RIS Dokument GerichtOGH RechtssatznummerRS0014838 Entscheidungsdatum13.08.2025 Geschäftszahl2Ob12/71; 8Ob39/74; 2Ob186/74 (2Ob187/74); 2Ob108/74; 7Ob179/75; 7Ob544/76; 7Ob26/78; 2Ob15/79; 7Ob676/79; 8Ob146/83; 8Ob14/84; 3Ob594/84; 8Ob68/87; 7Ob13/88; 1Ob644/88; 7Ob588/91; 1Ob2/93; 8ObS14/95; 1Ob2341/96p; 2Ob113/97z; 1Ob131/00x; 1Ob68/01h; 9ObA86/01i; 2Ob201/04d; 9ObA97/05p; 3Ob40/07i; 9Ob13/09s; 7Ob156/10g; 8Ob26/10x; 2Ob63/12x; 9ObA46/12y; 2Ob92/11k; 1Ob12/13s; 9Ob62/13b; 3Ob205/13p; 6Ob149/14a; 9Ob43/14k; 9Ob2/15g; 7Ob153/15y; 1Ob258/15w; 7Ob146/15v; 9ObA98/16a; 1Ob190/16x; 1Ob28/17z; 6Ob120/17s; 4Ob240/17y; 9ObA24/18x; 1Ob78/18d; 1Ob104/18b; 9Ob65/18a; 7Ob160/18g; 1Ob127/18k; 3Ob117/19f; 8ObA62/18b; 8ObS2/20g; 1Ob10/21h; 8Ob32/21w; 6Ob53/21v; 3Ob106/23v; 8Ob105/24k; 5Ob55/24k; 6Ob128/25d NormABGB §870 CIII ABGB §870 CIV ABGB §1502 RechtssatzDie Verjährungseinrede verstößt gegen Treu und Glauben, wenn die Fristversäumnis des Berechtigten auf ein Verhalten seines Gegners zurückzuführen ist. EntscheidungstexteTE OGH 1971-10-21 2 Ob 12/71 Veröff: EvBl 1972/123 S 234 = ZVR 1972/158 S 305 TE OGH 1974-02-26 8 Ob 39/74 Veröff: SZ 47/17 TE OGH 1974-12-12 2 Ob 186/74 TE OGH 1975-06-13 2 Ob 108/74 Veröff: SZ 48/67 TE OGH 1975-10-16 7 Ob 179/75 Vgl auch TE OGH 1976-03-18 7 Ob 544/76 Beisatz: Vereinbarung des Ruhens auf Vorschlag des Gegners genügt nicht. (T1) TE OGH 1978-05-11 7 Ob 26/78 Auch; Beisatz: Ausschlussfrist (T2) Veröff: VersR 1979,169 = ZVR 1979/44 S 52 TE OGH 1979-02-27 2 Ob 15/79 TE OGH 1979-08-30 7 Ob 676/79 Auch TE OGH 1983-06-23 8 Ob 146/83 Auch TE OGH 1984-07-04 8 Ob 14/84 Auch; Beisatz: Hier: Verjährungsverzicht (T3) TE OGH 1985-02-13 3 Ob 594/84 Auch TE OGH 1987-11-05 8 Ob 68/87 Beisatz: Hier: Befristeter Verzicht auf Erhebung der Verjährungseinrede. (T4) TE OGH 1988-04-28 7 Ob 13/88 Veröff: VersRdSch 1988,60 TE OGH 1988-11-09 1 Ob 644/88 Vgl; Veröff: SZ 61/233 TE OGH 1991-09-04 7 Ob 588/91 Veröff: ZVR 1993/10 S 26 = VersR 1993,907 TE OGH 1993-05-11 1 Ob 2/93 Auch; Beisatz: Dazu zählt nicht nur ein aktives Vorgehen des Schuldners so, wenn er den Gläubiger geradezu abhält, die Verjährung durch Einklagung vorzubeugen, sondern es verstößt auch ein Verhalten des Schuldners gegen die guten Sitten, auf Grund dessen der Gläubiger nach objektiven Maßstäben der Auffassung sein konnte, sein Anspruch werde entweder ohne Rechtsstreit befriedigt oder nur mit sachlichen Einwendungen bekämpft, sodass er aus diesem Gründen eine rechtzeitige Klagsführung unterlassen hat. (T5) TE OGH 1995-06-22 8 ObS 14/95 Auch; Beisatz: Es reicht aus, dass durch die Verzichtserklärung des Arbeitgebers der Arbeitnehmer dazu bewegt wurde, seinen Urlaub nicht in vollem Umfang zu konsumieren. (T6) TE OGH 1996-11-26 1 Ob 2341/96p Vgl; Beisatz: Hier: Wenn die klagende Partei aus dem Verhalten der beklagten Partei mit Recht annehmen konnte, die Käuferin werde ihren Prozessstandpunkt, bisher seien lediglich erfolglose Mängelbehebungsversuche unternommen worden, beibehalten, sich auf sachliche Einwendungen beschränken und die Einrede der Verjährung nicht arglistig erheben. (T7) TE OGH 1997-06-26 2 Ob 113/97z Auch; Beis wie T3 TE OGH 2000-05-30 1 Ob 131/00x Auch; Beisatz: Ein Besteller, der als Beklagter zunächst immer wieder (neue) Mängelrügen erhoben und auf Mängelbehebung beharrt hat, schließlich aber völlig überraschend behauptet, das gelieferte Werk sei ohnehin mängelfrei gewesen, doch sei die Werklohnforderung verjährt, verstößt gegen Treu und Glauben, sodass der Werkunternehmer mit Recht hätte