RIS Dokument GerichtOGH RechtssatznummerRS0120025 Entscheidungsdatum12.06.2025 Geschäftszahl12Os38/05p; 14Os76/05s (14Os77/05p); 12Os64/12x; 17Os7/13b (17Os10/13v); 17Os17/13y; 15Os57/14t; 12Os119/14p; 15Os52/14g (15Os53/14d); 17Os16/15d; 14Os69/15a; 17Os25/15b (17Os26/15z); 14Os86/16b; 14Os3/17y; 14Os55/18x; 14Os81/18w; 13Os110/18b; 14Os12/19z; 12Os114/19k; 13Os34/20d; 12Os132/20h; 13Os119/20d; 14Os137/20h; 15Os66/21a (15Os93/21x); 14Os82/21x; 14Os46/22d; 13Os56/23v; 12Os148/23s; 11Os104/24i; 12Os120/24z; 14Os72/24f; 14Os49/25z NormMRK Art6 Abs1 II5a6 MRK Art6 Abs3 lita IV1 MRK Art6 Abs3 litb IV2 StPO §262 StPO §281 Abs1 Z4 B StPO §281 Abs1 Z5a StPO §281 Abs1 Z11 B StPO §345 Abs1 Z13 RechtssatzWurde ein zugunsten des Angeklagten sprechender (in der Schuld- oder Subsumtionsfrage oder hinsichtlich der Strafbefugnisgrenze) erheblicher Tatumstand im gesamten Strafverfahren nie in Zweifel gezogen, dazu keine Frage gestellt und auch keinerlei Beweisverfahren abgewickelt, so hat das Gericht, wenn es diesen gleichwohl für nicht gegeben erachtet, den Angeklagten bei sonstiger Nichtigkeit nach § 281 Abs 1 Z 5a StPO (hier: § 345 Abs 1 Z 13 erster Fall iVm § 281 Abs 1 Z 5a StPO) darauf hinzuweisen. Denn nur solcherart ist dieser in der Lage, sachgerechte Anträge dazu zu stellen (hier: Altersangaben zur Frage der Anwendbarkeit des § 5 Z 4 JGG).Wurde ein zugunsten des Angeklagten sprechender (in der Schuld- oder Subsumtionsfrage oder hinsichtlich der Strafbefugnisgrenze) erheblicher Tatumstand im gesamten Strafverfahren nie in Zweifel gezogen, dazu keine Frage gestellt und auch keinerlei Beweisverfahren abgewickelt, so hat das Gericht, wenn es diesen gleichwohl für nicht gegeben erachtet, den Angeklagten bei sonstiger Nichtigkeit nach Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 5 a, StPO (hier: Paragraph 345, Absatz eins, Ziffer 13, erster Fall in Verbindung mit Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 5 a, StPO) darauf hinzuweisen. Denn nur solcherart ist dieser in der Lage, sachgerechte Anträge dazu zu stellen (hier: Altersangaben zur Frage der Anwendbarkeit des Paragraph 5, Ziffer 4, JGG). EntscheidungstexteTE OGH 2005-06-02 12 Os 38/05p TE OGH, AUSL EGMR, AUSL EKMR 2005-07-29 14 Os 76/05s TE OGH 2012-08-09 12 Os 64/12x Auch TE OGH 2013-09-30 17 Os 7/13b Vgl aber; Beisatz: Beweiswürdigende Erwägungen des Erstgerichts sind nicht Gegenstand des aus § 262 StPO abgeleiteten grundrechtlichen Überraschungsverbots. (T1)Vgl aber; Beisatz: Beweiswürdigende Erwägungen des Erstgerichts sind nicht Gegenstand des aus Paragraph 262, StPO abgeleiteten grundrechtlichen Überraschungsverbots. (T1) TE OGH 2013-11-26 17 Os 17/13y Vgl aber; Ähnlich Beis wie T1 TE OGH 2014-08-27 15 Os 57/14t Auch TE OGH 2014-11-27 12 Os 119/14p Auch; Beis wie T1 TE OGH 2015-01-14 15 Os 52/14g Auch; Beisatz: Die in § 281 Abs 1 Z 8 StPO bezeichnete Anhörungspflicht des § 262 StPO bezieht sich auf einen gegenüber dem Anklagevorwurf geänderten rechtlichen Gesichtspunkt des Gerichts darüber, welche strafbare Handlung vorliegt, während den Angeklagten überraschende Feststellungen