W285 2227568-1
RIS Dokument GerichtBundesverwaltungsgericht Entscheidungsdatum21.04.2022 GeschäftszahlW285 2227568-1 SpruchW285 2227568-1/13E, W285 2227568-1/13E IM NAMEN DER REPUBLIK!, IM NAMEN DER REPUBLIK!, Das Bundesverwaltungsgericht erkennt durch die Richterin Dr. Eva WENDLER als Einzelrichterin über die Beschwerde der XXXX , geboren am XXXX , Staatsangehörigkeit: Tschechien, vertreten durch RA XXXX , gegen den Bescheid des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl vom 08.11.2019, Zahl: XXXX , betreffend die Erlassung eines befristeten Aufenthaltsverbotes zu Recht:Das Bundesverwaltungsgericht erkennt durch die Richterin Dr. Eva WENDLER als Einzelrichterin über die Beschwerde der römisch 40 , geboren am römisch 40 , Staatsangehörigkeit: Tschechien, vertreten durch RA römisch 40 , gegen den Bescheid des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl vom 08.11.2019, Zahl: römisch 40 , betreffend die Erlassung eines befristeten Aufenthaltsverbotes zu Recht:
A) Der Beschwerde wird stattgegeben und der angefochtene Bescheid ersatzlos aufgehoben.
B) Die Revision ist gemäß Art. 133 Abs. 4 B-VG nicht zulässig.B) Die Revision ist gemäß Artikel 133, Absatz 4, B-VG nicht zulässig. , , TextEntscheidungsgründe:, Entscheidungsgründe:
I. Verfahrensgang:römisch eins. Verfahrensgang:
Mit Bescheid des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl, Regionaldirektion Oberösterreich, vom 08.11.2019 wurde gegen die Beschwerdeführerin gemäß § 67 Abs. 1 und 2 FPG ein auf die Dauer von vier Jahren befristetes Aufenthaltsverbot erlassen (Spruchpunkt I.). Weiters wurde ihr gemäß § 70 Abs. 3 FPG ein Durchsetzungsaufschub von einem Monat ab Durchsetzbarkeit der Entscheidung erteilt (Spruchpunkt II.). Begründend wurde im Wesentlichen auf die gerichtlichen Verurteilungen der Beschwerdeführerin verwiesen.Mit Bescheid des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl, Regionaldirektion Oberösterreich, vom 08.11.2019 wurde gegen die Beschwerdeführerin gemäß Paragraph 67, Absatz eins und 2 FPG ein auf die Dauer von vier Jahren befristetes Aufenthaltsverbot erlassen (Spruchpunkt römisch eins.). Weiters wurde ihr gemäß Paragraph 70, Absatz 3, FPG ein Durchsetzungsaufschub von einem Monat ab Durchsetzbarkeit der Entscheidung erteilt (Spruchpunkt römisch zwei.). Begründend wurde im Wesentlichen auf die gerichtlichen Verurteilungen der Beschwerdeführerin verwiesen.
Gegen den Bescheid wurde mit Schriftsatz des bevollmächtigten Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin vom 09.12.2019, beim Bundesamt am 09.12.2019 einlangend, fristgerecht das Rechtsmittel der Beschwerde erhoben.
Es wurde beantragt, das Bundesverwaltungsgericht möge eine mündliche Verhandlung durchführen, den Bescheid ersatzlos aufheben; in eventu in der Rechtssache selbst entscheiden; den Bescheid aufheben und die Rechtssache zur Verfahrensergänzung und neuerlichen Entscheidung an die Behörde erster Instanz zurückverweisen. Begründend wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin seit mehr als zwei Jahren nicht in Erscheinung getreten sei und sich an die österreichischen Gesetze halte und dass die strafrechtliche Verurteilung zu AZ XXXX nicht geeignet sei eine negative Prognose zu begründen, da lediglich 100 Tagessätze Geldstrafe im Schuldspruch enthalten seien. Der Sohn der Beschwerdeführerin gehe einer Lehre nach, wobei die Lehrlingsentschädigung weniger als € 600,00 betrage und dieser nicht selbsterhaltungsfähig sei.
Es bestehe daher ein Naheverhältnis, da die Beschwerdeführerin primäre Bezugsperson und Lebenserhalterin sei. Durch die Feststellung, dass diese einen Reisepass der Tschechischen Republik habe und tschechische Staatsbürgerin sei, ergebe sich die Angehörigkeit zu einem EWR-Mitgliedstaat, weshalb ihr die unionsrechtliche Aufenthaltsberechtigung gemäß § 2 Abs 4 Z 8 FPG zukomme. Es wurde beantragt, das Bundesverwaltungsgericht möge eine mündliche Verhandlung durchführen, den Bescheid ersatzlos aufheben; in eventu in der Rechtssache selbst entscheiden; den Bescheid aufheben und die Rechtssache zur Verfahrensergänzung und neuerlichen Entscheidung an die Behörde erster Instanz zurückverweisen. Begründend wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin seit mehr als zwei Jahren nicht in Erscheinung getreten sei und sich an die österreichischen Gesetze halte und dass die strafrechtliche Verurteilung zu AZ römisch 40 nicht geeignet sei eine negative Prognose zu begründen, da lediglich 100 Tagessätze Geldstrafe im Schuldspruch enthalten seien.
Der Sohn der Beschwerdeführerin gehe einer Lehre nach, wobei die Lehrlingsentschädigung weniger als € 600,00 betrage und dieser nicht selbsterhaltungsfähig sei. Es bestehe daher ein Naheverhältnis, da die Beschwerdeführerin primäre Bezugsperson und Lebenserhalterin sei. Durch die Feststellung, dass diese einen Reisepass der Tschechischen Republik habe und tschechische Staatsbürgerin sei, ergebe sich die Angehörigkeit zu einem EWR-Mitgliedstaat, weshalb ihr die unionsrechtliche Aufenthaltsberechtigung gemäß Paragraph 2, Absatz 4, Ziffer 8, FPG zukomme.
Die gegenständliche Beschwerde und die Bezug habenden Verwaltungsakten wurden dem Bundesverwaltungsgericht vom Bundesamt vorgelegt und langten dort am 16.01.2020 ein.
Per E-Mail vom 02.06.2020 langte beim Bundesverwaltungsgericht eine Beschwerdenachreichung ein, wonach Ermittlungen gegen die Beschwerdeführerin hinsichtlich eines versuchten Sozialleistungsbetruges geführt wurden.
Am 09.09.2021 gab der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin die Auflösung der Vollmacht bekannt, da es ihm nicht möglich war Kontakt mit dieser aufzunehmen bzw. die Ladung für die am 14.09.2021 ausgeschriebene öffentliche mündliche Beschwerdeverhandlung zuzustellen.
Die Verhandlung wurde in weiterer Folge abberaumt. Mit Parteiengehör vom 10.09.2021 wurde der Beschwerdeführerin vom Bundesverwaltungsgericht die Möglichkeit geboten, innerhalb einer Frist von drei Wochen zu ihren aktuellen persönlichen und privaten Verhältnissen, unter Anschluss allfälliger Unterlagen, Stellung zu beziehen.
Am 06.10.2021 langte die Stellungnahme der nunmehr wieder rechtsfreundlich vertretenen Beschwerdeführerin beim Bundesverwaltungsgericht ein. Zu ihren persönlichen und privaten Verhältnissen führte die Beschwerdeführerin aus, dass sie zusammen mit ihrem Lebensgefährten, welcher ihr Halt gebe, den sie so bald wie möglich heiraten wolle und mit dem sie auch ein Haus bauen und ein Kind bekommen wolle, und mit ihrem Sohn, der sich im dritten Lehrjahr als Buchhändler befände, in einer Wohnung lebe. In dem Haus leben vier bereits ältere Parteien, welche die Beschwerdeführerin durch alltägliche Hilfsdienste unterstütze. Sie arbeite auch seit mehreren Jahren bei einer Pizza Produktion GmbH, wo sie ihre Vergangenheit von Beginn an offengelegt habe und sich seither zu einem unverzichtbaren Mitglied des Unternehmens hochgearbeitet habe. Der Stellungnahme liegen außerdem noch bestätigende Schreiben des Sohnes, eines Freundes dessen und Arbeitgebers bei.
Am 12.12.2021 (richtigerweise 12.10.2021) wurde sie unter Bezugnahme auf Ihre Stellungnahme vom 06.10.2021 aufgefordert, innerhalb von zwei Wochen ab Zustellung dieses Schreibens die Schulzeugnisse, insbesondere Abschlusszeugnisse, Ihres Sohnes sowie eine Bestätigung über das Bestehen des Lehrverhältnisses, vorzulegen. Dieser Aufforderung kam sie am 19.10.2021 nach, indem sie den Lehrvertrag des Sohnes, sowie Zeugnisse der Schuljahre 2019/2020 und 2020/2021 vorlegte.Am 12.12.2021 (richtigerweise 12.10.2021) wurde sie unter Bezugnahme auf Ihre Stellungnahme vom 06.10.2021 aufgefordert, innerhalb von zwei Wochen ab Zustellung dieses Schreibens die Schulzeugnisse, insbesondere Abschlusszeugnisse, Ihres Sohnes sowie eine Bestätigung über das Bestehen des Lehrverhältnisses, vorzulegen. Dieser Aufforderung kam sie am 19.10.2021 nach, indem sie den Lehrvertrag des Sohnes, sowie Zeugnisse der Schuljahre 2019 aus 2020, und 2020 aus 2021, vorlegte.
II. Das Bundesverwaltungsgericht hat erwogen:römisch zwei. Das Bundesverwaltungsgericht hat erwogen:
Die Beschwerdeführerin ist Staatsangehörige Tschechiens und daher EWR Bürgerin. Die im Spruch angeführte Identität (Name und Geburtsdatum) steht fest (vgl. aktenkundige Kopie des Reisepasses, AS 15 und AS 91ff; Personalausweis der Republik Tschechien, AS 87). Die Beschwerdeführerin ist Staatsangehörige Tschechiens und daher EWR Bürgerin. Die im Spruch angeführte Identität (Name und Geburtsdatum) steht fest vergleiche aktenkundige Kopie des Reisepasses, AS 15 und AS 91ff; Personalausweis der Republik Tschechien, AS 87).
Die Beschwerdeführerin lebt seit spätestens September 2007 durchgehend in Österreich und weist im Zentralen Melderegister die folgenden Meldungen eines Wohnsitzes im Bundesgebiet auf, wobei sie hiervon insgesamt über 1 Jahr und drei Monate in einer Justizanstalt verbracht hat (vgl Auszug aus dem Zentralen Melderegister vom 20.04.2022): Die Beschwerdeführerin lebt seit spätestens September 2007 durchgehend in Österreich und weist im Zentralen Melderegister die folgenden Meldungen eines Wohnsitzes im Bundesgebiet auf, wobei sie hiervon insgesamt über 1 Jahr und drei Monate in einer Justizanstalt verbracht hat vergleiche Auszug aus dem Zentralen Melderegister vom 20.04.2022):
04.09.2007 bis 10.01.2008 Hauptwohnsitz 10.01.2008 bis 01.09.2008 Hauptwohnsitz 01.09.2008 bis 05.11.2010 Hauptwohnsitz seit 05.11.2010 Hauptwohnsitz 04.11.2013 bis 18.11.2013 Nebenwohnsitz (Justizanstalt) 18.11.2013 bis 23.01.2014 Nebenwohnsitz (Justizanstalt) 18.12.2014 bis 25.01.2016 Nebenwohnsitz (Justizanstalt) Der Beschwerdeführerin wurde am 18.12.2008 eine Anmeldebescheinigung ausgestellt, ein weiterer Antrag auf Ausstellung einer Anmeldebescheinigung wurde am 03.10.2018 gestellt (Auszug Zentrales Fremdenregisterauszug vom 07.04.2022).
