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{'item': 'W124 2141763-1'}

RIS Dokument GerichtBVwG Entscheidungsdatum01.03.2019 GeschäftszahlW124 2141763-1 SpruchW124 2141763-1/20E IM NAMEN DER REPUBLIK! Das Bundesverwaltungsgericht hat durch den Richter Mag. Felseisen als Einzelrichter über die Beschwerde von XXXX , geb. XXXX , StA. Afghanistan, gegen den Bescheid des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl vom XXXX , Zl. XXXX , nach Durchführung mündlicher Verhandlungen am XXXX sowie am XXXX zu Recht erkannt:Das Bundesverwaltungsgericht hat durch den Richter Mag. Felseisen als Einzelrichter über die Beschwerde von römisch 40 , geb. römisch 40 , StA. Afghanistan, gegen den Bescheid des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl vom römisch 40 , Zl. römisch 40 , nach Durchführung mündlicher Verhandlungen am römisch 40 sowie am römisch 40 zu Recht erkannt: A) I. Die Beschwerde wird hinsichtlich der Spruchpunkte I. und II. gemäß §§ 3 Abs. 1 und 8 Abs. 1 AsylG 2005 als unbegründet abgewiesen.römisch eins. Die Beschwerde wird hinsichtlich der Spruchpunkte römisch eins. und römisch zwei. gemäß Paragraphen 3, Absatz eins und 8 Absatz eins, AsylG 2005 als unbegründet abgewiesen. II. Der Beschwerde wird hinsichtlich der Spruchpunkte III. und IV. stattgegeben, eine Rückkehrentscheidung in Bezug auf den Herkunftsstaat Afghanistan gem. § 9 BFA-VG idgF auf Dauer für unzulässig erklärt und XXXX , geb. XXXX , gem. § 55 Abs. 1 Z 1 und Z 2 und § 54 Abs. 1 Z 1 AsylG 2005 der Aufenthaltstitel "Aufenthaltsberechtigung plus" für die Dauer von 12 Monaten erteilt.römisch zwei. Der Beschwerde wird hinsichtlich der Spruchpunkte römisch drei. und römisch vier. stattgegeben, eine Rückkehrentscheidung in Bezug auf den Herkunftsstaat Afghanistan gem. Paragraph 9, BFA-VG idgF auf Dauer für unzulässig erklärt und römisch 40 , geb. römisch 40 , gem. Paragraph 55, Absatz eins, Ziffer eins und Ziffer 2 und Paragraph 54, Absatz eins, Ziffer eins, AsylG 2005 der Aufenthaltstitel "Aufenthaltsberechtigung plus" für die Dauer von 12 Monaten erteilt. B) Die Revision ist gemäß Art. 133 Abs. 4 B-VG nicht zulässig.Die Revision ist gemäß Artikel 133, Absatz 4, B-VG nicht zulässig. TextENTSCHEIDUNGSGRÜNDE: I. Verfahrensgang:römisch eins. Verfahrensgang:

  1. Der Beschwerdeführer (in der Folge: BF) reiste unrechtmäßig in das Bundesgebiet ein und stellte am XXXX einen Antrag auf internationalen Schutz.
  2. Der Beschwerdeführer (in der Folge: BF) reiste unrechtmäßig in das Bundesgebiet ein und stellte am römisch 40 einen Antrag auf internationalen Schutz. Am selben Tag gab er im Rahmen seiner Erstbefragung vor einem Organ des öffentlichen Sicherheitsdienstes an, er sei afghanischer Staatsangehöriger und gehöre der Volksgruppe der Tadschiken sowie der sunnitischen Glaubensrichtung des Islam an. Neben Dari spreche er Englisch und Urdu. Zu seinem Fluchtgrund führte er aus, ein Paschtune habe um die Hand seiner Schwester angehalten. Allerdings seien sowohl sein Vater als auch seine Schwester gegen diese Eheschließung gewesen. Daraufhin sei seine Schwester am Arbeitsweg immer wieder belästigt worden. Es sei zu Streit gekommen und sie seien auch misshandelt worden. Man habe versucht, seine Schwester zu entführen. Ferner sei sie mit dem Umbringen bedroht worden. Der BF habe mit ihnen gestritten und sei geschlagen sowie bedroht worden. Auch sein Bruder sei bedroht worden und habe aus Angst die Schule nicht mehr besucht. Seine Schwester habe nicht dort bleiben können, daher sei er mit ihr geflüchtet.
  3. Mit Schreiben vom XXXX wurde der BF vom Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (in der Folge: Bundesamt) aufgefordert, binnen zwei Wochen alle für seinen Antrag und sein Vorbringen relevanten Unterlagen in Vorlage zu bringen.
  4. Mit Schreiben vom römisch 40 wurde der BF vom Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (in der Folge: Bundesamt) aufgefordert, binnen zwei Wochen alle für seinen Antrag und sein Vorbringen relevanten Unterlagen in Vorlage zu bringen. In weiterer Folge legte der BF folgende verfahrensrelevante Dokumente (in Kopie)vor: -Strichaufzählung Führerschein; -Strichaufzählung Zertifikat über die Absolvierung der
  5. Schulstufe samt Zeugnis; -Strichaufzählung Zertifikat des Personalbüros des XXXX Instituts für Gesundheitswissenschaften;Zertifikat des Personalbüros des römisch 40 Instituts für Gesundheitswissenschaften; -Strichaufzählung Schreiben mit welchem von XXXX bestätigt wird, dass der BF im Unternehmen " XXXX " von XXXX bis XXXX gearbeitet hat;Schreiben mit welchem von römisch 40 bestätigt wird, dass der BF im Unternehmen " römisch 40 " von römisch 40 bis römisch 40 gearbeitet hat; -Strichaufzählung Zertifikat von Care Afghanistan Education, aus welchem hervorgeht, dass XXXX den Workshop "Teacher Training" im Jahr XXXX absolviert hat;Zertifikat von Care Afghanistan Education, aus welchem hervorgeht, dass römisch 40 den Workshop "Teacher Training" im Jahr römisch 40 absolviert hat; -Strichaufzählung Personaldokument, ausgestellt vom afghanischen Innenministerium betreffend XXXX .Personaldokument, ausgestellt vom afghanischen Innenministerium betreffend römisch 40 .
  6. Am XXXX erfolgte die niederschriftliche Einvernahme des BF vor dem Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (in der Folge: Bundesamt). Vorgelegt wurde vom BF eine Tazkira, welche auf den Namen XXXX lautet.
  7. Am römisch 40 erfolgte die niederschriftliche Einvernahme des BF vor dem Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (in der Folge: Bundesamt). Vorgelegt wurde vom BF eine Tazkira, welche auf den Namen römisch 40 lautet. Eingangs bestätigte der BF seine bisherigen Angaben und erklärte, er sei gesund. In Afghanistan habe der BF im Haus seines Vaters gelebt. Zu seiner Familie gab er an, seine Eltern, zwei Brüder und eine Schwester würden noch in Afghanistan leben. Mit seinen Eltern habe er zuletzt vor zwei Tagen Kontakt gehabt, beide seien Lehrer in Pension und es würde ihnen gut gehen. Seinem Bruder XXXX gehe es ebenfalls gut. Dieser habe eine Geschäft Handygeschäft, in welchem er auch Reparaturen anbiete. XXXX sei Lehrer, lebe in XXXX und sei verheiratet. Seine Schwester XXXX arbeite als Friseurin in XXXX . Lediglich sein Bruder XXXX werde belästigt und wolle ausreisen.Eingangs bestätigte der BF seine bisherigen Angaben und erklärte, er sei gesund. In Afghanistan habe der BF im Haus seines Vaters gelebt. Zu seiner Familie gab er an, seine Eltern, zwei Brüder und eine Schwester würden noch in Afghanistan leben. Mit seinen Eltern habe er zuletzt vor zwei Tagen Kontakt gehabt, beide seien Lehrer in Pension und es würde ihnen gut gehen. Seinem Bruder römisch 40 gehe es ebenfalls gut. Dieser habe eine Geschäft Handygeschäft, in welchem er auch Reparaturen anbiete. römisch 40 sei Lehrer, lebe in römisch 40 und sei verheiratet. Seine Schwester römisch 40 arbeite als Friseurin in römisch 40 . Lediglich sein Bruder römisch 40 werde belästigt und wolle ausreisen. Zu seinen Fluchtgründen führte er aus, es habe Paschtunen gegeben, die seine Schwester heiraten hätten wollen, aber die Familie sei gegen die Eheschließung gewesen, da 80% der Paschtunen keine anständigen Leute seien. Dies sei zumindest seine persönliche Meinung. Seine Schwester sei belästigt worden und man habe mehrmals versucht, sie zu entführen. Sie sei Lehrerin an einer Knabenschule gewesen, welche nur 200 bis 300 Meter vom Haus entfernt gewesen sei. In der Schule sei sie geschützt gewesen. Dann hätten sie angefangen, seinen Bruder und ihn auch zu belästigen. Den Bruder hätten sie einmal geschlagen und verlangt, dass sie mit den Eltern reden würden. Man habe von ihnen verlangt, dass sie die Einwilligung zur Ehe erwirken. Die Belästigungen seien so weit gegangen, dass seine Schwester nicht mehr zur Schule gehen habe können und zuhause geblieben sei. Sie seien auch mit dem Umbringen bedroht worden und hätten sich nicht mehr aus dem Haus getraut. Selbst wenn sie einkaufen gegangen seien, hätten sie Angst gehabt. Daher hätten sie Afghanistan verlassen. Seine Schwester XXXX sei ausgereist, da ihr Mann in Österreich lebe. Den Grund für dessen Ausreise kenne der BF nicht. Er habe Kontakt zu dieser Schwester. Der BF habe für eine Pharmafirma gearbeitet, die den Großteil der Medikamente aus Österreich und Deutschland beziehe. Folglich habe er sich mit diesen Ländern intensiv befasst. In Kabul habe er einen Deutschkurs gemacht, da auf den Verpackungen vieles auf Deutsch gewesen sei und er wissen habe wollen, was darauf steht. Er sei aufgrund der Tätigkeit für das Unternehmen auch nach Pakistan und in den Iran gereist. Natürlich habe er auch nach Österreich und Deutschland gewollt. Nun sei es so gewesen, dass er gezwungen worden sei, das Land zu verlassen. In XXXX habe er einen Deutschkurs besucht und den A1 Kurs abgeschlossen. Er spiele dort auch professionell Volleyball. Er habe mehrmals bei der Caritas gefragt, ob er in die Schule gehen und studieren könne. Dies sei jedoch verneint worden. In Österreich würden ihm Freunde beim Deutsch lernen helfen.Seine Schwester römisch 40 sei ausgereist, da ihr Mann in Österreich lebe. Den Grund für dessen Ausreise kenne der BF nicht. Er habe Kontakt zu dieser Schwester. Der BF habe für eine Pharmafirma gearbeitet, die den Großteil der Medikamente aus Österreich und Deutschland beziehe. Folglich habe er sich mit diesen Ländern intensiv befasst. In Kabul habe er einen Deutschkurs gemacht, da auf den Verpackungen vieles auf Deutsch gewesen sei und er wissen habe wollen, was darauf steht. Er sei aufgrund der Tätigkeit für das Unternehmen auch nach Pakistan und in den Iran gereist. Natürlich habe er auch nach Österreich und Deutschland gewollt. Nun sei es so gewesen, dass er gezwungen worden sei, das Land zu verlassen. In römisch 40 habe er einen Deutschkurs besucht und den A1 Kurs abgeschlossen. Er spiele dort auch professionell Volleyball. Er habe mehrmals bei der Caritas gefragt, ob er in die Schule gehen und studieren könne. Dies sei jedoch verneint worden. In Österreich würden ihm Freunde beim Deutsch lernen helfen. In Afghanistan habe er die Schule besucht und studiert. Sechs Jahre habe er nebenbei als Mechaniker gearbeitet. Er habe für ein privates Unternehmen als Pharmazeut gearbeitet und sei auch als Vertreter bei Ärzten tätig gewesen. Insgesamt habe das ca. drei Monate gedauert. Den Job habe jemand anderes erhalten, der Beziehungen gehabt habe. Selbst besitze er nichts, das Haus seines Vaters sei aber noch in dessen Eigentum. In Afghanistan würden ihn die Verfolger umbringen. Sie hätten ihn mehrmals bedroht. Er kenne sie nicht genau, aber sie hätten ein paar Mal um die Hand seiner Schwester angehalten. Er wisse nur, dass sie aus dem Distrikt XXXX kämen.In Afghanistan habe er die Schule besucht und studiert. Sechs Jahre habe er nebenbei als Mechaniker gearbeitet. Er habe für ein privates Unternehmen als Pharmazeut gearbeitet und sei auch als Vertreter bei Ärzten tätig gewesen. Insgesamt habe das ca. drei Monate gedauert. Den Job habe jemand anderes erhalten, der Beziehungen gehabt habe. Selbst besitze er nichts, das Haus seines Vaters sei aber noch in dessen Eigentum. In Afghanistan würden ihn die Verfolger umbringen. Sie hätten ihn mehrmals bedroht. Er kenne sie nicht genau, aber sie hätten ein paar Mal um die Hand seiner Schwester angehalten. Er wisse nur, dass sie aus dem Distrikt römisch 40 kämen. Seine Schwester habe ca. sechs Jahre Mathematik unterrichtet. Die Leute aus XXXX seien bei seinen Eltern gewesen. Drei bis viermal habe der BF davon erfahren. Im Geschäft seines Bruders habe er mehr als ein Jahr gearbeitet. Er habe erneut eine Tätigkeit als Pharmazeut angestrebt, die Unternehmen hätten ihn jedoch nicht eingestellt, da ihm Praxiserfahrung gefehlt habe.Seine Schwester habe ca. sechs Jahre Mathematik unterrichtet. Die Leute aus römisch 40 seien bei seinen Eltern gewesen. Drei bis viermal habe der BF davon erfahren. Im Geschäft seines Bruders habe er mehr als ein Jahr gearbeitet. Er habe erneut eine Tätigkeit als Pharmazeut angestrebt, die Unternehmen hätten ihn jedoch nicht eingestellt, da ihm Praxiserfahrung gefehlt habe. Politisch aktiv sei er nicht und gehöre er auch keiner Partei oder politischen Organisation an. Aufgrund seiner Volksgruppenzugehörigkeit oder Religion habe er keine Probleme gehabt. Mit der Polizei oder mit Gerichten habe er ebenso wenig Schwierigkeiten gehabt. An gesundheitlichen Problemen habe er nie gelitten und benötige er weder medizinische Betreuung noch Medikamente. Außer den genannten Problemen habe er keine Schwierigkeiten mit Personengruppen, Banden oder kriminellen Organisationen gehabt. Abschließend wurde dem BF das Länderinformationsblatt Afghanistan zur Stellungnahme binnen vierzehn Tagen ausgehändigt.
  8. Mit dem nunmehr angefochtenen Bescheid vom XXXX , Zl. XXXX , wurde der Antrag des Beschwerdeführers auf internationalen Schutz betreffend die Zuerkennung des Status des Asylberechtigten gemäß § 3 Abs. 1 iVm § 2 Abs. 1 Z 13 AsylG 2005 (Spruchpunkt I.) sowie betreffend die Zuerkennung des Status des subsidiär Schutzberechtigten gemäß § 8 Abs. 1 iVm § 2 Abs. 1 Z 13 AsylG 2005 in Bezug auf den Herkunftsstaat Afghanistan (Spruchpunkt II.) abgewiesen. Ein Aufenthaltstitel aus berücksichtigungswürdigen Gründen nach § 57 AsylG 2005 wurde ihm nicht erteilt und wurde gegen ihn gemäß § 10 Abs. 1 Z 3 AsylG 2005 iVm § 9 BFA-VG eine Rückkehrentscheidung gemäß § 52 Abs. 2 Z 2 FPG erlassen. Ferner wurde festgestellt, dass eine Abschiebung nach Afghanistan gemäß § 46 FPG zulässig sei (Spruchpunkt III.). Als Frist für die freiwillige Ausreise wurden gemäß § 55 Abs. 1 bis Abs. 3 FPG zwei Wochen ab Rechtskraft der Entscheidung festgelegt (Spruchpunkt IV.).
  9. Mit dem nunmehr angefochtenen Bescheid vom römisch 40 , Zl. römisch 40 , wurde der Antrag des Beschwerdeführers auf internationalen Schutz betreffend die Zuerkennung des Status des Asylberechtigten gemäß Paragraph 3, Absatz eins, in Verbindung mit Paragraph 2, Absatz eins, Ziffer 13, AsylG 2005 (Spruchpunkt römisch eins.) sowie betreffend die Zuerkennung des Status des subsidiär Schutzberechtigten gemäß Paragraph 8, Absatz eins, in Verbindung mit Paragraph 2, Absatz eins, Ziffer 13, AsylG 2005 in Bezug auf den Herkunftsstaat Afghanistan (Spruchpunkt römisch zwei.) abgewiesen. Ein Aufenthaltstitel aus berücksichtigungswürdigen Gründen nach Paragraph 57, AsylG 2005 wurde ihm nicht erteilt und wurde gegen ihn gemäß Paragraph 10, Absatz eins, Ziffer 3, AsylG 2005 in Verbindung mit Paragraph 9, BFA-VG eine Rückkehrentscheidung gemäß Paragraph 52, Absatz 2, Ziffer 2, FPG erlassen. Ferner wurde festgestellt, dass eine Abschiebung nach Afghanistan gemäß Paragraph 46, FPG zulässig sei (Spruchpunkt römisch drei.). Als Frist für die freiwillige Ausreise wurden gemäß Paragraph 55, Absatz eins bis Absatz 3, FPG zwei Wochen ab Rechtskraft der Entscheidung festgelegt (Spruchpunkt römisch vier.).
  10. Mit fristgerechter Beschwerde vom XXXX wurde dieser Bescheid vollinhaltlich wegen inhaltlicher Rechtswidrigkeit, Ergänzungsbedürftigkeit des Sachverhalts und Rechtswidrigkeit infolge wesentlicher Verletzung von Verfahrensvorschriften angefochten und unter anderem die Durchführung einer mündlichen Verhandlung beantragt.
