RIS Dokument GerichtOGH RechtssatznummerRS0027143 Entscheidungsdatum29.10.1964 Geschäftszahl2Ob319/64; 2Ob389/69; 2Ob255/70; 2Ob431/70 (2Ob435/70); 8Ob43/71 (8Ob44/71); 2Ob297/71; 2Ob92/73; 8Ob52/74; 2Ob115/74 (2Ob116/74); 2Ob333/74; 2Ob129/76; 2Ob176/76; 8Ob213/76; 8Ob49/77; 8Ob213/77; 8Ob18/78; 8Ob69/78; 8Ob231/78; 8Ob126/79 (8Ob127/79); 2Ob131/79; 2Ob199/79; 8Ob151/80; 8Ob198/81; 8Ob67/81; 2Ob7/82; 1Ob737/82; 8Ob43/83; 8Ob40/84; 1Ob16/85; 8Ob581/85; 8Ob8/86; 2Ob59/86; 2Ob35/87; 2Ob11/88; 2Ob148/88; 2Ob110/88; 2Ob49/90; 2Ob324/00m; 2Ob333/01m; 2Ob227/07g; 2Ob205/08y; 1Ob192/09f; 2Ob167/10p; 1Ob129/17b; 2Ob164/17g; 2Ob4/20g; 4Ob146/19b; 9ObA31/22g NormABGB §1304 A1; ABGB §1325 D7 RechtssatzEine Verletzung der dem Geschädigten obliegenden Schadensminderungspflicht liegt vor, wenn es der Geschädigte schuldhaft unterlässt, einem ihm nach den Umständen zumutbaren Erwerbe nachzugehen. Um dies feststellen zu können, muss vom Schädiger der Nachweis der Ausschlagung einer konkreten Erwerbsmöglichkeit erbracht werden. Der Nachweis der abstrakten Möglichkeit durch eine anderweitige Beschäftigung den Verdienstausfall zu verringern oder wettzumachen genügt nicht. EntscheidungstexteTE OGH 1964-10-29 2 Ob 319/64 Veröff: EvBl 1965/127 S 185 TE OGH 1970-01-22 2 Ob 389/69 TE OGH 1970-10-01 2 Ob 255/70 Veröff: ZVR 1971/126 S 158 TE OGH 1970-12-17 2 Ob 431/70 TE OGH 1971-04-20 8 Ob 43/71 TE OGH 1972-05-25 2 Ob 297/71 Veröff: EvBl 1972/318 S 605 = SozM IA/e,1033 TE OGH 1973-07-05 2 Ob 92/73 Veröff: EvBl 1974/16 S 43 TE OGH 1974-03-19 8 Ob 52/74 TE OGH 1974-05-30 2 Ob 115/74 Veröff: SZ 47/69 = ZVR 1975/145 S 207 TE OGH 1975-03-13 2 Ob 333/74 Veröff: SZ 48/27 = ZVR 1976/8 S 14 TE OGH 1976-07-01 2 Ob 129/76 Veröff: ZVR 1977/43 S 52 TE OGH 1976-10-08 2 Ob 176/76 nur: Eine Verletzung der dem Geschädigten obliegenden Schadensminderungspflicht liegt vor, wenn es der Geschädigte schuldhaft unterlässt, einem ihm nach den Umständen zumutbaren Erwerbe nachzugehen. Um dies feststellen zu können, muss vom Schädiger der Nachweis der Ausschlagung einer konkreten Erwerbsmöglichkeit erbracht werden. (T1); Beisatz: Nachweis, dass Umschulungsmöglichkeit ausgeschlagen wurde. (T2) Veröff: ZVR 1977/132 S 181 TE OGH 1976-11-24 8 Ob 213/76 TE OGH 1977-03-30 8 Ob 49/77 nur T1 TE OGH 1978-01-31 8 Ob 213/77 nur T1 TE OGH 1978-02-15 8 Ob 18/78 Beis wie T2; Veröff: ZVR 1978/325 S 374 TE OGH 1978-06-14 8 Ob 69/78 nur T1; Veröff: SZ 51/91 TE OGH 1979-03-15 8 Ob 231/78 nur T1; Beis wie T2 TE OGH 1979-09-27 8 Ob 126/79 nur T1; Beis wie T2 TE OGH 1979-10-02 2 Ob 131/79 nur: Eine Verletzung der dem Geschädigten obliegenden Schadensminderungspflicht liegt vor, wenn es der Geschädigte schuldhaft unterlässt, einem ihm nach den Umständen zumutbaren Erwerbe nachzugehen. (T3) TE OGH 1980-01-22 2 Ob 199/79 Auch; nur T1; Beis wie T2; Beisatz: Begründete Ablehnung von Rehabilitationsmaßnahmen (Rauchfangkehrer). (T4) TE OGH 1980-11-06 8 Ob 151/80 nur T1; Beis wie T2 TE OGH 1981-11-05 8 Ob 198/81 nur T1; Beisatz: Raumpflegerin (T5) TE OGH 1982-01-28 8 Ob 67/81 Veröff: ZVR 1982/322 S 275 TE OGH 1982-02-23 2 Ob 7/82 TE OGH 1983-01-12 1 Ob 737/82 nur T3 TE OGH 1983-09-08 8 Ob 43/83 nur T3; Beis wie T2 TE OGH 1984-06-20 8 Ob 40/84 nur T3 TE OGH 1985-08-28 1 Ob 16/85 nur T3 TE OGH 1985-10-10 8 Ob 581/85 nur T1 TE OGH 1986-04-10 8 Ob 8/86 nur T1; Veröff: ZVR 1987/113 S 341 TE OGH 1987-02-10 2 Ob 59/86 Auch; nur T3; Beis wie T2 TE OGH 1988-06-14 2 Ob 35/87 nur T1 TE OGH 1988-08-30 2 Ob 11/88 nur T1; Veröff: JBl 1989,46 = VersRdSch 1989,157 TE OGH 1988-12-06 2 Ob 148/88 TE OGH 1988-12-20 2 Ob 110/88 Veröff: ZVR 1989/203 S 374 TE OGH 1990-09-05 2 Ob 49/90 nur T1 TE OGH 2000-12-07 2 Ob 324/00m nur T3; Beisatz: Ist der Geschädigte nach einem Unfall medizinisch nicht voll wiederhergestellt, hätte er also, um beurteilen zu können, ob er wieder in seinem früheren Beruf arbeiten kann, ein Gutachten eines Sachverständigen einholen müssen oder sich probeweise einer Belastung wie in seinem früheren Beruf unterziehen müssen. Dass er dies nicht getan hat, kann ihm nicht als Verschulden angelastet werden. (T6) TE OGH 2002-01-10 2 Ob 333/01m Auch; nur T3; Beisatz: Inwieweit der Geschädigte einen anderen Arbeitsplatz annehmen hätte müssen, ist eine Frage des Einzelfalles. (T7) TE OGH 2008-04-28 2 Ob 227/07g Vgl; Vgl Beis wie T2; Beisatz: Die Schadensminderungspflicht kann auch in einer zumutbaren Umschulung bestehen. (T8) TE OGH 2009-05-20 2 Ob 205/08y nur T3 TE OGH 2009-12-15 1 Ob 192/09f Vgl aber; nur T3; Beisatz: Von diesen Fällen der Verletzung einer Schadensminderungspflicht, bei denen der Schädiger zwar für die adäquaten Folgen seines Verhaltens haftet, sich sein Verschulden aber nicht mehr auf diese Folgen erstreckt, unterscheidet sich die hier vorliegende Konstellation eindeutig, in der dem Schädiger die Möglichkeit offen steht, den Schaden abzuwenden. (T9) TE OGH 2011-02-17 2 Ob 167/10p Vgl TE OGH 2017-11-15 1 Ob 129/17b Vgl; Beisatz: Das Abstellen auf eine konkret vorhandene Erwerbsmöglichkeit ist im Regelfall auch sachgerecht, weil es dem Schädiger im Normalfall ja leicht möglich ist, auf dem Stellenmarkt (etwa über das AMS) einen geeigneten Arbeitsplatz zu eruieren und dem Geschädigten das Stellenanbot weiterzuleiten. (T10) Beisatz: Hier: Wenn das Berufungsgericht angesichts der Besonderheiten dieses Einzelfalls davon ausging, dass die beklagte Partei (durch den Sachverständigenbeweis) ausreichend konkret bewiesen habe, dass dem Kläger die Ausübung einer bestimmten selbständigen Tätigkeit leicht möglich gewesen wäre, und daraus – wie schon das Erstgericht – einen Verstoß gegen die Schadensminderungspflicht ableitete, liegt darin keine aufzugreifende Fehlbeurteilung. (T11) TE OGH 2018-03-22 2 Ob 164/17g Vgl auch; Veröff: SZ 2018/25 TE OGH 2020-01-30 2 Ob 4/20g TE OGH 2020-01-28 4 Ob 146/19b Vgl TE OGH 2022-08-31 9 ObA 31/22g Vgl European Case Law IdentifierECLI:AT:OGH0002:1964:RS0027143
KI-Erklärung auf Basis des amtlichen Gesetzestextes. Orientierend, ersetzt keine Rechtsberatung.