RIS Dokument GerichtOGH RechtssatznummerRS0098852 Entscheidungsdatum15.10.2025 Geschäftszahl12Os84/82; 12Os61/82; 10Os34/83; 9Os5/83; 12Os106/83 (12Os111/83); 9Os171/83; 9Os158/84; 12Os153/84; 10Os30/85; 12Os64/85; 13Os104/85 (13Os105/85); 10Os211/84; 10Os95/85; 11Os111/85; 12Os30/97; 15Os72/00; 15Os2/02; 11Os149/03; 15Os78/04; 15Os71/05p; 15Os28/07t; 12Os14/07m; 14Os80/07g; 11Os106/07h; 13Os129/08g; 12Os149/08s; 14Os3/10p; 14Os27/10t; 12Os77/15p; 15Os28/16f; 13Os80/18s; 15Os143/18w; 13Os102/19b; 14Os49/20t; 11Os5/21a; 13Os69/21b; 15Os130/22i; 15Os4/23m; 13Os28/24b; 15Os10/25x; 13Os93/25p NormStGB §15 Abs3 D RechtssatzDie Tauglichkeitsprüfung ist nach einem abstrahierenden und generalisierenden Maßstab auf Grundlage einer ex - ante - Betrachtung vorzunehmen: Für die Unterscheidung zwischen strafbarem (bloß relativ untauglichem) und straflosem (absolut untauglichem) Versuch kommt es auf den Eindruck an, den das vom Täter gesetzte Verhalten auf einen mit Durchschnittswissen ausgestatteten Dritten macht, der sowohl den Tatplan als auch die für dessen Verwirklichung in Bezug auf das Deliktsubjekt, die Deliktshandlung und das Deliktsobjekt bedeutsamen (objektiven) Umständen kennt. Muss dieser unbefangene Betrachter die Vollendung der Tat für geradezu unmöglich halten, ist der betreffende Versuch absolut untauglich; erscheint ihm die Deliktsvollendung an sich möglich, ist der Versuch nur relativ untauglich. EntscheidungstexteTE OGH 1982-06-07 12 Os 84/82 Veröff: EvBl 1983/16 S 49 = SSt 53/32 = JBl 1983,50 TE OGH 1982-06-07 12 Os 61/82 Ähnlich TE OGH 1983-04-26 10 Os 34/83 Vgl auch TE OGH 1983-04-26 9 Os 5/83 Vgl auch TE OGH 1983-12-15 12 Os 106/83 TE OGH 1984-03-13 9 Os 171/83 Vgl auch TE OGH 1984-12-04 9 Os 158/84 nur: Für die Unterscheidung zwischen strafbarem (bloß relativ untauglichem) und straflosem (absolut untauglichem) Versuch kommt es auf den Eindruck an, den das vom Täter gesetzte Verhalten auf einen mit Durchschnittswissen ausgestatteten Dritten macht, der sowohl den Tatplan als auch die für dessen Verwirklichung in Bezug auf das Deliktsubjekt, die Deliktshandlung und das Deliktsobjekt bedeutsamen (objektiven) Umständen kennt. (T1) Veröff: EvBl 1985/122 S 597 TE OGH 1985-01-24 12 Os 153/84 TE OGH 1985-05-14 10 Os 30/85 Ähnlich; Beisatz: Hier: Zur versuchten Unzucht mit Unmündigen. (T2) Beisatz: Es kommt auf jeden Eindruck an, den das Täterverhalten auf einen mit Durchschnittswissen ausgestatteten Dritten macht, der den Tatplan und insbesondere die Vorstellungen des Täters über die für dessen Ausführung in Bezug auf Tatsubjekt, Tatobjekt und Tathandlung bedeutsamen Umstände kennt. (T3) TE OGH 1985-05-10 12 Os 64/85 Ähnlich TE OGH 1985-09-25 13 Os 104/85 Vgl aber; Beisatz: Der Oberste Gerichtshof hält an der objektiven Verbrechensauffassung fest. (T4) Veröff: EvBl 1986/88 S 310 = JBl 1986,128 (hiezu kritisch Burgstaller, 76) = RZ 1985/275 (kritisch Kienapfel) TE OGH 1985-11-20 10 Os 211/84 Beisatz: Tauglichkeitsprüfung aus der "ex-ante"-Sicht eines unbefangenen Beobachters, der den dahingehenden Tatplan kennt. (T5) Veröff: EvBl 1986/123 S 465 TE OGH 1985-10-22 10 Os 95/85 Vgl auch; Beis wie T3; Beisatz: Eindruckstheorie. (T6) Veröff: EvBl 1986/95 S 348 = JBl 1986,129 (zustimmend Burgstaller) RZ 1986/20 S 40 (zustimmend Kienapfel, ablehnend Pallin) TE OGH 1986-02-18 11 Os 111/85 Vgl aber TE OGH 1997-08-28 12 Os 30/97 Vgl auch; Beis wie T5; Beis wie T6; Beisatz: Hier: Untauglichkeit der Handlung. (T7) TE OGH 2000-08-10 15 Os 72/00 nur: Die Tauglichkeitsprüfung ist nach einem abstrahierenden und generalisierenden