RIS Dokument GerichtOGH RechtssatznummerRS0055208 Entscheidungsdatum12.06.2024 GeschäftszahlBkd53/68; Bkd1/70; Bkd27/71; Bkd21/73; Bkd20/79; Bkd54/78; Bkd2/81; Bkd71/80; Bkd30/81; Bkd10/84; Bkd12/83; Bkd24/84; Bkd22/83; Bkd66/83; Bkd104/85; Bkd42/86; Bkd131/84; Bkd50/88; Bkd100/88; Bkd21/87; Bkd79/90; Bkd82/87; Bkd99/90; 11Bkd2/92; 2Bkd12/93; 12Bkd2/98; 9Bkd6/97; 11Bkd1/98; 1Bkd11/99; 10Bkd3/99; 4Bkd4/00; 7Bkd3/01; 6Bkd2/02; 12Bkd2/02; 13Bkd3/03; 10Bkd2/04; 16Bkd5/05; 7Bkd8/05; 6Bkd1/06; 15Bkd2/06; 11Bkd6/06; 6Bkd1/06; 23Os1/14s; 24Os6/15k; 26Os17/15t; 26Os4/16g; 20Ds16/17h; 20Ds5/18t; 23Ds2/18y; 26Ds9/18z; 21Ds1/20i; 20Ds11/20b; 29Ds1/21z; 23Ds7/22i; 23Ds3/22a; 24Ds16/22w; 24Ds20/22h; 24Ds18/22i; 23Ds6/23v; 23Ds7/23s; 22Ds2/24z NormDSt 1872 §2 A DSt 1990 §1 A RAO §9 RechtssatzDer Rechtsanwalt als qualifizierter Jurist hat sich stets in Wort und Schrift einer sachlichen Ausdrucksweise zu bedienen und unsachliche und beleidigende Äußerungen zu unterlassen. EntscheidungstexteTE OGH 1969-01-27 Bkd 53/68 TE OGH 1970-12-14 Bkd 1/70 TE OGH 1971-07-12 Bkd 27/71 TE OGH 1973-05-07 Bkd 21/73 TE OGH 1979-05-07 Bkd 20/79 Beisatz: Inhalt einer Dienstaufsichtsbeschwerde über einen Polizeijuristen. (T1) TE OGH 1979-04-09 Bkd 54/78 TE OGH 1981-06-29 Bkd 2/81 Ähnlich TE OGH 1981-02-02 Bkd 71/80 Ähnlich TE OGH 1982-10-04 Bkd 30/81 TE OGH 1984-03-05 Bkd 10/84 Vgl auch TE OGH 1983-07-04 Bkd 12/83 Beisatz: Vorwurf unkorrekter Verhandlungsführung gegen einen Richter. (T2) TE OGH 1984-06-18 Bkd 24/84 TE OGH 1983-11-07 Bkd 22/83 TE OGH 1984-05-21 Bkd 66/83 TE OGH 1986-07-07 Bkd 104/85 Veröff: AnwBl 1987,77 TE OGH 1987-03-09 Bkd 42/86 Vgl auch TE OGH 1985-07-08 Bkd 131/84 Vgl auch TE OGH 1988-07-04 Bkd 50/88 TE OGH 1989-06-26 Bkd 100/88 Beisatz: So schon AnwBl 1960,
- (T3) TE OGH 1989-12-04 Bkd 21/87 Vgl auch; Beisatz: Das Maß der Bildung, das von einem Rechtsanwalt gefordert wird, sowie der Umstand, dass er in der Rechtspflege mittätig ist, macht es für ihn erforderlich, sich gegenüber jedermann, insbesondere aber gegenüber den Behörden, einer sachlichen und korrekten Ausdrucksweise zu bedienen (Bkd 107/84). (T4) TE OGH 1990-11-12 Bkd 79/90 Beis wie T4 TE OGH 1990-07-09 Bkd 82/87 Vgl auch TE OGH 1991-04-29 Bkd 99/90 Beisatz: Hier: "Triviale, preußisch - feldwaibelhafte Pädagogik" und "Insuffizienz in Pädagogik". (T5) TE OGH 1992-10-19 11 Bkd 2/92 Beisatz: Keinesfalls darf er sich einer Schreibweise bedienen, die als Beleidigung oder Verhöhnung des Richters aufgefasst werden muss. (T6) TE OGH 1994-12-12 2 Bkd 12/93 TE OGH 1998-05-25 12 Bkd 2/98 Vgl auch; Beisatz: In einem Ablehnungsantrag enthaltene Vorwürfe gegen Richter sind auch dann nicht disziplinär, wenn sie zwar Negatives über den Abgelehnten aussagen, aber nicht über den zur Dartuung des