gesagt. Man hat nur zwei aufgeschrieben. PV: Auf S 9 des Bescheides hat er schon von 3 Bewachern gesprochen. Das ist von der Einvernahme. In der Erstbefragung hat er gesagt 2. PV: Der Vergleich zwischen Niederschrift und Bescheid ergibt eine Abweichung im angefochtenen Bescheid, wo von 3 Bewachern von der Miliz gesprochen wird. An dieser Stelle wurden in der Niederschrift, bestätigt durch die Unterschrift des BF, Korrekturen im Protokoll durchgeführt, die offenbar im Bescheid falsch wiedergegeben werden. P1: Die D hat damals nicht richtig übersetzt. Sie hat damals ein Wörterbuch benutzt. R: Hat die Personendurchsuchung nun stattgefunden, bevor oder nachdem die Spezialeinheit gekommen ist? P1: Nachher. R: In Ihrer Schilderung vor der Behörde haben sie angegeben, dass man zuerst etwas in den Hosentaschen der Männer gefunden hat und Sie danach 3 Stunden warten mussten, bis der Spezialdienst kam. P1: Zuerst wurden wir so überprüft. Dann wurde von der Sondereinheit alles durchsucht, auch das Auto vollständig. Das habe ich gemeint. R: Wurden Sie bei der 1. Befragung und bei der 2. Befragung von denselben Personen vernommen? P1: Ja. Außer dem MAJOR. R: Der MAJOR war das 2. Mal nicht dabei? P1: Nein. Er war aus Russland und er wurde nach Tschetschenien abkommandiert. Das war die tschetschenische Polizei mit der russischen Polizei zusammen. Sie arbeiten zusammen. R: Wer waren nun diese Personen, die Geld von Ihnen haben wollten? P1: Ich weiß nicht, wer das war. Sie waren in schwarzen Uniformen. Es gab keine Abzeichen. Solche Leute werden als Sondergruppen oder Sonderdienste bezeichnet. R: Wie viele Personen waren das? P1: Von zwei wurde ich befragt. R: Wie viele Personen waren insgesamt beim 2. Verhör anwesend? P1: Vier. Von 2 wurde ich befragt und 2 waren dort. Hinten im Zimmer. R: Waren diese auch noch anwesend, als man Geld von Ihnen verlangte? P1: Ja. R: Dann können Sie mir diese 4 Personen genauer beschreiben. P1: Sie haben sportlich ausgeschaut und waren groß. Sie haben sehr gepflegte Bärte gehabt. R: Wie darf ich mir einen sehr gepflegten Bart vorstellen? P1: Sehr elegant, rasiert. Das Haar war schwärzer als beim Assistenten der Rechtsberatung, aber in der Art. Der Zweite war groß, helles Haar und einen gepflegten Bart. Ich weiß nicht, wie ich die Personen sonst beschreiben kann. Die beiden anderen Personen sind hinten gesessen.P1: Sehr elegant, rasiert. Das Haar war schwärzer als beim Assistenten der Rechtsberatung, aber in der "Art". Der Zweite war groß, helles Haar und einen gepflegten Bart. Ich weiß nicht, wie ich die Personen sonst beschreiben kann. Die beiden anderen Personen sind hinten gesessen. R: Sie sind im selben Zimmer gewesen. Sie müssen sie doch beschreiben können! P1: Als ich sie gesehen habe, habe ich auch gesehen, dass sie sehr sportlich sind. 2 waren mit Bärten und 2 waren ohne Bärte, aber die Gesichter habe ich mir nicht genau eingeprägt. Das waren Tschetschenen. R: Können Sie mir beschreiben, wie Sie die Ladung zugestellt erhielten? P1: Im Postfach, per Post. R: Können Sie mir genau beschreiben, wie diese Ladung ausgesehen hat? P1: Das war ein weißer Zettel in einem kleinen Kuvert. P1 zeigt etwa die Größe eines österreichischen Rückscheinformulares. P1: Familienname und Name ist dort gestanden und ein Stempel war dort. ROWD in XXXX ist dort gestanden auf dem Formular.P1: Familienname und Name ist dort gestanden und ein Stempel war dort. ROWD in römisch 40 ist dort gestanden auf dem Formular. R: Was ist sonst noch darauf gestanden? P1: Dass ich beim zentralen ROWD von XXXX