RIS Dokument GerichtOGH RechtssatznummerRS0009757 Entscheidungsdatum21.07.2020 Geschäftszahl5Ob93/61; 5Ob298/66; 1Ob227/71; 1Ob518/76; 1Ob652/76; 1Ob739/76 (1Ob770/76); 8Ob565/78; 1Ob578/79 (1Ob579/79); 3Ob642/79; 1Ob701/81; 1Ob26/91; 2Ob353/99x; 6Ob54/00k; 7Ob20/13m; 5Ob30/14v; 8Ob20/14w; 3Ob94/15t; 5Ob46/20f NormABGB §287 RechtssatzZum Begriff des Gemeingebrauches am öffentliche Gut und der Anliegerrechte. EntscheidungstexteTE OGH 1961-03-22 5 Ob 93/61 Veröff: SZ 34/49 = EvBl 1961/291 S 390 = RZ 1961,120 TE OGH 1966-11-24 5 Ob 298/66 Veröff: EvBl 1967/216 S 265 = ZVR 1967/162 S 183 = JBl 1968,150 (Kritik hiezu in JBl 1968 S 138 von Krzizek) TE OGH 1971-09-16 1 Ob 227/71 Veröff: SZ 44/138 = EvBl 1972/157 S 294 TE OGH 1976-02-25 1 Ob 518/76 Beisatz: Darunter versteht man die Benützung einer Straße unter den gleichen Bedingungen ohne behördliche Bewilligung und unabhängig vom Willen des über das Grundstück Verfügungsberechtigten. (T1) TE OGH 1976-06-30 1 Ob 652/76 Beisatz: Gemeingebrauch, wenn der Weg
- a)für ein dringendes Verkehrsbedürfnis
- b)in langjähriger Übung,
- c)ohne Bechränkung auf einen bestimmten Kreis von Berechtigten und
- d)unabhängig von dem Willen dritter Personen benützt wird (hier: § 2 Burgenländ. StraßenverwaltungsG LGBl 43/1927). (T2)Beisatz: Gemeingebrauch, wenn der Weg
- a)für ein dringendes Verkehrsbedürfnis
- b)in langjähriger Übung,
- c)ohne Bechränkung auf einen bestimmten Kreis von Berechtigten und
- d)unabhängig von dem Willen dritter Personen benützt wird (hier: Paragraph 2, Burgenländ. StraßenverwaltungsG Landesgesetzblatt 43 aus 1927,). (T2) TE OGH 1976-11-10 1 Ob 739/76 Veröff: SZ 49/132 TE OGH 1979-01-26 8 Ob 565/78 TE OGH 1979-04-18 1 Ob 578/79 Beis wie T1; Veröff: SZ 52/62 = EvBl 1980/21 S 72 TE OGH 1980-01-30 3 Ob 642/79 Veröff: SZ 53/16 = JBl 1981,370 TE OGH 1981-11-18 1 Ob 701/81 Beis wie T1; Beis wie T2; Beisatz: Ein dringendes Verkehrsbedürfnis setzt nur voraus, daß die Verkehrgelegenheit so notwendig ist, daß bei ihrer Nichtbefriedigung Mißstände zu befürchten sind. (T3) TE OGH 1991-10-09 1 Ob 26/91 Beisatz: Unter Gemeingebrauch wird die Befugnis verstanden, daß jedermann öffentlichen Zwecken gewidmete Sachen im Rahmen der Üblichkeit gebrauchen (benützen) darf; mit freier Aneignung hat Gemeingebrauch an öffentlichen Sachen nichts zu tun, (T4) Veröff: SZ 64/137 TE OGH 1999-12-23 2 Ob 353/99x Vgl auch TE OGH 2000-03-29 6 Ob 54/00k Vgl auch; Beisatz: Gemeingebrauch wird als öffentlich-rechtliche Dienstbarkeit verstanden, die es jedermann unter den gleichen Bedingungen erlaubt, öffentliches Gut ohne behördliche Genehmigung und unabhängig vom Willen des darüber Verfügungsberechtigten im Rahmen der Üblichkeit zu nutzen. (T5) TE OGH 2013-03-27 7 Ob 20/13m Auch; Beisatz: Der Gemeingebrauch eines Weges schließt die Ersitzung einer Dienstbarkeit nicht aus. (T6) TE OGH 2014-09-04 5 Ob 30/14v Vgl auch; Beis wie T5; Beisatz: Diese Grundsätze sind auch für den Fall fruchtbar zu machen, dass ein Wegeberechtigter das ihm eingeräumte subjektiv‑öffentliche Recht zur Nutzung eines nichtöffentlichen Bahnübergangs ausübt. (T7) TE OGH 2014-10-30 8 Ob 20/14w Vgl auch; Beisatz: Der Gemeingebrauch besteht nicht nur am „öffentlichen Gut“ - im Eigentum einer Gebietskörperschaft stehende, dem Gemeingebrauch dienende „Landstraßen, Ströme, Flüsse, Seehäfen, und Meeresufer“ (§ 287, 288 ABGB) -, sondern kann auch am Privateigentum begründet werden. (T8)Vgl auch; Beisatz: Der Gemeingebrauch besteht nicht nur am „öffentlichen Gut“ - im Eigentum einer Gebietskörperschaft stehende, dem Gemeingebrauch dienende „Landstraßen, Ströme, Flüsse, Seehäfen, und Meeresufer“ (Paragraph 287, 288, ABGB) -, sondern kann auch am Privateigentum begründet werden. (T8) Beisatz: Beim Gemeingebrauch an privaten Liegenschaften ist zwischen öffentlichrechtlichem Gemeingebrauch und den privatrechtlichen Dienstbarkeiten zu unterscheiden. (T9) TE OGH 2015-08-19 3 Ob 94/15t Auch; Beis wie T8 TE OGH 2020-07-21 5 Ob 46/20f Vgl; Beis wie T8; Beis wie T9 European Case Law IdentifierECLI:AT:OGH0002:1961:RS0009757