RIS Dokument GerichtOGH RechtssatznummerRS0045961 Entscheidungsdatum23.11.2021 Geschäftszahl8Ob75/62; 2Ob95/64; 2Ob258/64; 8Ob136/67; 8Ob138/67; 8Ob139/67; 7Ob47/68; 4Ob548/71; 5Ob5/72; 6Ob549/78; 1Ob596/80; 1Ob622/80; 6N505/80; 6N506/80; 8Ob546/82; 7Ob523/84; 3N510/84; 2Ob592/85; 7Ob510/86; 5N301/86; 7Ob562/86; 2Ob663/86; 9ObA107/87; 1Ob2/88; 1Ob7/88; 7Ob648/88; 9ObA135/89 (9ObA136/89); 7N522/90; 5N501/91; 3Ob538/93; 7Ob559/94; 9ObA220/94; 7Ob619/94; 1N519/94; 4Ob2373/96s; 9ObA424/97m; 6N2/99 (6N5/99); 13Ns25/99; 13Ns3/02; 6Ob235/05k; 6Ob236/05g; 6Ob232/05v; 8Nc24/06f; 9Nc20/08b; 9Nc32/12y; 9Nc40/12z; 3Ob18/14i; 12Ns21/16h; 1Ob141/19w; 9Ob31/20d; 4Ob149/21x NormJN §19 RechtssatzBefangenheit liegt vor, wenn die Fähigkeit zu einer sachlichen Beurteilung fehlt oder irgendwie behindert ist oder eine solche Behinderung doch mit Grund befürchtet werden kann. Erklärt der Richter selbst unter Hinweis auf konkrete Umstände, die ihrer Natur nach eine Befangenheit zu begründen geeignet sind, seine Befangenheit, dann ist, da der Richter selbst am besten wissen muss, ob mit Rücksicht auf die gegebenen Verhältnisse die Besorgnis nicht von der Hand zu weisen ist, dass bei seiner Entscheidung andere als rein sachliche Erwägungen eine Rolle spielen könnten, der geltend gemachte Ablehnungsgrund als gegeben anzunehmen. EntscheidungstexteTE OGH 1962-03-06 8 Ob 75/62 TE OGH 1964-04-16 2 Ob 95/64 nur: Befangenheit liegt vor, wenn die Fähigkeit zu einer sachlichen Beurteilung fehlt oder irgendwie behindert ist oder eine solche Behinderung doch mit Grund befürchtet werden kann. (T1) TE OGH 1964-09-03 2 Ob 258/64 nur T1 TE OGH 1967-05-23 8 Ob 136/67 Veröff: JBl 1968,94 TE OGH 1967-05-30 8 Ob 138/67 TE OGH 1967-05-30 8 Ob 139/67 TE OGH 1968-03-20 7 Ob 47/68 nur T1 TE OGH 1971-05-04 4 Ob 548/71 TE OGH 1972-02-08 5 Ob 5/72 nur T1 TE OGH 1978-04-06 6 Ob 549/78 TE OGH 1980-04-30 1 Ob 596/80 nur T1; Beisatz: Dass der Richter eine bestimmte Rechtsmeinung vertritt, rechtfertigt seine Ablehnung nicht. (T2) TE OGH 1980-06-04 1 Ob 622/80 Auch; Beis wie T2 TE OGH 1980-06-11 6 N 505/80 Auch; nur: Erklärt der Richter selbst unter Hinweis auf konkrete Umstände, die ihrer Natur nach eine Befangenheit zu begründen geeignet sind, seine Befangenheit, dann ist, da der Richter selbst am besten wissen muss, ob mit Rücksicht auf die gegebenen Verhältnisse die Besorgnis nicht von der Hand zu weisen ist, dass bei seiner Entscheidung andere als rein sachliche Erwägungen eine Rolle spielen könnten, der geltend gemachte Ablehnungsgrund als gegeben anzunehmen. (T3) TE OGH 1980-06-11 6 N 506/80 Auch; nur T3 TE OGH 1982-09-16 8 Ob 546/82 TE OGH 1984-03-08 7 Ob 523/84 nur T1; Beisatz: Entscheidend ist dabei nicht, ob eine Befangenheit der abgelehnten Richter geradezu evident ist. Es genügt, dass die Partei gegründeterweise besorgen muss, dass sich die genannten Richter im Verfahren auch von unsachlichen Gesichtspunkten leiten lassen könnten. (T4) Veröff: RZ 1984/81 S 252 TE OGH 1984-07-04 3 N 510/84 nur T3 TE OGH 1985-07-02 2 Ob 592/85 nur T1 TE OGH 1986-01-30 7 Ob 510/86 nur T1 TE OGH 1986-02-25 5 N 301/86 nur T1 TE OGH 1986-04-24 7 Ob 562/86 Auch; Beis wie T2 TE OGH 1986-10-14 2 Ob 663/86 nur T1 TE OGH 1987-09-30 9 ObA 107/87 Vgl auch; Veröff: EvBl 1988/43 S 252 TE OGH 1988-02-24 1 Ob 2/88 nur T1; Beis wie T4 nur: Es genügt, dass die Partei gegründeterweise besorgen muss, dass sich die genannten Richter im Verfahren auch von unsachlichen Gesichtspunkten leiten lassen könnten. (T5) TE OGH 1988-03-16 1 Ob 7/88 Auch; nur T1; nur T5 TE OGH 1988-09-29 7 Ob 648/88 nur T1 TE OGH 1989-05-24 9 ObA 135/89 