RIS Dokument GerichtOGH RechtssatznummerRS0026783 Entscheidungsdatum25.11.2025 Geschäftszahl1Ob713/88; 7Ob727/89; 8Ob628/92; 8Ob646/92; 1Ob532/94; 4Ob509/95; 2Ob505/96; 4Ob505/96; 10Ob2350/96b; 8Ob33/01p; 7Ob233/00s; 8Ob103/01g; 7Ob233/02v; 7Ob223/03z; 3Ob131/03s; 7Ob15/04p; 4Ob121/05f; 7Ob293/05x; 7Ob129/06f; 4Ob137/07m; 10Ob119/07h; 4Ob155/08k; 7Ob208/08a; 7Ob54/09f; 6Ob71/09y; 4Ob12/10h; 5Ob231/10x; 4Ob62/11p; 6Ob168/10i; 1Ob9/11x; 1Ob229/11z; 5Ob186/11f; 7Ob228/11x; 9Ob52/12f; 7Ob137/12s; 2Ob43/12f; 4Ob185/13d; 8Ob120/14a; 10Ob40/15b; 1Ob41/16k; 1Ob138/16z; 1Ob23/17i; 9Ob49/17x; 9ObA68/17s; 9Ob72/17d; 6Ob120/18t; 5Ob179/19p; 3Ob237/19b; 5Ob28/21k; 7Ob124/21t; 5Ob11/22m; 4Ob172/22f; 2Ob123/23m; 9Ob47/23m; 9Ob23/24h; 4Ob36/24h; 9Ob62/24v; 9Ob55/25s; 10Ob28/25b; 6Ob84/25h; 8Ob65/25d; 4Ob59/25t NormABGB §1299 B ÄsthOPG §5 RechtssatzHat die ohne Einwilligung oder ohne ausreichende Aufklärung des Patienten vorgenommene eigenmächtige Behandlung des Patienten nachteilige Folgen, haftet der Arzt, wenn der Patient sonst in die Behandlung nicht eingewilligt hätte, für diese Folgen selbst dann, wenn ihm bei der Behandlung kein Kunstfehler unterlaufen ist. EntscheidungstexteTE OGH 1989-02-07 1 Ob 713/88 Veröff: SZ 62/18 TE OGH 1990-01-25 7 Ob 727/89 Auch; Beisatz: Wenn der Arzt die gebotene Aufklärung unterlässt, dann hat er die Heilbehandlung fehlerhaft vorgenommen. (T1) Veröff: EvBl 1990/87 S 405 = VersR 1991,488 TE OGH 1992-11-12 8 Ob 628/92 TE OGH 1992-11-12 8 Ob 646/92 Beisatz: Hier: Über ein Infektionsrisiko von 3,5 bis 5 Prozent ist eine Aufklärung erforderlich. (T2) TE OGH 1994-01-25 1 Ob 532/94 Auch; Veröff. SZ 67/9 TE OGH 1995-01-31 4 Ob 509/95 Auch TE OGH 1996-01-11 2 Ob 505/96 Auch TE OGH 1996-01-30 4 Ob 505/96 Auch TE OGH 1996-09-03 10 Ob 2350/96b Auch; Veröff: SZ 69/199 TE OGH 2001-03-08 8 Ob 33/01p TE OGH 2001-02-28 7 Ob 233/00s TE OGH 2001-05-10 8 Ob 103/01g Beisatz: Verletzung der ärztlichen Aufklärungspflicht bei einer nicht zwingend notwendigen Operation über 3%iges Risiko von Lähmungserscheinungen. (T3) TE OGH 2002-10-30 7 Ob 233/02v Vgl auch TE OGH 2003-10-15 7 Ob 223/03z TE OGH 2003-09-26 3 Ob 131/03s Beisatz: Hat also der Arzt die erforderliche Aufklärung unterlassen und verwirklicht sich in der Folge (trotz des lege artis vorgenommenen Eingriffs) ein Risiko, auf welches der Arzt hätte hinweisen müssen, dann kommen Schadenersatzansprüche in Betracht, sofern der Patient darlegen kann, dass er sich bei entsprechender Aufklärung dem Eingriff nicht unterzogen hätte. (T4); Veröff: SZ 2003/112 TE OGH 2004-02-13 7 Ob 15/04p Auch TE OGH 2005-10-04 