  11. Mit fristgerechter Beschwerde vom römisch 40 wurde dieser Bescheid vollinhaltlich wegen inhaltlicher Rechtswidrigkeit, Ergänzungsbedürftigkeit des Sachverhalts und Rechtswidrigkeit infolge wesentlicher Verletzung von Verfahrensvorschriften angefochten und unter anderem die Durchführung einer mündlichen Verhandlung beantragt. Begründend wurde nach Darlegung verfassungsrechtlicher Bedenken hinsichtlich der zweiwöchigen Beschwerdefrist und Darstellung des Sachverhalts im Wesentlichen ausgeführt, die belangte Behörde sei ihrer amtswegigen Ermittlungsfrist nicht nachgekommen. Aus dem Protokoll gehe eindeutig hervor, dass die Schilderungen nicht vollständig protokolliert worden seien. So hätte die belangte Behörde nicht nur jene Teile der Sachverhaltsdarstellung seines Bruders XXXX berücksichtigen müssen, welche zu einem Rechtfertigungsbedarf des BF führen, sondern auch solche, die für seine Darstellungen sprechen. Dann wäre aufgefallen, dass XXXX vermute, die Eltern würden von den Bedrohungshandlungen deshalb möglichst wenig berichten, um die Kinder nicht zu beunruhigen. Die übrigen Geschwister würden in einem anderen Haus leben. Tatsache sei, dass sämtliche Familienmitglieder bedroht werden würden, soweit und sobald XXXX Anhänger sie aufspüren würden. Daher hätten sie das Haus der Eltern verlassen und sich in einem anderen Bezirk versteckt. Der aufrechte Betrieb des Handygeschäfts und des Friseursalons durch die Geschwister sei dem Umstand geschuldet, dass diese von den Verfolgern noch nicht entdeckt worden seien. Ferner sei hervorzuheben, dass die Familie nach den Angaben XXXX nach einmal versucht habe, von der Polizei Hilfe zu erhalten, diese habe jedoch keine Anzeige aufgenommen.Begründend wurde nach Darlegung verfassungsrechtlicher Bedenken hinsichtlich der zweiwöchigen Beschwerdefrist und Darstellung des Sachverhalts im Wesentlichen ausgeführt, die belangte Behörde sei ihrer amtswegigen Ermittlungsfrist nicht nachgekommen. Aus dem Protokoll gehe eindeutig hervor, dass die Schilderungen nicht vollständig protokolliert worden seien. So hätte die belangte Behörde nicht nur jene Teile der Sachverhaltsdarstellung seines Bruders römisch 40 berücksichtigen müssen, welche zu einem Rechtfertigungsbedarf des BF führen, sondern auch solche, die für seine Darstellungen sprechen. Dann wäre aufgefallen, dass römisch 40 vermute, die Eltern würden von den Bedrohungshandlungen deshalb möglichst wenig berichten, um die Kinder nicht zu beunruhigen. Die übrigen Geschwister würden in einem anderen Haus leben. Tatsache sei, dass sämtliche Familienmitglieder bedroht werden würden, soweit und sobald römisch 40 Anhänger sie aufspüren würden. Daher hätten sie das Haus der Eltern verlassen und sich in einem anderen Bezirk versteckt. Der aufrechte Betrieb des Handygeschäfts und des Friseursalons durch die Geschwister sei dem Umstand geschuldet, dass diese von den Verfolgern noch nicht entdeckt worden seien. Ferner sei hervorzuheben, dass die Familie nach den Angaben römisch 40 nach einmal versucht habe, von der Polizei Hilfe zu erhalten, diese habe jedoch keine Anzeige aufgenommen. Zudem gehe die Behörde in unzulässiger Weise davon aus, dass der BF bis kurz vor seiner Flucht im Geschäft seines Bruders weitergearbeitet habe. Für die Heranziehung dieser Argumentationsgrundlage hätte sie jedoch genauer ermitteln müssen. Ferner lasse sich dieser Umstand ebenso damit begründen, dass die Verfolger die Betriebe noch nicht entdeckt hätten. Weiters sei es erforderlich gewesen, dass sich die Familie weiterhin mit Lebensmitteln versorge. Soweit sich die Behörde auf die Sprachbarriere beziehe, sei festzuhalten, dass die Familie trotz fehlender Sprachkenntnisse dennoch zumindest den Namen der Schwester erkennen habe können. Rechtlich wurde festgehalten, dass der BF aufgrund der sozialen Zugehörigkeit zur Gruppe der Familie verfolgt werde, der afghanische Staat nicht in der Lage sei, ihn vor Blutrache bzw. Selbstjustiz zu schützen und angesichts der Flucht der Familienmitglieder keine innerstaatliche Fluchtalternative bestünde, zumal nicht ausgeschlossen werden könne, dass XXXX die Familie finde.Rechtlich wurde festgehalten, dass der BF aufgrund der sozialen Zugehörigkeit zur Gruppe der Familie verfolgt werde, der afghanische Staat nicht in der Lage sei, ihn vor Blutrache bzw. Selbstjustiz zu schützen und angesichts der Flucht der Familienmitglieder keine innerstaatliche Fluchtalternative bestünde, zumal nicht ausgeschlossen werden könne, dass römisch 40 die Familie finde.
  12. Die Beschwerdevorlage langte am XXXX beim Bundesverwaltungsgericht ein.
  13. Die Beschwerdevorlage langte am römisch 40 beim Bundesverwaltungsgericht ein.
  14. Am XXXX erfolgte eine mündliche Verhandlung vor dem Bundesverwaltungsgericht unter Beiziehung einer geeigneten Dolmetscherin für die Sprache Dari sowie eines landeskundigen Sachverständigen. Neben dem BF, wurde auch dessen Bruder XXXX einvernommen.
  15. Am römisch 40 erfolgte eine mündliche Verhandlung vor dem Bundesverwaltungsgericht unter Beiziehung einer geeigneten Dolmetscherin für die Sprache Dari sowie eines landeskundigen Sachverständigen. Neben dem BF, wurde auch dessen Bruder römisch 40 einvernommen. Im Zuge der Verhandlung wurden folgende Dokumente (in Kopie) vorgelegt: -Strichaufzählung Konvolut an Lichtbildern (Beilage A) -Strichaufzählung Lichtbild eines Attests ohne Übersetzung (Beilage B) -Strichaufzählung ÖSD Zertifikat A1 vom XXXX (Beilage II.);ÖSD Zertifikat A1 vom römisch 40 (Beilage römisch zwei.); -Strichaufzählung ÖSD Zertifkat A2 vom XXXX (Beilage III.);ÖSD Zertifkat A2 vom römisch 40 (Beilage römisch drei.); -Strichaufzählung Begleitschreiben vom XXXX (Beilage IV.);Begleitschreiben vom römisch 40 (Beilage römisch vier.); -Strichaufzählung Geburtsurkunde von XXXX , geb. am XXXX , (Beilage VI);Geburtsurkunde von römisch 40 , geb. am römisch 40 , (Beilage römisch sechs); -Strichaufzählung Geburtsurkunde von XXXX , geb. am XXXX , (Beilage VII).Geburtsurkunde von römisch 40 , geb. am römisch 40 , (Beilage römisch sieben). Ferner kündigte der Rechtsberater des BF an, die Werte- und Orientierungskurse der beiden BF binnen 10 Tagen vorzulegen. Im Folgenden wird der wesentliche Verhandlungsverlauf dargestellt, wobei der BF als BF1 bezeichnet wird, während sein Bruder XXXX als BF2 bezeichnet wird.Im Folgenden wird der wesentliche Verhandlungsverlauf dargestellt, wobei der BF als BF1 bezeichnet wird, während sein Bruder römisch 40 als BF2 bezeichnet wird. (...........) R: Sind die Angaben, die Sie bei der Polizei bzw. beim BFA gemacht haben richtig und halten Sie diese aufrecht? BF1: Ja. BF2: Ja. BF1 verlässt um 09:48 Uhr den Saal. Beginn der Befragung von BF
  16. R (Frage auf Deutsch): Sprechen Sie Deutsch? BF2 auf Deutsch: Ein bisschen. Ich habe bis A2 gelernt. R (Frage auf Deutsch): Verstehen Sie Deutsch? BF2 auf Deutsch: Ja. R (Frage auf Deutsch): Sind Sie verheiratet? BF2 auf Deutsch: Nein. R (Frage auf Deutsch): Haben Sie Kinder? BF2 auf Deutsch: Nein. R (Frage auf Deutsch): Leben Sie in einer Lebensgemeinschaft? BF2: Ja, mit meiner Familie. Nachgefragt, nein, ich habe eine Freundin, aber wir leben nicht zusammen. Es ist meine Freundin. Nachgefragt: Sie ist meine Freundin. R: Freundin müssen Sie mir beschreiben. BF2: Ich habe vor, sie zu heiraten. R: Wo wohnt Ihre Freundin genau? BF2: In der Schweiz. R: Seit wann sind Sie mit Ihrer Freundin verlobt? BF2: Seit einem Jahr. R: Seit wann wohnt Ihre Freundin in der Schweiz? BF2: Seit ca. vier Jahren. R: Wo haben Sie sich verlobt? BF2: Wir haben uns übers Internet kennengelernt und sie hat mich einmal hier besucht. R: Haben Sie sich sofort beim ersten Treffen verlobt? BF2: Wir hatten sechs Monate zuerst Kontakt übers Internet. Dann kam sie und weil sie gearbeitet hat, hat sie dann ihren Urlaub dafür genutzt, um mich zu besuchen. R: War das das erste Treffen, wo Sie sich sofort verlobt haben? BF2: Ich habe gesagt, sie ist nicht meine Verlobte, sie ist nur eine Freundin. R: Sind Sie mit der Frau verlobt oder nicht. BF2: Ich bin verliebt in sie. Nachgefragt: Sie ist meine Freundin und ich habe vor, sie zu heiraten. R: Wann war Ihre Freundin in Österreich? BF2: Vor ca. fünf Monaten. R: Wie heißt Ihre Freundin mit Vor- und Zuname und wann wurde sie geboren? BF2: Sie heißt XXXX und ist am XXXX geboren.BF2: Sie heißt römisch 40 und ist am römisch 40 geboren. R: Wo ist sie geboren? BF2: In Afghanistan. Nachgefragt: In XXXX , genauer weiß ich es nicht. Ich weiß über XXXX nichts.BF2: In Afghanistan. Nachgefragt: In römisch 40 , genauer weiß ich es nicht. Ich weiß über römisch 40 nichts. R: Ich wollte nur wissen, wo Ihre Freundin genau geboren ist. BF2: Sie meint, in der XXXX . Nachgefragt: In welchem Dorf weiß ich nicht.BF2: Sie meint, in der römisch 40 . Nachgefragt: In welchem Dorf weiß ich nicht. R: Welche größere Stadt ist in der Nähe des Geburtsdorfes Ihrer Freundin? BF2: XXXX , glaube ich.BF2: römisch 40 , glaube ich. R: Was heißt glaube ich? BF2: Ich habe sie nicht über ihr Dorf gefragt. Ich habe kein Interesse daran. R: Haben Sie kein Interesse daran, woher ihre Freundin kommt? BF2: Ich habe kein Interesse, was Afghanistan anbelangt. R: Wie kommen Sie dann darauf, dass Ihre Freundin in der Nähe von XXXX geboren ist bzw. gelebt haben soll?R: Wie kommen Sie dann darauf, dass Ihre Freundin in der Nähe von römisch 40 geboren ist bzw. gelebt haben soll? BF2: Weil sie es einmal erwähnt hat. R: Was hat sie da konkret erwähnt in diesem Zusammenhang? BF2: Wir haben über etwas gesprochen und da war ein Freund bei mir. Er behauptete, dass er auch aus XXXX stammen würde und meine Freundin ebenfalls. Ich habe dann meine Freundin gefragt, von wo genau sie stammen würde. Sie sagte, von der Nähe von XXXX .BF2: Wir haben über etwas gesprochen und da war ein Freund bei mir. Er behauptete, dass er auch aus römisch 40 stammen würde und meine Freundin ebenfalls. Ich habe dann meine Freundin gefragt, von wo genau sie stammen würde. Sie sagte, von der Nähe von römisch 40 . R (Frage auf Deutsch): Gehen Sie in Österreich arbeiten? BF2 (auf Deutsch): Noch nicht. R (Frage auf Deutsch): Haben Sie beim AMS um Arbeit gesucht? BF2 (auf Deutsch): Ja, einmal. Der Betreuer hat gesagt, ich muss einen Pflichtschulabschluss machen. BFV legt eine Einstellzusage vom XXXX vor, welche als Beilage C in Kopie zum Akt genommen wird. Außerdem eine Bestätigung vom XXXX , wonach der BF2 einen Pflichtschulabschlusskurs besucht, welche als Beilage D in Kopie zum Akt genommen wird. Außerdem eine Bestätigung des BFI, wonach dieser einen entsprechendes Aufnahmegespräch für den Pflichtschulabschlusskurs absolviert bzw. teilgenommen hat vom XXXX , welches als Beilage E in Kopie zum Akt genommen wird.BFV legt eine Einstellzusage vom römisch 40 vor, welche als Beilage C in Kopie zum Akt genommen wird. Außerdem eine Bestätigung vom römisch 40 , wonach der BF2 einen Pflichtschulabschlusskurs besucht, welche als Beilage D in Kopie zum Akt genommen wird. Außerdem eine Bestätigung des BFI, wonach dieser einen entsprechendes Aufnahmegespräch für den Pflichtschulabschlusskurs absolviert bzw. teilgenommen hat vom römisch 40 , welches als Beilage E in Kopie zum Akt genommen wird. R: Wissen Sie, ob Ihr Arbeitgeber um eine arbeitsrechtliche Bewilligung für Sie angesucht hat? BF2: Ja. R: Dann hat er einen Bescheid bekommen. BF2: Ja. R: Was ist da drinnen gestanden? BF2: Das ist beim Chef. Ich habe das nicht. Er hat meine Unterlagen zum AMS gebracht. Alles befindet sich bei ihm. R: Hat er schon eine Antwort erhalten vom AMS? BF2: Das AMS hat gesagt, dass sehr viele Leute, die einen positiven Asylbescheid haben, warten würden. Diesen würde sehr viel Geld bezahlt werden und diese wären vorrangig. R: Haben Sie jetzt einen negativen oder positiven Bescheid bekommen? BF2: Einen negativen. R: Antworten Sie bitte konkret auf die Fragen. R: Wie bestreiten Sie derzeit Ihren Lebensunterhalt? BF2: Von der Caritas und auch meine Schwester arbeitet. R: Gibt Ihnen die Schwester Geld? BF2: Die Miete bezahlt meine Schwester. Das, was die Caritas zahlt, geben wir für Lebensmittel aus. R (Frage auf Deutsch): Sind Sie in einem Verein, einer Organisation, der Kirche oder sowas tätig? BF2 (auf Deutsch): Verstehe ich nicht. D wiederholt die Frage auf Dari. BF2: Das erste Jahr habe ich meinen Freund XXXX kennengelernt. Mit ihm sind wir zur Freikirche gegangen. Ich bin ein paar Mal mit ihm in die Kirche gegangen. Dann habe ich eine Frau, die von der Gruppe Zeugen Jehovas stammt, kennengelernt. Sechs Monate habe ich mit ihr Bibel gelernt. Aber ich habe kein Interesse an den Zeugen Jehovas. Dann kehrte ich zurück zur Freikirche.BF2: Das erste Jahr habe ich meinen Freund römisch 40 kennengelernt. Mit ihm sind wir zur Freikirche gegangen. Ich bin ein paar Mal mit ihm in die Kirche gegangen. Dann habe ich eine Frau, die von der Gruppe Zeugen Jehovas stammt, kennengelernt. Sechs Monate habe ich mit ihr Bibel gelernt. Aber ich habe kein Interesse an den Zeugen Jehovas. Dann kehrte ich zurück zur Freikirche. R: Wie heißt die Freikirche? BF2 schreibt Namen der Freikirche auf einen Zettel. Dieser wird als Beilage F in Original zum Protokoll genommen. R unterbricht die Verhandlung um 10:10 Uhr. Fortsetzung um 10:23 Uhr. R (Frage auf Deutsch): Wie heißt Ihre Kirche? BF2 auf Deutsch: XXXX .BF2 auf Deutsch: römisch 40 . BFV merkt an: Sie hat mit dem Pastor XXXX gesprochen. Dieser gibt an, dass sie keinen Namen als solchen haben, allerdings heißen sie " XXXX " in XXXX .BFV merkt an: Sie hat mit dem Pastor römisch 40 gesprochen. Dieser gibt an, dass sie keinen Namen als solchen haben, allerdings heißen sie " römisch 40 " in römisch 40 . R (Frage auf Deutsch): Ist Ihr Bruder XXXX auch bei der Freikirche?R (Frage auf Deutsch): Ist Ihr Bruder römisch 40 auch bei der Freikirche? BF2 (auf Deutsch): Er kommt ab und zu. R (Frage auf Deutsch): Wer außer Ihnen ist von Ihren Familienangehörigen noch bei der Freikirche? BF2 (auf Deutsch): XXXX .BF2 (auf Deutsch): römisch 40 . D wiederholt die Frage in Dari. BF2: Sonst niemand. Nur mein Bruder hat zwei oder drei Mal die Kirche besucht. Ein anderer Freund von mir ist auch dort. Nachgefragt: Er heißt XXXX (BF2 schreibt diesen Namen auf ein Blatt, welches als Beiblatt G zum Akt genommen wird).Nachgefragt: Er heißt römisch 40 (BF2 schreibt diesen Namen auf ein Blatt, welches als Beiblatt G zum Akt genommen wird). R: Wissen Sie, welchen Aufenthaltsstatus XXXX hat?R: Wissen Sie, welchen Aufenthaltsstatus römisch 40 hat? BF2: Er hat einen grauen Pass. R (Frage auf Deutsch): Seit wann besuchen Sie diese Freikirche? BF2 (auf Deutsch): Seit drei Monaten. R: Wie lange waren Sie bei den Zeugen Jehovas? BF2: Sechs Monate. R: Wo waren Sie vor den Zeugen Jehovas? BF2: Zuerst die Kirche über XXXX , dann zu den Zeugen Jehovas und dann zurück zur Kirche.BF2: Zuerst die Kirche über römisch 40 , dann zu den Zeugen Jehovas und dann zurück zur Kirche. R: Wie lange waren Sie, bevor Sie zu den Zeugen Jehovas gekommen sind, bei der Freikirche? BF2: Ca. zwei Monate. R: Haben Sie in Afghanistan jemals einer Religion angehört? BF2: Ich war Moslem. R: Welche Richtung? BF2: Sunnite. R: Haben Sie die Religion praktiziert? BF2: Ich war 16 Jahre alt, als ich hierhergekommen bin. Ich habe darüber nicht viel gelesen. R: Welche Schul- und Berufsausbildung haben Sie? BF2: 11 Jahre habe ich die Schule besucht und zwei Jahre habe ich an Privatkurse für Computer und Handys besucht. R: Wie haben Sie in Afghanistan Ihren Lebensunterhalt bestritten? BF2: Mein Vater hat mich unterstützt. Später hatten wir selbst ein Geschäft. R: Ab wann hatten Sie selbst ein eigenes Geschäft? BF2: Ca. zweieinhalb Jahre in Afghanistan. R wiederholt die Frage. BF2: Vom XXXX bis ich hierhergekommen bin.BF2: Vom römisch 40 bis ich hierhergekommen bin. R: Wann sind Sie aus Afghanistan ausgereist? BF2: Das weiß ich nicht genau. R: Ungefähr, wenn Sie es nicht genau wissen. BF2: Im XXXX . Den genauen Tag weiß ich nicht.BF2: Im römisch 40 . Den genauen Tag weiß ich nicht. R: Wie viele Leute haben in dem Geschäft gearbeitet? BF2: Mein Bruder und ich. R: Hat Ihr Bruder von Beginn an mit Ihnen in diesem Geschäft gearbeitet? BF2: Ja. R: Haben Sie eine Religion in Afghanistan ausgeübt? BF2: Ich war Moslem, aber ich habe nicht immer gebetet. Nur im Monat Ramadan. R: Wie haben Sie Ihre Religion ausgeübt? BF2: In Afghanistan habe ich keinen Alkohol getrunken. Ich habe kein Schweinefleisch gegessen. R wiederholt die Frage. BF2: Ich habe nur gefastet und im Ramadan auch gebetet. R: Was heißt das genau? BF2: Ich weiß es auch nicht. Der Koran ist in Arabischer Sprache. R: Sind Sie in Afghanistan in eine Moschee gegangen? BF2: Ja. Nur im Monat Ramadan. R: Sonst war es möglich, in keine Moschee zu gehen? BF2: Ja, schon, aber meine Familie bzw. mein Vater hat immer gesagt, ich soll in die Moschee gehen. R: Habe ich Sie richtig verstanden: Sie sind außer zu Ramadan nicht in eine Moschee gegangen. BF2: Ja. R: Haben Sie außer im Monat Ramadan jemals gebetet? BF2: Nein. R: Haben Sie das die ganze Zeit so praktiziert? BF2: Ich bin XXXX hierhergekommen. Ich bin gerade 17 geworden.BF2: Ich bin römisch 40 hierhergekommen. Ich bin gerade 17 geworden. R: In Afghanistan waren Sie fast ein erwachsener Mann. Haben Sie das die ganze Zeit so praktiziert? BF2: Ja. R: Ihr Bruder, der heute da ist, auch? BF2: Ja. Aber er hat öfter die Moschee besucht im Vergleich zu mir. R: Wann hat er die Moschee besucht? BF2: Wenn ich im Geschäft war, hat er mich im Geschäft gelassen und 4 bis 5 Mal seine Gebete in der Moschee verrichtet. R: Hat er das bis zur Ausreise aus Afghanistan gemacht? BF2: Ja. R: Was ist der Inhalt Ihrer Religion gewesen, also der sunnitischen Religion? BF2: Darüber weiß ich nichts Genaues. Ich bin als Moslem geboren. R: Sagt Ihnen der Koran etwas? BF2: Ja. In der Sure Toba, in Vers