annehmen dürfen, der Besteller werde seinen Prozessstandpunkt, bisher seien lediglich erfolglose Mängelbehebungsversuche unternommen worden, beibehalten, und er würde sich auf sachliche Einwendungen beschränken und die Einrede der Verjährung nicht arglistig erheben. (T8) TE OGH 2001-09-25 1 Ob 68/01h Beis wie T5 TE OGH 2001-11-28 9 ObA 86/01i Auch; Beis wie T2; Beisatz: Ein Verstoß gegen Treu und Glauben ist auch dann anzunehmen, wenn es der Arbeitgeber geradezu darauf anlegt, die (rechtzeitige) Anspruchsdurchsetzung durch den Arbeitnehmer zu verhindern. (T9) Beisatz: Hier: Drohung des Arbeitgebers mit Kündigung. (T10) TE OGH 2004-11-04 2 Ob 201/04d Beisatz: Etwa wenn sich der Schuldner so verhalten hat, dass der Gläubiger mit Recht annehmen durfte, der Schuldner werde sich im Fall der Klagsführung nach Ablauf der Verjährungsfrist auf sachliche Einwendungen beschränken. (T11) TE OGH 2005-10-24 9 ObA 97/05p Beis wie T5 TE OGH 2007-03-29 3 Ob 40/07i Auch; Beis ähnlich wie T5; Beisatz: Hier: Anlageberater teilt Anleger während der Laufzeit der Anleihe mit, dass Staaten „nicht Pleite gehen" könnten und bei Länderanleihen „bei Fälligkeit doch wieder 100 % ausbezahlt werden". (T12) TE OGH 2009-11-16 9 Ob 13/09s Auch TE OGH 2010-09-29 7 Ob 156/10g Beisatz: Hier: Außerstreitiges Unterhaltsverfahren. (T13) TE OGH 2011-03-22 8 Ob 26/10x TE OGH 2012-04-24 2 Ob 63/12x Vgl auch; Vgl Beis wie T12; Beisatz: Hier: Das Berufungsgericht hat im Rahmen der einschlägigen Rechtsprechung aufgrund beschwichtigender Äußerungen des Beraters den Beginn der Verjährungsfrist des § 1489 ABGB nicht schon mit Kenntnis vom Kursverlust, sondern erst mit der Kenntnis davon, keine risikoarme Veranlagung gewählt zu haben, angenommen. (T14)Vgl auch; Vgl Beis wie T12; Beisatz: Hier: Das Berufungsgericht hat im Rahmen der einschlägigen Rechtsprechung aufgrund beschwichtigender Äußerungen des Beraters den Beginn der Verjährungsfrist des Paragraph 1489, ABGB nicht schon mit Kenntnis vom Kursverlust, sondern erst mit der Kenntnis davon, keine risikoarme Veranlagung gewählt zu haben, angenommen. (T14) TE OGH 2012-07-25 9 ObA 46/12y Vgl auch; Beisatz: Ob dies vorliegt ist im Einzelfall zu beurteilen und begründet daher idR keine erhebliche Rechtsfrage iSd § 502 Abs 1 ZPO. (T15)Vgl auch; Beisatz: Ob dies vorliegt ist im Einzelfall zu beurteilen und begründet daher idR keine erhebliche Rechtsfrage iSd Paragraph 502, Absatz eins, ZPO. (T15) TE OGH 2012-08-30 2 Ob 92/11k Auch; Veröff: SZ 2012/81 TE OGH 2013-03-14 1 Ob 12/13s Vgl auch; Beis wie T15 TE OGH 2013-11-26 9 Ob 62/13b Beis wie T11 TE OGH 2013-12-19 3 Ob 205/13p Auch; Beis wie T14; Beis wie T15 TE OGH 2015-01-29 6 Ob 149/14a Beis wie T5; Beisatz: Der Gesamterbe als Rechtsnachfolger muss sich das Verhalten des gesetzlichen Vertreters des Verstorbenen zurechnen lassen. (T16) TE OGH 2015-01-29 9 Ob 43/14k Auch; Beis wie T15 TE OGH 2015-02-25 9 Ob 2/15g TE OGH 2015-10-16 7 Ob 153/15y Beis wie T15 TE OGH 2016-01-28 1 Ob 258/15w Beis wie T5; Beis wie T7; Beis wie T11 TE OGH 2016-04-06 7 Ob 146/15v Beis wie T5; Beis wie T7; Beis wie T11 TE OGH 2016-10-28 9 ObA 98/16a Beis wie T15 TE OGH 2017-03-16 1 Ob 190/16x Beisatz: Versuchen von Anlageberatern, nach Kursverlusten unsicher gewordene Anleger zu beschwichtigen, kann nach der Judikatur in zweifacher Hinsicht Bedeutung zukommen. Sie können die Erkennbarkeit des Schadenseintritts und damit den Beginn der Verjährungsfrist hinausschieben oder dazu führen, dass dem Verjährungseinwand des Schädigers die Replik der