F BGBl I Nr. 13/2005, entschieden:Über den Antrag der Ä GmbH in Wien (Antragstellerin) vom 7. Dezember 2005 auf Genehmigung der Verwendung von Daten aus Unterlagen von Gebietskrankenkassen wird
Paragraph 46, Absatz 3, des Datenschutzgesetzes 2000 (DSG 2000), Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 165 aus 1999, in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 13 aus 2005,, entschieden: Dem Antrag wird Folge gegeben und die Genehmigung zur Verwendung der folgenden Datenarten: Geburtsdatum, Geburtsort, Herkunftsland, Geschlecht, Landeskrankenkasse, Anmeldung, Abmeldung, Forstamt, Beschäftigungsbeginn, Beschäftigungsende, Art der Tätigkeit („beschäftigt als“) und Lohn, aus Unterlagen der neun österreichischen Gebietskrankenkassen über den Einsatz von ZwangsabeiterInnen bei den Reichsforsten 1938-1945 in einer MS-Access-Datenbank für Zwecke einer Studie über die Reichsforste in der NS-Zeit auf dem Gebiet der heutigen Republik Österreich erteilt. Die Genehmigung ist an die Erfüllung der folgenden Bedingungen bzw. Auflagen geknüpft:
F BGBl I Nr. 10/2004 (AVG), iVm §§ 1, 3 Abs 1 und TP 1 Bundesverwaltungsabgabenverordnung 1983, BGBl Nr. 24 i. d.F. BGBl II Nr. 460/2002 (BVwAbgV), haben Sie eine Verwaltungsabgabe in Höhe vonGemäß Paragraph 78, des Allgemeinen Verwaltungsverfahrensgesetzes, Bundesgesetzblatt Nr. 51 aus 1991, in der Fassung Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 10 aus 2004, (AVG), in Verbindung mit Paragraphen eins, 3, Absatz eins und TP 1 Bundesverwaltungsabgabenverordnung 1983, BGBl Nr. 24 i. d.F. Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 460 aus 2002, (BVwAbgV), haben Sie eine Verwaltungsabgabe in Höhe von Euro 6,50 zu entrichten. B e g r ü n d u n g: Die Antragstellerin begehrt für Zwecke einer Studie über die Reichsforste in der NS-Zeit die Erteilung einer Genehmigung für die Verwendung von Daten, welche bei den neun österreichischen Gebietskrankenkassen über den Einsatz von ZwangsarbeiterInnen bei den Reichsforsten vorhanden sind. Der folgende Sachverhalt wird festgestellt: Die Antragstellerin führt im Auftrag der Österreichischen Bundesforste eine Studie über die Reichsforste 1938-45 durch. Ein Teil dieser Studie betrifft den Einsatz von ZwangsarbeiterInnen. Dazu möchte die Antragstellerin eine umfassende statistische Gesamterhebung über den Einsatz von ZwangsarbeiterInnen bei den Reichsforsten auf dem Gebiet der heutigen Republik Österreich 1938-45, konkret dessen Umfang, weiters die Herkunft (Nationalität), das Geschlecht, das Alter, die Arbeitsbedingungen, Einsatzgebiete (lokale Verteilung) und Aufgabenbereiche der ZwangsarbeiterInnen, durchführen. Die hiefür benötigten Daten sollen bei allen österreichischen Gebietskrankenkassen ermittelt und in einer MS-Access-Datenbank mit den im Spruch aufgezählten Datenarten gespeichert werden. Voraussichtlich werden Daten von mehreren hundert Personen einfließen. Die Datenanwendung soll unter der Leitung von Univ.