Die Beschwerdeführerin weist darüber hinaus die folgenden Sozialversicherungsdaten im Bundesgebiet auf (vgl Sozialversicherungsdatenauszug vom 13.04.2022):Die Beschwerdeführerin weist darüber hinaus die folgenden Sozialversicherungsdaten im Bundesgebiet auf vergleiche Sozialversicherungsdatenauszug vom 13.04.2022):
01.02.2008 bis 14.03.2008 Arbeiterin 21.10.2008 bis 28.02.2009 Arbeiterin 02.03.2009 bis 08.02.2010 Arbeiterin 15.02.2010 bis 09.04.2010 Arbeiterin 28.05.2010 bis 30.06.2010 geringfügig beschäftigte Arbeiterin 10.02.2010 bis 14.02.2010 Arbeitslosengeldbezug 10.04.2010 bis 19.05.2010 Arbeitslosengeldbezug 01.07.2010 bis 18.08.2010 Arbeitslosengeldbezug 09.09.2010 bis 12.09.2010 Arbeitslosengeldbezug 01.10.2010 bis 01.11.2010 Notstandshilfe, Überbrückungshilfe 20.08.2010 bis 31.08.2010 Arbeiterin 18.03.2011 bis 30.04.2011 geringfügig beschäftigte Arbeiterin 02.11.2010 bis 30.11.2010 Notstandshilfe, Überbrückungshilfe 20.12.2010 bis 12.01.2011 Notstandshilfe, Überbrückungshilfe 15.01.2011 bis 03.02.2011 Notstandshilfe, Überbrückungshilfe 10.02.2011 bis 27.03.2011 Notstandshilfe, Überbrückungshilfe 30.04.2011 bis 21.05.2011 Notstandshilfe, Überbrückungshilfe 25.09.2012 bis 17.10.2012 Notstandshilfe, Überbrückungshilfe 22.10.2012 bis 26.11.2012 Notstandshilfe, Überbrückungshilfe 14.01.2013 bis 07.02.2013 Notstandshilfe, Überbrückungshilfe 21.03.2013 bis 09.05.2013 Notstandshilfe, Überbrückungshilfe 02.09.2013 bis 08.10.2013 Notstandshilfe, Überbrückungshilfe 16.10.2013 bis 01.11.2013 Notstandshilfe, Überbrückungshilfe 29.01.2014 bis 26.03.2014 Notstandshilfe, Überbrückungshilfe 17.04.2014 bis 30.06.2014 Notstandshilfe, Überbrückungshilfe 01.02.2016 bis 15.02.2016 Arbeitslosengeldbezug 01.05.2016 bis 02.09.2016 Arbeitslosengeldbezug 03.09.2016 bis 29.09.2016 Notstandshilfe, Überbrückungshilfe 01.10.2016 bis 16.11.2016 Notstandshilfe, Überbrückungshilfe 19.11.2016 bis 12.04.2017 Notstandshilfe, Überbrückungshilfe 08.05.2017 bis 10.06.2017 Notstandshilfe, Überbrückungshilfe 20.06.2017 bis 13.07.2017 Notstandshilfe, Überbrückungshilfe 20.10.2017 bis 13.12.2017 Notstandshilfe, Überbrückungshilfe 02.01.2018 bis 16.03.2018 Notstandshilfe, Überbrückungshilfe 04.06.2018 bis 28.08.2018 Arbeitslosengeldbezug 30.08.2018 Arbeitslosengeldbezug 02.09.2018 bis 02.01.2019 Arbeitslosengeldbezug 03.01.2019 bis 28.02.2019 Notstandshilfe, Überbrückungshilfe 22.03.2020 bis 17.09.2020 Arbeitslosengeldbezug 27.09.2020 bis 26.10.2020 Arbeitslosengeldbezug 05.11.2020 bis 22.06.2021 Notstandshilfe, Überbrückungshilfe 30.11.2021 bis 08.02.2022 Notstandshilfe, Überbrückungshilfe 31.05.2011 Arbeiterin 07.06.2011 bis 15.07.2011 Arbeiterin 11.09.2012 bis 20.09.2012 Arbeiterin 15.10.2012 bis 16.10.2012 geringfügig beschäftigte Arbeiterin 12.06.2013 bis 23.06.2013 geringfügig beschäftigte Arbeiterin 01.07.2014 bis 31.12.2014 freier Dienstvertrag 26.03.2015 bis 31.01.2016 Angestellte 16.02.2016 bis 30.04.2016
Angestellte 15.06.2016 bis 20.07.2016 geringfügig beschäftigte Arbeiterin 14.07.2017 bis 18.09.2017 Arbeiterin 17.10.2017 bis 31.10.2017 freier Dienstvertrag, geringfügig beschäftigt 17.03.2018 bis 29.05.2018 Angestellte 31.08.2018 bis 01.09.2018 Arbeiterin 25.10.2018 geringfügig beschäftigte Arbeiterin 18.01.2019 bis 19.03.2019 geringfügig beschäftigte Arbeiterin 19.03.2019 bis 13.03.2020 Arbeiterin 18.09.2020 bis 23.09.2020 Angestellte 26.09.2020 Krankengeldbezug 23.06.2021 bis 11.10.2021 Arbeiterin 09.02.2022 bis 04.04.2022 Arbeiterin Seit 07.03.2022 Angestellte Die Beschwerdeführerin führt im Bundesgebiet seit April 2018 eine Lebensgemeinschaft mit dem österreichischen Staatsbürger XXXX , geboren am XXXX , zu dem sie eine enge Bindung hat. Sie hat zudem auch einen Sohn aus erster Ehe, XXXX , geboren am XXXX , tschechischer Staatsbürger. Dieser und die Beschwerdeführerin leben zum aktuellen Zeitpunkt mit dem Lebensgefährten in einem gemeinsamen Haushalt (Niederschrift Bundesamt vom 25.01.2019, 76 AS ff und AS 89; vgl. aktenkundiger Führerschein XXXX , AS 103; vgl. aktenkundiger Reisepass XXXX , AS 107f; schriftliche Stellungnahme vom 06.10.2021). Für den Sohn ist sie sorgepflichtig, da sich dieser zurzeit im dritten Lehrjahr befindet und im darauffolgenden Jahr zudem die Matura machen will.
Zu ihrem Sohn hat die Beschwerdeführerin eine enge Bindung (schriftliche Stellungnahme vom 06.10.2021, Schreiben XXXX , Schreiben XXXX ; Beschwerdevorbringen, AS 317; vorgelegter Lehrvertrag). Die Beschwerdeführerin führt im Bundesgebiet seit April 2018 eine Lebensgemeinschaft mit dem österreichischen Staatsbürger römisch 40 , geboren am römisch 40 , zu dem sie eine enge Bindung hat. Sie hat zudem auch einen Sohn aus erster Ehe, römisch 40 , geboren am römisch 40 , tschechischer Staatsbürger. Dieser und die Beschwerdeführerin leben zum aktuellen Zeitpunkt mit dem Lebensgefährten in einem gemeinsamen Haushalt (Niederschrift Bundesamt vom 25.01.2019, 76 AS ff und AS 89; vergleiche aktenkundiger Führerschein römisch 40 , AS 103; vergleiche aktenkundiger Reisepass römisch 40 , AS 107f; schriftliche Stellungnahme vom 06.10.2021).
Für den Sohn ist sie sorgepflichtig, da sich dieser zurzeit im dritten Lehrjahr befindet und im darauffolgenden Jahr zudem die Matura machen will. Zu ihrem Sohn hat die Beschwerdeführerin eine enge Bindung (schriftliche Stellungnahme vom 06.10.2021, Schreiben römisch 40 , Schreiben römisch 40 ; Beschwerdevorbringen, AS 317; vorgelegter Lehrvertrag).
Die Beschwerdeführerin spricht sehr gut Deutsch und auch innerhalb der Familie verständigt man sich überwiegend auf Deutsch (Niederschrift Bundesamt vom 25.01.2019, AS 77).
Mit Urteil des Landesgerichtes XXXX vom 27.06.2014, XXXX , rechtskräftig am 27.06.2015, wurde die Beschwerdeführerin wegen des Verbrechens des Suchtgifthandels nach §§ 28a Abs. 1 2. und 3. Fall SMG, §§ 28a Abs. 1 5. und 6. Fall, § 28a Abs. 4 Z 3 SMG; § 28 Abs. 1 SMG, des Vergehens des unerlaubten Umgangs mit Suchtmitteln §§ 27 Abs. 1 Z 1 1. Fall SMG, 27 Abs. 2 SMG und des Verbrechens des unerlaubten Umgangs mit Drogenausgangsstoffen § 32 Abs. 3 6. Fall SMG zu einer Freiheitsstrafe in der Dauer von zwei Jahren verurteilt. Der Verurteilung lag zugrunde, dass die Beschwerdeführerin Suchtgift (Metamphetamin und Cannabiskraut) in einer die Grenzmenge mehrfach übersteigenden Menge in mehreren Angriffen aus Tschechien aus und nach Österreich eingeführt hat und, abzüglich geringer Mengen für den Eigenkonsum, zahlreichen Abnehmern gewinnbringend überlassen und verschafft hat.
Zudem hat die Beschwerdeführerin eine die Grenzmenge übersteigende Menge mit dem Vorsatz des Inverkehrbringens besessen und Suchtgift (Metamphetamin, Cannabis und Kokain) ausschließlich zum persönlichen Gebrauch bezogen, sowie einem anderen einen Drogenausgangsstoff verschafft, damit dieser bei der vorschriftswidrigen Erzeugung von Suchtmitteln in einer Grenzmenge übersteigenden Menge verwendet werde. Im Zuge der Strafbemessung wurden vom Landesgericht das umfassende Geständnis und der Beitrag zur Wahrheitsfindung mildernd, hingegen das Zusammentreffen von Verbrechen und Vergehen und der lange Tatzeitraum als erschwerend gewertet (Strafregisterauszüge vom 07.04.2022; vgl aktenkundiges Urteil vom 27.06.2014).Mit Urteil des Landesgerichtes römisch 40 vom 27.06.2014, römisch 40 , rechtskräftig am 27.06.2015, wurde die Beschwerdeführerin wegen des Verbrechens des Suchtgifthandels nach Paragraphen 28 a, Absatz eins, 2. und 3.