4 Ob 121/05f Auch; Beisatz: Die mangelnde Aufklärung über den Operateur bewirkt die Unwirksamkeit der Einwilligung in die Operation; bereits damit wird die Haftung für die nachteiligen Folgen wegen Verletzung eines Schutzgesetzes begründet. (Ablehnend zu 3 Ob 131/03s) (T5); Veröff: SZ 2005/139 TE OGH 2006-01-25 7 Ob 293/05x Vgl auch TE OGH 2006-06-21 7 Ob 129/06f TE OGH 2007-08-07 4 Ob 137/07m Beisatz: Das pflichtwidrige Verhalten - hier: der ohne ausreichende Aufklärung erfolgte und daher rechtswidrige Eingriff - muss somit den geltend gemachten Schaden verursacht haben. (T6); Veröff: SZ 2007/122 TE OGH 2008-03-10 10 Ob 119/07h Auch; nur: Hat die ohne ausreichende Aufklärung des Patienten vorgenommene Behandlung des Patienten nachteilige Folgen, haftet der Arzt, wenn der Patient sonst in die Behandlung nicht eingewilligt hätte, für diese Folgen selbst dann, wenn ihm bei der Behandlung kein Kunstfehler unterlaufen ist. (T7) Beisatz: Der Nichtarzt, der eine ärztliche Behandlung vornimmt, hat jedenfalls über das Fehlen seiner ärztlichen Qualifikation aufzuklären. Fehlende Offenlegung gegenüber einem insoweit unkundigen Patienten führt zur Unwirksamkeit einer allfälligen Einwilligung in die Behandlung. (T8) TE OGH 2008-10-14 4 Ob 155/08k Auch; Beis wie T6 TE OGH 2008-11-05 7 Ob 208/08a Auch TE OGH 2009-03-30 7 Ob 54/09f TE OGH 2009-05-14 6 Ob 71/09y Auch TE OGH 2010-06-08 4 Ob 12/10h Vgl; Beisatz: Der Arzt haftet auch im Fall der Annahme einer Aufklärungspflichtverletzung nur für die Verwirklichung des Risikos, auf welches er hätte hinweisen müssen. (T9) TE OGH 2011-03-08 5 Ob 231/10x Auch; Beis ähnlich wie T4; Beis ähnlich wie T5; Beis wie T9 TE OGH 2011-07-05 4 Ob 62/11p Vgl; Beis wie T9; Beisatz: Hier: Verletzung von Aufklärungspflichten bei einer Anlageberatung. (T10) Veröff: SZ 2011/84 TE OGH 2011-07-18 6 Ob 168/10i Auch TE OGH 2011-03-31 1 Ob 9/11x nur T7; Beis wie T9 TE OGH 2011-11-24 1 Ob 229/11z Vgl auch; nur T7; Vgl auch Beis wie T6 nur: Das pflichtwidrige Verhalten - der ohne ausreichende Aufklärung erfolgte und daher rechtswidrige Eingriff - muss somit den geltend gemachten Schaden verursacht haben. (T11) TE OGH 2011-11-09 5 Ob 186/11f nur ähnlich T7; Beis ähnlich wie T6 TE OGH 2012-01-25 7 Ob 228/11x Auch; Beisatz: Wollte man nicht nur die Aufklärung über typische Operationsrisiken, deren Wahrscheinlichkeit nur bei 0,05 % bis 0,1 % liegt, verlangen, sondern jeweils auch Hinweise auf typische Komplikationen bei Verwirklichung solcher Risiken fordern, würde dies die Aufklärungspflicht in unvertretbarer Weise ausdehnen. Den Patienten müsste