RIS Dokument GerichtOGH RechtssatznummerRS0011676 Entscheidungsdatum16.12.2025 Geschäftszahl3Ob497/55; 7Ob308/57; 5Ob298/59; 5Ob11/62; 5Ob378/63; 5Ob37/64; 5Ob41/65; 6Ob406/66; 6Ob138/68 (6Ob142/68); 3Ob62/73; 2Ob229/73 (2Ob230/73); 7Ob74/74; 7Ob512/76; 3Ob553/77; 1Ob646/77; 1Ob615/78; 7Ob569/79; 1Ob13/79; 2Ob609/79; 1Ob7/80; 3Ob610/79; 3Ob631/79; 4Ob524/80; 3Ob535/80; 1Ob513/82; 6Ob844/81; 1Ob1/84; 1Ob38/84; 6Ob666/85; 2Ob525/90; 1Ob587/92 (1Ob588/92); 5Ob563/93; 2Ob570/94; 7Ob560/94; 8Ob1610/95 (8Ob1611/95); 10Ob2470/96z; 1Ob112/97w; 4Ob266/97i; 9Ob167/97t; 6Ob80/98b; 6Ob79/98f; 10Ob68/98t; 7Ob209/98f; 2Ob48/97s; 1Ob150/99m; 10Ob291/99p; 7Ob127/00b; 9Ob26/00i; 5Ob283/00d; 7Ob176/01k; 2Ob232/01h; 7Ob241/02w; 7Ob160/02h; 7Ob95/03a; 6Ob323/02x; 5Ob270/03x; 4Ob96/04b; 7Ob267/04x; 10Ob54/05x; 1Ob50/06v; 9Ob122/06s; 8Ob138/07p; 1Ob241/08k; 5Ob58/09d; 2Ob11/10x; 9Ob46/10w; 8Ob67/11b; 6Ob73/13y; 10Ob5/14d; 5Ob27/14b; 2Ob171/14g; 1Ob92/15h; 1Ob50/16h; 1Ob129/16a; 8Ob101/17m; 1Ob188/17d; 8Ob36/17b; 9Ob11/20p; 9Ob14/20d; 1Ob32/21v; 4Ob59/21m; 10Ob20/23y; 10Ob14/24t; 8Ob109/25z NormABGB §480 ABGB §481 ABGB §1463 ABGB §1500 RechtssatzBerufung auf die Gutgläubigkeit bei Erwerb einer Liegenschaft hinsichtlich Freiheit von Dienstbarkeiten ist nur möglich, wenn keine Umstände vorliegen, die bei gehöriger Aufmerksamkeit den wahren vom Grundbuchsstand abweichenden Sachverhalt erkennen lassen. EntscheidungstexteTE OGH 1955-10-26 3 Ob 497/55 TE OGH 1957-09-04 7 Ob 308/57 TE OGH 1959-09-02 5 Ob 298/59 TE OGH 1962-01-18 5 Ob 11/62 Veröff: RZ 1962,83 TE OGH 1963-12-12 5 Ob 378/63 TE OGH 1964-04-02 5 Ob 37/64 TE OGH 1965-03-11 5 Ob 41/65 TE OGH 1967-02-15 6 Ob 406/66 Beisatz: Wenn sich aus den besonderen Umständen Bedenken gegen die Vollständigkeit des Grundbuchstandes ergeben, müssen auch Nachforschungen vorgenommen werden (vergleiche RZ 1962,83). (T1) TE OGH 1968-05-15 6 Ob 138/68 Beis wie T1; Veröff: LwBetr 1970,78 TE OGH 1973-05-08 3 Ob 62/73 Beis wie T1 TE OGH 1974-03-14 2 Ob 229/73 Beisatz: Kenntnis des Titelgeschäftes allein schadet nicht. (T2) Veröff: SZ 47/29 TE OGH 1974-05-09 7 Ob 74/74 Beis wie T1 TE OGH 1976-03-04 7 Ob 512/76 Beis wie T1; Veröff: JBl 1976,642 = NZ 1978,110 TE OGH 1977-06-21 3 Ob 553/77 Vgl auch TE OGH 1977-09-14 1 Ob 646/77 Beis wie T1 TE OGH 1978-05-22 1 Ob 615/78 Beis wie T2; Beisatz: Unter Auseinandersetzung mit Schilcher und Holzer, JBl 1974,454 (T3) TE OGH 1979-03-28 7 Ob 569/79 TE OGH 1979-05-16 1 Ob 13/79 TE OGH 1980-02-12 2 Ob 609/79 Beisatz: Auch bloße Fahrspuren - im vorliegenden Fall sind immerhin bis zu 20 cm tiefe deutlich sichtbare Fahrrinnen festgestellt - ausreichend. (T4) TE OGH 1980-04-30 1 Ob 7/80 TE OGH 1980-11-12 3 Ob 610/79 TE OGH 1981-01-21 3 Ob 631/79 Veröff: JBl 1982,32 (Anm v Iro)Veröff: JBl 1982,32 Anmerkung v Iro) TE OGH 1981-02-17 4 Ob 524/80 Beis wie T1 TE OGH 1981-03-11 3 Ob 535/80 Auch; Beis wie T1; Veröff: MietSlg 33040 