  17. Da steht, wenn ein Moslem einen Ungläubigen umbringt, wird er im anderen Leben mehr belohnt. R: Wissen Sie, was im Alten Testament steht? BF2: Es besteht aus 29 Büchern. R: Sie sagen, wenn ein Moslem einen Ungläubigen umbringt, wird er mehr belohnt. Ich möchte wissen, was diesbezüglich im Alten Testament steht. BF2: Ich habe es soweit noch nicht gelesen. Ich bin dabei, zu lesen. Die Bibel zu lesen ist nicht so einfach. R: Haben Sie sich, bevor Sie zu einer christlichen Kirche bzw. Gemeinde gegangen sind, mit dem Christentum auseinandergesetzt? BF2: Ich habe mit meinem Freund gelesen. Der kam zu mir. Er hat mir das erklärt. R: Haben Sie sich, bevor Ihr Freund zu Ihnen gekommen ist, jemals mit dem Christentum auseinandergesetzt? BF2: Nein. R: Warum nicht? BF2: Wir durften das nicht. R: Sie waren ja dann schon in Österreich. BF2: Ich weiß es nicht. Ich habe mich nicht damit auseinandergesetzt, bis ich meinen Freund kennengelernt habe. Dann habe ich mich dafür interessiert. R: Was war der Grund, warum Sie sich dafür interessiert haben, als Sie Ihren Freund kennengelernt haben? BF2: Weil mein Freund mir im Koran die Sure Al Hazab im Vers 50 gezeigt hat. In diesem sagt Gott zum Propheten Mohammed, er dürfe mehrere Frauen haben, mit seinen Untertanten (Sklavinnen) schlafen, mit seinen Cousinen schlafen. R: War Ihnen das erst bekannt, nachdem Sie nach Österreich gekommen sind, dass das so ist? BF2: Ich wusste, dass es erlaubt war, sieben Frauen zu haben. Umgekehrt, eine Frau darf nicht sieben Ehemänner haben. R: War Ihnen das im Wesentlichen vorher schon bekannt, bevor Ihnen Ihr Freund diese Sure erzählt hat? BF2: Ja, das war mir bekannt. Da hat sich eine Frage für mich ergeben und von der Aussage meines Freundes hat sich dann die Antwort ergeben. R: Der Umstand dessen, was Ihnen Ihr Freund gesagt hat, war Ihnen schon in Afghanistan bekannt. BF2: Insofern, dass jeder Mann sieben Frauen heiraten darf. R: Haben Sie sich, bevor Sie Ihren Freund kennengelernt haben, schon mit dem Christentum oder einer anderen Religion auseinandergesetzt? BF2: Als ich hierhergekommen bin, konnte ich nicht genug Deutsch, um eine andere Religion kennenzulernen. R: Haben Sie sich, nachdem Sie sagen, Sie können besser Deutsch, mit anderen Religionen als dem Christentum auch auseinandergesetzt? BF2: Bis jetzt nicht. R: Warum nicht? BF2: Weil ich für das Christentum Interesse gefunden habe. Seitdem ich hier bin, fühle ich mich wie im Mutterleib, in Sicherheit. R: Was ist für Sie so interessant, dass Sie sich mit dem Christentum auseinandersetzten? BF2: Mein Freund hat mir immer gesagt, dass wir nicht sterben werden. R: Es geht nicht um Ihren Freund, sondern um Sie. BF2: Wie gesagt, seitdem ich hier bin und mit den Menschen Kontakt habe, sind sie freundlich zu mir und ich bin glücklich. In jederlei Hinsicht. R: Das ist immer noch nicht die Antwort auf meine Frage. Ich will wissen, warum Sie sich mit dem Christentum auseinandersetzten bzw. Interesse zeigen. Abgesehen davon, dass Sie darüber mit Ihrem Freund sprechen. BF2: Weil man mir gesagt hat, dass wir keinen Tod haben werden und wir ewig leben. Ich habe mich damit auseinandergesetzt, um herauszufinden, wie und warum das möglich ist. Danach habe ich begonnen, die Bibel zu lesen. Wir glauben an vier Bücher, aber in Afghanistan dürfen wir nichts außer den Koran lesen. R: Wie wissen Sie, dass das Christentum und insbesondere die Freikirche christliche Gemeinde für Sie die Richtige ist? BF2: Seine Religion zu wählen ist freiwillig. Jeder kann frei seine Religion auswählen. Dort erfahre ich sehr viel Liebe. R: Ich will wissen, wie Sie wissen, dass das Christentum, insbesondere die Freikirche christliche Gemeinde für Sie die Richtige ist. BF2: Das lese ich ja gerade. R: Wissen Sie, wie viele christliche Kirchen bzw. christliche Strömungen bzw. Freikirchen es gibt? BF2: Über 1300 oder
  18. R: Wie wissen Sie, dass die Freikirche christliche Gemeinde für Sie von diesen 1300 bis 1600 die Richtige ist? BF2: Weil ich mit anderen Zweigen bzw. Strömungen noch nicht in Kontakt getreten bin, abgesehen von den Zeugen Jehovas. Das habe ich nicht gewählt. Sonst habe ich keine Information darüber. R: Wollen Sie bei der Freikirche christliche Gemeinde bleiben? BF2: Ja. R: Wie wissen Sie, dass das die Richtige für Sie ist? BF2: Weil ich das gerade studiere, lese. R: Lesen können Sie alle. Ich möchte nur wissen, warum gerade diese für Sie die Richtige ist, und nicht die übrigen 1300 bis
  19. BF2: Ich habe bei den Zeugen Jehovas gelernt, dass Jesus ein Engel war. Der ist zur Erde gekommen. Wenn ich mit ihnen lerne, dann heißt das, nein, Gott selbst ist zur Erde gekommen. Aus diesem Grund lerne ich weiter, um zu wissen, warum er heruntergekommen ist. R: Setzten Sie sich jetzt erst mit dieser Religion auseinander, oder sind Sie Mitglied dieser Religion? BF2: Ich bin am Recherchieren. R: Was heißt das? BF2: Ich möchte eine Religion aussuchen, die die Richtige ist für mich. R: Wie erkennen Sie, dass eine Religion die Richtige für Sie ist? BF2: Mein Herz hat diese Religion ausgesucht. Es geht nicht, dass ich die ganze Zeit mich darum kümmere, welche Religionen besser sind und welche ich mir aussuchen soll. Diese Religion hat mir gefallen. In meinem Leben ist nicht nur Religion für mich das Wichtigste. R: Was ist das Wichtigste für Sie im Leben? BF2: Arbeit. Lernen und ein besserer Beruf. R: Seit wann besuchen Sie diese Freikirche? BF2: Seit ca. drei Monaten. R: Wie viele Mitglieder hat diese Freikirche? BF2: 26 bis 28 Personen, weil unser Dorf sehr klein ist. In XXXX gibt es ca. 100 Häuser.BF2: 26 bis 28 Personen, weil unser Dorf sehr klein ist. In römisch 40 gibt es ca. 100 Häuser. R: Es gibt eine relativ große Stadt daneben. BF2: XXXX ist 12 Km entfernt.BF2: römisch 40 ist 12 Km entfernt. R: Wie oft gehen Sie in diese Kirche? BF2: Jeden Sonntag. Wenn ich nicht wichtigeres vorhabe oder keinen Termin habe. R: Was ist das Wichtige, was Sie sonst vorhaben? BF2: Wenn ich eine Arbeitserlaubnis habe und Samstag, Sonntag arbeiten muss, ist es wichtig, dass ich arbeiten gehe. Dann kann ich meine Arbeit nicht vernachlässigen. R: Was steht zum siebenten Tag in der Bibel? Was hat Gott dazu gesagt? BF2: Das Jesus Christus vom Schlaf aufgewacht ist. R: Sie sagten, dass Sie nicht sterben werden. Was heißt das? BF2: Alle sagen, wenn wir sterben, werden wir zu Geist und steigen in den Himmel. Das lese ich gerade um herauszufinden, aus welchem Grund. Den Grund dafür habe ich noch nicht herausgefunden. R: Wo lesen Sie das? BF2: Ich habe mit Johannes begonnen. R: Dort lesen Sie das? BF2: Ich muss es herausfinden, wo das ist. R: Warum sind Sie von den Zeugen Jehovas weggegangen? BF2: Ich habe zwei, drei Fragen gestellt und die Antworten auf diese waren für mich nicht glaubhaft. R: Welche zwei, drei Fragen haben Sie gestellt und welche Antworten haben Sie bekommen? BF2: Eine Sache war, dass ich Bilder von Engeln gesehen habe. In diesen Bildern waren alle Engel als Männer abgebildet. Ich fragte dann, ob alle Engel männlich seien. Die Antwort war nein, es sind sowohl Männer als auch Frauen. Ich fragte dann wiederum, warum ich in diesen Bildern nur Männer sehe. Sie haben weiterhin dieselbe Antwort gegeben, dass Frauen und Männer Engel seien. Gezeigt haben sie mir aber nur abgebildete Männer als Engel. R: Was war die zweite Frage, die Sie stellten? BF2: Wir feiern Geburtstag und sie machen das nicht. R: Was war dazu Ihre Frage? BF2: Die Antwort auf die Frage, warum man keinen Geburtstag feiern würde, lautete, dass Jesus das auch nicht getan hätte. Deshalb würden wir das auch nicht tun. Aber das steht nicht in der Bibel. R: Wird bei Sunniten der Geburtstag gefeiert? BF2: Ja. R: Und die dritte Frage? BF2: Habe ich vergessen. R: Waren das die einzigen Gründe, wieso Sie von den Zeugen Jehovas weggegangen sind? BF2: Es gab noch andere Einschränkungen. R: Haben Sie diese anderen Einschränkungen gestört? BF2: Ich hatte kein Interesse. R wiederholt die Frage. BF2: Ja. R: Welche Einschränkungen waren das konkret? BF2: Erstens war der Geburtstag. Man hat mir gesagt, ich muss zu den Versammlungen kommen, weil das das Wichtigste ist. R: Sind Sie freiwillig zu den Versammlungen gegangen? BF2: Sechs Monate habe ich es freiwillig gemacht. Dann wollte ich es nicht mehr. R: Warum dann nicht mehr? BF2: Ich habe ihnen diese Frage gestellt. Sie sind nach Hause zu mir gekommen und haben mit mir gelernt. Danach wollte ich es nicht mehr. R: Warum nicht? BF2: Weil der Nachbar sich belästigt gefühlt hat. Er hat sich mehrmals beschwert, weil wir so viel Besuch haben. R: Wie oft sind die Zeugen Jehovas zu Ihnen gekommen pro Woche? BF2: Einmal in der Woche. R: Welcher Nachbar war das, der sich beschwert hat? BF2: Der Nachbar unter uns. R: Wie heißt der? BF2: XXXX . Wir sagen XXXX zu ihm. Den Nachnamen kenne ich nicht.BF2: römisch 40 . Wir sagen römisch 40 zu ihm. Den Nachnamen kenne ich nicht. R: Waren Sie da so laut, dass sich der Nachbar belästigt gefühlt hat? BF2: Sie haben die Zeugen Jehovas nicht gemocht. Sie haben gesagt, es sei Sinnlos. Es würde nichts bringen. R: Ist das Ihr Vermieter? BF2: Nein. R: Haben Sie sich dann woanders getroffen? BF2: Einen Monat bin ich sechs bis sieben Kilometer entfernt von zuhause zu der Versammlung gegangen. R: Zu Fuß? BF2: Ich bin mit dem Zug gefahren. R: Gibt es in Ihrem Dorf eine Kirche, eine sichtbare Kirche? BF2: Ja. R: Welcher Glaubensrichtung gehört diese Kirche an? BF2: Da war ich noch nicht. R: Müssen Sie auch nicht. BF2: Die katholische Kirche. R: Wieso hat Sie die katholische Kirche nicht interessiert? BF2: Darüber habe ich nichts gelesen. Ich habe keine Informationen. R: Gibt es in Ihrem Dorf noch andere Religionen, Protestanten...? BF2: Gibt es schon, aber mit denen habe ich keinen Kontakt. Ich kenne sie nicht. Ich weiß nicht, welcher Religion sie angehören. R: Haben Sie mit diesen Religionen jemals Kontakt aufgenommen, indem Sie sich interessiert haben, was diese glauben? BF2: Nein. Unser Nachbar über uns ist Albaner, die sind Moslems. Auf einer Seite leben Türken, die sind ebenfalls Moslems. Unser Nachbar linker Hand ist Katholik und er ist kaum zuhause. R: Wie viele Gebote kennt Ihre Kirche? BF2: Ich habe sie nicht gefragt. R: Sind Sie getauftes Mitglied? BF2: Noch nicht. R: Was heißt noch nicht? BF2: Ich möchte herausfinden, ob es die richtige Religion ist. Ich war bei der Freikirche, dann bin ich zu den Zeugen Jehovas und jetzt bin ich zurück. R: Was machen Sie, um herauszufinden, ob es die richtige Religion für Sie ist? BF2: Ich werde die Bibel lesen, also das Lesen fortsetzten. R: Und außer das Sie die Bibel lesen? BF2: Ich werde über andere Religionen auch Fragen stellen. Es kann sein, dass man mir diese nicht beantworten kann. R: Über welche Religionen? BF2: z.B. über die Buddhisten, Juden, Teufelanbeter. R: Haben Sie diese Frage schon gestellt? BF2: Bis jetzt noch nicht. Ich bin mit ihnen noch nicht in Kontakt getreten. R: Was heißt, Sie sind mit ihnen noch nicht in Kontakt getreten? BF2: Weil in unserem Dorf diese Religionen nicht existieren. R: Wie wollen Sie dann mit denen in Kontakt treten? BF2: Kann sein, dass ich woanders mit denen in Kontakt treten. R wiederholt die Frage. BF2: Ich habe noch nie Mitglieder dieser Religion gesehen. Ich habe nur Katholiken gesehen. Darüber habe ich die Katholiken noch nichts gefragt, weil ich nicht weiß, was der Unterschied zwischen Katholiken und der Religion, für die ich mich interessiere, ist. R: Nehmen Sie an diesem Gemeindeleben der freien Christen auch anderwertig teil? Außer, dass Sie am Sonntag in die Kirche gehen. BF2: Ja. Manchmal gehe ich mit meinem Freund am Montag in die Kirche. Ich bin erst seit drei Monaten dabei. R: Von was hängt das ab, ob Sie am Montag in die Kirche gehen? BF2: Wenn ich keine Termine habe. R: Was haben Sie ansonsten für Termine am Montag, die Sie hindern, in die Kirche zu gehen? BF2: zB Zahnarzttermin oder Fitnessstudiobesuche. R: Wann ist am Montag die Kirche, um wieviel Uhr? BF2: 16 bis 17 Uhr. Aber da sind nur wir zwei, mein Freund und ich. Wir lernen bei XXXX . Es kann auch sein, dass mein Freund keine Zeit hat. Dann kann ich auch nicht gehen.BF2: 16 bis 17 Uhr. Aber da sind nur wir zwei, mein Freund und ich. Wir lernen bei römisch 40 . Es kann auch sein, dass mein Freund keine Zeit hat. Dann kann ich auch nicht gehen. R: Wieso können Sie nicht gehen, wenn Ihr Freund keine Zeit hat? BF2: Wenn er kommt, gehen wir gemeinsam und lernen gemeinsam. R: Wie heißt der Vorsteher dieser Gemeinde? BF2: XXXX .BF2: römisch 40 . R (Frage auf Deutsch): Können Sie mir Ihren Alltag beschreiben? Vom Aufstehen bis zum Bett gehen. BF2 (auf Deutsch): "Ich stehe jeden Tag um 06:00 Uhr auf und duschen und vorbereiten zum Schule. Ich bin bis 14:00 Uhr in Schule. Eine Stunde muss ich warten beim Bus oder Zug. Dann fahre ich nach Hause und essen, meine Aufgaben machen und wieder schlafen. Und wieder aufstehen um 19:00 Uhr am Abend. Bis 21:00 Uhr mit mein Schwester oder mit mein Bruder sitzen zusammen und vielleicht Film schauen und wieder schlafen. Samstag bin ich frei und Sonntag bis 12:00 Uhr gehe ich in die Kirche". R (Frage auf Deutsch): Sind Sie ansonsten noch in einem Verein oder einer Organisation tätig? BF2 (auf Deutsch): Verstehe ich nicht. D wiederholt die Frage in Dari. BF2: Nein. Ich besuche nur die Schule. Zehn Monate habe ich die Fahrschule gelernt. Ich habe auch die Unterlagen. R: Haben Sie den Führerschein? BF2: Nein, ich darf nicht. 2017 dürfte ich das eigentlich. 