RIS Dokument GerichtOGH RechtssatznummerRS0017899 Entscheidungsdatum25.04.1963 Geschäftszahl6Ob86/63; 5Ob177/65; 5Ob72/65; 8Ob271/65; 6Ob35/66; 5Ob345/66 (5Ob346/66, 5Ob347/66); 1Ob61/67 (1Ob62/67); 6Ob112/68; 5Ob268/68; 6Ob69/69; 1Ob141/69; 1Ob14/72; 7Ob146/72; 5Ob39/73; 1Ob62/73; 7Ob158/75; 4Ob44/75; 1Ob508/76; 3Ob546/76; 1Ob637/76; 5Ob550/76; 7Ob578/78; 2Ob570/78; 7Ob812/79; 1Ob739/80; 7Ob700/80; 4Ob110/81; 8Ob540/81; 4Ob409/81; 5Ob732/81; 4Ob71/84; 8Ob565/83; 1Ob13/85; 7Ob557/86; 7Ob522/87 (7Ob523/87); 4Ob362/85; 7Ob662/87; 9ObA513/88; 7Ob553/90; 2Ob568/91; 4Ob118/94; 3Ob567/95; 4Ob2094/96m; 4Ob1005/96; 7Ob2253/96s; 4Ob2195/96i; 7Ob2366/96h; 2Ob2133/96g; 4Ob339/97z; 2Ob305/97k; 2Ob99/98t; 9ObA83/98s; 1Ob120/98y; 2Ob172/99d; 9Ob93/99p; 6Ob202/00z; 9Ob156/01h; 3Ob146/01v; 6Ob251/02h; 3Ob234/04i; 7Ob222/04d; 7Ob19/05b; 3Ob249/04w; 6Ob157/05i; 6Ob56/06p; 6Ob102/06b; 7Ob243/07x; 9ObA40/07h; 6Ob279/07h; 4Ob28/09k; 4Ob105/12p; 2Ob92/11k; 4Ob197/13v; 3Ob122/14h; 1Ob74/17i; 4Ob142/17m; 8ObA44/19g; 6Ob40/20f; 7Ob14/22t NormABGB §914 IABGB §914 römisch eins RechtssatzVertragsergänzung: Sie hat nach der Übung des redlichen Verkehrs immer dann stattzufinden, wenn nicht eindeutig feststeht, was die Parteien in den im Vertrag nicht ausdrücklich vorgesehen Fällen gewollt hätten (SZ 26/194; siehe auch Gschnitzer in Klang
- Auflage IV S 408/409 zu § 914 ABGB).Vertragsergänzung: Sie hat nach der Übung des redlichen Verkehrs immer dann stattzufinden, wenn nicht eindeutig feststeht, was die Parteien in den im Vertrag nicht ausdrücklich vorgesehen Fällen gewollt hätten (SZ 26/194; siehe auch Gschnitzer in Klang
- Auflage römisch vier S 408/409 zu Paragraph 914, ABGB). EntscheidungstexteTE OGH 1963-04-25 6 Ob 86/63 Veröff: SZ 36/68 = RZ 1963,134 = JBl 1963,614 TE OGH 1965-07-14 5 Ob 177/65 TE OGH 1965-08-24 5 Ob 72/65 TE OGH 1965-10-19 8 Ob 271/65 Veröff: SZ 38/164 = LwBetr 1966,113 TE OGH 1966-02-10 6 Ob 35/66 TE OGH 1966-12-15 5 Ob 345/66 Veröff: SZ 39/216 TE OGH 1967-09-15 1 Ob 61/67 TE OGH 1968-04-24 6 Ob 112/68 TE OGH 1968-11-27 5 Ob 268/68 TE OGH 1969-03-26 6 Ob 69/69 TE OGH 1969-08-28 1 Ob 141/69 Veröff: MietSlg 21261/43 TE OGH 1972-03-15 1 Ob 14/72 Veröff: SZ 45/29 = MietSlg 24042 TE OGH 1972-06-28 7 Ob 146/72 Beisatz: Hier: Servitutsbestellungsvertrag (T1) TE OGH 1973-03-28 5 Ob 39/73 Beis wie T1; Veröff: NZ 1974,77 TE OGH 1973-04-04 1 Ob 62/73 TE OGH 1975-10-02 7 Ob 158/75 Veröff: MietSlg 27117 TE OGH 1975-10-21 4 Ob 44/75 Veröff: SozM IE,123 = IndS 1976 3,985 = JBl 1977,103 TE OGH 1976-01-28 1 Ob 508/76 Auch; Veröff: EvBl 1976/224 S 466 TE OGH 1976-04-27 3 Ob 546/76 Beisatz: Vertragsergänzung setzt voraus, dass beide Parteien den später eingetretenen Fall nicht bedacht haben. (T2) TE OGH 1976-06-30 1 Ob 637/76 TE OGH 1976-06-29 5 Ob 550/76 Beisatz: Dabei sind die Interessen beider Vertragspartner zu berücksichtigen. (T3) Veröff: SZ 49/86 = ImmZ 1976,318 TE OGH 1978-05-11 7 Ob 578/78 TE OGH 1979-01-09 2 Ob 570/78 Vgl; Beis wie T3 TE OGH 1980-05-29 7 Ob 812/79 Auch; Beisatz: Wenn die strittigen Punkte nicht erörtert wurden, hat sich die Ausfüllung von möglichen Vertragslücken nach ihrer Funktion in den Grenzen des für den anderen Vertragsteil erkennbar bekundeten rechtsgeschäftlichen Willens zu halten. Wären die nicht