RIS Dokument GerichtOGH RechtssatznummerRS0089860 Entscheidungsdatum15.10.2019 Geschäftszahl5Os1211/53; 4Os232/24; 10Os280/71; 13Os9/76; 10Os140/76; 12Os102/78; 13Os50/78; 9Os149/78; 11Os15/79; 9Os153/79; 13Os115/80; 12Os14/81; 12Os80/81; 13Os105/81; 10Os38/81; 11Os65/82; 10Os127/82; 13Os182/83; 13Os76/84; 10Os189/84; 12Os28/84; 9Os162/84; 9Os14/85; 12Os31/86; 13Os127/86; 11Os159/86; 14Os70/87; 11Os72/88; 15Os28/88; 15Os5/91; 14Os122/92; 14Os163/92 (14Os164/92); 13Os86/93; 13Os17/93; 13Os106/93; 13Os85/94 (13Os98/94); 15Os155/94; 13Os112/94; 11Os127/95; 13Os104/95; 15Os114/96; 12Os93/96; 12Os98/97; 13Os82/99; 13Os33/00; 11Os172/01; 13Os55/02; 11Os26/05s; 15Os5/11s; 11Os103/16f; 11Os104/16b; 15Os127/17s; 12Os117/19a NormStGB §12 Bb StGB §12 Bc StPO §281 Abs1 Z5 B RechtssatzDer Anstifter oder Gehilfe muss die Tat des unmittelbaren Täters, auf die sich sein Handeln bezieht, nicht in allen Einzelheiten, also vollständig individualisiert, bedacht oder beschlossen haben. Es genügt vielmehr, dass der Anstifter den unmittelbaren Täter vorsätzlich zu einer Gattung nach bestimmten Übeltat veranlasst. Auch für den Gehilfen genügt es, wenn er die Übeltat des unmittelbaren Täters, die er durch sein Verhalten begünstigt, der Gattung nach in seinem Vorsatz aufgenommen hat. EntscheidungstexteTE OGH 1954-06-04 5 Os 1211/53 TE OGH 1924-08-29 4 Os 232/24 Ähnlich; nur: Der Anstifter oder Gehilfe muß die Tat des unmittelbaren Täters, auf die sich sein Handeln bezieht, nicht in allen Einzelheiten, also vollständig individualisiert, bedacht oder beschlossen haben. (T1) Veröff: SSt 4/86 TE OGH 1972-06-30 10 Os 280/71 nur T1 TE OGH 1976-05-07 13 Os 9/76 nur T1; Beisatz: Für den Bestimmungstäter muß das Delikt nur der Art nach und in groben Umrissen feststehen. (T2) Veröff: EvBl 1977/34 S 79 = SSt 47/30 TE OGH 1976-12-14 10 Os 140/76 nur T1; Beis wie T2; Veröff: SSt 47/79 TE OGH 1978-09-21 12 Os 102/78 TE OGH 1978-10-02 13 Os 50/78 nur T1 TE OGH 1978-12-05 9 Os 149/78 Ähnlich; Beisatz: Weitergabe von zu Betrugszwecken erzeugter Uhren (Ausführungen im Akt). (T3) TE OGH 1979-05-08 11 Os 15/79 Veröff: JBl 1979,663 = SSt 50/30 TE OGH 1979-12-18 9 Os 153/79 nur T1; Beis wie T2 TE OGH 1980-12-23 13 Os 115/80 Vgl auch; nur T1; Beis wie T2; Beisatz: Zur Zeit der Beihilfehandlung braucht für den Gehilfen auch die Person des Haupttäters nicht individualisiert sein; selbst wenn die Tat nach einem anderen Plan vor sich geht, hat sie der Gehilfe doch mitgestaltet. (T4) TE OGH 1981-03-26 12 Os 14/81 Vgl auch; Beisatz: Eine konkrete opferbezogene Individualisierung des Diebstahls ist grundsätzlich nicht erforderlich. (T5) Beis wie T2 TE OGH 1981-08-06 12 Os 80/81 Ähnlich; Beis wie T2 TE OGH 1981-08-21 13 Os 105/81 nur T1; Beisatz: Wird die Haupttat an einem anderen, aber gleichartigen Tatobjekt verübt, so schließt eine derartige Abweichung des