10 Monate habe ich die Schule besucht. Dann habe ich mich vorbereitet für die Prüfung. Dann durfte ich die Prüfung nicht machen. R: Warum nicht? BF2: Sie haben mir gesagt, dass das Gesetz sich geändert hätte. Ich habe eine Bestätigung bekommen, sobald ich einen positiven Asylbescheid bekomme, kann ich nochmal hin und darf die Prüfung ablegen. Der Ausbildungsauftrag vom XXXX wird als Beilage H in Kopie zum Akt genommen bzw. die Zahlungsbestätigung in Kopie I zum Akt genommen.Der Ausbildungsauftrag vom römisch 40 wird als Beilage H in Kopie zum Akt genommen bzw. die Zahlungsbestätigung in Kopie römisch eins zum Akt genommen. R: Von dem Umstand, dass Sie zur Prüfung antreten dürfen bei positivem Asylbescheid lese ich nichts. BF2: Die Bestätigung ist nur für das Geld, dass ich schon bezahlt habe. R: Vorhalt Wiederholung. BF2: Ich habe nur die Bestätigung dafür, dass ich bezahlt habe. Gesagt haben sie mir mündlich, dass ich die Prüfung ablegen kann, sobald ich einen positiven Asylbescheid habe. R: Leiden Sie an irgendwelchen schweren Krankheiten? BF2: Nein. R: Leidet Ihr Bruder, BF1, an irgendwelchen schweren Krankheiten? BF2: Nein. R an BFV: Haben Sie Fragen? BFV: Nein. Vorgelegt werden das ÖSD-Zertifikat A1, A2 vom 07.12.2016 bzw. XXXX, welche als Beilage J bzw. K in Kopie zum Akt genommen werden. Weiters eine Kursbestätigung Deutsch für Asylwerbende von der XXXX , welche als Beilage L in Kopie zum Akt genommen wird und ein Begleitschreiben der XXXX vom XXXX welche als Beilage M zum Akt genommen wird.Vorgelegt werden das ÖSD-Zertifikat A1, A2 vom 07.12.2016 bzw. römisch 40 , welche als Beilage J bzw. K in Kopie zum Akt genommen werden. Weiters eine Kursbestätigung Deutsch für Asylwerbende von der römisch 40 , welche als Beilage L in Kopie zum Akt genommen wird und ein Begleitschreiben der römisch 40 vom römisch 40 welche als Beilage M zum Akt genommen wird. BFV legt die Werte- und Orientierungskurse der beiden BF innerhalb von einer Frist von 10 Tagen vor. Ebenso das Schreiben des Vorstehers der christlichen Gemeinde XXXX .BFV legt die Werte- und Orientierungskurse der beiden BF innerhalb von einer Frist von 10 Tagen vor. Ebenso das Schreiben des Vorstehers der christlichen Gemeinde römisch 40 . R unterbricht die Verhandlung um 11:41 Uhr. Fortsetzung um 12:10 Uhr. R: Zum Schreiben von XXXX . Was ist der Inhalt dieses Schreibens?R: Zum Schreiben von römisch 40 . Was ist der Inhalt dieses Schreibens? BF2: Es betrifft die Nase meines Vaters. Wegen unserem Problem wurde unser Vater entführt. Das Problem betraf meine Schwester. Er wurde gefragt, wo meine Schwester sei. Dann haben Sie die Nase meines Vaters abgeschnitten, weil mein Vater nicht verraten hat, wo meine Schwester ist. Sie gingen davon aus, dass meine Schwester noch immer in Afghanistan ist. Sie haben sowohl meinen Vater als auch meine Mutter entführt. Das ist eine Bestätigung des Arztes, wo mein Vater war und das seine Nase abgeschnitten wurde. R: Wo halten sich Ihre Eltern derzeit auf? BF2: Sie leben jetzt in XXXX , in einem weitliegenden Dorf Namens XXXX bzw. XXXX .BF2: Sie leben jetzt in römisch 40 , in einem weitliegenden Dorf Namens römisch 40 bzw. römisch 40 . R: Wo halten sich Ihre übrigen Geschwister auf? BF2: Zwei Schwestern sind hier. Eine Schwester ist in XXXX . Von meinen Brüdern weiß ich nicht, wo diese sind. Diese reden nicht mit mir, wegen meiner Religion. Wir haben keinen Kontakt zueinander.BF2: Zwei Schwestern sind hier. Eine Schwester ist in römisch 40 . Von meinen Brüdern weiß ich nicht, wo diese sind. Diese reden nicht mit mir, wegen meiner Religion. Wir haben keinen Kontakt zueinander. R: Seit wann reden Sie nicht mehr miteinander? BF2: Seit ca. einem Jahr und sechs oder sieben Monaten. R: Warum? BF2: Wegen meiner Religion. Sie sind sehr religiös. R: Kennen Sie das achte Gebot? BF2 schweigt. R: Wie heißt Ihr Vater mit vollem Namen? BF2: Mein Vater heißt XXXX . Beiblatt des vom BF in Farsi geschriebenen Namen wird als Beilage N zum Akt genommen.BF2: Mein Vater heißt römisch 40 . Beiblatt des vom BF in Farsi geschriebenen Namen wird als Beilage N zum Akt genommen. R: Woher stammt Ihr Vater? BF2: Aus XXXX .BF2: Aus römisch 40 . R: Wie heißt Ihr Großvater väterlicherseits? BF2: Er ist auch aus XXXX .BF2: Er ist auch aus römisch 40 . R wiederholt die Frage. BF2: XXXX .BF2: römisch 40 . R: Wie heißt Ihr Großvater mütterlicherseits? BF2: XXXX oder sowas, aber ich weiß es nicht, weil er vor meiner Geburt schon verstorben ist.BF2: römisch 40 oder sowas, aber ich weiß es nicht, weil er vor meiner Geburt schon verstorben ist. R: Welchen Beruf hat Ihr Großvater väterlicherseits ausgeübt? BF2: Das weiß ich auch nicht. Er ist auch schon längst verstorben. R: Wie geht es Ihren Eltern in XXXX ?R: Wie geht es Ihren Eltern in römisch 40 ? BF2: Nicht gut. R: Wann hatten Sie das letzte Mal Kontakt? BF2: Vorgestern habe ich mit ihnen gesprochen. R: Wieso geht es ihnen nicht gut? BF2: Es geht ihnen sehr schlecht, weil sie von unserem Zuhause weggehen mussten. Man hat sie vertrieben und sie leben jetzt in einem sehr weit entfernten Dorf, von allem entfernt. Sie wurden genug belästigt. R: Wo wohnen Ihre anderen beiden Brüder? BF2: Ein Freund von mir hat mir gesagt, dass mein ältester Bruder in die Türkei gekommen ist. R: Wo hat Ihr ältester Bruder genau gewohnt in Afghanistan? BF2: In XXXX in Kabul.BF2: In römisch 40 in Kabul. R: Welcher Freund hat Ihnen das erzählt? Wie heißt er mit Vor- und Zunamen? BF2: Er nennt sich XXXX . Er hat keinen Nachnamen. Er nennt sich XXXX , aber so heißt er nicht wirklich.BF2: Er nennt sich römisch 40 . Er hat keinen Nachnamen. Er nennt sich römisch 40 , aber so heißt er nicht wirklich. R: Wo wohnt er? BF2: XXXX .BF2: römisch 40 . R: Wann waren Sie mit Ihrem Freund das letzte Mal in Kontakt? BF2: Ich habe mit ihm sehr viel Kontakt. R wiederholt die Frage. BF2: Ich glaube, dass es vor einem oder zwei Tagen war. R: Wo hält er sich jetzt auf? BF2: In Kabul. R: Wo hält sich Ihr zweiter Bruder in Afghanistan auf? BF2: Das weiß ich auch nicht. Er hat mit mir auch keinen Kontakt. R: Wo hat Ihr zweiter Bruder in Afghanistan zuletzt gelebt? BF2: Bei meinen Eltern. Die Adresse lautet XXXX , XXXX , XXXX .BF2: Bei meinen Eltern. Die Adresse lautet römisch 40 , römisch 40 , römisch 40 . R: Wie heißt dieser Bruder? BF2: XXXX , aber zuhause nennen wir ihn XXXX .BF2: römisch 40 , aber zuhause nennen wir ihn römisch 40 . R: Wie heißt der Bruder, der in die Türkei gefahren sein soll? BF2: Auch XXXX .BF2: Auch römisch 40 . R: Wann soll dieser in die Türkei gefahren sein? BF2: Das weiß ich nicht. Ich habe keinen Kontakt zu ihm, sie haben mit uns keinen Kontakt. R: Was hat Ihnen Ihr Freund dazu gesagt? BF2: Er hat mir nur gesagt, dass ihm gesagt wurde, dass er gegangen sei. R: Von wem wurde ihm das gesagt, dass er gegangen sei? BF2: Das weiß ich nicht. Das habe ich nicht gefragt. Ich habe nur gefragt, ob er weiß, wo meine Brüder sind. Er sagte, dass er wissen würde, dass sie nicht da sein würden. R: Wie hat Ihr Bruder seinen Lebensunterhalt verdient, der bei Ihren Eltern gewohnt hat? BF2: Als ich hierhergekommen bin, hat er mein Geschäft weitergeführt. Davor und danach weiß ich nicht, was er gemacht hat. R: Haben Sie ihm die Erlaubnis gegeben, dass er das Geschäft weiter betreibt? BF2: Ja. R: Wie viel Geld haben Sie und Ihr Bruder dem Schlepper bezahlt, dass Sie nach Österreich kommen? BF2: Es hat alles mein ältester Bruder bezahlt. Ich weiß es nicht. Vielleicht jeweils ca. 5.000 USD. R: Woher hatten Sie so viel Geld? BF2: Mein Vater hat das bezahlt. R: Woher hatte er so viel Geld? BF2: Ich glaube, er hat sein Auto und etwas Grundstück verkauft. R: Wie hat er seinen Lebensunterhalt in Afghanistan bestritten? BF2: Er war früher Lehrer. Dann war er Pensionist. Dann hat er von seiner Pension gelebt. R: In welcher Schule war er Lehrer für welche Fächer? BF2: In der XXXX . Er war Unterrichtsassistent.BF2: In der römisch 40 . Er war Unterrichtsassistent. R: War er an einer Universität oder an einer Schule? BF2: Das ist eine Schule. R: Welche Fächer hat er unterrichtet? BF2: Ich habe gesagt, dass er Unterrichtsassistent war. R: Ja für was? BF2: Das hat mit Fächer nichts zu tun. SV erklärt, dass Unterrichtsassistent nichts mit der eigentlichen Tätigkeit eines Lehrers zu tun hat, sondern für die Lehrer zuständig ist und es sich dabei um eine Verwaltungstätigkeit handelt. R: Hat Ihr Vater unterrichtet? BF2: Nein. R: Hat er früher unterrichtet? BF2: Ja. R: Wie lange? BF2: Das weiß ich nicht. Ich war sehr klein. R: Was heißt Sie waren sehr klein? BF2: Im Jahr XXXX oder XXXX ist mein Vater in Pension gegangen.BF2: Im Jahr römisch 40 oder römisch 40 ist mein Vater in Pension gegangen. R: Wie alt waren Sie, als Ihr Vater mit dem Unterrichten aufgehört hat? BF2: Möglicherweise war ich 5 bis 7 Jahre alt. R: Haben Sie Ihren Vater gefragt, was er unterrichtet hat? BF2: Ja. Er hat die Sprache Dari unterrichtet. R: Was hat Ihr Bruder für Schul- und Berufsausbildung? BF2: Mein Bruder hat 12 Jahre die Schule besucht und 4 Jahre die Universität. Er ist Pharmazeut. R: Wo hat er studiert? BF2: Den Namen der Universität weiß ich nicht. R: Haben Ihre Brüder, die in Afghanistan gelebt haben, also der, der angeblich in die Türkei gefahren sein soll und der andere verbliebene Bruder in Afghanistan, eine Familie? BF2: Sie sind beide verheiratet. R: Hat Ihr Bruder, der heute auch anwesend ist, eine Familie? BF2: Er hat hier geheiratet, hat zwei Kinder. Er hat hier ein afghanisches Mädchen kennengelernt und sie haben Zwillinge gemeinsam. R: Wurde die Ehe arrangiert? BF2: Nein. Sie haben sich kennengelernt. R: Wo? BF2: In XXXX .BF2: In römisch 40 . R: Wie heißt die Frau bzw. wie heißt Ihre Schwägerin? BF2: XXXX .BF2: römisch 40 . R: Wissen Sie, welchen Aufenthaltstitel Ihre Schwägerin hat? BF2: Sie hat auch einen grauen Pass. R: Seit wann sind der heute anwesende Bruder und Ihre Schwägerin verheiratet? BF2: Etwas länger als zwei Jahre. R: Wo haben sie geheiratet? BF2: In XXXX .BF2: In römisch 40 . R: Standesamtlich? BF2: Nein. R: Leben Sie mit Ihrem Bruder und deren Familie zusammen? BF2: Nein. R: Wie weit wohnt Ihr Bruder und seine Familie von Ihnen entfernt? BF2: Mein Bruder lebt bei uns, weil er nicht bei seiner Familie leben darf. Seine Frau und seine Kinder leben in XXXX .BF2: Mein Bruder lebt bei uns, weil er nicht bei seiner Familie leben darf. Seine Frau und seine Kinder leben in römisch 40 . R: Warum darf er nicht bei seiner Familie wohnen? BF2: Weil er eine Weiße Karte hat und Asylwerber ist. Er darf XXXX nicht verlassen.BF2: Weil er eine Weiße Karte hat und Asylwerber ist. Er darf römisch 40 nicht verlassen. R: Besucht ihn seine Frau? BF2: Ja. R: Wie oft? BF2: Jedes Wochenende. R: Unterstützt die Schwägerin Ihren Bruder bzw. Sie persönlich? BF2: Nein. Sie hat nicht einmal genug für sich, weil sie zwei Kinder hat. R an BFV: Haben Sie Fragen? BFV: Haben Sie einmal mit Ihrer Schwägerin zusammengelebt? BF2: Wir haben zusammengelebt, bis ihre Kinder geboren wurden. Unser Platz war sehr knapp. R: Wie lange haben Sie mit Ihrer Schwägerin zusammengelebt? BF2: Insgesamt eineinhalb Jahre. R: Bis zu welchem Datum haben Sie mit Ihrer Schwägerin zusammengelebt? BF2: Das weiß ich nicht. Ich kann es nur ungefähr sagen. Ca. eineinhalb Jahre. R: Und das Datum? BF2: Bis zum siebten Monat des heurigen Jahres hat sie bei uns gelebt. BFV: Keine weiteren Fragen. R unterbricht die Verhandlung um 12:49 Uhr. Fortsetzung 13:07 Uhr. BF2 verlässt um 13:07 Uhr den Saal. BF1 betritt den Saal um 13:08 Uhr. R: Schreiben Sie mir Ihren Namen und Ihren Geburtsort auf. BF1: Ich heiße XXXX . Geboren am XXXX in XXXX . Hausnummer gibt es bei uns nicht (Beilage, auf der Name und Geburtsdatum steht, wird als Beilage I. zum Akt genommen).BF1: Ich heiße römisch 40 . Geboren am römisch 40 in römisch 40 . Hausnummer gibt es bei uns nicht (Beilage, auf der Name und Geburtsdatum steht, wird als Beilage römisch eins. zum Akt genommen). R (Frage auf Deutsch): Sprechen Sie Deutsch? BF1 auf Deutsch: Ein bisschen. R (Frage auf Deutsch): Verstehen Sie Deutsch? BF1 (auf Deutsch): Ein bisschen. R (Frage auf Deutsch): Schildern Sie Ihren typischen Alltag vom Aufstehen bis zum Bett gehen. BF1 (auf Deutsch): "Ich stehe in der Früh um 07:00, 08:00 Uhr auf. Ich habe zweimal die Woche Deutschkurs gemacht früher. R (Frage auf Deutsch): Ich will einen typischen Ablauf. Nicht früher, sondern jetzt. BF1 wird die Frage nochmal in Dari übersetzt. BF1 (auf Deutsch): "Wenn meine Kinder bei mir sind, spiele ich mit meinen Kindern, esse ich Frühstück, bis ca. 10:00 Uhr. Dann sehe ich Fern, eine Stunde, halbe Stunde. Nachher muss ich Mittagessen machen, kochen. Dann muss ich meine Schwester zum Arbeit fahren. Nach ihrer Arbeit, sie muss 15:00 Uhr Arbeit anfangen. Wenn wir dort bin, ich gehe Fitnessstudio, ein zwei Stunden. Komme ich wieder nach Hause, iss ich was. Vielleicht sehe ich fern und schlafe um 22:00 Uhr oder 21:00 Uhr. 24:00 Uhr muss ich wieder wach sein, wegen meine Schwester, muss ich wieder von der Arbeit holen. Das ist alles." R (Frage auf Deutsch): Wann kommen Sie dann nach Hause? BF1 (auf Deutsch): Das dauert immer halbe Stunde. Sie ist fertig um 24:00 Uhr. R (Frage auf Deutsch): Wohnt Ihre Schwester bei Ihnen zuhause mit Ihnen? BF1 (auf Deutsch): Ja. R (Frage auf Deutsch): Wie heißt Ihre Schwester? BF1 (auf Deutsch): XXXX .BF1 (auf Deutsch): römisch 40 . R (Frage auf Deutsch): Ist Ihre Schwester verheiratet? BF1 (auf Deutsch): Nein. BFV weist darauf hin, dass sie in ihrem eigenen Verfahren mit " XXXX " geführt wurde.BFV weist darauf hin, dass sie in ihrem eigenen Verfahren mit " römisch 40 " geführt wurde. R (Frage auf Deutsch): Hat Ihre Schwester, mit der Sie zusammenwohnen, Kinder? BF1 (auf Deutsch): Nein. R (Frage auf Deutsch): Wie alt ist XXXX ?R (Frage auf Deutsch): Wie alt ist römisch 40 ? BF1 (auf Deutsch): 32 Jahre glaube ich. R (Frage auf Deutsch): Wie alt sind Sie? BF1 (auf Deutsch):
  20. R (Frage auf Deutsch): Sind Sie verheiratet? BF1 (auf Deutsch): Ja. Wir haben kirchlich geheiratet, wegen unserer Religion. R (Frage auf Deutsch): Welcher Religion gehören Sie an? BF1 (auf Deutsch): Ich bin geborener Moslem. R (Frage auf Deutsch): Wie haben sie kirchlich geheiratet? BF1 (auf Deutsch): Nur auf einen Zettel. Der Vater der Moschee hat das gemacht. R (Frage auf Deutsch): Der Imam der Moschee? BF1 (auf Deutsch): Ja. R (Frage auf Deutsch): Wo? BF1 (auf Deutsch): XXXX .BF1 (auf Deutsch): römisch 40 . R (Frage auf Deutsch): Haben Sie standesamtlich geheiratet? D übersetzt die Frage auf Dari. BF1: Nein. R (Frage auf Deutsch): Warum nicht? D übersetzt die Frage auf Dari. BF1: Weil meine Schwiegermutter momentan mit mir Probleme hat. Ich akzeptiere das Moslem sein nicht. Sie mögen das nicht. R: Was mögen sie konkret nicht? BF1: Sie sind sehr religiöse Moslems. Wenn ich mit ihnen über etwas rede, dann sagen sie, ich sei kein Moslem. R: Warum sollen Sie kein Moslem sein, wenn Sie Moslem sind? BF1: Ich war früher Moslem, aber darüber habe ich nichts gelesen. Jetzt habe ich gelesen und jetzt bedeutet mir der Islam nichts, weil ich darin nichts gefunden habe. R: Wie haben Sie früher Ihre Religion praktiziert? BF1: Ich habe alles, was meine Religion gesagt hat, gemacht, z.B. Beten. Beim Freitagsgebet war ich dabei. Leider haben wir den Koran immer in Arabisch gelesen, ohne die Übersetzung. Als ich die Übersetzungen gelesen habe, war der Koran für mich nicht mehr akzeptabel. R: Wann haben Sie die Übersetzungen gelesen? BF1: In Österreich. Vor ca. einem oder eineinhalb Jahren. R: Wo haben Sie die Übersetzungen bekommen? BF1: Im Internet. R: Hat Ihr Bruder XXXX die Religion in Afghanistan praktiziert?R: Hat Ihr Bruder römisch 40 die Religion in Afghanistan praktiziert? BF1: Nein, nicht so. R: Was heißt nicht so? BF1: Er hat keine Moschee besucht. Er war noch jung, er war nicht hinter der Religion her. R: Was haben die Eltern dazu gesagt? BF1: Die haben damit nichts zu tun gehabt. Ich glaube, dass ich in der Familie die erste bzw. einzige Person war, die sehr religiös war und die Moschee besucht hat. R: Wie viel Geschwister haben Sie noch, außer BF2 und der Schwester, die in Österreich lebt? BF1: Zwei Schwestern von mir leben in Österreich. Abgesehen von diesen drei habe ich zusätzlich noch sechs Geschwister. R: Von den anderen sechs Geschwistern, wie viele sind Männlich und wie viele Weiblich? BF1: Zwei Brüder. Ich habe noch vier Schwestern. R: Wie heißen die zwei Brüder, die Sie jetzt angesprochen haben? BF1: XXXX ist der Älteste und XXXX ist der Jüngste.BF1: römisch 40 ist der Älteste und römisch 40 ist der Jüngste. R: Wo hält sich XXXX auf?R: Wo hält sich römisch 40 auf? BF1: Wir haben keinen Kontakt mit ihm. Er hat auch keinen Kontakt mit uns. R: Wann haben Sie den letzten Kontakt mit ihm gehabt? BF1: Ich persönlich hatte den letzten Kontakt im fünften oder sechsten Monat des Jahres