zu erscheinen habe. Es ist dort mein Familien- und Vatersname gestanden und das Datum 19. ist dort gestanden.P1: Dass ich beim zentralen ROWD von römisch 40 zu erscheinen habe. Es ist dort mein Familien- und Vatersname gestanden und das Datum 19. ist dort gestanden. R: Ist dort gestanden, aus welchem Grund Sie dort erscheinen sollen? P1: Nein. Einfach eine Ladung, dass ich zu erscheinen habe. R: Ist dort gestanden was passiert, wenn Sie nicht erscheinen? P1: Auf der Ladung nicht. R: Ist dort gestanden, in welcher Funktion oder in welchem Zusammenhang Sie erscheinen sollen? P1: Ich weiß nicht, welche Funktion Sie meinen. R: Sie meinen als Zeuge, Beschuldigter oder Opfer? P1: Nein, nur dass ich zu erscheinen habe. R: Sie haben einen Stempel erwähnt. Was war das für ein Stempel? P1: Von der Polizei vom ROWD. R: Und was stand auf dem Kuvert? P1: Die Adresse war auf dem Kuvert und auch die Absenderadresse vom zentralen ROWD in XXXX.P1: Die Adresse war auf dem Kuvert und auch die Absenderadresse vom zentralen ROWD in römisch 40 . R: Warum sind Sie mit Ihrem NEFFEN nach XXXX gefahren?R: Warum sind Sie mit Ihrem NEFFEN nach römisch 40 gefahren? P1: Weil mein NEFFE in XXXX gelebt hat und er kennt sich im Rayon XXXX sehr gut aus. Ich wusste damals nicht, wo sich der zentrale ROWD befindet. Ich hatte große Angst damals. Der NEFFE hat mir gesagt, dass er mitfahren wird, ich bin mit ihm mitgefahren.P1: Weil mein NEFFE in römisch 40 gelebt hat und er kennt sich im Rayon römisch 40 sehr gut aus. Ich wusste damals nicht, wo sich der zentrale ROWD befindet. Ich hatte große Angst damals. Der NEFFE hat mir gesagt, dass er mitfahren wird, ich bin mit ihm mitgefahren. R: Stand keine Adresse des zentralen ROWD auf der Ladung? P1: Schon. Aber ich habe keine Orientierung in XXXX.P1: Schon. Aber ich habe keine Orientierung in römisch 40 . R: Wenn Sie sagen, Sie haben Angst, haben Sie sich nicht an die Bewacher nebenan gewandt, die sich an der Grenzkontrollstelle für Sie eingesetzt haben? P1: Das waren einfache Bewacher. Wenn die Sondergruppe während der Auseinandersetzung gekommen wäre, dann hätte man sie auch mitgenommen, man macht da keine Umstände. R: Was haben Sie eigentlich genau gemacht, nachdem Sie das erste Mal befragt wurden? Sie wurden ca. um 18.00 Uhr frei gelassen. Was haben Sie dann gemacht? P1: Ich bin nach Hause gefahren. R: Wie? P1: Man hat mein Auto zum zentralen ROWD von XXXX gebracht. Man hat mir Schlüssel gegeben. Ich brachte mein Auto in Ordnung. Ich war nicht in Stimmung, irgendwohin zu gehen.P1: Man hat mein Auto zum zentralen ROWD von römisch 40 gebracht. Man hat mir Schlüssel gegeben. Ich brachte mein Auto in Ordnung. Ich war nicht in Stimmung, irgendwohin zu gehen. R: Haben Sie sich nach der 2. Befragung an die Behörden, Menschenrechtsorganisation gewandt? P1: Die Sondergruppe ist niemandem unterstellt. Sie sind frei und können frei agieren. Es war besser für mich, mich an niemanden zu wenden. Deswegen habe ich Angst gehabt. Ich wusste, dass das eine Sondergruppe ist und dass das gefährliche Leute sind. Das wäre gefährlich, wenn ich mich an jemanden wende. R: Welche Übergabemodalitäten haben Sie ausgemacht mit diesen Männern? P1: Die Leute haben gesagt, dass sie kommen werden in meinen Rayon, zu mir nach Hause. Ich sollte ihnen mitteilen, dass ich das Geld bereit habe. R: Wann und wie hätten sie es Ihnen mitteilen sollen? P1: Am 10. DEZEMBER sollte ich das Geld übergeben. R: wiederholt die Frage. P1: Ich sollte das Geld in den ROWD von XXXX bringen, dorthin bringen.P1: Ich sollte das Geld