RIS Dokument GerichtOGH RechtssatznummerRS0021518 Entscheidungsdatum20.02.2026 Geschäftszahl4Ob69/76; 4Ob20/78; 4Ob73/78; 4Ob81/78; 7Ob529/81; 4Ob518/81; 4Ob104/80; 4Ob143/80; 4Ob45/81; 4Ob51/81; 4Ob8/81 (4Ob9/81); 4Ob38/83; 4Ob93/83; 4Ob165/85; 4Ob106/85 (4Ob107/85); 14ObA46/87; 9ObA52/88; 9ObA48/88; 9ObA108/88; 9ObA182/88; 7Ob48/88; 9ObA292/88; 9ObA219/89; 9ObA289/90; 9ObA35/91; 9Ob902/91; 9ObA99/91; 9ObA225/91; 9ObA210/93; 8ObA240/95; 9ObA189/95; 9ObA54/97z; 8ObA2158/96b; 8ObA2347/96x; 8ObA38/99t; 9ObA10/99g; 8ObA26/99b; 9ObA55/00d; 9ObA7/00w; 8ObS204/00h; 8ObA163/01f; 8ObA95/01f; 9ObA296/01x; 8ObA207/01a; 8ObA135/02i; 8ObA45/03f; 8ObA86/03k; 7Ob40/05s; 9ObA171/05w; 9ObA110/06a; 8ObS2/07p; 9ObA165/07s; 9ObA176/07h; 8ObA55/07g; 8ObA57/09d; 9Ob69/11d; 9ObA16/12m; 9ObA53/13d; 9ObA46/13z; 9ObA103/14h; 8ObA58/14h; 4Ob37/16v; 9ObA40/16x; 9ObA120/15k; 9ObA50/18w; 9ObA65/18a; 9ObA43/20v; 8ObS2/21h; 9ObA15/23f; 8ObS4/24g; 9ObA37/25v; 8ObA2/26s NormABGB §1151 IA ABGB §1151 IC RechtssatzDer freie Dienstvertrag unterscheidet sich vom (echten) Dienstvertrag im Sinne der §§ 1151 ff ABGB besonders durch die Möglichkeit, den Ablauf der Arbeit selbst zu regeln und jederzeit zu ändern, also durch das Fehlen der persönlichen Abhängigkeit und Weisungsgebundenheit.Der freie Dienstvertrag unterscheidet sich vom (echten) Dienstvertrag im Sinne der Paragraphen 1151, ff ABGB besonders durch die Möglichkeit, den Ablauf der Arbeit selbst zu regeln und jederzeit zu ändern, also durch das Fehlen der persönlichen Abhängigkeit und Weisungsgebundenheit. EntscheidungstexteTE OGH 1976-11-09 4 Ob 69/76 Veröff: EvBl 1977/112 S 239 = Arb 9538 = ZAS 1978/8 S 53 (mit Anmerkung von Buchsbaum) TE OGH 1978-06-27 4 Ob 20/78 Beisatz: Hier: Lektoratsleistungen und Dramaturgieleistungen für den ORF. (T1) TE OGH 1978-09-05 4 Ob 73/78 Veröff: Arb 9714 TE OGH 1978-12-19 4 Ob 81/78 Ähnlich; Beisatz: Ob von einem Recht, Arbeitsleistungen nicht zu erbringen aus Interesse am Verdienst faktisch nicht Gebrauch gemacht wurde, ist nicht entscheidend. (T2) TE OGH 1981-03-05 7 Ob 529/81 Veröff: SZ 54/30 TE OGH 1981-04-07 4 Ob 518/81 Veröff: Arb 10025 TE OGH 1981-05-19 4 Ob 104/80 Beisatz: Insbesonders wenn die Parteien beabsichtigt haben, das Verhältnis so unabhängig und frei wie nur möglich zu gestalten. (so schon Arb 6487). (T3) Veröff: SZ 54/75 = EvBl 1982/24 S 72 = JBl 1982,500 = Arb 9972 = ZAS 1982,10 (mit Anmerkung Tomandl) TE OGH 1981-09-15 4 Ob 143/80 TE OGH 1981-09-29 4 Ob 45/81 Veröff: ZAS 1983,29 (zustimmend Wachter) = Arb 10055 TE OGH 1981-11-17 4 Ob 51/81 Beisatz: Regisseur beim ORF. (T4) Veröff: JBl 1982,552 = Arb 10060 TE OGH 1982-03-16 4 Ob 8/81 Beisatz: Rundfunkmitarbeiter (T5) Veröff: Arb 10096 = DRdA 1985,395 (Wachter) TE OGH 1983-04-26 4 Ob 38/83 Veröff: Arb 10248 = JBl 1085,57 TE OGH 1983-09-20 4 Ob 93/83 Ähnlich; Beisatz: Hier: Vertrag zweier Rechtsanwälte. (T6) Veröff: DRdA 1984,442 (Wachter) TE OGH 1986-11-04 4 Ob 165/85 Auch; Veröff: SZ 59/191 = Arb 10564 = ZAS 1989,194 (siehe Bernd Oberhofer 181) TE OGH 