RIS Dokument GerichtOGH RechtssatznummerRS0005092 Entscheidungsdatum24.03.2026 Geschäftszahl1Ob789/81; 7Ob569/82; 1Ob680/84; 8Ob612/85; 2Ob622/85; 1Ob521/86; 7Ob600/86; 6Ob613/87 (6Ob614/87); 6Ob506/88; 7Ob658/89; 7Ob563/91 (7Ob564/91); 8Ob645/91; 8Ob1616/93; 6Ob595/95; 8Ob2146/96p; 4Ob602/95; 10Ob120/97p; 9Ob265/99g; 7Ob109/01g; 9Ob96/02m; 6Ob149/02h; 1Ob93/03p; 7Ob88/05z; 10Ob41/05k; 9Ob1/06x; 5Ob45/07i; 8Ob132/08g; 1Ob44/24p; 3Ob172/25b; 8Ob147/25p NormABGB §880a B EO §378 B EO §381 B EO §381 D EO §382 II5 EO §382 II7 EO §389 Abs1 IEO §389 Abs1 römisch eins EO §389 Abs1 IIIC EO §389 Abs1 IIID EO §389 Abs1 VA EO §389 Abs1 VE RechtssatzDer Anspruch des Garantieauftraggebers gegen den Begünstigten auf Widerruf des Abrufes einer Bankgarantie kann durch Einstweilige Verfügung (Zahlungsverbot an den Garanten) nur unter der Voraussetzung gesichert werden, daß der Nichteintritt des Garantiefalls liquide und eindeutig nachgewiesen wird. Ein hiezu offenbar nicht geeignetes Bescheinigungsverfahren ist nicht durchzuführen. EntscheidungstexteTE OGH 1981-12-16 1 Ob 789/81 Veröff: SZ 54/189 = EvBl 1982/57 S 209 TE OGH 1982-04-02 7 Ob 569/82 TE OGH 1984-11-14 1 Ob 680/84 Veröff: JBl 1985,425 TE OGH 1985-09-18 8 Ob 612/85 nur: Der Anspruch des Garantieauftraggebers gegen den Begünstigten auf Widerruf des Abrufes einer Bankgarantie kann durch Einstweilige Verfügung (Zahlungsverbot an den Garanten) nur unter der Voraussetzung gesichert werden, daß der Nichteintritt des Garantiefalls liquide und eindeutig nachgewiesen wird. (T1) TE OGH 1985-10-08 2 Ob 622/85 TE OGH 1986-03-17 1 Ob 521/86 nur T1; RdW 1986,340 (hiezu H Schumacher RdW 1986,329) TE OGH 1986-07-10 7 Ob 600/86 Veröff: ÖBA 1986,486 (Koziol) = RdW 1986,341 (hiezu H Schumacher, RdW 1986,329) = JBl 1987,115 = SZ 59/128 = IPRAX 1988,33 (Moschner, 40) TE OGH 1987-07-02 6 Ob 613/87 Beisatz: Die Bejahung oder Verneinung der Eindeutigkeit und Evidenz des vom gefährdeten Antragsteller zu erbringenden Nachweises über den Rechtsmißbrauch stellt jedenfalls einen Akt der richterlichen Beweiswürdigung dar. (T2) Veröff: RdW 1988,134 TE OGH 1988-02-11 6 Ob 506/88 nur T1; Beis wie T2; Veröff: ÖBA 1988,609 (P Doralt) = RdW 1988,320 = SZ 61/39 TE OGH 1989-09-28 7 Ob 658/89 Ähnlich; nur T1; Beis wie T2; Beisatz: Hier: Rechtsmißbräuchliche Inanspruchnahme einer Bankgarantie. (T3) Veröff: ÖBA 1990,340 = JBl 1990,328 TE OGH 1991-07-11 7 Ob 563/91 nur T1; Beisatz: Die Sicherheit des geschäftlichen Verkehrs erfordert es, daß die mißbräuchliche Inanspruchnahme der Garantie evident ist. (T4) Veröff: ÖBA 1992,167 TE OGH 1992-01-16 8 Ob 645/91 Vgl auch; nur T1; Veröff: ÖBA 1992,573 = ÖZW 1992,92 (Lindinger) = EvBl 1992/131 S 583 = RdW 1992,140 = ecolex 1992,317 TE OGH 1993-07-15 8 Ob 1616/93 Beisatz wie T3; Beisatz: Bankgarantie sollte für ein Ereignis in Anspruch genommen werden, für das sie nach dem eindeutigen Wortlaut der Vereinbarung nicht gegeben wurde. (T5) TE OGH 1995-07-13 6 Ob 595/95 nur T1; Beis wie T2; Beis wie T4 TE