RIS Dokument GerichtOGH RechtssatznummerRS0011236 Entscheidungsdatum18.12.2025 Geschäftszahl3Ob444/53; 2Ob16/56; 2Ob123/56 (2Ob124/56); 2Ob524/56; 7Ob307/57; 2Ob182/57; 1Ob672/57; 3Ob12/58; 5Ob570/59; 1Ob87/60; 5Ob337/61; 8Ob63/64; 6Ob134/64; 5Ob333/64; 6Ob44/65; 6Ob137/66; 5Ob82/66; 5Ob98/70; 8Ob271/70; 3Ob150/74; 7Ob260/75; 1Ob570/76; 4Ob590/76; 1Ob501/78; 3Ob639/77; 8Ob508/79; 7Ob777/79; 1Ob668/80; 1Ob703/83; 3Ob579/85; 1Ob679/86; 4Ob605/87; 7Ob701/89; 6Ob691/89; 7Ob543/90; 5Ob1572/94; 8Ob645/93; 1Ob53/97v; 1Ob13/99i; 9Ob26/00i; 7Ob271/01f; 9Ob15/06f; 4Ob94/08i; 2Ob81/14x; 8Ob126/14h; 10Ob32/17d; 9Ob77/17i; 5Ob57/18w; 1Ob12/19z; 8Ob16/20s; 6Ob142/21g; 2Ob35/25y; 3Ob44/25d; 6Ob85/25f NormABGB §431 AllgGAG §3 RechtssatzEntscheidend für den Umfang des Eigentumserwerbes an einer Liegenschaft ist nicht die Grundbuchsmappe, sondern der Wille der Parteien, somit, in welchem Umfang das verkaufte Grundstück tatsächlich übergeben wurde. EntscheidungstexteTE OGH 1953-09-02 3 Ob 444/53 Veröff: SZ 26/216 = JBl 1954,150 TE OGH 1956-01-29 2 Ob 16/56 TE OGH 1956-07-11 2 Ob 123/56 TE OGH 1957-01-09 2 Ob 524/56 TE OGH 1957-07-03 7 Ob 307/57 TE OGH 1957-10-09 2 Ob 182/57 Veröff: JBl 1958,45 TE OGH 1957-12-18 1 Ob 672/57 TE OGH 1958-02-13 3 Ob 12/58 TE OGH 1960-01-20 5 Ob 570/59 TE OGH 1960-05-18 1 Ob 87/60 Veröff: JBl 1961,233 TE OGH 1961-11-22 5 Ob 337/61 TE OGH 1964-06-29 8 Ob 63/64 TE OGH 1964-09-30 6 Ob 134/64 Veröff: RZ 1965,9 TE OGH 1965-01-21 5 Ob 333/64 TE OGH 1965-03-03 6 Ob 44/65 Veröff: SZ 38/32 TE OGH 1966-05-13 6 Ob 137/66 TE OGH 1966-04-27 5 Ob 82/66 Veröff: RZ 1966,185 dort falsch als 2 Ob 27/66 = EvBl 1967/101 S 103 TE OGH 1970-06-17 5 Ob 98/70 TE OGH 1970-12-15 8 Ob 271/70 nur: Entscheidend für den Umfang des Eigentumserwerbes an einer Liegenschaft ist nicht die Grundbuchsmappe. (T1); Beisatz: Dass ein Grenzkataster im Sinne des Vermessungsgesetzes vom 03.07.1968, BGBl 1968/306 vorliege, wurde nicht behauptet. (T2) TE OGH 1974-09-17 3 Ob 150/74 nur T1; Beisatz: (vor VermessungsG 1968) Die Grundbuchsmappe macht keinen Beweis für das Eigentum. (T3) TE OGH 1975-12-11 7 Ob 260/75 Beisatz: Anders nur, wenn das Grundstück nach dem übereinstimmenden Parteiwillen in dem aus der Mappe hervorgehenden Umfang ohne Bestimmung der Grenzen in der Natur verkauft und übergeben worden ist. (hier noch Grundkataster) (T4) TE OGH 1976-04-14 1 Ob 570/76 TE OGH 1976-11-30 4 Ob 590/76 TE OGH 1978-01-11 1 Ob 501/78 nur T1 TE OGH 1978-02-28 3 Ob 639/77 TE OGH 1979-05-10 8 Ob 508/79 TE OGH 1979-11-07 7 Ob 777/79 TE OGH 1980-09-10 1 Ob 668/80 TE OGH 1983-10-10 1 Ob 703/83 Vgl; Beisatz: Erstreckt sich der Titel aber auf das gesamte Grundstück nach den dem Voreigentümer zustehenden rechtlichen Grenzen, dann kann einer vor Abschluss des Kaufvertrages vorgenommenen Grenzbegehung, bei der der Voreigentümer irrtümlich einen anderen als den wahren Grenzverlauf gezeigt haben mag, keine selbständige Bedeutung zu. Der tatsächliche Grenzverlauf ist für die Eigentumsübertragung maßgeblich. (T5) Veröff: SZ 56/141 TE OGH 1985-11-13 3 Ob 579/85 Auch; Veröff: SZ 58/177 = JBl 1986,585 = NZ 1987,151 (Hofmeister) TE OGH 1987-01-14 1 Ob 679/86 Veröff: SZ 60/2 = EvBl 1987/117 S 441 = JBl 1987,308 TE OGH 1987-11-17 4 Ob 605/87 Beisatz: Beim Erwerb richten sich daher die Grenzen und damit die Größe eines Grundstückes