2 GBG jedermann in das Grundbuch Einsicht nehmen und Auszüge anfertigen lassen könne. Im gegebenen Fall seien weit über die notwendige Ersichtlichmachung sachenrechtlicher Berechtigungen reichende sensible Daten veröffentlicht worden. Konkret seien dies das Grundbuch nicht betreffende Vereinbarungen über sonstige Vermögenswerte, die weder Drittwirkung entfalten können, noch aus sonstigen Gründen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden dürfen. Es handle sich um einen Eingriff in die Privatsphäre der Familie. Der (sachliche) Anwendungsbereich der DSGVO sei eröffnet, da insbesondere sowohl der Begriff „Verarbeitung“ als auch der Begriff „personenbezogene Daten“ iSv. Art. 4 DSGVO erfüllt seien. Es liege für die gegenständliche Verarbeitung kein Rechtfertigungsgrund iSv. Art. 6 Abs. 1 DSGVO vor. Zum Vergleich werde auf das Verlassenschaftsverfahren hingewiesen, in welchem gerade nicht das gesamte Ergebnis bzw. die „Schlussentscheidung“ des Verfahrens der Öffentlichkeit preisgegeben werde. Es ergehe überdies die Anregung, die Datenschutzbehörde möge dem Verfassungsgerichtshof die Bestimmung des § 7 Abs. 2 GBG zur verfassungsmäßigen Prüfung vorlegen. Zum Beweis legte die Beschwerdeführerin einen Auszug aus dem Hauptbuch des Grundbuches vom 28. Mai 2021 sowie eine Kopie der Vergleichsausfertigung, datiert mit 19. November 2020, vor.Die Beschwerdeführerin sei am 16. November 2020 im Verfahren 25 C 45/20t geschieden worden. Teil des Scheidungsverfahrens sei der Abschluss einer „Scheidungsfolgenvereinbarung“ gewesen, in welchem die Aufteilung gemeinsamer Liegenschaften vereinbart worden sei. Das Verfahren sei beim Beschwerdegegner geführt worden. Dieser habe in weiterer Folge als zuständiges Gericht die Eintragung der Scheidungsfolgenvereinbarung (samt Aufsandungserklärungen) zur TZ 481 aus 2021, ins Grundbuch (Urkundensammlung) vorgenommen, mit welcher Drittwirkung erlangt worden sei. Diese Eintragung habe die Möglichkeit der öffentlichen Einsichtnahme bewirkt, da
Paragraph 7, Absatz 2, GBG jedermann in das Grundbuch Einsicht nehmen und Auszüge anfertigen lassen könne. Im gegebenen Fall seien weit über die notwendige Ersichtlichmachung sachenrechtlicher Berechtigungen reichende sensible Daten veröffentlicht worden. Konkret seien dies das Grundbuch nicht betreffende Vereinbarungen über sonstige Vermögenswerte, die weder Drittwirkung entfalten können, noch aus sonstigen Gründen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden dürfen. Es handle sich um einen Eingriff in die Privatsphäre der Familie. Der (sachliche) Anwendungsbereich der DSGVO sei eröffnet, da insbesondere sowohl der Begriff „Verarbeitung“ als auch der Begriff „personenbezogene Daten“ iSv. Artikel 4, DSGVO erfüllt seien. Es liege für die gegenständliche Verarbeitung kein Rechtfertigungsgrund iSv. Artikel 6, Absatz eins, DSGVO vor. Zum Vergleich werde auf das Verlassenschaftsverfahren hingewiesen, in welchem gerade nicht das gesamte Ergebnis bzw. die „Schlussentscheidung“ des Verfahrens der Öffentlichkeit preisgegeben werde. Es ergehe überdies die Anregung, die Datenschutzbehörde möge dem Verfassungsgerichtshof die Bestimmung des Paragraph 7, Absatz 2, GBG zur verfassungsmäßigen Prüfung vorlegen. Zum Beweis legte die Beschwerdeführerin einen Auszug aus dem Hauptbuch des Grundbuches vom 28. Mai 2021 sowie eine Kopie der Vergleichsausfertigung, datiert mit 19. November 2020, vor. 2. Mit Erledigung vom 2. Juni 2021 forderte die Datenschutzbehörde den Beschwerdegegner zur Stellungnahme auf. 3. Mit Eingabe vom 14. Juni 2021 führte der Beschwerdegegner wie folgt aus:
den Bestimmungen des § 3 Abs. 1 lit. b (offenbar gemeint: § 33 Abs. 1 lit. b GBG) seien Einverleibungen ins Grundbuch aufgrund von vor Gericht abgeschlossenen Vergleichen möglich. Die Beschwerdeführerin habe mittels „ERV-Antrag“ durch ihren Rechtsvertreter die Einverleibung des Eigentumsrechts begehrt, wobei in diesem Zusammenhang als Urkunde u.a. der Scheidungsvergleich (Scheidungsfolgenvereinbarung) vom 19. November 2020 zur Gänze beigefügt gewesen sei. Der Antrag sei in weiterer Folge bewilligt und der Scheidungsvergleich im von der Beschwerdeführerin übermittelten (vollen) Umfang in der Urkundensammlung abgespeichert worden. Aufgabe des Beschwerdegegners sei es, die vorgelegten Urkunden zur Gänze in die Urkundensammlung aufzunehmen, nicht hingegen, Eingaben nach eigenem Ermessen datenschutzrechtlich zu überprüfen und rechtsbegründende Urkunden möglicherweise entsprechend zu kürzen.