Ablehnungsgrundes notwendigen Inhalt hinausgehen. (T7) TE OGH 1998-06-08 9 Bkd 6/97 Auch TE OGH 1999-10-11 11 Bkd 1/98 Vgl auch; Beisatz: Unsachliche überzogene und schwerwiegende Angriffe gegen das Gericht beziehungsweise den Erstrichter müssen - insbesondere wenn sie unbegründet sind - besonders kritisiert und disziplinär beanstandet werden. (T8) Beisatz: Hier: Inkriminierte Wortwahl, dass "der Umstand geradezu erschreckend sei, wie vom Erstgericht fundamentale Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit und geltende Verfahrensgrundsätze missachtet werden". (T9) TE OGH 1999-12-20 1 Bkd 11/99 Auch; Beisatz: Gerade von einem Rechtsanwalt muss verlangt werden, dass er in eigener Sache ein vermeintliches Fehlverhalten einer Behörde (auch der Ausschuss der Rechtsanwaltskammer ist eine "Behörde") mit sachlichen und juristischen Formulierungen beantwortet und Beleidigungen und unnötige Angriffe unterlässt. (T10) Beisatz: Er darf sich keinesfalls einer Schreibweise bedienen, die als Beleidigung und Verhöhnung von Amtsorganen zu qualifizieren ist. (T11) Beisatz: Äußerungen, wodurch der Empfänger der Lächerlichkeit ausgesetzt und in seinen beruflichen Fähigkeiten als minderwertig hingestellt wird, sind, schon wegen der von inhaltlicher Kritik losgelösten Diffamierungsabsicht disziplinär. (T12) TE OGH 2000-09-11 10 Bkd 3/99 TE OGH 2000-10-02 4 Bkd 4/00 Beisatz: Hier ist die vom Streben der inhaltlichen Kritik losgelöste Absicht, die beklagte Partei herabzusetzen, ist klar erkennbar. (T13) TE OGH 2001-06-18 7 Bkd 3/01 Beisatz: Schriftliche Ausführungen sind grundsätzlich auf den Empfängerhorizont abzustellen, also darauf, wie die schriftliche Mitteilung objektiv zu verstehen ist und wie sie daher auch vom Empfänger verstanden werden konnte. Bei Mehrdeutigkeit muss sich der Schreiber die für ihn ungünstige Auslegung zurechnen lassen. (T14) TE OGH 2003-01-13 6 Bkd 2/02 Auch; Beisatz: Der Rechtsanwalt hat die Würde des Gerichtes und den Anstand zu wahren, sich gegenüber dem Gericht, welchem allein die sogenannte Sitzungspolizei (§§ 223 bis 237 StPO) obliegt, einer sachlichen Ausdrucksweise und eines standesgemäßen Gebrauches der deutschen Sprache zu bedienen und sich verbaler Ausfälle in einer Hauptverhandlung gegen alle Anwesenden, insbesondere aber gegen den Richter zu enthalten. (T15)Auch; Beisatz: Der Rechtsanwalt hat die Würde des Gerichtes und den Anstand zu wahren, sich gegenüber dem Gericht, welchem allein die sogenannte Sitzungspolizei (Paragraphen 223 bis 237 StPO) obliegt, einer sachlichen Ausdrucksweise und eines standesgemäßen Gebrauches der deutschen Sprache zu bedienen und sich verbaler Ausfälle in einer Hauptverhandlung gegen alle Anwesenden, insbesondere aber gegen den Richter zu enthalten. (T15) TE OGH 2002-10-07 12 