  21. R: Warum nachher nicht mehr? BF1: Er wollte keinen Kontakt mehr zu uns. R: Wo lebt Ihr Bruder? BF1: Das weiß ich nicht. R: Wo hat Ihr Bruder gelebt, als Sie Afghanistan verlassen haben? BF1: In Kabul, dort wo wir gelebt haben. XXXX .BF1: In Kabul, dort wo wir gelebt haben. römisch 40 . R: Hat er bei Ihren Eltern gelebt, als Sie ausgereist sind? BF1: Ja. R: Warum ist er mit Ihnen nicht ausgereist? BF1: Wir waren am meisten bedroht und belästigt. R: Wo lebt Ihr ältester Bruder? BF1: Über ihn weiß ich es auch nicht. R: Seit wann wissen Sie nichts mehr über den ältesten Bruder? BF1: Seitdem wir diese Probleme bekommen haben wegen der Religion. Seitdem hat er keinen Kontakt mit uns. R: Ihre Brüder waren nicht sehr religiös? BF1: Ja schon, aber ich war mehr religiös. R: Wann hatten Sie den letzten Kontakt mit Ihrem ältesten Bruder? BF1: 2017, aber genau weiß ich nicht wann. R: Welchen Monat? BF1: Weiß ich nicht. Ich glaube, dass war nach dem Sommer. R: Wo wohnt Ihr ältester Bruder? BF1: Ich weiß es jetzt nicht. R: Wo hat er gelebt, als Sie aus Afghanistan ausgereist sind? BF1: XXXX .BF1: römisch 40 . R: Wie weit ist das von Ihrem Elternhaus entfernt? BF1: Möglicherweise ca. 10 Kilometer. R: Was heißt möglicherweise? BF1: Ich habe nicht genau aufgepasst. R: Sie haben jahrelang dort gelebt. BF1: Mit dem Auto, mit dem Verkehr, wie es dort läuft, ca. 10 bis 15 Minuten. R: Wo leben Ihre Eltern? BF1: Sie leben in Afghanistan. In XXXX . Das gehört zu XXXX .BF1: Sie leben in Afghanistan. In römisch 40 . Das gehört zu römisch 40 . R: Seit wann leben Ihre Eltern dort? BF1: Seit ca. zwei bis drei Monaten, nach dem Vorfall. R: Wie geht es Ihren Eltern? BF1: Es geht ihnen nicht gut, weil sie die Nase meines Vaters abgeschnitten haben. R: Wie geht es ihnen abgesehen davon? BF1: Es geht. Er ist alt geworden. R: Wo sind Ihre Eltern untergebracht? BF1: Mein Vater lebt dort bei einem Freund. R: Wie heißt der Freund? BF1: XXXX , soweit ich weiß. Den Nachnamen kenne ich nicht.BF1: römisch 40 , soweit ich weiß. Den Nachnamen kenne ich nicht. R: Wann haben Sie das letzte Mal mit Ihren Eltern gesprochen? BF1: Ich glaube, das war vor zwei Wochen. Es gibt einen Freund meines Bruders. Der geht zu ihnen. Dann sagt er uns Bescheid, wie es ihnen geht. R: Wie heißt der Freund Ihres Bruders? BF1: XXXX . Seinen Nachnamen kenne ich nicht.BF1: römisch 40 . Seinen Nachnamen kenne ich nicht. R: Wo wohnt er genau? BF1: In XXXX .BF1: In römisch 40 . R: Wo genau? BF1: Es gehört zu XXXX .BF1: Es gehört zu römisch 40 . R: Sie haben uns heute den Bericht von XXXX vorgelegt. Haben Sie das Original davon?R: Sie haben uns heute den Bericht von römisch 40 vorgelegt. Haben Sie das Original davon? BF1: Das Original befindet sich bei meinem Vater. Mein Vater ist nicht in der Lage, diesen uns zukommen zu lassen. R: Warum nicht, wenn das auch geschickt wurde? BF1: Das hat mein Freund geschickt. Das ist der Freund meines Bruders. R: Dann hätte der Freund Ihres Bruders auch das Original schicken können. BF1: Wenn ich das möchte, vielleicht schickt er es mir. Die Postmöglichkeiten sind nicht sehr gut dort. R: Wann wurde Ihnen diese Nachricht mit den Fotos übermittelt? BF1: Die Fotos vom Krankenhaus? R: Was Sie mir vorgelegt haben. BF1: Möglicherweise war es ein bis eineinhalb Monate nach seinem Vorfall. R: Wann? Datum! Wann haben Sie das erhalten? BF1: Möglicherweise vor eineinhalb Monaten. R: Wie haben Sie es erhalten? BF1: XXXX oder sowas glaube ich.BF1: römisch 40 oder sowas glaube ich. R: Wann war das? BF1: Ich weiß es nicht genau. Jedes Mal, wenn der Freund meines Bruders zu meinen Eltern gegangen ist, hat er mir berichtet. R: Wie heißt Ihr Großvater väterlicherseits? BF1: XXXX .BF1: römisch 40 . R: Welchen Beruf hat er ausgeübt? BF1: Er war Bauer. R: Woher stammt Ihr Großvater väterlicherseits? BF1: Von XXXX .BF1: Von römisch 40 . R: Woher stammt Ihr Vater? BF1: Für gewöhnlich auch aus XXXX .BF1: Für gewöhnlich auch aus römisch 40 . R: Was heißt das? BF1: Er stammt aus XXXX .BF1: Er stammt aus römisch 40 . R: Wie heißt Ihr Großvater mütterlicherseits? BF1: XXXX .BF1: römisch 40 . R: Wie viele Onkeln und Tanten haben Sie noch in Afghanistan? BF1: Zwei Onkel mütterlicherseits. Onkel väterlicherseits habe ich nicht. Und zwei Tanten väterlicherseits. R: Wo leben die? BF1: Eine der Tanten väterlicherseits lebt in Kabul. Die zweite weiß ich nicht, wo die lebt. Darüber hinaus habe ich noch eine Tante mütterlicherseits. Die lebt in XXXX .BF1: Eine der Tanten väterlicherseits lebt in Kabul. Die zweite weiß ich nicht, wo die lebt. Darüber hinaus habe ich noch eine Tante mütterlicherseits. Die lebt in römisch 40 . R: Wie sieht es aus mit den Onkeln väterlicherseits? BF1: Ich habe keine. Ich habe seit mehr als vier Jahren keinen Kontakt mehr mit meinen Verwandten. R: Warum nicht? BF1: Wir sind hierhergekommen und haben mit niemandem mehr Kontakt aufgenommen. R: Warum haben Sie nicht standesamtlich geheiratet? BF1: Wir haben das noch nicht beschlossen. R: Wieso nicht? BF1: Wir haben so gelebt und wir werden auch so leben. Das muss nicht auf dem Papier stehen. R: Wo leben Ihre Schwiegereltern? BF1: XXXX .BF1: römisch 40 . R: Mit Ihrer Lebensgefährtin zusammen? BF1: Nein. R: Hat Ihre Lebensgefährtin eine eigene Wohnung? BF1: Ja. R: Haben Sie um Einverständnis gebeten bei den Schwiegereltern, als Sie der Religion nach geheiratet haben? BF1: Ja. R: Waren die einverstanden damit? BF1: Ja. R: Sind Sie Mitglied in einem Verein, Organisation, Kirche oder dergleichen? BF1: Nein. R: Was machen Sie in Ihrer Freizeit? BF1: Ich besuche ein Fitnessstudio. Manchmal lese ich. R: Welche Bücher lesen Sie? BF1: Vor ca. zwei oder drei Monaten habe ich noch die Übersetzung des Korans gelesen. Jetzt lese ich manche besonderen Informationen für mich. R: Was ist das? BF1: Wie man besser leben kann. Manche Geschichten darüber. R: Lesen Sie eine Zeitung? BF1: Manche österreichischen Zeitschriften schon. R: Welche zB? BF1: Die Nachrichten lese ich per Internet. R: Von wem sind diese Nachrichten? Von welcher Zeitung? BF1: Es kommen Nachrichten per Instagram und das lese ich. R: Schauen Sie Nachrichten? BF1: Österreichische Nachrichten? R: zB? BF1: Nein. R: Interessiert Sie die österreichische Gesellschaft, Politik? BF1: Jaja. R: Warum schauen Sie dann keine Nachrichten? BF1: Weil wir noch keinen Fernseher haben. R: Internet? BF1: Besondere Nachrichten, die per Internet ausgestrahlt werden, schon. R: Die Nachrichten des ORF werden im Internet ausgestrahlt. BF1: Ja. R: Warum schauen Sie den ORF nicht? BF1: Wir haben kein Kabel. Besondere Nachrichten werden abgekürzt und nicht alles wird ausgestrahlt. R: Sind Sie vorbestraft? BF1 wird noch einmal auf Entschlagungsrecht hingewiesen. BF1: Streit hatte ich mit XXXX gehabt.BF1: Streit hatte ich mit römisch 40 gehabt. R: Sind Sie deshalb angezeigt worden? BF1: Ja. R: Wurde das Verfahren eingestellt? Wurden Sie verurteilt? BF1: Man hat mich 15 Tage von XXXX entfernt. Ich sollte mich dort in diesem Zeitraum nicht aufhalten.BF1: Man hat mich 15 Tage von römisch 40 entfernt. Ich sollte mich dort in diesem Zeitraum nicht aufhalten. R: Leiden Sie an irgendwelchen schweren Krankheiten? BF1: Nein. R: Nehmen Sie irgendwelche Medikamente? BF1: Nein. R: Leidet Ihr heute anwesender Bruder an schweren Krankheiten, nimmt der Medikamente? BF1: Nein. R an BFV: Haben Sie Fragen? BFV: Keine Fragen. Es wird eine schriftliche Stellungnahme vom 30.11.2018 dem BVwG vorgelegt. BFV legt Zertifkat ÖSD A1 vom XXXX vor, welches als Beilage II. zum Akt genommen wird. ÖSD Zertifkat A2 vom XXXX, welches Beilage III. in Kopie zum Akt genommen wird. Dann Begleitschreiben vom XXXX , welches Beilage IV. in Kopie zum Akt genommen wird und zwei Geburtsurkunden von und zwar von XXXX , welche als Beilage VI in Kopie zum Akt genommen wird und XXXX , welche als Beilage VII in Kopie zum Akt genommen wird.BFV legt Zertifkat ÖSD A1 vom römisch 40 vor, welches als Beilage römisch zwei. zum Akt genommen wird. ÖSD Zertifkat A2 vom römisch 40 , welches Beilage römisch drei. in Kopie zum Akt genommen wird. Dann Begleitschreiben vom römisch 40 , welches Beilage römisch vier. in Kopie zum Akt genommen wird und zwei Geburtsurkunden von und zwar von römisch 40 , welche als Beilage römisch sechs in Kopie zum Akt genommen wird und römisch 40 , welche als Beilage römisch sieben in Kopie zum Akt genommen wird. R: Gibt es einen Arbeitsvorvertrag, oder nur eine Einstellungszusage? BF1: Wenn ich einen positiven Bescheid habe, werde ich dort arbeiten können. Einstellzusage wird als Beilage V in Kopie zum Akt genommen.BF1: Wenn ich einen positiven Bescheid habe, werde ich dort arbeiten können. Einstellzusage wird als Beilage römisch fünf in Kopie zum Akt genommen. R wiederholt die Frage. BF1: Bis jetzt noch nicht. R: Wird es einen arbeitsrechtlichen Vorvertrag geben? BF1: Es ist noch nichts gemacht worden, aber, wenn ich das verlange, wird er das wahrscheinlich auch machen. XXXX wird um 14.20 Uhr entlassen.römisch 40 wird um 14.20 Uhr entlassen. R: Wie viele Geschwister haben Sie? BF1: 8 Geschwister. Mit mir sind wir
  22. R: Wie viele männliche und wie viele weibliche Geschwister? BF1: Wir sind 4 Brüder und 5 Schwestern. R: Wo wohnen die anderen drei Brüder, außer dem BF2? BF1: Zwei andere Brüder weiß ich nicht, wo sie sind. Ich habe mit ihnen keinen Kontakt. Es kann sein, dass sie noch in Afghanistan sind, oder auch nicht. R: Wie heißen Sie? BF1: XXXX .BF1: römisch 40 . R: Wo haben die beiden vor ihrer Ausreise aus Afghanistan gewohnt? BF1: In XXXX . Nachgefragt: XXXX hat bei meinen Eltern in XXXX gewohnt.BF1: In römisch 40 . Nachgefragt: römisch 40 hat bei meinen Eltern in römisch 40 gewohnt. R: Und der dritte Bruder? BF1: Das ist BF
  23. Gegen die Niederschrift werden folgende Einwendungen erhoben: BF2 gibt an, statt 16 Jahre alt (Seite 9) 18 Jahre alt gewesen zu sein, als dieser nach Österreich gekommen ist. D gibt an, es so aufgenommen zu haben, wie der BF2 es ursprünglich gesagt hat, als zwischen der Zahl 18 und 16 ein entsprechender phonetischer Unterschied besteht. Kann sein, dass sich der BF2 versprochen hat. BF1 merkt zur Frage, wie viele Geschwister haben Sie noch, außer BF2 und der Schwester, die in Österreich lebt (Seite 28) gesagt zu haben, dass er zusätzlich noch fünf Geschwister habe. (.......) In der im Zuge dieser Verhandlung vorgelegten sowie mit XXXX datierten Stellungnahme erfolgte zunächst eine Auseinandersetzung mit den Städten Kabul, Herat und Mazar-e-Sharif im Hinblick auf ihre Eignung als innerstaatliche Fluchtalternative. Hierzu werden auszugsweise diverse Berichte, unter anderem aus dem Länderinformationsblatt (in der Folge: LIB), zur Situation in Kabul sowie zu sicherheitsrelevanten Vorfällen von Jänner 2018 bis September 2018 zitiert. Auch im Hinblick auf die Stadt Mazar-e Sharif wurde zunächst das LIB zitiert. Hierzu wurde festgehalten, dass die Berichte außer Acht ließen, dass sich insbesondere die Talibanaktivität auf den Norden ausgedehnt habe (vgl. LIB S. 34). Zudem bestätige das LIB auf Seite 66, dass es in Balkh zu Zusammenstößen zwischen Aufständischen und den afghanischen Sicherheitskräften, oder auch zu Angriffen auf Einrichtungen der Sicherheitskräfte komme. Ferner werde festgehalten, dass regierungsfeindliche Gruppierungen ihren Aufstand in der Provinz Balkh vorantreiben versuchen. Sowohl die Taliban als auch der IS würden in abgelegenen Distrikten der Provinz versuchen Fuß zu fassen (vgl. S. LIB 67). Ergänzend wurde ein ACCORD Bericht vom 12.11.2018 zitiert, wonach es im dritten Quartal 2018 in der Region Balkh zu 45 Vorfällen mit 242 Toten gekommen sei. Diese hätten unter anderem in der Stadt Mazar-e Sharif stattgefunden. Ebenso wurde zur Situation in Herat auf das LIB verwiesen, wonach es im Jahr 2017 in Herat zu 37% mehr zivilen Opfern gekommen sei, unter anderem durch ein Attentat auf eine schiitische Moschee in Herat City. Außerdem hätten sich die Anhänger der Terrororganisation IS in Herat zum ersten Mal für Angriffe verantwortlich erklärt, die außerhalb der Provinz Nangarhar und Kabul verübt worden seien (LIB S. 104). Nach dem bereits zitierten ACCORD Bericht sei es im dritten Quartal 2018 in der Region zu 56 Vorfällen mit 349 Toten gekommen. Eine der betroffenen Städte sei die Provinzhauptstadt Herat gewesen.In der im Zuge dieser Verhandlung vorgelegten sowie mit römisch 40 datierten Stellungnahme erfolgte zunächst eine Auseinandersetzung mit den Städten Kabul, Herat und Mazar-e-Sharif im Hinblick auf ihre Eignung als innerstaatliche Fluchtalternative. Hierzu werden auszugsweise diverse Berichte, unter anderem aus dem Länderinformationsblatt (in der Folge: LIB), zur Situation in Kabul sowie zu sicherheitsrelevanten Vorfällen von Jänner 2018 bis September 2018 zitiert. Auch im Hinblick auf die Stadt Mazar-e Sharif wurde zunächst das LIB zitiert. Hierzu wurde festgehalten, dass die Berichte außer Acht ließen, dass sich insbesondere die Talibanaktivität auf den Norden ausgedehnt habe vergleiche LIB S. 34). Zudem bestätige das LIB auf Seite 66, dass es in Balkh zu Zusammenstößen zwischen Aufständischen und den afghanischen Sicherheitskräften, oder auch zu Angriffen auf Einrichtungen der Sicherheitskräfte komme. Ferner werde festgehalten, dass regierungsfeindliche Gruppierungen ihren Aufstand in der Provinz Balkh vorantreiben versuchen. Sowohl die Taliban als auch der IS würden in abgelegenen Distrikten der Provinz versuchen Fuß zu fassen vergleiche S. LIB 67). Ergänzend wurde ein ACCORD Bericht vom 12.11.2018 zitiert, wonach es im dritten Quartal 2018 in der Region Balkh zu 45 Vorfällen mit 242 Toten gekommen sei. Diese hätten unter anderem in der Stadt Mazar-e Sharif stattgefunden. Ebenso wurde zur Situation in Herat auf das LIB verwiesen, wonach es im Jahr 2017 in Herat zu 37% mehr zivilen Opfern gekommen sei, unter anderem durch ein Attentat auf eine schiitische Moschee in Herat City. Außerdem hätten sich die Anhänger der Terrororganisation IS in Herat zum ersten Mal für Angriffe verantwortlich erklärt, die außerhalb der Provinz Nangarhar und Kabul verübt worden seien (LIB S. 104). Nach dem bereits zitierten ACCORD Bericht sei es im dritten Quartal 2018 in der Region zu 56 Vorfällen mit 349 Toten gekommen. Eine der betroffenen Städte sei die Provinzhauptstadt Herat gewesen. In weiterer Folge wurde unter Heranziehung von Berichten aus dem LIB auf die prekäre Situation von Binnenvertriebenen und IDP's verwiesen. Demnach seien deren Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildung und wirtschaftlicher Teilhabe stark eingeschränkt. Mangels landwirtschaftlichen Besitzes und Vermögens seien Rückkehrer besonderes gefährdet. Berichten zufolge bräuchten mehr als 80% der Binnenvertriebenen Nahrungsmittelhilfe. Die Unterstützungsfähigkeit der afghanischen Regierung sei beschränkt und nicht ausreichend. Die Regierung kooperiere mit UNHCR, IOM und anderen humanitären Organisationen. Ferner sei dem "Fact Finding Mission Report, Afghanistan, April 2018" zu entnehmen, dass ein fehlendes familiäres Netzwerk eine Herausforderung für die Reintegration von MigrantInnen in Afghanistan sei. Aus den UNHCR-Richtlinien gehe überdies hervor, dass die Aufnahmekapazitäten der genannten Provinzhauptstädte stark überbelastet seien und RückkehrerInnen ohne soziales Netzwerk starke Sicherheitsrisiken und einer extrem prekären Lebenssituation ausgesetzt seien, zumal es kaum Zugang zu Arbeitsmöglichkeiten gebe. Dies werde auch vom Bericht der Schweizer Flüchtlingshilfe "Afghanistan: Gefährdungsprofile, Update