Fall SMG, Paragraphen 28 a, Absatz eins, 5. und 6. Fall, Paragraph 28 a, Absatz 4, Ziffer 3, SMG; Paragraph 28, Absatz eins, SMG, des Vergehens des unerlaubten Umgangs mit Suchtmitteln Paragraphen 27, Absatz eins, Ziffer eins, 1. Fall SMG, 27 Absatz 2, SMG und des Verbrechens des unerlaubten Umgangs mit Drogenausgangsstoffen Paragraph 32, Absatz 3, 6. Fall SMG zu einer Freiheitsstrafe in der Dauer von zwei Jahren verurteilt. Der Verurteilung lag zugrunde, dass die Beschwerdeführerin Suchtgift (Metamphetamin und Cannabiskraut) in einer die Grenzmenge mehrfach übersteigenden Menge in mehreren Angriffen aus Tschechien aus und nach Österreich eingeführt hat und, abzüglich geringer Mengen für den Eigenkonsum, zahlreichen Abnehmern gewinnbringend überlassen und verschafft hat.
Zudem hat die Beschwerdeführerin eine die Grenzmenge übersteigende Menge mit dem Vorsatz des Inverkehrbringens besessen und Suchtgift (Metamphetamin, Cannabis und Kokain) ausschließlich zum persönlichen Gebrauch bezogen, sowie einem anderen einen Drogenausgangsstoff verschafft, damit dieser bei der vorschriftswidrigen Erzeugung von Suchtmitteln in einer Grenzmenge übersteigenden Menge verwendet werde. Im Zuge der Strafbemessung wurden vom Landesgericht das umfassende Geständnis und der Beitrag zur Wahrheitsfindung mildernd, hingegen das Zusammentreffen von Verbrechen und Vergehen und der lange Tatzeitraum als erschwerend gewertet (Strafregisterauszüge vom 07.04.2022; vergleiche aktenkundiges Urteil vom 27.06.2014).
Mit Urteil des Bezirksgerichtes XXXX vom 27.06.2018, XXXX , rechtskräftig am 03.07.2018, wurde die Beschwerdeführerin wegen des Vergehens des unerlaubten Umgangs mit Suchtmitteln nach §§ 27 Abs. 1 1. und 2. Fall SMG iVm § 27 Abs. 2 SMG zu einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu je EUR 15,00 (gesamt somit EUR 1.500,00) sowie im Falle der Uneinbringlichkeit zu einer Ersatzfreiheitsstrafe von 50 Tagen, verurteilt. Der Verurteilung lag zugrunde, dass die Beschwerdeführerin ausschließlich zum persönlichen Gebrauch in insgesamt drei Angriffen Marihuana und Amphetamin zum Eigenkonsum erwarb und besaß. Im Zuge der Strafbemessung wurden vom Bezirksgericht das umfassende Geständnis als mildernd, hingegen die einschlägige Vorstrafe, das Zusammentreffen mehrerer strafbarer Handlungen und der lange Deliktszeitraum als erschwerend gewertet.
Zur Höhe des Tagsatzes führte das Gericht aus, dass die Beschwerdeführerin ein Einkommen in Höhe von ca. EUR 1.800,00 habe und für ein Kind sorgepflichtig sei (Strafregisterauszüge vom 07.04.2022; vgl aktenkundiges Urteil vom 27.06.2018).Mit Urteil des Bezirksgerichtes römisch 40 vom 27.06.2018, römisch 40 , rechtskräftig am 03.07.2018, wurde die Beschwerdeführerin wegen des Vergehens des unerlaubten Umgangs mit Suchtmitteln nach Paragraphen 27, Absatz eins, 1. und 2. Fall SMG in Verbindung mit Paragraph 27, Absatz 2, SMG zu einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu je EUR 15,00 (gesamt somit EUR 1.500,00) sowie im Falle der Uneinbringlichkeit zu einer Ersatzfreiheitsstrafe von 50 Tagen, verurteilt.
Der Verurteilung lag zugrunde, dass die Beschwerdeführerin ausschließlich zum persönlichen Gebrauch in insgesamt drei Angriffen Marihuana und Amphetamin zum Eigenkonsum erwarb und besaß. Im Zuge der Strafbemessung wurden vom Bezirksgericht das umfassende Geständnis als mildernd, hingegen die einschlägige Vorstrafe, das Zusammentreffen mehrerer strafbarer Handlungen und der lange Deliktszeitraum als erschwerend gewertet. Zur Höhe des Tagsatzes führte das Gericht aus, dass die Beschwerdeführerin ein Einkommen in Höhe von ca. EUR 1.800,00 habe und für ein Kind sorgepflichtig sei (Strafregisterauszüge vom 07.04.2022; vergleiche aktenkundiges Urteil vom 27.06.2018).
Obwohl die Beschwerdeführerin vom Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl bereits am 25.01.2019 im Zusammenhang mit einem eventuell zu erlassenden Aufenthaltsverbot, einer Ausweisung bzw. der Erlassung einer aufenthaltsbeendenden Maßnahme vor allem im Zusammenhang mit ihren bisherigen Straftaten befragt wurde, wurde sie danach erneut straffällig (Niederschrift Bundesamt vom 25.01.2019, AS 73ff).
Mit Urteil des Landesgerichtes XXXX vom 30.07.2019, XXXX , rechtskräftig am 30.07.2019, wurde die Beschwerdeführerin wegen des Verbrechens der Fälschung besonders geschützter Wertpapiere nach § 233 Abs 1 Z 2 iVm § 237 StGB sowie des Vergehens des versuchten Betruges mit einem EUR 5.000,00 übersteigenden Schadens durch das Verwenden einer falschen Urkunde nach § 15 StGB §§ 146, 147 Abs 1 Z 1, 147 Abs 2 StGB zu einer, unter Setzung einer Probezeit von drei Jahren, bedingt nachgesehenen Freiheitsstrafe von sechs Monaten sowie zu einer unbedingten Geldstrafe in Höhe von 200 Tagessätzen à EUR 8,00 (somit gesamt EUR 1.600,00), im Falle der Uneinbringlichkeit zu einer Ersatzfreiheitsstrafe von 100 Tagen, verurteilt.
Der Verurteilung lag zugrunde, dass die Beschwerdeführerin ein Inhaberwertpapier der Allgemeinen Sparkasse Oberösterreich Bankaktiengesellschaft als echt und unverfälscht ausgegeben hat, indem sie dieses bei einer Bankstelle vorlegte, sich als Inhaberin des Wertpapiers ausgab und versuchte von der Mitarbeiterin der Bankstelle die Auszahlung der Nominale des Wertpapieres in Höhe von EUR 20.000,00 zu erwirken. Im Zuge der Strafbemessung wurden vom Bezirksgericht das reumütige Geständnis und dass es teilweise beim Versuch geblieben ist als mildernd, hingegen das strafrechtlich getrübte Vorleben und das Zusammentreffen von Verbrechen und Vergehen als erschwerend gewertet. Zur Höhe des Tagsatzes führte das Gericht aus, dass die Beschwerdeführerin als Geschäftsführerin ein Einkommen in Höhe von ca.
EUR 2.000,00, kein Vermögen, jedoch Schulden in Höhe von EUR 15.000,00 habe und für ein volljähriges, sich in der Lehre befindliches Kind sorgepflichtig sei (Strafregisterauszüge vom 07.04.2022; vgl aktenkundiges Urteil vom 30.06.2019, AS 229 ff).Mit Urteil des Landesgerichtes römisch 40 vom 30.07.2019, römisch 40 , rechtskräftig am 30.07.2019, wurde die Beschwerdeführerin wegen des Verbrechens der Fälschung besonders geschützter Wertpapiere nach Paragraph 233, Absatz eins, Ziffer 2, in Verbindung mit Paragraph 237, StGB sowie des Vergehens des versuchten Betruges mit einem EUR 5.000,00 übersteigenden Schadens durch das Verwenden einer falschen Urkunde nach Paragraph 15, StGB Paragraphen 146, 147, Absatz eins, Ziffer eins, 147, Absatz 2, StGB zu einer, unter Setzung einer Probezeit von drei Jahren, bedingt nachgesehenen Freiheitsstrafe von sechs Monaten sowie zu einer unbedingten Geldstrafe in Höhe von 200 Tagessätzen à EUR 8,00 (somit gesamt EUR 1.600,00), im Falle der Uneinbringlichkeit zu einer Ersatzfreiheitsstrafe von 100 Tagen, verurteilt.
Der Verurteilung lag zugrunde, dass die Beschwerdeführerin ein Inhaberwertpapier der Allgemeinen Sparkasse Oberösterreich Bankaktiengesellschaft als echt und unverfälscht ausgegeben hat, indem sie dieses bei einer Bankstelle vorlegte, sich als Inhaberin des Wertpapiers ausgab und versuchte von der Mitarbeiterin der Bankstelle die Auszahlung der Nominale des Wertpapieres in Höhe von EUR 20.000,00 zu erwirken. Im Zuge der Strafbemessung wurden vom Bezirksgericht das reumütige Geständnis und dass es teilweise beim Versuch geblieben ist als mildernd, hingegen das strafrechtlich getrübte Vorleben und das Zusammentreffen von Verbrechen und Vergehen als erschwerend gewertet. Zur Höhe des Tagsatzes führte das Gericht aus, dass die Beschwerdeführerin als Geschäftsführerin ein Einkommen in Höhe von ca.
EUR 2.000,00, kein Vermögen, jedoch Schulden in Höhe von EUR 15.000,00 habe und für ein volljähriges, sich in der Lehre befindliches Kind sorgepflichtig sei (Strafregisterauszüge vom 07.04.2022; vergleiche aktenkundiges Urteil vom 30.06.2019, AS 229 ff).
Aufgrund der zitierten Urteile des Bezirksgerichtes und des Landesgerichtes XXXX wird festgestellt, dass die Beschwerdeführerin die im genannten Urteil festgestellten strafbaren Handlungen begangen und je das umschriebene Verhalten gesetzt hat.Aufgrund der zitierten Urteile des Bezirksgerichtes und des Landesgerichtes römisch 40 wird festgestellt, dass die Beschwerdeführerin die im genannten Urteil festgestellten strafbaren Handlungen begangen und je das umschriebene Verhalten gesetzt hat.
Es liegen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass sich die Beschwerdeführerin, seit sie in Österreich ist, über einen längeren Zeitraum nicht in Österreich aufgehalten hätte.
Zum Entscheidungszeitpunkt befindet sich die Beschwerdeführerin nach wie in der Probezeit, welche aus der bedingten Freiheitsstrafe ihrer letzten Verurteilung hervorging (Strafregisterauszug vom 07.04.2022).
Zum Verfahrensgang:
Der oben unter Punkt I. angeführte Verfahrensgang ergibt sich aus dem unzweifelhaften und unbestrittenen Akteninhalt des vorgelegten Verwaltungsaktes des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl sowie des vorliegenden Gerichtsaktes des Bundesverwaltungsgerichtes.Der oben unter Punkt römisch eins. angeführte Verfahrensgang ergibt sich aus dem unzweifelhaften und unbestrittenen Akteninhalt des vorgelegten Verwaltungsaktes des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl sowie des vorliegenden Gerichtsaktes des Bundesverwaltungsgerichtes.
Zur Person und zum Vorbringen der beschwerdeführenden Partei:
Soweit in der gegenständlichen Rechtssache Feststellungen zur Identität (Namen, Geburtsdatum) und zur Staatsangehörigkeit der Beschwerdeführerin getroffen wurden, beruhen diese auf den im angefochtenen Bescheid getroffenen Feststellungen, denen in der gegenständlichen Beschwerde nicht entgegengetreten wurde. Aufgrund der Vorlage ihres Reisepasses und Personalausweises, steht die Identität der Beschwerdeführerin fest.