oftmals eine derartige Fülle von Informationen gegeben werden, dass ihnen eine Einschätzung der Lage nicht ermöglicht, sondern erschwert würde. (T12) TE OGH 2012-12-17 9 Ob 52/12f Auch; Beisatz: Hier: Aufklärungspflicht hinsichtlich prophylaktischer Maßnahmen zur Vermeidung oder Senkung eines Operationsrisikos. (T13) TE OGH 2012-12-19 7 Ob 137/12s TE OGH 2012-11-29 2 Ob 43/12f Vgl TE OGH 2014-06-24 4 Ob 185/13d Vgl auch; Beisatz: Hier: Vom Patienten geäußerte „Präferenz“ für die Verwendung biologischer Herzklappen spricht nicht gegen den Abschluss des Behandlungsvertrags und die Zustimmung zur Operation mit metallischen Herzklappen. (T14) TE OGH 2014-11-25 8 Ob 120/14a Auch TE OGH 2015-06-30 10 Ob 40/15b TE OGH 2016-04-28 1 Ob 41/16k Vgl; Beis wie T9 TE OGH 2016-11-23 1 Ob 138/16z Auch; Beisatz: Hier: Aufklärungspflicht über das bei der „Spirale“ behandlungstypische Risiko ihres „Abwanderns “. (T15) TE OGH 2017-02-27 1 Ob 23/17i TE OGH 2017-09-27 9 Ob 49/17x Auch; Beis wie T8; Veröff: SZ 2017/108 TE OGH 2017-11-28 9 ObA 68/17s Auch TE OGH 2017-12-18 9 Ob 72/17d TE OGH 2018-08-31 6 Ob 120/18t Beisatz: Hier: Aufgrund Verletzung der Zweiwochenfrist des § 6 Abs 1 ÄsthOpG unwirksame Einwilligung. (T16)Beisatz: Hier: Aufgrund Verletzung der Zweiwochenfrist des Paragraph 6, Absatz eins, ÄsthOpG unwirksame Einwilligung. (T16) TE OGH 2019-12-18 5 Ob 179/19p TE OGH 2020-01-22 3 Ob 237/19b Vgl; Beis wie T6; Beis wie T11 TE OGH 2021-05-27 5 Ob 28/21k Vgl; Beis wie T6; Beis wie T9; Beis wie T11 TE OGH 2021-09-15 7 Ob 124/21t Beis wie T5 TE OGH 2022-05-19 5 Ob 11/22m Vgl; Beis wie T4; Beis wie T9; Beis wie T11 TE OGH 2022-10-18 4 Ob 172/22f Vgl TE OGH 2023-07-25 2 Ob 123/23m vgl; Beisatz wie T6; Beisatz wie T9; Beisatz wie T11; Beisatz wie T5 TE OGH 2023-09-27 9 Ob 47/23m vgl; Beisatz: Hier: Mangels ausreichender Aufklärung nach § 5 ÄsthOpG. (T17)vgl; Beisatz: Hier: Mangels ausreichender Aufklärung nach Paragraph 5, ÄsthOpG. (T17) TE OGH 2024-03-18 9 Ob 23/24h Beisatz wie T6; Beisatz wie T9; Beisatz wie T11 TE OGH 2024-05-23 4 Ob 36/24h vgl; Beisatz wie T4; Beisatz wie T9 TE OGH 2024-10-23 9 Ob 62/24v TE OGH 2025-05-27 9 Ob 55/25s Beisatz wie T9 TE OGH 2025-07-10 10 Ob 28/25b TE OGH 2025-09-16 6 Ob 84/25h Beisatz wie T9: Hat sich jenes Risiko verwirklicht, auf das die Ärzte hinweisen hätten müssen, schadet es nicht, dass die genaue Ursache der Schädigung nicht festgestellt werden konnte. (T18) TE OGH 2025-08-12 8 Ob 65/25d TE OGH 2025-11-25 4 Ob 59/25t European Case Law IdentifierECLI:AT:OGH0002:1989:RS0026783
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