1986-12-02 4 Ob 106/85 Veröff: JBl 1987,332 TE OGH 1988-01-13 14 ObA 46/87 Veröff: Arb 10697 TE OGH 1988-04-13 9 ObA 52/88 Auch; Veröff: RdW 1989,29 = ZAS 1989,136 (Schöffl) TE OGH 1988-05-11 9 ObA 48/88 Veröff: Arb 10741 TE OGH 1988-06-15 9 ObA 108/88 TE OGH 1988-08-31 9 ObA 182/88 Veröff: Arb 10779 TE OGH 1989-01-19 7 Ob 48/88 Auch; Veröff: SZ 62/8 = VersR 1989,1179 = Arb 10741 = VersRdSch 1989,348 TE OGH 1989-04-05 9 ObA 292/88 TE OGH 1989-09-27 9 ObA 219/89 Beisatz: Die Besonderheiten der journalistischen Tätigkeit sind zu berücksichtigen. (T7) Veröff: MR 1990,32 = WBl 1990,77 TE OGH 1990-11-07 9 ObA 289/90 Auch; Beisatz: § 48 ASGG (T8) Auch; Beisatz: Paragraph 48, ASGG (T8) Veröff: MR 1991,242 TE OGH 1991-04-10 9 ObA 35/91 Auch; Beis wie T8; Beisatz: Soweit der Verwaltungsgerichtshof in der Entscheidung ecolex 1990, 183 bei der Beurteilung, ob ein Arbeitsverhältnis vorliegt, auf andere Kriterien als die persönliche Abhängigkeit abstellte, vermag ihm der OGH nicht zu folgen. (T9) Veröff: ecolex 1991,556 TE OGH 1991-06-19 9 Ob 902/91 Veröff: EvBl 1991/194 S 825 = RdW 1991,367 = Arb 10944 TE OGH 1991-08-28 9 ObA 99/91 Vgl auch; Beisatz: Hier: Notarzt - freier Dienstvertrag. (T10) Veröff: Arb 10954 TE OGH 1991-12-18 9 ObA 225/91 Auch; Beisatz: Auch die Gebundenheit an einen vorgegebenen Terminplan spricht nicht für die persönliche Abhängigkeit. (Hier: Unternehmensberater). (T11) TE OGH 1993-10-29 9 ObA 210/93 Vgl auch; Beis wie T8; Beisatz: Hier: Freiberufliche Anästhesistin in einer Tagesklinik. (T12) TE OGH 1995-09-14 8 ObA 240/95 Beis wie T8 TE OGH 1995-12-20 9 ObA 189/95 TE OGH 1997-03-26 9 ObA 54/97z Veröff: SZ 70/52 TE OGH 1997-06-26 8 ObA 2158/96b TE OGH 1997-08-28 8 ObA 2347/96x Veröff: SZ 70/167 TE OGH 1999-02-25 8 ObA 38/99t Auch; Beisatz: Hier: "Werbeleiter" für eine karitative Organisation. (T13) TE OGH 1999-05-05 9 ObA 10/99g Beisatz: Hier: Sprachlehrer in einer privaten Sprachschule. (T14) TE OGH 1999-07-08 8 ObA 26/99b Vgl; Beisatz: Die Pflicht seine Arbeitskraft kontinuierlich zur Verfügung zu stellen spricht ebenso wie die Vereinbarung einer monatsweisen Entlohnung für das Vorliegen eines echten Arbeitsvertrages. (T15) Beisatz: Die Möglichkeit Hilfstätigkeiten zu substituieren indiziert für sich allein noch nicht das Vorliegen eines freien Dienstvertrages. (T16) TE OGH 2000-04-05 9 ObA 55/00d Vgl auch; Beisatz: Diverse Berichtspflichten sind kein Hinweis für eine laufende Kontrolle unter persönlicher Abhängigkeit. Es handelt sich dabei um in der Natur der Tätigkeit liegende Weisungen über die Art der Ausführung. (T17) TE OGH 2000-06-14 9 ObA 7/00w TE OGH 2000-11-09 8 ObS 204/00h TE OGH 2001-07-05 8 ObA 163/01f TE OGH 2001-11-15 8 ObA 95/01f Beisatz: Hier: Wohnungseigentümer, der Aufzugswartung übernimmt. (T18) TE OGH 2002-02-20 9 ObA 296/01x Vgl auch; Beisatz: Mangels Arbeitsverpflichtung des Klägers kann der Rahmenvertrag selbst weder ein Arbeitsvertrag noch eine freier Dienstvertrag oder ein Werkvertrag sein, insbesondere, wenn auch keine Pflicht des