Bkd 2/02 Auch; Beisatz: Dies gilt auch gegenüber Kollegen. (T16) TE OGH 2003-09-08 13 Bkd 3/03 Auch; Beisatz: Ein Anwalt kann im Rahmen der Ermächtigung des §9 RAO Handlungen von Behörden und Beamten sehr wohl als sachlich haltlos bezeichnen, die Bezeichnung als "skandalös" und "eindeutig gesetzwidrig" geht jedoch über den Rahmen einer zulässigen Kritik am Vorgehen einer Behörde weit hinaus. (T17) TE OGH 2005-05-30 10 Bkd 2/04 TE OGH 2005-10-24 16 Bkd 5/05 Vgl TE OGH 2006-03-27 7 Bkd 8/05 Auch TE OGH 2006-09-25 6 Bkd 1/06 Vgl auch; Beisatz: Hier: Bezeichnung des Vorbringens des Gegenanwaltes im Wiedereinsetzungsantrag als „peinliches Lamento". (T18) TE OGH 2006-11-30 15 Bkd 2/06 Vgl auch; Beis wie T4; Beisatz: Der Rechtsanwalt hat sich im Verkehr mit Behörden tunlichst einer ironischen Darstellung zu enthalten. (T19) TE OGH 2007-03-12 11 Bkd 6/06 Vgl auch; Beisatz: Standeswidrig ist auch die Unterstellung, wonach die Salzburger Justiz Meldungen lanciert hätte, welche den OGH in seiner Entscheidung präjudizieren sollten, zumal darin in pauschal beleidigender Weise die korrekte und unabhängige Entscheidungsfindung der Gerichte in Frage gestellt wird. (T20) TE OGH 2007-12-03 6 Bkd 1/06 Vgl; Ausdrücklich gegenteilig T18; Beisatz: Hier: In der Bezeichnung des Vorbringens des Gegenanwaltes im Wiedereinsetzungsantrag als „peinliches Lamento" ist keine unsachliche oder durch Artikel 10 EMRK nicht mehr gedeckt beleidigende Äußerung zu erkennen. Die inkriminierte Äußerung ist noch als zulässiges Angriffs- oder Verteidigungsmittel im Sinn der RAO zu werten. (T21) Bem: Urteil des Verfassungsgerichtshofes vom
- Juni 2007, B 2114/06-
- (T22) TE OGH 2014-11-11 23 Os 1/14s Beis wie T12; Beis wie T13; Beis wie T14 TE OGH 2015-09-09 24 Os 6/15k Beisatz: Es verletzt Ehre und Ansehen des Standes, Justizangehörigen ohne sachliche Grundlage und ohne Not im Rahmen von Rechtsschutzeingaben – über die (zulässige) Behauptung von Gesetzesverletzungen hinaus – doloses Vorgehen aus unlauteren Motiven zu unterstellen. (T23) TE OGH 2016-03-16 26 Os 17/15t Beisatz: Hier: Äußerungen im Zusammenhang mit einer Volksgruppe. (T24) TE OGH 2016-12-21 26 Os 4/16g TE OGH 2018-04-10 20 Ds 16/17h TE OGH 2018-10-16 20 Ds 5/18t Vgl auch TE OGH 2019-01-17 23 Ds 2/18y TE OGH 2018-12-10 26 Ds 9/18z Beis wie T4; Beis wie T23 TE OGH 2020-11-16 21 Ds 1/20i Vgl TE OGH 2021-03-09 20 Ds 11/20b Vgl; Beis wie T16 TE OGH 2022-03-28 29 Ds 1/21z Vgl TE OGH 2022-07-06 23 Ds 7/22i Vgl TE OGH 2022-12-07 23 Ds 3/22a Vgl; Beis wie T10 TE OGH 2023-03-27 24 Ds 16/22w vgl TE OGH 2023-04-26 24 Ds 20/22h TE OGH 2023-06-13 24 Ds 18/22i vgl TE OGH 2024-02-28 23 Ds 6/23v vgl TE OGH 2024-02-28 23 Ds 7/23s vgl TE OGH 2024-06-12 22 Ds 2/24z vgl European Case Law IdentifierECLI:AT:OGH0002:1969:RS0055208