tatsächlichen Geschehens vom Tatplan die strafrechtlichen Haftung des Gehilfen für seinen Tatbeitrag nicht aus, wenn es ihm auf die Individualität des Tatobjekts nicht ankommt. (T6) Veröff: EvBl 1982/10 S 20 TE OGH 1981-09-08 10 Os 38/81 Vgl auch; Beis ähnlich T2; Beisatz: Hier: Zu § 11 dritter Fall FinStrG. (T7)Vgl auch; Beis ähnlich T2; Beisatz: Hier: Zu Paragraph 11, dritter Fall FinStrG. (T7) TE OGH 1982-05-26 11 Os 65/82 Vgl auch; Beis wie T2; Beisatz: Hier: Gesellschaftsdieb durch sonstigen Tatbeitrag. (T8) TE OGH 1982-10-20 10 Os 127/82 Vgl auch; nur T1; Beis wie T2 TE OGH 1983-12-15 13 Os 182/83 Vgl auch TE OGH 1984-07-26 13 Os 76/84 Vgl auch; Beis wie T2; Beisatz: "Skizzenhaft". (T9) TE OGH 1984-11-13 10 Os 189/84 Vgl; Beis wie T2 TE OGH 1984-05-10 12 Os 28/84 Vgl auch TE OGH 1984-12-11 9 Os 162/84 Vgl auch; Beis wie T2; Veröff: SSt 55/85 TE OGH 1985-04-24 9 Os 14/85 Vgl auch; nur T1; Beis wie T2 TE OGH 1986-03-06 12 Os 31/86 Vgl auch; nur T1; Beis wie T2 TE OGH 1986-10-09 13 Os 127/86 Vgl auch; Beisatz: Der Vorsatz des Gehilfen muß zwar - gleichwie derjenige des Anstifters - auf eine individuell bestimmte und vorgestellte Haupttat gerichtet sein, doch genügt es, daß diese Tat ihm ihrer Art nach und in groben Unwissen bekannt ist. (T10) TE OGH 1987-02-10 11 Os 159/86 Vgl auch; Beis wie T2; Beisatz: Einer Individualisierung bis in alle Einzelheiten nach Objekt, Ort, Zeit und anderen Tatmodalitäten bedarf es nicht. (T11) TE OGH 1987-09-23 14 Os 70/87 Vgl auch; Beis wie T2; Beis wie T11 TE OGH 1988-07-04 11 Os 72/88 Vgl auch; Beis wie T2 TE OGH 1988-08-02 15 Os 28/88 Vgl auch TE OGH 1991-10-17 15 Os 5/91 nur T1; Beis wie T2 TE OGH 1992-11-10 14 Os 122/92 Vgl auch; nur T1 TE OGH 1993-03-02 14 Os 163/92 Vgl auch; Beis wie T2 TE OGH 1993-07-14 13 Os 86/93 Vgl auch; Beisatz: Daß der Beitragstäter die von ihm geförderte Tat in allen Einzelheiten kennt, ist nicht erforderlich. (T12) TE OGH 1993-07-14 13 Os 17/93 nur T1 TE OGH 1993-11-10 13 Os 106/93 Vgl auch; Beis wie T2 TE OGH 1994-07-06 13 Os 85/94 Vgl auch; nur T1 TE OGH 1994-11-10 15 Os 155/94 Vgl auch; Beis wie T2 TE OGH 1994-12-14 13 Os 112/94 Vgl auch; nur T1; Beis wie T2 TE OGH 1995-12-12 11 Os 127/95 Vgl auch; Beis wie T2 TE OGH 1995-09-06 13 Os 104/95 Vgl auch TE OGH 1996-08-01 15 Os 114/96 nur T1; Beis wie T2; Beisatz: Hier: Beitragstäter. (T13) TE OGH 1996-10-24 12 Os 93/96 Vgl auch; nur T1; Beis wie T2 TE OGH 1997-08-28 12 Os 98/97 Vgl auch; Beis wie T2; Beis wie T12 TE OGH 1999-07-21 13 Os 82/99 Auch; Beis wie T2 TE OGH 2000-04-12 13 Os 33/00 Vgl aber; Beisatz: Allein in der Aussage des S., der Angeklagte habe ihm im Zuge einer Unterhaltung erzählt, "dass er jemanden in Bratislava kenne, von welchem S. ohne Probleme Heroin bekommen würde" und diesen sodann "auf dessen Fahrt zu seinem Suchtgiftlieferanten nach Bratislava begleitet, damit er