TE OGH 1982-03-31 1 Ob 513/82 Vgl auch; Veröff: SZ 55/46 TE OGH 1982-05-12 6 Ob 844/81 Beisatz: Der gute Glaube muss sowohl im Zeitpunkt des Erwerbsgeschäftes als auch des Ansuchens um Einverleibung gegeben sein. (T5) TE OGH 1984-02-22 1 Ob 1/84 Auch; Beis wie T1; Veröff: SZ 57/38 = NZ 1987,22 (Hofmeister) TE OGH 1985-04-17 1 Ob 38/84 Beis wie T1 TE OGH 1985-10-03 6 Ob 666/85 Auch; Beis wie T1 TE OGH 1990-03-28 2 Ob 525/90 Auch; Beis wie T1 TE OGH 1992-12-15 1 Ob 587/92 Auch; Beisatz: Selbst fahrlässige Unkenntnis wird nicht geschützt. (T6) TE OGH 1993-11-23 5 Ob 563/93 Vgl auch; Beis wie T1; Veröff: SZ 66/152 TE OGH 1994-09-01 2 Ob 570/94 Auch; Beis wie T1 TE OGH 1994-10-12 7 Ob 560/94 Auch; Beis wie T6 TE OGH 1996-02-08 8 Ob 1610/95 Auch; Beis wie T6 TE OGH 1997-04-15 10 Ob 2470/96z Vgl auch TE OGH 1997-06-24 1 Ob 112/97w Auch TE OGH 1997-09-23 4 Ob 266/97i Vgl auch; Beis wie T1; Veröff: SZ 70/185 TE OGH 1997-11-05 9 Ob 167/97t Vgl aber; Beisatz: Die Zusage des Freiseins von Servituten verpflichtet selbst dann, wenn diese offenkundig sind, zur Gewährleistung. (T7) TE OGH 1998-09-10 6 Ob 80/98b Beis wie T1 TE OGH 1998-12-18 6 Ob 79/98f Auch; Beisatz: Dieser für den derrivativen Eigentumserwerb geltende Grundsatz hat auch für den Eigentumserwerb durch Zuschlag im Zwangsversteigerungsverfahren (§ 237 Abs 1 EO), der ja ebenfalls eine Ausnahme vom Eintragungsgrundsatz darstellt, Gültigkeit. (T8); Veröff: SZ 71/214Auch; Beisatz: Dieser für den derrivativen Eigentumserwerb geltende Grundsatz hat auch für den Eigentumserwerb durch Zuschlag im Zwangsversteigerungsverfahren (Paragraph 237, Absatz eins, EO), der ja ebenfalls eine Ausnahme vom Eintragungsgrundsatz darstellt, Gültigkeit. (T8); Veröff: SZ 71/214 TE OGH 1998-12-15 10 Ob 68/98t Auch; Beis wie T6; Veröff: SZ 71/212 TE OGH 1999-04-28 7 Ob 209/98f Vgl auch; Beisatz: Die Gutgläubigkeit des Erwerbers einer Liegenschaft ist ausgeschlossen, wenn er in schuldhafter Weise Indizien für das Abweichen des Grundbuchsstandes von der tatsächlichen Rechtslage ignoriert. Es genügt hiebei leichte Fahrlässigkeit. Der Umfang der Sorgfaltspflicht bestimmt sich nach der Verkehrsübung. (T9) TE OGH 1999-05-20 2 Ob 48/97s Vgl auch; Beisatz: Der Vertrauensgrundsatz kommt dem nicht zugute, der bei gehöriger Aufmerksamkeit die Abweichung des Buchstandes von der wahren Rechtslage erkennen konnte; fahrlässige Unkenntnis wird nicht geschützt. (T10) TE OGH 2000-01-14 1 Ob 150/99m Vgl auch; Beisatz: Nachforschungen über die Richtigkeit des Grundbuchsstands sind vom Ersteher nur bei Vorliegen besonderer, von dem Umständen des Einzelfalls abhängender Gegebenheiten zu verlangen. Nur wer in Kenntnis einer nicht völlig geklärten Rechtslage eine Liegenschaft erwirbt, kann sich weder allein auf den Grundbuchsstand noch auf die Behauptung der Lastenfreiheit durch den Voreigentümer berufen, sondern hat zumutbare Nachforschungen anzustellen. (T11) Beisatz: Der gute Glaube muss sowohl im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses als auch im Zeitpunkt des Ansuchens um Einverleibung gegeben sein. Die nachträgliche Kenntnis der Rechte eines Dritten ist daher grundsätzlich ohne Bedeutung. (T12) TE OGH 2000-01-25 10 Ob 291/99p Vgl auch; Beis wie T1; Beis wie T9 TE OGH 2000-06-14 7 Ob 127/00b Auch TE OGH 2000-07-12 9 Ob 26/00i Auch; Beis wie T5; Beis wie T6; Beis wie T10 TE OGH 2000-11-21 5 Ob 283/00d Vgl auch; Beis wie T11; Beisatz: Hier: Keine Offenkundigkeit des Servitutsrechts der Klägerin, weil sichtbare Anlagen und Einrichtungen auf der Liegenschaft wie ein Privatweg und Abstellplätze mehreren Berechtigten zur Verfügung standen und von diesen auch genützt wurden, und die Erwerber, die von diesen Rechten Kenntnis hatten, erst durch Nachforschung der Zulassungsbesitzer der einzelnen Fahrzeuge eine Rechtsausübung auch durch die Klägerin in Erfahrung hätten bringen können. (T13) TE OGH 2001-07-31 7 Ob 176/01k Auch TE OGH 2001-10-02 2 Ob 232/01h Vgl auch; Beis wie T5 TE OGH 2002-11-13 7 Ob 241/02w Auch TE OGH 2002-12-11 7 Ob 160/02h Vgl auch; Beis wie T12 TE OGH 2003-05-07 7 Ob 95/03a Auch; Beis wie T1; Beis wie T9 TE OGH 2003-09-11 6 Ob 323/02x Auch; Beis wie T11; Beis wie T8 TE OGH 2003-12-09 5 Ob 270/03x Auch; Beis ähnlich wie T1; Beis ähnlich wie T6; Beisatz: Einen derartigen Hinweis liefert auch ein Zugangstor, das bei einer von Wegerechten freien Liegenschaft keine Funktion hätte. (T14) TE OGH 2004-05-04 4 Ob 96/04b Auch; Beisatz: Hier: Markierter Wanderweg. (T15); Veröff: SZ 2004/71 TE OGH 2004-12-15 7 Ob 267/04x Auch TE OGH 2005-06-28 10 Ob 54/05x Vgl auch; Beis wie T1; Beis wie T5 TE OGH 2006-05-16 1 Ob 50/06v Vgl auch; Beisatz: Auch wenn bei der Beurteilung des gutgläubigen lastenfreien Erwerbs die Sorgfaltsanforderungen an den Erwerber nicht überspannt werden dürfen, darf er doch die Augen nicht vor klaren Hinweisen auf das Bestehen beziehungsweise den Umfang einer Servitut verschließen, sofern er Kenntnis von Tatsachen erlangt, die auf eine Belastung der Liegenschaft schließen lassen. (T16) TE OGH 2007-11-28 9 Ob 122/06s Vgl auch TE OGH 2008-01-16 8 Ob 138/07p Vgl auch; Beis wie T11 nur: Wer in Kenntnis einer nicht völlig geklärten Rechtslage eine Liegenschaft erwirbt, kann sich weder allein auf den Grundbuchsstand noch auf die Behauptung der Lastenfreiheit durch den Voreigentümer berufen, sondern hat zumutbare Nachforschungen anzustellen. (T17) Beisatz: Der Erwerber der mit einer Dienstbarkeit belasteten Liegenschaft muss damit rechnen, dass die Servitut entgegen dem Grundbuchseintrag nachträglich erweitert wurde. (T18) TE OGH 2008-12-16 1 Ob 241/08k Vgl auch; Beisatz: Gutgläubigkeit ist schon bei leichter Fahrlässigkeit ausgeschlossen. Besondere Nachforschungspflichten bestehen insbesondere bei indiziertem Verdacht, dass die tatsächlichen Besitzverhältnisse nicht dem Buchstand