RIS Dokument GerichtOGH RechtssatznummerRS0091333 Entscheidungsdatum29.07.1975 Geschäftszahl13Os64/75; 9Os56/75; 12Os115/75; 12Os94/75; 12Os137/75; 11Os65/75; 13Os149/75; 10Os126/75; 10Os156/75; 11Os33/76; 11Os31/76; 13Os116/76; 9Os114/76; 9Os4/77; 10Os76/77 (10Os77/77); 13Os153/77; 13Os158/78; 12Os15/80; 9Os90/80; 12Os47/81; 10Os155/82; 13Os143/82; 13Os187/82; 10Os31/83; 10Os170/84; 9Os20/85; 10Os85/86; 9Os113/86; 11Os132/87; 12Os74/89 (12Os75/89); 15Os50/90 (15Os51/90); 15Os81/90; 14Os140/90; 15Os8/93; 15Os49/95; 13Os84/99; 12Os55/04; 14Os153/04; 11Os93/05v; 11Os82/05a; 12Os84/05b; 14Os128/05p; 11Os124/06d; 11Os120/06s; 11Os142/07b; 13Os147/08d; 13Os44/09h; 14Os82/14m; 13Os39/21s; 11Os105/21g NormStGB §39 RechtssatzDie Bestimmung des § 39 StGB bewirkt keine Veränderung der Strafsätze. Es handelt sich bei ihr bloß um eine fakultativ anzuwendende Strafbemessungsvorschrift.Die Bestimmung des Paragraph 39, StGB bewirkt keine Veränderung der Strafsätze. Es handelt sich bei ihr bloß um eine fakultativ anzuwendende Strafbemessungsvorschrift. EntscheidungstexteTE OGH 1975-07-29 13 Os 64/75 Verstärkter Senat; Veröff: EvBl 1975/268 S 609 = SSt 46/40 = JBl 1976,269 (Anmerkung Liebscher) = RZ 1975/94 S 203 (Nowakowski, Eine Entscheidungsbesprechung, 192) TE OGH 1975-09-17 9 Os 56/75 Beisatz: Sachliches Gegenstück zur außerordentlichen Strafmilderung (siehe auch die Gleichstellung in § 281 Abs 1 Z 11; § 245 Abs 1 Z 13 StPO). (T1)Beisatz: Sachliches Gegenstück zur außerordentlichen Strafmilderung (siehe auch die Gleichstellung in Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 11,; Paragraph 245, Absatz eins, Ziffer 13, StPO). (T1) TE OGH 1975-10-14 12 Os 115/75 TE OGH 1975-10-14 12 Os 94/75 TE OGH 1975-10-14 12 Os 137/75 Beisatz: Tatbegehung im Rückfall als persönliche Eigenschaft des Täters (und nicht Qualifikation der Tat) (siehe jedoch 13 Os 149/75 - umseits). (T2) TE OGH 1975-10-21 11 Os 65/75 Beisatz: Allgemeiner Erschwerungsgrund, der als solcher nicht in die an die Geschwornen zu richtenden Fragen und auch nicht in deren Wahrspruch gehört, weshalb er auch nicht in der Rechtsbelehrung erörtert werden muss. (T3) TE OGH 1975-11-13 13 Os 149/75 Beisatz: Ablehnung der Anfechtung als Nichtigkeit gemäß § 281 Abs 1 Z 10 StPO jedoch aus anderen Gründen als zu 12 Os 137/
- (T4) Veröff: RZ 1975/95 S 205Beisatz: Ablehnung der Anfechtung als Nichtigkeit gemäß Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 10, StPO jedoch aus anderen Gründen als zu 12 Os 137/