in den ROWD von römisch 40 bringen, dorthin bringen. R: Sie haben gerade gesagt, Sie sollen den Männern mitteilen, wenn Sie das Geld zusammen haben. Wie und wann hätten Sie das mitteilen sollen? P1: Ich sollte keine Information übergeben, sondern das Geld. R: Das heißt, Sie hätten am 10.12 in den ROWD nach XXXX kommen sollen und das Geld übergeben?R: Das heißt, Sie hätten am 10.12 in den ROWD nach römisch 40 kommen sollen und das Geld übergeben? P1: Ja. R: Was haben Sie Ihrer Gattin respektive Lebensgefährtin davon erzählt? P1: Ich habe meine Frau nicht eingeweiht. Ich sagte, dass man 1 Million gefordert hat und dass ich nur mit Mühe frei gelassen worden bin. R: Welchen Plan hatten Sie für den Fall, dass Sie nicht bezahlen können? P1: Ich hatte keinen Plan. Ich habe versucht, das Geld bereit zu stellen. Ein Mann, der mit mir den Wehrdienst abgeleistet hat, hat gesagt, dass er sich bemühen kann, 200.000 bereit zu stellen. R: Wie viel Geld hatten Sie zusammen bis zum 10.12? P1: 300.000. R: Für mich ist es vollkommen unplausibel, dass Sie zwar einen Teil des Geldes zusammen haben, aber die Frist verstreichen lassen, ohne eine Fristerstreckung zu beantragen, einen "Plan B" zu haben und obwohl Sie sich vor diesen Männern fürchten und fürchten, dass diese zu Ihnen nach Hause kommen, Ihre Frau und Ihre Kinder zu Hause sitzen lassen. P1: Ich weiß nicht, wie ich mit diesen Leuten in Kontakt hätte treten können. Ich habe versucht, das Geld bereit zu stellen, aber es ist mir nicht gelungen. Ich wusste nicht, ob sie nochmals kommen werden oder nicht. R: Sie hatten einen Kontaktpunkt im ROWD, wo Sie das Geld hätten übergeben sollen. Sie hatten die Ladung, damit Sie wussten, wohin Sie gehen sollten. Ich kann daher nicht sehen, dass Sie diese Leute nicht kontaktieren hätten können? P1: Wie hätte ich zu diesen Leuten gehen sollen, wenn ich das Geld nicht hatte? Das sind furchtbare Menschen. R: Was haben Sie nach dem Verstreichen dieser Frist gemacht? P1: Ich habe weiterhin nach Geld gesucht, auch wenn die Frist verstrichen ist. Ich musste meine Familie ernähren. Ich bin auch weiterhin Taxi gefahren, wenn meine Kunden angerufen haben. R: Was konkret haben Sie am 11.12.2012 gemacht? P1: Als die Leute gekommen sind? R: Ja. P1: Ich bin nach Hause gefahren. Ich war im Dorf XXXX. Als sie das erste oder das zweite Mal gekommen sind?P1: Ich bin nach Hause gefahren. Ich war im Dorf römisch 40 . Als sie das erste oder das zweite Mal gekommen sind? R: Wo waren Sie, als die Männer das 1. Mal gekommen sind? P1: Da bin ich nach Hause gefahren. R: Was haben Sie im Dorf XXXX gemacht?R: Was haben Sie im Dorf römisch 40 gemacht? P1: Ich bin nach Hause gefahren. Meine Frau wusste davon nichts. R: Was haben sie ihr gesagt, als Sie in der Früh außer Haus gegangen sind? P1: Ich bin an dem Tag nicht nach Hause gekommen? R: Wo haben Sie zwischen 10. und 11. übernachtet, bevor die Männer das 1. Mal bei Ihnen waren? P1: Bei meiner Schwester war ich am 11. Am 10. war ich zu Hause. R: Als Sie am 11. von zu Hause weggefahren sind, was haben Sie Ihrer Frau gesagt? P1: Ich habe ihr gesagt, dass ich nicht mehr komme und dass ich das Telefon abschalten werde. R: Was haben Sie Ihrer Frau in der Früh gesagt, als Sie das Haus verlassen haben? P1: Nichts. R: Was sagten Sie? Das ist ein markanter Zeitpunkt. Sie haben sich dann ein halbes Jahr lang nicht gesehen. P1: Ich kann mich nicht mehr erinnern. Es ist dann doch ein halbes Jahr vergangen. R: Was haben Sie am Telefon gesprochen am 11.12? P1: Meine Frau hat gesagt, dass Leute in schwarzen