RIS Dokument GerichtOGH RechtssatznummerRS0065360 Entscheidungsdatum24.02.2026 Geschäftszahl5Ob546/94; 9Ob91/99v; 7Ob242/99k; 1Ob64/00v; 2Ob180/00k; 5Ob18/01k; 10Ob22/03p; 1Ob13/04z; 7Ob17/06k; 8Ob34/07v; 9Ob17/07a; 9Ob23/07h; 1Ob241/07h; 5Ob290/07v; 2Ob84/09f; 6Ob100/11s; 8Ob135/10a; 3Ob200/11z; 4Ob45/12i; 5Ob53/12y; 1Ob178/12a; 9Ob16/13p; 2Ob41/13p; 7Ob18/13t; 4Ob102/13y; 1Ob184/13k; 1Ob221/13a; 3Ob34/14t; 3Ob9/14s; 3Ob112/15i; 4Ob210/15h; 4Ob205/16z; 6Ob54/17k; 7Ob12/17s; 7Ob77/17z; 3Ob65/17f; 9ObA89/17d; 7Ob176/17h; 4Ob159/17m; 7Ob26/18a; 4Ob92/19m; 4Ob98/19v; 3Ob33/20d; 1Ob121/20f; 1Ob105/20b; 5Ob188/20p; 6Ob92/21d; 5Ob42/21v; 5Ob21/22g; 1Ob200/23b; 7Ob204/24m; 7Ob48/25x; 7Ob162/24k; 4Ob156/24f; 6Ob27/26b NormABGB §875 ABGB §1167 ABGB §1489 IIB ABGB §1489 IIC RechtssatzDer Geschädigte darf sich nicht einfach passiv verhalten und es darauf ankommen lassen, dass er von der Person des Ersatzpflichtigen eines Tages zufällig Kenntnis erhält. Dabei hat auch eine Wissenszurechnung der Hausverwaltung, die nicht "Dritter" im Sinne des § 875 ABGB ist (vergleiche Entscheidung 1 zu § 875 ABGB in MGA
- Auflage), zu erfolgen. Wer vom Geschäftsherrn damit betraut worden ist, Tatsachen, deren Kenntnis von Rechtserheblichkeit ist, entgegenzunehmen oder anzuzeigen, ist Wissensvertreter.Der Geschädigte darf sich nicht einfach passiv verhalten und es darauf ankommen lassen, dass er von der Person des Ersatzpflichtigen eines Tages zufällig Kenntnis erhält. Dabei hat auch eine Wissenszurechnung der Hausverwaltung, die nicht "Dritter" im Sinne des Paragraph 875, ABGB ist (vergleiche Entscheidung 1 zu Paragraph 875, ABGB in MGA
- Auflage), zu erfolgen. Wer vom Geschäftsherrn damit betraut worden ist, Tatsachen, deren Kenntnis von Rechtserheblichkeit ist, entgegenzunehmen oder anzuzeigen, ist Wissensvertreter. EntscheidungstexteTE OGH 1995-10-10 5 Ob 546/94 Veröff: SZ 68/179 TE OGH 1999-04-14 9 Ob 91/99v Vgl auch; nur: Wer vom Geschäftsherrn damit betraut worden ist, Tatsachen, deren Kenntnis von Rechtserheblichkeit ist, entgegenzunehmen oder anzuzeigen, ist Wissensvertreter. (T1) Beisatz: Hier: Architekt ist im Zusammenhang mit der Frage des Beginnes der Verjährungsfrist als Wissensvertreter des Bauherrn anzusehen. (T2) TE OGH 2000-01-26 7 Ob 242/99k TE OGH 2001-01-30 1 Ob 64/00v Beis wie T2; Veröff: SZ 74/14 TE OGH 2001-05-16 2 Ob 180/00k nur: Der Geschädigte darf sich nicht einfach passiv verhalten und es darauf ankommen lassen, dass er von der Person des Ersatzpflichtigen eines Tages zufällig Kenntnis erhält. (T3) Beisatz: Auch die Kenntnis der Unfallsbeteiligten durch die Rechtsschutzversicherung ist dem