Klägers zur Einsatzbereitschaft besteht. (T19) TE OGH 2002-04-18 8 ObA 207/01a Beisatz: Hier: Freier Dienstvertrag einer Ärztin. (T20) TE OGH 2002-12-19 8 ObA 135/02i Vgl auch; Beisatz: Eine Teilung des Arbeitsvertrages in ein abhängiges Arbeitsverhältnis mit Fixgehalt und freien Dienstvertrag gegen Provision durch Abschluss zweier Verträge von formell zwei verschiedenen Gesellschaften derselben Unternehmensgruppe ist unzulässig. Es hat sich in Wahrheit um einen einheitlichen Vertrag gehandelt, der nur in Umgehungsabsicht entgegen dem Wunsche des Arbeitnehmers zu dessen überwiegenden Nachteil in zwei Verträge aufgeteilt wurde. (T21) Beisatz: Aus dem tatsächlich einheitlichen Arbeitsvertrag gelangt man zu einer Solidarhaftung beider Gesellschaften für alle Ansprüche des Arbeitnehmers aus diesem Vertrag. (T22) TE OGH 2003-10-30 8 ObA 45/03f Auch; Beisatz: Bei der Beurteilung der Weisungsunterworfenheit als entscheidendes Kriterium der persönlichen Abhängigkeit ist der Unterschied zwischen persönlichen und sachlichen Weisungen zu berücksichtigen. Sachliche Weisungen kommen auch bei Werkverträgen oder Dauerschuldverhältnissen ohne echten Arbeitsvertragscharakter vor. Unter persönlichen Weisungen hingegen versteht man Weisungen, die die persönliche Gestaltung der Dienstleistung zum Gegenstand haben und die, soweit sie berechtigt nach dem Vertragsinhalt erteilt werden, die eigene Gestaltungsfreiheit bei der Erbringung der Dienstleistung weitgehend ausschalten. (T23) Beisatz: Hier: Zeitungs- und Werbemittelzusteller. (T24) TE OGH 2003-11-13 8 ObA 86/03k Auch; Beisatz: Ebenso unterscheidet sich der Werkvertrag durch die persönliche Abhängigkeit des Arbeitnehmers vom Arbeitgeber. (T25) Veröff: SZ 2003/145 TE OGH 2005-06-08 7 Ob 40/05s Vgl auch; Beis wie T23 TE OGH 2006-11-15 9 ObA 171/05w Vgl auch TE OGH 2006-11-15 9 ObA 110/06a Beis wie T2; Beisatz: Hier: Freie Journalistin. (T26) TE OGH 2007-01-31 8 ObS 2/07p TE OGH 2007-11-28 9 ObA 165/07s Auch; Beis ähnlich wie T23; Beisatz: Die Möglichkeit der Erteilung sachlicher Weisungen, die der Abgrenzung des Leistungsgegenstandes dienen, ist mit freien Dienstverträgen keineswegs unvereinbar. (T27) TE OGH 2008-03-03 9 ObA 176/07h Vgl auch TE OGH 2008-07-10 8 ObA 55/07g Auch; Beisatz: Für den freien Dienstvertrag ist die Möglichkeit charakteristisch, den Ablauf der Arbeit selbst zu gestalten, also ohne Bindung an bestimmte Arbeitszeiten und an jene Weisungen, die für den Arbeitsvertrag prägend sind, und die selbst gewählte Gestaltung auch jederzeit wieder zu ändern. (T28) Beisatz: Die Vereinbarung einer generellen Vertretungsbefugnis spricht nur dann gegen die persönliche Abhängigkeit, wenn das Vertretungsrecht tatsächlich genutzt wird oder bei objektiver Betrachtung zu erwarten ist, dass eine solche Nutzung erfolgt. (T29) Beis wie T23; Beisatz: Im gegenständlichen Fall wurde das Vorliegen einer persönlichen Abhängigkeit bei einem Arzt für Allgemeinmedizin, der auch in zwei Justizanstalten als Arzt tätig war, verneint und dessen Vertragsverhältnis