RIS Dokument GerichtOGH RechtssatznummerRS0010184 Entscheidungsdatum26.11.2025 Geschäftszahl5Ob272/73 (5Ob14/74); 4Ob551/75; 5Ob505/76; 7Ob549/77 (7Ob550/77); 6Ob550/77; 1Ob631/77; 7Ob703/78; 7Ob603/79; 1Ob7/80; 3Ob618/81; 1Ob513/82; 4Ob574/82; 3Ob586/83; 1Ob31/88; 1Ob597/89; 5Ob508/91; 1Ob508/92 (1Ob509/92); 8Ob645/93; 1Ob598/95; 5Ob2090/96f; 1Ob382/97a; 6Ob158/99z; 2Ob280/00s; 7Ob269/00k; 5Ob324/00h; 6Ob246/01x; 1Ob67/02p; 6Ob312/03f; 7Ob267/04x; 3Ob103/05a; 1Ob41/08y; 5Ob36/10w; 1Ob89/10k; 3Ob181/10d; 1Ob202/13g; 6Ob235/13x; 7Ob27/14t; 1Ob74/14k; 4Ob167/14h; 8Ob38/14t; 8Ob96/14x; 10Ob11/15p; 9Ob16/15s; 9Ob57/15w; 10Ob101/15y; 1Ob38/16v; 3Ob54/16m; 2Ob74/16w; 4Ob49/16h; 1Ob226/16s; 4Ob78/17z; 3Ob216/18p; 1Ob221/19k; 5Ob1/21i; 6Ob67/21b; 3Ob125/21k; 4Ob169/22i; 3Ob46/23w; 10Ob8/23h; 2Ob105/23i; 10Ob20/23y; 4Ob75/24v; 8Ob57/24a; 9Ob39/24m; 4Ob211/24v; 4Ob182/24d; 1Ob206/24m; 3Ob44/25d; 7Ob56/25y; 4Ob31/25z; 1Ob130/25m; 3Ob145/25g NormABGB §326 A ABGB §1463 ABGB §1477 RechtssatzDer für die Ersitzung erforderliche gute Glauben fällt weg, wenn der Besitzer entweder positiv Kenntnis erlangt, dass sein Besitz nicht rechtmäßig ist, oder wenn er zumindest solche Umstände erfährt, die zu Zweifeln an der Rechtmäßigkeit eines Besitzes Anlass geben (SZ 27/284, EvBl 1962/265). EntscheidungstexteTE OGH 1974-01-23 5 Ob 272/73 TE OGH 1975-09-23 4 Ob 551/75 TE OGH 1976-02-03 5 Ob 505/76 TE OGH 1977-04-14 7 Ob 549/77 Veröff: SZ 50/53 = EvBl 1978/25 S 95 = JBl 1978,144 (mit Anmerkung von König) TE OGH 1977-06-16 6 Ob 550/77 Veröff: SZ 50/91 = JBl 1978,148 (mit zustimmender Anmerkung von Sprung) TE OGH 1977-07-06 1 Ob 631/77 Ähnlich TE OGH 1978-10-19 7 Ob 703/78 TE OGH 1979-09-13 7 Ob 603/79 Ähnlich TE OGH 1980-04-30 1 Ob 7/80 TE OGH 1982-01-20 3 Ob 618/81 Auch TE OGH 1982-03-31 1 Ob 513/82 Veröff: SZ 55/46 TE OGH 1982-12-14 4 Ob 574/82 Beisatz: Hiefür kann auch schon die Mitteilung des Rechtsstandpunktes des (Miteigentümers) Eigentümers der Sache hinreichen (JBl 1978,257). (T1) TE OGH 1983-06-29 3 Ob 586/83 TE OGH 1988-10-11 1 Ob 31/88 TE OGH 1989-05-14 1 Ob 597/89 Auch TE OGH 1991-03-22 5 Ob 508/91 TE OGH 1992-03-18 1 Ob 508/92 Auch; Beisatz: Ferner wenn sein Besitz vom Eigentümer des dienenden Gutes für sich in Anspruch genommen wird. (T2) TE OGH 1995-05-24 8 Ob 645/93 TE OGH 1995-08-29 1 Ob 598/95 Auch TE OGH 1996-04-16 5 Ob 2090/96f Beis wie T1 TE OGH 1997-12-15 1 Ob 382/97a TE OGH 2000-03-29 6 Ob 158/99z Vgl auch; Beisatz: Aus dem Umstand, dass sich im Grundbuchsbeschluss kein Hinweis auf eine Servitut an diesem Weg findet, lässt sich nicht ohne weiters der Schluss ziehen, dass ein Weg ohne Berechtigung in Anspruch genommen wird, wurde doch das Wegerecht bereits seit vielen Jahren unbeanstandet ausgeübt. (T3) TE OGH 2000-10-25 2 Ob 280/00s Auch; Beis wie T1 TE OGH 2001-01-23 7 Ob 269/00k TE OGH 2001-05-15 5 Ob 324/00h Vgl; Beisatz: Hier: Gutgläubiger Pfandrechtserwerb. (T4) Beisatz: Die Fahrlässigkeit schließt den guten Glauben aus. (T5) Beisatz: Der Umfang der Sorgfaltspflicht bestimmt sich nach der Verkehrsübung und nach konkreten Verdachtsmomenten. Bei einer noch nicht rechtskräftigen Voreintragung ist wegen der Gefahr einer Anmerkung nach § 63 Abs 1 GBG besondere Vorsicht geboten. Eine Streitanmerkung nach den §§ 69, 70 GBG schließt den guten Glauben stets aus. (T6)Beisatz: Der Umfang der Sorgfaltspflicht bestimmt sich nach der Verkehrsübung und nach konkreten Verdachtsmomenten. Bei einer noch nicht rechtskräftigen Voreintragung ist wegen der Gefahr einer Anmerkung nach Paragraph 63, Absatz eins, GBG besondere Vorsicht geboten. Eine Streitanmerkung nach den Paragraphen 69, 70, GBG schließt den guten Glauben stets aus. (T6) TE OGH 2001-11-08 6 Ob 246/01x Auch TE OGH 2002-06-11 1 Ob 67/02p Vgl auch; Beisatz: Hier war der beschränkt geschäftsfähige Beklagte, der über die wahren Eigentumsverhältnisse immer Bescheid wusste, zu keiner Zeit redlicher Ersitzungsbesitzer, weil ihm nach dem bei ihm vorauszusetzenden Einsichtsvermögen immer klar sein musste, dass die von ihm als Geschenkgeber bezeichnete Person eine fremde Sachen nicht habe verschenken können und es so an einem Rechtsgrund für den Eigentumserwerb mangelt, was keiner feinen juristischen Unterscheidung bedurfte. (T7) Beisatz: Wer positiv weiß, welche Umstände einer Ersitzung des Eigentumsrechts entgegenstehen, kann mangelnde Fahrlässigkeit als Voraussetzung redlichen Ersitzungsbesitzes schon allein deshalb nicht für sich ins Treffen führen. (T8) Veröff: SZ 2002/81 TE OGH 2004-03-04 6 Ob 312/03f TE OGH 2004-12-15 7 Ob 267/04x TE OGH 2005-06-30 3 Ob 103/05a TE OGH 2008-05-06 1 Ob 41/08y Auch; Beisatz: Hier: Keine Redlichkeit der Besitzausübung durch die Wegbenützer ab dem Aufstellen einer Hinweistafel „Privatbesitz - Durchgang bis auf Widerruf gestattet". (T9) Beisatz: „Scheinservitut" (T10) Beisatz: Maßgeblich ist, ob ein durchschnittlicher Verkehrsteilnehmer die in seiner Ausübungshandlung liegende Rechtsverletzung erkennen hätte können. (T11) TE OGH 2010-05-27 5 Ob 36/10w TE OGH 2010-07-06 1 Ob 89/10k Beisatz: Entscheidend für die Beurteilung der Redlichkeit ist ausschließlich die Rechtsausübung im Verhältnis zum Ersitzungsgegner. (T12) TE OGH 2010-12-14 3 Ob 181/10d TE OGH 2013-12-19 1 Ob 202/13g Auch; Beis wie T2 TE OGH 2014-01-23 6 Ob 235/13x Beis wie T11; Beisatz: Die Beurteilung der Frage, ob in einem bestimmten Fall die konkret zu berücksichtigenden Umstände die Qualifikation des Verhaltens des Besitzers als redlich oder unredlich fordern, hängt von den konkreten Umständen des Einzelfalls ab und stellt daher regelmäßig keine erhebliche Rechtsfrage im Sinne des § 502 Abs 1 ZPO dar. (T13)Beis wie T11; Beisatz: Die Beurteilung der Frage, ob in einem bestimmten Fall die konkret zu berücksichtigenden Umstände die Qualifikation des Verhaltens des Besitzers als redlich oder unredlich fordern, hängt von den konkreten Umständen des Einzelfalls ab und stellt daher regelmäßig keine erhebliche Rechtsfrage im Sinne des Paragraph 502, Absatz eins, ZPO dar. (T13) TE OGH 2014-03-19 7 Ob 27/14t TE OGH 2014-05-22 1 Ob 74/14k Vgl; Beis wie T7; Beis wie T8; Beis wie T13 TE OGH 2014-10-21 4 Ob 167/14h Beis wie T13; Beisatz: Dies trifft insbesondere auf die Frage zu, inwieweit Umstände geeignet sind, beim Erwerber dahingehende Zweifel hervorzurufen. (T14) TE OGH 2014-10-30 8 Ob 38/14t Vgl; Beis wie T13 TE OGH 2015-01-23 8 Ob 96/14x Beis wie T13; Beisatz: Kein unterschiedlicher Sorgfaltsmaßstab für den guten Glauben zur Ersitzung beweglicher bzw unbeweglicher