ihn kennenlerne für den Fall, dass er einmal Suchgift für sich oder andere Personen brauchen würde", findet die Schlussfolgerung, der Angeklagte habe solcherart einen Beitrag für das etwa ein Jahr später geschehene Inverkehrsetzen des eingangs erwähnten Suchtgiftes an S. leisten wollen, also die geförderte Tat ihrer Art nach und in groben Umrissen gekannt, keine den (formalen) Erfordernissen der Z 5 entsprechende Basis. (T14)Vgl aber; Beisatz: Allein in der Aussage des S., der Angeklagte habe ihm im Zuge einer Unterhaltung erzählt, "dass er jemanden in Bratislava kenne, von welchem S. ohne Probleme Heroin bekommen würde" und diesen sodann "auf dessen Fahrt zu seinem Suchtgiftlieferanten nach Bratislava begleitet, damit er ihn kennenlerne für den Fall, dass er einmal Suchgift für sich oder andere Personen brauchen würde", findet die Schlussfolgerung, der Angeklagte habe solcherart einen Beitrag für das etwa ein Jahr später geschehene Inverkehrsetzen des eingangs erwähnten Suchtgiftes an S. leisten wollen, also die geförderte Tat ihrer Art nach und in groben Umrissen gekannt, keine den (formalen) Erfordernissen der Ziffer 5, entsprechende Basis. (T14) TE OGH 2002-03-05 11 Os 172/01 nur T1; Beis wie T2; Beis wie T13 TE OGH 2002-05-29 13 Os 55/02 nur T1; Beis wie T2; Beis wie T13 TE OGH 2006-01-31 11 Os 26/05s Auch; Beisatz: Beitragshandlungen im Sinn des § 12 dritter Fall StGB müssen zu einer ausreichend individualisierten Straftat erfolgen; eine konkrete Individualisierung ist nicht erforderlich. Für den Beitragstäter genügt es, dass er zur Zeit der Beitragshandlung die Tat des unmittelbaren Täters ihrer Art nach und in groben Umrissen kennt. Die Person des unmittelbaren Täters muss nicht individualisiert sein. Ob eine ausreichende Individualisierung der vom Beitragstäter geförderten Straftat gegeben ist, ist einzelfallbezogen und insbesondere auch abhängig vom Deliktstyp unterschiedlich zu beurteilen. (T15)Auch; Beisatz: Beitragshandlungen im Sinn des Paragraph 12, dritter Fall StGB müssen zu einer ausreichend individualisierten Straftat erfolgen; eine konkrete Individualisierung ist nicht erforderlich. Für den Beitragstäter genügt es, dass er zur Zeit der Beitragshandlung die Tat des unmittelbaren Täters ihrer Art nach und in groben Umrissen kennt. Die Person des unmittelbaren Täters muss nicht individualisiert sein. Ob eine ausreichende Individualisierung der vom Beitragstäter geförderten Straftat gegeben ist, ist einzelfallbezogen und insbesondere auch abhängig vom Deliktstyp unterschiedlich zu beurteilen. (T15) TE OGH 2011-03-16 15 Os 5/11s Vgl auch TE OGH 2016-12-13 11 Os 103/16f Auch TE OGH 2016-12-13 11 Os 104/16b Auch TE OGH 2017-11-22 15 Os 127/17s Auch TE OGH 2019-10-15 12 Os 117/19a Vgl European Case Law IdentifierECLI:AT:OGH0002:1954:RS0089860
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