klagenden Geschädigten zuzurechnen. (T4) Veröff: SZ 74/89 TE OGH 2001-09-27 5 Ob 18/01k Beisatz: Als ein solcher Wissensvertreter wurde etwa der Hausverwalter in Ansehung von Bauschäden angesehen (SZ 68/179; ecolex 2000/797), der Architekt in Ansehung des Wissens der Erfolglosigkeit von Sanierungsmaßnahmen (9 Ob 91/99v). (T5) TE OGH 2003-07-15 10 Ob 22/03p nur T3 TE OGH 2004-03-18 1 Ob 13/04z nur T3 TE OGH 2006-08-30 7 Ob 17/06k Auch; Beisatz: Dem Bauherrn ist es nicht als Verletzung seiner Erkundungsobliegenheit anzulasten, wenn der von ihm mit der Bauaufsicht Beauftragte seiner Vertragspflicht ihm gegenüber nicht ordnungsgemäß nachkommt und er deshalb von Bauschäden nicht schon bei Abnahme der Leistungen Kenntnis erlangte. (T6) TE OGH 2007-05-21 8 Ob 34/07v Vgl; Beisatz: Rein passives Verhalten des Geschädigten ist abzulehnen. (T7) TE OGH 2007-05-30 9 Ob 17/07a nur T3; Beisatz: Ein rein passives Verhalten des Geschädigten ist abzulehnen. (T8) TE OGH 2008-02-08 9 Ob 23/07h nur T3; Beisatz: Hier: Arbeiterkammer Niederösterreich als Wissensvertreterin des Kreditnehmers. (T9) TE OGH 2008-05-06 1 Ob 241/07h Auch; Beis wie T9 TE OGH 2008-06-03 5 Ob 290/07v Vgl auch; Beisatz: Die Rechtsprechung nimmt eine Wissenszurechnung durch jene Personen (Wissensvertreter) an, die - sowohl als selbständige Dritte als auch als Gehilfen - vom Geschäftsherrn damit betraut worden sind, Tatsachen, deren Kenntnis von Rechtserheblichkeit ist, entgegenzunehmen oder anzuzeigen. (T10) Beisatz: Soweit es auf das Wissen des Geschäftsherrn ankommt, wird ihm dabei das Wissen des Wissensvertreters als eigenes zugerechnet und treten daher die an sein Wissen geknüpften Rechtsfolgen zum Nachteil des Geschäftsherrn ein. (T11) Beisatz: Dem liegt der allgemeine Gedanke zugrunde, dass der Einsatz von Gehilfen, also die „Rollenspaltung" nicht zum Nachteil Dritter gehen dürfe und ansonsten der Einsatz eines Gehilfen eine Verschlechterung der vom Gesetzgeber im Sinne eines Interessensausgleichs vorgesehenen Rechtsposition Dritter mit sich brächte, weshalb der Geschäftsherr so zu behandeln sei, als wäre er selbst tätig geworden. (T12) Bem: Mit Darstellung von in der Rechtsprechung bejahten Fällen von Wissensvertretern. (T13) TE OGH 2009-05-20 2 Ob 84/09f Auch; nur T1; Beis wie T10; Beis wie T11 TE OGH 2011-06-16 6 Ob 100/11s nur T3 TE OGH 2011-10-24 8 Ob 135/10a nur T3 TE OGH 2012-04-18 3 Ob 200/11z Auch; nur T3; Beis wie T10; Beis wie T11 TE OGH 2012-07-10 4 Ob 45/12i Vgl auch; Beis ähnlich wie T1; Beis ähnlich wie T10; Beisatz: Hier: Zur Zurechnung des Wissens eines Prozessvertreters. (T14) TE OGH 2012-08-09 5 Ob 53/12y Auch; auch nur