den Bestimmungen des Paragraph 3, Absatz eins, Litera b, (offenbar gemeint: Paragraph 33, Absatz eins, Litera b, GBG) seien Einverleibungen ins Grundbuch aufgrund von vor Gericht abgeschlossenen Vergleichen möglich. Die Beschwerdeführerin habe mittels „ERV-Antrag“ durch ihren Rechtsvertreter die Einverleibung des Eigentumsrechts begehrt, wobei in diesem Zusammenhang als Urkunde u.a. der Scheidungsvergleich (Scheidungsfolgenvereinbarung) vom
3 DSGVO sind die Aufsichtsbehörden nicht für die Aufsicht über die von Gerichten im Rahmen ihrer justiziellen Tätigkeit vorgenommenen Verarbeitungen zuständig, wobei ErwGr. 20 der DSGVO hierzu ausführt, dass dies der Unabhängigkeit der Justiz bei der Ausübung ihrer gerichtlichen Aufgaben einschließlich ihrer Beschlussfassung dienen soll.
, Absatz 3, DSGVO sind die Aufsichtsbehörden nicht für die Aufsicht über die von Gerichten im Rahmen ihrer justiziellen Tätigkeit vorgenommenen Verarbeitungen zuständig, wobei ErwGr. 20 der DSGVO hierzu ausführt, dass dies der Unabhängigkeit der Justiz bei der Ausübung ihrer gerichtlichen Aufgaben einschließlich ihrer Beschlussfassung dienen soll. Zwar ist dem Wortlaut der DSGVO selbst nicht ausdrücklich zu entnehmen, welche Tätigkeit eines Gerichts konkret „justiziell“ ist. In diesem Zusammenhang ist jedoch auf die Rsp. des EuGH zu Art. 267 AEUV zu verweisen, wonach nicht jedwede gerichtliche Tätigkeit zur Vorlage von Vorabentscheidungsersuchen ermächtigt. So hat der EuGH bspw. die Vorabentscheidungsersuchen zweier österreichischer Landesgerichte in deren Eigenschaft als Firmenbuchgerichte mit der Begründung zurückgewiesen, dass diese Gerichte über keinen Rechtsstreit zu entscheiden hätten, sondern als das Handelsregister führende Behörden tätig wurden (vgl. dazu den Beschluss vom
1 DSG hat jedermann, insbesondere auch im Hinblick auf die Achtung seines Privat- und Familienlebens, Anspruch auf Geheimhaltung der ihn betreffenden personenbezogenen Daten, soweit ein schutzwürdiges Interesse daran besteht.