Uniformen gekommen sind, dass sie nach mir gefragt haben. R: Was haben Sie am 14. gemacht, als die Männer zu Ihrer Frau gekommen sind? P1: Am 14. war ich bei meiner Schwester. Man hat angerufen, dass die Leute wieder gekommen sind. R: Wer hat konkret mit wem telefoniert? P1: Meine Frau hat die Schwester angerufen. Sie hat angerufen. Meine Schwester sagte, dass meine Frau anruft und dass die Leute wieder gekommen sind. R: Wann ungefähr, um welche Uhrzeit, war der zweite Anruf und um welche Uhrzeit war ca. der erste Anruf? P1: Der 1. Anruf war gegen Mittag. Der 2. Anruf in der Nacht gegen 22.00 Uhr oder 23.00 Uhr. R: Welche Vorsichtsmaßnahmen haben Sie getroffen, als Sie nach DAGESTAN gegangen sind? P1: Ich bin nirgends weggegangen. Ich war nur bei meinen Verwandten. Ich habe mich damals versteckt gehalten. R: Wie sind Sie nach XXXX gekommen?R: Wie sind Sie nach römisch 40 gekommen? P1: Mit meinem Auto, Taxi. R: Sie haben also mit dem auf Sie zugelassenen Fahrzeug mit den entsprechenden Nummerntafeln den Grenzübergang überquert, an dem die Spezialaktion stattfindet, an der die Personen beteiligt sind, vor denen Sie flüchten und behielten Ihr Fahrzeug mit den Nummerntafeln in DAGESTAN? P1: Das Auto war nicht auf mich registriert. Das Auto wurde mir für 3 Jahre anvertraut. R: Sie müssen sich nicht selbst einer Straftat belasten. Bisher haben Sie angegeben, das Auto im April 2013 für 90.000 Rubel verkauft zu haben. Wenn Ihre jetzige Angabe stimmt, haben Sie Veruntreuung begangen. P1: Bei uns geht das. Ich kann das Auto auch verkaufen, das ist eine Vertrauenssache. Manche lassen auch die Registrierung beim alten Besitzer und man darf trotzdem fahren. R: Bisher haben Sie angegeben, dass es Ihr Fahrzeug ist! P1: Ich habe es gekauft, aber es war nicht auf mich registriert. R: Was haben Sie mit Ihrem Mobiltelefon gemacht? P1: Ich habe es abgeschaltet. Ich habe die SIM-Karte gewechselt. R: War das eine Wertkarte? P1: Bei uns werden die Karten nicht registriert. R: Sie hatten keine Probleme während Ihres Aufenthaltes in XXXX, weil Ihr Telefon nicht auf Sie rückführbar war?R: Sie hatten keine Probleme während Ihres Aufenthaltes in römisch 40 , weil Ihr Telefon nicht auf Sie rückführbar war? P1: Ja. R: Warum haben Sie dann nie mit Ihrer Frau telefoniert, eine nicht rückführbare Telefonnummer hätte Sie nicht in Gefahr gebracht? P1: Ich hatte die Sim-Karte weggeworfen. Ich hatte trotzdem Angst. Ich dachte, dass man ihre Nummer abhört und registriert. R: Hatten Sie eine SIM-Karte oder nicht in XXXX? P1: Ich habe eine XXXX SIM-Karte gehabt, aber ich habe sie nicht benutzt.P1: Ich habe eine römisch 40 SIM-Karte gehabt, aber ich habe sie nicht benutzt. R: Sie haben diese Nummer auch nicht im Wege Ihrer Schwester Ihrer Gattin zukommen lassen? P1: Nein. RB: Vor diesem Vorfall arbeiteten Sie schon länger als Taxifahrer. Hatten Sie Probleme? P1: Nein. RB: Haben Sie die Männer, die Sie an diesem Tag transportiert haben, jemals [zuvor] gesehen? P1: Nein. RB: Haben Sie diese nach dem Vorfall nochmals gesehen oder wissen Sie, was mit ihnen passiert ist? P1: Nein. RB: Was ist mit dieser Ladung passiert, die Sie bekommen haben? P1: Mein Neffe hatte diese Ladung gehabt. Ich weiß nicht, was nachher mit der Ladung passiert ist. RB: Als Sie aufgefordert wurden, 1 Mio Rubel zu bezahlen, warum haben Sie damals zugestimmt, das zu machen? P1: Man hätte mir vielleicht eine Straftat "angehängt", wenn ich nicht zugestimmt hätte. RB: Haben die Männer gesagt, was mit Ihnen passieren würde, wenn Sie das Geld nicht bezahlen könne? P1: Si