besprochenen Nebenpunkte nicht ganz üblich, so könnte der Vertrag insoweit nur aus dem Gesetz ergänzt werden. (T4) TE OGH 1980-11-26 1 Ob 739/80 TE OGH 1981-01-29 7 Ob 700/80 Auch TE OGH 1981-11-03 4 Ob 110/81 TE OGH 1982-02-11 8 Ob 540/81 TE OGH 1982-10-12 4 Ob 409/81 TE OGH 1983-01-18 5 Ob 732/81 Beisatz: Hier: Schmiermittelbezugsvertrag (T5) TE OGH 1984-10-09 4 Ob 71/84 Veröff: RdW 1985,254 = ZAS 1986,91 (Kerschner) = JBl 1986,197 TE OGH 1984-11-08 8 Ob 565/83 Auch TE OGH 1985-04-17 1 Ob 13/85 Auch TE OGH 1986-04-24 7 Ob 557/86 TE OGH 1987-03-05 7 Ob 522/87 Veröff: SZ 60/42 TE OGH 1987-06-16 4 Ob 362/85 Beisatz: Hier: Ergänzung des Architektenhonorars (T6) Veröff: WBl 1987,240 (Scolik) TE OGH 1987-10-29 7 Ob 662/87 TE OGH 1989-01-11 9 ObA 513/88 Veröff: SZ 62/4 TE OGH 1990-04-25 7 Ob 553/90 TE OGH 1991-11-11 2 Ob 568/91 TE OGH 1994-11-22 4 Ob 118/94 TE OGH 1995-10-11 3 Ob 567/95 TE OGH 1996-05-14 4 Ob 2094/96m Auch; Beisatz: Haben die Vertragschließenden den eingetretenen Problemfall nicht geregelt, so ist der Vertrag ergänzend auszulegen. (T7) TE OGH 1996-01-30 4 Ob 1005/96 Auch TE OGH 1996-12-04 7 Ob 2253/96s Auch; Beis wie T2; Beis wie T7 TE OGH 1996-08-12 4 Ob 2195/96i Auch; Beis wie T7; Veröff: SZ 69/178 TE OGH 1997-02-12 7 Ob 2366/96h Auch TE OGH 1997-07-10 2 Ob 2133/96g Auch; Beisatz: Dabei kommt es nicht darauf an, ob die Parteien den zu entscheidenden Fall absichtlich oder deshalb nicht geregelt haben, weil sie an diesen überhaupt nicht gedacht haben. (T8) TE OGH 1997-11-12 4 Ob 339/97z Auch; Beisatz: Die maßgeblichen Auslegungskriterien müssen immer dem Vertrag selbst oder den ihn begleitenden maßgeblichen Umständen zu entnehmen sein. (T9) TE OGH 1997-12-04 2 Ob 305/97k Vgl auch; Beisatz: Die ergänzende Vertragsauslegung hat nach dem hypothetischen Parteiwillen, also darnach, was redliche und vernünftige Parteien vereinbart hätten zu erfolgen. (T10) TE OGH 1998-04-02 2 Ob 99/98t Vgl auch; Beisatz: Als Behelf ergänzender Auslegung kommt dabei zunächst der hypothetische Parteiwille in Betracht; die Frage, was die Parteien gewollt hätten, wenn sie sich bei Vertragsabschluss die nunmehr offene Frage vorgelegt hätten, kann sich aus der Natur und dem Zweck des Vertrages oder anderen Umständen des Geschäftes beantworten. Hier: Sicherung des Existenzminimums der geschiedenen Ehegattin. (T11) TE OGH 1998-05-20 9 ObA 83/98s Vgl auch; Beis wie T7 TE OGH 1998-04-28 1 Ob 120/98y Vgl auch; Beisatz: Unter Berücksichtigung der übrigen Vertragsbestimmungen und des von den Parteien verfolgten Zwecks sowie unter Heranziehung der Verkehrssitte ist dabei zu prüfen, welche Lösung redliche und vernünftige Parteien vereinbart hätten. (T12) TE OGH 1999-06-24 2 Ob 172/99d Vgl auch; Beisatz: Hier: Vertrag über den Transport behinderter Kinder. (T13) TE OGH 1999-09-01 9 Ob 93/99p Beis wie T10 TE OGH 2000-08-30 6 Ob 202/00z Beis wie T10; Beis wie T12; Beisatz: Hier: Kaufvertrag hinsichtlich Geschäftsanteilen. (T14) TE OGH 2001-10-24 9 Ob 156/01h Auch; Beis wie T2; Beisatz: Im Rahmen der ergänzenden Vertragsauslegung ist zu fragen, was redliche Parteien vereinbart hätten, wenn sie den nicht bedachten Fall berücksichtigt hätten beziehungsweise was nach der Übung des redlichen Verkehrs als ergänzende Regelung angenommen werden muss. (T15) TE