- (T4) Veröff: RZ 1975/95 S 205 TE OGH 1975-11-04 10 Os 126/75 TE OGH 1975-12-02 10 Os 156/75 TE OGH 1976-05-07 11 Os 33/76 Vgl auch; Beisatz: § 39 StGB wirkt nicht tatqualifizierend. (T5)Vgl auch; Beisatz: Paragraph 39, StGB wirkt nicht tatqualifizierend. (T5) TE OGH 1976-05-28 11 Os 31/76 Vgl; Beisatz: Rückfall im Sinne des § 198 Abs 2 StGB ist mit eigener Strafdrohung bedroht. (T6)Vgl; Beisatz: Rückfall im Sinne des Paragraph 198, Absatz 2, StGB ist mit eigener Strafdrohung bedroht. (T6) TE OGH 1976-09-16 13 Os 116/76 Beisatz: Eine andere Auslegung wäre eine ohne zwingenden Grund ausdehnende Interpretation in malam partem. (T7) TE OGH 1976-10-27 9 Os 114/76 TE OGH 1977-03-15 9 Os 4/77 TE OGH 1977-06-22 10 Os 76/77 Veröff: RZ 1977/99 S 197 (mit Anmerkung der Redaktion) TE OGH 1977-11-22 13 Os 153/77 TE OGH 1978-11-24 13 Os 158/78 TE OGH 1980-04-17 12 Os 15/80 TE OGH 1980-09-04 9 Os 90/80 TE OGH 1981-08-13 12 Os 47/81 TE OGH 1982-03-30 10 Os 155/82 TE OGH 1982-10-28 13 Os 143/82 Veröff: RZ 1983/47 S 194 TE OGH 1983-01-13 13 Os 187/82 TE OGH 1983-04-12 10 Os 31/83 Vgl auch; Veröff: RZ 1984/78 S 237 TE OGH 1984-10-09 10 Os 170/84 TE OGH 1985-02-13 9 Os 20/85 Veröff: JBl 1985,565 TE OGH 1986-09-02 10 Os 85/86 TE OGH 1986-09-24 9 Os 113/86 TE OGH 1987-10-20 11 Os 132/87 TE OGH 1989-09-21 12 Os 74/89 Beisatz: Wenn daher das Gesetz von der "Anordnung" einer bestimmten Freiheitsstrafe oder davon spricht , dass eine bestimmte Freiheitsstrafe "angedroht" oder eine strafbare Handlung mit einer bestimmten Freiheitsstrafe "bedroht" ist (zum Beispiel § 8 Abs 3 aF und nF; § 9 Abs 1 Z 1; § 13 Abs 2 Z 1 aF und nF; § 14 Abs 1 Z 11 StPO; § 21 Abs 1; § 37 Abs 1 und 2; § 39 Abs 1; § 41; § 43 Abs 1; § 57; § 164 Abs 3; § 297 Abs 1 StGB), so sind darunter ausschließlich die bei den einzelnen Straftatbeständen des Besonderen Teiles des Strafgesetzbuches und in strafrechtlichen Nebengesetzen vorgesehenen Strafdrohungen zu verstehen. (T8) Veröff: EvBl 1990/19 S 88 = SSt 60/60 = RZ 1990/22 S 50Beisatz: Wenn daher das Gesetz von der "Anordnung" einer bestimmten Freiheitsstrafe oder davon spricht , dass eine bestimmte Freiheitsstrafe "angedroht" oder eine strafbare Handlung mit einer bestimmten Freiheitsstrafe "bedroht" ist (zum Beispiel Paragraph 8, Absatz 3, aF und nF; Paragraph 9, Absatz eins, Ziffer eins,; Paragraph 13, Absatz 2, Ziffer eins, aF und nF; Paragraph 14, Absatz eins, Ziffer 11, StPO; Paragraph 21, Absatz eins,; Paragraph 37, Absatz eins und 2; Paragraph 39, Absatz eins,; Paragraph 41,; Paragraph 43, Absatz eins,; Paragraph 57,; Paragraph 164, Absatz 3,; Paragraph 297, Absatz eins, StGB), so sind darunter ausschließlich die bei den einzelnen Straftatbeständen des Besonderen Teiles des Strafgesetzbuches und in strafrechtlichen Nebengesetzen vorgesehenen Strafdrohungen zu verstehen. (T8) Veröff: EvBl 1990/19 S 88 = SSt 60/60 = RZ 1990/22 S 50 TE OGH 1990-05-15 15 Os 50/90 nur: Es handelt sich bei ihr bloß um eine fakultativ anzuwendende Strafbemessungsvorschrift. (T9) TE OGH 1990-08-07 15 Os 81/90 nur T9 TE OGH 1991-03-12 14 Os 140/90 nur T9 TE OGH 1993-02-11 15 Os 8/93 