RIS Dokument GerichtAUSL EGMR, OGH RechtssatznummerRS0123201 Entscheidungsdatum28.04.2026 GeschäftszahlBsw35865/03; Bsw46827/99 (Bsw46951/99); Bsw46827/99 (Bsw46951/99); Bsw13284/04; Bsw41015/04; Bsw21055/09; Bsw17185/05; 12Os158/12w (12Os161/12m); Bsw67286/10; 13Os27/15g (13Os30/15h); 14Os60/15b (14Os73/15i); 15Os110/15p; 12Os160/15v; 12Os154/15m; 14Os10/16a (14Os11/16y); 13Os80/16p (13Os92/16b); Bsw140/10; 14Os53/17a; 15Os110/18t; 11Os117/18t; 14Os58/19i; 15Os45/19g; 15Os75/19x (15Os76/19v); 11Os142/19w; Bsw34999/16; 12Os59/22a; 15Os63/22m; 15Os95/24w; 15Os79/25v (15Os80/25s); 12Os37/26x NormMRK Art3 III7a RechtssatzDie Entscheidung, einen flüchtigen Straftäter auszuliefern - und die Auslieferung selbst - kann die Verantwortlichkeit des ausliefernden Staates nach Art. 3 EMRK begründen, wenn stichhaltige Gründe für die Annahme bestehen, dass die betroffene Person im Empfangsstaat der tatsächlichen Gefahr ausgesetzt würde, einer Art. 3 EMRK widersprechenden Behandlung ausgesetzt zu werden.Die Entscheidung, einen flüchtigen Straftäter auszuliefern - und die Auslieferung selbst - kann die Verantwortlichkeit des ausliefernden Staates nach Artikel 3, EMRK begründen, wenn stichhaltige Gründe für die Annahme bestehen, dass die betroffene Person im Empfangsstaat der tatsächlichen Gefahr ausgesetzt würde, einer Artikel 3, EMRK widersprechenden Behandlung ausgesetzt zu werden. EntscheidungstexteTE AUSL EGMR, OGH 2007-02-20 Bsw 35865/03 Veröff: NL 2007,68 TE AUSL EGMR 2003-02-06 Bsw 46827/99 Vgl; Veröff: NL 2003,133 TE AUSL EGMR 2005-02-04 Bsw 46827/99 Veröff: NL 2005,23 TE AUSL EGMR 2005-11-08 Bsw 13284/04 Vgl auch; Veröff: NL 2005,273 TE AUSL EGMR 2009-11-19 Bsw 41015/04 Beisatz: Die allgemein gehaltene Zusicherung der Strafverfolgungsbehörden, die Rechte des Ausgelieferten im Strafverfahren zu achten, sind nicht ausreichend, um eine bestehende ernsthafte Gefahr einer Art 3 MRK widersprechenden Behandlung auszuschließen. (Bem: Kaboulov gegen die Ukraine) (T1)Beisatz: Die allgemein gehaltene Zusicherung der Strafverfolgungsbehörden, die Rechte des Ausgelieferten im Strafverfahren zu achten, sind nicht ausreichend, um eine bestehende ernsthafte Gefahr einer Artikel 3, MRK widersprechenden Behandlung auszuschließen. (Bem: Kaboulov gegen die Ukraine) (T1) Veröff: NL 2009,333 TE AUSL EGMR 2010-05-20 Bsw 21055/09 Vgl auch; Beis wie T1; Veröff: NL 2010,163 TE AUSL EGMR 2010-09-23 Bsw 17185/05 Auch; Veröff: NL 2010,297 TE OGH 2013-03-07 12 Os 158/12w Auch TE AUSL EGMR 2013-02-05 Bsw 67286/10 Vgl auch; Veröff: NL 2013,33 TE OGH 2015-04-15 13 Os 27/15g Auch TE OGH 2015-08-04 14 Os 60/15b Auch TE OGH 2015-10-07 15 Os 110/15p TE OGH 2016-01-20 12 Os 160/15v TE OGH 2016-01-28 12 Os 154/15m TE OGH 2016-03-08 14 Os 10/16a TE OGH 2016-09-06 13 Os 80/16p TE AUSL EGMR 2014-09-04 Bsw 140/10 Veröff: NL 2014,383 TE OGH 2017-09-05 14 Os 53/17a Auch TE OGH 2018-08-23 15 Os 110/18t Auch TE OGH 2018-12-11 11 Os 117/18t Auch;Beisatz: Bei der Prüfung des die auszuliefernde Person konkret treffenden Risikos einer Art 3 MRK widersprechenden Behandlung ist auch darauf abzustellen, ob es sich um einen reinen Kriminalfall ohne jeglichen politischen oder religiösen Kontext handelt oder ob der Betroffene einer besonders vulnerablen Gruppe angehört. (T2)Auch;Beisatz: Bei der Prüfung des die auszuliefernde Person konkret treffenden Risikos einer Artikel 3, MRK widersprechenden Behandlung ist auch darauf abzustellen, ob es sich um einen reinen Kriminalfall ohne jeglichen politischen oder religiösen Kontext handelt oder ob der Betroffene einer besonders vulnerablen Gruppe angehört. (T2) Beisatz: Neben der persönlichen Situation der betroffenen Person ist weiters die allgemeine Lage im Zielland zu berücksichtigen, ferner die Schwere der drohenden Verletzung sowie das sonstige Verhalten des ersuchenden Staats im Hinblick auf die Verletzung fundamentaler Menschenrechte und seine Bereitschaft, einen konkret erhobenen Vorwurf einer Verletzung von Art 3 MRK lückenlos aufzuklären. (T3)Beisatz: Neben der persönlichen Situation der betroffenen Person ist weiters die allgemeine Lage im Zielland zu berücksichtigen, ferner die Schwere der drohenden Verletzung sowie das sonstige Verhalten des ersuchenden Staats im Hinblick auf die Verletzung fundamentaler Menschenrechte und seine Bereitschaft, einen konkret erhobenen Vorwurf einer Verletzung von Artikel 3, MRK lückenlos aufzuklären. (T3) Beisatz: Bei einer Auslieferung in einen Staat, der Vertragspartei der MRK ist, ist die Verantwortlichkeit des ausliefernden Staates zudem eingeschränkt, wenn der Betroffene im Zielstaat (rechtzeitig) Rechtsschutz gegen Konventionsverletzungen erlangen kann. (T4) TE OGH 2019-09-03 14 Os 58/19i Auch TE OGH 2019-05-06 15 Os 45/19g TE OGH 2019-09-11 15 Os 75/19x Vgl TE OGH 2020-01-14 11 Os 142/19w TE AUSL EGMR 2017-12-07 Bsw 34999/16 Beisatz: Die gesetzliche Erklärung eines Staates zum „sicheren Herkunftsstaat“ befreit die Behörden bzw Gerichte nicht von der Verpflichtung, eine individuelle Risikoeinschätzung vorzunehmen. (D. L. gg Österreich) (T5); Veröff: NL 2017,522 TE OGH 2022-07-05 12 Os 59/22a TE OGH 2022-07-27 15 Os 63/22m Vgl TE OGH 2024-12-09 15 Os 95/24w vgl TE OGH 2025-09-10 15 Os 79/25v vgl TE OGH 2026-04-28 12 Os 37/26x vgl European Case Law IdentifierECLI:AT:AUSL000:2007:RS0123201
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