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{'item': 'W112 2129559-1'}

RIS Dokument GerichtBVwG Entscheidungsdatum23.04.2019 GeschäftszahlW112 2129559-1 SpruchW112 2129559-1/19E IM NAMEN DER REPUBLIK! Das Bundesverwaltungsgericht erkennt durch die Richterin Mag. Elke DANNER als Einzelrichterin über die Beschwerde von XXXX , geb. XXXX , StA. RUSSISCHE FÖDERATION, vertreten durch XXXX , gegen den Bescheid des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl vom 17.06.2016, Zl. 1046943308-140240783, nach Durchführung einer mündlichen Verhandlung am 21.08.2018 zu Recht:Das Bundesverwaltungsgericht erkennt durch die Richterin Mag. Elke DANNER als Einzelrichterin über die Beschwerde von römisch 40 , geb. römisch 40 , StA. RUSSISCHE FÖDERATION, vertreten durch römisch 40 , gegen den Bescheid des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl vom 17.06.2016, Zl. 1046943308-140240783, nach Durchführung einer mündlichen Verhandlung am 21.08.2018 zu Recht: A) Die Beschwerde wird gemäß §§ 3 Abs. 1, 8 Abs. 1, 57, 10 Abs. 1 Z 3 AsylG 2005 iVm § 9 BFA-VG, §§ 50, 52 Abs. 2, 55 FPG AsylG 2005 als unbegründet abgewiesen mit der Maßgabe, dass Spruchpunkt IV. zu lauten hat:A) Die Beschwerde wird gemäß Paragraphen 3, Absatz eins, 8, Absatz eins, 57, 10, Absatz eins, Ziffer 3, AsylG 2005 in Verbindung mit Paragraph 9, BFA-VG, Paragraphen 50, 52, Absatz 2, 55, FPG AsylG 2005 als unbegründet abgewiesen mit der Maßgabe, dass Spruchpunkt römisch vier. zu lauten hat: "IV. Gemäß § 55 Abs. 1 bis 3 FPG beträgt die Frist für Ihre freiwillige Ausreise 14 Tage ab Rechtskraft der Rückkehrentscheidung.""IV. Gemäß Paragraph 55, Absatz eins bis 3 FPG beträgt die Frist für Ihre freiwillige Ausreise 14 Tage ab Rechtskraft der Rückkehrentscheidung." B) Die Revision ist gemäß Art. 133 Abs. 4 B-VG nicht zulässig.B) Die Revision ist gemäß Artikel 133, Absatz 4, B-VG nicht zulässig. TextENTSCHEIDUNGSGRÜNDE: I. Verfahrensgang:römisch eins. Verfahrensgang:

  1. Die Beschwerdeführerin, eine Staatsangehörige der RUSSISCHEN FÖDERATION und Angehörige der tschetschenischen Volksgruppe, reiste unter Umgehung der Grenzkontrollen in das österreichische Bundesgebiet ein und stellte hier am XXXX einen Antrag auf internationalen Schutz.
  2. Die Beschwerdeführerin, eine Staatsangehörige der RUSSISCHEN FÖDERATION und Angehörige der tschetschenischen Volksgruppe, reiste unter Umgehung der Grenzkontrollen in das österreichische Bundesgebiet ein und stellte hier am römisch 40 einen Antrag auf internationalen Schutz.
  3. Im Rahmen der Erstbefragung durch Organe des öffentlichen Sicherheitsdienstes der Polizeiinspektion XXXX am XXXX gab die Beschwerdeführerin befragt zu ihren Fluchtgründen im Wesentlichen an, in ihrem Heimatland keine Angehörigen mehr zu haben: Ihre Eltern, ihr Mann und VIER ihrer FÜNF Söhne seien verstorben. Ihr Sohn XXXX (auf Grund des Bescheides des XXXX vom 15.11.2011 gemäß §§ 1, 2 Abs. 1 Z 3 NÄG nunmehr: XXXX ) lebe seit XXXX in Österreich; sie wolle ihn besuchen und bei ihm und seiner Familie leben. Andere Fluchtgründe habe sie nicht. Im Falle einer Rückkehr in ihren Herkunftsstaat habe sie Angst, dort alleine zu sein.
  4. Im Rahmen der Erstbefragung durch Organe des öffentlichen Sicherheitsdienstes der Polizeiinspektion römisch 40 am römisch 40 gab die Beschwerdeführerin befragt zu ihren Fluchtgründen im Wesentlichen an, in ihrem Heimatland keine Angehörigen mehr zu haben: Ihre Eltern, ihr Mann und VIER ihrer FÜNF Söhne seien verstorben. Ihr Sohn römisch 40 (auf Grund des Bescheides des römisch 40 vom 15.11.2011 gemäß Paragraphen eins, 2, Absatz eins, Ziffer 3, NÄG nunmehr: römisch 40 ) lebe seit römisch 40 in Österreich; sie wolle ihn besuchen und bei ihm und seiner Familie leben. Andere Fluchtgründe habe sie nicht. Im Falle einer Rückkehr in ihren Herkunftsstaat habe sie Angst, dort alleine zu sein.
  5. Die Beschwerdeführerin wurde am 16.06.2016 vom Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (im Folgenden: Bundesamt) niederschriftlich einvernommen. Hierbei gab die Beschwerdeführerin an, dass sie in XXXX geboren, in TSCHETSCHENIEN in XXXX aufgewachsen und aufgrund ihrer Heirat in das Dorf XXXX gezogen sei. Sie habe dann im Bezirk
  6. Die Beschwerdeführerin wurde am 16.06.2016 vom Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (im Folgenden: Bundesamt) niederschriftlich einvernommen. Hierbei gab die Beschwerdeführerin an, dass sie in römisch 40 geboren, in TSCHETSCHENIEN in römisch 40 aufgewachsen und aufgrund ihrer Heirat in das Dorf römisch 40 gezogen sei. Sie habe dann im Bezirk XXXX im Dorf XXXX gelebt.römisch 40 im Dorf römisch 40 gelebt. Der Ehemann der Beschwerdeführerin, XXXX , sei am XXXX aufgrund eines XXXX verstorben. Sie habe VIER Söhne im Krieg verloren. Nach dem Tod ihres Mannes habe die Beschwerdeführerin zuerst vom Einkommen ihrer Kinder gelebt, danach habe sie eine Alterspension erhalten. Sie habe im Herkunftsstaat in einem Haus gelebt und ein Sohn habe nebenan in einem eigenen Haus gewohnt. Das Haus habe sie mittlerweile ihrem Enkelsohn gegeben, der nach wie vor dort lebe und mit dem die Beschwerdeführerin noch in Kontakt stehe. Dieser sei verheiratet, habe drei Kinder und werde von den Behörden in Ruhe gelassen, weil sein Vater im Zuge der Kriegsgeschehnisse ums Leben gekommen sei. Ebenso leben eine Schwester und ein Bruder der Beschwerdeführerin im Dorf XXXX , mit denen sie ebenfalls telefonisch in Kontakt sei. Die Schwester habe XXXX , sie wohne mit dem Bruder zusammen. Ihr Bruder arbeite, er habe für sie eine kleine Hütte gebaut, setze Gemüse an und verkaufe es am Markt. Abgesehen von ihrem Sohn lebe auch eine ihrer Schwiegertöchter in Österreich, in derselben Stadt wie ihr Sohn; diese habe einen "negativen Bescheid" bekommen.Der Ehemann der Beschwerdeführerin, römisch 40 , sei am römisch 40 aufgrund eines römisch 40 verstorben. Sie habe VIER Söhne im Krieg verloren. Nach dem Tod ihres Mannes habe die Beschwerdeführerin zuerst vom Einkommen ihrer Kinder gelebt, danach habe sie eine Alterspension erhalten. Sie habe im Herkunftsstaat in einem Haus gelebt und ein Sohn habe nebenan in einem eigenen Haus gewohnt. Das Haus habe sie mittlerweile ihrem Enkelsohn gegeben, der nach wie vor dort lebe und mit dem die Beschwerdeführerin noch in Kontakt stehe. Dieser sei verheiratet, habe drei Kinder und werde von den Behörden in Ruhe gelassen, weil sein Vater im Zuge der Kriegsgeschehnisse ums Leben gekommen sei. Ebenso leben eine Schwester und ein Bruder der Beschwerdeführerin im Dorf römisch 40 , mit denen sie ebenfalls telefonisch in Kontakt sei. Die Schwester habe römisch 40 , sie wohne mit dem Bruder zusammen. Ihr Bruder arbeite, er habe für sie eine kleine Hütte gebaut, setze Gemüse an und verkaufe es am Markt. Abgesehen von ihrem Sohn lebe auch eine ihrer Schwiegertöchter in Österreich, in derselben Stadt wie ihr Sohn; diese habe einen "negativen Bescheid" bekommen. Es gehe ihr gesundheitlich abgesehen von hin und wieder zu XXXX gut. Sie nehme deswegen Tabletten.Es gehe ihr gesundheitlich abgesehen von hin und wieder zu römisch 40 gut. Sie nehme deswegen Tabletten. Einer ihrer Söhne sei am XXXX im Zuge der Kriegsgeschehnisse durch einen XXXX getötet worden, einer zwei Jahre später. Die Beschwerdeführerin sei im Herkunftsland nicht politisch interessiert gewesen, und sei weder persönlich festgenommen noch bedroht worden. Sie sei vom russischen und tschetschenischen Militär zusammen zum Aufenthaltsort ihres in Österreich lebenden Sohnes befragt worden; sie sei jeden Monat gefragt worden. Sie seien meistens zum Jahreswechsel gekommen, weil sie Schichtwechsel gehabt haben. Bezüglich ihrer Fluchtgründe brachte sie vor ihre letzten Lebensjahre mit ihrem in Österreich aufhältigen Sohn verbringen zu wollen. Zwar lebe sie derzeit nicht mit ihrem Sohn zusammen, da sie selbst in einem Quartier der Grundversorgung lebe, doch fahre sie jeden Tag ihren Sohn besuchen. Im Fall einer Rückkehr in ihren Herkunftsstaat habe die Beschwerdeführerin Angst, erneut nach ihrem Sohn befragt und beschimpft zu werden.Einer ihrer Söhne sei am römisch 40 im Zuge der Kriegsgeschehnisse durch einen römisch 40 getötet worden, einer zwei Jahre später. Die Beschwerdeführerin sei im Herkunftsland nicht politisch interessiert gewesen, und sei weder persönlich festgenommen noch bedroht worden. Sie sei vom russischen und tschetschenischen Militär zusammen zum Aufenthaltsort ihres in Österreich lebenden Sohnes befragt worden; sie sei jeden Monat gefragt worden. Sie seien meistens zum Jahreswechsel gekommen, weil sie Schichtwechsel gehabt haben. Bezüglich ihrer Fluchtgründe brachte sie vor ihre letzten Lebensjahre mit ihrem in Österreich aufhältigen Sohn verbringen zu wollen. Zwar lebe sie derzeit nicht mit ihrem Sohn zusammen, da sie selbst in einem Quartier der Grundversorgung lebe, doch fahre sie jeden Tag ihren Sohn besuchen. Im Fall einer Rückkehr in ihren Herkunftsstaat habe die Beschwerdeführerin Angst, erneut nach ihrem Sohn befragt und beschimpft zu werden. In der Einvernahme legte die Beschwerdeführer einen Befund des XXXX vor, demzufolge die Gespräche mit der Beschwerdeführerin auf RUSSISCH geführt werden und die Beschwerdeführerin an XXXX , XXXX , XXXX und XXXX leide, weiters die Verordnung des Instituts für Gefäßmedizin, wonach die Beschwerdeführer abgesehen von einem Magenschutz und einem XXXX ein XXXX und ein XXXX Präparat einnimmt. Zudem legte die Beschwerdeführer in einen unauffälligen Röntgenbefund vom 18.06.2015 und den Befund einer Pulmologin vor, wonach sie an XXXX leide und Ausdauertraining machen solle. Schließlich legte die Beschwerdeführerin ein Zertifikat über die Teilnahme am Projekt "FAIR FUTURE - XXXX " vor.In der Einvernahme legte die Beschwerdeführer einen Befund des römisch 40 vor, demzufolge die Gespräche mit der Beschwerdeführerin auf RUSSISCH geführt werden und die Beschwerdeführerin an römisch 40 , römisch 40 , römisch 40 und römisch 40 leide, weiters die Verordnung des Instituts für Gefäßmedizin, wonach die Beschwerdeführer abgesehen von einem Magenschutz und einem römisch 40 ein römisch 40 und ein römisch 40 Präparat einnimmt. Zudem legte die Beschwerdeführer in einen unauffälligen Röntgenbefund vom 18.06.2015 und den Befund einer Pulmologin vor, wonach sie an römisch 40 leide und Ausdauertraining machen solle. Schließlich legte die Beschwerdeführerin ein Zertifikat über die Teilnahme am Projekt "FAIR FUTURE - römisch 40 " vor.
  7. Das Bundesamt wies den Antrag der Beschwerdeführerin auf internationalen Schutz mit Bescheid vom 17.06.2016 sowohl hinsichtlich der Zuerkennung des Status der Asylberechtigten gemäß § 3 Abs. 1 iVm § 2 Abs. 1 Z 13 AsylG 2005 (Spruchpunkt I.), als auch hinsichtlich der Zuerkennung des Status der subsidiär Schutzberechtigten gemäß § 8 Abs. 1 iVm § 2 Abs. 1 Z 13 AsylG 2005 in Bezug auf ihren Herkunftsstaat RUSSISCHE FÖDERATION (Spruchpunkt II.) ab und erteilte der Beschwerdeführerin keinen Aufenthaltstitel aus berücksichtigungswürdigen Gründen gemäß § 57 AsylG
  8. Unter einem erließ es gegen die Beschwerdeführerin gemäß § 10 Abs. 1 Z 3 AsylG 2005 iVm § 9 BFA-VG eine Rückkehrentscheidung gemäß § 52 Abs. 2 Z 2 FPG und stellte fest, dass die Abschiebung der Beschwerdeführerin in die Russische Föderation zulässig ist (Spruchpunkt III.).
  9. Das Bundesamt wies den Antrag der Beschwerdeführerin auf internationalen Schutz mit Bescheid vom 17.06.2016 sowohl hinsichtlich der Zuerkennung des Status der Asylberechtigten gemäß Paragraph 3, Absatz eins, in Verbindung mit Paragraph 2, Absatz eins, Ziffer 13, AsylG 2005 (Spruchpunkt römisch eins.), als auch hinsichtlich der Zuerkennung des Status der subsidiär Schutzberechtigten gemäß Paragraph 8, Absatz eins, in Verbindung mit Paragraph 2, Absatz eins, Ziffer 13, AsylG 2005 in Bezug auf ihren Herkunftsstaat RUSSISCHE FÖDERATION (Spruchpunkt römisch zwei.) ab und erteilte der Beschwerdeführerin keinen Aufenthaltstitel aus berücksichtigungswürdigen Gründen gemäß Paragraph 57, AsylG
  10. Unter einem erließ es gegen die Beschwerdeführerin gemäß Paragraph 10, Absatz eins, Ziffer 3, AsylG 2005 in Verbindung mit Paragraph 9, BFA-VG eine Rückkehrentscheidung gemäß Paragraph 52, Absatz 2, Ziffer 2, FPG und stellte fest, dass die Abschiebung der Beschwerdeführerin in die Russische Föderation zulässig ist (Spruchpunkt römisch drei.). Begründend führte das Bundesamt aus, dass die Beschwerdeführerin durch ihre Angabe, ihren im Bundesgebiet lebenden Sohn besuchen bzw. bei ihm leben zu wollen, keine asylrelevanten Gründe geltend gemacht habe. Ebenso drohe der Beschwerdeführerin im Falle ihrer Rückkehr in ihren Herkunftsstaat auch keine Gefahr, die eine Erteilung des subsidiären Schutzes rechtfertigen würde, da die Beschwerdeführerin weder eine lebensbedrohende Erkrankung noch einen außergewöhnlichen Umstand behauptet habe und darüber hinaus über Angehörige im Herkunftsstaat verfüge. Die Rückkehrentscheidung greife nicht in das Familienleben der Beschwerdeführerin ein, da die Beschwerdeführerin nicht mit ihrem im Bundesgebiet asylberechtigten Sohn und dessen Familie im gemeinsamen Haushalt lebe. Ferner bestehe kein Hinweis auf eine Pflegebedürftigkeit oder einem Unterhaltsverhältnis, dem nicht auch durch regelmäßige Geldüberweisung in das Herkunftsland nachgekommen werden könne. Dabei sei auch zu berücksichtigen, dass sowohl die Beschwerdeführerin als auch ihr Sohn erwachsen seien, und somit die Beziehung nicht so eng wie bei einer Kernfamilie, sondern als lose zu bezeichnen sei. Auch habe der Sohn die Russische Föderation mindestens zehn Jahre vor der Beschwerdeführerin verlassen, und habe die Beschwerdeführerin somit viele Jahre ohne ihn im Herkunftsland gelebt. Ebenso greife die Rückkehrentscheidung auch nicht in das Recht der Beschwerdeführerin auf Achtung des Privatlebens ein. Sie halte sich erst seit einem kurzen Zeitraum in Österreich auf und habe den Großteil ihres Lebens im Herkunftsland verbracht, wovon sie ca. zehn Jahre bereits als alleinstehende Witwe gelebt habe. Sie sei der deutschen Sprache nicht mächtig, übe keine regelmäßige, legale Beschäftigung aus und sei daher nicht selbsterhaltungsfähig. Auch sei die Beschwerdeführerin weder Mitglied in einem Verein, noch in einer Organisation ehrenamtlich tätig. Sie habe in ihrem Herkunftsland eine Pension bezogen und es sei ihr jedenfalls bisher möglich gewesen damit ihr Auslangen zu finden. Die Bindung der Beschwerdeführerin zum Herkunftsstaat sei wesentlich stärker als zu Österreich, da die Beschwerdeführerin den überwiegenden Teil ihres Lebens in Russland verbracht habe, dort sozialisiert worden sei und die dort vorherrschende Mehrheitssprache auf muttersprachlichem Niveau beherrsche. Auch leben nahe Verwandte der Beschwerdeführerin, wie ihr Bruder und ihr Enkelsohn, nach wie vor im Herkunftsland. Es gebe keinen Hinweis darauf, dass es der Beschwerdeführerin im Falle ihrer Rückkehr nicht möglich wäre, sich in die dortige Gesellschaft erneut zu integrieren.