nicht nach dem Mappenplan, sondern nach den tatsächlichen Grundstücksgrenzen. (T6) TE OGH 1990-01-25 7 Ob 701/89 Auch; Beis wie T6; Veröff: RZ 1990/65 S 150 TE OGH 1990-01-18 6 Ob 691/89 Beis wie T3 TE OGH 1990-03-22 7 Ob 543/90 Auch; nur T1; Beisatz: Beim Erwerb richten sich die Grenzen und damit die Größe des Grundstückes nicht nach den Plänen der Grundbuchsmappe, sondern nach den tatsächlichen Grundstücksgrenzen. (T7) Veröff: NZ 1990,263; hiezu Hofmeister NZ 1990,262) TE OGH 1994-10-21 5 Ob 1572/94 Auch; Beis wie T5 nur: Der tatsächliche Grenzverlauf ist für die Eigentumsübertragung maßgeblich. (T8) Beis wie T7 TE OGH 1995-05-24 8 Ob 645/93 Beis wie T7; Beisatz: Somit ist ein Erwerber nicht verpflichtet, sich vom wahren Liegenschaftsumfang, der sich aus der Grundbuchsmappe ergibt, Kenntnis zu verschaffen. (T9) TE OGH 1997-06-24 1 Ob 53/97v Auch; nur: Entscheidend für den Umfang des Eigentumserwerbes an einer Liegenschaft ist nicht die Grundbuchsmappe, sondern der Wille der Parteien. (T10); Beisatz: Für den Umfang des Eigentumserwerbs ist der im Inhalt des Kaufvertrags Ausdruck findende Parteiwille ausschlaggebend. Eigentum wird nur am wirklich gewollten Gegenstand erworben. (T11) TE OGH 1999-06-29 1 Ob 13/99i Auch; Beis wie T11 nur: Für den Umfang des Eigentumserwerbs ist der im Inhalt des Kaufvertrags Ausdruck findende Parteiwille ausschlaggebend. (T12); Beisatz: Maßgeblich sind jedoch nicht die Papier-, sondern die Naturgrenzen. (T13) TE OGH 2000-07-12 9 Ob 26/00i TE OGH 2001-12-07 7 Ob 271/01f TE OGH 2006-03-29 9 Ob 15/06f TE OGH 2008-07-08 4 Ob 94/08i Auch; Beis wie T6; Beisatz: Maßgeblich ist nur der zur Zeit der Grundbuchsanlegung in der Natur bestehende oder seither rechtswirksam in der Natur veränderte Grenzverlauf. (T14) TE OGH 2014-08-27 2 Ob 81/14x nur T10; Beisatz: Hier: Unterlagen mit Grenzverlaufsangaben (insbes. Ausdruck aus dem Rauminformationssystem) vorgelegt; Parteiwille richtete sich auf die daher für den Umfang der Eigentumsübertragung statt der „Naturgrenze“ maßgebliche Papiergrenze. (T15) TE OGH 2015-06-25 8 Ob 126/14h TE OGH 2017-11-14 10 Ob 32/17d Auch; Beis ähnlich wie T4; Beis ähnlich wie T11 TE OGH 2018-01-30 9 Ob 77/17i Vgl; Beis wie T4 TE OGH 2018-10-03 5 Ob 57/18w nur T10; Beis wie T11 TE OGH 2019-01-23 1 Ob 12/19z Beis wie T4 TE OGH 2020-04-14 8 Ob 16/20s Vgl; Beis wie T4; Beis wie T12; Beis wie T13; Beisatz: Für den Umfang des Eigentumserwerbs an einer Liegenschaft ist nicht die Grundbuchsmappe, sondern der Wille der Parteien entscheidend, der sich vor allem in sichtbaren „natürlichen Grenzen“ manifestieren kann. (T16) TE OGH 2021-12-22 6 Ob 142/21g Beisatz wie T4; Beisatz wie T16 Anm: Veröff: SZ 2021/113Anmerkung, Veröff: SZ 2021/113 TE OGH 2025-03-25 2 Ob 35/25y Beisatz wie T4; Beisatz wie T12; Beisatz wie T16 Beisatz: Hier: Die Beklagte errichtete auf einer Teilfläche Stützbauten für einen Pool. Die Klägerin kaufte die Nachbarliegenschaft im Umfang der "bestehenden Grenzen, im heutigen Zustand". Das Flächenausmaß war für die Klägerin nicht maßgeblich, weil es dieser primär um die Verschaffung einer Wohnmöglichkeit ging. (T17) TE OGH 2025-05-28 3 Ob 44/25d Beisatz wie T4; Beisatz wie T16 TE OGH 2025-12-18 6 Ob 85/25f nur T14 European Case Law IdentifierECLI:AT:OGH0002:1953:RS0011236
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