RIS Dokument GerichtOGH RechtssatznummerRS0057136 Entscheidungsdatum24.05.2023 Geschäftszahl6Ob507/79; 6Ob522/79; 2Ob512/80 (2Ob513/80); 6Ob785/80; 3Ob528/82; 1Ob807/82 (1Ob808/82); 6Ob503/84; 3Ob581/84 (3Ob582/84); 7Ob574/85; 1Ob543/86; 7Ob537/86; 6Ob627/85; 7Ob587/86 (7Ob588/86); 7Ob719/86 (7Ob720/86); 4Ob517/87; 6Ob557/87 (6Ob558/87); 6Ob582/88; 6Ob684/88; 7Ob716/88; 7Ob513/89 (7Ob514/89); 7Ob645/94; 9Ob33/03y; 7Ob229/12w; 7Ob202/14b; 5Ob140/17z; 3Ob66/19f; 6Ob98/21m; 7Ob19/23d NormEheG §49 RechtssatzVon einer entschuldbaren Reaktionshandlung wird nur dann gesprochen werden können, wenn sich ein Ehepartner als unmittelbare Folge eines grob ehewidrigen Verhaltens des anderen dazu hinreißen läßt, in einer verständlichen Gemütsbewegung, die die Zurechnung seines Handelns als Verschulden ausschließt, seinerseits Eheverfehlungen zu setzen. Dies muß aber dann verneint werden, wenn sich das ehewidrige Verhalten der Beklagten, nämlich die Verletzung ihrer Verpflichtung zur anständigen Begegnung und ihrer Beistandspflicht, über mehrere Jahre hinzieht. Hier verhindert es schon das zeitliche Moment, das ehewidrige Verhalten der Beklagten als entschuldbare Reaktionshandlung auf die vorangegangenen Eheverfehlungen des Klägers zu qualifizieren. EntscheidungstexteTE OGH 1979-03-14 6 Ob 507/79 Veröff: EFSlg 33889 = EFSlg 33897 TE OGH 1979-04-11 6 Ob 522/79 nur: Von einer entschuldbaren Reaktionshandlung wird nur dann gesprochen werden können, wenn sich ein Ehepartner als unmittelbare Folge eines grob ehewidrigen Verhaltens des anderen dazu hinreißen läßt, in einer verständlichen Gemütsbewegung, die die Zurechnung seines Handelns als Verschulden ausschließt, seinerseits Eheverfehlungen zu setzen. (T1) Veröff: EFSlg 33889 TE OGH 1980-04-15 2 Ob 512/80 nur T1 TE OGH 1981-03-11 6 Ob 785/80 TE OGH 1982-06-09 3 Ob 528/82 nur T1 TE OGH 1983-01-12 1 Ob 807/82 TE OGH 1984-03-08 6 Ob 503/84 nur T1 TE OGH 1984-11-07 3 Ob 581/84 TE OGH 1985-05-30 7 Ob 574/85 nur T1 TE OGH 1986-04-23 1 Ob 543/86 nur T1 TE OGH 1986-04-24 7 Ob 537/86 TE OGH 1986-06-19 6 Ob 627/85 nur T1 TE OGH 1986-06-26 7 Ob 587/86 nur T1 TE OGH 1987-01-15 7 Ob 719/86 Auch TE OGH 1987-09-15 4 Ob 517/87 Vgl TE OGH 1988-02-25 6 Ob 557/87 Vgl auch; nur T1 TE OGH 1988-05-05 6 Ob 582/88 Vgl auch TE OGH 1988-12-15 6 Ob 684/88 Auch TE OGH 1988-12-15 7 Ob 716/88 TE OGH 1989-02-02 7 Ob 513/89 nur T1 TE OGH 1994-12-21 7 Ob 645/94 Auch TE OGH 2003-07-09 9 Ob 33/03y Vgl auch; nur T1; Beisatz: Ein an sich ehewidriges Verhalten ist keine Eheverfehlung, wenn es als entschuldbare Reaktionshandlung auf das Verhalten des anderen Ehegatten zu werten ist. Dies trifft aber nur auf solche Reaktionshandlungen zu, die in einem angemessenen Verhältnis zum vorausgegangenen ehewidrigen Verhalten des Partners stehen. (T2) Beisatz: Körperliche Misshandlungen können nicht als entschuldbare Reaktion angesehen werden, insbesondere auch nicht gegenüber verbalen Provokationen. (T3) Veröff: SZ 2003/83 TE OGH 2013-01-23 7 Ob 229/12w Auch; Beis wie T3 TE OGH 2014-12-10 7 Ob 202/14b Auch; nur T1 TE OGH 2017-11-20 5 Ob 140/17z Auch TE OGH 2019-04-26 3 Ob 66/19f TE OGH 2021-06-23 6 Ob 98/21m Vgl; Beis wie T2; Beisatz: Ob eine entschuldbare Reaktionshandlung vorliegt, hängt stets von den Umständen des Einzelfalls ab (hier: Verlassen der Ehewohnung erst rund zweieinhalb Wochen nach dem körperlichen Angriff). (T4) TE OGH 2023-05-24 7 Ob 19/23d vgl; nur T1 European Case Law IdentifierECLI:AT:OGH0002:1979:RS0057136
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