  11. Gegen diesen Bescheid erhob die Beschwerdeführerin durch ihren Rechtsberater als gewillkürten Vertreter fristgerecht Beschwerde und focht den Bescheid wegen Mangelhaftigkeit des Ermittlungsverfahrens, mangelhafter Beweiswürdigung, unrichtiger rechtlicher Beurteilung und wegen Verletzung von Verfahrensvorschriften in vollem Umfang an. Die Beschwerdeführerin beantragte, das Bundesverwaltungsgericht möge den angefochtenen Bescheid zur Gänze beheben und der Beschwerdeführerin den Status einer Asylberechtigten gemäß § 3 AsylG 2005 zuerkennen; in eventu möge das Bundesverwaltungsgericht gemäß § 8 Abs. 1 Z 1 AsylG 2005 feststellen, dass der Beschwerdeführerin der Status der subsidiär Schutzberechtigten in Bezug auf ihren Herkunftsstaat zukommt; in eventu den angefochtenen Bescheid wegen Rechtswidrigkeit zur Gänze beheben und die Angelegenheit zur neuerlichen Durchführung des Verfahrens und Erlassung eines neuen Bescheides an das Bundesamt zurückverweisen; zudem möge das Bundesverwaltungsgericht feststellen, dass die Rückkehrentscheidung gemäß § 9 Abs. 3 BFA-VG auf Dauer unzulässig ist und feststellen, dass die Voraussetzungen für die Erteilung einer Aufenthaltsberechtigung (plus) von Amts wegen zu erteilen ist; in eventu feststellen, dass die Voraussetzungen für die Erteilung einer Aufenthaltsberechtigung besonderer Schutz gemäß § 57 AsylG 2005 vorliegen und der Beschwerdeführerin eine Aufenthaltsberechtigung besonderer Schutz von Amts wegen erteilen; jedenfalls möge das Bundesverwaltungsgericht eine mündliche Verhandlung durchführen.Die Beschwerdeführerin beantragte, das Bundesverwaltungsgericht möge den angefochtenen Bescheid zur Gänze beheben und der Beschwerdeführerin den Status einer Asylberechtigten gemäß Paragraph 3, AsylG 2005 zuerkennen; in eventu möge das Bundesverwaltungsgericht gemäß Paragraph 8, Absatz eins, Ziffer eins, AsylG 2005 feststellen, dass der Beschwerdeführerin der Status der subsidiär Schutzberechtigten in Bezug auf ihren Herkunftsstaat zukommt; in eventu den angefochtenen Bescheid wegen Rechtswidrigkeit zur Gänze beheben und die Angelegenheit zur neuerlichen Durchführung des Verfahrens und Erlassung eines neuen Bescheides an das Bundesamt zurückverweisen; zudem möge das Bundesverwaltungsgericht feststellen, dass die Rückkehrentscheidung gemäß Paragraph 9, Absatz 3, BFA-VG auf Dauer unzulässig ist und feststellen, dass die Voraussetzungen für die Erteilung einer Aufenthaltsberechtigung (plus) von Amts wegen zu erteilen ist; in eventu feststellen, dass die Voraussetzungen für die Erteilung einer Aufenthaltsberechtigung besonderer Schutz gemäß Paragraph 57, AsylG 2005 vorliegen und der Beschwerdeführerin eine Aufenthaltsberechtigung besonderer Schutz von Amts wegen erteilen; jedenfalls möge das Bundesverwaltungsgericht eine mündliche Verhandlung durchführen. Begründend führte die Beschwerde aus, dass eine wohlbegründetet Furcht vor Verfolgung vorliege und die Beschwerdeführerin in ihrem Heimatland aufgrund ihres hohen Alters und ihrer gesundheitlichen Probleme dem realen Risiko einer Verletzung von Art. 3 EMRK ausgesetzt sei. Die Beschwerdeführerin sei XXXX Jahre alt, habe (altersbedingte) gesundheitliche Probleme und es könne ihr nicht zugemutet werden, sich in ihrem Heimatland in Zukunft selbst zu versorgen. Die Beschwerdeführerin habe große Angst in ihr Heimatland zurückzukehren, da sie dort von den Verfolgern ihres Sohnes, die auch sie verfolgen, gesucht werde und sie bei einer Rückkehr mit großer Wahrscheinlichkeit gefoltert und misshandelt werde. Die belangte Behörde hätte Feststellungen treffen müssen, dass die Beschwerdeführerin in ihrem Heimatstaat von "KADYROV-Leuten" wegen ihres Sohnes verfolgt werde - dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Sohn der Beschwerdeführerin wegen seiner Verfolgung durch gerade diese Männer Asyl gewährt bekommen habe. Die Behörde hätte daher auch zu dem Schluss kommen müssen, dass im Fall der Beschwerdeführerin aufgrund der Verfolgung durch die tschetschenischen Behörden eine Verfolgung im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention vorliege.Begründend führte die Beschwerde aus, dass eine wohlbegründetet Furcht vor Verfolgung vorliege und die Beschwerdeführerin in ihrem Heimatland aufgrund ihres hohen Alters und ihrer gesundheitlichen Probleme dem realen Risiko einer Verletzung von Artikel 3, EMRK ausgesetzt sei. Die Beschwerdeführerin sei römisch 40 Jahre alt, habe (altersbedingte) gesundheitliche Probleme und es könne ihr nicht zugemutet werden, sich in ihrem Heimatland in Zukunft selbst zu versorgen. Die Beschwerdeführerin habe große Angst in ihr Heimatland zurückzukehren, da sie dort von den Verfolgern ihres Sohnes, die auch sie verfolgen, gesucht werde und sie bei einer Rückkehr mit großer Wahrscheinlichkeit gefoltert und misshandelt werde. Die belangte Behörde hätte Feststellungen treffen müssen, dass die Beschwerdeführerin in ihrem Heimatstaat von "KADYROV-Leuten" wegen ihres Sohnes verfolgt werde - dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Sohn der Beschwerdeführerin wegen seiner Verfolgung durch gerade diese Männer Asyl gewährt bekommen habe. Die Behörde hätte daher auch zu dem Schluss kommen müssen, dass im Fall der Beschwerdeführerin aufgrund der Verfolgung durch die tschetschenischen Behörden eine Verfolgung im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention vorliege. Die belangte Behörde habe das Verfahren auch deshalb mit Mangelhaftigkeit belastet, da die Einvernahme der Beschwerdeführerin in Russischer Sprache durchgeführt worden sei, obwohl die Beschwerdeführerin fast kein Russisch spreche. Basierend auf dem Vorbringen der Beschwerdeführerin hätte das Bundesamt weitergehende Ermittlungen zur Schutzfähigkeit der tschetschenischen Sicherheitsbehörden und zur allgemeinen Situation in Tschetschenien durchführen müssen. Auch relevante Recherchen im Heimatland seien seitens des Bundesamtes unterlassen worden. Ebenso sei das Bundesamt dazu verpflichtete gewesen, nähere Ermittlungen zu den konkreten Leistungen des Heimatlandes für Pensionisten und pflegebedürftige Personen anzustellen. Ferner seien die dem Bescheid zugrundeliegenden Länderfeststellungen als veraltet anzusehen und nicht dazu geeignet, eine abschließende Grundlage für die Beurteilung der Situation der Beschwerdeführerin im Falle ihrer Rückkehr in die Russische Föderation darzustellen. Die Beschwerdeführerin habe bei einem Verbleib im Österreich künftig vor, bei ihrem Sohn und dessen Familie zu leben und dort auch versorgt und gepflegt zu werden. Es sei für ihren Sohn kein Problem, die Beschwerdeführerin auch finanziell zu unterstützten. Die Beschwerdeführerin verfüge somit insgesamt über wesentlich stärkere, insbesondere familiäre Bindungen zu Österreich als zu ihrem Heimatland. In der Russischen Föderation würden lediglich der Bruder und die Schwester sowie ein Enkelsohn der Beschwerdeführerin leben. Die Beziehung zu ihrem in Österreich lebenden Sohn sei sehr eng und es bestehe auch in emotionaler Hinsicht eine starke Bindung. Die belangte Behörde habe es unterlassen, sich mit der Verfolgung der Beschwerdeführerin als verwitwete, kranke, pflegebedürftige Frau, deren Familie sie in ihrem Heimatland nicht versorgen könne, auseinander zu setzen.
  12. Am 21.08.2018 fand vor dem Bundesverwaltungsgericht eine mündliche Verhandlung unter Beiziehung einer Dolmetscherin für die Sprache Russisch statt, an der die Beschwerdeführerin und ihr gewillkürter Vertreter sowie ihr Sohn XXXX und ihre Schwiegertochter
  13. Am 21.08.2018 fand vor dem Bundesverwaltungsgericht eine mündliche Verhandlung unter Beiziehung einer Dolmetscherin für die Sprache Russisch statt, an der die Beschwerdeführerin und ihr gewillkürter Vertreter sowie ihr Sohn römisch 40 und ihre Schwiegertochter XXXX als Zeugen teilnahmen. Das Bundesamt nahm an der Verhandlung nicht teil.römisch 40 als Zeugen teilnahmen. Das Bundesamt nahm an der Verhandlung nicht teil. Die Befragung der Beschwerdeführerin gestaltete sich wie folgt: "R: Ich entnehme dem Akt des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl (BFA), dass Sie XXXX heißen, geb. am XXXX in XXXX , XXXX , Staatsangehörigkeit: Russische Föderation, Volksgruppe:"R: Ich entnehme dem Akt des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl (BFA), dass Sie römisch 40 heißen, geb. am römisch 40 in römisch 40 , römisch 40 , Staatsangehörigkeit: Russische Föderation, Volksgruppe: Tschetschenin, muslimischer Glaube, verwitwet seit XXXX . Ist das korrekt?Tschetschenin, muslimischer Glaube, verwitwet seit römisch 40 . Ist das korrekt? BF: Ja. R: Was wollten Sie sagen? BF: Wir wurden dorthin deportiert und ich bin deswegen dort geboren worden. R: Gibt es Beweismittel oder sonstige Unterlagen, zu Ihrem Privat- und Familienleben und Ihren Lebensumständen sowie Ihrem Gesundheitszustand, die Sie bislang im Verfahren nicht vorgelegt haben und heute vorlegen möchten? BFV legt folgende Kopien vor: -Strichaufzählung Psychologische Stellungnahme vom 18.08.2018 -Strichaufzählung Eine Deutschkursbestätigung vom März 2018 -Strichaufzählung Eine Deutschkursbestätigung vom 09.07.2018 R: Diese werden zum Akt genommen. R: Wie ist Ihr Gesundheitszustand? Benötigen Sie aktuell Medikamente oder Therapien? BF: Ja. Wenn ich ein bisschen aufgeregt bin, dann steigt der XXXX sehr stark.BF: Ja. Wenn ich ein bisschen aufgeregt bin, dann steigt der römisch 40 sehr stark. R wiederholt die Frage. BF: Ja. Ich habe eine Behandlung gegen XXXX und wegen meinem XXXX und fürs XXXX , dass es flüssiger wird und gegen XXXX , weil ich so einen hohen XXXX haben. Ich habe auch sehr wenig Eisen, deshalb muss ich auch noch Eisen einnehmen.BF: Ja. Ich habe eine Behandlung gegen römisch 40 und wegen meinem römisch 40 und fürs römisch 40 , dass es flüssiger wird und gegen römisch 40 , weil ich so einen hohen römisch 40 haben. Ich habe auch sehr wenig Eisen, deshalb muss ich auch noch Eisen einnehmen. R: Wurden diese Erkrankungen auch schon in der Russischen Föderation behandelt? BF: Dort hatte ich schon den XXXX und ich hatte auch Herzschmerzen. Der Arzt hier sagte aber, dass es nicht das Herz ist, welches schmerzt. Er sagte mir, dass ich einen sehr hohen XXXX habe.BF: Dort hatte ich schon den römisch 40 und ich hatte auch Herzschmerzen. Der Arzt hier sagte aber, dass es nicht das Herz ist, welches schmerzt. Er sagte mir, dass ich einen sehr hohen römisch 40 habe. R: Meine Frage war, wie lief die Behandlung ab? BF: Ich nahm Tabletten, aber sie waren nicht wirksam. R: Seit wann haben Sie den XXXX und die anderen Probleme?R: Seit wann haben Sie den römisch 40 und die anderen Probleme? BF: Seitdem meine Kinder umgebracht wurden. R: Gab es andere Behandlungen, die Sie in der Russische Föderation in Anspruch genommen haben? BF: Ich wusste nicht, dass ich so XXXX habe. Ich dachte, dass das vielleicht Stress ist, weil ja meine Kinder verstorben ist, deshalb ging ich nicht zum Arzt.BF: Ich wusste nicht, dass ich so römisch 40 habe. Ich dachte, dass das vielleicht Stress ist, weil ja meine Kinder verstorben ist, deshalb ging ich nicht zum Arzt. R: Das heißt, dass Sie in der Russische Föderation sonst keine Behandlungen in Anspruch nahmen? BF: Ja, das ist korrekt. R: Laut dem Schreiben von Dr. XXXX leiden Sie an einer XXXX , XXXX , XXXX und XXXX . Waren Sie diesbezüglich in der Russischen Föderation in Behandlung?R: Laut dem Schreiben von Dr. römisch 40 leiden Sie an einer römisch 40 , römisch 40 , römisch 40 und römisch 40 . Waren Sie diesbezüglich in der Russischen Föderation in Behandlung? BF: Ja, ich habe mir selbst Arzneimittel gekauft. R: Sie legten sowohl in der Einvernahme am 16.06.2016 als auch in der Beschwerde vom 04.07.2018 den Befund vom 06.08.2015 vor. Wie oft waren Sie in Österreich beim Psychiater? BF: Zweimal. R: Also 2015 und wann war das zweite Mal? BF: Ich weiß es nicht. Ich war dort einmal oder zweimal, an mehr kann ich mich nicht erinnern. R: Haben Sie Österreich seit Ihrer Asylantragstellung einmal verlassen? BF: Nein. Ich habe gleich eine Beschwerde gegen den Bescheid eingelegt. R: Ich wollte wissen, ob Sie einmal ausgereist sind? BF: Nein. R: Besitzen Sie außer den asylrechtlichen Aufenthaltstitel in Österreich noch ein weiteres Aufenthaltsrecht, z.B. ein Visum? BF: Nein, niemals. R: Haben Sie in Österreich oder in anderen Staaten außerhalb Ihres Herkunftsstaates noch Verwandte? Geben Sie Vorname, Nachname, Verwandtschaftsverhältnis und Wohnort an. BF: Ich habe keine anderen Verwandten. Zuhause ist noch ein kranker Bruder geblieben. R: Ich habe Sie gefragt, außerhalb der Russischen Föderation? BF: Ein Sohn lebt hier und zwei Schwiegertöchter von Söhnen, die ums Leben gekommen sind. R wiederholt die Frage. BF: Es leben hier in XXXX zwei Kinder von XXXX , sie heißen XXXX und XXXX . In XXXX habe ich noch einen Enkel, er heißt XXXX , er ist der Sohn von XXXX , meinem Sohn, der ums Leben gekommen ist. Mein Sohn, der als Zeuge geladen ist, hat sechs Kinder.BF: Es leben hier in römisch 40 zwei Kinder von römisch 40 , sie heißen römisch 40 und römisch 40 . In römisch 40 habe ich noch einen Enkel, er heißt römisch 40 , er ist der Sohn von römisch 40 , meinem Sohn, der ums Leben gekommen ist. Mein Sohn, der als Zeuge geladen ist, hat sechs Kinder. R: Haben Sie sonst noch Verwandte? BF: Nein. R: Sie zählen ausschließlich männliche Verwandte auf, haben Sie keine weiblichen Verwandte[n]? BF: Die zwei Schwiegertöchter, die Frauen meiner verstorbenen Söhne leben hier, haben aber wieder geheiratet. R: Wer sind die beiden? BF: Ich weiß die Familiennamen von ihnen nicht. Aber ich habe noch eine Verwandte. Die Tochter von meiner Schwester lebt hier. R: Die heißt wie? BF: Sie heißt XXXX , aber ich weiß den Familiennamen nicht.BF: Sie heißt römisch 40 , aber ich weiß den Familiennamen nicht. R: Die Frau, die ich als Zeugin geladen habe, ist wer? BF: Das war die Frau von XXXX .BF: Das war die Frau von römisch 40 . R: Seit wann leben diese Verwandten in Österreich? BF: Ich weiß es nicht, mein Kopf arbeitet nicht mehr, ich vergesse alles. R: Zählen Sie mir Ihre Söhne auf, wie viele Frauen und Kinder sie hatten? BF: Der erste Sohn heißt XXXX , er ist ums Leben gekommen. Er war mit einem Auto unterwegs.BF: Der erste Sohn heißt römisch 40 , er ist ums Leben gekommen. Er war mit einem Auto unterwegs. R wiederholt die Frage. BF: Eine Frau, sie ist von dort geflüchtet und ist hierhergekommen. Sie wurde dort beleidigt und ist hierhergekommen. R wiederholt die Frage. BF: Meine Söhne hatten jeweils eine Frau. Der ältere hatte ein Kind, der Zweite zwei Kinder und die leben in XXXX . Der dritte Sohn hat einen Sohn. Er hatte deswegen nur einen Sohn, weil der erst XXXX Jahr war, als er umgekommen ist. Der vierte Sohn ist mit mir hierhergekommen und hat sechs Kinder und der fünfte Sohn war erst XXXX Jahre alt. Er war noch nicht verheiratet, er hat es nicht geschafft. Er hieß XXXX .BF: Meine Söhne hatten jeweils eine Frau. Der ältere hatte ein Kind, der Zweite zwei Kinder und die leben in römisch 40 . Der dritte Sohn hat einen Sohn. Er