RIS Dokument GerichtOGH RechtssatznummerRS0011074 Entscheidungsdatum27.06.2023 Geschäftszahl7Ob17/75; 7Ob519/80; 7Ob537/82; 7Ob577/83; 3Ob585/84 (3Ob586/84); 3Ob614/85; 3Ob35/86; 2Ob501/88; 3Ob559/88; 7Ob610/94; 1Ob38/97p; 2Ob48/97s; 7Ob283/99i; 6Ob23/00a; 7Ob222/00y; 8Ob88/02b; 7Ob180/10m; 5Ob180/12z; 2Ob94/12f; 8Ob20/17z; 5Ob231/20m; 1Ob58/23w NormABGB §418 Satz3 Rechtssatz1./ § 418 Satz 3 ABGB hat eine Willensdiskrepanz zwischen Grundeigentümer und Bauführer zur Voraussetzung. 2./ Die Unredlichkeit des Grundeigentümers (er lässt den Bauführer bauen, obwohl er weiß, dass dieser auf fremdem Grund baut) ist das rechtlich entscheidende Moment für den Eigentumserwerb durch den redlichen Bauführer (Scheffknecht, NZ 1954,85, insb 87 f). 3./ § 418 Satz 3 ABGB ist vor allem als Sanktion für ein unredliches Verhalten des Grundeigentümers gedacht (Ostheim, 51 f).1./ Paragraph 418, Satz 3 ABGB hat eine Willensdiskrepanz zwischen Grundeigentümer und Bauführer zur Voraussetzung. 2./ Die Unredlichkeit des Grundeigentümers (er lässt den Bauführer bauen, obwohl er weiß, dass dieser auf fremdem Grund baut) ist das rechtlich entscheidende Moment für den Eigentumserwerb durch den redlichen Bauführer (Scheffknecht, NZ 1954,85, insb 87 f). 3./ Paragraph 418, Satz 3 ABGB ist vor allem als Sanktion für ein unredliches Verhalten des Grundeigentümers gedacht (Ostheim, 51 f). EntscheidungstexteTE OGH 1975-01-30 7 Ob 17/75 Veröff: EvBl 1975/261 S 605 = QuHGZ 1977 H13,152 = NZ 1981,75 TE OGH 1980-01-31 7 Ob 519/80 nur: Die Unredlichkeit des Grundeigentümers (er lässt den Bauführer bauen, obwohl er weiß, dass dieser auf fremdem Grund baut) ist das rechtlich entscheidende Moment für den Eigentumserwerb durch den redlichen Bauführer (Scheffknecht, NZ 1954,85, insb 87 f). (T1) TE OGH 1982-07-08 7 Ob 537/82 TE OGH 1983-04-14 7 Ob 577/83 TE OGH 1984-12-12 3 Ob 585/84 Beis wie T1; Beisatz: § 418 Satz 3 ABGB ist vor allem als Sanktion für ein unredliches Verhalten des Grundeigentümers gedacht (Ostheim, 51 f). (T2) Veröff: JBl 1985,741 = NZ 1986,226 (Hofmeister)Beis wie T1; Beisatz: Paragraph 418, Satz 3 ABGB ist vor allem als Sanktion für ein unredliches Verhalten des Grundeigentümers gedacht (Ostheim, 51 f). (T2) Veröff: JBl 1985,741 = NZ 1986,226 (Hofmeister) TE OGH 1986-02-19 3 Ob 614/85 nur T1; nur T2; Beisatz: Für die Verwirkung des Eigentumsrechtes am Grund ist das Verhalten des Grundeigentümers wesentlich, der in Kenntnis seines eigenen Rechtes zusieht, wie dem Bauführer aus Unkenntnis dieses Rechtes Vermögensnachteile zu erwachsen drohen. (T3) Veröff: SZ 59/38 TE OGH 1986-07-02 3 Ob 35/86 Beis wie T1; Beis wie T2; Beis wie T3 TE OGH 1988-04-27 2 Ob 501/88 TE OGH 1989-03-15 3 Ob 559/88 Bei wie T3; Veröff: JBl 1989,582 TE OGH 1995-02-08 7 Ob 610/94 TE OGH 