  24. 09.2018" belegt. Ohne soziales Netzwerk sei demnach der Zugang zu einer Erwerbstätigkeit ausgeschlossen. Auch aus dem Gutachten von Friederike Stahlmann vom 28.03.2018 gehe die essentielle Bedeutung sozialer Netzwerke hervor, dies auch im Hinblick auf eine Rückkehr nach Mazar-e Sharif. Ergänzend wurde darauf hingewiesen, dass laut dem LIB Herat eine der Provinzen mit der höchsten Anzahl an Binnenvertriebenen sei. Allerdings könne dem LIB nichts zu den diesbezüglichen Folgen entnommen werden, weshalb auf die vom LIB zitierten Berichte von IOM zur daraus resultierenden sozialen Instabilität und mangelndem Zugang zu Dienstleistungen, Jobs sowie der verhinderten Reintegration verwiesen werde. Weiters wurde auf das erhöhte Verfolgungsrisiko von Personen eingegangen, welche aufgrund ihres langjährigen Auslandsaufenthalts als verwestlicht wahrgenommen werden. Hierzu wurde ebenso auf die UNHCR-Richtlinien vom 30.08.2018 verwiesen, wonach Berichte zu Personen vorliegen würden, die aus westlichen Ländern nach Afghanistan zurückgekehrt seien und als Ausländer oder vermeintliche Spione gefoltert oder getötet worden seien. Sowohl von der lokalen Bevölkerung als auch vom Staat würden sie als verdächtig betrachtet werden. Im Hinblick auf Probleme der Arbeitslosigkeit in Afghanistan wurde auf das Länderinformationsblatt sowie auf weitere Berichte, wie den Fact Finging Mission Report, Afghanistan Stand, Stand April 2018 sowie dne Bericht "Afghanistan: Gefährdungsprofile" der Schweizerischen Flüchtlingshilfe" verwiesen. Ferner verweise UNHCR auf die zunehmende Konkurrenz um Ressourcen aufgrund der extrem hohen Anzahl an Binnenvertriebenen sowie infolge der Rekorddürre in Herat und Balkh, aufgrund derer die Landwirtschaft zusammenbreche. Eine interne Schutzalternative sei laut UNHCR nur dann umutbar, wenn grundlegende Menschenrechte gewahrt würden und Möglichkeiten für ökonomisches Überleben gegeben sei. Insbesondere müssten Zugang zu einer Unterkunft sowie zu grundlegender Infrastruktur wie Trinkwasser, Hygiene, Gesundheitsversorgung, Bildung, sowie die Möglichkeit sich einen Lebensunterhalt zu erwirtschaften oder bewiesene und nachhaltige Unterstützung um Zugang zu einem angemessenen Lebensstandard gewährleistet sein. Kabul sei demnach generell keine interne Flucht- oder Schutzalternative. Zur Nahrungsmittelversorgung infolge der Dürre wurde auf die Anfragebeatnwortung der Staatendokumentation vom 13.09.2018 sowie auf einen Bericht des Afghanistan Analysts Network (AAN) verwiesen und anschließend festgehalten, dass eine (Neu-) Ansiedlung in Kabul, Mazar-e Sharif oder Herat, vor allem auch im Lichte der UNHCR-Richtlinien, nicht zumutbar sei. Abschließend erfolgte eine ausführliche Auseinandersetzung mit dem Gutachten von Mag. Karl Mahringer, insbesondere im Hinblick auf die fachliche Qualifikation des Sachverständigen, die vom VwGH festgelegten Anforderungen an ein Gutachten sowie konkrete Mängel des vorliegenden Gutachtens.
  25. Mit Schreiben vom XXXX wurden unter anderem eine Bestätigung über die Teilnahme des BF am Werte- und Orientierungskurs am XXXX (in Kopie) vorgelegt.
  26. Mit Schreiben vom römisch 40 wurden unter anderem eine Bestätigung über die Teilnahme des BF am Werte- und Orientierungskurs am römisch 40 (in Kopie) vorgelegt.
  27. Am XXXX erfolgte eine weitere mündliche Verhandlung vor dem Bundesverwaltungsgericht unter Beiziehung einer geeigneten Dolmetscherin für die Sprache Dari sowie eines landeskundigen Sachverständigen. Erneut wurden sowohl der BF, welcher in der Folge als BF1 bezeichnet wird, als auch sein Bruder XXXX , in der Folge als BF2 bezeichnet, befragt.
  28. Am römisch 40 erfolgte eine weitere mündliche Verhandlung vor dem Bundesverwaltungsgericht unter Beiziehung einer geeigneten Dolmetscherin für die Sprache Dari sowie eines landeskundigen Sachverständigen. Erneut wurden sowohl der BF, welcher in der Folge als BF1 bezeichnet wird, als auch sein Bruder römisch 40 , in der Folge als BF2 bezeichnet, befragt. Die Verhandlung nahm im Wesentlichen folgenden Verlauf: Fortsetzung der Verhandlung vom XXXX .Fortsetzung der Verhandlung vom römisch 40 . (.............) R: In der Verhandlung bzw. Niederschrift sagten Sie, dass Sie noch mehrere Geschwister haben. Wie viele Geschwister haben Sie insgesamt? BF1: Ich habe noch 8 Geschwister. R: Wie viele Brüder und Schwestern? BF1: 5 Schwestern und 3 Brüder. R: Wie heißen Ihre 3 Brüder? BF1: XXXX .BF1: römisch 40 . SV: Hat XXXX schon zu Hause so geheißen? Ist das ein Namenswechsel?SV: Hat römisch 40 schon zu Hause so geheißen? Ist das ein Namenswechsel? BF1: Er hat immer XXXX geheißen.BF1: Er hat immer römisch 40 geheißen. R: Wie geht es Ihrem Bruder XXXX ?R: Wie geht es Ihrem Bruder römisch 40 ? BF1: Ich weiß es nicht. R: Wann hatten Sie den letzten Kontakt mit dem Bruder XXXX ?R: Wann hatten Sie den letzten Kontakt mit dem Bruder römisch 40 ? BF1: Möglicherweise Anfang Sommer vergangenen Jahres. R: Was heißt jetzt möglicherweise? BF1: Es war Anfang Sommer vorigen Jahres. R: Wo genau hat Ihr Bruder XXXX das Handy-Geschäft gehabt?R: Wo genau hat Ihr Bruder römisch 40 das Handy-Geschäft gehabt? BF1: XXXX .BF1: römisch 40 . R: Bitte um die genaue Adresse. Sie haben ja dort gearbeitet. BF1: Die Straße hieß XXXX .BF1: Die Straße hieß römisch 40 . R: Gibt es eine Nummer auch? BF1: Nein. R: Von wem wird das Handygeschäft betrieben derzeit? BF1: Früher haben wir XXXX und ich das Geschäft geführt. Danach XXXX . Jetzt weiß ich nicht mehr, wer das Geschäft führt.BF1: Früher haben wir römisch 40 und ich das Geschäft geführt. Danach römisch 40 . Jetzt weiß ich nicht mehr, wer das Geschäft führt. R: Wie lange hat XXXX das Geschäft geführt?R: Wie lange hat römisch 40 das Geschäft geführt? BF1: Nachdem der Kontakt abgebrochen ist, weiß ich nicht, wem er das Geschäft übergeben haben. R: Meine Frage war, wie lange er das Geschäft betrieben hat. BF1: Vielleicht zweieinhalb Jahre. R: Bis wann haben Sie das Geschäft betrieben? BF1: Solange ich mit ihm Kontakt hatte führte er das Geschäft. R: Sie hatten bis letzten Sommer Kontakt mit ihm. Er hat das Geschäft bis letzten Sommer betrieben? BF1: Ja. R: Auf die Adresse zurück: Ich möchte genau die Adresse wissen. BF1: Am Anfang der Straße gibt es eine Bäckerei. R: Hat diese einen Namen? BF1: Nein. Es war hinter der Bäckerei. Es war in dem Block, in dem die Bäckerei war. Am Beginn dieser 40m langen Straße. R: Ist dieser Beginn gesehen stadtauswärts oder stadteinwärts? BF1: Auswärts. Diese 40m lange Straße, die ich meine, endet mit nichts mehr. Es sind dort nur mehr Berge. R: Was grenzt an diesem Handy-Geschäft an? BF1: Unten war ein Installateurgeschäft. Im
  29. Stock waren wir. Neben uns war eine Schneiderei. Daneben waren wir. R: Wie hat dieses Gebäude geheißen? Wem hat das gehört? BF1: Das Gebäude hatte keinen Namen, wem es gehört hat, weiß ich nicht. R: Wem hat die angrenzende Schneiderei gehört? BF1: Sie gehörte einem Mann namens XXXX .BF1: Sie gehörte einem Mann namens römisch 40 . R: Die unten liegende Bäckerei? BF1: Ich hatte keinen Kontakt. SV: Beschreiben Sie die Räumlichkeit des Handy-Geschäfts? BF1: Die Geschäfte sind für gewöhnlich dort 20 bis 30m². Es gibt dort kein Fenster, sondern ein Gitterfenster, eine Eingangstür. Innen befand sich eine Vitrine. Dann gab es ein Regal dort. Da waren CDs drinnen. Software für Computer. SV: Unter welchem Namen war das Geschäft bekannt? Unter welchem Namen konnte man es finden? BF1: Am Anfang lief das Geschäft unter XXXX . Später hat mein Bruder den Namen geändert, er hat sich einen eigenen Namen ausgesucht.BF1: Am Anfang lief das Geschäft unter römisch 40 . Später hat mein Bruder den Namen geändert, er hat sich einen eigenen Namen ausgesucht. R: Wann hat er den Namen geändert? BF1: Das weiß ich nicht. R: Woher wissen Sie dann, dass er den Namen geändert hat? BF1: XXXX war nicht mehr im Geschäft. Mein Bruder hat auch damals gemeint, dass er den Namen ändern wird.BF1: römisch 40 war nicht mehr im Geschäft. Mein Bruder hat auch damals gemeint, dass er den Namen ändern wird. R: Warum wollte Ihr Bruder den Namen ändern? BF1: Weil man es anders nennen wollte. Man schreibt einen Namen, CD-Player, oder so etwas, damit die Leute das erkennen können. R: Wie hätten dann die Leute erkennen können, dass das noch Ihrem Bruder XXXX gehört?R: Wie hätten dann die Leute erkennen können, dass das noch Ihrem Bruder römisch 40 gehört? BF1: Weil es früher XXXX geheißen hat.BF1: Weil es früher römisch 40 geheißen hat. R wiederholt die Frage. BF1: Jetzt wissen die Leute nicht, dass das Geschäft XXXX gehört. Er ist nicht mehr dort.BF1: Jetzt wissen die Leute nicht, dass das Geschäft römisch 40 gehört. Er ist nicht mehr dort. R: Als er noch dort war, wie hätten die Leute erkennen können, dass es ihm gehört? BF1: Weil das Schild oben gewesen ist. R: Ist das Schild oben geblieben? BF1: Als der Name geändert wurde, war es klar, dass das Schild nicht mehr oben ist. R: Wenn das Schild geändert wird, wie haben die Leute erkennen können, dass Ihrem Bruder XXXX das Geschäft trotzdem noch gehört?R: Wenn das Schild geändert wird, wie haben die Leute erkennen können, dass Ihrem Bruder römisch 40 das Geschäft trotzdem noch gehört? BF1: Ich weiß es nicht. Es kann sein, dass das Geschäft jemandem anderen übergeben wurde. R: Hat Ihr Bruder, solange er das Geschäft innegehabt hat, seinen Namen XXXX oben stehen gehabt?R: Hat Ihr Bruder, solange er das Geschäft innegehabt hat, seinen Namen römisch 40 oben stehen gehabt? BF1: Das weiß ich nicht genau. R: Wie lange haben Sie dort gearbeitet? BF1: Ich. R: Ja. BF1: Mehr als ein Jahr. R: In welchem Zeitraum? BF1: Von Mitte 2013 bis 2015 glaube ich. R: Bis wann 2015? BF1: Ich glaube, dass es im Dezember war, als wir aus Afghanistan ausgereist sind. Es war Dezember
  30. R: Wo hat sich Ihr Bruder XXXX aufgehalten, als Sie letzten Sommer das letzte Mal mit ihm Kontakt gehabt haben?R: Wo hat sich Ihr Bruder römisch 40 aufgehalten, als Sie letzten Sommer das letzte Mal mit ihm Kontakt gehabt haben? BF1: In XXXX war er.BF1: In römisch 40 war er. R: Wo wohnt Ihr Bruder XXXX ? Bitte geben Sie die genaue Adresse.R: Wo wohnt Ihr Bruder römisch 40 ? Bitte geben Sie die genaue Adresse. BF1: Dort, wo wir gelebt haben, in XXXX .BF1: Dort, wo wir gelebt haben, in römisch 40 . R: Wissen Sie noch, ob Ihr Bruder an dieser Adresse lebt? BF1: Nein. Das weiß ich nicht. R: Haben Sie bzw. hat Ihr Bruder XXXX versucht mit Ihnen Kontakt aufzunehmen?R: Haben Sie bzw. hat Ihr Bruder römisch 40 versucht mit Ihnen Kontakt aufzunehmen? BF1: Nein. R: Warum nicht? BF1: Wir hatten einen Streit, eine religiöse Diskussion. Danach hatten wir keinen Kontakt mehr. R: Über was ist es dabei konkret gegangen? BF1: Ich habe es vergessen. R: Haben in der von Ihnen jetzt angegebenen Adresse auch Ihre Eltern gewohnt? BF1: Früher schon. R: Wo wohnen sie jetzt? Bitte geben Sie die genaue Adresse an (Provinz, Distrikt, Dorf)? BF1: Provinz XXXX , Distrikt: XXXX .BF1: Provinz römisch 40 , Distrikt: römisch 40 . R: Bei wem wohnen da Ihre Eltern? BF1: Sie sind bei einem Freund meines Vaters namens XXXX . Ich kenne seinen Nachnamen nicht.BF1: Sie sind bei einem Freund meines Vaters namens römisch 40 . Ich kenne seinen Nachnamen nicht. R: Seit wann wohnen Ihre Eltern dort? BF1: Ich kann Ihnen das Datum nicht genau sagen, weil ich nicht genau weiß, wann sie dorthin gegangen sind. Ich glaube, seit ca. 5 oder 6 Monaten. R: Wer wohnt jetzt in Ihrem Elternhaus? BF1: In XXXX meinen Sie? Ja. Das ist mein Elternhaus.BF1: In römisch 40 meinen Sie? Ja. Das ist mein Elternhaus. R: Haben Ihre Eltern mehrere Häuser, wo sie wohnen können? BF1: Sie hatten in XXXX in der Straße XXXX eine Wohnung.BF1: Sie hatten in römisch 40 in der Straße römisch 40 eine Wohnung. R: Wie hat Ihr Vater seinen Lebensunterhalt bestritten? BF1: Mein Vater war Lehrer. Als wir hierhergekommen sind, ist er in Pension gegangen. R: Wo hat Ihr Bruder XXXX unterrichtet?R: Wo hat Ihr Bruder römisch 40 unterrichtet? BF1: In der Schule namens XXXX .BF1: In der Schule namens römisch 40 . R: Wo befindet sich diese Schule? BF1: In XXXX .BF1: In römisch 40 . R: Ist das eine Stadt, ist das ein Bezirk? BF1: Das ist der XXXX Bezirk in XXXX .BF1: Das ist der römisch 40 Bezirk in römisch 40 . R: Wie geht es dem Bruder, der jetzt dort unterrichtet? BF1: Das weiß ich nicht. R: Wann hatten Sie mit ihm den letzten Kontakt? BF1: Vor einem Jahr. R: Haben Sie bzw. hat er versucht, wieder mit Ihnen Kontakt aufzunehmen? BF1: Ich habe es nicht versucht. Ich glaube, dass er es auch nicht versucht hat. R: Warum nicht? BF1: Weil er nicht gewollt hat. R: Sie auch nicht? BF1: Ich auch nicht. R: Wo hat Ihre Schwester XXXX Ihren Friseursalon?R: Wo hat Ihre Schwester römisch 40 Ihren Friseursalon? BF1: Ich war hier, als sie den Friseursalon hatte. Ich weiß nicht wo. Es war in XXXX .BF1: Ich war hier, als sie den Friseursalon hatte. Ich weiß nicht wo. Es war in römisch 40 . R: Was heißt: "Ich war hier, als sie den Friseursalon hatte"? BF1: Ich war hier, als sie diesen Friseursalon eröffnete. R: Wie geht es Ihrer Schwester? BF1: Ich weiß es nicht. Ich habe keinen Kontakt zu ihr. R: Wann hatten Sie den letzten Kontakt zu Ihrer Schwester? BF1: Ich weiß es nicht. R: Warum haben Sie jetzt keinen Kontakt zu dieser Schwester? BF1 gibt etwas von sich, was weder von der Dolmetscherin, noch vom SV übersetzt werden kann. Fragewiederholung. BF1: Ich möchte keinen Kontakt zu meiner Schwester, weil ich auch damals, als ich mit meinem Bruder Kontakt hatte, von ihm zynisch behandelt wurde. Ich weiß, dass es so läuft. R: Warum haben Sie mit dieser Schwester nicht versucht einen Kontakt aufzubauen? BF1: Weil sie das auch tut. Selbst meine Schul- und Unikollegen haben das getan. R: Hat es dafür einen Grund gegeben? BF1: Weil bei einer Diskussion es zu einer verbalen Auseinandersetzung kommt. Das ist vorprogrammiert. R: Warum haben sich die Schul- und Universitätskollegen Ihnen gegenüber zynisch verhalten? Hat es einen Grund gegeben? BF1: Weil ich nicht faste und weil ich nicht bete. Ich esse Schweinefleisch. Ich trinke Alkohol. R: Das haben Sie alles in Afghanistan gemacht? BF1: Nein. Auf alle Fälle, ich möchte mit ihnen keinen Kontakt aufnehmen. Solange ich hier bin, habe ich versucht, sie alle zu vergessen. R: Hat Ihr Bruder XXXX mit den in Afghanistan verbliebenen Geschwistern bzw. Eltern Kontakt?R: Hat Ihr Bruder römisch 40 mit den in Afghanistan verbliebenen Geschwistern bzw. Eltern Kontakt? BF1: Das weiß ich nicht. Mein Bruder hat Kontakt zu seinem Freund. Sein Freund geht zu unseren Eltern und kontaktiert sie. R: Warum wird über den Freund Kontakt aufgenommen? BF1: Weil bei meinen Eltern diese Möglichkeit nicht besteht. R: Der Freund fährt von Kabul immer wieder zu Ihren Eltern und von dort wieder nach Kabul zurück? BF1: Ja. Im Dezember haben wir ihn kontaktiert, wegen des Dokumentes, das von uns verlangt wurde. R: Wie haben Sie die Weihnachtsfeiertage verbracht? BF1: Gut. R: Was haben Sie da gemacht? BF1: Wir verbrachten Weihnachten. Wir tranken viel. Wir haben ein Feuerwerk gemacht. R: Haben Sie am 24.
