RIS Dokument GerichtOGH RechtssatznummerRS0089007 Entscheidungsdatum31.01.1995 Geschäftszahl13Os24/75; 13Os81/75; 11Os38/76; 13Os87/76; 13Os143/76; 11Os146/76; 13Os164/77; 13Os177/77; 9Os167/77; 12Os25/80; 9Os103/80; 10Os119/80; 10Os121/80; 10Os44/81; 10Os70/81; 12Os108/81; 12Os185/81; 11Os119/82; 10Os20/83; 9Os97/83; 10Os174/83; 12Os145/83; 10Os162/83; 10Os5/84; 12Os176/84; 9Os86/85; 9Os110/86; 11Os114/86; 13Os120/86; 11Os75/89 (11Os76/89); 11Os141/91; 15Os144/91; 14Os156/94 NormStGB §5 Abs1 B StGB §6 B RechtssatzDer Umstand, dass der Täter die Möglichkeit der Tatbildverwirklichung ernst nimmt (= als naheliegend ansieht), kann gleichermaßen Ausgangspunkt für (bedingt) vorsätzliches wie für (bewusst) fahrlässiges Handeln sein. Diese beiden Schuldformen unterscheiden sich erst in der Fortsetzung des Willensbildungsprozesses dadurch, dass der Täter im einen Fall sich dennoch zur Tat entschließt, weil er einen das Tatbild verwirklichenden Ablauf der Ereignisse hinzunehmen gewillt ist, im anderen Fall aber im - wenn auch leichtfertigen - Vertrauen darauf handelt, den verpönten Erfolg nicht herbeizuführen. EntscheidungstexteTE OGH 1975-04-18 13 Os 24/75 Veröff: EvBl 1975/282 S 636 TE OGH 1975-09-18 13 Os 81/75 Vgl auch; Beisatz: Bewußte Fahrlässigkeit, wenn der Täter, wenn auch leichtfertig, hofft, der einem Tatbild entsprechende Sachverhalt werde nicht verwirklicht. (T1) TE OGH 1976-05-14 11 Os 38/76 TE OGH 1976-09-09 13 Os 87/76 Vgl; Beisatz: Bewußte Fahrlässigkeit liegt auch vor, wenn der Täter innerlich zu den als möglich erkannten Folgen der Tat nicht Stellung bezieht. (T2) Veröff: SSt 47/44 TE OGH 1976-10-21 13 Os 143/76 Veröff: SSt 47/62 TE OGH 1976-11-17 11 Os 146/76 TE OGH 1977-10-24 13 Os 164/77 TE OGH 1977-12-14 13 Os 177/77 TE OGH 1977-12-13 9 Os 167/77 TE OGH 1980-03-06 12 Os 25/80 TE OGH 1980-08-13 9 Os 103/80 Ähnlich TE OGH 1980-09-09 10 Os 119/80 Vgl auch TE OGH 1980-09-30 10 Os 121/80 Vgl auch; Veröff: EvBl 1981/138 S 402 TE OGH 1981-03-31 10 Os 44/81 Vgl auch TE OGH 1981-05-05 10 Os 70/81 TE OGH 1981-08-20 12 Os 108/81 nur: Der Umstand, daß der Täter die Möglichkeit der Tatbildverwirklichung ernst nimmt (= als naheliegend ansieht), kann gleichermaßen Ausgangspunkt für (bedingt) vorsätzliches wie für (bewußt) fahrlässiges Handeln sein. (T3) TE OGH 1982-01-28 12 Os 185/81 Veröff: JBl 1982,437 TE OGH 1982-09-08 11 Os 119/82 Vgl auch; Veröff: EvBl 1983/58 S 219 TE OGH 1983-03-29 10 Os 20/83 Vgl auch TE OGH 1983-07-01 9 Os 97/83 TE OGH 1983-10-25 10 Os 174/83 Vgl auch TE OGH 1983-12-01 12 Os 145/83 Vgl auch TE OGH 1983-11-15 10 Os 162/83 Vgl auch TE OGH 1984-02-03 10 Os 5/84 Vgl auch TE OGH 1985-01-24 12 Os 176/84 Vgl auch TE OGH 1985-05-29 9 Os 86/85 Vgl auch TE OGH 1986-07-31 9 Os 110/86 Vgl auch TE OGH 1986-08-14 11 Os 114/86 TE OGH 1986-10-16 13 Os 120/86 Vgl auch; Beisatz: Für die Annahme vorsätzlichen Handelns ist nicht nur die Vorstellung des Täters von der Ernstlichkeit der Gefahr für das geschützte Rechtsobjekt (Wissenskomponente), sondern auch das Vorliegen der erforderlichen Willensrelation zwischen dem Täterverhalten und der Tatbestandsverwirklichung (bezogen auf den Zeitpunkt der Tathandlung) wesentlich (Willenskomponente). (T4) TE OGH 1990-06-01 11 Os 75/89 Vgl auch; Veröff: JBl 1991,465 TE OGH 1991-11-29 11 Os 141/91 nur: Im anderen Fall aber im - wenn auch leichtfertigen - Vertrauen darauf handelt, den verpönten Erfolg nicht herbeizuführen. (T5) TE OGH 1992-02-06 15 Os 144/91 Vgl auch TE OGH 1995-01-31 14 Os 156/94 Vgl; Beisatz: Daß der Angeklagte "ernsthaft" mit der Rückzahlungsunfähigkeit "rechnen mußte", umschreibt lediglich eine Fahrlässigkeitsschuld. (T6) European Case Law IdentifierECLI:AT:OGH0002:1975:RS0089007
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