1997-02-25 1 Ob 38/97p Auch; nur T1; Beis wie T2; Beis wie T3 TE OGH 1999-05-20 2 Ob 48/97s TE OGH 2000-02-23 7 Ob 283/99i Auch; Beis wie T2; Beisatz: Bei einer entsprechenden Vereinbarung zwischen Grundeigentümer und Bauführer kann nicht von einem Eigentumserwerb des letzteren ausgegangen werden. (T4) TE OGH 2000-10-05 6 Ob 23/00a Auch TE OGH 2001-04-27 7 Ob 222/00y Vgl auch; Beisatz: Voraussetzung ist die Errichtung eines Gebäudes oder eines in der Wertigkeit nach der Verkehrsanschauung gleich zu haltenden Bauwerks. (T5) TE OGH 2002-05-16 8 Ob 88/02b Beis wie T2 TE OGH 2011-01-19 7 Ob 180/10m Auch; Beis ähnlich wie T4 TE OGH 2012-12-17 5 Ob 180/12z Vgl; Beis ähnlich wie T4 TE OGH 2012-12-20 2 Ob 94/12f Auch; nur T1; Beis wie T2; Auch Beis wie T3; Auch Beis wie T4; Beisatz: Hier: Keine Unredlichkeit des Grundeigentümers, da der Bauführung nur deswegen „zugesehen“ wurde, weil der Abschluss eines Pachtvertrags unterstellt bzw ins Auge gefasst war. (T6) TE OGH 2017-03-28 8 Ob 20/17z Auch; Beisatz: Ob die Voraussetzungen des § 418 Satz 3 ABGB erfüllt sind, kann nur aufgrund der Umstände des Einzelfalls beurteilt werden. (T7)Auch; Beisatz: Ob die Voraussetzungen des Paragraph 418, Satz 3 ABGB erfüllt sind, kann nur aufgrund der Umstände des Einzelfalls beurteilt werden. (T7) TE OGH 2021-07-20 5 Ob 231/20m Beis wie T7 TE OGH 2023-06-27 1 Ob 58/23w Beisatz wie T4 Beisatz: Gestattet der Grundeigentümer dem Bauführer zwar die Errichtung eines Gebäudes auf seinem Grund, will er aber – wie dies insbesondere bei der unwirksamen Vereinbarung eines Superädifikats der Fall ist – erkennbar Eigentümer der Grundfläche bleiben, kommt § 418 Satz 3 ABGB mangels „abredewidrigen Verhaltens“ des Grundeigentümers nicht zur Anwendung. (T8)Beisatz: Gestattet der Grundeigentümer dem Bauführer zwar die Errichtung eines Gebäudes auf seinem Grund, will er aber – wie dies insbesondere bei der unwirksamen Vereinbarung eines Superädifikats der Fall ist – erkennbar Eigentümer der Grundfläche bleiben, kommt Paragraph 418, Satz 3 ABGB mangels „abredewidrigen Verhaltens“ des Grundeigentümers nicht zur Anwendung. (T8) Beisatz: Für die Anwendbarkeit des § 418 Satz 3 ABGB reicht es nicht aus, wenn der Grundeigentümer bloß mit der Bauführung auf seinem Grund einverstanden ist, ohne „irgendwie“ ein (berechtigtes) Vertrauen des Bauführers auf einen (künftigen) Grunderwerb zu wecken. (T9)Beisatz: Für die Anwendbarkeit des Paragraph 418, Satz 3 ABGB reicht es nicht aus, wenn der Grundeigentümer bloß mit der Bauführung auf seinem Grund einverstanden ist, ohne „irgendwie“ ein (berechtigtes) Vertrauen des Bauführers auf einen (künftigen) Grunderwerb zu wecken. (T9) European Case Law IdentifierECLI:AT:OGH0002:1975:RS0011074
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