TE OGH 1995-04-20 15 Os 49/95 nur T9 TE OGH 1999-06-30 13 Os 84/99 TE OGH 2004-11-04 12 Os 55/04 TE OGH 2005-02-15 14 Os 153/04 Vgl TE OGH 2005-09-27 11 Os 93/05v Vgl auch TE OGH 2005-09-27 11 Os 82/05a Vgl auch TE OGH 2005-10-06 12 Os 84/05b Auch TE OGH 2006-01-17 14 Os 128/05p Vgl auch TE OGH 2006-12-19 11 Os 124/06d TE OGH 2006-12-19 11 Os 120/06s TE OGH 2007-12-18 11 Os 142/07b TE OGH 2008-11-05 13 Os 147/08d TE OGH 2009-07-23 13 Os 44/09h Vgl aber; Beisatz: Seit Neufassung der Z 11 durch BGBI 1987/605 ist das Argument (nämlich die davor geltende Textierung der Z 11) für die (prozessual) restriktive Haltung in Bezug auf §§ 39, 313 StGB weggefallen, sodass nun - wie bei den anderen Strafrahmenbestimmungen - aus Z 11 erster Fall zwanglos auch die Situation erfasst werden kann, dass das Schöffengericht ohne Vorliegen der Voraussetzungen für eine Strafschärfung rechtsirrig einen erweiterten Strafrahmen für zulässig angesehen hat: Dann kann nämlich nicht ausgeschlossen werden, dass auch die Sanktion in Relation dazu ausgemessen wurde. Für das materielle Recht folgt daraus keineswegs, dass bei Vorliegen der Voraussetzungen für eine Strafschärfung, entgegen der Ansicht des verstärkten Senats, die Sanktion mit Blick auf den solcherart erweiterten Strafrahmen bemessen werden muss. Zieht das Schöffengericht trotzdem einen solchen Schluss und hält man dies mit der Entscheidung des verstärkten Senats für unangebracht, überschreitet es allerdings nicht seine Strafbefugnis, verstößt vielmehr bloß gegen Vorschriften über die Strafbemessung (also die zweite Rechtsnatur der §§ 39, 313 StGB) - allerdings nicht „in unvertretbarer Weise" - sodass auch Nichtigkeit aus Z 11 dritter Fall ausscheidet. (T10); Beisatz: Ist das Schöffengericht - sei es auch aufgrund einer Fehleinschätzung über das Vorliegen der Voraussetzungen der §§ 39, 313 StGB - verfehlt von einer erweiterten Strafbefugnis ausgegangen, steht Z 11 erster Fall selbst dann offen, wenn die ausgemessene Strafe innerhalb des zutreffenden Rahmens liegt. Hat es bei der Sanktionsfindung umgekehrt trotz vorliegender Voraussetzungen keine erweiterte Sanktionsbefugnis in Rechnung gestellt, ist Z 11 erster Fall hingegen - schon aus prozessualen Gründen (SSt46/40 sieht darin für §§ 39, 313 StGB ohnehin die materiellrechtlich zutreffende Lösung) - nicht anzunehmen (WK-StPO § 281 Rz 666-668c). (T11); Bem: Grundlegende Auseinandersetzung mit SSt 46/40 (verst Senat: § 39 StGB als „fakultative Strafbemessungsvorschrift"); dogmatische Klarstellungen. (T12)Vgl aber; Beisatz: Seit Neufassung der Ziffer 11, durch BGBI 1987/605 ist das Argument (nämlich die davor geltende Textierung der Ziffer 11,) für die (prozessual) restriktive Haltung in Bezug auf Paragraphen 39, 313, StGB weggefallen, sodass nun - wie bei den anderen