RIS Dokument GerichtOGH RechtssatznummerRS0040266 Entscheidungsdatum18.11.2025 Geschäftszahl1Ob502/84; 4Ob150/83; 4Ob175/85; 3Ob572/87; 1Ob1/88; 3Ob45/88; 2Ob84/88 (2Ob85/88); 2Ob119/88; 2Ob36/89; 6Ob614/89; 8Ob518/90; 2Ob41/90; 2Ob64/90; 9ObA290/90; 1Ob513/92; 8Ob615/92; 1Ob45/95; 1Ob5/96; 1Ob2029/96f; 8Ob174/97i; 2Ob91/98s; 1Ob168/98g; 10ObS241/98h; 2Ob185/98i; 10ObS415/98x; 10ObS128/99t; 4Ob206/99v; 1Ob240/99x; 7Ob289/00a; 10ObS31/01h; 1Ob54/01z; 10ObS165/01i; 7Ob237/01f; 10ObS398/01d; 10ObS67/02d; 7Ob128/02b; 10ObS391/02a; 10ObS419/02v; 6Ob145/03x; 8Ob8/04s; 6Ob83/05g; 4Ob52/06k; 7Ob255/07m; 2Ob108/07g; 10ObS146/07d; 4Ob124/08a; 9ObA177/07f; 17Ob35/09k; 10ObS5/10y; 3Ob106/10z; 2Ob111/10b; 4Ob145/10t; 1Ob227/10d; 10ObS78/11k; 2Ob173/11x; 4Ob36/12s; 5Ob117/12k; 2Ob67/12k; 1Ob172/12v; 10Ob13/13d; 2Ob227/12i; 8Ob18/14a; 4Ob18/15y; 7Ob67/15a; 3Ob47/16g; 10ObS62/16i; 3Ob139/16m; 3Ob84/17z; 1Ob97/17x; 7Ob88/17t; 4Ob121/17y; 7Ob74/18k; 4Ob232/17x; 7Ob99/18m; 8Ob92/18i; 7Ob186/17d; 6Ob154/19v; 10ObS132/22t; 10ObS108/22p; 10ObS75/23m; 1Ob39/24b; 10ObS51/24h; 2Ob248/23v; 10ObS2/25d; 8Ob57/25b; 1Ob50/25x; 1Ob51/25v; 2Ob187/25a NormZPO §272 D RechtssatzDer Anscheinsbeweis beruht darauf, dass bestimmte Geschehensabläufe typisch sind und es daher wahrscheinlich ist, dass auch im konkreten Fall ein derartiger gewöhnlicher Ablauf und nicht ein atypischer gegeben ist. EntscheidungstexteTE OGH 1984-01-25 1 Ob 502/84 Veröff: SZ 57/20 = EvBl 1984/129 S 514 = JBl 1985,36 TE OGH 1985-02-05 4 Ob 150/83 Auch TE OGH 1986-12-16 4 Ob 175/85 Auch; Veröff: WBl 1987,102 TE OGH 1988-03-02 3 Ob 572/87 TE OGH 1988-03-16 1 Ob 1/88 Veröff: SZ 61/61 TE OGH 1988-05-18 3 Ob 45/88 Veröff: SZ 61/126 TE OGH 1989-01-10 2 Ob 84/88 Veröff: ZVR 1989/108 S 180 TE OGH 1989-01-10 2 Ob 119/88 TE OGH 1989-04-25 2 Ob 36/89 TE OGH 1989-07-13 6 Ob 614/89 Beisatz: Bloße Verweisung auf die "allgemeine Lebenserfahrung" reicht zur Dartuung des typischen Geschehensablaufes keineswegs aus. (T1) TE OGH 1990-01-18 8 Ob 518/90 Veröff: RZ 1990/57 S 127 TE OGH 1990-05-09 2 Ob 41/90 TE OGH 1990-10-24 2 Ob 64/90 TE OGH 1990-12-05 9 ObA 290/90 TE OGH 1992-02-19 1 Ob 513/92 Vgl auch; Beisatz: Zum Wesen des prima - facie - Beweises gehört es, dass der Beweisbelastete nur bestimmte Tatsachen beweisen muss, aus denen sich nach der Lebenserfahrung mit erheblicher Wahrscheinlichkeit auf andere Tatsachen schließen lässt. (T2) TE OGH 1992-10-15 8 Ob 615/92 Beisatz: Die wichtigsten Anwendungsgebiete sind dort, wo formelhafte, typische Kausalabläufe bestehen oder wo typische Verhaltensweisen stets gleichartige und zuverlässige Schlüsse auf bestimmte innere Zustände eines Menschen zulassen, also beim Beweis des Kausalzusammenhanges oder des Verschuldens. (T3) Veröff: SZ 65/132 TE OGH 1996-02-27 1 Ob 45/95 Auch; Beis wie T3 TE OGH 1996-01-30 1 Ob 5/96 Auch; Beis wie T3; Beisatz: Seine wichtigsten Anwendungsgebiete liegen im Schadenersatzrecht. (T4) TE OGH 