OGH 1996-07-24 8 Ob 2146/96p Beisatz: Die Bescheinigung der Zahlungsschwierigkeiten der durch die Erfüllungsgarantie begünstigten Antragsgegnerin reicht nicht aus, das Verbot der Inanspruchnahme der Bankgarantie durch einstweilige Verfügung auszusprechen; dieser Umstand stellt nicht einmal losgelöst von einem einstweiligen Verbot der Inanspruchnahme einer abstrakten Bankgarantie einen ausreichenden Gefährdungstatbestand dar. (T6) TE OGH 1996-08-12 4 Ob 602/95 nur T1; Beis wie T2; Beis wie T3; Beis wie T4; Beisatz: Die Eindeutigkeit des Garantiemißbrauchs kann aber auch nicht gänzlich ohne rechtliche Erwägungen beurteilt werden. (T7) TE OGH 1997-11-04 10 Ob 120/97p Auch; Beis wie T4; Beisatz: Die prozessuale Durchsetzung des (im vorliegenden Fall durch einstweilige Verfügung gesicherten) Anspruches auf Unterlassung des Abrufes der Garantie beziehungsweise von Einziehungshandlungen, durch die die Bankgarantie mißbräuchlich in Anspruch genommen wird, hat durch Leistungsklage zu erfolgen, für deren Durchsetzung auch nach Ablauf der materiellen Geltungsdauer der Garantie vor Aufhebung der einstweiligen Verfügung ein Rechtschutzinteresse besteht (ecolex 1997, 497). (T8) TE OGH 1999-10-13 9 Ob 265/99g Vgl auch; Beis wie T2; Beisatz: Ob diese Tatsachen in rechtlicher Hinsicht geeignet sind, den Vorwurf des Rechtsmissbrauches zu rechtfertigen, ist hingegen eine Frage der rechtliche Beurteilung. (T9) TE OGH 2001-05-17 7 Ob 109/01g nur T1; Beis wie T2; Beis wie T4; Beis wie T7 TE OGH 2002-04-17 9 Ob 96/02m nur T1; Beisatz: Die - sonst ausreichende - bloße Bescheinigung des Unterlassungs- bzw Widerrufsanspruchs genügt in Anbetracht der besonderen wirtschaftlichen Funktion von Bankgarantien nicht. (T10) TE OGH 2002-07-11 6 Ob 149/02h Auch; Beis wie T10 TE OGH 2003-07-01 1 Ob 93/03p Vgl auch; Beisatz: Im Hinblick auf die Abstraktheit der Bankgarantie, die einen Einwand aus dem Valutaverhältnis grundsätzlich nicht zulässt, kommt eine solche einstweilige Verfügung nur dann in Frage, wenn der Begünstigte die Garantie rechtsmissbräuchlich oder arglistig (evident unberechtigt) in Anspruch genommen hat, was eindeutig feststehen muss, ohne dass dazu der Prozess über das Grundverhältnis schon im Bescheinigungsverfahren vorweggenommen wird. (T11) TE OGH 2005-06-08 7 Ob 88/05z nur T1; Beis wie T2; Beis wie T9 TE OGH 2005-06-28 10 Ob 41/05k Vgl auch; Beis wie T10; Beis wie T11 TE OGH 2006-01-25 9 Ob 1/06x TE OGH 2007-04-03 5 Ob 45/07i Ähnlich; Beis wie T3; Beis wie T5; Beisatz: Hier: Rechtsmissbräuchliche Inanspruchnahme einer Bankgarantie durch einen Zessionar, der diese ausdrücklich zu einem anderen Sicherungszweck als dem im Kausalverhältnis begründeten abruft. (T12) TE OGH 2008-12-16 8 Ob 132/08g nur T1; Beisatz: Hier: Standby Letter of Credit. (T13) TE OGH 2024-05-27 1 Ob 44/24p TE OGH 2025-12-17 3 Ob 172/25b Beisatz wie T5 TE OGH 2026-03-24 8 Ob 147/25p European Case Law IdentifierECLI:AT:OGH0002:1981:RS0005092
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