  31. ein Feuerwerk gemacht? BF1: Nein, das haben wir zu Neujahr gemacht. R: Welche Schul- bzw. Berufsausbildung haben Sie? BF1: Ich habe 12 Jahre eine Schule in Afghanistan besucht. Ich habe zwei Jahre Pharmazie studiert im Institut von XXXX . In einer Autowerkststatt habe ich ca. zwei Jahre als Lackierer und Spengler gearbeitet. Neben der Uni habe ich dort als Lackierer gearbeitet.BF1: Ich habe 12 Jahre eine Schule in Afghanistan besucht. Ich habe zwei Jahre Pharmazie studiert im Institut von römisch 40 . In einer Autowerkststatt habe ich ca. zwei Jahre als Lackierer und Spengler gearbeitet. Neben der Uni habe ich dort als Lackierer gearbeitet. SV: Wie hat die Werkstatt geheißen? BF1: XXXX .BF1: römisch 40 . R: Wie lange dauert das Pharmazie-Studium in Afghanistan? BF1: Die Uni dauert 4 Jahre, aber ich habe im Institut studiert, das hat 2 Jahre gedauert. R: Sind Sie mit Ihrem Studium in 2 Jahren fertig? BF1: In 2 Jahren ist man Assistent von einem Pharmazeuten. R: Sie wurden am XXXX gefragt, Sie sagten, Sie haben fertig studiert.R: Sie wurden am römisch 40 gefragt, Sie sagten, Sie haben fertig studiert. BF1: Möglicherweise wurde vom Dolmetscher nicht so übersetzt. Ja. Ich habe abgeschlossen. Als Assistent von einem Pharmazeuten braucht man 2 Jahre, die habe ich abgeschlossen. R: Sie sagten, dass Sie 6 Jahre und nicht 2 Jahre, wie heute angegeben, in einer Autowerkstätte arbeiteten? BF1: Gesetzlich habe ich nur 2 Jahre gearbeitet, um ein Dokument zu erhalten. Grundsätzlich ist das ein Hobby von mir, weil mein Bruder Autos verkauft hat. Deshalb habe ich mich immer mit Autos beschäftigt. R: Welcher Bruder? BF1: XXXX .BF1: römisch 40 . R: Beim BFA haben Sie gesagt, Sie haben als Automechaniker gearbeitet und nicht so wie heute angegeben, als Lackierer und Spengler. BF1: Ich habe nur gesagt, dass ich in einer Werkstatt gearbeitet habe. Möglicherweise wurde ich missverstanden. R: Was haben Sie dann noch weitergemacht? BF1: Ich habe einen Englisch-Kurs besucht namens XXXX .BF1: Ich habe einen Englisch-Kurs besucht namens römisch 40 . R: Wo haben Sie den besucht? BF1: In XXXX (D: Moschee). Vis a vis von dieser Moschee hat dieser Kurs stattgefunden. Das ist in XXXX .BF1: In römisch 40 (D: Moschee). Vis a vis von dieser Moschee hat dieser Kurs stattgefunden. Das ist in römisch 40 . R unterbricht um 10:49 Uhr die Verhandlung. Fortsetzung: 11:03 Uhr. R: Wo wohnen Ihre Eltern? BF1: In XXXX ist klein. Möglicherweise sind dort hundert Personen.BF1: In römisch 40 ist klein. Möglicherweise sind dort hundert Personen. R: Waren Sie dort selbst einmal, weil Sie sagen, es ist klein mit 100 Personen? BF1: Nein. Ich habe es gehört von meinem Vater. R: Sind Sie direkt mit ihm in Kontakt, weil Sie es von ihm gehört haben? BF1: Früher ist er dorthin gegangen, um ein Picknick zu machen mit seinen Freunden. R: Ihre genaue Wohnadresse, wo haben Sie in Kabul gewohnt? BF1: XXXX . Unser Haus hat keine Nummer gehabt.BF1: römisch 40 . Unser Haus hat keine Nummer gehabt. SV merkt an, dass Hausa an sich Polizeikommissariat heißt. Hat diese Straße mit der Polizeistation etwas zu tun? Wenn ja, wie weit liegt das Haus Ihrer Eltern von der Polizeistation entfernt? BF1: Am Anfang der Straße ist diese Polizeistation bzw. Kommissariat. Am Ende dieser Straße sind wir. SV: Wie haben Ihre Nachbarn geheißen? BF1: Der Nachbar war XXXX . Er war gleichzeitig mein Freund. Mit ihm habe ich keinen Kontakt. XXXX war ebenso mein Freund und Nachbar.BF1: Der Nachbar war römisch 40 . Er war gleichzeitig mein Freund. Mit ihm habe ich keinen Kontakt. römisch 40 war ebenso mein Freund und Nachbar. SV: Wer ist das Familienoberhaupt bei Ihnen Nachbarn gewesen? Nach wem wurde dieses Haus genannt? BF1: Ein Familienoberhaupt war XXXX . Und das andere Familienoberhaupt war der Vater von XXXX , den Namen habe ich jetzt vergessen. XXXX . Das war der Vater von XXXX . Unser rechter Nachbar ist XXXX . Unser linker Nachbar ist XXXX .BF1: Ein Familienoberhaupt war römisch 40 . Und das andere Familienoberhaupt war der Vater von römisch 40 , den Namen habe ich jetzt vergessen. römisch 40 . Das war der Vater von römisch 40 . Unser rechter Nachbar ist römisch 40 . Unser linker Nachbar ist römisch 40 . SV: Welchen Aufgabenbereich hatten XXXX und XXXX ?SV: Welchen Aufgabenbereich hatten römisch 40 und römisch 40 ? BF1: XXXX war sehr alt. Er hat nicht gearbeitet. Er war weißbärtig. XXXX hat ein Maklerbüro geführt.BF1: römisch 40 war sehr alt. Er hat nicht gearbeitet. Er war weißbärtig. römisch 40 hat ein Maklerbüro geführt. R: Wann sind Sie aus Afghanistan konkret ausgereist? BF1: Das genaue Datum kann ich nicht sagen. Ende
  32. R: Bitte denken Sie genau nach. BF1: Möglicherweise im Dezember. R: Sind Sie alleine aus Afghanistan ausgereist? BF1: Nein. Mit meiner Schwester und mit meinem Bruder. R: Name der Schwester und Ihres Bruders? BF1: XXXX .BF1: römisch 40 . R: Sind die anderen Geschwister bzw. Eltern in Afghanistan verblieben? BF1: Eine Schwester von mir war in Kanada, eine Schwester war im Iran. XXXX war in Afghanistan. XXXX waren in Afghanistan.BF1: Eine Schwester von mir war in Kanada, eine Schwester war im Iran. römisch 40 war in Afghanistan. römisch 40 waren in Afghanistan. R: Waren Ihre Schwestern bereits vor ihrer Ausreise in Kanada und im Iran? BF1: Ja. Sie waren bereits 8 oder 9 Jahre in den jeweiligen Ländern, als wir ausgereist sind. R: Warum sind Sie mit Ihrem Bruder und Ihrer Schwester ausgereist und warum sind die anderen Geschwister bzw. Eltern in Afghanistan verblieben? BF1: Meine Schwester, die hier ist, wurde belästigt. Mein Bruder XXXX und ich waren jung. Mein anderer Bruder kam einmal in der Woche nach Hause. Der älteste Bruder ist verheiratet und lebt sowieso getrennt von uns.BF1: Meine Schwester, die hier ist, wurde belästigt. Mein Bruder römisch 40 und ich waren jung. Mein anderer Bruder kam einmal in der Woche nach Hause. Der älteste Bruder ist verheiratet und lebt sowieso getrennt von uns. R: Wo lebt der andere Bruder, der einmal in der Woche nach Hause gekommen ist? BF1: Bei uns hat er gelebt. R: Lebt er noch immer dort? BF1: Ich weiß nicht, wo er lebt. R: Wann haben Sie den letzten Kontakt mit diesem Bruder gehabt? BF1: Meinen Sie XXXX oder XXXX ?BF1: Meinen Sie römisch 40 oder römisch 40 ? R: Ich meine den Bruder, der einmal in der Woche nach Hause kommt. BF1: Seit länger als einem Jahr mehr habe ich keinen Kontakt mehr. R: Warum sind Sie ausgereist? BF1: Eine Gruppe von Leuten bzw. eine Familie wollten meine Schwester zur Frau nehmen. Aber meine Schwester war nicht einverstanden. Da diese Leute sehr reich und einflussreich waren, kamen sie zu uns nach Hause, um um die Hand meiner Schwester anzuhalten. Sie drohten uns. Sie wollten einfach meine Schwester verheiraten, sowohl meine Schwester, als auch mein Vater waren damit nicht einverstanden. Sie machten uns dann später Probleme, weil sie mehrmals um die Hand meiner Schwester anzuhalten, zu uns gekommen waren und wir es ablehnten. Sie (die Familie) oder der Mann, der meine Schwester heiraten wollte, beharrten darauf, sie wollten unbedingt meine Schwester heiraten. Einmal wurde mein Bruder vor der Schule, die ich zuvor nannte, von diesen Leuten geschlagen. Er kam nach Hause und schilderte uns den Vorfall. Danach passierte ein oder zwei Wochen nichts. Dann waren mein Bruder und ich mit einem Motorrad unterwegs zum Geschäft, als wir von einem Auto, das diesen Leuten gehörte und wir es erkannt haben, angefahren wurden. Sie drohten uns wieder und meinten, dass wir mit unserem Vater reden sollen, weil sie wiederkommen werden. Sie haben danach wieder meine Schwester auf dem Weg zur Schule belästigt. Einmal wollten sie vielleicht meine Schwester auch vor der Schule, die ich vorhin meinte, mitnehmen. Es waren sehr viele Schüler dort. Meine Schwester unterrichtete dort die
  33. und
  34. Klasse Mathematik. Als sie sich ihr näherten, um sie anzugreifen und sie mitzunehmen, haben die Schüler es mitbekommen oder gesehen und haben aus diesem Grund von meiner Schwester abgelassen. Entweder in derselben Woche oder eine Woche später kamen sie mit Brot und Koran zu uns nach Hause. Sie haben uns den Koran vorgezeigt, dass wir sinngemäß aus Respekt vor dem Koran meine Schwester hergeben. Meine Schwester hat das nicht akzeptiert, schließlich ging es um ihr Leben. Dann sind wir geflüchtet, weil wir sehr viel belästigt wurden. R: Warum ist Ihr Vater, der ja eigentlich das Familienoberhaupt Ihrer Familie ist und eigentlich der ist, der, wenn es sich so zugetragen hätte, wie Sie es behaupten, das eigentliche Opfer bzw. der Verfolgte gewesen wäre, nicht geflüchtet? BF1: Man hat ihm die Nase abgeschnitten. Gewiss wird er verfolgt. Ich habe die Fotos vorgelegt. Nachdem wir ausgereist sind aus Afghanistan, damals wurde er sehr viel belästigt. Damals hatte ich noch Kontakt mit ihm. Dann sind sie umgezogen und haben sich dieses Apartment bzw. diese Wohnung gekauft. Sie hatten auch dort keine Ruhe. R: Sie haben gesagt, die Familie, die Ihre Schwester heiraten hätte wollen, wäre sehr reich und einflussreich gewesen. Welche Stellung haben sie in der afghanischen Bevölkerung bzw. in der afghanischen Tradition eingenommen? BF1: Sie hatten Waffen und Bodyguards. Die Autos, die sie gefahren sind, waren mit verdunkelten Scheiben. R: In Afghanistan haben das sehr viele Personen. Welche Position nimmt diese Familie ein? Was für einen Beruf üben sie aus? Welche Position haben sie? BF1: Als mein Vater bei der Polizei war, um eine Anzeige gegen diese Personen zu erstatten, hat die Polizei gemeint, dass mein Vater kein Recht dazu hätte, diese Leute anzuzeigen. Er solle nach Hause gehen und sich dort ruhig verhalten. Soviel Macht haben sie gehabt. R: Ihr Bruder hat am XXXX dazu gesagt, dass sie zwar bei der Polizei gewesen wären, aber man Ihnen gar nicht zugehört hat und Sie Ihr familiäres Problem selbst lösen sollten. Von dem Umstand, dass die Polizei gesagt hätte, dass Ihr Vater kein Recht dazu hätte, diese Leute anzuzeigen, wurde dahingehend nichts erwähnt.R: Ihr Bruder hat am römisch 40 dazu gesagt, dass sie zwar bei der Polizei gewesen wären, aber man Ihnen gar nicht zugehört hat und Sie Ihr familiäres Problem selbst lösen sollten. Von dem Umstand, dass die Polizei gesagt hätte, dass Ihr Vater kein Recht dazu hätte, diese Leute anzuzeigen, wurde dahingehend nichts erwähnt. BF1: Sie haben mich missverstanden. Als mein Vater bei der Polizei war, um dort eine Anzeige zu erstatten, sagte die Polizei zu ihm, er solle seine Probleme selbst lösen. R: Wie hat die Familie geheißen, die so mächtig und einflussreich ist? BF1: Ich hatte keinen Kontakt und kein Interesse zu wissen, wer diese Leute sind und was sie machen. R: Sie sagen, dass diese Leute mächtig sind und eine Position und nicht ich. Ich möchte wissen, wie diese Personen heißen. BF1: Ich kenne sie nicht. Sie stammen aus XXXX , woher genau weiß ich nicht. Sie haben Bodyguards gehabt.BF1: Ich kenne sie nicht. Sie stammen aus römisch 40 , woher genau weiß ich nicht. Sie haben Bodyguards gehabt. R: Mich interessiert der Familienname, woher sie kommen und welche Position sie haben? BF1: Ich weiß es nicht. Ich habe mit denen nichts zu tun gehabt. SV: Hat Ihre Familie im Laufe des 40jährigen Krieges jemals im Ausland gelebt und ist diese dann wieder zurückgekehrt? BF1: Nein. Meine Schwestern haben geheiratet und sind gegangen. R: Wie hat der Name der Schule genau geheißen, in der Ihre Schwester unterrichtet hat? BF1: XXXX .BF1: römisch 40 . R: Seit wann hat Ihre Schwester dort unterrichtet? BF1: Ich glaube ab 2005 oder 2006 hat sie dort unterrichtet. R: Hat sie zuvor schon woanders unterrichtet? BF1: Nein. Davor hat sie die Schule besucht. Als sie die Schule dann beendet hat, hat sie unterrichtet. R: Hat Ihre Schwester studiert? Hat diese sofort nach Abschluss der Schule zum Unterrichten begonnen? BF1: Jemand, der die
  35. Klasse in Afghanistan beendet, darf unterrichten und parallel das Lehramt besuchen, das tat sie auch ganz am Anfang. R: Wann hat sie dann das Lehramt abgeschlossen? BF1: 2 Jahre. Fragewiederholung. BF1: 2006 oder
  36. R: Welche Fächer hat Ihre Schwester unterrichtet? BF1: Mathematik. R: Wie hat die Schule genau geheißen, wo sie unterrichtet hat? BF1: XXXX .BF1: römisch 40 . R: Wen hat sie da unterrichtet? BF1: Schüler. R: Schüler? BF1: Nur Schüler. R: Wo hat Ihre Schwester gelebt, als sie unterrichtet hat? BF1: Bei uns. R: Wie weit ist Ihr Elternhaus von dieser Schule entfernt? BF1: 100m oder 200m. nicht mehr. R: Das Elternhaus ist mehr oder weniger neben der Schule? BF1: Vielleicht 500m. 7-10 Minuten zu Fuß. Es ist in der Nähe des Elternhauses. R: Wie lange hat Ihre Schwester dort unterrichtet? BF1: 2 oder 3 Monate, bevor wir ausgereist sind, hat sie dann aufgehört, weil sie sehr belästigt wurde. R wiederholt die Frage. BF1: Ich weiß nicht, wann sie begonnen hat zu unterrichten. Ich weiß nicht, wann sie 2005, 2006, 2007 unterrichtete. Bis 2014 hat sie unterrichtet. R: Wann genau haben diese Probleme mit der namentlich unbekannten Familie begonnen? BF1: Wir hatten 2 Jahre Probleme mit diesen Leuten. R: Wann haben diese Probleme begonnen? BF1: Möglicherweise