entsprechen. (T19) TE OGH 2009-06-09 5 Ob 58/09d Auch; Beisatz: Bei der Anwendung des § 1500 ABGB stellt sich die Frage nach der Schutzwürdigkeit des Vertrauens in die Vollständigkeit des Grundbuchs. (T20)Auch; Beisatz: Bei der Anwendung des Paragraph 1500, ABGB stellt sich die Frage nach der Schutzwürdigkeit des Vertrauens in die Vollständigkeit des Grundbuchs. (T20) TE OGH 2010-11-11 2 Ob 11/10x Vgl; Auch Beis wie T19; Veröff: SZ 2010/142 TE OGH 2011-04-27 9 Ob 46/10w Auch; Beis wie T10 TE OGH 2011-10-24 8 Ob 67/11b Auch; Beis wie T6 TE OGH 2013-05-08 6 Ob 73/13y Beis ähnlich wie T19 TE OGH 2014-02-25 10 Ob 5/14d Auch; Beis wie T13 TE OGH 2014-09-04 5 Ob 27/14b TE OGH 2015-04-09 2 Ob 171/14g Vgl auch; Beis wie T4; Beis wie T9 TE OGH 2015-05-21 1 Ob 92/15h Vgl auch; Beis wie T17; Beis wie T19 TE OGH 2016-03-31 1 Ob 50/16h Beis wie T11; Beis wie T16 TE OGH 2016-12-20 1 Ob 129/16a Vgl aber; Beis wie T7; Beisatz: Auf § 928 erster Satz ABGB kann sich der Erwerber nicht berufen, weil auch ein in die Augen fallender Zustand des Kaufobjekts im Falle einer ausdrücklichen Zusage der Lastenfreiheit die Gewährleistungspflicht nicht aufhebt; in einem solchen Fall kann sich der Erwerber ja auf die Zusage des Veräußerers verlassen und von einer näheren Prüfung des Objekts Abstand nehmen. (T21)Vgl aber; Beis wie T7; Beisatz: Auf Paragraph 928, erster Satz ABGB kann sich der Erwerber nicht berufen, weil auch ein in die Augen fallender Zustand des Kaufobjekts im Falle einer ausdrücklichen Zusage der Lastenfreiheit die Gewährleistungspflicht nicht aufhebt; in einem solchen Fall kann sich der Erwerber ja auf die Zusage des Veräußerers verlassen und von einer näheren Prüfung des Objekts Abstand nehmen. (T21) TE OGH 2017-10-25 8 Ob 101/17m Beis wie T1; Beis wie T6 TE OGH 2017-11-15 1 Ob 188/17d Vgl auch; Beis ähnlich wie T12; Beisatz: Maßgeblicher Beurteilungszeitpunkt für das Vorliegen von gutem Glauben ist jener des Eigentumserwerbs, weshalb sogar die nachträgliche positive Kenntnis vom Bestehen der Dienstbarkeit nicht mehr schaden kann. (T22) TE OGH 2017-10-25 8 Ob 36/17b Beis wie T9; Beis wie T17; Beisatz: Dies gilt nicht nur für - regelmäßig durch Ersitzung - bereits endgültig erworbene dingliche Rechte, sondern auch für vertraglich eingeräumte Dienstbarkeiten, sofern diese nach dem Vertragswillen der Partner des Bestellungsvertrags dinglich wirken sollen. (T23) TE OGH 2020-04-16 9 Ob 11/20p Beis wie T9; Beis wie T17 TE OGH 2020-06-25 9 Ob 14/20d Vgl; Beis wie T9; Beis wie T17 TE OGH 2021-03-02 1 Ob 32/21v TE OGH 2021-05-27 4 Ob 59/21m Beis wie T6 TE OGH 2024-02-13 10 Ob 20/23y vgl; Beisatz wie T19 TE OGH 2024-07-09 10 Ob 14/24t vgl; Beisatz wie T1; Beisatz wie T5; Beisatz wie T16 TE OGH 2025-12-16 8 Ob 109/25z Beisatz wie T1; Beisatz wie T9; Beisatz wie T19 European Case Law IdentifierECLI:AT:OGH0002:1955:RS0011676
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