Güter. (T15) TE OGH 2015-03-24 10 Ob 11/15p Vgl auch; Beis wie T13; Veröff: SZ 2015/31 TE OGH 2015-04-29 9 Ob 16/15s Beis wie T13 TE OGH 2015-10-28 9 Ob 57/15w Beis wie T11; Beisatz: Die Redlichkeit fällt grundsätzlich weg, wenn der Ersitzungsgegner im Falle einer behaupteten Wegeservitut die Benutzung des Wegs von bestimmten Bedingungen abhängig gemacht hat. So ergibt sich etwa aus einer Hinweistafel mit der (oder einer inhaltsgleichen) Aufschrift „Durchgang bis auf Widerruf gestattet“, dass die Nutzungsbefugnis ermöglicht wurde, nicht aber die Begründung eines Rechts des dadurch Begünstigten. (T16) TE OGH 2016-02-22 10 Ob 101/15y Beis wie T13; Beis wie T14 TE OGH 2016-03-31 1 Ob 38/16v Beis wie T13 TE OGH 2016-04-27 3 Ob 54/16m Auch; Beis wie T13 TE OGH 2016-08-05 2 Ob 74/16w Auch; Beis wie T14; Beisatz: Hier: Auslegung des Übergabevertrags (insbesondere die Klausel zur Zaunerrichtung) musste zumindest Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Besitzes erwecken. (T17) TE OGH 2016-08-30 4 Ob 49/16h Auch; Beisatz: Ein Verbotsschild schließt zwar in der Regel den guten Glauben an die Rechtmäßigkeit der Rechtsausübung aus. Eine andere Beurteilung kann jedoch im Einzelfall dann angebracht sein, wenn der Eigentümer in Kenntnis der verbotswidrigen Benutzung diese jahrzehntelang unbeanstandet hinnimmt. (T18) Beis wie T11; Beis wie T13 TE OGH 2016-12-20 1 Ob 226/16s Auch TE OGH 2017-07-27 4 Ob 78/17z Auch TE OGH 2018-12-19 3 Ob 216/18p TE OGH 2020-01-21 1 Ob 221/19k Beis wie T13; Beisatz: Hier: Eine Ersitzung einer Grunddienstbarkeit durch den Rechtsvorgänger scheidet aus, wenn dieser nicht im guten Glauben an die Rechtmäßigkeit der Besitzausübung sein konnte, weil weder die Fassung einer neuen Quelle noch die Verlegung einer weiteren Zuleitung von der Berechtigung nach der Regulierungsurkunde aus dem Jahr 1859 erfasst waren, sodass der Besitz unredlich ausgeübt wurde. (T19) TE OGH 2021-02-22 5 Ob 1/21i Beis wie T11; Beis wie T13; Beis wie T14; Beisatz: Hier: Im Einzelfall Redlichkeit vertretbar verneint; Schild mit Aufschrift: „Privatweg – Durchfahrt verboten“. (T20) TE OGH 2021-05-12 6 Ob 67/21b TE OGH 2021-10-21 3 Ob 125/21k Vgl; Beis nur wie T13 TE OGH 2022-11-22 4 Ob 169/22i Beis wie T13 TE OGH 2023-05-25 3 Ob 46/23w TE OGH 2023-03-28 10 Ob 8/23h vgl; Beisatz wie T13 TE OGH 2023-06-27 2 Ob 105/23i vgl; Beisatz wie T13 Beisatz: Hier: § 790 ABGB. (T21)Beisatz: Hier: Paragraph 790, ABGB. (T21) TE OGH 2024-02-13 10 Ob 20/23y Beisatz wie T13 TE OGH 2024-04-26 4 Ob 75/24v nur T13 TE OGH 2024-06-26 8 Ob 57/24a Beisatz wie T13 TE OGH 2024-10-23 9 Ob 39/24m Beisatz: Hier: Dienstbarkeit, Grundstück zum Baden, als Liege- und Spielwiese und für andere Freizeitaktivitäten zu nützen. (T22) TE OGH 2025-01-21 4 Ob 211/24v Beisatz wie T13 TE OGH 2025-01-21 4 Ob 182/24d Beisatz nur wie T7 TE OGH 2024-12-19 1 Ob 206/24m vgl; Beisatz nur wie T13 TE OGH 2025-05-28 3 Ob 44/25d TE OGH 2025-08-07 7 Ob 56/25y Beisatz wie T13; Beisatz wie T14 TE OGH 2025-09-29 4 Ob 31/25z Beisatz nur wie T11; Beisatz wie T13 TE OGH 2025-11-11 1 Ob 130/25m Beisatz wie T5 TE OGH 2025-11-26 3 Ob 145/25g Beisatz wie T13; Beisatz wie T14 European Case Law IdentifierECLI:AT:OGH0002:1974:RS0010184
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