Das Bundesverwaltungsgericht nahm weiters hinsichtlich der Beschwerdeführerin Einsicht in das Fremdenregister, das Strafregister, das Zentrale Melderegister sowie in die Grundversorgungs- und Sozialversicherungsdaten und holte die aktenkundigen Auszüge ein.
Weiters holte das Bundesverwaltungsgericht die nicht im Verwaltungsakt befindlichen strafgerichtlichen Urteile des Landesgerichtes XXXX vom 27.06.2014, XXXX und des Bezirksgerichtes XXXX vom 27.06.2018, XXXX ein. Weiters holte das Bundesverwaltungsgericht die nicht im Verwaltungsakt befindlichen strafgerichtlichen Urteile des Landesgerichtes römisch 40 vom 27.06.2014, römisch 40 und des Bezirksgerichtes römisch 40 vom 27.06.2018, römisch 40 ein.
Die genannten strafgerichtlichen Urteile sind werden der gegenständlichen Entscheidung im Rahmen der freien Beweiswürdigung zugrunde gelegt.
Die Feststellungen zu ihren familiären und persönlichen Bindungen ergeben sich aus den von ihr vorgelegten Unterlagen.
Zu Spruchteil A):
Der mit „Dokumentation des unionsrechtlichen Aufenthaltsrechts“ betitelte § 9 NAG lautet:Der mit „Dokumentation des unionsrechtlichen Aufenthaltsrechts“ betitelte Paragraph 9, NAG lautet: „§ 9. (1) Zur Dokumentation des unionsrechtlichen Aufenthaltsrechts für mehr als drei Monate werden auf Antrag ausgestellt:
Für den Erwerb des Rechts nach den Z 1 und 2 gelten die Zeiten der Erwerbstätigkeit in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union als Zeiten der Erwerbstätigkeit im Bundesgebiet. Zeiten gemäß § 51 Abs. 2 sind bei der Berechnung der Fristen zu berücksichtigen. Soweit der Ehegatte oder eingetragene Partner des EWR-Bürgers die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt oder diese nach Eheschließung oder Begründung der eingetragenen Partnerschaft mit dem EWR-Bürger verloren hat, entfallen die Voraussetzungen der Aufenthaltsdauer und der Dauer der Erwerbstätigkeit in Z 1 und 2.Für den Erwerb des Rechts nach den Ziffer eins und 2 gelten die Zeiten der Erwerbstätigkeit in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union als Zeiten der Erwerbstätigkeit im Bundesgebiet. Zeiten gemäß Paragraph 51, Absatz 2, sind bei der Berechnung der Fristen zu berücksichtigen. Soweit der Ehegatte oder eingetragene Partner des EWR-Bürgers die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt oder diese nach Eheschließung oder Begründung der eingetragenen Partnerschaft mit dem EWR-Bürger verloren hat, entfallen die Voraussetzungen der Aufenthaltsdauer und der Dauer der Erwerbstätigkeit in Ziffer eins und 2,
Das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl ist unverzüglich, spätestens jedoch gleichzeitig mit der Mitteilung an den Antragsteller, zu befassen. Dies gilt nicht in einem Fall gemäß Paragraph 54, Absatz 7, Während eines Verfahrens zur Aufenthaltsbeendigung ist der Ablauf der Frist gemäß Paragraph 8, VwGVG gehemmt.
Der mit „Schutz des Privat- und Familienlebens“ betitelte § 9 BFA-VG lautet:Der mit „Schutz des Privat- und Familienlebens“ betitelte Paragraph 9, BFA-VG lautet: „§ 9. (1) Wird durch eine Rückkehrentscheidung gemäß § 52 FPG, eine Anordnung zur Außerlandesbringung gemäß § 61 FPG, eine Ausweisung gemäß § 66 FPG oder ein Aufenthaltsverbot gemäß § 67 FPG in das Privat- oder Familienleben des Fremden eingegriffen, so ist die Erlassung der Entscheidung zulässig, wenn dies zur Erreichung der im Art. 8 Abs. 2 EMRK genannten Ziele dringend geboten ist.„§ 9. (1) Wird durch eine Rückkehrentscheidung gemäß Paragraph 52, FPG, eine Anordnung zur Außerlandesbringung gemäß Paragraph 61, FPG, eine Ausweisung gemäß Paragraph 66, FPG oder ein Aufenthaltsverbot gemäß Paragraph 67, FPG in das Privat- oder Familienleben des Fremden eingegriffen, so ist die Erlassung der Entscheidung zulässig, wenn dies zur Erreichung der im Artikel 8, Absatz 2, EMRK genannten Ziele dringend geboten ist.
I Nr. 100/2005) verfügen, unzulässig wäre.(3) Über die Zulässigkeit der Rückkehrentscheidung gemäß Paragraph 52, FPG ist jedenfalls begründet, insbesondere im Hinblick darauf, ob diese gemäß Absatz eins, auf Dauer unzulässig ist, abzusprechen. Die Unzulässigkeit einer Rückkehrentscheidung gemäß Paragraph 52, FPG ist nur dann auf Dauer, wenn die ansonsten drohende Verletzung des Privat- und Familienlebens auf Umständen beruht, die ihrem Wesen nach nicht bloß vorübergehend sind. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Rückkehrentscheidung gemäß Paragraph 52, FPG schon allein auf Grund des Privat- und Familienlebens im Hinblick auf österreichische Staatsbürger oder Personen, die über ein unionsrechtliches Aufenthaltsrecht oder ein unbefristetes Niederlassungsrecht (Paragraph 45, oder Paragraphen 51, ff Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetz (NAG), Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 100 aus 2005,) verfügen, unzulässig wäre. (Anm.: Abs. 4 aufgehoben durch Art. 4 Z 5, BGBl. I Nr. 56/2018)Anmerkung, Absatz 4, aufgehoben durch Artikel 4, Ziffer 5,, Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 56 aus 2018,)
Dies gilt allerdings nur, wenn der Drittstaatsangehörige glaubhaft macht, die Mittel zu seinem Unterhalt und seinen Krankenversicherungsschutz durch Einsatz eigener Kräfte zu sichern oder eine andere eigene Unterkunft beizubringen, und dies nicht aussichtslos scheint.
Die Beschwerdeführerin ist tschechische Staatsangehörige und somit EWR-Bürgerin bzw. Unionsbürgerin. Wie bereits in den Feststellungen und der Beweiswürdigung ausgeführt, hielt sich die Beschwerdeführerin seit spätestens am 04.09.2007 im Bundesgebiet auf. 2008 wurde ihr eine Anmeldebescheinigungen als Arbeitnehmerin ausgestellt.
Wie auch von der belangten Behörde im angefochtenen Bescheid begründet erfüllt die Beschwerdeführerin die Voraussetzungen eines zehnjährigen Aufenthalts im Bundesgebiet iSd § 67 Abs. 1 fünfter Satz FPG iVm Art. 28 Abs. 3 lit. a der Freizügigkeitsrichtlinie:Wie auch von der belangten Behörde im angefochtenen Bescheid begründet erfüllt die Beschwerdeführerin die Voraussetzungen eines zehnjährigen Aufenthalts im Bundesgebiet iSd Paragraph 67, Absatz eins, fünfter Satz FPG in Verbindung mit Artikel 28, Absatz 3, Litera a, der Freizügigkeitsrichtlinie:
Der die Erlassung eines Aufenthaltsverbotes gegenüber EWR-Bürger regelnde § 86 Abs. 1 FPG idF BGBl. I Nr. 100/2005, der von 01.01.2006 bis 31.12.2009 in Geltung war, sah zwei unterschiedliche Gefährdungsmaßstäbe - als Bezugspunkt für die für jedes Aufenthaltsverbot Voraussetzung bildende Gefahrenprognose - vor. Einerseits (nach dem ersten und zweiten Satz) die Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit, wobei eine tatsächliche, gegenwärtige und erhebliche, ein Grundinteresse der Gesellschaft berührende Gefahr auf Grund eines persönlichen Verhaltens des betreffenden Fremden vorliegen musste, und andererseits (nach dem fünften Satz) - wenn der EWR-Bürger, Schweizer Bürger oder begünstigte Drittstaatsangehörige vor Verwirklichung des maßgeblichen Sachverhaltes seinen Hauptwohnsitz ununterbrochen seit zehn Jahren im Bundesgebiet hatte - darüber hinausgehend eine nachhaltige und maßgebliche Gefährdung der öffentlichen Sicherheit der Republik Österreich durch seinen Verbleib im Bundesgebiet.Der die Erlassung eines Aufenthaltsverbotes gegenüber EWR-Bürger regelnde Paragraph 86, Absatz eins, FPG in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 100 aus 2005,, der von 01.01.2006 bis 31.12.2009 in Geltung war, sah zwei unterschiedliche Gefährdungsmaßstäbe - als Bezugspunkt für die für jedes Aufenthaltsverbot Voraussetzung bildende Gefahrenprognose - vor.
Einerseits (nach dem ersten und zweiten Satz) die Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit, wobei eine tatsächliche, gegenwärtige und erhebliche, ein Grundinteresse der Gesellschaft berührende Gefahr auf Grund eines persönlichen Verhaltens des betreffenden Fremden vorliegen musste, und andererseits (nach dem fünften Satz) - wenn der EWR-Bürger, Schweizer Bürger oder begünstigte Drittstaatsangehörige vor Verwirklichung des maßgeblichen Sachverhaltes seinen Hauptwohnsitz ununterbrochen seit zehn Jahren im Bundesgebiet hatte - darüber hinausgehend eine nachhaltige und maßgebliche Gefährdung der öffentlichen Sicherheit der Republik Österreich durch seinen Verbleib im Bundesgebiet.