Arglist entgegengehalten werden kann (mwN). (T17) Veröff: SZ 2017/34 TE OGH 2017-03-16 1 Ob 28/17z Vgl; Beisatz: Versuchen von Anlageberatern, nach Kursverlusten nervös gewordene Anleger zu beschwichtigen, kann nach der Judikatur in zweifacher Hinsicht Bedeutung zukommen. Sie können die Erkennbarkeit des Schadenseintritts und damit den Beginn der Verjährungsfrist hinausschieben oder dazu führen, dass dem Verjährungseinwand des Schädigers die Replik der Arglist entgegengehalten werden kann (so schon 9 Ob 17/07a; 6 Ob 103/08b; 1 Ob 12/13s). (T18) TE OGH 2017-07-07 6 Ob 120/17s Beis wie T15; Beisatz: Hier: Beschwichtigungsversuche durch einen Steuerberater im Zusammenhang mit Abgabenverfahren. (T19) TE OGH 2018-01-23 4 Ob 240/17y Auch TE OGH 2018-04-25 9 ObA 24/18x Beis wie T5 TE OGH 2018-05-29 1 Ob 78/18d Beis wie T5; Beis wie T15 TE OGH 2018-06-19 1 Ob 104/18b Beis wie T5 TE OGH 2018-10-30 9 Ob 65/18a Auch; Beis wie T14; Beis wie T17; Beis wie T18 TE OGH 2018-09-26 7 Ob 160/18g Beis wie T5; Beis wie T7; Beis wie T11; Beis wie T15 TE OGH 2018-11-21 1 Ob 127/18k Beis wie T13 TE OGH 2019-08-29 3 Ob 117/19f TE OGH 2019-08-29 8 ObA 62/18b Beis wie T9; Beisatz: Wenn der Arbeitgeber die gerichtliche Geltendmachung des Urlaubsanspruchs innerhalb der dreijährigen Frist durch Handeln wider Treu und Glauben verhindert hat, kann der Arbeitnehmer einem Verjährungseinwand die Replik der Arglist entgegensetzen. Die unterschiedliche Auffassung über die rechtliche Qualifikation eines Beschäftigungsverhältnisses begründet den Vorwurf der Arglist im Regelfall nicht. (T20) TE OGH 2020-04-24 8 ObS 2/20g Beis wie T20 nur: Wenn der Arbeitgeber die gerichtliche Geltendmachung des Urlaubsanspruchs innerhalb der dreijährigen Frist durch Handeln wider Treu und Glauben verhindert hat, kann der Arbeitnehmer einem Verjährungseinwand die Replik der Arglist entgegensetzen. (T21); Beis wie T9 TE OGH 2021-03-05 1 Ob 10/21h Vgl; Beis wie T5; Beis wie T7; Beis wie T11; Beis wie T17; Beis wie T18 TE OGH 2021-05-03 8 Ob 32/21w Vgl; Beis wie T5 TE OGH 2021-08-06 6 Ob 53/21v Beis wie T15; Beis wie T17; Beis wie T18; Beis wie T19; Beisatz: Hier: Empfehlung des Steuerberaters, Steuerbescheide abzuwarten. (T22) Beisatz: Zwar muss nach der erkennbaren Aufgabe jenes Verhaltens, das den Verjährungseinwand als Verstoß gegen Treu und Glauben erscheinen lässt, in angemessener Frist Klage erhoben werden. Die Beurteilung, ob diese Voraussetzung gegeben ist, hängt aber von den Umständen des Einzelfalls ab. (T23) TE OGH 2023-06-21 3 Ob 106/23v Beisatz wie T7; Beisatz wie T5; Beisatz wie T11; Beisatz wie T15 TE OGH 2024-10-24 8 Ob 105/24k Beisatz wie T5; Beisatz wie T7; Beisatz wie T8; Beisatz wie T11; Beisatz wie T12; Beisatz wie T23 TE OGH 2025-01-30 5 Ob 55/24k Beisatz wie T5; Beisatz wie T7; Beisatz wie T11; Beisatz wie T15 Beisatz: Hier: Verstoß gegen Treu und Glauben durch Verjährungseinrede verneint, zumal die negative Feststellungsklage die während des Verfahrens eingetretene Verjährung nicht bewirkte und die Beklagte bereits über einen rechtskräftigen Titel verfügte und Exekution hätte führen können. (T24) TE OGH 2025-08-13 6 Ob 128/25d vgl; Beisatz: Hier: In der (als Schadensursache geltend gemachten) Erstellung eines behauptetermaßen falschen Gutachtens liegt kein Verhalten, das es mit sich brächte, den Einwand der Verjährung als rechtmissbräuchlich und wider Treu und Glauben erhoben anzusehen. (T25) European Case Law IdentifierECLI:AT:OGH0002:1971:RS0014838
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