-Prof. DDr. Q, dem wissenschaftlichen Leiter der Antragstellerin, durchgeführt werden, dem die Mitarbeiterinnen MMaga. T und Maga. U zur Seite stehen. Alle drei Personen verfügen über mehrjährige wissenschaftliche Erfahrung im Bereich zeitgeschichtlicher Forschung. Sie haben allesamt schon mehrere entsprechende wissenschaftliche Arbeiten (mit-)verfasst bzw. bei Forschungsprojekten mitgearbeitet. Sie waren dabei für namhafte österreichische Einrichtungen, insbesondere auch die Historikerkommission, tätig. Im schriftlich abgefassten Forschungsbericht werden die Daten statistisch nach den Kategorien Alter, Geschlecht, Nationalität, zeitliche Entwicklung des Einsatzes von ZwangsarbeiterInnen, regionale Verteilung, Art der Beschäftigung sowie im historischen Kontext und jenem der rezenten Forschungsliteratur ausgewertet. Beweiswürdigung: Diese Feststellungen beruhen auf dem schlüssigen Vorbringen im Antrag bzw. dessen auftragsgemäßer Verbesserung sowie den angeschlossenen Lebensläufen von MMaga. T und Maga.U. Die wissenschaftliche Qualifikation von Univ.-Prof. DDr. Q ergibt sich aus dem Akt der Datenschutzkommission K202.001. Die von der Datenschutzkommission befragten neun Gebietskrankenkassen haben nichts vorgebracht, was dem Antrag in sachverhaltsmäßiger Hinsicht widerspricht. Insbesondere wird nicht bestritten, dass die Krankenkassen über die zur Verarbeitung beabsichtigten Daten verfügen. In rechtlicher Hinsicht folgt daraus:
Z 1 DSG 2000 sind personenbezogene Daten Angaben über Betroffene, deren Identität bestimmt oder bestimmbar ist; nur indirekt personenbezogen sind Daten für einen Auftraggeber, Dienstleister oder Empfänger einer Übermittlung dann, wenn der Personenbezug der Daten derart ist, dass dieser Auftraggeber, Dienstleister oder Übermittlungsempfänger die Identität des Betroffenen mit rechtlich zulässigen Mitteln nicht bestimmen kann.
Paragraph 4, Ziffer eins, DSG 2000 sind personenbezogene Daten Angaben über Betroffene, deren Identität bestimmt oder bestimmbar ist; nur indirekt personenbezogen sind Daten für einen Auftraggeber, Dienstleister oder Empfänger einer Übermittlung dann, wenn der Personenbezug der Daten derart ist, dass dieser Auftraggeber, Dienstleister oder Übermittlungsempfänger die Identität des Betroffenen mit rechtlich zulässigen Mitteln nicht bestimmen kann.
Z 8 DSG 2000 bedeutet Verwenden von Daten jede Art der Handhabung von Daten einer Datenanwendung, also sowohl das Verarbeiten (Z 9) als auch das Übermitteln (Z 12) von Daten.
Paragraph 4, Ziffer 8, DSG 2000 bedeutet Verwenden von Daten jede Art der Handhabung von Daten einer Datenanwendung, also sowohl das Verarbeiten (Ziffer 9,) als auch das Übermitteln (Ziffer 12,) von Daten. Für die Verwendung von Daten für Zwecke der statistischen bzw. wissenschaftlichen Forschung enthält das DSG 2000 in seinem § 46 eine Sondervorschrift. Diese lautet:Für die Verwendung von Daten für Zwecke der statistischen bzw. wissenschaftlichen Forschung enthält das DSG 2000 in seinem Paragraph 46, eine Sondervorschrift. Diese lautet: „Wissenschaftliche Forschung und Statistik § 46.
besonderen gesetzlichen Vorschriften oder 2.Ziffer 2 mit Zustimmung des Betroffenen oder 3.Ziffer 3 mit Genehmigung der Datenschutzkommission
Abs. 3 verwendet werden.mit Genehmigung der Datenschutzkommission
Absatz 3, verwendet werden.