T1; Auch Beis ähnlich wie T2; Auch Beis ähnlich wie T5; Auch Beis wie T6 TE OGH 2012-10-11 1 Ob 178/12a Auch TE OGH 2013-05-29 9 Ob 16/13p Auch TE OGH 2013-05-07 2 Ob 41/13p Vgl; Beisatz: Hier: Medienberichterstattung über den Kursverfall von MEL-“Aktien“. (T15) TE OGH 2013-06-19 7 Ob 18/13t nur T3 TE OGH 2013-08-27 4 Ob 102/13y Auch; nur T3 TE OGH 2013-10-17 1 Ob 184/13k Vgl auch; nur T1; Beis wie T10 TE OGH 2013-12-19 1 Ob 221/13a Auch TE OGH 2014-04-30 3 Ob 34/14t Vgl; Beis wie T10; Beis wie T11; Beis wie T12 TE OGH 2014-05-21 3 Ob 9/14s Auch; nur T3 TE OGH 2015-09-17 3 Ob 112/15i Auch TE OGH 2015-12-15 4 Ob 210/15h Vgl; nur T1 TE OGH 2016-10-25 4 Ob 205/16z Auch; nur T1 TE OGH 2017-04-19 6 Ob 54/17k Auch; Beis wie T10 TE OGH 2017-05-17 7 Ob 12/17s Auch; Beis wie T10; Beis wie T11 TE OGH 2017-09-27 7 Ob 77/17z Auch; Beisatz: Hier: Ein nach § 332 ASVG auf den Sozialversicherungsträger übergegangener Schadenersatzanspruch wegen eines ärztlichen Kunstfehlers. (T16)Auch; Beisatz: Hier: Ein nach Paragraph 332, ASVG auf den Sozialversicherungsträger übergegangener Schadenersatzanspruch wegen eines ärztlichen Kunstfehlers. (T16) Beis wie T11; Beis wie T12 TE OGH 2017-10-25 3 Ob 65/17f nur T3 TE OGH 2017-10-30 9 ObA 89/17d nur T3 TE OGH 2017-11-29 7 Ob 176/17h Vgl TE OGH 2017-11-09 4 Ob 159/17m TE OGH 2018-09-26 7 Ob 26/18a Auch; Beis wie T7 TE OGH 2019-06-13 4 Ob 92/19m nur T7; nur T8 TE OGH 2019-06-13 4 Ob 98/19v Vgl TE OGH 2020-04-08 3 Ob 33/20d nur T3; Beis wie T16 TE OGH 2020-09-23 1 Ob 121/20f nur T3 TE OGH 2020-09-23 1 Ob 105/20b nur T3 TE OGH 2021-02-04 5 Ob 188/20p Vgl; Beis wie T10; Beis wie T11 TE OGH 2021-08-06 6 Ob 92/21d Vgl; nur T3 TE OGH 2021-10-20 5 Ob 42/21v nur Beis wie T10; nur Beis wie T11 TE OGH 2022-07-19 5 Ob 21/22g nur T3 TE OGH 2024-04-08 1 Ob 200/23b Beisatz wie T10: Hier: Keine Zurechnung des Wissens von Vorstand und Prokurist wegen deren Involvierung in strafrechtswidrige Handlungen. (T17) TE OGH 2025-01-29 7 Ob 204/24m Beisatz: Hier: Verjährung eines Direktanspruchs gegen den Haftpflichtversicherer (T18) TE OGH 2025-04-22 7 Ob 48/25x nur T3 TE OGH 2025-04-22 7 Ob 162/24k TE OGH 2025-07-22 4 Ob 156/24f Beisatz: Inwieweit sich aus einer Anklageschrift „gesicherte Verfahrensergebnisse“ für einen zivilrechtlichen Anspruch ergeben, kann nur im Einzelfall beurteilt werden. Dass die Anklageschrift, die sich für den Ersatzanspruch der Klägerin auf eine komplexe Indizienkette stützt, die Verjährungsfrist nicht in Gang setzt, begründet keine korrekturbedürftige Fehlbeurteilung. (T19) TE OGH 2026-02-24 6 Ob 27/26b nur T3 European Case Law IdentifierECLI:AT:OGH0002:1995:RS0065360