RIS Dokument GerichtOGH RechtssatznummerRS0047928 Entscheidungsdatum10.07.2025 Geschäftszahl6Ob583/83; 8Ob584/83; 7Ob608/84; 2Ob675/85; 3Ob599/86; 7Ob536/87; 7Ob619/87; 1Ob706/87; 4Ob523/88; 6Ob604/88; 8Ob600/88; 5Ob596/88; 7Ob603/89; 7Ob568/90; 8Ob586/90; 1Ob572/91; 4Ob1610/95; 9Ob324/97f; 8Ob356/97d; 9Ob91/01z; 6Ob315/01v; 7Ob31/02p; 1Ob50/02p; 6Ob146/02t; 8Ob32/03v; 9Ob20/05i; 9Ob20/07t; 8Ob85/07v; 7Ob193/07v; 1Ob40/08a; 3Ob122/09a; 4Ob220/09w; 6Ob79/10a; 7Ob81/10b (7Ob97/10f); 5Ob103/10y; 1Ob146/10t; 4Ob232/10m; 3Ob155/12h; 3Ob38/13d; 1Ob20/13t; 3Ob179/14s; 3Ob212/14v; 10Ob12/15k; 7Ob159/15f; 10Ob81/15g; 8Ob81/15t; 1Ob46/16w; 8Ob25/16h; 8Ob15/19t; 9Ob12/19h; 5Ob106/20d; 1Ob94/21m; 4Ob146/21f; 4Ob205/21g; 2Ob24/22a; 5Ob27/24t; 10Ob6/25t; 10Ob31/25v NormABGB §144 ABGB §176 ABGB §177 Abs2 RechtssatzDer Grundsatz der Kontinuität der Erziehung darf nicht um seiner selbst Willen aufrechterhalten werden, sondern ist dem Wohl des Kindes unterzuordnen. Die Forderung nach Kontinuität entspringt dem Gedanken des Kindeswohles, weil nach der Lebenserfahrung die Stetigkeit und Dauer Grundbedingungen für eine erfolgreiche und damit dem Wohl des Kindes dienende Erziehung sind. EntscheidungstexteTE OGH 1983-05-19 6 Ob 583/83 TE OGH 1984-03-15 8 Ob 584/83 Auch; nur: Die Forderung nach Kontinuität entspringt dem Gedanken des Kindeswohles, weil nach der Lebenserfahrung die Stetigkeit und Dauer Grundbedingungen für eine erfolgreiche und damit dem Wohl des Kindes dienende Erziehung sind. (T1) TE OGH 1984-07-19 7 Ob 608/84 nur: Der Grundsatz der Kontinuität der Erziehung darf nicht um seiner selbst Willen aufrechterhalten werden, sondern ist dem Wohl des Kindes unterzuordnen. (T2) TE OGH 1986-01-21 2 Ob 675/85 nur T2 TE OGH 1986-09-03 3 Ob 599/86 Vgl auch; nur T2; Beisatz: Grundsatz der Kontinuität auch bei erstmaliger Sorgerechtsentscheidung nicht generell abzulehnen. (T3) TE OGH 1987-03-05 7 Ob 536/87 Auch TE OGH 1987-06-04 7 Ob 619/87 TE OGH 1987-12-21 1 Ob 706/87 Auch; nur T1 TE OGH 1988-03-15 4 Ob 523/88 nur T2 TE OGH 1988-06-16 6 Ob 604/88 nur T2 TE OGH 1988-07-07 8 Ob 600/88 nur T2; Beisatz: Dieser Grundsatz stellt nur einen Faktor bei der Gesamtbeurteilung des Kindeswohles dar. (T4) TE OGH 1988-09-06 5 Ob 596/88 Beis wie T3 TE OGH 1989-06-15 7 Ob 603/89 Beisatz: Zu der Zuteilung der elterlichen Rechte und Pflichten ist allein das Kindeswohl ausschlaggebend. (T5) TE OGH 1990-04-05 7 Ob 568/90 nur T1 TE OGH 1990-06-28 8 Ob 586/90 nur T2; Veröff: ÖA 1991,54 = ÖA 1992,22 TE OGH 1991-06-26 1 Ob 572/91 Auch; nur T2; Beis wie T5; Veröff: EvBl 1991/168 S 737 TE OGH 1995-08-10 4 Ob 1610/95 nur T2 TE OGH 1997-11-05 9 Ob 324/97f nur T2 TE OGH 1998-03-30 8 Ob 356/97d nur T2 TE OGH 2001-04-11 9 Ob 91/01z Vgl auch; Beis wie T5; Beisatz: Es müssen die Lebensumstände beider Elternteile in ihrer Gesamtheit einschließlich des Umfeldes einander gegenübergestellt werden. Von besonderem Gewicht ist die Eignung des betreffenden Elternteils für die Ausübung der Obsorge. (T6) TE OGH 2002-01-31 6 Ob 315/01v Auch; Beisatz: Der Grundsatz der Kontinuität der Erziehung ist nicht das entscheidende, sondern nur ein zusätzliches Argument für die Zuteilung der Obsorge. (T7) TE OGH 2002-02-27 7 Ob 31/02p nur: Der Grundsatz der Kontinuität der Erziehung darf nicht um seiner selbst Willen aufrechterhalten werden. (T8) Beisatz: Wenn dadurch dem primär zur Obsorge berufenen leiblichen Vater seine Elternrechte gleichsam auf Dauer versagt würden. (T9) TE OGH 2002-04-02 1 Ob 50/02p Auch TE OGH 2002-06-20 6 Ob 146/02t Auch; Beis wie T7 TE OGH 2003-03-20 8 Ob 32/03v Auch; Beis wie T7 TE OGH 2005-05-11 9 Ob 20/05i Vgl auch; Beis wie T6 TE OGH 2007-03-28 9 Ob 20/07t Auch; Beisatz: Im Rahmen einer Obsorgeentscheidung kommt dem Grundsatz der Kontinuität der Erziehung unter dem Blickwinkel des Kindeswohls besondere Bedeutung zu. (T10) TE OGH 2007-07-30 8 Ob 85/07v nur T2 TE OGH 2007-11-16 7 Ob 193/07v Auch; nur T1; Beisatz: Hier: Die Kinder wohnen bei der Mutter (im selben Ort wie der Vater). Sie ermöglicht den Kindern einen zwanglosen, intensiven und guten Kontakt mit dem Vater und den väterlichen Großeltern. Überträgt man nun die Obsorge auf den Vater, so bedeutet dies einen Wohnungs- und Bezugswechsel und damit eine Unterbrechung der mittlerweile eingetretenen Kontinuität der Lebensumstände nach der Trennung der Eltern, ohne dass aus den Feststellungen eine bessere Entwicklungsmöglichkeit der Kinder beim Vater abzuleiten wäre. (T11) TE OGH 2008-04-03 1 Ob 40/08a Vgl auch TE OGH 2009-06-23 3 Ob 122/09a nur T1; Beisatz: Hier: Gleiche Eignung der Eltern, die Obsorge zu übernehmen. (T12) TE OGH 2010-01-19 4 Ob 220/09w TE OGH 2010-05-19 6 Ob 79/10a Vgl; Beis wie T10 TE OGH 2010-05-26 7 Ob 81/10b TE OGH 2010-08-31 5 Ob 103/10y nur T8 TE OGH 2010-09-14 1 Ob 146/10t Auch; nur T2; Beis wie T7 nur: Der Grundsatz der Kontinuität der Erziehung ist nicht das entscheidende Argument für die Zuteilung der Obsorge. (T13) TE OGH 2011-01-18 4 Ob 232/10m Beisatz: Auch bei der Erstzuteilung der Obsorge sind die Grundsätze der Kontinuität der Erziehungs‑ und Lebensverhältnisse nicht zu vernachlässigen. (T14) TE OGH 2012-09-19 3 Ob 155/12h Auch; Beisatz: Hier: Plötzliches Herausreißen der Kinder aus ihrer gewohnten Umgebung mitten im Schul‑/Kindergartenjahr iVm dem unvorbereiteten Abbruch der Betreuungskontinuität durch den Vater. (T15)Auch; Beisatz: Hier: Plötzliches Herausreißen der Kinder aus ihrer gewohnten Umgebung mitten im Schul‑/Kindergartenjahr in Verbindung mit dem unvorbereiteten Abbruch der Betreuungskontinuität durch den Vater. (T15) TE OGH 2013-03-13 3 Ob 38/13d Auch; Beis wie T2 TE OGH 2013-04-29 1 Ob 20/13t nur T1 TE OGH 2014-10-22 3 Ob 179/14s Auch; nur T1; Beis wie T10 TE OGH 2014-12-18 3 Ob 212/14v Auch; Beisatz: Eine Änderung des hauptsächlichen Aufenthaltsorts des Kindes muss daher, um eine Neuregelung zu begründen, bei Beurteilung des Kindeswohls in einer Gesamtschau und unter Berücksichtigung einer Zukunftsprognose so gewichtig sein, dass das Postulat der Erziehungskontinuität in den Hintergrund tritt. (T16) TE OGH 2015-03-24 10 Ob 12/15k Auch TE OGH 2015-10-16 7 Ob 159/15f Auch; nur T1; Beis wie T10 TE OGH 2015-10-22 10 Ob 81/15g Auch TE OGH 2015-10-29 8 Ob 81/15t Auch; Beis wie T13 TE OGH 2016-04-28 1 Ob 46/16w Vgl TE OGH 2016-08-17 8 Ob 25/16h Vgl auch; Beis wie T10; Beisatz: Maßnahmen, die eine Änderung der Pflegeverhältnisse und Erziehungsverhältnisse mit sich bringen, sind nur dann in Betracht zu ziehen, wenn sich die Verhältnisse in der Zwischenzeit derart geändert haben, dass eine Neuregelung im Interesse des Kindes dringend geboten ist. (T17) TE OGH 2019-02-26 8 Ob 15/19t nur T2 TE OGH 2019-03-28 9 Ob 12/19h nur T2 TE OGH 2020-08-25 5 Ob 106/20d Vgl; nur T2; Beis wie T16; Beis wie T17 TE OGH 2021-06-22 1 Ob 94/21m Vgl; Beis wie T16 TE OGH 2021-09-28 4 Ob 146/21f Vgl TE OGH 2022-01-25 4 Ob 205/21g Beis nur wie T16 TE OGH 2022-05-30 2 Ob 24/22a nur T2; Beisatz: Hier: vorläufige Entscheidung über den hauptsächlichen Aufenthalt. (T18) TE OGH 2024-06-27 5 Ob 27/24t vgl TE OGH 2025-06-26 10 Ob 6/25t Beisatz wie T2; Beisatz wie T4; Beisatz wie T5; Beisatz wie T7; Beisatz wie T10; Beisatz wie T13 TE OGH 2025-07-10 10 Ob 31/25v vgl; Beisatz nur wie T6 European Case Law IdentifierECLI:AT:OGH0002:1983:RS0047928
KI-Erklärung auf Basis des amtlichen Gesetzestextes. Orientierend, ersetzt keine Rechtsberatung.