hatte deswegen nur einen Sohn, weil der erst römisch 40 Jahr war, als er umgekommen ist. Der vierte Sohn ist mit mir hierhergekommen und hat sechs Kinder und der fünfte Sohn war erst römisch 40 Jahre alt. Er war noch nicht verheiratet, er hat es nicht geschafft. Er hieß römisch 40 . R: Wie viele Geschwister haben Sie? BF: Alle sind ums Leben gekommen, nur ich, ein Bruder und eine an XXXX erkrankte Schwester sind übriggeblieben.BF: Alle sind ums Leben gekommen, nur ich, ein Bruder und eine an römisch 40 erkrankte Schwester sind übriggeblieben. R: Wo leben Ihr Bruder und Ihre Schwestern? BF: Sie leben zusammen. Meine Schwester bekommt eine XXXX Behandlung am XXXX . Mein Bruder wurde während des Krieges wegen meinen Kindern gefoltert und geschlagen und sein Kopf ist seitdem nicht normal.BF: Sie leben zusammen. Meine Schwester bekommt eine römisch 40 Behandlung am römisch 40 . Mein Bruder wurde während des Krieges wegen meinen Kindern gefoltert und geschlagen und sein Kopf ist seitdem nicht normal. R: Ich habe Sie gefragt, wo die Geschwister wohnen? BF: Sie leben im Dorf XXXX . Dort gibt es viele andere Dörfer und dann kommt XXXX . Der Rayon heißt XXXX .BF: Sie leben im Dorf römisch 40 . Dort gibt es viele andere Dörfer und dann kommt römisch 40 . Der Rayon heißt römisch 40 . R: Haben Sie sonst noch Verwandte in der Russischen Föderation? BF: Nein. Mein Vater war ein Einzelkind. Auch meine Mutter war ein Einzelkind, deswegen habe ich keine Verwandten mehr. Alle sind ums Leben bekommen. R: Wie gestaltet sich der Kontakt zu Ihren Verwandten in Österreich? BF: Wir schreiben uns SMS. R: Sie besuchen Ihre Verwandten in Österreich nicht? BF: Wie kann ich sie besuchen, ich darf ja nirgends rausgehen. R: Was meinen Sie damit? BF: Ich bin hier und meine Verwandten sind weit weg. Ich bin hier bei meinem Sohn. R wiederholt die Frage. BF: Die Enkel kommen zu mir, zu meinem Sohn meine ich, dort treffen wir uns. R: Wie oft treffen Sie Ihre Enkel? BF: Nicht oft, sie lernen. R: Was ist nicht oft? BF: Zu Feiertagen oder wenn Ferien sind. R: Wie oft sehen Sie Ihren Sohn? BF: Mir ist langweilig in der Pension, deswegen fahre ich zu meinem Sohn. R: Das heißt, Sie fahren täglich zu Ihrem Sohn? BF: Ich vermisse meine Enkel sehr, ich habe sonst niemanden. R: Ich habe Sie gefragt, fahren Sie täglich zu Ihrem Sohn? BF: Wenn ich mich nicht gut fühle, bleibe ich in der Pension. Aber wenn es mir besser geht, gehe ich zu ihm. R: Besteht ein Pflegschafts- oder ein Abhängigkeitsverhältnis zwischen Ihnen und Ihrem Sohn? BF: Mein Sohn hilft mir immer sehr, ich verstehe nichts, ich kenne mich nicht aus, mein Kopf arbeitet nicht richtig. R: Hatten Sie bereits Kontakt zu ihnen, als sie in Österreich lebten und Sie in der Russischen Föderation? BF: Mein Sohn hat mir SMS geschrieben, wie es mir geht, wie es mit meiner Gesundheit ausschaut. R: Meinen Sie mit SMS wirklich short message oder einen anderen Messangerdienst? BF: Das verstehe ich nicht. R: In welchem Programm kommen die SMS? BF: Die kamen aufs Telefon, aber er hat die Nachrichten gesprochen, weil ich nicht lesen kann. R: Meinen Sie damit Festnetz oder Handy? BF: Handy. R: Sie haben bei der Einreise angegeben, dass Sie kein Mobiltelefon haben! BF: Ich hatte auch kein Handy. Ich bin zu meinem Bruder gegangen und die Frau von meinem Bruder hatte ein Handy. R: Sie gaben bei der Erstbefragung an, dass Sie bei der Ausreise bei der Busstation in XXXX die Familie XXXX kennengelernt haben. Ihr Sohn gab in seiner Erklärung vom XXXX , AS 7 an, dass es sich bei XXXX um seine Cousine handelt. Können Sie mir diese Divergenz erklären?R: Sie gaben bei der Erstbefragung an, dass Sie bei der Ausreise bei der Busstation in römisch 40 die Familie römisch 40 kennengelernt haben. Ihr Sohn gab in seiner Erklärung vom römisch 40 , AS 7 an, dass es sich bei römisch 40 um seine Cousine handelt. Können Sie mir diese Divergenz erklären? BF: Können Sie das wiederholen, ich habe das nicht verstanden. R wiederholt die Frage. BF: Wie heißt der Familienname? R: XXXX .R: römisch 40 . BF: Ich kenne sie nicht. Der Familienname ist mir unbekannt. R: Sie gaben in der Einvernahme am 16.06.2016 an, dass Ihre Schwiegertochter XXXX heißt, aber Sie nicht wissen, wie sie Ihrem Pass zufolge heißt. Können Sie das erklären?R: Sie gaben in der Einvernahme am 16.06.2016 an, dass Ihre Schwiegertochter römisch 40 heißt, aber Sie nicht wissen, wie sie Ihrem Pass zufolge heißt. Können Sie das erklären? BF: Welchen Pass meinen Sie jetzt? R wiederholt die Frage. BF: Das ist die Frau von XXXX . Ich weiß, dass Sie XXXX heißt, von anderen Vor- oder Familiennamen weiß ich nichts.BF: Das ist die Frau von römisch 40 . Ich weiß, dass Sie römisch 40 heißt, von anderen Vor- oder Familiennamen weiß ich nichts. R: In der Erstbefragung gaben Sie als Flucht[g]rund an, nach dem Tod Ihrer Mutter zwei Jahre zuvor Angst gehabt zu haben, allein zu sein, weil Sie keine Verwandten mehr in der Russischen Föderation haben. In der niederschriftlichen Einvernahme vor dem Bundesamt gaben Sie aber an, dass Ihr Enkelsohn auf Ihrem Grundstück wohnt, verheiratet ist, drei Kinder hat und Ihnen Sprachnachrichten schickt; weiters leben Ihr Bruder und Ihre Schwester in der Russischen Föderation, mit denen Sie über Telefon Kontakt halten. Einen Enkel mit Familie in der Russischen Föderation erwähnen Sie heute nicht mehr. Können Sie das erklären? BF: Ich habe immer gesagt, dass ich in der Russischen Föderation einen Enkel habe, der vier Kinder hat. Er heißt XXXX , er ist XXXX Jahre alt.BF: Ich habe immer gesagt, dass ich in der Russischen Föderation einen Enkel habe, der vier Kinder hat. Er heißt römisch 40 , er ist römisch 40 Jahre alt. R: Sie haben bereits 2016 angegeben, dass er XXXX Jahre alt ist, war er es damals oder ist er es heute?R: Sie haben bereits 2016 angegeben, dass er römisch 40 Jahre alt ist, war er es damals oder ist er es heute? BF: Er heißt XXXX und ist heute XXXX Jahre alt.BF: Er heißt römisch 40 und ist heute römisch 40 Jahre alt. R: Ich habe mich verlesen. R: Ihre Schwiegertochter XXXX gab in Ihrem Verfahren an, dass keine männlichen Verwandten ihres Mannes mehr in der Russischen Föderation leben! Gibt es jetzt den Enkel, ja oder nein?R: Ihre Schwiegertochter römisch 40 gab in Ihrem Verfahren an, dass keine männlichen Verwandten ihres Mannes mehr in der Russischen Föderation leben! Gibt es jetzt den Enkel, ja oder nein? BF: Der Enkel wurde dort zusammengeschlagen, er wurde gequält. Er wurde schon dreimal verschleppt und geschlagen. Er ist von dort geflüchtet und hat eineinhalb Jahre in XXXX gelebt. Ich weiß nicht, wo er sich derzeit befindet.BF: Der Enkel wurde dort zusammengeschlagen, er wurde gequält. Er wurde schon dreimal verschleppt und geschlagen. Er ist von dort geflüchtet und hat eineinhalb Jahre in römisch 40 gelebt. Ich weiß nicht, wo er sich derzeit befindet. R: Wann ist er nach XXXX geflüchtet?R: Wann ist er nach römisch 40 geflüchtet? BF: Vor eineinhalb Jahren. R: Wann ist er aus XXXX weggegangen?R: Wann ist er aus römisch 40 weggegangen? BF: Ich weiß den Monat nicht. R: Das verstehe ich nicht! BF: Er ist vor eineinhalb Jahren von dem Dorf nach XXXX gefahren. Er hat dort eine Zeit lang gelebt, er wollte aber von dort weg, er wollte aus Russland flüchten, aber das ist ihm nicht gelungen.BF: Er ist vor eineinhalb Jahren von dem Dorf nach römisch 40 gefahren. Er hat dort eine Zeit lang gelebt, er wollte aber von dort weg, er wollte aus Russland flüchten, aber das ist ihm nicht gelungen. R: Wann wollte er aus XXXX flüchten?R: Wann wollte er aus römisch 40 flüchten? BF: Das Datum weiß ich nicht. Er ist von XXXX irgendwohin gefahren, wahrscheinlich ist er irgendwo in XXXX , ich weiß es nicht.BF: Das Datum weiß ich nicht. Er ist von römisch 40 irgendwohin gefahren, wahrscheinlich ist er irgendwo in römisch 40 , ich weiß es nicht. R: Zuvor sagten Sie, er hat XXXX verlassen, jetzt sagen Sie, er ist vielleicht noch in XXXX .R: Zuvor sagten Sie, er hat römisch 40 verlassen, jetzt sagen Sie, er ist vielleicht noch in römisch 40 . BF: Ich habe gesagt, dass er XXXX verlassen hat.BF: Ich habe gesagt, dass er römisch 40 verlassen hat. R: Woher wissen Sie das? BF: Er wollte hierherkommen, aber es ist nicht gelungen, er ist irgendwohin ausgereist. R: Wann wurde er verprügelt? BF: Woher soll ich das wissen? Ich weiß das Datum nicht. R: Geben Sie mir das Jahr an? BF: Jetzt ist 2018, also muss es XXXX oder XXXX gewesen sein. Er wurde XXXX geboren, während des Krieges war er noch klein.BF: Jetzt ist 2018, also muss es römisch 40 oder römisch 40 gewesen sein. Er wurde römisch 40 geboren, während des Krieges war er noch klein. R: Wie halten Sie Kontakt zu Ihren Verwandten in der Russischen Föderation, Ihrem Bruder, Ihrer Schwester, Ihrer Schwägerin? BF: Jetzt habe ich ein Handy. Ich schicke Ihnen Sprachnachrichten, dass alles gut ist, dass es mit der Gesundheit ein bisschen besser ist und dass sie keine Sehnsucht nach mir haben sollen. R: Haben Sie in Österreich enge Freunde, wenn ja, wie ist der Kontakt mit diesen? BF: Keine[...]. R: Ihr Sohn XXXX wurde Ihren Angaben in der Einvernahme zufolge als er XXXX Jahre alt war mit seiner Frau nach XXXX geschickt, also XXXX . Seit wann haben Sie mit Ihrem Sohn XXXX nicht mehr zusammengelebt?R: Ihr Sohn römisch 40 wurde Ihren Angaben in der Einvernahme zufolge als er römisch 40 Jahre alt war mit seiner Frau nach römisch 40 geschickt, also römisch 40 . Seit wann haben Sie mit Ihrem Sohn römisch 40 nicht mehr zusammengelebt? BF: Er lebte mit uns bis XXXX .BF: Er lebte mit uns bis römisch 40 . R wiederholt die Frage. Waren Sie auch in XXXX ?R wiederholt die Frage. Waren Sie auch in römisch 40 ? BF: Er hatte damals eine Frau XXXX . Er ist mit ihr nach XXXX gefahren. Wir haben Geld bereitgestellt, um ihm die Ausreise zu ermöglichen, wir dachten, dass der Krieg bald zu Ende sein wird.BF: Er hatte damals eine Frau römisch 40 . Er ist mit ihr nach römisch 40 gefahren. Wir haben Geld bereitgestellt, um ihm die Ausreise zu ermöglichen, wir dachten, dass der Krieg bald zu Ende sein wird. R: Wann ist er also nach XXXX gefahren, XXXX oder XXXX ?R: Wann ist er also nach römisch 40 gefahren, römisch 40 oder römisch 40 ? BF: Als der erste Krieg zu Ende war, haben wir ihn verheiratet. Und dann begann der zweite Krieg. Er war krank und konnte sich nicht verstecken. R: Haben Sie in der Russischen Föderation enge Freunde? Wenn ja, wie gestaltet sich der Kontakt zu diesen? BF: Niemanden. Vor dem Krieg hatte ich schon Freunde, aber seit dem Krieg, seit KADYROW an der Macht ist, wurden wir verfolgt und unsere Freunde hatten Angst, mit uns in Kontakt zu treten. R: Leben Sie in Österreich allein oder mit jemandem zusammen? BF: In der Pension gibt es Doppelzimmer, ich lebe gemeinsam mit XXXX , sie ist sehr lustig, sie macht immer Witze, aber ich höre sie ja nicht.BF: In der Pension gibt es Doppelzimmer, ich lebe gemeinsam mit römisch 40 , sie ist sehr lustig, sie macht immer Witze, aber ich höre sie ja nicht. R: Welche Sprache sprechen Sie? BF: Tschetschenisch. Sie spricht auch Tschetschenisch, sie ist aus XXXX .römisch 40 . R: Sprechen Sie sonstige Sprachen? BF: Nein. R: Besuchen Sie in Österreich Deutschkurse oder Berufsqualifizierungsmaßnahmen? BF: In die Pension kommen zwei Lehrerinnen. Eine kommt am Donnerstag, eine am Freitag, dann gehe ich hin. R: Unterhalten wir uns mal auf Deutsch. BF: Ich verstehe nichts, aber die Lehrerin sagt manchmal einzelne Wort wie Glas oder so. Am nächsten Tag weiß ich es nicht. R: Haben Sie Prüfungen abgeschlossen? BF: Ja, aber ich vergesse sogar die Vornamen meiner Enkel. Ich verwechs[...]le auch die Namen der Kinder und der Enkel. R: Haben Sie versucht (sei es erfolgreich oder erfolglos) in Österreich Ihre Selbsterhaltungsfähigkeit herzustellen? BF: Ich bin krank, ich bin nicht gesund genug, um arbeiten zu können. Der Krieg hat mich fertiggemacht. R: Haben Sie in Österreich bislang eine Berufstätigkeit oder ehrenamtliche Tätigkeit ausgeübt? BF: Zu uns in die Pension wurde XXXX gebracht und dann habe ich diesen saubergemacht. Einmal 2, einmal 4 kg.BF: Zu uns in die Pension wurde römisch 40 gebracht und dann habe ich diesen saubergemacht. Einmal 2, einmal 4 kg. R: Wovon bestreiten Sie Ihren Lebensunterhalt, seit Sie in Österreich leben? BF: Ich lebe in der Pension, ich arbeite doch nicht. R: Wie nehmen Sie am sozialen Leben in Österreich teil (Mitgliedschaft bei Vereinen, Organisationen, ehrenamtliches Engagement, etc.)? BF: Ich bin Muslima, aber kein Mitglied. R: Wie verbringen Sie den Alltag in Österreich? BF: Ich bete immer an Gott. Dass meine Kinder gute Menschen sind. Deswegen bitte ich immer Gott, dass meine Kinder gute Kinder sind. R wiederholt die Frage. BF: Ich wende mich immer an Allah. R wiederholt die Frage. BF: Ich bete und dann gehe ich zu meinem Sohn, zu meinen Enkeln. Das ist alles, sonst mache ich nichts. Ich habe keinen Fernseher, eigentlich habe ich dort gar nichts. R: Schildern Sie Ihren Lebenslauf bis zur Ausreise aus der Russischen Föderation! Wo sind Sie geboren, wo und mit wem zusammen haben Sie gelebt, welche Ausbildung haben Sie gemacht und wie haben Sie Ihren Lebensunterhalt bestritten? BF: Als ich noch jung war, habe ich gearbeitet, das waren verschiedene Arbeiten. Ich habe meine Söhne großgezogen. Meine Söhne habe ich auch gezwungen zu arbeiten, dass sie ihr Brot selbst verdienen. Ich habe Gemüse im Garten angebaut und ich habe auch acht Jahre lang in einer XXXX in dem XXXX dort gearbeitet. Welche Ausbildung? Ich weiß gar nicht...BF: Als ich noch jung war, habe ich gearbeitet, das waren verschiedene Arbeiten. Ich habe meine Söhne großgezogen. Meine Söhne habe ich auch gezwungen zu arbeiten, dass sie ihr Brot selbst verdienen. Ich habe Gemüse im Garten angebaut und ich habe auch acht Jahre lang in einer römisch 40 in dem römisch 40 dort gearbeitet. Welche Ausbildung? Ich weiß gar nicht... R: Sie geben an, Ihre Kindheit in der Sowjetunion verbracht zu haben, aber keine Schulbildung absolviert zu haben. Das ist ungewöhnlich! Warum? BF: Mein Vater litt an XXXX und meine Mutter war mit der Erziehung überfordert. Als ich zehn Jahre alt war, bin ich mit meiner Mutter arbeiten gegangen, bei Weintrauben. Deswegen hatte ich keine Zeit, eine Schule zu besuchen.BF: Mein Vater litt an römisch 40 und meine Mutter war mit der Erziehung überfordert. Als ich zehn Jahre alt war, bin ich mit meiner Mutter arbeiten gegangen, bei Weintrauben. Deswegen hatte ich keine Zeit, eine Schule zu besuchen. R: Laut der Einvernahme am 16.06.2016 lebten Sie nach dem XXXX tod Ihres Gatten XXXX bis zu Ihrer Ausreise von der Alterspension, mit der Sie das Auslangen fanden, Ihren Garten gaben Sie XXXX auf. Trifft das zu?R: Laut der Einvernahme am 16.06.2016 lebten Sie nach dem römisch 40 tod Ihres Gatten römisch 40 bis zu Ihrer Ausreise von der Alterspension, mit der Sie das Auslangen fanden, Ihren Garten gaben Sie römisch 40 auf. Trifft das zu? BF: Das mit dem Garten stimmt nicht, den Garten gibt es. Ich habe die ganze Zeit im Garten gearbeitet. R wieder holt die Frage nach den