RIS Dokument GerichtOGH RechtssatznummerRS0026234 Entscheidungsdatum30.09.2025 Geschäftszahl5Ob97/70; 2Ob141/70; 8Ob281/70; 5Ob536/76; 1Ob530/79; 3Ob547/84; 8Ob542/85; 3Ob603/85; 8Ob667/87; 7Ob513/96; 1Ob79/00z; 7Ob273/00y; 6Ob81/01g; 3Ob67/05g; 6Ob39/06p; 2Ob191/06m; 1Ob78/07p; 8Ob51/08w; 10Ob16/11t; 10Ob32/11w; 1Ob91/12g; 6Ob141/16b; 7Ob38/17i; 4Ob245/18k; 3Ob16/19b; 9Ob84/18w; 6Ob205/19v; 7Ob60/21f; 10Ob34/21d; 10Ob59/22g; 10Ob17/25k; 7Ob69/25k; 4Ob34/25s; 8Ob50/25y NormABGB §1299 A1 ABGB §1300 D RechtssatzDer OGH folgt in ständiger Rechtsprechung (SZ 9/76, JBl 1936,300; EvBl 1965/321; EvBl 1967/112
- ua)der Ansicht, dass die Ersatzpflicht nach §§ 1299, 1300 ABGB grundsätzlich auf den aus dem Schuldverhältnis Berechtigten beschränkt ist und in diesen gesetzlichen Bestimmungen keine absolute Norm liegt, die einen über den Umfang der aus § 1295 ABGB ableitbaren Ansprüche hinausgehenden Schutz statuieren würde.Der OGH folgt in ständiger Rechtsprechung (SZ 9/76, JBl 1936,300; EvBl 1965/321; EvBl 1967/112
- ua)der Ansicht, dass die Ersatzpflicht nach Paragraphen 1299, 1300, ABGB grundsätzlich auf den aus dem Schuldverhältnis Berechtigten beschränkt ist und in diesen gesetzlichen Bestimmungen keine absolute Norm liegt, die einen über den Umfang der aus Paragraph 1295, ABGB ableitbaren Ansprüche hinausgehenden Schutz statuieren würde. EntscheidungstexteTE OGH 1970-07-01 5 Ob 97/70 TE OGH 1970-06-11 2 Ob 141/70 TE OGH 1970-12-22 8 Ob 281/70 Veröff: SZ 43/236 TE OGH 1976-03-23 5 Ob 536/76 Veröff: SZ 49/47 TE OGH 1979-12-18 1 Ob 530/79 Vgl auch; Veröff: JBl 1981,319 (kritisch Koziol) TE OGH 1984-06-27 3 Ob 547/84 Veröff: RdW 1985,9 TE OGH 1985-07-11 8 Ob 542/85 Auch; Beisatz: Eine Ausnahme wird bei deliktischer Verantwortlichkeit - die kein besonderes Vertragsverhältnis zwischen Schädiger und Geschädigtem voraussetzt, sondern gegenüber jeder beliebigen Person eintreten kann - dann zu machen sein, wenn eine absichtliche, sittenwidrige Schadenszufügung erfolgt. (T1) Veröff: RdW 1985,306 TE OGH 1985-11-20 3 Ob 603/85 Auch; Beis wie T1; Beisatz: Eine nur ausnahmsweise in Betracht kommende Haftung des Sachverständigen gegenüber einem Dritten wird dann gegeben sein, wenn ein Vertrag mit Schutzwirkung gegenüber Dritten vorliegt oder wenn das Gutachten als Anstiftung zur Schädigung des Dritten anzusehen ist. (T2) TE OGH 1988-06-30 8 Ob 667/87 Auch; Beisatz: Auch dann, wenn der Gutachter oder Erteiler der Auskunft weiß oder in abstracto damit rechnen muss, dass seine Stellungnahme oder seine Auskunft an Außenstehende weitergegeben wird oder an diese gelangen kann. (T3) Veröff: ÖBA 1989,89 TE OGH 1996-11-20 7 Ob 513/96 Vgl; Beis wie T2; Beis wie T3; Beisatz: Den Sachverständigen trifft eine objektiv-rechtliche Sorgfaltspflicht zu Gunsten eines Dritten, wenn er damit rechnen muss, dass sein Gutachten die Grundlage für dessen Dispositon bilden werde. (T4) Veröff: SZ 69/258 TE OGH 2000-06-13 1 Ob 79/00z Vgl aber; Beisatz: Die Vermögensinteressen des Erstehers im Zwangsversteigerungsverfahren werden vom Schutzzweck der Normen, die der zur Bewertung des Exekutionsobjekts gerichtlich bestellte Sachverständige zu beachten hat, erfasst. (T5) Veröff: SZ 73/96 TE OGH 2001-01-23 7 Ob 273/00y Vgl aber; Bei ähnlich wie T2; Beis wie T4 TE OGH 2002-02-21 6 Ob 81/01g Vgl aber; Beis wie T4; Beisatz: Welche diese in den Schutzbereich des Verpflichtungsverhältnisses einzubeziehenden dritten Personen sind, für die die Auskunft die geeignete Vertrauensgrundlage darstellen und denen sie als Richtschnur dienen soll, richtet sich nach der Verkehrsübung, insbesondere aber danach, für welchen Zweck das Gutachten erstattet wurde. Aus dem Gutachtensauftrag ergibt sich, welche Interessen Dritter geschützt sind. Mögliche Kreditgeber oder Käufer