den vorstehenden Bestimmungen die Verwendung von Daten für Zwecke der wissenschaftlichen Forschung oder Statistik in personenbezogener Form zulässig ist, ist der direkte Personsbezug unverzüglich zu verschlüsseln, wenn in einzelnen Phasen der wissenschaftlichen oder statistischen Arbeit mit nur indirekt personenbezogenen Daten das Auslangen gefunden werden kann. Sofern gesetzlich nicht ausdrücklich anderes vorgesehen ist, ist der Personsbezug der Daten gänzlich zu beseitigen, sobald er für die wissenschaftliche oder statistische Arbeit nicht mehr notwendig ist.“ Auch wenn die Antragstellerin die Verwendung der Namen der Betroffenen nicht beabsichtigt, ist von einer Verwendung personenbezogener Daten (§ 4 Z 1 und 8 DSG 2000) auszugehen, weil die eine Person beschreibenden Datenarten von einer derartigen Dichte sind, dass daraus Rückschlüsse auf einzelne Betroffene möglich sind, sodass also nicht ausgeschlossen werden kann, dass es sich um identifizierbare Daten handelt.Auch wenn die Antragstellerin die Verwendung der Namen der Betroffenen nicht beabsichtigt, ist von einer Verwendung personenbezogener Daten (Paragraph 4, Ziffer eins und 8 DSG 2000) auszugehen, weil die eine Person beschreibenden Datenarten von einer derartigen Dichte sind, dass daraus Rückschlüsse auf einzelne Betroffene möglich sind, sodass also nicht ausgeschlossen werden kann, dass es sich um identifizierbare Daten handelt. Aus dem festgestellten Sachverhalt ergibt sich, dass hinsichtlich der Daten, deren Verwendung die Antragstellerin beabsichtigt, weder die Voraussetzungen des § 46 Abs. 1 DSG 2000 noch jene des Abs. 2 Z 1 oder 2 erfüllt sind. Somit kommt diese
2 Z 3 DSG 2000 nur mit Genehmigung der Datenschutzkommission nach Abs. 3 in Betracht, sodass der Antrag zulässig ist.Aus dem festgestellten Sachverhalt ergibt sich, dass hinsichtlich der Daten, deren Verwendung die Antragstellerin beabsichtigt, weder die Voraussetzungen des Paragraph 46, Absatz eins, DSG 2000 noch jene des Absatz 2, Ziffer eins, oder 2 erfüllt sind. Somit kommt diese
Paragraph 46, Absatz 2, Ziffer 3, DSG 2000 nur mit Genehmigung der Datenschutzkommission nach Absatz 3, in Betracht, sodass der Antrag zulässig ist. Wie die Antragstellerin zutreffend darlegt, handelt es sich bei den Betroffenen um einen relativ großen Personenkreis, wobei davon auszugehen ist, dass viele von ihnen bereits verstorben sind (wobei dieser Umstand für die Antragstellerin nicht ohne weiteres nachvollziehbar ist) oder über zahlreiche Länder verteilt leben. Somit ist von einer Unverhältnismäßigkeit des Aufwands iSd § 46 Abs. 3 Z 1 DSG 2000 auszugehen.Wie die Antragstellerin zutreffend darlegt, handelt es sich bei den Betroffenen um einen relativ großen Personenkreis, wobei davon auszugehen ist, dass viele von ihnen bereits verstorben sind (wobei dieser Umstand für die Antragstellerin nicht ohne weiteres nachvollziehbar ist) oder über zahlreiche Länder verteilt leben. Somit ist von einer Unverhältnismäßigkeit des Aufwands iSd Paragraph 46, Absatz 3, Ziffer eins, DSG 2000 auszugehen. Im Zusammenhang mit der wissenschaftlichen Untersuchung der NS-Zeit geht die Datenschutzkommission grundsätzlich von einem wichtigen öffentlichen Interesse aus (wobei mangels Verwendung sensibler Daten im vorliegenden Fall bloß einfaches öffentliches Interesse ausreichend wäre), mit der Begründung, dass die Erforschung und objektive Aufarbeitung der NS-Vergangenheit dem Ansehen Österreichs in der Welt nützlich sein wird (vgl. etwa die Bescheide vom
Vm §§ 46 Abs. 3, 53 Abs. 1 DSG 2000 vorzuschreiben. Demnach ist für Anträge nach § 46 Abs. 3 DSG 2000 keine Befreiung von Verwaltungsabgaben normiert.Die Verwaltungsabgabe war
Paragraph 78, Absatz eins, AVG in Verbindung mit Paragraphen 46, Absatz 3, 53, Absatz eins, DSG 2000 vorzuschreiben. Demnach ist für Anträge nach Paragraph 46, Absatz 3, DSG 2000 keine Befreiung von Verwaltungsabgaben normiert. Somit war spruchgemäß zu entscheiden.
KI-Erklärung auf Basis des amtlichen Gesetzestextes. Orientierend, ersetzt keine Rechtsberatung.