Paragraph eins, Absatz eins, DSG hat jedermann, insbesondere auch im Hinblick auf die Achtung seines Privat- und Familienlebens, Anspruch auf Geheimhaltung der ihn betreffenden personenbezogenen Daten, soweit ein schutzwürdiges Interesse daran besteht. Eingriffe einer staatlichen Behörde sind nur auf Grund von Gesetzen zulässig (§ 1 Abs. 2 DSG). Dies verpflichtet nicht allein die Verwaltung, sondern auch Organe der Rechtsprechung und Gesetzgebung (Bresich/Dopplinger/Dörnhöfer/Kunnert/Riedl, DSG
Davon ist laut § 1 GBG auch die Urkundensammlung mitumfasst (vgl. auch Höller in Kodek, Grundbuchsrecht2 § 7 GBG Rz. 5). Der Beschwerdeführerin ist insoweit zuzustimmen, dass das Grundbuch
Paragraph 7, GBG öffentlich ist und daher – grundsätzlich – jedermann Einsicht nehmen kann. Davon ist laut Paragraph eins, GBG auch die Urkundensammlung mitumfasst vergleiche auch Höller in Kodek, Grundbuchsrecht2 Paragraph 7, GBG Rz. 5). Insofern ist der Schutzbereich des § 1 DSG, sowie – aufgrund der automatisierte Verarbeitung – auch der sachliche Anwendungsbereich der DSGVO eröffnet. Insofern ist der Schutzbereich des Paragraph eins, DSG, sowie – aufgrund der automatisierte Verarbeitung – auch der sachliche Anwendungsbereich der DSGVO eröffnet. Einverleibungen können laut § 33 Abs. 1 lit. b GBG u.a. – wie gegenständlich – aufgrund von Gerichten aufgenommenen (exekutionsfähigen) Vergleichen vorgenommen werden. Einverleibungen können laut Paragraph 33, Absatz eins, Litera b, GBG u.a. – wie gegenständlich – aufgrund von Gerichten aufgenommenen (exekutionsfähigen) Vergleichen vorgenommen werden. Die Urkunden, auf Grund derer eine Eintragung erfolgen soll, sind
1 GBG im Original beizulegen. Bei gerichtlichen Vergleichen ist diese Anforderung durch die Vorlage einer Vergleichsausfertigung erfüllt (Kodek in Kodek, Grundbuchsrecht2 § 87 GBG Rz. 10). Die Urkunden, auf Grund derer eine Eintragung erfolgen soll, sind
Paragraph 87, Absatz eins, GBG im Original beizulegen. Bei gerichtlichen Vergleichen ist diese Anforderung durch die Vorlage einer Vergleichsausfertigung erfüllt (Kodek in Kodek, Grundbuchsrecht2 Paragraph 87, GBG Rz. 10). Der diesbezügliche Prüfungsumfang des zuständigen Gerichts (konkret: des Beschwerdegegners) ergibt sich aus § 94 GBG, wobei weder allgemeine berechtigte Interessen Dritter, noch datenschutzrechtliche Erwägungen Teil des Prüfungsmaßstabes sind. Der diesbezügliche Prüfungsumfang des zuständigen Gerichts (konkret: des Beschwerdegegners) ergibt sich aus Paragraph 94, GBG, wobei weder allgemeine berechtigte Interessen Dritter, noch datenschutzrechtliche Erwägungen Teil des Prüfungsmaßstabes sind. Insofern war bzw. wäre eine bloß teilweise Aufnahme des Scheidungsfolgenvergleiches, wie von der Beschwerdeführerin vorgebracht, gesetzlich nicht vorgesehen und dem Beschwerdegegner daher auch nicht möglich gewesen. Ferner ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin – wie festgestellt – den Scheidungsfolgenvergleich ohnedies in seiner Gesamtheit vorgelegt hat. Davon abgesehen, wäre die Vorlage einer gekürzten Form nur in den gesetzlich ausdrücklich vorgesehenen Ausnahmefällen (§ 146 Abs. 1 GeO, § 79 Abs. 5 GOG oder § 417 ZPO) möglich, wobei dies von der Beschwerdeführerin zu keinem Zeitpunkt behauptet wurde.Davon abgesehen, wäre die Vorlage einer gekürzten Form nur in den gesetzlich ausdrücklich vorgesehenen Ausnahmefällen (Paragraph 146, Absatz eins, GeO, Paragraph 79, Absatz 5, GOG oder Paragraph 417, ZPO) möglich, wobei dies von der Beschwerdeführerin zu keinem Zeitpunkt behauptet wurde. Der OGH hat in diesem Zusammenhang ausgesprochen, dass – abgesehen von den oben genannten Fällen – der Inhalt des Scheidungsvergleichs zur Gänze wiedergegeben werden muss und die Vorlage einer Teilausfertigung eines Scheidungsvergleichs § 87 Abs. 1 GBG widerspricht (OGH 25.1.2016, 5 Ob 250/15y). Anders gelagert wäre der Fall des „bloßen Durchstreichens“ (OGH 5 Ob 250/15y, NZ 2016/117
KI-Erklärung auf Basis des amtlichen Gesetzestextes. Orientierend, ersetzt keine Rechtsberatung.