1996-03-11 1 Ob 2029/96f Vgl; Beis wie T3 TE OGH 1997-09-18 8 Ob 174/97i Auch; Beis wie T3 TE OGH 1998-05-20 2 Ob 91/98s Vgl auch; Beisatz: Hier: Zur Frage des Verschuldens. (T5) Beisatz: Die Lebenserfahrung spricht dafür, dass ein Schifahrer sich schuldhaft verhalten hat, wenn er die Herrschaft über seine Schier verliert. (T6) TE OGH 1998-06-09 1 Ob 168/98g Auch TE OGH 1998-07-16 10 ObS 241/98h Vgl auch; Beis ähnlich wie T2; Beis wie T4 TE OGH 1998-09-24 2 Ob 185/98i Vgl auch TE OGH 1998-12-15 10 ObS 415/98x Vgl auch TE OGH 1999-10-05 10 ObS 128/99t Vgl auch TE OGH 1999-09-28 4 Ob 206/99v TE OGH 1999-10-22 1 Ob 240/99x Auch TE OGH 2001-02-14 7 Ob 289/00a Vgl auch; Beis wie T5; Beis ähnlich wie T6 TE OGH 2001-03-20 10 ObS 31/01h Beisatz: Steht ein typischer Geschehensablauf fest, der nach der Lebenserfahrung auf einen bestimmten Kausalzusammenhang hinweist, gelten diese Tatbestandsvoraussetzungen auch im Einzelfall auf Grund ersten Anscheins als erwiesen. (T7) TE OGH 2001-04-24 1 Ob 54/01z Auch; Beisatz: Der Anscheinsbeweis beruht auf typischen Geschehnisabläufen, deren Verwirklichung wahrscheinlich ist. Er dient demjenigen als Beweiserleichterung, der anspruchsbegründende Tatsachen darzutun hat, ermöglicht eine Verschiebung von Beweisthema und Beweislast und kann vom Gegner durch den Beweis eines ernsthaft in Betracht zu ziehenden atypischen Geschehnisablaufs entkräftet werden. (T8) TE OGH 2001-07-10 10 ObS 165/01i Beis wie T7 TE OGH 2001-10-17 7 Ob 237/01f Beis wie T8; Beis wie T3 TE OGH 2002-02-12 10 ObS 398/01d Beis wie T7; Beisatz: Die Entkräftung des Anscheinsbeweises geschieht durch den Beweis, dass der typische formelhafte Geschehensablauf im konkreten Fall nicht zwingend ist, sondern, dass die ernste Möglichkeit eines anderen Geschehensablaufes besteht. In Sozialrechtssachen ist der Anscheinsbeweis nur dann entkräftet, wenn dem atypischen Geschehensablauf zumindest die gleiche Wahrscheinlichkeit zukommt. (T9) TE OGH 2002-05-28 10 ObS 67/02d Beis wie T7; Beis wie T9; Beisatz: Einen Grundsatz, dass im Zweifel zu Gunsten des Versicherten zu entscheiden ist, gibt es nicht. (T10) TE OGH 2002-06-26 7 Ob 128/02b Auch TE OGH 2003-01-14 10 ObS 391/02a Beis wie T9 TE OGH 2004-01-13 10 ObS 419/02v Beis wie T9 nur: In Sozialrechtssachen ist der Anscheinsbeweis nur dann entkräftet, wenn dem atypischen Geschehensablauf zumindest die gleiche Wahrscheinlichkeit zukommt. (T11) Beis wie T10 TE OGH 2004-02-19 6 Ob 145/03x Beisatz: Der Anscheinsbeweis wird in Fällen als sachgerecht angesehen, in denen konkrete Beweise vom Beweispflichtigen billigerweise nicht erwartet werden können. In der Regel ist dies der Fall, wenn es sich um Umstände handelt, die allein in der Sphäre des Gegners liegen und daher nur ihm bekannt und auch nur durch ihn beweisbar sind. (T12); Beisatz wie T9 TE OGH 2004-08-26 8 Ob 8/04s Auch; Beisatz: Hier: Anscheinsbeweis für ein Treuhandverhältnis. (T13) Beisatz: Voraussetzung ist, dass nach außen vom Treugeber Verhaltensweisen gesetzt werden, aus denen typischerweise auf seine Treugebereigenschaft geschlossen werden kann. (T14) TE OGH 2005-10-06 6 Ob 83/05g Vgl auch; Beisatz: Hier: Hepatitis C-Infektion durch Bluttransfusion. (T15) TE OGH 2006-12-19 4 Ob 52/06k Beis wie T8; Beis wie T9; Beis wie T12; Beisatz: Hier: Der Anscheinsbeweis für den Verdacht des Ehegatten auf Eheverfehlungen ist durch positive Beobachtungsergebnisse einer Detektivüberwachung erbracht. (T16) TE OGH 2007-12-12 7 Ob 255/07m Beisatz: Hier: Klärung der Kausalität eines ärztlichen Kunstfehlers. (T17) TE OGH 2007-11-29 2 Ob 108/07g Veröff: SZ 2007/190 TE OGH 2008-01-15 10 ObS 146/07d Beis wie T9 TE OGH 2008-07-08 4 Ob 124/08a Auch TE OGH 2008-07-09 9 ObA 177/07f Veröff: SZ 2008/101 TE OGH 2010-02-09 17 Ob 35/09k Vgl; Beis wie T8; Beis wie T12 TE OGH 2010-02-09 10 ObS 5/10y Beis wie T10 TE OGH 2010-06-30 3 Ob 106/10z Vgl auch; Beis ähnlich wie T3 TE OGH 2010-07-08 2 Ob 111/10b TE OGH 2010-10-05 4 Ob 145/10t TE OGH 2011-02-23 1 Ob 227/10d Auch TE OGH 2011-12-06 10 ObS 78/11k Auch TE OGH 2012-02-14 2 Ob 173/11x Beis wie T12 TE OGH 2012-03-27 4 Ob 36/12s Vgl auch; Beisatz: Hier: Typisches Vorliegen einer Anspruchsgefährdung iSd § 381 EO bei bloßem Bestreiten des Zustandekommens eines Kaufvertrags verneint. (T18)Vgl auch; Beisatz: Hier: Typisches Vorliegen einer Anspruchsgefährdung iSd Paragraph 381, EO bei bloßem Bestreiten des Zustandekommens eines Kaufvertrags verneint. (T18) TE OGH 2012-07-26 5 Ob 117/12k Beisatz: Hier: Anscheinsbeweis im Gewährleistungsrecht bei latentem Mangel. (T19) Beis ähnlich wie T12 TE OGH 2012-08-30 2 Ob 67/12k Beis wie T3 TE OGH 2012-10-11 1 Ob 172/12v Auch TE OGH 2013-04-16 10 Ob 13/13d Auch; Beisatz: Er darf nicht dazu dienen, Lücken der Beweisführung durch bloße Vermutungen auszufüllen. (T20) Beisatz: Der Erfahrungssatz muss sich aus einem gleichmäßigen, sich immer wiederholenden Hergang ergeben („typischer Geschehensablauf“), dem neuesten Stand der Erfahrungen entsprechen sowie eindeutig und in jederzeit überprüfbarer Weise formuliert werden können. (T21) TE OGH 2013-03-14 2 Ob 227/12i Beisatz: Der Kausalzusammenhang kann Gegenstand eines Anscheinsbeweises sein. (T22) TE OGH 2014-03-24 8 Ob 18/14a Beis wie T3; Beis wie T12 TE OGH 2015-04-22 4 Ob 18/15y TE OGH 2015-07-02 7 Ob 67/15a TE OGH 2016-05-18 3 Ob 47/16g Auch; Veröff: SZ 2016/53 TE OGH 2016-06-07 10 ObS 62/16i Beisatz: Hier: Anspruch auf Unfallrente gemäß § 79 StVG. (T23)Beisatz: Hier: Anspruch auf Unfallrente gemäß Paragraph 79, StVG. (T23) TE OGH 2016-10-18 3 Ob 139/16m Auch; Beis wie T21; Beisatz: Kein Erfahrungssatz zum Zusammenhang zwischen einer Verwendung von Tampons und dem Eintritt eines menstruellen toxischen Schocksyndroms (TSS). (T24) TE OGH 2017-06-07 3 Ob 84/17z TE OGH 2017-06-28 1 Ob 97/17x Auch; Beisatz: Hier: Die Revisionswerberin ist aber nicht in der Lage, nachvollziehbar