Der nunmehr in Geltung befindliche § 67 Abs. 1 FPG fünfter Satz kommt schon dann zur Anwendung, wenn der EWR-Bürger, Schweizer Bürger oder begünstigte Drittstaatsangehörige einen zehnjährigen Aufenthalt im Bundesgebiet hat. Die in § 86 Abs. 1 fünfter Satz FPG noch enthaltene Wendung "vor Verwirklichung des maßgeblichen Sachverhaltes" findet sich in der nunmehrigen Bestimmung des § 67 Abs. 1 FPG nicht mehr, sodass eine solche Einschränkung seither nicht (mehr) Platz zu greifen hat (vgl VwGH 24.03.2015, Ro 2014/21/0079 mwN).Der nunmehr in Geltung befindliche Paragraph 67, Absatz eins, FPG fünfter Satz kommt schon dann zur Anwendung, wenn der EWR-Bürger, Schweizer Bürger oder begünstigte Drittstaatsangehörige einen zehnjährigen Aufenthalt im Bundesgebiet hat. Die in Paragraph 86, Absatz eins, fünfter Satz FPG noch enthaltene Wendung "vor Verwirklichung des maßgeblichen Sachverhaltes" findet sich in der nunmehrigen Bestimmung des Paragraph 67, Absatz eins, FPG nicht mehr, sodass eine solche Einschränkung seither nicht (mehr) Platz zu greifen hat vergleiche VwGH 24.03.2015, Ro 2014/21/0079 mwN). § 67 Abs. 1 FPG enthält somit zwei Stufen für die Gefährdungsprognose, nämlich einerseits (nach dem ersten und zweiten Satz) die Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit, wobei eine tatsächliche, gegenwärtige und erhebliche, ein Grundinteresse der Gesellschaft berührende Gefahr auf Grund eines persönlichen Verhaltens vorliegen muss, und andererseits (nach dem fünften Satz) die nachhaltige und maßgebliche Gefährdung der öffentlichen Sicherheit der Republik Österreich im Fall von EWR-Bürgern, Schweizer Bürgern und begünstigten Drittstaatsangehörigen mit mindestens zehnjährigem Aufenthalt im Bundesgebiet bzw. im Fall von Minderjährigen (VwGH 13.12.2012, 2012/21/0181; 15.09.2016, Ra 2016/21/0262).Paragraph 67, Absatz eins, FPG enthält somit zwei Stufen für die Gefährdungsprognose, nämlich einerseits (nach dem ersten und zweiten Satz) die Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit, wobei eine tatsächliche, gegenwärtige und erhebliche, ein Grundinteresse der Gesellschaft berührende Gefahr auf Grund eines persönlichen Verhaltens vorliegen muss, und andererseits (nach dem fünften Satz) die nachhaltige und maßgebliche Gefährdung der öffentlichen Sicherheit der Republik Österreich im Fall von EWR-Bürgern, Schweizer Bürgern und begünstigten Drittstaatsangehörigen mit mindestens zehnjährigem Aufenthalt im Bundesgebiet bzw. im Fall von Minderjährigen (VwGH 13.12.2012, 2012/21/0181; 15.09.2016, Ra 2016/21/0262).
In einem Verfahren betreffend Aufenthaltsverbot ist bei der Frage nach dem auf einen Fremden anzuwendenden Gefährdungsmaßstab das zu Art. 28 Abs. 3 lit. a der RL 2004/38/EG (Freizügigkeitsrichtlinie) ergangene Urteil des EuGH vom 16.01.2014, Rs C-400/12, zu berücksichtigen, weil § 67 Abs. 1 FPG insgesamt der Umsetzung von Art. 27 und 28 dieser RL - § 67 Abs. 1 fünfter Satz FPG im Speziellen der Umsetzung ihres Art. 28 Abs. 3 lit. a - dient. Der zum erhöhten Gefährdungsmaßstab nach Art. 28 Abs. 3 lit. a der genannten RL bzw. dem fünften Satz des § 67 Abs. 1 FPG führende zehnjährige Aufenthalt im Bundesgebiet muss demnach grundsätzlich ununterbrochen sein. Es können einzelne Abwesenheiten des Fremden unter Berücksichtigung von Gesamtdauer, Häufigkeit und der Gründe, die ihn dazu veranlasst haben, Österreich zu verlassen, auf eine Verlagerung seiner persönlichen, familiären oder beruflichen Interessen schließen lassen.
Auch der Zeitraum der Verbüßung einer Freiheitsstrafe durch den Betroffenen ist grundsätzlich geeignet, die Kontinuität des Aufenthaltes iSd Art. 28 Abs. 3 lit. a der Freizügigkeitsrichtlinie zu unterbrechen und sich damit auf die Gewährung des dort vorgesehenen verstärkten Schutzes auch in dem Fall auszuwirken, dass sich der Fremde vor dem Freiheitsentzug mehrere Jahre lang (kontinuierlich) im Aufnahmemitgliedstaat aufgehalten hat. Dies ist - bei einer umfassenden Beurteilung - im Rahmen der Prüfung zu berücksichtigen, ob die zuvor mit dem Aufnahmemitgliedstaat geknüpften Integrationsverbindungen abgerissen sind (VwGH 24.03.2015, Ro 2014/21/0079, mwN).In einem Verfahren betreffend Aufenthaltsverbot ist bei der Frage nach dem auf einen Fremden anzuwendenden Gefährdungsmaßstab das zu Artikel 28, Absatz 3, Litera a, der RL 2004/38/EG (Freizügigkeitsrichtlinie) ergangene Urteil des EuGH vom 16.01.2014, Rs C-400/12, zu berücksichtigen, weil Paragraph 67, Absatz eins, FPG insgesamt der Umsetzung von Artikel 27 und 28 dieser RL - Paragraph 67, Absatz eins, fünfter Satz FPG im Speziellen der Umsetzung ihres Artikel 28, Absatz 3, Litera a, - dient.
Der zum erhöhten Gefährdungsmaßstab nach Artikel 28, Absatz 3, Litera a, der genannten RL bzw. dem fünften Satz des Paragraph 67, Absatz eins, FPG führende zehnjährige Aufenthalt im Bundesgebiet muss demnach grundsätzlich ununterbrochen sein. Es können einzelne Abwesenheiten des Fremden unter Berücksichtigung von Gesamtdauer, Häufigkeit und der Gründe, die ihn dazu veranlasst haben, Österreich zu verlassen, auf eine Verlagerung seiner persönlichen, familiären oder beruflichen Interessen schließen lassen. Auch der Zeitraum der Verbüßung einer Freiheitsstrafe durch den Betroffenen ist grundsätzlich geeignet, die Kontinuität des Aufenthaltes iSd Artikel 28, Absatz 3, Litera a, der Freizügigkeitsrichtlinie zu unterbrechen und sich damit auf die Gewährung des dort vorgesehenen verstärkten Schutzes auch in dem Fall auszuwirken, dass sich der Fremde vor dem Freiheitsentzug mehrere Jahre lang (kontinuierlich) im Aufnahmemitgliedstaat aufgehalten hat.
Dies ist - bei einer umfassenden Beurteilung - im Rahmen der Prüfung zu berücksichtigen, ob die zuvor mit dem Aufnahmemitgliedstaat geknüpften Integrationsverbindungen abgerissen sind (VwGH 24.03.2015, Ro 2014/21/0079, mwN).
Die Beschwerdeführerin hält sich seit 04.09.2007 ohne wesentliche Unterbrechungen im Bundesgebiet auf. Seitdem hat sie Freiheitsstrafen im Ausmaß von insgesamt etwas über einem Jahr und drei Monaten in Österreich verbüßt. Zum Zeitpunkt der Erlassung des angefochtenen Bescheides vom 08.11.2019, zugestellt am 12.11.2019, mit dem die gegenständliche „Ausweisungsentscheidung“ iSv Art. 28 der Freizügigkeitsrichtlinie ergangen ist (vgl dazu auch EuGH vom 17.04.2018, Rs C-316/16 und C-424/16, insbesondere Rz 65, 66, 71 und 86) hielt sich die Beschwerdeführerin somit bereits grundsätzlich ununterbrochen zehn Jahre im Bundesgebiet auf, wovon die belangte Behörde richtigerweise auch ausgegangen ist, da auch der jährliche Besuch von Vater und Bruder in Tschechien keine wesentliche Unterbrechung darstellt.
Die Beschwerdeführerin hält sich seit 04.09.2007 ohne wesentliche Unterbrechungen im Bundesgebiet auf. Seitdem hat sie Freiheitsstrafen im Ausmaß von insgesamt etwas über einem Jahr und drei Monaten in Österreich verbüßt. Zum Zeitpunkt der Erlassung des angefochtenen Bescheides vom 08.11.2019, zugestellt am 12.11.2019, mit dem die gegenständliche „Ausweisungsentscheidung“ iSv Artikel 28, der Freizügigkeitsrichtlinie ergangen ist vergleiche dazu auch EuGH vom 17.04.2018, Rs C-316/16 und C-424/16, insbesondere Rz 65, 66, 71 und 86) hielt sich die Beschwerdeführerin somit bereits grundsätzlich ununterbrochen zehn Jahre im Bundesgebiet auf, wovon die belangte Behörde richtigerweise auch ausgegangen ist, da auch der jährliche Besuch von Vater und Bruder in Tschechien keine wesentliche Unterbrechung darstellt.
Vor dem Hintergrund der Entscheidung des VwGH vom 26.11.2020, Ro 2020/21/0013-6, ist im gegenständlichen Fall auch nicht davon auszugehen, dass die insgesamt etwas über ein Jahr und drei Monate andauernde Freiheitsstrafe den Mittelpunkt der langjährigen persönlichen, familiären und beruflichen Interessen der Beschwerdeführerin von Österreich wegverlagert hätte, zumal der Sohn und der Lebensgefährte, welcher selbst österreichischer Staatsbürger ist, mit der Beschwerdeführerin in Österreich zusammenleben und sie hier auch wieder Erwerbstätigkeiten nachgeht. Ein Abreißen der Integrationsbande zu Österreich liegt dementsprechend im Fall der Beschwerdeführerin nicht vor. Der verstärkte Schutz des § 67 Abs. 1 fünfter Satz FPG iVm Art. 28 Abs. 3 lit. a der Freizügigkeitsrichtlinie kommt ihr daher zu.Vor dem Hintergrund der Entscheidung des VwGH vom 26.11.2020, Ro 2020/21/0013-6, ist im gegenständlichen Fall auch nicht davon auszugehen, dass die insgesamt etwas über ein Jahr und drei Monate andauernde Freiheitsstrafe den Mittelpunkt der langjährigen persönlichen, familiären und beruflichen Interessen der Beschwerdeführerin von Österreich wegverlagert hätte, zumal der Sohn und der Lebensgefährte, welcher selbst österreichischer Staatsbürger ist, mit der Beschwerdeführerin in Österreich zusammenleben und sie hier auch wieder Erwerbstätigkeiten nachgeht.
Ein Abreißen der Integrationsbande zu Österreich liegt dementsprechend im Fall der Beschwerdeführerin nicht vor. Der verstärkte Schutz des Paragraph 67, Absatz eins, fünfter Satz FPG in Verbindung mit Artikel 28, Absatz 3, Litera a, der Freizügigkeitsrichtlinie kommt ihr daher zu.
Nach ständiger Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes ist bei der Erstellung der für jedes Aufenthaltsverbot zu treffenden Gefährdungsprognose das Gesamtverhalten des Fremden in Betracht zu ziehen und auf Grund konkreter Feststellungen eine Beurteilung dahin vorzunehmen, ob und im Hinblick auf welche Umstände die jeweils maßgebliche Gefährdungsannahme gerechtfertigt ist. Dabei ist nicht auf die bloße Tatsache der Verurteilung bzw. Bestrafung des Fremden, sondern auf die Art und Schwere der zu Grunde liegenden Straftaten und auf das sich daraus ergebende Persönlichkeitsbild abzustellen. Bei der nach § 67 Abs. 1 FPG zu erstellenden Gefährdungsprognose geht schon aus dem Gesetzeswortlaut klar hervor, dass auf das "persönliche Verhalten" des Fremden abzustellen ist und strafgerichtliche Verurteilungen allein nicht ohne weiteres ein Aufenthaltsverbot begründen können (VwGH 22.08.2019, Ra 2019/21/0091 mwN).Nach ständiger Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes ist bei der Erstellung der für jedes Aufenthaltsverbot zu treffenden Gefährdungsprognose das Gesamtverhalten des Fremden in Betracht zu ziehen und auf Grund konkreter Feststellungen eine Beurteilung dahin vorzunehmen, ob und im Hinblick auf welche Umstände die jeweils maßgebliche Gefährdungsannahme gerechtfertigt ist.