Wohnorten. BF: Als ich 19 Jahre alt war, habe ich geheiratet. R: Beginnen wir von vorne. BF: Ich bin in XXXX geboren, XXXX sind wir nach Hause geboren. Bis dahin haben wir in XXXX gelebt. Ich war die Älteste, meine Geschwister waren jünger als ich. Als wir zurückgekehrt sind, sind wir gleich nach XXXX gefahren, um dort zu arbeiten.BF: Ich bin in römisch 40 geboren, römisch 40 sind wir nach Hause geboren. Bis dahin haben wir in römisch 40 gelebt. Ich war die Älteste, meine Geschwister waren jünger als ich. Als wir zurückgekehrt sind, sind wir gleich nach römisch 40 gefahren, um dort zu arbeiten. R: Wer ist wir? BF: Mein Vater und meine Mutter. Meine Geschwister sind teilweise verstorben, ist nur ein Bruder und eine Schwester übriggeblieben. Ich bin zwei Jahre in die Schule gegangen. Unser Heimatdorf ist das Dorf XXXX . Meine Mutter hat gesagt, dass wir dort hinfahren müssen, um zu arbeiten.BF: Mein Vater und meine Mutter. Meine Geschwister sind teilweise verstorben, ist nur ein Bruder und eine Schwester übriggeblieben. Ich bin zwei Jahre in die Schule gegangen. Unser Heimatdorf ist das Dorf römisch 40 . Meine Mutter hat gesagt, dass wir dort hinfahren müssen, um zu arbeiten. R: Wie lange haben Sie in XXXX gelebt?R: Wie lange haben Sie in römisch 40 gelebt? BF: Dort wurde ich 19 Jahre alt. Dort sind Leute zu uns gekommen, die um meine Hand angehalten haben und man hat mich verheiratet. Dann bin ich nach XXXX mitmeinem Mann, meine Eltern sind erst später dort hingefahren.BF: Dort wurde ich 19 Jahre alt. Dort sind Leute zu uns gekommen, die um meine Hand angehalten haben und man hat mich verheiratet. Dann bin ich nach römisch 40 mitmeinem Mann, meine Eltern sind erst später dort hingefahren. R: Haben Sie in XXXX immer am selben Platz gelebt oder sind Sie auch umgezogen?R: Haben Sie in römisch 40 immer am selben Platz gelebt oder sind Sie auch umgezogen? BF: Ich habe immer in XXXX gelebt. Dort haben wir ein kleines Haus gebaut, für mich und meinen Mann. In diesem kleinen Haus habe ich sechs Kinder zur Welt gebracht. Dann hat mein Mann als XXXX gearbeitet und wir haben das Haus ein bisschen erweitert.BF: Ich habe immer in römisch 40 gelebt. Dort haben wir ein kleines Haus gebaut, für mich und meinen Mann. In diesem kleinen Haus habe ich sechs Kinder zur Welt gebracht. Dann hat mein Mann als römisch 40 gearbeitet und wir haben das Haus ein bisschen erweitert. R: Sie sprechen von vier toten Söhnen und XXXX . Wer ist das sechste Kind?R: Sie sprechen von vier toten Söhnen und römisch 40 . Wer ist das sechste Kind? BF: Mein Mann war vor mir verheiratet. Seine Frau hat ihn verlassen und ich habe damit seine Tochter aus der ersten Ehe gemeint. R: Sie haben gerade gesagt, dass Sie dort sechs Kinder zur Welt gebracht haben? BF: Nein, das habe ich nicht gemeint. Mein Sohn hat mir in Österreich gesagt, dass er bis zu diesem Zeitpunkt nicht wusste, dass das nicht meine leibliche Tochter ist. R: Diese Stieftochter haben Sie die ganze Zeit nicht aufgezählt, als ich Sie zu Ihrer Verwandtschaft gefragt habe. Warum nicht? BF: Sie lebt nicht in XXXX . Sie hat in Russland geheiratet und lebt dort.BF: Sie lebt nicht in römisch 40 . Sie hat in Russland geheiratet und lebt dort. R: Wo in Russland? BF: Nicht in XXXX . Mein Sohn hat mir gesagt, dass er das eigentlich mit 16 oder 17 erfahren hat, dass das eine Halbschwester ist. Sie lebt in XXXX .BF: Nicht in römisch 40 . Mein Sohn hat mir gesagt, dass er das eigentlich mit 16 oder 17 erfahren hat, dass das eine Halbschwester ist. Sie lebt in römisch 40 . Die Verhandlung wird [...] unterbrochen. R: Wie heißt Ihre Stieftocher? BF: Ich habe auch eine Tochter geboren, aber von der will ich nichts wissen, weil sie einen Mann geheiratet hat, gegen den ich und mein Mann waren. R: Geben Sie den Namen Ihrer Tochter und Ihrer Stieftochter an? BF: Meine Tochter heißt XXXX und die andere XXXX , XXXX ist die Stieftochter.BF: Meine Tochter heißt römisch 40 und die andere römisch 40 , römisch 40 ist die Stieftochter. R: Wo wohnen die beiden? BF: XXXX lebt in unserem Dorf mit ihrem Mann. Die zweite, die gute Tochter lebt in XXXX .BF: römisch 40 lebt in unserem Dorf mit ihrem Mann. Die zweite, die gute Tochter lebt in römisch 40 . R: Wie halten Sie mit Ihrer guten Tochter Kontakt? BF: Über SMS-Sprachnachrichten. R: Sie haben seit Sie 19 waren mit Ihrem Mann in XXXX gelebt. Wo haben Sie nach dem Tod Ihres Mannes gelebt?R: Sie haben seit Sie 19 waren mit Ihrem Mann in römisch 40 gelebt. Wo haben Sie nach dem Tod Ihres Mannes gelebt? BF: Mit meiner Mutter in dem gleichen Haus. R: Sind Sie zu Ihrer Mutter gezogen? BF: Meine Mutter ist zu mir gekommen, weil ich ihr so leidgetan habe. Meine Mutter und mein Bruder leben in einem Haus in XXXX .BF: Meine Mutter ist zu mir gekommen, weil ich ihr so leidgetan habe. Meine Mutter und mein Bruder leben in einem Haus in römisch 40 . R: Meinen Sie damit Ihre Schwester? Sie haben angeben, dass Ihre Mutter verstorben ist? BF: Meine Mutter ist XXXX verstorben.BF: Meine Mutter ist römisch 40 verstorben. R: Es gibt ein Haus, in dem leben Ihr Bruder, Ihre Schwägerin und Ihre Schwester, stimmt das? BF: Mein Bruder und seine Frau haben in einem größeren Haus gewohnt und meine Mutter in einem kleinen mit einem Zimmer. So groß war das groß[e] Haus auch nicht, es hatte zwei oder drei Zimmer, das kleine war quasi ein Erdloch. R: Dann ist Ihre Mutter zu Ihnen gezogen, wann war das? BF: Als mein Mann gestorben ist, gleich nach dem Begräbnis. R: Also XXXX ?R: Also römisch 40 ? BF: Nein, XXXX. Es sind dann Leute wegen der Bestattungsfeierlichkeiten gekommen und sie ist über Nacht geblieben und dann ist sie ganz geblieben.BF: Nein, römisch 40 . Es sind dann Leute wegen der Bestattungsfeierlichkeiten gekommen und sie ist über Nacht geblieben und dann ist sie ganz geblieben. R: Ihre Mutter hat dann bis XXXX bei Ihnen gelebt?R: Ihre Mutter hat dann bis römisch 40 bei Ihnen gelebt? BF: Ja. R: Bis wann haben Ihre Kinder und die Stieftochter bei Ihnen gelebt? BF: Bis zu ihrer Heirat, damit meine ich die Töchter. R: Und die Söhne? BF: Als die Söhne geheiratet haben, sind sie in ihre Häuser übersiedelt. R: Verstehe ich Sie also richtig, Ihre Söhne haben nur bei Ihnen gelebt, bis sie geheiratet haben? BF: Mein älterer Sohn hat zuerst mit mir gewohnt und dann ist er mit seinen zwei Kindern und seiner Frau in sein Haus übersiedelt. R: Haben Sie nach der Heirat Ihrer Söhne mit jemand andere[m] als Ihrem Mann und Ihrer Mutter zusammengelebt? BF: XXXX , XXXX und XXXX haben mit ihren Frauen bei mir gelebt, XXXX hatte damals noch keine Kinder, die Kinder sind erst in XXXX zur Welt gekommen. Wir haben XXXX das [kleine] Häuschen überlassen, wo ich früher mit meinem Mann gelebt habe. XXXX und XXXX haben jeweils in einem Zimmer gelebt und ich und mein Mann und der nicht verheiratete Sohn haben zwei Zimmer zur Verfügung gehabt.BF: römisch 40 , römisch 40 und römisch 40 haben mit ihren Frauen bei mir gelebt, römisch 40 hatte damals noch keine Kinder, die Kinder sind erst in römisch 40 zur Welt gekommen. Wir haben römisch 40 das [kleine] Häuschen überlassen, wo ich früher mit meinem Mann gelebt habe. römisch 40 und römisch 40 haben jeweils in einem Zimmer gelebt und ich und mein Mann und der nicht verheiratete Sohn haben zwei Zimmer zur Verfügung gehabt. R: Meine Frage ist aber, nach den Hochzeiten, hat da noch jemand bei Ihnen gelebt? BF: XXXX mit seiner Frau hat noch bei uns gelebt. Aber als XXXX verstorben ist, ist seine Frau zu Ihren Eltern gezogen.BF: römisch 40 mit seiner Frau hat noch bei uns gelebt. Aber als römisch 40 verstorben ist, ist seine Frau zu Ihren Eltern gezogen. R: Ihre Schwiegertochter XXXX kehrte XXXX nach Ihrer ersten Asylantragstellung in Österreich freiwillig nach Tschetschenien zurück. Wie war Ihr Kontakt mit Ihr und ihrem XXXX geborenen Enkel XXXX in der Zeit? Wo wohnte sie?R: Ihre Schwiegertochter römisch 40 kehrte römisch 40 nach Ihrer ersten Asylantragstellung in Österreich freiwillig nach Tschetschenien zurück. Wie war Ihr Kontakt mit Ihr und ihrem römisch 40 geborenen Enkel römisch 40 in der Zeit? Wo wohnte sie? BF: Sie ist zu mir gekommen, hat geschaut, wie ich lebe. Die XXXX konnte nicht in ihr Elternhaus ziehen. Ihr Vater sagte, dass sie dort hingekommen kann, aber nicht der Enkel. Sie wollten das Kind nicht. Ich habe sehr unter dem Tod meiner Söhne gelitten und ich habe keine Kraft aufgebracht, mich um mein Enkelkind zu kümmern. Sie hatte Angst, mit mir zusammenzuleben, weil zu mir oft Militärangehörige gekommen sind. Sie hat bei verschiedenen Verwandten von ihr gelebt.BF: Sie ist zu mir gekommen, hat geschaut, wie ich lebe. Die römisch 40 konnte nicht in ihr Elternhaus ziehen. Ihr Vater sagte, dass sie dort hingekommen kann, aber nicht der Enkel. Sie wollten das Kind nicht. Ich habe sehr unter dem Tod meiner Söhne gelitten und ich habe keine Kraft aufgebracht, mich um mein Enkelkind zu kümmern. Sie hatte Angst, mit mir zusammenzuleben, weil zu mir oft Militärangehörige gekommen sind. Sie hat bei verschiedenen Verwandten von ihr gelebt. R: XXXX gab in ihrem Verfahren an, dass Sie bei der Familie Ihres Mannes wohnte - bei wem?R: römisch 40 gab in ihrem Verfahren an, dass Sie bei der Familie Ihres Mannes wohnte - bei wem? BF: Man hat uns dort gehasst, weil meine Kinder für XXXX gearbeitet haben, in XXXX .BF: Man hat uns dort gehasst, weil meine Kinder für römisch 40 gearbeitet haben, in römisch 40 . R wiederholt die Frage. BF: Sie hat schon ein paar Monate bei mir gelebt, aber dann ist sie zu ihrem Vater gezogen. Ihr Vater hat gesagt, dass wenn ihr Kind größer sein wird, dann soll sie das Kind weggeben und nach Hause kommen. R: Der Vater von XXXX wollte also XXXX , dass Ihr Enkel XXXX bei Ihnen aufwächst. Wie lief das ab?R: Der Vater von römisch 40 wollte also römisch 40 , dass Ihr Enkel römisch 40 bei Ihnen aufwächst. Wie lief das ab? BF: Ja, das wollte er. Er war gegen meinen Sohn, weil meine Kinder für XXXX waren.BF: Ja, das wollte er. Er war gegen meinen Sohn, weil meine Kinder für römisch 40 waren. R wiederholt die Frage, wie lief das ab? BF: Sie hat mir das Kind nicht übergeben. Sie hat versucht, mit dem Kind durchzukommen und hat dort übernachtet, wo es möglich war. Sie war schon zweimal hier. Man hat sie hier nicht aufgenommen und sie hat versucht, irgendwo Unterkunft zu finden, wo es möglich war. Dann nach einem Jahr ist sie wiedergekommen. R: Konkret gab XXXX in Ihrem Verfahren in der mündlichen Verhandlung vor dem BVwG 2016 an, dass sie ihren Sohn XXXX XXXX bei Ihnen lassen musste und ihr der Kontakt zu ihm verboten worden war, weshalb sie ihn nicht besuchen habe können. Er habe sie nur ein Mal pro Woche besuchen dürfen und habe jedes Mal geweint, wenn er zu Ihnen zurückmusste, XXXX durfte ihn nicht einmal pflegen, wenn er krank war. Sie haben sie aber mit XXXX ausreisen lassen. Was sagen Sie dazu!R: Konkret gab römisch 40 in Ihrem Verfahren in der mündlichen Verhandlung vor dem BVwG 2016 an, dass sie ihren Sohn römisch 40 römisch 40 bei Ihnen lassen musste und ihr der Kontakt zu ihm verboten worden war, weshalb sie ihn nicht besuchen habe können. Er habe sie nur ein Mal pro Woche besuchen dürfen und habe jedes Mal geweint, wenn er zu Ihnen zurückmusste, römisch 40 durfte ihn nicht einmal pflegen, wenn er krank war. Sie haben sie aber mit römisch 40 ausreisen lassen. Was sagen Sie dazu! BF: Ich habe ihnen gesagt, dass XXXX das Kind nicht behalten durfte, aber bei mir war das Kind nicht lange. Ich konnte mich nicht um das Kind kümmern. Ich habe sehr gelitten, weil meine Kinder tot waren. Er hat vielleicht zwei oder drei Wochen bei mir gelebt. Das Kind hat sehr geweint, er hat seine Mutter vermisst. Sie ist gekommen und hat ihn geholt. Aber sie konnte mit dem Kind nicht in das Elternhaus zurück. Sie ist von einem Haus zum anderen, sie hat bei verschiedenen Leuten übernachtet.BF: Ich habe ihnen gesagt, dass römisch 40 das Kind nicht behalten durfte, aber bei mir war das Kind nicht lange. Ich konnte mich nicht um das Kind kümmern. Ich habe sehr gelitten, weil meine Kinder tot waren. Er hat vielleicht zwei oder drei Wochen bei mir gelebt. Das Kind hat sehr geweint, er hat seine Mutter vermisst. Sie ist gekommen und hat ihn geholt. Aber sie konnte mit dem Kind nicht in das Elternhaus zurück. Sie ist von einem Haus zum anderen, sie hat bei verschiedenen Leuten übernachtet. R: In der Einvernahme vom 16.06.2016 gaben Sie an, dass Ihr Haus und das Ihres Sohnes nebeneinanderlagen. Meinten Sie damit, das große neue Haus und das alte kleine Haus, von dem Sie zuvor gesprochen haben? BF: Wir haben wie gesagt, ein Ein-Zimmer-Haus gehabt. Ich habe mit drei Kindern in einem Bett geschlafen und die anderen Kinder haben auf dem Boden geschlafen, wo es halt möglich war. Mein Mann war ja auch Invalide. Er hatte Probleme mit den Beinen. R wiederholt die Frage? BF: Ja. Vorne war das kleine Haus und hinten war das neue Haus. R: Wer wohnt jetzt in beiden Häusern? BF: Das kleine Haus ist durch den Krieg und ein Erdbeben weg. Das große Haus gibt es noch. Aber das Haus ist zerstört auch durch die Kriegshandlungen, das ist ein vier Zimmer-Haus. R: Es ist das Haus, in dem Sie bis zu Ihrer Ausreise XXXX gelebt haben?R: Es ist das Haus, in dem Sie bis zu Ihrer Ausreise römisch 40 gelebt haben? BF: Ja, ich habe dort gelebt. Das Haus hätte renoviert werden sollen, ich hatte aber kein Geld und habe daher so dort gewohnt. Wenn es geregnet hat, dann hat es auch zuhause geregnet. R: Sie gaben vor dem BFA an, dass XXXX dort wohnte. In welchem Haus?R: Sie gaben vor dem BFA an, dass römisch 40 dort wohnte. In welchem Haus? BF: Mein älterer Sohn hat ein Haus gebaut und er hat dort mit seiner Frau und seinen Kindern gelebt. R: Vor dem BFA gaben Sie an, dass XXXX sich dort ein Haus gebaut hat!R: Vor dem BFA gaben Sie an, dass römisch 40 sich dort ein Haus gebaut hat! BF: XXXX ist noch jung, hat kein Geld, er kann sich überhaupt kein Haus bauen.BF: römisch 40 ist noch jung, hat kein Geld, er kann sich überhaupt kein Haus bauen. R: Wo hat XXXX dann bis XXXX gelebt?R: Wo hat römisch 40 dann bis römisch 40 gelebt? BF: Im XXXX wurde mein älterer Sohn umgebracht. Ich weiß nicht, wohin meine Schwiegertochter dann mit ihrem Sohn gegangen ist. Ich weiß es deshalb nicht, weil sie dann eine freie Frau war.BF: Im römisch 40 wurde mein älterer Sohn umgebracht. Ich weiß nicht, wohin meine Schwiegertochter dann mit ihrem Sohn gegangen ist. Ich weiß es deshalb nicht, weil sie dann eine freie Frau war. R: Sie haben angegeben, dass Sie kein Geld hatten, Ihr Haus zu renovieren. Mit welchem Geld haben Sie die Ausreise finanziert? BF: Nach dem Tod der Mutter ist noch ein bisschen Geld von der Mutter übriggeblieben und ich habe auch noch ein bisschen Geld gespart. R: Gab es Probleme bei der Ausreise? BF: Ja, sehr große sogar. Jedes Jahr hat man überprüft, wie viele Leute am Leben geblieben sind, deswegen hat man jedes Jahr nach meinen Kindern gefragt. Alle drei Monate sind die Leute auch so zu mir gekommen. R wiederholt die Frage. BF: Nein. R: Wann haben Sie geplant, auszureisen? BF: Nach dem Tod meiner Mutter habe ich große Sehnsucht gehabt, ich konnte dort nicht bleiben. R: Ihre Mutter ist XXXX gestorben, stimmt das?R: Ihre Mutter ist römisch 40 gestorben, stimmt das? BF: Ja. R: Warum haben Sie dann bereits XXXX einen Auslandsreisepass beantragt?R: Warum haben Sie dann bereits römisch 40 einen Auslandsreisepass beantragt? BF: Ich wollte einfach einen Auslandsreisepass haben, darum habe ich ihn mir ausstellen lassen. Ich bin damit nach XXXX gefahren, um einzukaufen.BF: Ich wollte einfach einen Auslandsreisepass haben, darum habe ich ihn mir ausstellen lassen. Ich bin damit nach römisch 40 gefahren, um einzukaufen. R: Wie oft sind Sie nach XXXX gefahren?R: Wie oft sind Sie nach römisch 40 gefahren? BF: Nur einmal. Aber als mein Sohn dort war, musste ich wegen ihm dort hin. Dann hat man gesagt, dass man dort nicht mehr hindarf ohne Auslandspass. R: Dann haben Sie den Auslandspass beantragt? BF: Ja, meine Schwester ist immer hingefahren. Sie hat gesagt, dass es besser für mich wäre, wenn ich so einen Pass hätte. Sie hat gesagt, dass wenn meine Mutter nicht mehr am Leben sein wird, ich zu meinem Sohn fahren soll. R: Gab es Probleme bei der Passausstellung und Ihren Reisen nach XXXX ?R: Gab es Probleme bei der Passausstellung und Ihren Reisen nach römisch 40 ? BF: Wenn man Geld zahlt, kann man in Tschetschenien alles erledigen. R: Sie gaben bei der Erstbefragung an, dass Sie mit drei Kleinbussen von XXXX nach Österreich gebracht wurden. Beschreiben Sie die Kleinbusse!R: Sie gaben bei der Erstbefragung an, dass Sie mit drei Kleinbussen von römisch 40 nach Österreich gebracht wurden. Beschreiben Sie die Kleinbusse! BF: Ich weiß nichts davon. Es waren auch andere Leute mit mir. Ich kann nicht schnell gehen, ich vergesse alles, ich kann mich an nichts mehr erinnern. Ich hatte Probleme mit dem Atem. R wiederholt die Frage? BF: Ich kann mich an nichts mehr erinnern. R: Sie stellten am XXXX einen Asylantrag. Am XXXX gab Ihr Sohn eine Erklärung ab. Wie haben Sie ihn so schnell kontaktiert?R: Sie stellten am römisch 40 einen Asylantrag. Am römisch 40 gab Ihr Sohn eine Erklärung ab. Wie haben Sie ihn so schnell kontaktiert? BF: Ich weiß nicht, was Sie sagen. R wiederholt die Frage. BF: Woher soll ich das wissen? R: Wo hätte ihr Sohn sonst wissen sollen, wo Sie sind? BF: Mit mir waren auch andere Leute. Ich kenne mich nicht aus, aber die anderen waren Leute mit Köpfchen. R: Das heißt, Sie haben Ihren Sohn nicht kontaktiert? BF: Ich weiß es nicht. R: Sind Sie in Österreich und Ihrem Herkunftsland strafgerichtlich unbescholten? BF: Ich bin unbescholten. R: Sind Sie abgesehen von der unrechtmäßigen Einreise auf andere Art und Weise mit der österreichischen Rechtsordnung in Konflikt geraten? BF: Die Militärangehörigen wussten, dass meine Kinder tot sind. R wiederholt die Frage. BF: Mit der österreichischen Rechtsordnung bin ich nicht in Konflikt geraten. R: Das ho. Gericht kann sich nunmehr ein Bild über Ihre privaten und familiären Bindungen in Österreich und in der Russischen Föderation bzw. Ihren Lebensumständen machen und erscheinen hierzu seitens des ho. Gerichts keine weiteren Fragen offen. Möchten Sie zu diesem Themenkomplex noch etwas angeben? BF: Nein. [...] R: Wurde das richtig protokolliert, was Sie vorher angegeben haben? BF: Ja. [...] Zu Seite 4 gebe ich an, dass es die Probleme zuhause gegeben hat. Hier habe ich höchstens sprachliche Probleme. Zu Seite 19 gebe ich, dass der Ehemann von meiner Tochter ein KADYROW-Mann war. Er hat ihr den Kontakt zu uns verboten. [...] R: Sie wurden bereits beim Bundesasylamt bzw. bei den Organen des öffentlichen Sicherheitsdienstes niederschriftlich einvernommen. Wie würden Sie die dortige Einvernahmesituation beschreiben? BF: Dort wo die Flüchtlinge waren, dort wurde ich nur nach dem Weg gefragt, wie ich hierhergekommen bin. R: Ich wollte wissen, ob es Probleme gab? BF: Nein. R: Haben Sie bei Ihren bisherigen Aussagen vor der Polizei im Rahmen der Erstbefragung und dem Bundesamt immer die Wahrheit gesagt oder möchten Sie etwas richtigstellen oder ergänzen? BF: Beim ersten Mal wurde nur geklärt, wer noch zuhause ist, es wurde nicht viel gefragt. R wiederholt die Frage. BF: Immer, ich kann gar nicht lügen. R: Hat sich an den Gründen Ihrer Asylantragstellung seit Erhalt des angefochtenen Bescheids etwas geändert? BF: Am Freitag wurde ich einvernommen und am Montag habe ich gleich den Bescheid bekommen. R: Hat sich seither etwas verändert? BF: Nein, aber man hat mir gesagt, dass man mir Geld zahlen wird, wenn ich zurück nach Hause fahre und dass ich dann ein Business betreiben kann. Ich habe gesagt, dass man gesund sein muss, um Business zu betreiben und dass das nur Frauen mit Köpfchen machen können. R: Sonst hat sich seit der Bescheiderlassung nichts getan? BF: Es hat mir wirklich sehr weh getan, dass ich diesen negativen Bescheid bekommen habe. R: Ist Ihnen der Inhalt der Beschwerdeschrift bekannt? BF: Welche Beschwerde? Sie meinen die Berufung? Aber ich habe schon vergessen, was drinnen steht. R: Sind Sie bei der Verhandlungsvorbereitung die Beschwerde durchgegangen? BFV: Betreffend das Fluchtvorbringen und alle anderen negativen Spruchpunkte. R: Halten Sie den Inhalt der Beschwerdeschrift und die dort gestellten Anträge aufrecht? BFV: Ja. R: Warum mussten Sie Ihren Herkunftsstaat verlassen? Schildern Sie Ihre Fluchtgründe so detailliert wie möglich! BF: Alle drei Monate oder alle fünf bis sechs Monate, jedenfalls jedes Jahr, sind die Leute gekommen und haben nach meinen Söhnen gefragt. Sie haben nach den toten Söhnen gefragt, als ob sie noch am Leben wären. Die Nachbarinnen haben mich nicht gerne gehabt, irgendwer hat die Steine ins Fenster geworfen, weil wir für XXXX und XXXX waren. Sie wollten keinen Kontakt mit mir. Nach dem Tod meiner Kinder musste ich drei oder viermal zu der russischen Kommandantur gehen. Man hat mich gefragt, wer mit mir in Verbindung steht und wer zu mir kommt. Ich hatte Angst, dass meine Nachbarn Probleme meinetwegen bekommen und sagte, dass mich niemand besucht. Die Leute sind auch zu mir gekommen, das waren Russen und Tschetschenen, Kadyrow-Leute und russische Soldaten. Sie haben mich gefragt, wo meine fünfte Missgeburt ist. Sie haben mich am Hinterkopf gepackt und gegen die Wand gestellt, ich musste meine Füße und meine Arme spreizen. Sie haben alles durchsucht. Ich fragte, was sucht ihr. Sie haben gesagt, dass sie nach Sturmgewehren und nach Pistolen suchen. Sie haben die ganze Zeit gefragt, wo mein Sohn ist, sie haben gefragt, wo meine fünfte Missgeburt ist. Die Nachbarn hatten auch Angst, weil die Leute mit einem großen BMW gekommen sind. Sie haben mich immer gefragt, warum ich mich quälen lasse, warum ich nicht zu meinem Sohn fahre. Du hast es ja nicht leicht. Ich habe die ganze Zeit geweint, weil es mir so leidgetan hat, dass andere nicht mit mir gesprochen haben. Ich stand unter großem Stress. Als ich hierherkam, konnte ich nicht auf einer Stelle sitzen, ich wollte ständig irgendwohin gehen. Immer wenn die Gedanken gekommen sind, wollte ich weggehen. Ich stand unter großem Stress. Einmal war ich alleine unterwegs, ich habe jemanden getroffen und er hat mir gesagt, dass ich mich nicht aufregen und nicht weinen soll. Ich solle den Leuten nicht zeigen, dass ich unter Druck stehe, ich solle mit erhobenem Haupt und stolz gehen. Nach einiger Zeit nach meiner Ankunft in Österreich, ich meine nach fünf oder sechs Monaten, habe ich ständig Schmerzen bekommen. Ich stand zuerst unter so großem Stress und war dann, als der Stress nachließ, tat mir alles weh, XXXX , Kopf, alles. Aber jetzt gehe ich nicht hin und her, jetzt kann ich schon zuhause sitzen. Ich habe keine Angst und es geht mir sehr gut. Hier sind die Menschen sehr gut. In der Pension gibt es auch sehr gute Leute. Auch im Büro behandeln sie mich sehr gut.BF: Alle drei Monate oder alle fünf bis sechs Monate, jedenfalls jedes Jahr, sind die Leute gekommen und haben nach meinen Söhnen gefragt. Sie haben nach den toten Söhnen gefragt, als ob sie noch am Leben wären. Die Nachbarinnen haben mich nicht gerne gehabt, irgendwer hat die Steine ins Fenster geworfen, weil wir für römisch 40 und römisch 40 waren. Sie wollten keinen Kontakt mit mir. Nach dem Tod meiner Kinder musste ich drei oder viermal zu der russischen Kommandantur gehen. Man hat mich gefragt, wer mit mir in Verbindung steht und wer zu mir kommt. Ich hatte Angst, dass meine Nachbarn Probleme meinetwegen bekommen und sagte, dass mich niemand besucht. Die Leute sind auch zu mir gekommen, das waren Russen und Tschetschenen, Kadyrow-Leute und russische Soldaten. Sie haben mich gefragt, wo meine fünfte Missgeburt ist. Sie haben mich am Hinterkopf gepackt und gegen die Wand gestellt, ich musste meine Füße und meine Arme spreizen. Sie haben alles durchsucht. Ich fragte, was sucht ihr. Sie haben gesagt, dass sie nach Sturmgewehren und nach Pistolen suchen. Sie haben die ganze Zeit gefragt, wo mein Sohn ist, sie haben gefragt, wo meine fünfte Missgeburt ist. Die Nachbarn hatten auch Angst, weil die Leute mit einem großen BMW gekommen sind. Sie haben mich immer gefragt, warum ich mich quälen lasse, warum ich nicht zu meinem Sohn fahre. Du hast es ja nicht leicht. Ich habe die ganze Zeit geweint, weil es mir so leidgetan hat, dass andere nicht mit mir gesprochen haben. Ich stand unter großem Stress. Als ich hierherkam, konnte ich nicht auf einer Stelle sitzen, ich wollte ständig irgendwohin gehen. Immer wenn die Gedanken gekommen sind, wollte ich weggehen. Ich stand unter großem Stress. Einmal war ich alleine unterwegs, ich habe jemanden getroffen und er hat mir gesagt, dass ich mich nicht aufregen und nicht weinen soll. Ich solle den Leuten nicht zeigen, dass ich unter Druck stehe, ich solle mit erhobenem Haupt und stolz gehen. Nach einiger Zeit nach meiner Ankunft in Österreich, ich meine nach fünf oder sechs Monaten, habe ich ständig Schmerzen bekommen. Ich stand zuerst unter so großem Stress und war dann, als der Stress nachließ, tat mir alles weh, römisch 40 , Kopf, alles. Aber jetzt gehe ich nicht hin und her, jetzt kann ich schon zuhause sitzen. Ich habe keine Angst und es geht mir sehr gut. Hier sind die Menschen sehr gut. In der Pension gibt es auch sehr gute Leute. Auch im Büro behandeln sie mich sehr gut. R: Sind das Ihre Fluchtgründe? BF: Ja. R: Was würde Sie persönlich im Falle einer Rückkehr in Ihren Herkunftsstaat konkret erwarten? BF: Ich kann nicht zurück, dann sterbe ich lieber. Zurückfahren werde ich nicht. Es ist besser, sich unter ein Auto zu werfen, als zurückzufahren. R wiederholt die Frage. BF: Ich fahre nicht zurück. Es ist besser hier für mich zu sterben. R: Was würde passieren, wenn Sie (hypothetisch) an einen anderen Ort in der Russischen Föderation außerhalb Tschetscheniens zurückkehren müssten, z.B. zu Ihrer Stieftochter nach XXXX ?R: Was würde passieren, wenn Sie (hypothetisch) an einen anderen Ort in der Russischen Föderation außerhalb Tschetscheniens zurückkehren müssten, z.B. zu Ihrer Stieftochter nach römisch 40 ? BF: Ich fahre nicht hin, sie ist krank. R: Was hat sie? BF: Ich weiß es nicht, aber sie ist die ganze Zeit im Krankenhaus. Sie hat eigene Kinder und Enkelkinder, sie ist ja älter als meine Kinder. R wiederholt die Frage nach der Rückkehrgefährdung. BF: Ich kann nicht in Russland leben, ich bin alt und krank, ich kann das einfach nicht. Hier habe ich einen Sohn. Er übersetzt mir alles. Er unterstützt mich immer, er sagt mir immer das, was ich brauche. Seitdem ich in Österreich bin, habe ich überhaupt kein Gedächtnis mehr. R: Gibt es etwas, dass Sie bis dato noch nicht im Asylverfahren vorgebracht haben und angeben möchten? BF: Ich habe sonst nichts zu sagen. R: Hatten Sie Gelegenheit alles vorzubringen, was Sie vorbringen wollten? BF: Ja. R: In der Erstbefragung 2014 gaben Sie an, dass Sie in Tschetschenien keine Angehörigen mehr haben und Sie Ihren Sohn XXXX besuchen und bei ihm und seiner Familie leben wollen, das Vorliegen von Fluchtgründen haben Sie verneint. Dr. XXXX gibt aber im Befund 2015 an, dass mehrmals bewaffnete Ordnungskräfte in Ihr Haus eingedrungen sind und Sie misshandelt haben. Was sagen Sie dazu?R: In der Erstbefragung 2014 gaben Sie an, dass Sie in Tschetschenien keine Angehörigen mehr haben und Sie Ihren Sohn römisch 40 besuchen und bei ihm und seiner Familie leben wollen, das Vorliegen von Fluchtgründen haben Sie verneint. Dr. römisch 40 gibt aber im Befund 2015 an, dass mehrmals bewaffnete Ordnungskräfte in Ihr Haus eingedrungen sind und Sie misshandelt haben. Was sagen Sie dazu? BF: Man hat mich nicht danach gefragt. Ich konnte nicht einmal den Mund aufmachen. Sie haben gesagt, dass ich nur auf die Fragen antworten soll. R: In der Einvernahme 2016 gaben Sie sowohl an, jeden Monat von tschetschenischen und russischen Militärs gemeinsam nach Ihrem Sohn gefragt worden zu sein, andererseits gaben Sie in derselben Einvernahme an, dass die immer nach dem Jahreswechsel, sozusagen zum Schichtwechsel kamen. Heute geben Sie alle drei bis sechs Monate an. Was stimmt jetzt? BF: Man hat mich nur gefragt, wer gekommen ist. Man hat mich nicht gefragt, wie oft. Man hat mich aufgefordert, nur auf die gestellten Fragen zu antworten. R wiederholt die Frage. BF: Der Schichtwechsel war einmal im Jahr, aber die Militärangehörigen sind immer dann gekommen, wenn etwas passiert ist. Man hat mich dann gefragt, wo meine Missgeburt ist. Sie wussten nicht, dass mein Sohn hier ist. R: Mit Missgeburt meinen Sie Ihren Sohn XXXX ?R: Mit Missgeburt meinen Sie Ihren Sohn römisch 40 ? BF: Ja, weil die Leute ihn so genannt haben. R: Ihr Sohn reiste mit seiner Gattin XXXX nach XXXX aus. Sie blieben also XXXX weitere Jahre zuhause wohnen, obwohl Sie regelmäßig befragt wurden, bevor Sie ausreisten, Trifft das zu?R: Ihr Sohn reiste mit seiner Gattin römisch 40 nach römisch 40 aus. Sie blieben also römisch 40 weitere Jahre zuhause wohnen, obwohl Sie regelmäßig befragt wurden, bevor Sie ausreisten, Trifft das zu? BF: Das war nicht XXXX , sondern XXXX .BF: Das war nicht römisch 40 , sondern römisch 40 . R: Das heißt, Sie blieben XXXX weitere Jahre nach der Ausreise Ihres Sohnes zuhause wohnen?R: Das heißt, Sie blieben römisch 40 weitere Jahre nach der Ausreise Ihres Sohnes zuhause wohnen? BF: Vor meiner Ausreise sind sie gekommen und haben mir erzählt, dass mein Sohn XXXX jemanden überfahren habe. Ich habe gesagt, dass dies nicht möglich sei, weil mein Sohn XXXX schon lange tot ist und wir schon lange kein Auto mehr haben.BF: Vor meiner Ausreise sind sie gekommen und haben mir erzählt, dass mein Sohn römisch 40 jemanden überfahren habe. Ich habe gesagt, dass dies nicht möglich sei, weil mein Sohn römisch 40 schon lange tot ist und wir schon lange kein Auto mehr haben. R: Wann haben diese Polizeibesuche oder von den Militärs begonnen? BF: Sie sind immer gekommen. Immer wenn es Probleme gegeben hat. Aber ich kann nicht sagen, in welchen Abständen. R: Wann war der erste derartige Besuch? BF: Woher soll ich das wissen, ich habe das schon vergessen. R: Wann