Auch; nur T1 TE OGH 1990-10-11 7 N 522/90 Vgl; Beisatz: Hier: Leiter eines Richteramtsanwärter - Kurses. (T6) TE OGH 1991-02-26 5 N 501/91 TE OGH 1994-01-12 3 Ob 538/93 Auch; nur T1; Beis wie T5 TE OGH 1994-06-29 7 Ob 559/94 nur T1; Beis wie T5 TE OGH 1994-11-30 9 ObA 220/94 Auch; nur T1 TE OGH 1994-11-07 7 Ob 619/94 Auch; nur T1; Beis wie T5 TE OGH 1994-12-01 1 N 519/94 Auch; nur T3 TE OGH 1997-01-28 4 Ob 2373/96s Auch TE OGH 1998-01-28 9 ObA 424/97m nur T1; Beis wie T4 TE OGH 1999-05-28 6 N 2/99 Auch; Beis wie T2 TE OGH 1999-10-20 13 Ns 25/99 Vgl auch; Beisatz: Hier: Kenntnis der Beschuldigten seit der Übernahme in den richterlichen Vorbereitungsdienst, in der Folge gemeinsam mit ihr bei der Staatsanwaltschaft Wien Dienst verrichtet und sodann als Staatsanwalt durch mehrere Jahre hindurch in zum Teil aufwendigen Strafverfahren, die sie als Vorsitzende zu leiten hatte, zusammengearbeitet. Daraus sei ein beinahe freundschaftlicher, jedenfalls aber überdurchschnittlich intensiver dienstlicher Kontakt erfolgt; die Anrede erfolge wechselseitig mit "Du". (T7) TE OGH 2002-03-06 13 Ns 3/02 Beis wie T7 TE OGH 2005-11-03 6 Ob 235/05k Vgl. auch; Beisatz: Bei einer nach objektiven Gesichtspunkten vorzunehmenden Prüfung (objectiv test) ist entscheidend, ob feststellbare Umstände vorliegen, die berechtigte Zweifel an der Unvoreingenommenheit des Richters begründen. (T8); Beisatz: Hier: Weder die Veröffentlichung einer Rechtsmeinung selbst noch auch eine Bezugnahme darauf geben für sich allein begründeten Anlass für die Befürchtung einer Voreingenommenheit, solange nicht weitere Umstände vorliegen, denen entnommen werden könnte, dass der Verfasser nicht bereit wäre, gegebenenfalls seine Meinung neuerlich zu überprüfen. (T9) TE OGH 2005-12-15 6 Ob 236/05g Vgl auch; Beis wie T8; Beis wie T9 TE OGH 2005-12-15 6 Ob 232/05v Vgl auch; Beis wie T8; Beis wie T9 TE OGH 2006-11-23 8 Nc 24/06f Vgl auch; Beisatz: Befangenheit ist jedenfalls dann zu bejahen, wenn der Richter diese selbst anzeigt. (T10) TE OGH 2008-11-20 9 Nc 20/08b Vgl auch; Beis wie T10 TE OGH 2012-10-31 9 Nc 32/12y Vgl auch; Beis ähnlich wie T8; Beisatz: Hier: Verwandtschaft zwischen dem Rechtsmittelrichter und dem Sachverständigen im SW-Verfahren. (T11) TE OGH 2012-12-17 9 Nc 40/12z Vgl auch; Beis wie T9; Beisatz: Regelmäßig kann alleine in dem oft aufgrund der gemeinsamen Aus‑ und oft auch Fortbildung bestehenden freundschaftlich kollegialen Kontakt zwischen Richtern und Privatgutachten erstattenden Universitätsprofessoren kein Befangenheitsgrund gesehen werden, außer der Richter erklärt sich selbst für befangen. (T12) Beisatz: Die besondere Funktion der Anzeige durch den Richter selbst ergibt sich auch daraus, dass sie nicht nur der Vorsorge für eine den Ansprüchen des Art 6 EMRK entsprechende Gerichtsbarkeit dient, sondern aus dienstrechtlicher Sicht auch der Entbindung des Richters von seinen Dienstpflichten iSd § 57 Abs 1 RStDG. (T13)Beisatz: Die besondere Funktion der Anzeige durch den Richter selbst ergibt sich auch daraus, dass sie nicht nur der Vorsorge für eine den Ansprüchen des Artikel 6, EMRK entsprechende Gerichtsbarkeit dient, sondern aus dienstrechtlicher Sicht auch der Entbindung des Richters von seinen Dienstpflichten iSd Paragraph 57, Absatz eins, RStDG. (T13) TE OGH 2014-04-30 3 Ob 18/14i Auch; Beis wie T2; Beis wie T5 TE OGH 2016-03-08 12 Ns 21/16h Auch TE OGH 2019-08-29 1 Ob 141/19w nur T1 TE OGH 2020-07-29 9 Ob 31/20d Vgl, nur T1 TE OGH 2021-11-23 4 Ob 149/21x European Case Law IdentifierECLI:AT:OGH0002:1962:RS0045961
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