Maßstab auf Grundlage einer ex - ante - Betrachtung vorzunehmen: Für die Unterscheidung zwischen strafbarem (bloß relativ untauglichem) und straflosem (absolut untauglichem) Versuch kommt es auf den Eindruck an, den das vom Täter gesetzte Verhalten auf einen mit Durchschnittswissen ausgestatteten Dritten macht, der sowohl den Tatplan als auch die für dessen Verwirklichung in Bezug auf das Deliktsubjekt, die Deliktshandlung und das Deliktsobjekt bedeutsamen (objektiven) Umständen kennt. Muss dieser unbefangene Betrachter die Vollendung der Tat für geradezu unmöglich halten, ist der betreffende Versuch absolut untauglich. (T8) TE OGH 2002-03-07 15 Os 2/02 Auch TE OGH 2004-01-20 11 Os 149/03 Auch TE OGH 2004-08-11 15 Os 78/04 Auch; Beisatz: Ex-ante-Sicht eines verständigen Beobachters. (T9) TE OGH 2005-08-25 15 Os 71/05p Vgl auch; Beisatz: Anders als bei der Untauglichkeit des Objektes ist bei der Untauglichkeit der Handlung auf die ex-ante Sicht eines über den Tatplan informierten verständigen Beobachters abzustellen. (T10) TE OGH 2007-04-23 15 Os 28/07t Auch; Beis wie T10 TE OGH 2007-06-28 12 Os 14/07m Auch; Beisatz: Hier: Untauglichkeit des Tatobjektes bei Ankauf eines Gemisches aus Schmerztabletten und Traubenzucker anstelle von 100 g Kokain. (T11) TE OGH 2007-10-16 14 Os 80/07g nur T8; Beisatz: Bei Unkenntnis des Losungswortes oder Vorlage eines verfälschten Überbringersparbuches ist der Betrugsversuch nicht absolut untauglich. (T12) Beisatz: Hier: Mit dem Rügeeinwand, die Sparbücher seien wegen einer Sachwaltersperre und aufgrund der Bestimmung des § 32 Abs 4 Z 2 BWG untaugliche Deliktsobjekte gewesen, wird nicht die Untauglichkeit der Objekte, also der Sparbücher an sich, sondern die Untauglichkeit der Handlung angezweifelt. (T13)Beisatz: Hier: Mit dem Rügeeinwand, die Sparbücher seien wegen einer Sachwaltersperre und aufgrund der Bestimmung des Paragraph 32, Absatz 4, Ziffer 2, BWG untaugliche Deliktsobjekte gewesen, wird nicht die Untauglichkeit der Objekte, also der Sparbücher an sich, sondern die Untauglichkeit der Handlung angezweifelt. (T13) TE OGH 2007-10-23 11 Os 106/07h Auch; Beisatz: Ein bloß relativ untauglicher, strafbarer Versuch ist dagegen anzunehmen, wenn die Tatvollendung nur infolge der zufälligen Modalitäten des konkreten Einzelfalles gescheitert ist. Dies bedeutet, dass in einem solchen Fall die Handlung zwar die für die Herbeiführung des verpönten Erfolges erforderliche Eignung in abstracto besaß, die Herbeiführung in concreto aber nicht gelungen ist. (T14) TE OGH 2008-12-17 13 Os 129/08g Auch; Beisatz: Die Annahme eines absolut untauglichen Versuchs setzt voraus, dass die einem Tatbestand entsprechende Sachverhaltsverwirklichung bei generalisierender Betrachtung, also losgelöst von den Besonderheiten des Einzelfalls geradezu denkunmöglich ist, sohin unter keinen Umständen erwartet werden kann. (T15) TE OGH 2009-04-23 12 Os 149/08s TE OGH 2010-03-02 14 Os 3/10p TE OGH 2010-04-13 14 Os 27/10t Vgl auch; Beis wie T15 TE OGH 2016-01-28 12 Os 77/15p Auch; Beis wie T10 TE OGH 2016-04-13 15 Os 28/16f Auch TE OGH 2018-12-19 13 Os 80/18s Vgl TE OGH 2018-11-08 15 Os 143/18w Auch TE OGH 2020-01-29 13 Os 102/19b TE OGH 2020-09-29 14 Os 49/20t Vgl TE OGH 2021-03-29 11 Os 5/21a Vgl TE OGH 2021-09-29 13 Os 69/21b Vgl TE OGH 2023-01-18 15 Os 130/22i Vgl TE OGH 2023-03-08 15 Os 4/23m vgl TE OGH 2024-05-22 13 Os 28/24b vgl TE OGH 2025-04-30 15 Os 10/25x vgl TE OGH 2025-10-15 13 Os 93/25p vgl European Case Law IdentifierECLI:AT:OGH0002:1982:RS0098852
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