OGH 2001-11-20 3 Ob 146/01v Auch; Beisatz: Selbst wenn man von der Notwendigkeit einer Regelung ausgeht, greift in einem solchen Fall primär das dispositive Recht ein, dessen Zweck es gerade ist, für im Vertrag nicht geregelte Fragen Regeln zur Verfügung zu stellen. (T16) Beisatz: Tatsachenfeststellungen darüber, was die Vertragsparteien vereinbart hätten, hätten sie den nicht geregelten Fall bedacht, sind nicht zu treffen. Eine solche Frage ist bereits die nach einem hypothetischen (also bloß zu vermutenden) Willen. (T17) TE OGH 2002-11-07 6 Ob 251/02h TE OGH 2005-01-26 3 Ob 234/04i Vgl auch; Beis ähnlich wie T7; Beis wie T10 Veröff: SZ 2005/10 TE OGH 2005-04-20 7 Ob 222/04d Auch; Beis wie T3; Beis wie T7; Beis wie T10 TE OGH 2005-05-25 7 Ob 19/05b TE OGH 2005-07-27 3 Ob 249/04w Auch; Beis wie T10; Beis wie T12 TE OGH 2005-08-25 6 Ob 157/05i Vgl auch; Beisatz: Ungeachtet der Unredlichkeit aller Beteiligten bei der Steuerhinterziehung kommt es auf die fiktive Absicht redlicher Parteien an, was sie für den nicht vorbedachten Fall vereinbart hätten. (T18) TE OGH 2006-04-06 6 Ob 56/06p Beisatz: Notwendige Voraussetzung ist eine „Vertragslücke", die allerdings auch erst durch die spätere Entwicklung entstehen kann. (T19) TE OGH 2006-04-27 6 Ob 102/06b Auch; Beis wie T3 TE OGH 2007-11-16 7 Ob 243/07x Auch; Beisatz: Hier: Auslegung eines Versicherungsvertrages (Pkt 2 Bedingungen der Ausfallsversicherung für gerichtlich bestimmte Ansprüche aus Körperschäden.) (T20) Beisatz: Bei Verfassung der betreffenden Klausel wurde die Möglichkeit der Fällung eines Versäumungsurteils gegen den Schädiger offenbar nicht bedacht. (T21) Veröff: SZ 2007/181 TE OGH 2008-02-07 9 ObA 40/07h Vgl auch; Beis wie T10 TE OGH 2008-11-06 6 Ob 279/07h Vgl TE OGH 2009-04-21 4 Ob 28/09k Vgl; Veröff: SZ 2009/48 TE OGH 2012-07-10 4 Ob 105/12p Vgl auch TE OGH 2012-08-30 2 Ob 92/11k Auch; Auch Beis wie T7; Veröff: SZ 2012/81 TE OGH 2014-02-17 4 Ob 197/13v Vgl auch; Beisatz: Hier: Ergänzende Auslegung eines Schiedsrichtervertrags hinsichtlich des Vergütungsanspruchs bei vorzeitiger Vertragsbeendigung. (T22) TE OGH 2015-02-18 3 Ob 122/14h Auch; Beisatz: Darauf, ob den Parteien das Eintreten des Konflikts vorhersehbar war, kommt es für die Bejahung der ergänzenden Vertragsauslegung nicht an. (T23) TE OGH 2017-06-28 1 Ob 74/17i TE OGH 2017-11-21 4 Ob 142/17m Auch; Beisatz: Ergänzende Vertragsauslegung kann in zwei Fällen Platz greifen: Einerseits ist der Vertrag zu ergänzen, wenn feststeht, dass der schriftliche Vertragsinhalt die Absicht der Parteien nicht richtig wiedergibt. Andererseits im Fall einer nachträglich hervorgekommenen, planwidrigen Unvollständigkeit des Vertrags (Vertragslücke, vgl RS0017758). (T24)Auch; Beisatz: Ergänzende Vertragsauslegung kann in zwei Fällen Platz greifen: Einerseits ist der Vertrag zu ergänzen, wenn feststeht, dass der schriftliche Vertragsinhalt die Absicht der Parteien nicht richtig wiedergibt. Andererseits im Fall einer nachträglich hervorgekommenen, planwidrigen Unvollständigkeit des Vertrags (Vertragslücke, vergleiche RS0017758). (T24) TE OGH 2019-08-29 8 ObA 44/19g TE OGH 2020-09-15 6 Ob 40/20f Vgl; Beis wie T2 TE OGH 2022-04-28 7 Ob 14/22t Beis wie T2 European Case Law IdentifierECLI:AT:OGH0002:1963:RS0017899