RIS Dokument GerichtOGH RechtssatznummerRS0123513 Entscheidungsdatum23.04.2008 Geschäftszahl7Ob26/08m; 7Ob91/08w; 7Ob30/08z; 7Ob70/08g; 7Ob151/08v; 7Ob145/08m; 7Ob68/09i; 7Ob68/09i; 7Ob194/09v; 7Ob206/09h; 7Ob199/09d NormABGB §914 I; ARB 1995 Art6 Pkt7.3.; EWG-RL 87/344/EWG - Rechtsschutzversicherungsrichtlinie 31987L0344 Art4 Abs1; VersVG §158kABGB §914 römisch eins; ARB 1995 Art6 Pkt7.3.; EWG-RL 87/344/EWG - Rechtsschutzversicherungsrichtlinie 31987L0344 Art4 Abs1; VersVG §158k RechtssatzDem Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften werden gemäß Art 234 EG folgende Fragen zur Vorabentscheidung vorgelegt:Dem Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften werden gemäß Artikel 234, EG folgende Fragen zur Vorabentscheidung vorgelegt: 1. Ist Art 4
(1)der Richtlinie 87/344/EWG des Rates zur Koordination der Rechts- und Verwaltungsvorschriften für die Rechtsschutzversicherung vom
- Juni 1987 dahin auszulegen, dass ihm eine in Allgemeinen Versicherungsbedingungen eines Rechtsschutzversicherers enthaltene Klausel, die den Versicherer in Versicherungsfällen, in denen eine größere Anzahl von Versicherungsnehmern durch dasselbe Ereignis (etwa die Insolvenz eines Wertpapierdienstleistungsunternehmens) geschädigt wird, zur Auswahl eines Rechtsvertreters berechtigt und damit das Recht des einzelnen Versicherungsnehmers auf freie Anwaltswahl beschränkt (sogenannte „Massenschadenklausel"), widerspricht?
- Ist Artikel 4,
(1)der Richtlinie 87/344/EWG des Rates zur Koordination der Rechts- und Verwaltungsvorschriften für die Rechtsschutzversicherung vom
- Juni 1987 dahin auszulegen, dass ihm eine in Allgemeinen Versicherungsbedingungen eines Rechtsschutzversicherers enthaltene Klausel, die den Versicherer in Versicherungsfällen, in denen eine größere Anzahl von Versicherungsnehmern durch dasselbe Ereignis (etwa die Insolvenz eines Wertpapierdienstleistungsunternehmens) geschädigt wird, zur Auswahl eines Rechtsvertreters berechtigt und damit das Recht des einzelnen Versicherungsnehmers auf freie Anwaltswahl beschränkt (sogenannte „Massenschadenklausel"), widerspricht?
- Im Fall der Verneinung von Frage 1.: Unter welchen Voraussetzungen liegt ein „Massenschaden" vor, der es im Sinn (beziehungsweise in Ergänzung) der genannten Richtlinie gestattet, dem Versicherer anstelle des Versicherungsnehmers das Recht der Auswahl des rechtsfreundlichen Vertreters einzuräumen? EntscheidungstexteTE OGH 2008-04-23 7 Ob 26/08m Beisatz: Der EuGH hat diese Frage mit Urteil vom
- September 2009, RS C-199/08, wie folgt beantwortet: „Art 4 Abs 1 Buchst a der Richtlinie 87/344/EWG des Rates vom
- 1987 zur Koordinierung der Rechts-und Verwaltungsvorschriften für die Rechtsschutzversicherung ist dahin auszulegen, dass der Rechtsschutzversicherer sich in dem Fall, dass eine größere Anzahl von Versicherungsnehmern durch dasselbe Ereignis geschädigt ist, nicht das Recht vorbehalten kann, selbst den Rechtsvertreter aller betroffenen Versicherungsnehmer auszuwählen." (T1)Beisatz: Der EuGH hat diese Frage mit Urteil vom
- September 2009, RS C-199/08, wie folgt beantwortet: „Art 4 Absatz eins, Buchst a der Richtlinie 87/344/EWG des Rates vom
- 1987 zur Koordinierung der Rechts-und Verwaltungsvorschriften für die Rechtsschutzversicherung ist dahin auszulegen, dass der Rechtsschutzversicherer sich in dem Fall, dass eine größere Anzahl von Versicherungsnehmern durch dasselbe Ereignis geschädigt ist, nicht das Recht vorbehalten kann, selbst den Rechtsvertreter aller betroffenen Versicherungsnehmer auszuwählen." (T1) TE OGH 2008-05-15 7 Ob 91/08w TE OGH 2008-04-23 7 Ob 30/08z TE OGH 2008-04-23 7 Ob 70/08g TE OGH 2008-10-22 7 Ob 151/08v TE OGH 2008-10-22 7 Ob 145/08m TE OGH 2009-04-29 7 Ob 68/09i TE OGH 2009-10-28 7 Ob 68/09i TE OGH 2009-12-16 7 Ob 194/09v Veröff: SZ 2009/168 TE OGH 2009-12-16 7 Ob 206/09h TE OGH 2009-12-16 7 Ob 199/09d European Case Law IdentifierECLI:AT:OGH0002:2008:RS0123513