mussten Sie ungefähr zur Kommandantur? BF: Nach dem Tod meiner Kinder. Sie haben mir eine Ladung gegeben. Ich wollte dorthin gehen. Ich schaffte vielleicht nur 100 Meter von zuhause wegzugehen. Es kamen dann viele Soldaten - russische und tschetschenische - Soldaten zu mir. Sie sind mit Fahrzeugen gekommen. Ich bin dann zurück nach Hause, aber sie wollten mich nicht ins Haus reinlassen. Sie sind gewaltsam ins Haus eingedrungen. Ich habe ihnen gesagt, dass ich die Besitzerin des Hauses bin. Sie haben alles durcheinandergebracht und haben ein Foto von XXXX gefunden. Ich kann nicht gut Russisch, aber dort waren auch Tschetschenen dabei. Ich habe zu den Tschetschenen gesagt, dass meine Söhne tot sind und ich nur das eine Foto habe. Sie sollen es mir nicht wegnehmen. Der Soldat hat mir das Foto zurückgegeben, dann sind die Leute gegangen und ich hätte zur Kommandantur kommen sollen. Ich habe dann die Ladung gezeigt und sie haben mich gefragt, warum ich gekommen bin. Sie sagten, warum kommst du, wir waren bei dir. Ich habe ihnen gesagt, dass ich das nicht gewusst habe. Ich wurde über Alles trotzdem verhört. Geburtsdatum, wo er gearbeitet hat, mit wem er zusammen war, die ganze Zeit war es so.BF: Nach dem Tod meiner Kinder. Sie haben mir eine Ladung gegeben. Ich wollte dorthin gehen. Ich schaffte vielleicht nur 100 Meter von zuhause wegzugehen. Es kamen dann viele Soldaten - russische und tschetschenische - Soldaten zu mir. Sie sind mit Fahrzeugen gekommen. Ich bin dann zurück nach Hause, aber sie wollten mich nicht ins Haus reinlassen. Sie sind gewaltsam ins Haus eingedrungen. Ich habe ihnen gesagt, dass ich die Besitzerin des Hauses bin. Sie haben alles durcheinandergebracht und haben ein Foto von römisch 40 gefunden. Ich kann nicht gut Russisch, aber dort waren auch Tschetschenen dabei. Ich habe zu den Tschetschenen gesagt, dass meine Söhne tot sind und ich nur das eine Foto habe. Sie sollen es mir nicht wegnehmen. Der Soldat hat mir das Foto zurückgegeben, dann sind die Leute gegangen und ich hätte zur Kommandantur kommen sollen. Ich habe dann die Ladung gezeigt und sie haben mich gefragt, warum ich gekommen bin. Sie sagten, warum kommst du, wir waren bei dir. Ich habe ihnen gesagt, dass ich das nicht gewusst habe. Ich wurde über Alles trotzdem verhört. Geburtsdatum, wo er gearbeitet hat, mit wem er zusammen war, die ganze Zeit war es so. R: War das jetzt diese Hausdurchsuchung von der Sie gesprochen haben? BF: Ja, sie haben oft Hausdurchsuchungen gemacht. Als ich schon in Österreich war, ist der Mann meiner Nachbarin gestorben. Mein Sohn hat dann Kontakt mit dem Sohn der Nachbarin aufgenommen, um das Beileid auszudrücken. Er sagte, dass es zweimal eine Hausdurchsuchung gegeben hat, nachdem ich ausgereist bin. R: Woher wissen Sie, dass der Mann Ihrer Nachbarin gestorben ist? BF: Das steht alles im Internet, wer im Heimatland stirbt. R: Sie haben gesagt, dass Sie so gut wie nicht lesen können? BF: Mein Sohn hat das gelesen. Er hat mir gesagt, dass der Sohn der Nachbarin gestorben ist. R: In der Einvernahme am 16.06.2016 gaben Sie an, dass einer Ihrer Söhne am XXXX gestorben sei, als sein Auto von einem XXXX überrollt worden sei, der Airbag habe sich nicht geöffnet. In der Erstbefragung gaben Sie an, Ihre Söhne seien XXXX , XXXX , XXXX und XXXX verstorben. Können Sie das erklären?R: In der Einvernahme am 16.06.2016 gaben Sie an, dass einer Ihrer Söhne am römisch 40 gestorben sei, als sein Auto von einem römisch 40 überrollt worden sei, der Airbag habe sich nicht geöffnet. In der Erstbefragung gaben Sie an, Ihre Söhne seien römisch 40 , römisch 40 , römisch 40 und römisch 40 verstorben. Können Sie das erklären? BF: Ich hatte kein Interview. Niemand hat mich nach meinen Söhnen gefragt. R wiederholt die Frage. BF: Mein Sohn XXXX ist XXXX gestorben, am XXXX war das. Der zweite Sohn ist XXXX gestorben, im XXXX , am XXXX Der dritte Sohn, das war zwei Häuser weiter, ich wusste nicht, dass er dort übernachtet, aber er hat dort übernachtet. Das war XXXX . Andere Militärangehörige sind dort vorbeigekommen. Ich lüge niemals. Es gab eine Säuberungsaktion im Dorf. Sie haben gesehen, dass sich jemand im Haus befindet. Es kamen viele Hubschrauber und Militärangehörige und das Haus wurde zerbombt.BF: Mein Sohn römisch 40 ist römisch 40 gestorben, am römisch 40 war das. Der zweite Sohn ist römisch 40 gestorben, im römisch 40 , am römisch 40 Der dritte Sohn, das war zwei Häuser weiter, ich wusste nicht, dass er dort übernachtet, aber er hat dort übernachtet. Das war römisch 40 . Andere Militärangehörige sind dort vorbeigekommen. Ich lüge niemals. Es gab eine Säuberungsaktion im Dorf. Sie haben gesehen, dass sich jemand im Haus befindet. Es kamen viele Hubschrauber und Militärangehörige und das Haus wurde zerbombt. R: Und der vierte Sohn? BF: Nachdem XXXX gestorben ist, ist XXXX nach XXXX geflüchtet. XXXX wurde in XXXX umgebracht. Das war am Rande des Dorfes. Dort haben sieben Personen übernachtet und mein Sohn war dabei. Er wollte sich vor Militärangehörigen verstecken und er wurde verraten. In der Früh sind die Militärs gekommen, haben das Haus beschossen und alle umgebracht.BF: Nachdem römisch 40 gestorben ist, ist römisch 40 nach römisch 40 geflüchtet. römisch 40 wurde in römisch 40 umgebracht. Das war am Rande des Dorfes. Dort haben sieben Personen übernachtet und mein Sohn war dabei. Er wollte sich vor Militärangehörigen verstecken und er wurde verraten. In der Früh sind die Militärs gekommen, haben das Haus beschossen und alle umgebracht. R: Wann war das? BF: Das war am XXXX .BF: Das war am römisch 40 . R: In der Einvernahme am 16.06.2016 gaben Sie an, dass Ihre ältesten zwei Söhne XXXX und XXXX verstorbenen sind? Was sagen Sie dazu?R: In der Einvernahme am 16.06.2016 gaben Sie an, dass Ihre ältesten zwei Söhne römisch 40 und römisch 40 verstorbenen sind? Was sagen Sie dazu? BF: XXXX habe ich sicher nicht gesagt. Ich habe ihnen heute gesagt, wann sie gestorben sind. XXXX wurde mein ältester Sohn geboren, da gab es noch keinen Krieg.BF: römisch 40 habe ich sicher nicht gesagt. Ich habe ihnen heute gesagt, wann sie gestorben sind. römisch 40 wurde mein ältester Sohn geboren, da gab es noch keinen Krieg. R: Ihr Sohn XXXX gab in seinem Verfahren an, dass der am XXXX verstorbene Bruder XXXX bei einer Schießerei in XXXX getötet worden sei - und nicht wegen eines nicht aufgehenden Airbags, der bei einem Autounfall getötete Bruder sei XXXX gewesen, verstorben am XXXX . Was stimmt jetzt?R: Ihr Sohn römisch 40 gab in seinem Verfahren an, dass der am römisch 40 verstorbene Bruder römisch 40 bei einer Schießerei in römisch 40 getötet worden sei - und nicht wegen eines nicht aufgehenden Airbags, der bei einem Autounfall getötete Bruder sei römisch 40 gewesen, verstorben am römisch 40 . Was stimmt jetzt? BF: Das ist korrekt. R: Was ist korrekt? BF: XXXX wurde umgebracht. XXXX wurde von einem XXXX überrollt, amBF: römisch 40 wurde umgebracht. römisch 40 wurde von einem römisch 40 überrollt, am XXXX .römisch 40 . R: Ihr Sohn XXXX gab in seinem Verfahren an, sein Bruder XXXX sei am XXXX tötet worden, Sie gaben in der Erstbefragung an, dass Ihr Sohn XXXX XXXX verstorben sei. Können Sie das erklären?R: Ihr Sohn römisch 40 gab in seinem Verfahren an, sein Bruder römisch 40 sei am römisch 40 tötet worden, Sie gaben in der Erstbefragung an, dass Ihr Sohn römisch 40 römisch 40 verstorben sei. Können Sie das erklären? BF: Nein. Nicht XXXX , XXXX wurde niemand umgebracht. XXXX und XXXX . Zwischen den beiden Todesfällen vergingen XXXX und XXXX Monate.BF: Nein. Nicht römisch 40 , römisch 40 wurde niemand umgebracht. römisch 40 und römisch 40 . Zwischen den beiden Todesfällen vergingen römisch 40 und römisch 40 Monate. R: XXXX gab in ihrer letzten hg. mündlichen Verhandlung an, dass ihr Mann und drei seiner Brüder XXXX getötet wurden. Heute geben Sie zwei Todesfälle XXXX an. Was sagen Sie dazu?R: römisch 40 gab in ihrer letzten hg. mündlichen Verhandlung an, dass ihr Mann und drei seiner Brüder römisch 40 getötet wurden. Heute geben Sie zwei Todesfälle römisch 40 an. Was sagen Sie dazu? BF: Ja. Das heißt nein. XXXX und XXXX wurden XXXX bzw. XXXX umgebracht und die anderen am XXXX und der andere am XXXX .BF: Ja. Das heißt nein. römisch 40 und römisch 40 wurden römisch 40 bzw. römisch 40 umgebracht und die anderen am römisch 40 und der andere am römisch 40 . R: Ihr Sohn XXXX gab in seinem Verfahren an, seinem Vater sei im XXXX die Blutrache erklärt worden - Sie sagen, er ist XXXX an XXXX gestorben und habe bis zu seinem Tod zu Hause gelebt. Können Sie das erklären?R: Ihr Sohn römisch 40 gab in seinem Verfahren an, seinem Vater sei im römisch 40 die Blutrache erklärt worden - Sie sagen, er ist römisch 40 an römisch 40 gestorben und habe bis zu seinem Tod zu Hause gelebt. Können Sie das erklären? BF: Er hat seine Verwandten versammelt und ging zu diesen Leuten. Er hat vor Gott geschworen, dass ihm seine Söhne gesagt haben, dass sie keine Tschetschenen umgebracht haben, nur russische Militärangehörige, aber keine Tschetschenen. Sie haben gesagt, dass er nicht sch[w]ören muss, dass sie eine Zeitlang abwarten werden, weil die Russen immer behauptet haben, dass meine Kinder Tschetschenen umgebracht haben. Auf dem Papier dort ist auch gestanden, dass meine Kinder irgendwen umgebracht haben. Deswegen wollten die Leute mit uns nichts zu tun haben, sie wollten keinen Kontakt mit uns. Dann wollte mein Mann vor Gott schwören, aber das wollten die Leute nicht. Weil es so ist, dass wenn jemand Recht hat und er schwört, dann passiert ihm nichts. Aber wenn er schwört und nicht Recht hat, dann passiert ihm etwas, er könnte sterben oder es könnte etwas mit seinen Augen passieren. Sie wollten nicht, dass er schwört, weil sie Angst vor Gott hatten. Einer von ihnen war noch jung, das war kein guter Mann. Ich ging einmal zu einem Geschäft. Mein Mann litt sehr unter der XXXX erkrankung nach dem Tod der Kinder. Er ist drei Monate lang nur gelegen. Er hatte einen eisernen Stock, auf den er sich gestützt hat, wenn er aufgestanden ist. Während meiner Abwesenheit, während ich im Geschäft war, ist der junge Mann zu uns ins Haus gekommen, hat diesen Stock genommen und hat meinen Mann blutig geschlagen, am ganzen Körper, er war voll Blut. Er sagte ihm, dass er ihn umbringen wird, weil sein Sohn seinen Bruder umgebracht hat.BF: Er hat seine Verwandten versammelt und ging zu diesen Leuten. Er hat vor Gott geschworen, dass ihm seine Söhne gesagt haben, dass sie keine Tschetschenen umgebracht haben, nur russische Militärangehörige, aber keine Tschetschenen. Sie haben gesagt, dass er nicht sch[w]ören muss, dass sie eine Zeitlang abwarten werden, weil die Russen immer behauptet haben, dass meine Kinder Tschetschenen umgebracht haben. Auf dem Papier dort ist auch gestanden, dass meine Kinder irgendwen umgebracht haben. Deswegen wollten die Leute mit uns nichts zu tun haben, sie wollten keinen Kontakt mit uns. Dann wollte mein Mann vor Gott schwören, aber das wollten die Leute nicht. Weil es so ist, dass wenn jemand Recht hat und er schwört, dann passiert ihm nichts. Aber wenn er schwört und nicht Recht hat, dann passiert ihm etwas, er könnte sterben oder es könnte etwas mit seinen Augen passieren. Sie wollten nicht, dass er schwört, weil sie Angst vor Gott hatten. Einer von ihnen war noch jung, das war kein guter Mann. Ich ging einmal zu einem Geschäft. Mein Mann litt sehr unter der römisch 40 erkrankung nach dem Tod der Kinder. Er ist drei Monate lang nur gelegen. Er hatte einen eisernen Stock, auf den er sich gestützt hat, wenn er aufgestanden ist. Während meiner Abwesenheit, während ich im Geschäft war, ist der junge Mann zu uns ins Haus gekommen, hat diesen Stock genommen und hat meinen Mann blutig geschlagen, am ganzen Körper, er war voll Blut. Er sagte ihm, dass er ihn umbringen wird, weil sein Sohn seinen Bruder umgebracht hat. R: Wann war das? BF: Zwei oder drei Wochen vor dem Tod meines Mannes. R: Haben Sie deswegen Anzeige erstattet? BF: Welche Polizei? Die Polizei wollte uns alle umbringen, auch mich. Der Mann über den ich gesprochen habe, hat auch bei der Polizei gearbeitet. R: Wer hat wann versucht, Sie umzubringen? BF: Ich weiß nicht, ob sie mich umbringen wollten oder nicht. Sie haben mich dort nicht leben lassen. R: Was meinen Sie damit? BF: Sie haben mich gehasst. R: Vor dem BFA haben Sie angegeben, dass Ihr Enkel XXXX unbehelligt zuhause lebt. Warum kann Ihr Enkel unbehelligt leben, wenn Blutrache erklärt wurde?R: Vor dem BFA haben Sie angegeben, dass Ihr Enkel römisch 40 unbehelligt zuhause lebt. Warum kann Ihr Enkel unbehelligt leben, wenn Blutrache erklärt wurde? BF: Weil sein Vater von der Russischen Föderalen umgebracht wurde, damals drohte ihm nichts. Aber jetzt gibt es ja den KADYROW. Gegenüber auf der anderen Straßenseite, von dort wo XXXX wohnt, dort gibt es russische Militärangehörige. Wir haben ihm gesagt, dass er mit niemandem dort reden soll, weil er umgebracht werden könnte. Wir haben ihm gesagt, dass er sich vorsichtig verhalten soll. Aber er wurde dann zusammengeschlagen, er war voll Blut. Der Sohn des Militärangehörigen sagte, dass er XXXX nicht schlagen soll, weil das ein guter Mann ist. Das waren Nachbarn, sie haben sich gekannt, aber er hat ihn trotzdem geschlagen.BF: Weil sein Vater von der Russischen Föderalen umgebracht wurde, damals drohte ihm nichts. Aber jetzt gibt es ja den KADYROW. Gegenüber auf der anderen Straßenseite, von dort wo römisch 40 wohnt, dort gibt es russische Militärangehörige. Wir haben ihm gesagt, dass er mit niemandem dort reden soll, weil er umgebracht werden könnte. Wir haben ihm gesagt, dass er sich vorsichtig verhalten soll. Aber er wurde dann zusammengeschlagen, er war voll Blut. Der Sohn des Militärangehörigen sagte, dass er römisch 40 nicht schlagen soll, weil das ein guter Mann ist. Das waren Nachbarn, sie haben sich gekannt, aber er hat ihn trotzdem geschlagen. R: Wer hat XXXX geschlagen?R: Wer hat römisch 40 geschlagen? BF: Das ist ein KADYROW-Mann, er arbeitet in einer militärischen Zone. Das war in XXXX . Dort gab es vor dem Krieg, als wir noch mit Russland zusammenwaren, Kinderlager. Er ist dort Kommandant unter den Militärangehörigen.BF: Das ist ein KADYROW-Mann, er arbeitet in einer militärischen Zone. Das war in römisch 40 . Dort gab es vor dem Krieg, als wir noch mit Russland zusammenwaren, Kinderlager. Er ist dort Kommandant unter den Militärangehörigen. R: Möchten Sie Fragen an die Beschwerdeführerin stellen? BFV: Zwei Fragen bitte. BFV: Was wissen Sie vom Gesundheitszustand Ihrer Geschwister in XXXX ?BFV: Was wissen Sie vom Gesundheitszustand Ihrer Geschwister in römisch 40 ? BF: In XXXX lebt meine Tochter und mein Enkel und sie sprechen von meinem Bruder.BF: In römisch 40 lebt meine Tochter und mein Enkel und sie sprechen von meinem Bruder. BFV: Wo leben jetzt Ihr Bruder und Ihre Schwester? BF: Die leben in einem Zimmer, warum fragen sie mich nochmal danach. R: Aber wo, in welchem Ort? BF: In XXXX .BF: In römisch 40 . BFV: Und wie geht es diesen Geschwistern? BF: Das Leben geht vorbei. BFV: Können Sie das genauer sagen? BF: Dort gibt es keine Arbeit, nur im Garten. Es gibt nur saisonale Arbeit, im Sommer im Garten und man wartet dann auf die nächste Ernte. BFV: Und gesundheitlich? BF: Meine Schwester arbeitet nicht. Sie wurde operiert. Es war eine XXXX operation.BF: Meine Schwester arbeitet nicht. Sie wurde operiert. Es war eine römisch 40 operation. BFV: Und der Bruder? BF: Mein Bruder arbeitet ein bisschen im Garten. Vielleicht kriegt er jetzt eine Pension, ich weiß es nicht. BFV: Wer pflegt die Schwester? BF: Sie kann selbst aufs Klo gehen. Sie bekommt eine Pension. BFV: Wieso kann Ihre leibliche Tochter nicht für Sie sorgen? BF: Das habe ich schon gesagt. Die Familie gehört zu den KADYROW-Anhängern. Sie hat Angst, sich mir zu nähern. R fragt die BF, ob sie die Dolmetscherin gut verstanden habe; dies wird bejaht. [...] R: Wurde das richtig protokolliert, was Sie vorher angegeben haben? BF: Zu Seite 27 möchte ich angeben, dass ich bei dieser Hausdurchsuchung mit Sturmgewehren bedroht wurde. Weiters möchte ich zu Seite 27 angeben, dass der, der mir gesagt hat, ich solle mit erhobenem Haupt gehen, aus unserem Dorf war. Zu Seite 31 möchte ich angeben, dass das Haus nicht nur beschossen, sondern auch von 2, 3 oder 4 Hubschraubern zerbombt wurde. Zu Seite 34 möchte ich angeben, dass mein Bruder auch nicht gesund ist. Er wurde wegen meinen Kindern schwer misshandelt. D: Die BF wollte hier eine längere Geschichte ergänzen. RV: Zu Seite 31, betreffend den "Autounfall" scheint mir die Schilderung aus dem Zusammenhang gerissen. Die BF hat in der Einvernahme ohnedies angegeben, dass dieser in Zusammenhang mit Kriegshandlungen stand. Auch betreffend d[ie] Daten der Todesfälle habe ich keinen Widerspruch gesehen.Regierungsvorlage, Zu Seite 31, betreffend den "Autounfall" scheint mir die Schilderung aus dem Zusammenhang gerissen. Die BF hat in der Einvernahme ohnedies angegeben, dass dieser in Zusammenhang mit Kriegshandlungen stand. Auch betreffend d[ie] Daten der Todesfälle habe ich keinen Widerspruch gesehen. R: Sie wollten zu Ihrem Bruder noch etwas angeben? BF: Das Dorf ist groß. Ich wusste nicht, dass die Militärangehörigen zu ihm gekommen sind. Das habe ich erst am nächsten Tag erfahren. Meine Mutter hat gemeint, dass wenn ihrem Sohn etwas passiert wäre sie sehr böse auf mich gewesen wäre. R: Ist das das, was Sie zu Ihrem Bruder noch ergänzen wollten? BF an D: Ich habe es Ihnen schon erzählt. R: Aber da war ich nicht da. BF an D: Ich habe es dir schon erzählt. R: Wollen Sie mir zu Ihrem Bruder noch etwas sagen? BF: Ich habe schon gesagt, dass mein Bruder geschlagen wurde. Sie haben sich das schon aufgeschrieben. Mein Bruder wurde nur deswegen am Leben gelassen, weil seine Frau in einer Geburtsklinik war. Sonst nichts. R: Wurde sonst alles richtig protokolliert? BF: Alles richtig." Die Schwiegertochter der Beschwerdeführerin, XXXX , machte als Zeugin in der auf Russisch durchgeführten Einvernahme folgende Angaben:Die Schwiegertochter der Beschwerdeführerin, römisch 40 , machte als Zeugin in der auf Russisch durchgeführten Einvernahme folgende Angaben: "R: Bitte geben Sie Ihren vollen Namen, ihr Geburtsdatum und ihre Staatsangehörigkeit an. Z 2: Ich wurde am XXXX geboren. Ich heiße XXXX . Ich habe jetzt eine Rot-Weiß-Rot-Karte + bekommen, aber die Staatsangehörigkeit ist Russland.Ziffer 2 :, Ich wurde am römisch 40 geboren. Ich heiße römisch 40 . Ich habe jetzt eine Rot-Weiß-Rot-Karte + bekommen, aber die Staatsangehörigkeit ist Russland. R: Brauchen Sie die Verdolmetschung? Z 2: Es ist einfacher für mich, über die D zu sprechen.Ziffer 2 :, Es ist einfacher für mich, über die D zu sprechen. R: Welches Sprachniveau haben Sie? Z 2: Ich habe die A2-Prüfung bestanden. B1 habe ich noch nicht bestanden.Ziffer 2 :, Ich habe die A2-Prüfung bestanden. B1 habe ich noch nicht bestanden. R: Seit wann sind Sie in Österreich? Z 2: XXXX .Ziffer 2 :, römisch 40 . R: Die Einvernahme wird unter Beiziehung der D durchgeführt. R: In welcher Beziehung stehen Sie zur BF? Z2: Das ist meine Schwiegermutter. R: Sie ist Ihre Schwiegermutter. Möchten Sie in diesem Verfahren dennoch Angaben machen? Z2: Ja. [...] R: Wie hieß der Sohn der Beschwerdeführerin, mit dem Sie verheiratet waren? Z2: XXXX .Z2: römisch 40 . R: Wann haben Sie geheiratet? Z2: XXXX .Z2: römisch 40 . R: Wo haben Sie nach Ihrer Eheschließung gelebt? Z2: Bei ihnen, im Haus meines Mannes und meiner Schwiegermutter. R: Wie lange haben Sie dort gewohnt? Z2: Zusammen mit meinem Mann zwei Jahre lang. Er ist dann XXXX ums Leben gekommen. Dann habe ich eine Zeit lang weiter dort gelebt. Die Militärangehörigen haben aber nach dem jüngeren Bruder meines Mannes gesucht. Er hat dann nach dem Tod meines Mannes nicht mehr zuhause übernachtet. Es sind jeden Tag Soldaten zu uns gekommen. Entweder in der Früh oder am Abend. Sie haben nach ihm gesucht. Mein Schwiegervater hat mir dann gesagt, dass er Angst um uns hat. Er hat gesagt, dass es für mich einfacher wäre, wenn ich zu meiner Familie zurückziehe, in mein Dorf. Ich bin dann mit meinem Sohn zurück nach Hause.Z2: Zusammen mit meinem Mann zwei Jahre lang. Er ist dann römisch 40 ums Leben gekommen. Dann habe ich eine Zeit lang weiter dort gelebt. Die Militärangehörigen haben aber nach dem jüngeren Bruder meines Mannes gesucht. Er hat dann nach dem Tod meines Mannes nicht mehr zuhause übernachtet. Es sind jeden Tag Soldaten zu uns gekommen. Entweder in der Früh oder am Abend. Sie haben nach ihm gesucht. Mein Schwiegervater hat mir dann gesagt, dass er Angst um uns hat. Er hat gesagt, dass es für mich einfacher wäre, wenn ich zu meiner Familie zurückziehe, in mein Dorf. Ich bin dann mit meinem Sohn zurück nach Hause. R: Wann war das? Z2: Genau weiß ich das nicht mehr. Ich war entweder zuhause oder bei meiner Schwiegermutter. Aber ich hatte Probleme mit meinem Vater. Ich wollte nicht, dass mein Sohn in meinem Elternhaus aufwächst. Er hatte keinen Kontakt mit den Verwandten meines Mannes und ist nicht einmal zum Begräbnis gegangen. Er sagte mir dann, dass mein Sohn nicht in seinem Haus aufwachsen wird und ich ihn der Großmutter übergeben soll. Mein Vater ist sehr streng. Wir haben uns nicht getraut, etwas zu verneinen. Ich habe ihm trotzdem gesagt, dass ich meinen Sohn nicht hergeben werde, dass ich dortbleibe, wo mein Sohn ist. Dann sagte er zu mir, dass ich mit meinem Sohn und meinen Sachen das Haus verlassen soll. Dann hat mich der Onkel mütterlicherseits geholt und ich habe im Haus meiner Mutter gelebt. Ich habe aber in dieser Zeit auch meine Schwiegermutter besucht. Ich bin nur dann in mein Haus gegangen, wenn mein Vater in der Arbeit war. Meine Mutter war krank, hatte keine Hilfe und ich habe ihr in seiner Abwesenheit geholfen. Dann wurde sie sehr schwer krank. Deswegen musste ich meinen Sohn bei der Großmutter lassen. Ich war dann mit ihr in XXXX , weil sie dort in einem Krankenhaus war. Die Behandlung dort war aber falsch und es ging ihr immer schlechter. Dann sind wir nach XXXX . Ich war mit ihr im Krankenhaus zusammen. Mein Vater hat mir dann verboten, meinen Sohn von der Großmutter zu holen. Er hat mir nur erlaubt, ihn einmal in der Woche zu holen und er durfte dann bei uns übernachten. Aber am nächsten Tag musste er wieder weg. Er hat jedes Mal sehr geweint, weil der Großvater nie was gesagt hat, hat er das Gefühl gehabt, dass ich ihn nicht haben will und ich ihn zur Großmutter zurückbringen will. So konnte es nicht weitergehen. Dann haben wir Dokumente erledigt. Das war, glaube ich, im Frühling XXXX . Anfang XXXX war ich glaube ich schon in Österreich. Ich habe aber einen Abschiebebescheid bekommen. XXXX , im Februar glaube ich war das. In Polen habe ich ebenfalls einen negativen Bescheid bekommen. Dann bin ich hierhergekommen. Ich kannte mich mit den Gesetzen nicht aus. Man hat mir gesagt, dass ich hier 0 Chancen habe, weil meine Fingerabdrücke bereits bekannt waren. Man hat mir gesagt, dass man uns im Falle einer Abschiebung für 6 Monate ins Gefängnis bringen wird. Ich hatte keine andere Wahl. Ich habe das Verfahren einstellen lassen. Wir sind dann nach Hause gefahren. Ich lebte dann bei meinem Onkel. XXXX bin ich dann wieder hierhergekommen. Ich habe ständig negative Bescheide bekommen, aber dann nach 5 Jahren habe ich ein Visum bekommen.Z2: Genau weiß ich das nicht mehr. Ich war entweder zuhause oder bei meiner Schwiegermutter. Aber ich hatte Probleme mit meinem Vater. Ich wollte nicht, dass mein Sohn in meinem Elternhaus aufwächst. Er hatte keinen Kontakt mit den Verwandten meines Mannes und ist nicht einmal zum Begräbnis gegangen. Er sagte mir dann, dass mein Sohn nicht in seinem Haus aufwachsen wird und ich ihn der Großmutter übergeben soll. Mein Vater ist sehr streng. Wir haben uns nicht getraut, etwas zu verneinen. Ich habe ihm trotzdem gesagt, dass ich meinen Sohn nicht hergeben werde, dass ich dortbleibe, wo mein Sohn ist. Dann sagte er zu mir, dass ich mit meinem Sohn und meinen Sachen das Haus verlassen soll. Dann hat mich der Onkel mütterlicherseits geholt und ich habe im Haus meiner Mutter gelebt. Ich habe aber in dieser Zeit auch meine Schwiegermutter besucht. Ich bin nur dann in mein Haus gegangen, wenn mein Vater in der Arbeit war. Meine Mutter war krank, hatte keine Hilfe und ich habe ihr in seiner Abwesenheit geholfen. Dann wurde sie sehr schwer krank. Deswegen musste ich meinen Sohn bei der Großmutter lassen. Ich war dann mit ihr in römisch 40 , weil sie dort in einem Krankenhaus war. Die Behandlung dort war aber falsch und es ging ihr immer schlechter. Dann sind wir nach römisch 40 . Ich war mit ihr im Krankenhaus zusammen. Mein Vater hat mir dann verboten, meinen Sohn von der Großmutter zu holen. Er hat mir nur erlaubt, ihn einmal in der Woche zu holen und er durfte dann bei uns übernachten. Aber am nächsten Tag musste er wieder weg. Er hat jedes Mal sehr geweint, weil der Großvater nie was gesagt hat, hat er das Gefühl gehabt, dass ich ihn nicht haben will und ich ihn zur Großmutter zurückbringen will. So konnte es nicht weitergehen. Dann haben wir Dokumente erledigt. Das war, glaube ich, im Frühling römisch 40 . Anfang römisch 40 war ich glaube ich schon in Österreich. Ich habe aber einen Abschiebebescheid bekommen. römisch 40 , im Februar glaube ich war das. In Polen habe ich ebenfalls einen negativen Bescheid bekommen. Dann bin ich hierhergekommen. Ich kannte mich mit den Gesetzen nicht aus. Man hat mir gesagt, dass ich hier 0 Chancen habe, weil meine Fingerabdrücke bereits bekannt waren. Man hat mir gesagt, dass man uns im Falle einer Abschiebung für 6 Monate ins Gefängnis bringen wird. Ich hatte keine andere Wahl. Ich habe das Verfahren einstellen lassen. Wir sind dann nach Hause gefahren. Ich lebte dann bei meinem Onkel. römisch 40 bin ich dann wieder hierhergekommen. Ich habe ständig negative Bescheide bekommen, aber dann nach 5 Jahren habe ich ein Visum bekommen. R: Bitte passen Sie auf mit der Wahrheitspflicht. Sie haben jetzt gesagt, es sind täglich Leute gekommen, um nach XXXX zu suchen. Ihre Schwiegermutter hat angegeben, dass sie jeden Monat, einmal im Jahr oder zwischen drei bis sechs Monate einmal kamen. Möchten Sie dazu etwas sagen?R: Bitte passen Sie auf mit der Wahrheitspflicht. Sie haben jetzt gesagt, es sind täglich Leute gekommen, um nach römisch 40 zu suchen. Ihre Schwiegermutter hat angegeben, dass sie jeden Monat, einmal im Jahr oder zwischen drei bis sechs Monate einmal kamen. Möchten Sie dazu etwas sagen? Z2: Ich habe die Zeitperiode gemeint, als mein Mann noch am Leben war und mein Schwager am Leben war. R: Die Periode bis zu welchem Jahr haben Sie also gemeint? Z2: Mein Schwager ist XXXX verstorben. Dann sind die Leute zu uns nicht jeden Tag gekommen. Man hat dann nach dem anderen Sohn gefragt.Z2: Mein Schwager ist römisch 40 verstorben. Dann sind die Leute zu uns nicht jeden Tag gekommen. Man hat dann nach dem anderen Sohn gefragt. R: Nach welchem? Z2: Der hier gelebt hat. R: Wann sind Sie bei Ihrer Schwiegermutter ausgezogen? Z2: Wann ich aufgehört habe, zu ihr zu kommen? Ich war immer wieder zu Besuch dort. R: Wann sind Sie von Ihrer Schwiegermutter ausgezogen? Z2: Ich hatte kein eigenes Bett. Ich habe an verschiedenen Orten übernachtet. Nach dem Tod meines Mannes, als mir die Schwiegereltern gesagt haben, dass sie Angst haben, bin ich in mein Haus gezogen. R: Wann war das? Z2: Er ist XXXX ums Leben gekommen. Im XXXX ist er ums Leben gekommen, also war das ca. XXXX .Z2: Er ist römisch 40 ums Leben gekommen. Im römisch 40 ist er ums Leben gekommen, also war das ca. römisch 40 . R: Wie war dann der Kontakt zu Ihrer Schwiegermutter, als Sie in Österreich oder Polen waren und sie in der Russischen Föderation? Z2: Ich hatte damals kein Internet. R: Was meinen Sie damit? Z2: Das war teuer, nach Hause anzurufen. Andere Möglichkeiten hat es nicht gegeben. R: Aber was meinen Sie per Internet. Haben Sie Mails geschrieben oder per WhatsApp? Z2: Jetzt gibt es WhatsApp. Damals hat es sowas noch nicht gegeben. R: Wie per Internet hatten Sie Kontakt? Z2: Es hat kein Internet gegeben. Das habe ich gesagt. Ich konnte auch nicht anrufen, weil das sehr teuer war. R: Beschreiben Sie mir Ihre Wiedereinreise in die Russische Föderation XXXX .R: Beschreiben Sie mir Ihre Wiedereinreise in die Russische Föderation römisch 40 . Z2: Ich habe hier das Verfahren einstellen lassen und man hat das[...] alles organisiert und mich zurückgeschickt. R: Mit welchen Dokumenten? Z2: XXXX hat alles organisiert. Ich hatte ja selbst keine Dokumente.Z2: römisch 40 hat alles organisiert. Ich hatte ja selbst keine Dokumente. R: Wie wurden Sie zurückgeschickt? Mit der Bahn, mit dem Flugzeug? Z2: Flugzeug. R: Wohin? Z2: Zuerst XXXX , dann nach XXXX . Wir sind damals nicht in Tschetschenien gelandet.Z2: Zuerst römisch 40 , dann nach römisch 40 . Wir sind damals nicht in Tschetschenien gelandet. R: Gab es Probleme bei der Einreise? Z2: In XXXX hat es Probleme gegeben. Ich wurde dort über 2 Stunden festgehalten.Z2: In römisch 40 hat es Probleme gegeben. Ich wurde dort über 2 Stunden festgehalten. R: Beschreiben Sie das. Z2: Man hat mir Papier und Kugelschreiber gegeben und hat mich aufgefordert, wo ich in der Zeit war und mit wem. Ich sollte alles schreiben und abgeben. Ich habe gesagt, dass ich Analphabetin bin und nicht schreiben kann. Aber sie haben trotzdem darauf beharrt, dass ich es aufschreibe. Nach über 2 Stunden wurde ich freigelassen. Ich weiß nicht warum. R: Also haben Sie keine Angaben gemacht. Z2: Ich habe gesagt, dass ich nur zwecks Behandlung dort war. R: Was war mit Ihrem Sohn bei der Wiedereinreise? Z2: Er war die ganze Zeit mit mir zusammen, als ich nach Hause fuhr. R: Warum sind Sie nach Tschetschenien gefahren und nicht in einem anderen Teil Russlands geblieben? Z2: Weil ich sonst keine Verwandten habe. Ich konnte nicht alleine mit dem Kind irgendwo in Russland Unterkunft nehmen. R: Welche Verwandten Ihres Mannes leben noch in der Russischen Föderation? Z2: Die BF. Sie kam ja nach mir nach Österreich. Damals hatte