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RIS Dokument GerichtOGH RechtssatznummerRS0014753 Entscheidungsdatum24.06.1971 Geschäftszahl1Ob169/71; 1Ob199/71; 5Ob46/72; 1Ob34/72; 4Ob52/72; 7Ob613/76; 8Ob544/77; 1Ob708/77; 8Ob152/79; 8Ob304/79; 8Ob7/80; 5Ob512/80; 8Ob140/80; 8Ob177/80; 8Ob229/83 (8Ob230/83); 1Ob608/84; 1Ob691/84; 7Ob639/85; 6Ob526/86; 6Ob529/89; 3Ob522/89; 9ObS42/94; 1Ob604/94; 1Ob551/94; 9Ob515/95; 8Ob2172/96m; 4Ob98/97h; 8Ob303/99p; 9Ob302/99y; 8Ob300/99x; 9ObA197/01p; 1Ob29/01y; 5Ob277/01y; 9Ob186/02x; 1Ob30/04z; 1Ob64/04z; 7Ob1/05f; 6Ob272/05a; 9Ob72/07i; 3Ob111/08g; 10Ob26/08h; 3Ob194/10s; 1Ob132/11k; 1Ob243/16s; 3Ob67/17z; 1Ob112/17b; 9ObA18/17p; 10Ob35/17w NormABGB §870 A; ABGB §871 A RechtssatzWer eine Urkunde unterfertigt, macht den durch seine Unterschrift gedeckten Text zum Inhalt seiner Erklärung, auch wenn er ihm unbekannt ist oder er ihn nicht verstanden hat. Das schließt aber eine Anfechtung wegen Irrtums keineswegs aus. Der Irrende kann die Erklärung vielmehr noch unter den gleichen Voraussetzungen anfechten wie eine ausdrücklich abgegebene oder eine schriftliche Erklärung nach Durchlesen der Urkunde. EntscheidungstexteTE OGH 1971-06-24 1 Ob 169/71 TE OGH 1971-08-26 1 Ob 199/71 TE OGH 1972-03-08 5 Ob 46/72 TE OGH 1972-04-05 1 Ob 34/72 Veröff: SZ 45/38 = JBl 1972,469 TE OGH 1972-09-12 4 Ob 52/72 Veröff: SozM IAd1019 = ZAS 1973,223 (zustimmend Wresounig) = Arb 9211 TE OGH 1976-07-01 7 Ob 613/76 Beisatz: Listige Irreführung (T1) Veröff: HS 9450 TE OGH 1977-10-05 8 Ob 544/77 Beisatz: Die Anfechtung eines Vertrages wegen Irrtums muss aber eingewendet werden; die bloße Behauptung der unzureichenden Kenntnis der deutschen Sprache reicht nicht aus. (T2) TE OGH 1977-11-09 1 Ob 708/77 Beisatz: Wenn er eine klare Vorstellung über den Inhalt der Urkunde hatte und glaubte, es stehe darin das seiner Meinung nach mündlich Vereinbarte. (T3) TE OGH 1979-09-13 8 Ob 152/79 TE OGH 1980-02-21 8 Ob 304/79 nur: Wer eine Urkunde unterfertigt, macht den durch seine Unterschrift gedeckten Text zum Inhalt seiner Erklärung, auch wenn er ihm unbekannt ist oder er ihn nicht verstanden hat. (T4) TE OGH 1980-03-20 8 Ob 7/80 nur T4 TE OGH 1980-04-01 5 Ob 512/80 Beis wie T3 TE OGH 1980-10-30 8 Ob 140/80 TE OGH 1980-11-20 8 Ob 177/80 TE OGH 1984-04-12 8 Ob 229/83 Auch; nur T4 TE OGH 1984-07-11 1 Ob 608/84 Beisatz: Ausgeschlossen ist die Irrtumsanfechtung nur dann, wenn dem Vertragspartner die Festlegung des Vertragsinhalts überlassen wurde. (T5) TE OGH 1985-05-08 1 Ob 691/84 Veröff: SZ 58/69 = NZ 1987,179 TE OGH 1985-11-21 7 Ob 639/85 Beis wie T3; Veröff: SZ 58/183 = ÖBA 1986,356 TE OGH 1986-02-27 6 Ob 526/86 nur T4; nur: Das schließt aber eine Anfechtung wegen Irrtums keineswegs aus. (T6); Beisatz: Hier: Auch Arglist (T7) TE OGH 1989-04-27 6 Ob 529/89 TE OGH 1989-04-12 3 Ob 522/89 TE OGH 1994-03-16 9 ObS 42/94 nur T4; nur T6; Beisatz: Die Erklärung ist insbesondere anfechtbar, wenn es sich um außergewöhnliche unübliche Klauseln handelt, die durch die "Rahmenvorstellung", die derjenige von einer Urkunde haben muss, die er ungelesen unterfertigt, nicht gedeckt sind oder der Inhalt einer Urkunde in Täuschungsabsicht erschlichen wurde. (T8) TE OGH 1994-11-23 1 Ob 604/94 Auch; nur T4; Beisatz: Wenn er nicht vom Vertragspartner in zurechenbarer Weise vom Lesen