Strafrahmenbestimmungen - aus Ziffer 11, erster Fall zwanglos auch die Situation erfasst werden kann, dass das Schöffengericht ohne Vorliegen der Voraussetzungen für eine Strafschärfung rechtsirrig einen erweiterten Strafrahmen für zulässig angesehen hat: Dann kann nämlich nicht ausgeschlossen werden, dass auch die Sanktion in Relation dazu ausgemessen wurde. Für das materielle Recht folgt daraus keineswegs, dass bei Vorliegen der Voraussetzungen für eine Strafschärfung, entgegen der Ansicht des verstärkten Senats, die Sanktion mit Blick auf den solcherart erweiterten Strafrahmen bemessen werden muss. Zieht das Schöffengericht trotzdem einen solchen Schluss und hält man dies mit der Entscheidung des verstärkten Senats für unangebracht, überschreitet es allerdings nicht seine Strafbefugnis, verstößt vielmehr bloß gegen Vorschriften über die Strafbemessung (also die zweite Rechtsnatur der Paragraphen 39, 313, StGB) - allerdings nicht „in unvertretbarer Weise" - sodass auch Nichtigkeit aus Ziffer 11, dritter Fall ausscheidet. (T10); Beisatz: Ist das Schöffengericht - sei es auch aufgrund einer Fehleinschätzung über das Vorliegen der Voraussetzungen der Paragraphen 39, 313, StGB - verfehlt von einer erweiterten Strafbefugnis ausgegangen, steht Ziffer 11, erster Fall selbst dann offen, wenn die ausgemessene Strafe innerhalb des zutreffenden Rahmens liegt. Hat es bei der Sanktionsfindung umgekehrt trotz vorliegender Voraussetzungen keine erweiterte Sanktionsbefugnis in Rechnung gestellt, ist Ziffer 11, erster Fall hingegen - schon aus prozessualen Gründen (SSt46/40 sieht darin für Paragraphen 39, 313, StGB ohnehin die materiellrechtlich zutreffende Lösung) - nicht anzunehmen (WK-StPO Paragraph 281, Rz 666-668c). (T11); Bem: Grundlegende Auseinandersetzung mit SSt 46/40 (verst Senat: Paragraph 39, StGB als „fakultative Strafbemessungsvorschrift"); dogmatische Klarstellungen. (T12) TE OGH 2014-09-11 14 Os 82/14m Auch; Beis wie T10 TE OGH 2021-06-07 13 Os 39/21s Vgl; Beisatz: Das Gewaltschutzgesetz 2019 BGBl I 2019/105 hat aus § 39 StGB eine reine Strafrahmenvorschrift gemacht. Hievon ausgehend ist – im Unterschied zur früheren Rechtslage (RIS-Justiz RS0125294) – Nichtigkeit aus Z 11 erster Fall auch dann gegeben, wenn das Gericht eine Strafrahmenerweiterung nach § 39 StGB zu Unrecht verneint hat. (T13)Vgl; Beisatz: Das Gewaltschutzgesetz 2019 BGBl römisch eins 2019/105 hat aus Paragraph 39, StGB eine reine Strafrahmenvorschrift gemacht. Hievon ausgehend ist – im Unterschied zur früheren Rechtslage (RIS-Justiz RS0125294) – Nichtigkeit aus Ziffer 11, erster Fall auch dann gegeben, wenn das Gericht eine Strafrahmenerweiterung nach Paragraph 39, StGB zu Unrecht verneint hat. (T13) TE OGH 2021-09-14 11 Os 105/21g Vgl European Case Law IdentifierECLI:AT:OGH0002:1975:RS0091333