genügen (so schon SZ 69/258). (T6) TE OGH 2005-10-20 3 Ob 67/05g Vgl auch; Beisatz: Eine deliktische Haftung für reine Vermögensschäden des Klägers würde (zumindest bedingten) Vorsatz („wissentlich") der Beklagten voraussetzen. (T7) TE OGH 2006-03-09 6 Ob 39/06p Vgl; Beisatz: Im Hinblick darauf, dass die Prüfung durch den Einlageprüfer idR erst nach Abschluss des Sacheinlagevertrages erfolgt, kann auch keine Rede davon sein, dass es der Verkehrsübung entspräche, dass das Gutachten des Sacheinlageprüfers auch dem Einleger als geeignete Vertrauensgrundlage dienen soll. (T8) Beisatz: Die Prüfung der Sacheinlage dient nur den Interessen der Gesellschaft, deren Gläubiger und allenfalls Dritter, nicht aber auch derjenigen des Einbringers. Aus diesem Grund kommt auch eine Haftung des Sacheinlageprüfers gegenüber dem Sacheinleger nicht in Betracht. (T9) Veröff: SZ 2006/35 TE OGH 2007-03-23 2 Ob 191/06m nur: Der OGH folgt in ständiger Rechtsprechung (SZ 9/76, JBl 1936,300; EvBl 1965/321; EvBl 1967/112
- ua)der Ansicht, dass die Ersatzpflicht nach §§ 1299, 1300 ABGB grundsätzlich auf den aus dem Schuldverhältnis Berechtigten beschränkt ist. (T10)nur: Der OGH folgt in ständiger Rechtsprechung (SZ 9/76, JBl 1936,300; EvBl 1965/321; EvBl 1967/112
- ua)der Ansicht, dass die Ersatzpflicht nach Paragraphen 1299, 1300, ABGB grundsätzlich auf den aus dem Schuldverhältnis Berechtigten beschränkt ist. (T10) TE OGH 2007-08-14 1 Ob 78/07p Vgl aber; Beis ähnlich wie T4 TE OGH 2008-07-10 8 Ob 51/08w Auch; nur T10; Beis ähnlich wie T7; Beisatz: Eine darüber hinaus gehende Haftung gegenüber Dritten wird allerdings dann anerkannt, wenn der Besteller des Gutachtens für den Sachverständigen erkennbar gerade auch die Interessen des Dritten mitverfolgt. (T11) Bem: Siehe dazu auch RS0026552. (T12) TE OGH 2011-05-31 10 Ob 16/11t Vgl auch TE OGH 2011-08-30 10 Ob 32/11w Vgl auch; Bem wie T12 TE OGH 2012-09-19 1 Ob 91/12g Auch TE OGH 2016-08-30 6 Ob 141/16b Auch; nur T10; Beisatz: Eine Haftung gegenüber Dritten kommt dann in Betracht, wenn ein Vertrag mit Schutzwirkungen zu Gunsten Dritter vorliegt oder die objektiv-rechtlichen Schutzwirkungen auf den Dritten zu erstrecken sind. (T13) TE OGH 2017-12-20 7 Ob 38/17i Vgl aber; Beis wie T4; Beis wie T13; Beisatz: Sowohl beim Vertrag mit Schutzwirkung zugunsten Dritter als auch bei objektiv‑rechtlichen Schutzpflichtverletzungen besteht Subsidiarität. Der Gläubiger hat kein schutzwürdiges Interesse, wenn er kraft eigener rechtlicher Sonderverbindungen mit seinem Vertragspartner einen deckungsgleichen Anspruch auf Schadenersatz hat. (T14) TE OGH 2019-04-25 4 Ob 245/18k TE OGH 2019-04-26 3 Ob 16/19b Auch; Beis wie T4; Beis wie T13; Beisatz: Ausschlaggebend ist, wie ein verständiger Informationsempfänger die Expertise auffassen durfte. (T15) TE OGH 2019-04-15 9 Ob 84/18w Vgl aber; Beis wie T14 TE OGH 2019-11-27 6 Ob 205/19v Vgl TE OGH 2021-09-29 7 Ob 60/21f Vgl; Beis wie T4; Beis wie T13 TE OGH 2021-12-14 10 Ob 34/21d Beis wie T4; Beis wie T13 TE OGH 2023-04-25 10 Ob 59/22g vgl; Beisatz wie T13; Beisatz wie T4 TE OGH 2025-06-03 10 Ob 17/25k vgl; Beisatz wie T1; Beisatz wie T2; Beisatz wie T4; Beisatz wie T7; Beisatz wie T10; Beisatz wie T13 TE OGH 2025-06-25 7 Ob 69/25k vgl; Beisatz wie T7; Beisatz wie T1; Beisatz wie T2; Beisatz wie T4; Beisatz wie T5; nur T10; Beisatz wie T13 Beisatz: Hier: Haftung einer Gutachterin im Vorfeld der Abschlussprüfung. (T16) TE OGH 2025-09-29 4 Ob 34/25s vgl; Beisatz wie T1; Beisatz wie T2; Beisatz wie T4; Beisatz wie T7; Beisatz wie T10; Beisatz wie T13 TE OGH 2025-09-30 8 Ob 50/25y vgl; Beisatz wie T1; Beisatz wie T2; Beisatz wie T4; Beisatz wie T7; Beisatz wie T10; Beisatz wie T13; Beisatz wie T16 European Case Law IdentifierECLI:AT:OGH0002:1970:RS0026234