Dabei ist nicht auf die bloße Tatsache der Verurteilung bzw. Bestrafung des Fremden, sondern auf die Art und Schwere der zu Grunde liegenden Straftaten und auf das sich daraus ergebende Persönlichkeitsbild abzustellen. Bei der nach Paragraph 67, Absatz eins, FPG zu erstellenden Gefährdungsprognose geht schon aus dem Gesetzeswortlaut klar hervor, dass auf das "persönliche Verhalten" des Fremden abzustellen ist und strafgerichtliche Verurteilungen allein nicht ohne weiteres ein Aufenthaltsverbot begründen können (VwGH 22.08.2019, Ra 2019/21/0091 mwN).
Nun ist im Sinne des § 67 FPG das persönliche Verhalten des Betroffenen zu beurteilen und insbesondere auf die durch die konkreten Straftaten bewirkten Eingriffe in die öffentliche Ordnung, die genauen Tatumstände und Begleitumstände der Taten und auch sonstige Besonderheiten Bedacht zu nehmen. Es ist in weiterer Folge abzuwägen, ob das Allgemeininteresse an der Erlassung eines Aufenthaltsverbotes schwerer wiegt als andere relativierende Momente, wie etwa auch das Familien- und Privatleben des Betroffenen.Nun ist im Sinne des Paragraph 67, FPG das persönliche Verhalten des Betroffenen zu beurteilen und insbesondere auf die durch die konkreten Straftaten bewirkten Eingriffe in die öffentliche Ordnung, die genauen Tatumstände und Begleitumstände der Taten und auch sonstige Besonderheiten Bedacht zu nehmen. Es ist in weiterer Folge abzuwägen, ob das Allgemeininteresse an der Erlassung eines Aufenthaltsverbotes schwerer wiegt als andere relativierende Momente, wie etwa auch das Familien- und Privatleben des Betroffenen.
Mit der Frage, was unter dem Begriff "zwingende Gründe der öffentlichen Sicherheit" im Sinne des Art. 28 Abs. 3 der Freizügigkeitsrichtlinie zu verstehen ist, hat sich der EuGH in seinem Urteil in der Rechtssache Tsakouridis, Zahl: C-145/09, ausführlich auseinandergesetzt. Dieser Entscheidung lag der Sachverhalt zugrunde, dass ein griechischer Staatsangehöriger wegen bandenmäßigen Handels mit Betäubungsmitteln in acht Fällen zu einer Haftstrafe von 6 Jahren und sechs Monaten gerichtlich verurteilt und vom Regierungspräsidium Stuttgart mit einem Aufenthaltsverbot belegt worden. Im Instanzenzug wurde dieser Fall vom Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg dem EuGH zur Vorabentscheidung vorgelegt, wobei eine der an den EuGH gerichteten Fragen die Auslegung des Begriffs "zwingende Gründe der öffentlichen Sicherheit" in Art. 28 Abs. 3 der Richtlinie 2004/38 (Freizügigkeitsrichtlinie) betraf.Mit der Frage, was unter dem Begriff "zwingende Gründe der öffentlichen Sicherheit" im Sinne des Artikel 28, Absatz 3, der Freizügigkeitsrichtlinie zu verstehen ist, hat sich der EuGH in seinem Urteil in der Rechtssache Tsakouridis, Zahl: C-145/09, ausführlich auseinandergesetzt.
Dieser Entscheidung lag der Sachverhalt zugrunde, dass ein griechischer Staatsangehöriger wegen bandenmäßigen Handels mit Betäubungsmitteln in acht Fällen zu einer Haftstrafe von 6 Jahren und sechs Monaten gerichtlich verurteilt und vom Regierungspräsidium Stuttgart mit einem Aufenthaltsverbot belegt worden. Im Instanzenzug wurde dieser Fall vom Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg dem EuGH zur Vorabentscheidung vorgelegt, wobei eine der an den EuGH gerichteten Fragen die Auslegung des Begriffs "zwingende Gründe der öffentlichen Sicherheit" in Artikel 28, Absatz 3, der Richtlinie 2004/38 (Freizügigkeitsrichtlinie) betraf.
Der EuGH äußerte sich dazu in den RZ 40ff des Urteils vom 23.11.2010 wie folgt: "[...] 40 Aus dem Wortlaut und der Systematik von Art. 28 der Richtlinie 2004/38, die in den Randnrn. 24 bis 28 des vorliegenden Urteils dargelegt worden sind, geht hervor, dass der Unionsgesetzgeber, indem er jede Ausweisungsmaßnahme in den in Art. 28 Abs. 3 dieser Richtlinie genannten Fällen vom Vorliegen "zwingender Gründe" der öffentlichen Sicherheit abhängig gemacht hat, einem Begriff, der erheblich enger ist als der der "schwerwiegenden Gründe" im Sinne von Abs. 2 dieses Artikels, die auf diesen Abs. 3 gestützten Maßnahmen ganz offensichtlich entsprechend der Ankündigung im 24. Erwägungsgrund der Richtlinie auf "außergewöhnliche Umstände" begrenzen wollte.40 Aus dem Wortlaut und der Systematik von Artikel 28, der Richtlinie 2004/38, die in den Randnrn. 24 bis 28 des vorliegenden Urteils dargelegt worden sind, geht hervor, dass der Unionsgesetzgeber, indem er jede Ausweisungsmaßnahme in den in Artikel 28, Absatz 3, dieser Richtlinie genannten Fällen vom Vorliegen "zwingender Gründe" der öffentlichen Sicherheit abhängig gemacht hat, einem Begriff, der erheblich enger ist als der der "schwerwiegenden Gründe" im Sinne von Absatz 2, dieses Artikels, die auf diesen Absatz 3, gestützten Maßnahmen ganz offensichtlich entsprechend der Ankündigung im 24. Erwägungsgrund der Richtlinie auf "außergewöhnliche Umstände" begrenzen wollte.
41 Der Ausdruck "zwingende Gründe der öffentlichen Sicherheit" setzt nämlich nicht nur das Vorliegen einer Beeinträchtigung der öffentlichen Sicherheit voraus, sondern darüber hinaus, dass die Beeinträchtigung einen besonders hohen Schweregrad aufweist, der im Gebrauch des Ausdrucks "zwingende Gründe" zum Ausdruck kommt.
42 Auch der Begriff "öffentliche Sicherheit" in Art. 28 Abs. 3 der Richtlinie 2004/38 ist in diesem Kontext auszulegen.42 Auch der Begriff "öffentliche Sicherheit" in Artikel 28, Absatz 3, der Richtlinie 2004/38 ist in diesem Kontext auszulegen.
43 Hinsichtlich der öffentlichen Sicherheit hat der Gerichtshof entschieden, dass sie sowohl die innere als auch die äußere Sicherheit eines Mitgliedstaats umfasst (vgl. u. a. Urteile vom 26. Oktober 1999, Sirdar, C 273/97, Slg. 1999, I 7403, Randnr. 17, vom 11. Januar 2000, Kreil, C 285/98, Slg. 2000, I 69, Randnr. 17, vom 13. Juli 2000, Albore, C 423/98, Slg. 2000, I 5965, Randnr. 18, und vom 11. März 2003, Dory, C 186/01, Slg. 2003, I 2479, Randnr. 32).43 Hinsichtlich der öffentlichen Sicherheit hat der Gerichtshof entschieden, dass sie sowohl die innere als auch die äußere Sicherheit eines Mitgliedstaats umfasst vergleiche u. a. Urteile vom 26. Oktober 1999, Sirdar, C 273/97, Slg. 1999, römisch eins 7403, Randnr. 17, vom 11. Januar 2000, Kreil, C 285/98, Slg. 2000, römisch eins 69, Randnr. 17, vom 13. Juli 2000, Albore, C 423/98, Slg. 2000, römisch eins 5965, Randnr. 18, und vom 11. März 2003, Dory, C 186/01, Slg. 2003, römisch eins 2479, Randnr. 32).
44 Der Gerichtshof hat ferner entschieden, dass die Beeinträchtigung des Funktionierens der Einrichtungen des Staates und seiner wichtigen öffentlichen Dienste sowie das Überleben der Bevölkerung ebenso wie die Gefahr einer erheblichen Störung der auswärtigen Beziehungen oder des friedlichen Zusammenlebens der Völker oder eine Beeinträchtigung der militärischen Interessen die öffentliche Sicherheit berühren können (vgl. u. a. Urteile vom 10. Juli 1984, Campus Oil u. a., 72/83, Slg. 1984, 2727, Randnrn. 34 und 35, vom 17. Oktober 1995, Werner, C 70/94, Slg. 1995, I 3189, Randnr. 27, Albore, Randnr. 22, und vom 25. Oktober 2001, Kommission/Griechenland, C 398/98, Slg. 2001, I 7915, Randnr. 29).44 Der Gerichtshof hat ferner entschieden, dass die Beeinträchtigung des Funktionierens der Einrichtungen des Staates und seiner wichtigen öffentlichen Dienste sowie das Überleben der Bevölkerung ebenso wie die Gefahr einer erheblichen Störung der auswärtigen Beziehungen oder des friedlichen Zusammenlebens der Völker oder eine Beeinträchtigung der militärischen Interessen die öffentliche Sicherheit berühren können vergleiche u. a. Urteile vom 10. Juli 1984, Campus Oil u. a., 72/83, Slg. 1984, 2727, Randnrn. 34 und 35, vom 17. Oktober 1995, Werner, C 70/94, Slg. 1995, römisch eins 3189, Randnr. 27, Albore, Randnr. 22, und vom 25. Oktober 2001, Kommission/Griechenland, C 398/98, Slg. 2001, römisch eins 7915, Randnr. 29).
45 Daraus folgt jedoch nicht, dass Ziele wie die Bekämpfung der mit bandenmäßigem Handel mit Betäubungsmitteln verbundenen Kriminalität zwingend von diesem Begriff ausgenommen wären. [...] 49 Demzufolge muss eine Ausweisungsmaßnahme auf eine individuelle Prüfung des Einzelfalls gestützt werden (vgl. u. a. Urteil Metock u. a., Randnr. 74) und kann nur dann mit zwingenden Gründen der öffentlichen Sicherheit im Sinne von Art. 28 Abs. 3 der Richtlinie 2004/38 gerechtfertigt werden, wenn eine solche Maßnahme angesichts der außergewöhnlichen Schwere der Bedrohung für den Schutz der Interessen, die mit ihr gewahrt werden sollen, erforderlich ist, vorausgesetzt, dass dieses Ziel unter Berücksichtigung der Aufenthaltsdauer im Aufnahmemitgliedstaat des Unionsbürgers und insbesondere der schweren negativen Folgen, die eine solche Maßnahme für Unionsbürger haben kann, die vollständig in den Aufnahmemitgliedstaat integriert sind, nicht durch weniger strikte Maßnahmen erreicht werden kann.49 Demzufolge muss eine Ausweisungsmaßnahme auf eine individuelle Prüfung des Einzelfalls gestützt werden vergleiche u. a.