  37. R: Wann? BF1: Ich weiß es nicht. R: Wie haben diese Probleme mit dieser Familie begonnen konkret? BF1: Meine Schwester hat in dieser Schule unterrichtet. Vielleicht hat jemand aus dieser Familie sie gesehen. Insgesamt kamen sie 1,5 oder 2 Jahre. R: Auf welche Art und Weise haben diese Probleme konkret begonnen? BF1: Sie kamen, um die Hand meiner Schwester anzuhalten. Sowohl mein Vater, als auch meine Schwester waren damit nicht einverstanden. R: Wer konkret ist gekommen, um die Hand Ihrer Schwester anzuhalten? BF1: Die Familie, bzw. die Frauen. R: Wer? Die Familien oder die Frauen? BF1: Die Frauen dieser Familie. R: Wie viele? BF1: 3 oder 4 Personen. Es ist unterschiedlich gewesen, weil sie oft sehr gekommen sind. R: Wie viele sind beim ersten Mal gekommen? BF1: Daran kann ich mich nicht mehr erinnern. Ich kann mich nicht erinnern, wer und wie viele. R: Waren Sie und Ihr heute anwesende Bruder beim
  38. Mal anwesend, als diese Frauen zu Ihnen nach Hause gekommen sind? BF1: Nein. In Afghanistan ist es nicht üblich, dass Männer vor den weiblichen Gästen in Erscheinung treten. R: Wo haben Sie sich zu diesem Zeitpunkt aufgehalten? BF1: Das weiß ich nicht. R: Wie alt waren Sie zu diesem Zeitpunkt? BF1: 20 oder 21 Jahre. R: Wie oft sind diese Frauen dann zu Ihnen nach Hause gekommen? BF1: Ich weiß es nicht. R: Wenn Sie sagen, sie sind mehrmals zu Ihnen nach Hause gekommen, was meinen Sie damit? BF1: Möglicherweise sind sie mehr als 10-15mal zu uns nach Hause gekommen. R: In welchen Abständen ist das immer gegangen? BF1: Es war unterschiedlich. Manchmal sind sie einmal im Monat gekommen. Es kam auch vor, dass sie zweimal in einem Monat zu uns nach Hause gekommen sind, um die Hand anzuhalten. R: Sie haben in der NS vom XXXX auf die Frage, wie oft um die Hand Ihrer Schwester angehalten wurde, gesagt, dass es 3-4mal gewesen war, dass Sie 3-4mal davon erfahren hätten. Was sagen Sie zu diesem Widerspruch?R: Sie haben in der NS vom römisch 40 auf die Frage, wie oft um die Hand Ihrer Schwester angehalten wurde, gesagt, dass es 3-4mal gewesen war, dass Sie 3-4mal davon erfahren hätten. Was sagen Sie zu diesem Widerspruch? BF1: Ich wurde gefragt, wie oft sie zuletzt zu uns gekommen seien. R: Wie war jeweils die Antwort, nachdem die Frauen mehr als 10-15mal zu Ihnen nach Hause gekommen sein sollen? BF1: Ich war nicht die Person, die darüber entschieden hat und die die Antwort gegeben hat. Es ist klar, dass ihr Antrag abgelehnt wurde. R: Warum ist es klar, dass dieser Antrag abgelehnt wurde? BF1: Weder meine Schwester, noch mein Vater waren damit einverstanden. R: Warum waren Ihre Schwester bzw. Ihr Vater damit nicht einverstanden? Hat es da konkrete Gründe gegeben? BF1: Mein Vater hat deshalb das abgelehnt, weil es um das Leben seiner Tochter bzw. meiner Schwester ging. Meine Schwester war damit nicht einverstanden. Der Vater schloss sich der Meinung meiner Schwester an. R: Warum wollte Ihre Schwester das nicht? BF1: Das müssen Sie selbst fragen. R: Am XXXX haben Sie dazu gesagt: "Es gab Paschtunen, die wollten meine Schwester heiraten, aber wir wollten das nicht, da 80% der Paschtunen keine anständigen Leute sind, Von dem haben Sie heute nichts gesagt.R: Am römisch 40 haben Sie dazu gesagt: "Es gab Paschtunen, die wollten meine Schwester heiraten, aber wir wollten das nicht, da 80% der Paschtunen keine anständigen Leute sind, Von dem haben Sie heute nichts gesagt. BF1: Ich wollte das sagen. Sie haben mich unterbrochen. Angemerkt wird, dass der BF1 vom R nicht unterbrochen wurde. BF1: Das habe ich damals gesagt, weil das meine persönliche Meinung war. R: Wann haben dann die Belästigungen innerhalb dieser 2 Jahre, in denen die Familie mehr als 10-15mal zu Ihnen nach Hause gekommen sein soll, gegenüber Ihrer Schwester begonnen? BF1: In der letzten Zeit. R: Was heißt das? BF1: Vielleicht haben diese Belästigungen 4 oder 5 Monate gedauert, bis wir dann ausgereist sind. R: Wie haben sich diese Belästigungen dargestellt? BF1: So wie ich vorher geschildert habe. 2-3mal wurden mein Bruder und ich belästigt. Mein Bruder wurde auch allein belästigt. R: Wurde Ihr Bruder auch körperlich attackiert bzw. angegriffen? BF1: Das Eine, als wir mit dem Motorrad unterwegs waren und angefahren wurden, wurden wir schon verletzt. Ein anderes Mal haben sie ihn am Kragen gepackt und uns geschüttelt. R: Haben sie ihn geschlagen? BF1: Einmal haben sie ihn geohrfeigt. R: War das, als er alleine war oder mit Ihnen unterwegs war? BF1: Einmal mit mir, als er mit mir unterwegs war. Einmal waren wir vom Geschäft nach Hause unterwegs. R: Was war da? BF1: Unser Motorrad wurde mit dem Auto angefahren. R: Hat es bei dem Vorfall mit dem Motorrad einen körperlichen Angriff Ihnen bzw. Ihren Bruder gegenüber gegeben? BF1: Ich habe die Frage nicht verstanden. R wiederholt die Frage. BF1: Einmal haben sie uns wieder abgepasst und uns wieder am Kragen gepackt und geschüttelt. R: Wie oft wurden Sie von den potentiellen Angreifern angehalten bzw. attackiert? BF1: Zweimal waren mein Bruder und ich unterwegs. Einmal war mein Bruder alleine unterwegs. R: Wurden Sie, als Sie mit Ihrem Bruder zweimal unterwegs waren, körperlich angegriffen? BF1: Ja. Am Kragen wurde ich gepackt. R: Und Ihr Bruder? BF1: Er stand neben mir. Der Mann stieg aus dem Auto aus, packte mich am Kragen und schupfte meinen Bruder weg. R: Das war das erste Mal. Ist es außer diesem "Wegschubsen" und am Kragen packen noch zu irgendwelchen körperlichen Übergriffen Ihnen bzw. Ihren Brüdern gekommen? BF1: Nein. R: Hat es körperliche Übergriffe gegeben, als Sie das zweite Mal mit Ihrem Bruder unterwegs waren? BF1: Das zweite Mal wurde unser Motorrad mit dem Auto angefahren. R: Weiter? BF1: Sie hoben uns vom Boden hoch und schüttelten uns. R: Ist es darüber hinaus zu weiteren körperlichen Übergriffen gekommen, außer das Schütteln? BF1: Nein. R: Wurde Ihr Bruder körperlich angegriffen, als er alleine unterwegs war? BF1: Ich glaube, dass er zweimal geohrfeigt wurde. R: Wo wurde Ihr Bruder angehalten, auf welchem Weg? BF1: In der Nähe von der Schule. R: Wohin wollte Ihr Bruder gehen? BF1: Das weiß ich nicht. R: Ihr Bruder hat in der NS vom XXXX hinsichtlich der von Ihnen heute gemachten Schilderungen dahingehend nichts erwähnt. Er hat hinsichtlich eines Vorfalls auf die Frage, ob es bei diesem VorfallR: Ihr Bruder hat in der NS vom römisch 40 hinsichtlich der von Ihnen heute gemachten Schilderungen dahingehend nichts erwähnt. Er hat hinsichtlich eines Vorfalls auf die Frage, ob es bei diesem Vorfall Übergriffe auf seine Person gegeben hätte, geantwortet: "Sie haben mich nur festgehalten und haben laut gesprochen". Auf die Frage gab es jemals Drohungen, die gegen Ihre Person (gemeint der Bruder), gerichtet waren: "Nein, außer diesem Vorfall nicht". BF1: Ich habe ja gesagt, wenn jemand einem am Kragen packt, ist es ein Streit. Er hat uns selbst erzählt, dass er geschlagen wurde. SV: Nach der afghanischen Tradition muss dem BF1 und dem Angreifer bewusst sein, dass das Verlangen der Angreifer von den Verwandten des BF1 eine schwerwiegende Ehrensache ist, und dass die männlichen Familienmitglieder des Mädchens, in welchen Machtverhältnissen sie auch immer zueinanderstehen, auch wenn sie schwach sind, zurückschlagen können. In Afghanistan ist es üblich, wenn jemand jemanden auf der Straße anspricht: "ich nehme deine Schwester", eine schwere Ehrenverletzung ist. Hier wird sich die ganze Familie zusammensetzen und die Sache besprechen und sich daran machen, dass diese Leute von ihnen fernbleiben. Daher sind Ihre Angaben daher nicht authentisch und entsprechen nicht der afghanischen Tradition. Was sagen Sie dazu? BF1: Wenn jemand in einer schwächeren Position ist und ein anderer kommt und etwas von ihm verlangt, und dieser "Andere" hat eine Art von Waffe, kann die schwächere Person sich dann wehren? SV: Ihre Schwester war Lehrerin. Das bedeutet darauf hin, dass Ihre Familie eine aufgeklärte Familie ist. Die aufgeklärten Familien haben eine weitverbreitete Beziehung in der Gesellschaft, damit auch in der Politik und im Sicherheitsbereich. Was sagen Sie dazu? BF1: Ja. Meine Familie ist eine gebildete Familie. Aber wenn Leute 2 Jahre lang um die Hand meiner Schwester kommen anzuhalten, und wir jedes Mal "Nein" sagen und sie trotzdem aber weiterkommen und sie Macht haben und Waffen, wie konnten wir uns dagegen wehren, auch wenn traditionell gesehen, es eine große Ehrensache war. Unsere Familien haben sich besprochen. Als dieser Vorfall passiert ist, kamen sie wieder mit Brot und Koran zu uns und meinten, wir legen jetzt den Streit bei bzw. wir werden jetzt Freunde. Mein Vater sagte nein. SV: War die Familie des Brautwerbers fähig, das Mädchen mitzunehmen? BF1: Einmal haben sie es versucht. BFV: Was würde denn passieren, wenn sie sie mitgenommen hätten? BF1: Sie hätten sie genommen, wir hätten sie nicht gefunden. Sie wäre verschwunden. In Afghanistan verschwanden viele Mädchen. R: In Afghanistan gibt es nicht nur Ihre Schwester. Wie ist die Familie ausgerechnet auf Ihre Schwester gekommen? BF1: Weil die Person wollte unbedingt meine Schwester heiraten. R wiederholt die Frage. BF1: Er hat sich in meine Schwester verliebt. R: Wie ist das gegangen? BF1: Ich weiß das nicht. R: Wann hat er sich in sie verliebt? BF1: Möglicherweise unterwegs von nach Hause zur Schule und umgekehrt. R: Hat Ihre Schwester zuvor jemals Kontakt mit der Familie bzw. einem dieser Familienangehörigen gehabt? BF1: Das weiß ich nicht. R: Wurden die beiden Brüder, die in Afghanistan verblieben sind, bedroht? Hat es körperliche Übergriffe denen gegenüber gegeben? BF1: Ich weiß es nicht. Der älteste Bruder ist sowieso von uns getrennt, er ist verheiratet. Von dem anderen Bruder weiß ich es nicht. R an BFV: Haben Sie an den BF1 eine Frage? BF1: Was hat sich an Ihren Essgewohnheiten geändert? BF1: 80% haben sich meine Essgewohnheiten verändert. Heute Morgen, als wir uns auf den Weg gemacht haben, haben wir uns ein Schinkensalami-Brot gemacht. BFV: Wer weiß alles davon, dass Sie Schweinefleisch essen? BF1: Die Freunde, die es erfahren habe, dass ich Schweinefleisch esse, essen nicht mehr mit mir gemeinsam. Sie sind der Auffassung, dass ich etwas "Haram" esse. R unterbricht um 12:39 Uhr die Verhandlung. Fortsetzung: 13:10 Uhr. BF1 verlässt um 13:11 Uhr den Saal. BF2 wird ab 13:11 Uhr einvernommen. R: Wie haben Sie Weihnachten verbracht? BF2: Gut. R: Was haben Sie genau in den Weihnachtsfeiertagen gemacht? BF2: Um 22 Uhr gingen wir nach XXXX zu Weihnachten. Wir tranken Glühwein. Bis 12 Uhr haben wir ein Feuerwerk abgelassen. Dann gingen wir mit einem Freund zu einer Party bis 2 Uhr früh. Dann hat uns unsere Schwester nach Hause gebracht.BF2: Um 22 Uhr gingen wir nach römisch 40 zu Weihnachten. Wir tranken Glühwein. Bis 12 Uhr haben wir ein Feuerwerk abgelassen. Dann gingen wir mit einem Freund zu einer Party bis 2 Uhr früh. Dann hat uns unsere Schwester nach Hause gebracht. R: War das am 24.12? BF2: Ja. Das war zu Weihnachten. R: Haben Sie in den darauffolgenden Feiertagen noch etwas gemacht? Am 25.12 und am 26.12? BF2: Einmal sind wir nach XXXX zu meiner Schwägerin (Frau meines heute anwesenden Bruders) gekommen. Dann haben wir meine Schwägerin mitgenommen. Sie blieb 3 Tage bei uns.BF2: Einmal sind wir nach römisch 40 zu meiner Schwägerin (Frau meines heute anwesenden Bruders) gekommen. Dann haben wir meine Schwägerin mitgenommen. Sie blieb 3 Tage bei uns. R: Was haben Sie mit den Kindern gemacht? BF2: Sie waren auch mit. R: Was haben Sie am 25.12 und am 26.12 außerdem noch gemacht? BF2: An den Feiertagen haben wir die Freunde besucht. Ein paar Tage vor Weihnachten haben wir bei XXXX zu Hause Glühwein getrunken. Dort haben wir auch ein Feuerwerk abgelassen.BF2: An den Feiertagen haben wir die Freunde besucht. Ein paar Tage vor Weihnachten haben wir bei römisch 40 zu Hause Glühwein getrunken. Dort haben wir auch ein Feuerwerk abgelassen. R: Sie haben letztes Mal gesagt, Sie besuchen die Freie Christliche Gemeinde? Besuchen Sie diese noch immer? BF2: Drei Wochen war ich jetzt nicht dort. Ich meine in den drei Wochen fehlte ich an den drei Sonntagen. Einmal war ich bei meiner Schwägerin. Ein anderes Mal war ich woanders. R: Wo waren Sie da? BF2: Bei einem Freund namens XXXX . In XXXX . Ich glaube, dass wir letzten Sonntag einkaufen waren in XXXX . Das ist 10 bis 12km von uns entfernt.BF2: Bei einem Freund namens römisch 40 . In römisch 40 . Ich glaube, dass wir letzten Sonntag einkaufen waren in römisch 40 . Das ist 10 bis 12km von uns entfernt. R: Kennt die freie christliche Gemeinde, die Sie besucht haben, das Fest Weihnachten? BF2: Ja. Sicher. Ich habe vorhin erwähnt, dass ich 2 oder 3 Tage vor Weihnachten bei ihm war, Glühwein getrunken habe und Weihnachten gefeiert habe. R: Was feiert die Freie Christliche Gemeinde zu Weihnachten? BF2: Wir haben an dem Abend Glühwein getrunken und sind in das Haus gegangen. Wir haben einen Film über Jesus angesehen. R: Was feiert die Christliche Gemeinde zu Weihnachten? BF2: Es i

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