abgehalten worden ist. (T9) TE OGH 1994-08-29 1 Ob 551/94 Auch; Beis wie T3; Beis wie T5; Beis wie T8; Veröff: SZ 67/136 TE OGH 1995-07-12 9 Ob 515/95 nur T4; nur T6; Beis wie T5 TE OGH 1996-11-28 8 Ob 2172/96m Beis wie T3 TE OGH 1997-04-15 4 Ob 98/97h nur T4; nur T6 TE OGH 2000-03-09 8 Ob 303/99p nur T4 TE OGH 2000-01-26 9 Ob 302/99y nur: Wer eine Urkunde unterfertigt, macht den durch seine Unterschrift gedeckten Text zum Inhalt seiner Erklärung. (T10); nur T6 TE OGH 2000-03-09 8 Ob 300/99x nur T4 TE OGH 2001-09-05 9 ObA 197/01p nur T10; Beisatz: Er hat sich dabei allfällige Fehler in der Urkunde anrechnen zu lassen. (T11) TE OGH 2001-11-27 1 Ob 29/01y Auch; Beis ähnlich wie T8 TE OGH 2002-01-29 5 Ob 277/01y Vgl; nur T10; Beisatz: Der Inhalt einer Urkunde wird durch deren Unterfertigung nur dann zum Inhalt der Willenserklärung des Unterfertigenden, wenn der andere Teil aus den Umständen nicht etwas anderes entnehmen musste. (T12) TE OGH 2002-10-02 9 Ob 186/02x Beis wie T7 TE OGH 2004-04-16 1 Ob 30/04z Teilweise abweichend; nur T4; Beisatz: Ausführlich zu Einbeziehung von AGB - Sprachenproblem; ausdrücklich abweichend von 5 Ob 289/66. (T13); Veröff: SZ 2004/53 TE OGH 2004-04-16 1 Ob 64/04z Auch; Beisatz: Ist der Inhalt einer Vertragsurkunde anders, als ihn sich der Unterzeichnende vorstellte, so ist zu unterscheiden: Hatte der Unterfertigende eine klare Vorstellung vom Urkundeninhalt, war er daher überzeugt, dass darin das mündlich Abgemachte festgeschrieben sei, so unterlag er einem Erklärungsirrtum, der ihn bei Zutreffen der übrigen Voraussetzungen zur Anfechtung berechtigt. Hatte er dagegen keine genaue Vorstellung vom Inhalt des Schriftstücks, nahm er den (fremdbestimmten) Inhalt somit bewusst in Kauf, so ist ihm die Irrtumsanfechtung - abgesehen vom Fall ungewöhnlicher Bestimmungen - verwehrt. (T14) TE OGH 2005-01-26 7 Ob 1/05f Auch; nur T4 TE OGH 2006-02-16 6 Ob 272/05a Beisatz: Wer eine Urkunde unterfertigt, macht den durch seine Unterschrift gedeckten Text auch dann zum Inhalt seiner Erklärung, wenn er ihm unbekannt ist. (T15); Beisatz: Hier: Gewährleistungsausschluss in Allgemeinen Geschäftsbedingungen. (T16); Veröff: SZ 2006/19 TE OGH 2007-11-28 9 Ob 72/07i nur T4 TE OGH 2008-09-03 3 Ob 111/08g Auch; Veröff: SZ 2008/125 TE OGH 2008-09-23 10 Ob 26/08h Vgl auch; Beisatz: Auch bei „ungelesenem" Unterfertigen einer Urkunde ist es für die Geltung als Willenserklärung notwendig, dass der die Erklärung Abgebende Rechtsfolgen herbeiführen will. Ist das erkennbar nicht der Fall, kann keine wirksame Willenserklärung angenommen werden. (T17) TE OGH 2010-11-11 3 Ob 194/10s Auch; Beis wie T14 TE OGH 2011-09-29 1 Ob 132/11k Auch TE OGH 2017-02-10 1 Ob 243/16s TE OGH 2017-06-07 3 Ob 67/17z nur T4; Beis wie T12; Beis wie T14 TE OGH 2017-11-29 1 Ob 112/17b Vgl auch; Beisatz: Dies kann jedoch Schadenersatzpflichten einer Partei nicht verhindern, die unrichtige Angaben über den Inhalt der unterfertigten Unterlagen macht, auf die ihr Vertragspartner vertraut. (T18) TE OGH 2017-05-24 9 ObA 18/17p Auch; Beis wie T12; Beis wie T17 TE OGH 2018-02-20 10 Ob 35/17w Veröff: SZ 2018/9 European Case Law IdentifierECLI:AT:OGH0002:1971:RS0014753

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KI-Erklärung auf Basis des amtlichen Gesetzestextes. Orientierend, ersetzt keine Rechtsberatung.