mein Mann noch zwei Schwestern, einen Neffen mit der Mutter, der Vater war auch nicht mehr da. Der Neffe heißt XXXX . Aber sie haben nicht zusammengelebt. Jeder hatte eine andere Unterkunft.Z2: Die BF. Sie kam ja nach mir nach Österreich. Damals hatte mein Mann noch zwei Schwestern, einen Neffen mit der Mutter, der Vater war auch nicht mehr da. Der Neffe heißt römisch 40 . Aber sie haben nicht zusammengelebt. Jeder hatte eine andere Unterkunft. R: Sonst noch Verwandte? Z2: Das sind die, die ich kenne. R: Wie ist Ihre Beziehung, seit die BF in Österreich lebt? Z2: Gut. So wie immer. Sie hat uns immer sehr gut behandelt. R: Was heißt gut? Z2: Sie hat uns nie beleidigt, sie hat uns zu nichts gezwungen, so wie andere Schwiegermütter. Sie war nicht streng. R: Besteht ein Pflege- oder Abhängigkeitsverhältnis? Z2: Weder ich noch sie verfügen über ein Einkommen, also können wir uns nicht gegenseitig helfen. Aber wir sind Verwandte und versuchen uns zu unterstützen. Es gibt eine Freundschaft. R: Wie ist die Beziehung der BF zu Ihrem Sohn? Der müsste ja XXXX sein, oder?R: Wie ist die Beziehung der BF zu Ihrem Sohn? Der müsste ja römisch 40 sein, oder? Z2: Im XXXX wird er XXXX . Die Großmutter liebt ihn sehr. Sie hat auch immer Mitleid mit ihm gehabt, weil er weder einen Vater noch Geschwister hat.Z2: Im römisch 40 wird er römisch 40 . Die Großmutter liebt ihn sehr. Sie hat auch immer Mitleid mit ihm gehabt, weil er weder einen Vater noch Geschwister hat. R: Waren Sie in Österreich jemals einer Bedrohung ausgesetzt? Z2: Nein. R: Und Ihr Sohn? Z2: Nein. Das ist das einzige Land auf dieser Erde, wo es uns gut geht. R: Sie gaben in Ihrem Asylfolgeantragsverfahren keine staatliche Verfolgung an. Trifft das zu? Z2: Man hat Druck auf mich ausgeübt. R: Inwiefern und wer? Z2: Alle haben mich anders behandelt, als ich zurückgekommen bin. Ich meine damit meine Brüder und so. Den Vater habe ich gar nicht getroffen. R: In der mündlichen Verhandlung vor dem Bundesverwaltungsgericht 2017 gaben Sie an, dass Sie Anfangs Probleme mit Z1 hatten, weil er Sie dazu bringen habe wollen, dass Sie in Österreich Kopftuch tragen. Heute sind Sie mit Kopftuch erschienen. Wollen Sie dazu etwas angeben? Z2: Nicht so ein Kopftuch wie jetzt. Er wollte, dass ich eine geschlossene Kleidung trage. Zur Arbeit gehe ich auch ohne Kopftuch. Ich habe nur deswegen ein Kopftuch, weil meine Schwiegermutter hier ist. R: Welche Verwandten Ihres Gatten leben in Österreich? Geben Sie Vor- und Nachnamen sowie Wohnort und Verwandtschaftsverhältnis an! Die Aufnahme der Daten mit der BF war etwas kompliziert und die Angaben konnten im ZMR nicht verifiziert werden. Z2: Ja, sie vermischt die Namen und die Daten. Sie hat viel erlebt. Z2: Hier in XXXX am XXXX habe ich auch Verwandte, nämlich XXXX und XXXX .Z2: Hier in römisch 40 am römisch 40 habe ich auch Verwandte, nämlich römisch 40 und römisch 40 . R: Könnte es sein, XXXX , geb. XXXX in XXXX , wohnhaft in XXXX ?R: Könnte es sein, römisch 40 , geb. römisch 40 in römisch 40 , wohnhaft in römisch 40 ? Z2: Ja, das ist sie. XXXX ist dasselbe Dorf wie XXXX . XXXX ist die Nichte der BF.Z2: Ja, das ist sie. römisch 40 ist dasselbe Dorf wie römisch 40 . römisch 40 ist die Nichte der BF. R: Die Tochter von welchem Sohn des BF? Z2: Die Tochter von XXXX .Z2: Die Tochter von römisch 40 . R: Ihr Bruder heißt XXXX . Wann ist er geboren?R: Ihr Bruder heißt römisch 40 . Wann ist er geboren? Z2: Ich weiß, dass er XXXX Jahre alt ist und Anfang XXXX Geburtstag hat.Z2: Ich weiß, dass er römisch 40 Jahre alt ist und Anfang römisch 40 Geburtstag hat. R: Wissen Sie, welchen Aufenthaltsstatus die beiden haben? Z2: Ich glaube, dass sie einen positiven Bescheid haben und eine Aufenthaltsgenehmigung. R: Seit wann leben die hier? Z2: Wahrscheinlich seit 12 Jahren. Alle haben positive Bescheide bekommen und ich nur ein Visum. R: Welche Verwandten gibt's dann noch? Z2: Den Zeugen der draußen sitzt mit seiner Familie. Der wohnt in XXXX , XXXX .Z2: Den Zeugen der draußen sitzt mit seiner Familie. Der wohnt in römisch 40 , römisch 40 . R: Und sonst? Z2: Und seine Familie. 6 Kinder und eine Frau. Seine Frau kommt aus dem gleichen Dorf wie ich. Aus XXXX .Z2: Und seine Familie. 6 Kinder und eine Frau. Seine Frau kommt aus dem gleichen Dorf wie ich. Aus römisch 40 . R: Sonst noch Familie? Z2: Die Großmutter ist noch da und wir. R: Wer ist XXXX ? XXXX hat angegeben, es ist seine Nichte.R: Wer ist römisch 40 ? römisch 40 hat angegeben, es ist seine Nichte. Z2: Die Großmutter hat eine Nichte, XXXX . Es lebt ja die Tochter von ihrer Schwester da. Das ist eine Nichte. Aber von XXXX weiß ich nichts.Z2: Die Großmutter hat eine Nichte, römisch 40 . Es lebt ja die Tochter von ihrer Schwester da. Das ist eine Nichte. Aber von römisch 40 weiß ich nichts. R: Wie heißt diese XXXX mit vollem Namen?R: Wie heißt diese römisch 40 mit vollem Namen? Z2: Das weiß ich nicht. R: Wie halten Sie Kontakt mit der Verwandtschaft Ihres Mannes, die noch in der russischen Föderation lebt? Z2: Ich hatte keinen Kontakt. Ich habe nur mit der Schwiegermutter Kontakt. Ich habe nur wenig Zeit, weil ich arbeite. R: Waren Sie, seitdem Sie den Aufenthaltstitel haben, noch einmal in der russischen Föderation? Z2: Nein. Ich hatte den Auslandspass nur für 5 Jahre. Ich hätte es nur in der Botschaft verlängern können, aber es hat Probleme mit meinem Sohn gegeben, weil man sich weigerte, seine Staatsbürgerschaft zu bestätigen. Ich möchte auf jeden Fall einen Auslandspass bekommen. R: Haben Sie Fragen an die Zeugin? BFV: Keine Fragen. R: Möchten Sie das Protokoll zur Durchsicht oder möchten Sie es rückübersetzt? Z2: Es ist besser, wenn sie es lesen. [...] R: Wurde das richtig protokolliert, was Sie vorher angegeben haben? Z2: Zu Seite 37 möchte ich angeben, dass mein Mann damals schon Probleme hatte und auf der Flucht war. Zum Auslandspass möchte ich angeben, dass ich ihn nicht haben will, aber wegen des Visums brauche. Ich kann das Visum nur mit einem Pass bekommen. Eine Freundin ist von XXXX nach XXXX übersiedelt. Sie wollte sich ummelden und man hat gleich die Auslandspässe gefordert.Z2: Zu Seite 37 möchte ich angeben, dass mein Mann damals schon Probleme hatte und auf der Flucht war. Zum Auslandspass möchte ich angeben, dass ich ihn nicht haben will, aber wegen des Visums brauche. Ich kann das Visum nur mit einem Pass bekommen. Eine Freundin ist von römisch 40 nach römisch 40 übersiedelt. Sie wollte sich ummelden und man hat gleich die Auslandspässe gefordert. R: Wurde sonst alles richtig protokolliert? Z2: Ja." Der Sohn XXXX machte als Zeuge in der auf Russisch durchgeführtenDer Sohn römisch 40 machte als Zeuge in der auf Russisch durchgeführten Einvernahme folgende Angaben: "R: Bitte geben Sie Ihren vollen Namen, ihr Geburtsdatum und ihre Staatsangehörigkeit an. Z1: Ich bin XXXX , geboren am XXXX . Ich wohne momentan in XXXX ,Z1: Ich bin römisch 40 , geboren am römisch 40 . Ich wohne momentan in römisch 40 , XXXX .römisch 40 . R: In welcher Beziehung stehen Sie zur BF? Z1: Diese Frau ist meine Mutter. R: Wollen Sie im Verfahren Ihrer Mutter eine Aussage machen? Z1: Ja. R: Was ist Ihr Sprachniveau auf Deutsch? Z1: Ich habe in den ersten Jahren 4 oder 6 Monate Deutschkurs bei der Caritas gemacht für A
  14. Ich habe noch gemacht den Kurs für Lagerlogistik, der dauert 8 Stunden. Die ersten 4 Stunden sind Deutschkurs und XXXX Dialekt.Z1: Ich habe in den ersten Jahren 4 oder 6 Monate Deutschkurs bei der Caritas gemacht für A
  15. Ich habe noch gemacht den Kurs für Lagerlogistik, der dauert 8 Stunden. Die ersten 4 Stunden sind Deutschkurs und römisch 40 Dialekt. R: Ich stelle fest, dass Ihre Deutschkenntnisse für eine Einvernahme in diesem Verfahren nicht ausreichen. Die Einvernahme wird verdolmetscht. [...] R: Brauchen Sie eine Zeitbestätigung? Z1: Nein. R: Sicher? Z1: Ich hatte einen Unfall. Deswegen arbeite ich jetzt nicht. R: Sind Sie im Krankenstand? Z1: Ich hatte einen Unfall und habe Probleme mit meiner Gesundheit. Gestern hatte ich einen Termin beim XXXX .Z1: Ich hatte einen Unfall und habe Probleme mit meiner Gesundheit. Gestern hatte ich einen Termin beim römisch 40 . R: Also brauchen Sie keine Bestätigung? Z1: Stimmt. Derzeit arbeite ich nicht. R: Wann haben Sie geheiratet? Z1: XXXX .Z1: römisch 40 . R: Wo haben Sie nach Ihrer Heirat gelebt? Z1: Ein paar Monate mit meinen Eltern zusammen und im XXXX bin ich mit meiner Frau nach XXXX gezogen. Allerdings war ich einige Male noch zuhause. Ich bin hin und her gefahren. Seit XXXX habe ich ständig in XXXX gelebt. Das letzte Mal habe ich im Elternhaus XXXX übernachtet. Das war wie der Krieg begonnen hat und die Russen Tschetschenien besetzt haben.Z1: Ein paar Monate mit meinen Eltern zusammen und im römisch 40 bin ich mit meiner Frau nach römisch 40 gezogen. Allerdings war ich einige Male noch zuhause. Ich bin hin und her gefahren. Seit römisch 40 habe ich ständig in römisch 40 gelebt. Das letzte Mal habe ich im Elternhaus römisch 40 übernachtet. Das war wie der Krieg begonnen hat und die Russen Tschetschenien besetzt haben. R: Wo haben Sie zwischen XXXX und XXXX gelebt?R: Wo haben Sie zwischen römisch 40 und römisch 40 gelebt? Z1: Kann ich eine Frage stellen? Bin ich nur Zeuge oder ist es die Einvernahme meiner Person. R: Ich vernehme Sie als Zeuge im Verfahren Ihrer Mutter. Natürlich geht es auch um die Frage, welcher Gefahr ihre Mutter ausgesetzt ist. Z1: Ich habe nicht gedacht, dass man mich über mein persönliches Leben befragen wird. R: Aus welchem Grund können Sie nicht beantworten, wo Sie XXXX bis XXXX gelebt haben?R: Aus welchem Grund können Sie nicht beantworten, wo Sie römisch 40 bis römisch 40 gelebt haben? Z1: Ich habe nicht nein gesagt. Ich habe bei meinen Eltern gelebt. Als mein älterer Bruder gestorben ist, lebte ich... der ältere Bruder ist gestorben und die Schwägerin ist mit einem kleinen Kind zurückgeblieben. Ich habe ein paar Monate im Haus meines verstorbenen Bruders gelebt. Dann bin ich im XXXX nach XXXX gezogen. Das war am XXXX , dem Geburtstag der Schwester meiner Frau. Ich kann mich an das Datum erinnern, weil es der Geburtstag der Schwester meiner Frau ist.Z1: Ich habe nicht nein gesagt. Ich habe bei meinen Eltern gelebt. Als mein älterer Bruder gestorben ist, lebte ich... der ältere Bruder ist gestorben und die Schwägerin ist mit einem kleinen Kind zurückgeblieben. Ich habe ein paar Monate im Haus meines verstorbenen Bruders gelebt. Dann bin ich im römisch 40 nach römisch 40 gezogen. Das war am römisch 40 , dem Geburtstag der Schwester meiner Frau. Ich kann mich an das Datum erinnern, weil es der Geburtstag der Schwester meiner Frau ist. R: Bis wann haben Sie in XXXX gelebt?R: Bis wann haben Sie in römisch 40 gelebt? Z1: Bis XXXX .Z1: Bis römisch 40 . R: Haben Sie alleine in XXXX gelebt?R: Haben Sie alleine in römisch 40 gelebt? Z1: Nein. Meine ersten zwei Kinder, der Bub und das Mädchen, sind in XXXX geboren. Weitere Geschwister von mir haben nicht in XXXX gelebt.Z1: Nein. Meine ersten zwei Kinder, der Bub und das Mädchen, sind in römisch 40 geboren. Weitere Geschwister von mir haben nicht in römisch 40 gelebt. R: Wie oft hat Ihre Mutter Sie in XXXX besucht?R: Wie oft hat Ihre Mutter Sie in römisch 40 besucht? Z1: Es gab Krieg. Jedes Jahr wurde ein anderer Bruder umgebracht. In den XXXX Jahren glaube ich XXXX Mal. Zuletzt hat sie mich XXXX besucht. Sie hat mich ein- oder zweimal besucht. Ich kann mich jetzt nicht daran erinnern.Z1: Es gab Krieg. Jedes Jahr wurde ein anderer Bruder umgebracht. In den römisch 40 Jahren glaube ich römisch 40 Mal. Zuletzt hat sie mich römisch 40 besucht. Sie hat mich ein- oder zweimal besucht. Ich kann mich jetzt nicht daran erinnern. R: Wie haben Sie sonst mit Ihrer Mutter Kontakt gehalten, während Sie in XXXX lebten und Ihre Mutter in Tschetschenien?R: Wie haben Sie sonst mit Ihrer Mutter Kontakt gehalten, während Sie in römisch 40 lebten und Ihre Mutter in Tschetschenien? Z1: Einen direkten Kontakt hat es nicht gegeben. Es gab nur "Stille Post". R: Wie haben Sie erfahren, dass Ihre Mutter in Österreich ist? Z1: Ich weiß, dass sie Geld gespart hat. Ich hatte ja Kontakt mit meinen Verwandten, mit der Frau von dem Onkel. Das Geld wurde gesammelt, also die Mutter hat die Kühe verkauft und hat von der Pension etwas gespart. Sie hat auch den XXXX verkauft und das Auto, als mein Vater gestorben ist. Ich weiß es nicht 100%, also jetzt ist das alles nicht da, also hat sie es offensichtlich verkauft.Z1: Ich weiß, dass sie Geld gespart hat. Ich hatte ja Kontakt mit meinen Verwandten, mit der Frau von dem Onkel. Das Geld wurde gesammelt, also die Mutter hat die Kühe verkauft und hat von der Pension etwas gespart. Sie hat auch den römisch 40 verkauft und das Auto, als mein Vater gestorben ist. Ich weiß es nicht 100%, also jetzt ist das alles nicht da, also hat sie es offensichtlich verkauft. R: Woher wissen Sie, dass es jetzt nicht mehr da ist? Z1: Wissen Sie, seit 4 Jahren sind wir jeden Tag zusammen, dass weiß ich. Ich kenne sogar den Namen von der Person, der das ganze Zubehör zum XXXX gekauft hat, weil er wollte es nachher bezahlen und dann ist er aber gestorben. Das hat die Mutter erzählt.Z1: Wissen Sie, seit 4 Jahren sind wir jeden Tag zusammen, dass weiß ich. Ich kenne sogar den Namen von der Person, der das ganze Zubehör zum römisch 40 gekauft hat, weil er wollte es nachher bezahlen und dann ist er aber gestorben. Das hat die Mutter erzählt. R: Wie haben Sie erfahren, dass Ihre Mutter in Österreich ist? Sie haben einen Brief an die Behörden geschrieben, dass Ihre Mutter in XXXX ist. Das müssen Sie irgendwie erfahren haben.R: Wie haben Sie erfahren, dass Ihre Mutter in Österreich ist? Sie haben einen Brief an die Behörden geschrieben, dass Ihre Mutter in römisch 40 ist. Das müssen Sie irgendwie erfahren haben. Z1: Ich glaube, dass sie meine Nummer[...] hatte. Ein Mann hat mich aus XXXX angerufen und gesagt, dass sie da ist. Der junge Mann war damals auch in XXXX . Das war auch ein Tschetschene. Dann waren wir noch eine lange Zeit über WhatsApp in Verbindung.Z1: Ich glaube, dass sie meine Nummer[...] hatte. Ein Mann hat mich aus römisch 40 angerufen und gesagt, dass sie da ist. Der junge Mann war damals auch in römisch 40 . Das war auch ein Tschetschene. Dann waren wir noch eine lange Zeit über WhatsApp in Verbindung. R: Wer war das? Z1: Ich glaube, dass sein Vorname XXXX war. Mehr weiß ich nicht.Z1: Ich glaube, dass sein Vorname römisch 40 war. Mehr weiß ich nicht. R: Wer ist XXXX ?R: Wer ist römisch 40 ? Z1: Ich kenne sie nicht. R: Sie haben der Behörde eine Erklärung geschickt, wonach sie Ihre Cousine ist. Z1: Ich habe nicht gesagt, dass es meine Cousine ist. Der Mann aus XXXX hat angerufen. Meine Mutter wurde nach XXXX gebracht. Die Frau wollte auch nach XXXX . Wenn jemand einen Antrag schreibt und es damit begründet, dass das Familie oder Freundin ist, dann hilft das in XXXX . Dort gibt es eine eigene Organisation, die sich mit dem Trans[port] beschäftigt.Z1: Ich habe nicht gesagt, dass e

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