zu entscheidenden Tatsachen eine Warnpflicht des Gerichts begründen, deren Nichteinhaltung mit Tatsachenrüge nach Z 5a geltend gemacht werden kann. (T2)Auch; Beisatz: Die in Paragraph 281, Absatz eins, Ziffer 8, StPO bezeichnete Anhörungspflicht des Paragraph 262, StPO bezieht sich auf einen gegenüber dem Anklagevorwurf geänderten rechtlichen Gesichtspunkt des Gerichts darüber, welche strafbare Handlung vorliegt, während den Angeklagten überraschende Feststellungen zu entscheidenden Tatsachen eine Warnpflicht des Gerichts begründen, deren Nichteinhaltung mit Tatsachenrüge nach Ziffer 5 a, geltend gemacht werden kann. (T2) TE OGH 2015-09-14 17 Os 16/15d Vgl aber; Beis wie T1 TE OGH 2015-11-17 14 Os 69/15a Auch; Beis wie T1 TE OGH 2015-12-14 17 Os 25/15b Vgl auch; Beis wie T1 TE OGH 2016-10-20 14 Os 86/16b Auch; Beis wie T1 TE OGH 2017-02-28 14 Os 3/17y Auch; Beis wie T1 TE OGH 2018-07-03 14 Os 55/18x Auch; Beis wie T1 TE OGH 2018-09-11 14 Os 81/18w Auch; Beis wie T1; Beisatz: Das Überraschungsverbot findet in Bezug auf beweiswürdigende Erwägungen des Gerichts unter dem Aspekt der Z 5 keine Anwendung. (T3)Auch; Beis wie T1; Beisatz: Das Überraschungsverbot findet in Bezug auf beweiswürdigende Erwägungen des Gerichts unter dem Aspekt der Ziffer 5, keine Anwendung. (T3) TE OGH 2019-02-13 13 Os 110/18b Auch; Beis wie T1 TE OGH 2019-05-21 14 Os 12/19z Auch; Beis wie T3 TE OGH 2019-11-07 12 Os 114/19k Vgl; Beis wie T1 TE OGH 2020-05-07 13 Os 34/20d Vgl; Beisatz: Unter dem Aspekt der Z 5a des § 281 Abs 1 StPO gilt das Überraschungsverbot nur in Betreff von Feststellungen zu entscheidenden Tatsachen. (T4)Vgl; Beisatz: Unter dem Aspekt der Ziffer 5 a, des Paragraph 281, Absatz eins, StPO gilt das Überraschungsverbot nur in Betreff von Feststellungen zu entscheidenden Tatsachen. (T4) TE OGH 2020-12-16 12 Os 132/20h Vgl; Beis wie T4 TE OGH 2021-03-16 13 Os 119/20d Vgl; Beisatz: Beweiswürdigende Erwägungen des Gerichts sind unter dem Aspekt der Nichtigkeitsgründe nicht Gegenstand des Überraschungsverbots (Art 6 Abs 3 lit a und b MRK). (T5)Vgl; Beisatz: Beweiswürdigende Erwägungen des Gerichts sind unter dem Aspekt der Nichtigkeitsgründe nicht Gegenstand des Überraschungsverbots (Artikel 6, Absatz 3, Litera a und b MRK). (T5) TE OGH 2021-03-23 14 Os 137/20h Vgl; Beis wie T1; Beis wie T3 TE OGH 2021-09-15 15 Os 66/21a Vgl TE OGH 2021-11-16 14 Os 82/21x Vgl TE OGH 2022-06-28 14 Os 46/22d Vgl; Beis wie T1 TE OGH 2023-09-20 13 Os 56/23v vgl; nur T3; nur T5 TE OGH 2024-06-27 12 Os 148/23s vgl; Beisatz: Kein Verstoß gegen das Überraschungsverbot bei einem von der Staatsanwaltschaft bereits in der Anklageschrift beantragten Verfall. (T6) TE OGH 2024-10-22 11 Os 104/24i vgl; Beisatz wie T3; Beisatz wie T5 TE OGH 2025-01-09 12 Os 120/24z vgl; Beisatz wie T1; Beisatz wie T3; Beisatz wie T5 TE OGH 2025-05-13 14 Os 72/24f vgl; Beisatz wie T2; Beisatz wie T4; Beisatz wie T6 TE OGH 2025-06-12 14 Os 49/25z vgl; Beisatz wie T1 European Case Law IdentifierECLI:AT:OGH0002:2005:RS0120025
KI-Erklärung auf Basis des amtlichen Gesetzestextes. Orientierend, ersetzt keine Rechtsberatung.