Urteil Metock u. a., Randnr. 74) und kann nur dann mit zwingenden Gründen der öffentlichen Sicherheit im Sinne von Artikel 28, Absatz 3, der Richtlinie 2004/38 gerechtfertigt werden, wenn eine solche Maßnahme angesichts der außergewöhnlichen Schwere der Bedrohung für den Schutz der Interessen, die mit ihr gewahrt werden sollen, erforderlich ist, vorausgesetzt, dass dieses Ziel unter Berücksichtigung der Aufenthaltsdauer im Aufnahmemitgliedstaat des Unionsbürgers und insbesondere der schweren negativen Folgen, die eine solche Maßnahme für Unionsbürger haben kann, die vollständig in den Aufnahmemitgliedstaat integriert sind, nicht durch weniger strikte Maßnahmen erreicht werden kann.
50 Bei der Anwendung der Richtlinie 2004/38 ist insbesondere der außergewöhnliche Charakter der Bedrohung der öffentlichen Sicherheit aufgrund des persönlichen Verhaltens der betroffenen Person, die gegebenenfalls zu der Zeit zu beurteilen ist, zu der die Ausweisungsverfügung ergeht (vgl. u. a. Urteil vom 29. April 2004, Orfanopoulos und Oliveri, C 482/01 und C 493/01, Slg. 2004, I 5257, Randnrn. 77 bis 79), und zwar nach Maßgabe der verwirkten und verhängten Strafen, des Grades der Beteiligung an der kriminellen Aktivität, des Umfangs des Schadens und gegebenenfalls der Rückfallneigung (vgl. in diesem Sinne u. a. Urteil vom 27. Oktober 1977, Bouchereau, 30/77, Slg. 1977, 1999, Randnr. 29), gegen die Gefahr abzuwägen, die Resozialisierung des Unionsbürgers in dem Staat, in den er vollständig integriert ist - die, wie der Generalanwalt in Nr. 95 seiner Schlussanträge ausgeführt hat, nicht nur im Interesse dieses Staates, sondern auch im Interesse der Europäischen Union insgesamt liegt -, zu gefährden.50 Bei der Anwendung der Richtlinie 2004/38 ist insbesondere der außergewöhnliche Charakter der Bedrohung der öffentlichen Sicherheit aufgrund des persönlichen Verhaltens der betroffenen Person, die gegebenenfalls zu der Zeit zu beurteilen ist, zu der die Ausweisungsverfügung ergeht vergleiche u. a.
Urteil vom 29. April 2004, Orfanopoulos und Oliveri, C 482/01 und C 493/01, Slg. 2004, römisch eins 5257, Randnrn. 77 bis 79), und zwar nach Maßgabe der verwirkten und verhängten Strafen, des Grades der Beteiligung an der kriminellen Aktivität, des Umfangs des Schadens und gegebenenfalls der Rückfallneigung vergleiche in diesem Sinne u. a. Urteil vom 27. Oktober 1977, Bouchereau, 30/77, Slg. 1977, 1999, Randnr. 29), gegen die Gefahr abzuwägen, die Resozialisierung des Unionsbürgers in dem Staat, in den er vollständig integriert ist - die, wie der Generalanwalt in Nr. 95 seiner Schlussanträge ausgeführt hat, nicht nur im Interesse dieses Staates, sondern auch im Interesse der Europäischen Union insgesamt liegt -, zu gefährden.
51 Die verhängte Strafe ist als ein Umstand dieser Gesamtheit von Faktoren zu berücksichtigen. Eine Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren kann nicht zu einer Ausweisungsverfügung führen, wie es in der nationalen Regelung vorgesehen ist, ohne dass die in der vorstehenden Randnummer des vorliegenden Urteils beschriebenen Umstände berücksichtigt werden, was vom nationalen Gericht zu prüfen ist.
52 Im Rahmen der entsprechenden Beurteilung ist den Grundrechten Rechnung zu tragen, deren Beachtung der Gerichtshof sichert, da Gründe des Allgemeininteresses zur Rechtfertigung einer innerstaatlichen Maßnahme, die geeignet ist, die Ausübung der Freizügigkeit zu behindern, nur dann herangezogen werden können, wenn die fragliche Maßnahme diesen Rechten Rechnung trägt (vgl. u. a. Urteil Orfanopoulos und Oliveri, Randnrn. 97 bis 99), insbesondere dem in Art. 7 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union und Art. 8 der Europäischen Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten niedergelegten Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens (vgl. u. a. Urteil vom 5. Oktober 2010, McB., C 400/10 PPU, noch nicht in der amtlichen Sammlung veröffentlicht, Randnr. 53, sowie Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte [Große Kammer] vom 23.
Juni 2008, Maslov/Österreich, Recueil des arrêts et décisions 2008, Nrn. 61 ff.).52 Im Rahmen der entsprechenden Beurteilung ist den Grundrechten Rechnung zu tragen, deren Beachtung der Gerichtshof sichert, da Gründe des Allgemeininteresses zur Rechtfertigung einer innerstaatlichen Maßnahme, die geeignet ist, die Ausübung der Freizügigkeit zu behindern, nur dann herangezogen werden können, wenn die fragliche Maßnahme diesen Rechten Rechnung trägt vergleiche u. a. Urteil Orfanopoulos und Oliveri, Randnrn. 97 bis 99), insbesondere dem in Artikel 7, der Charta der Grundrechte der Europäischen Union und Artikel 8, der Europäischen Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten niedergelegten Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens vergleiche u. a.
Urteil vom 5. Oktober 2010, McB., C 400/10 PPU, noch nicht in der amtlichen Sammlung veröffentlicht, Randnr. 53, sowie Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte [Große Kammer] vom 23. Juni 2008, Maslov/Österreich, Recueil des arrêts et décisions 2008, Nrn. 61 ff.).
53 Um zu beurteilen, ob der in Aussicht genommene Eingriff im Verhältnis zu dem verfolgten legitimen Zweck steht, hier dem Schutz der öffentlichen Sicherheit, sind insbesondere die Art und die Schwere der begangenen Zuwiderhandlung, die Dauer des Aufenthalts des Betroffenen im Aufnahmemitgliedstaat, die seit der Begehung der Zuwiderhandlung vergangene Zeit und das Verhalten des Betroffenen in dieser Zeit sowie die Intensität der sozialen, kulturellen und familiären Bindungen zum Aufnahmemitgliedstaat zu berücksichtigen. Im Fall eines Unionsbürgers, der die meiste oder die gesamte Zeit seiner Kindheit und Jugend rechtmäßig im Aufnahmemitgliedstaat verbracht hat, müssten sehr stichhaltige Gründe vorgebracht werden, um die Ausweisungsmaßnahme zu rechtfertigen (vgl. in diesem Sinne u. a.
Urteil Maslov/Österreich, Nrn. 71 bis 75).53 Um zu beurteilen, ob der in Aussicht genommene Eingriff im Verhältnis zu dem verfolgten legitimen Zweck steht, hier dem Schutz der öffentlichen Sicherheit, sind insbesondere die Art und die Schwere der begangenen Zuwiderhandlung, die Dauer des Aufenthalts des Betroffenen im Aufnahmemitgliedstaat, die seit der Begehung der Zuwiderhandlung vergangene Zeit und das Verhalten des Betroffenen in dieser Zeit sowie die Intensität der sozialen, kulturellen und familiären Bindungen zum Aufnahmemitgliedstaat zu berücksichtigen. Im Fall eines Unionsbürgers, der die meiste oder die gesamte Zeit seiner Kindheit und Jugend rechtmäßig im Aufnahmemitgliedstaat verbracht hat, müssten sehr stichhaltige Gründe vorgebracht werden, um die Ausweisungsmaßnahme zu rechtfertigen vergleiche in diesem Sinne u. a.
Urteil Maslov/Österreich, Nrn. 71 bis 75).
54 Jedenfalls fällt, da der Gerichtshof entschieden hat, dass ein Mitgliedstaat zum Schutz der öffentlichen Ordnung die Verwendung von Betäubungsmitteln als eine Gefahr für die Gesellschaft ansehen kann, die besondere Maßnahmen gegen Ausländer rechtfertigt, die gegen Vorschriften über Betäubungsmittel verstoßen (vgl. Urteile vom 19. Januar 1999, Calfa, C 348/96, Slg. 1999, I 11, Randnr. 22, sowie Orfanopoulos und Oliveri, Randnr. 67), der bandenmäßige Handel mit Betäubungsmitteln erst recht unter den Begriff der "öffentlichen Ordnung" im Sinne von Art. 28 Abs. 2 der Richtlinie 2004/38.54 Jedenfalls fällt, da der Gerichtshof entschieden hat, dass ein Mitgliedstaat zum Schutz der öffentlichen Ordnung die Verwendung von Betäubungsmitteln als eine Gefahr für die Gesellschaft ansehen kann, die besondere Maßnahmen gegen Ausländer rechtfertigt, die gegen Vorschriften über Betäubungsmittel verstoßen vergleiche Urteile vom 19. Januar 1999, Calfa, C 348/96, Slg. 1999, römisch eins 11, Randnr. 22, sowie Orfanopoulos und Oliveri, Randnr. 67), der bandenmäßige Handel mit Betäubungsmitteln erst recht unter den Begriff der "öffentlichen Ordnung" im Sinne von Artikel 28, Absatz 2, der Richtlinie 2004/38.
55 Es ist Sache des vorlegenden Gerichts, unter Berücksichtigung aller genannten Umstände zu prüfen, ob das Verhalten von Herrn Tsakouridis unter den Ausdruck "schwerwiegende Gründe der öffentlichen Ordnung oder Sicherheit" im Sinne von Art. 28 Abs. 2 der Richtlinie 2004/38 oder den Ausdruck "zwingende Gründe der öffentlichen Sicherheit" im Sinne von Art. 28 Abs. 3 dieser Richtlinie fällt und ob mit der in Aussicht genommenen Abschiebung die genannten Voraussetzungen beachtet werden.55 Es ist Sache des vorlegenden Gerichts, unter Berücksichtigung aller genannten Umstände zu prüfen, ob das Verhalten von Herrn Tsakouridis unter den Ausdruck "schwerwiegende Gründe der öffentlichen Ordnung oder Sicherheit" im Sinne von Artikel 28, Absatz 2, der Richtlinie 2004/38 oder den Ausdruck "zwingende Gründe der öffentlichen Sicherheit" im Sinne von Artikel 28, Absatz 3, dieser Richtlinie fällt und ob mit der in Aussicht genommenen Abschiebung die genannten Voraussetzungen beachtet werden.