darzulegen, von welchen (von den Tatsacheninstanzen festgestellten) Sachverhaltselementen sie im Sinne eines typischen Geschehnisablaufs auf einen bestimmten Kausalverlauf schließen will. (T25) TE OGH 2017-09-27 7 Ob 88/17t TE OGH 2017-10-24 4 Ob 121/17y Veröff: SZ 2017/119 TE OGH 2018-05-24 7 Ob 74/18k TE OGH 2018-05-29 4 Ob 232/17x Vgl TE OGH 2018-06-20 7 Ob 99/18m TE OGH 2018-07-19 8 Ob 92/18i TE OGH 2018-05-24 7 Ob 186/17d auch; Beisatz: Eine typische formelhafte Verknüpfung (Anscheinsbeweis) dahin, dass dem Versicherer ein Gutachten, das in einem von einem anderen Versicherer beauftragten Gutachten erwähnt wird, dauerhaft zur Verfügung steht, besteht nicht. Die Möglichkeit, dass sich der Versicherer ein solches Gutachten allenfalls beschaffen könnte, reicht für die Verpflichtung zur Einsichtsgewährung nicht aus. Der klagende Versicherungsnehmer ist grundsätzlich dafür beweispflichtig, dass der Versicherer über ein solches Gutachten verfügt, das eingesehen werden soll. (T26) Anm: Änderung der versehentlich ein zweites Mal vergebenen Beisatznummer (T12) auf (T26) - Juli 2024Anmerkung, Änderung der versehentlich ein zweites Mal vergebenen Beisatznummer (T12) auf (T26) - Juli 2024 Veröff: SZ 2018/45 TE OGH 2020-04-23 6 Ob 154/19v Beisatz: Hier: Weisung gemäß § 9 EKEG. (T27)Beisatz: Hier: Weisung gemäß Paragraph 9, EKEG. (T27) Anm: Änderung der versehentlich ein zweites Mal vergebenen Beisatznummer (T13) auf (T27) - Juli 2024Anmerkung, Änderung der versehentlich ein zweites Mal vergebenen Beisatznummer (T13) auf (T27) - Juli 2024 Veröff: SZ 2020/32 TE OGH 2022-11-22 10 ObS 132/22t Vgl; Beis nur wie T9 TE OGH 2023-01-17 10 ObS 108/22p Beis wie T9 TE OGH 2023-07-24 10 ObS 75/23m vgl; Beisatz nur wie T9 TE OGH 2024-05-27 1 Ob 39/24b TE OGH 2024-06-04 10 ObS 51/24h Beisatz nur wie T9; Beisatz wie T11 TE OGH 2024-11-19 2 Ob 248/23v Beisatz: Bejaht zugunsten des Pflichtteilsberechtigten für das Vorliegen von Schenkungsabsicht bei krassem Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung. (T28) Anm: Mit Abgrenzung zum bloßen Indizienbeweis.Anmerkung, Mit Abgrenzung zum bloßen Indizienbeweis. TE OGH 2025-01-14 10 ObS 2/25d TE OGH 2025-06-23 8 Ob 57/25b TE OGH 2025-07-31 1 Ob 50/25x TE OGH 2025-07-31 1 Ob 51/25v Beisatz: Hier: Verschiebung von Beweisthema und Beweislast in Ansehung der Fehlerhaftigkeit eines Intrauterinpessars („Spirale“), wenn diese aus einer vom Materialfehler betroffenen Charge stammt. (T29) TE OGH 2025-11-18 2 Ob 187/25a Beisatz: Hier: Die Rechtsansicht des Rekursgerichts, wonach im Fall der von der Erblasserin verlangten Rückstellung des zunächst dem eingesetzten Erben übergebenen und später nicht mehr auffindbaren Originaltestaments ein typischer, in Richtung eines Zufalls deutender Erfahrungszusammenhang fehle, ist nicht korrekturbedürftig. (T30) European Case Law IdentifierECLI:AT:OGH0002:1984:RS0040266
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