als freier Dienstvertrag qualifiziert. (T30) Beisatz: Weisungen des Anstaltsleiters in Bezug auf die Sicherheit und Ordnung der Justizanstalt stellen schon deshalb keine „persönlichen Weisungen" dar, weil diesen sämtliche in der Justizanstalt aufhältige Personen unterworfen sind, unabhängig davon, ob sie überhaupt in einem Vertragsverhältnis zur beklagten Partei stehen. (T31) Beisatz: Erfordert die Erfüllung hoheitlicher Aufgaben eine besondere sachliche Ausstattung (hier: gesetzliche Verpflichtung, eine Justizanstalt auch mit den erforderlichen, der medizinischen Versorgung der Insassen dienenden Einrichtungen auszustatten: §§ 66 ff StVG), kann dem Umstand, dass die vorhandenen Mittel auch tatsächlich genutzt werden, keine wesentliche Indizwirkung für die Frage der Abgrenzung des echten Arbeitsvertrags vom freien Dienstvertrag zukommen. (T32)Beisatz: Erfordert die Erfüllung hoheitlicher Aufgaben eine besondere sachliche Ausstattung (hier: gesetzliche Verpflichtung, eine Justizanstalt auch mit den erforderlichen, der medizinischen Versorgung der Insassen dienenden Einrichtungen auszustatten: Paragraphen 66, ff StVG), kann dem Umstand, dass die vorhandenen Mittel auch tatsächlich genutzt werden, keine wesentliche Indizwirkung für die Frage der Abgrenzung des echten Arbeitsvertrags vom freien Dienstvertrag zukommen. (T32) TE OGH 2010-03-23 8 ObA 57/09d Auch; Beisatz: Hier: Vortragende in Kursen eines Privatinstituts zur Erwachsenenbildung. (T33) Beisatz: Die Vorgabe eines bestimmten Kursinhalts und definierter Kursziele, die Verwendung beigestellter Lehrmittel und die Abhaltung der Kurse in den Räumen des Veranstalters liegt in der Natur vergleichbarer Tätigkeiten; derartige Umstände sind daher für sich allein nicht geeignet, die persönliche Abhängigkeit des Vortragenden zu begründen. (T34) TE OGH 2012-05-29 9 Ob 69/11d Vgl auch TE OGH 2012-11-26 9 ObA 16/12m Vgl auch; Vgl auch Beis wie T29; Beisatz: Hier: Hebamme. (T35) TE OGH 2013-05-29 9 ObA 53/13d Auch TE OGH 2013-07-24 9 ObA 46/13z Auch TE OGH 2014-09-25 9 ObA 103/14h Auch TE OGH 2014-09-29 8 ObA 58/14h Auch TE OGH 2016-03-30 4 Ob 37/16v TE OGH 2016-06-24 9 ObA 40/16x Beis wie T3 TE OGH 2016-09-29 9 ObA 120/15k Auch; Beis wie T3 TE OGH 2018-06-28 9 ObA 50/18w TE OGH 2018-06-28 9 ObA 65/18a Auch TE OGH 2020-11-25 9 ObA 43/20v Vgl; Beis wie T23; Beisatz: Hier: redaktionelle Mitarbeiterin. (T36) TE OGH 2021-02-23 8 ObS 2/21h Vgl; Beisatz: Hier: Die Eigenschaft als freier Dienstnehmer im Sinn dieser Bestimmung ist durch die Verpflichtung zur dauerhaften, regelmäßig wiederkehrenden, im Wesentlichen persönlichen Erbringung von Dienstleistungen aufgrund eines freien Dienstvertrags, ohne persönliche Abhängigkeit charakterisiert. (T37) TE OGH 2023-07-26 9 ObA 15/23f vgl; Beisatz wie T28 TE OGH 2025-02-27 8 ObS 4/24g vgl TE OGH 2025-06-25 9 ObA 37/25v Beisatz wie T28 TE OGH 2026-02-20 8 ObA 2/26s Beisatz wie T28 European Case Law IdentifierECLI:AT:OGH0002:1976:RS0021518
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