56 Nach alledem ist auf die erste Frage zu antworten, dass Art. 28 Abs. 3 der Richtlinie 2004/38 für den Fall, dass das vorlegende Gericht zu dem Schluss kommt, dass dem betreffenden Unionsbürger der mit dieser Vorschrift gewährte Schutz zusteht, dahin gehend auszulegen ist, dass die Bekämpfung der mit dem bandenmäßigen Handel mit Betäubungsmitteln verbundenen Kriminalität unter den Ausdruck "zwingende Gründe der öffentlichen Sicherheit" fallen kann, mit denen eine Ausweisungsmaßnahme in Bezug auf einen Unionsbürger, der seinen Aufenthalt in den letzten zehn Jahren im Aufnahmemitgliedstaat gehabt hat, gerechtfertigt werden kann. Für den Fall, dass das vorlegende Gericht zu dem Schluss kommt, dass dem betreffenden Unionsbürger der mit Art. 28 Abs. 2 der Richtlinie 2004/38 gewährte Schutz zusteht, ist diese Vorschrift dahin gehend auszulegen, dass die Bekämpfung der mit dem bandenmäßigen Handel mit Betäubungsmitteln verbundenen Kriminalität unter den Ausdruck "schwerwiegende Gründe der öffentlichen Ordnung oder Sicherheit" fällt."56 Nach alledem ist auf die erste Frage zu antworten, dass Artikel 28, Absatz 3, der Richtlinie 2004/38 für den Fall, dass das vorlegende Gericht zu dem Schluss kommt, dass dem betreffenden Unionsbürger der mit dieser Vorschrift gewährte Schutz zusteht, dahin gehend auszulegen ist, dass die Bekämpfung der mit dem bandenmäßigen Handel mit Betäubungsmitteln verbundenen Kriminalität unter den Ausdruck "zwingende Gründe der öffentlichen Sicherheit" fallen kann, mit denen eine Ausweisungsmaßnahme in Bezug auf einen Unionsbürger, der seinen Aufenthalt in den letzten zehn Jahren im Aufnahmemitgliedstaat gehabt hat, gerechtfertigt werden kann.
Für den Fall, dass das vorlegende Gericht zu dem Schluss kommt, dass dem betreffenden Unionsbürger der mit Artikel 28, Absatz 2, der Richtlinie 2004/38 gewährte Schutz zusteht, ist diese Vorschrift dahin gehend auszulegen, dass die Bekämpfung der mit dem bandenmäßigen Handel mit Betäubungsmitteln verbundenen Kriminalität unter den Ausdruck "schwerwiegende Gründe der öffentlichen Ordnung oder Sicherheit" fällt."
Diesen Darlegungen ist zu entnehmen, dass die Frage, ob "zwingende Gründe der öffentlichen Sicherheit" vorliegen jeweils in Einzelfall nach den vorliegenden Gegebenheiten zu beurteilen ist.
In Hinblick auf die Erwägungen zu Rz 53 ist im vorliegenden Fall festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin jedenfalls 2013 massiv delinquierte, die nachfolgenden Verurteilungen 2017 und 2019 führten zu einer Gelstrafe bzw. einer bedingen Haftstrafe. Dabei fallen hinsichtlich der Verurteilung 2013 die Überschreitung Grenzmenge an Suchtgift und der Umstand, dass selbst das Verspüren des Haftübels die Beschwerdeführerin nicht von der Begehung weiterer Straftaten abhalten konnte, ins Gewicht. Dem gegenüber steht, dass die Beschwerdeführerin sich den überwiegenden Teil ihres Aufenthalts wohlverhalten hat und sie sich geständig verantwortet hat. Die schwerwiegenden Suchtgiftdelikte liegen nunmehr neun Jahre zurück, seit den letzten Straftaten (Urkundenfälschung und der Betrug) sind 3,5 Jahre vergangen.
Davon abgesehen ist die Beschwerdeführerin in Österreich sehr gut integriert, dabei ist auf die privaten Bindungen zu ihrem Lebensgefährten und ihren Sohn hinzuweisen. Im Übrigen konnte der Eindruck gewonnen werden, dass die Beschwerdeführerin mittlerweile auch am Arbeitsmarkt Fuß fassen konnte und ihr Leben allgemein eine Stabilisierung erfahren hat.
Nach den Ausführungen in Rz 50 ist der außergewöhnliche Charakter der Bedrohung der öffentlichen Sicherheit aufgrund des persönlichen Verhaltens der betroffenen Person, die gegebenenfalls zu der Zeit zu beurteilen ist, zu der die Ausweisungsverfügung ergeht. Auch unter Berücksichtigung der zunächst verhängten Freiheitsstrafe von 2 Jahren und der bedingten Freiheitsstrafe von 6 Monaten samt Geldstrafe bleiben diese erheblich hinter der im Fall Tsakouridis verhängten Gesamtfreiheitsstrafe von sechs Jahren und sechs Monaten zurück. Zur Rückfallsneigung ist auszuführen, dass die Beschwerdeführerin seit Oktober 2018 nicht mehr straffällig wurde und einer Beschäftigung nachgeht. Trotz des schwerwiegenden Fehlverhaltens des Beschwerdeführers und der mehrmaligen Tatbegehung kann daher nach Auffassung des erkennenden Gerichtes im gegenständlichen Fall im Entscheidungszeitpunkt insgesamt nicht von "zwingenden Gründe der öffentlichen Sicherheit" im Sinne des Art 28 Abs. 3 der RL 2004/38 und somit auch nicht von einer nachhaltigen und maßgeblichen Gefährdung der öffentlichen Ordnung oder der Sicherheit der Republik Österreich gemäß § 67 Abs. 1 fünfter Satz FPG gesprochen werden.Nach den Ausführungen in Rz 50 ist der außergewöhnliche Charakter der Bedrohung der öffentlichen Sicherheit aufgrund des persönlichen Verhaltens der betroffenen Person, die gegebenenfalls zu der Zeit zu beurteilen ist, zu der die Ausweisungsverfügung ergeht.
Auch unter Berücksichtigung der zunächst verhängten Freiheitsstrafe von 2 Jahren und der bedingten Freiheitsstrafe von 6 Monaten samt Geldstrafe bleiben diese erheblich hinter der im Fall Tsakouridis verhängten Gesamtfreiheitsstrafe von sechs Jahren und sechs Monaten zurück. Zur Rückfallsneigung ist auszuführen, dass die Beschwerdeführerin seit Oktober 2018 nicht mehr straffällig wurde und einer Beschäftigung nachgeht. Trotz des schwerwiegenden Fehlverhaltens des Beschwerdeführers und der mehrmaligen Tatbegehung kann daher nach Auffassung des erkennenden Gerichtes im gegenständlichen Fall im Entscheidungszeitpunkt insgesamt nicht von "zwingenden Gründe der öffentlichen Sicherheit" im Sinne des Artikel 28, Absatz 3, der RL 2004/38 und somit auch nicht von einer nachhaltigen und maßgeblichen Gefährdung der öffentlichen Ordnung oder der Sicherheit der Republik Österreich gemäß Paragraph 67, Absatz eins, fünfter Satz FPG gesprochen werden.
Zur Erteilung des Durchsetzungsaufschubes gemäß § 70 Abs. 3 FPG:Zur Erteilung des Durchsetzungsaufschubes gemäß Paragraph 70, Absatz 3, FPG:
Es ist auf die zu vor Inkrafttreten des FrÄG 2011 geltenden und diesbezüglich im Wesentlichen gleichlautenden Bestimmungen des FPG ergangene Judikatur des Verwaltungsgerichtshofes zu verweisen, wonach gesondert zu begründen ist, inwieweit die sofortige Ausreise der beschwerdeführenden Partei nach § 86 Abs. 3 FPG (Durchsetzungsaufschub) geboten sein soll. Die auf die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung Bezug nehmenden Überlegungen, die schon bei der Entscheidung über die Verhängung eines Aufenthaltsverbotes anzustellen sind, vermögen die Begründung für die Versagung eines Durchsetzungsaufschubes nicht zu ersetzen. Gleiches gilt für die enthaltenen Überlegungen zum Ausschluss einer aufschiebenden Wirkung der Berufung, weil die aufschiebende Wirkung einer Berufung und die Gewährung eines einmonatigen Durchsetzungsaufschubes von ihren Zwecken und ihren Wirkungen her nicht vergleichbar sind (vgl.
VwGH vom 21.11.2006, 2006/21/0171 mwN).Es ist auf die zu vor Inkrafttreten des FrÄG 2011 geltenden und diesbezüglich im Wesentlichen gleichlautenden Bestimmungen des FPG ergangene Judikatur des Verwaltungsgerichtshofes zu verweisen, wonach gesondert zu begründen ist, inwieweit die sofortige Ausreise der beschwerdeführenden Partei nach Paragraph 86, Absatz 3, FPG (Durchsetzungsaufschub) geboten sein soll. Die auf die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung Bezug nehmenden Überlegungen, die schon bei der Entscheidung über die Verhängung eines Aufenthaltsverbotes anzustellen sind, vermögen die Begründung für die Versagung eines Durchsetzungsaufschubes nicht zu ersetzen. Gleiches gilt für die enthaltenen Überlegungen zum Ausschluss einer aufschiebenden Wirkung der Berufung, weil die aufschiebende Wirkung einer Berufung und die Gewährung eines einmonatigen Durchsetzungsaufschubes von ihren Zwecken und ihren Wirkungen her nicht vergleichbar sind vergleiche VwGH vom 21.11.2006, 2006/21/0171 mwN).
Dieser Begründungspflicht ist die belangte Behörde nachgekommen und hat einen Durchsetzungsaufschub von einem Monat ab Durchsetzbarkeit dieser Maßnahme erteilt. Dieser erfolgte daher rechtmäßig.
Es war daher spruchgemäß zu entscheiden.
Die Beschwerdeführerin wird abschließend eindringlichst darauf hingewiesen, dass bei einem neuerlichen Fehlverhalten - insbesondere im Sinne einer strafgerichtlichen Verurteilung - jederzeit und auch bei Vorliegen eines aufrechten Privat- und Familienlebens wieder die Verhängung eines Aufenthaltsverbotes in Betracht zu ziehen ist.
Zu Spruchteil B): Zulässigkeit der Revision:
Die ordentliche Revision ist unzulässig, da keine Rechtsfrage im Sinne des Art. 133 Abs. 4 B-VG zu beurteilen war, der grundsätzliche Bedeutung zukommt. Weder weicht die gegenständliche Entscheidung von der bisherigen, umfangreichen Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes ab, noch ist diese Rechtsprechung als uneinheitlich zu bewerten. Vielmehr hat sich das Bundesverwaltungsgericht bei der Beurteilung des gegenständlichen Falles an der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes aber auch des Europäischen Gerichtshofes orientiert und diese – soweit erforderlich – auch in der Entscheidungsbegründung zitiert. Sonstige Hinweise auf eine grundsätzliche Bedeutung der gegenständlich zu lösenden Rechtsfragen liegen nicht vor. Die ordentliche Revision ist unzulässig, da keine Rechtsfrage im Sinne des Artikel 133, Absatz 4, B-VG zu beurteilen war, der grundsätzliche Bedeutung zukommt. Weder weicht die gegenständliche Entscheidung von der bisherigen, umfangreichen Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes ab, noch ist diese Rechtsprechung als uneinheitlich zu bewerten. Vielmehr hat sich das Bundesverwaltungsgericht bei der Beurteilung des gegenständlichen Falles an der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes aber auch des Europäischen Gerichtshofes orientiert und diese – soweit erforderlich – auch in der Entscheidungsbegründung zitiert. Sonstige Hinweise auf eine grundsätzliche Bedeutung der gegenständlich zu lösenden Rechtsfragen liegen nicht vor.
European Case Law IdentifierECLI:AT:BVWG:2022:W285.2227568.1.00