RIS Dokument GerichtOGH RechtssatznummerRS0127377 Entscheidungsdatum24.03.2026 Geschäftszahl13Os143/11w; 12Os102/12k; 14Os88/13t; 15Os50/13m; 13Os23/14b (13Os26/14v); 15Os12/15a; 12Os138/14g (12Os139/14d); 13Os148/15m; 13Os23/17g; 11Os6/18v; 12Os112/17p; 13Os135/17b; 11Os63/18a; 13Os138/18w; 11Os92/19t; 12Os83/19a; 12Os93/19x; 15Os21/20g; 13Os83/20k; 15Os39/22g; 15Os114/22m; 14Os59/23t; 12Os114/23s; 15Os4/24p; 11Os6/24b; 12Os59/24d; 11Os108/24b; 11Os122/24m; 15Os6/25h; 12Os145/25b NormStGB §107b Abs1 RechtssatzBei der Beurteilung der Tatbestandsmäßigkeit nach § 107b StGB ist stets eine einzelfallbezogene Gesamtbetrachtung der Faktoren Dauer, Dichte und Intensität der Gewaltausübung vorzunehmen, womit eine besonders starke Ausprägung eines dieser Faktoren unter dem Aspekt der Subsumtion eine Reduktion des Gewichts der beiden übrigen Faktoren zulässt.Bei der Beurteilung der Tatbestandsmäßigkeit nach Paragraph 107 b, StGB ist stets eine einzelfallbezogene Gesamtbetrachtung der Faktoren Dauer, Dichte und Intensität der Gewaltausübung vorzunehmen, womit eine besonders starke Ausprägung eines dieser Faktoren unter dem Aspekt der Subsumtion eine Reduktion des Gewichts der beiden übrigen Faktoren zulässt. EntscheidungstexteTE OGH 2011-12-15 13 Os 143/11w TE OGH 2013-04-11 12 Os 102/12k TE OGH 2013-07-09 14 Os 88/13t Vgl auch TE OGH 2013-06-26 15 Os 50/13m TE OGH 2014-06-05 13 Os 23/14b TE OGH 2015-03-25 15 Os 12/15a TE OGH 2015-03-05 12 Os 138/14g TE OGH 2016-03-09 13 Os 148/15m Beisatz: Beschimpfungen, Erniedrigungen und Drohungen unterfallen nur dann dem Misshandlungsbegriff des § 107b Abs 2 StGB, wenn sie als strafbare Handlungen gegen die Freiheit (mit Ausnahme solcher nach §§ 107a, 108 und 110 StGB) zu qualifizieren wären. (T1)Beisatz: Beschimpfungen, Erniedrigungen und Drohungen unterfallen nur dann dem Misshandlungsbegriff des Paragraph 107 b, Absatz 2, StGB, wenn sie als strafbare Handlungen gegen die Freiheit (mit Ausnahme solcher nach Paragraphen 107 a, 108 und 110 StGB) zu qualifizieren wären. (T1) Beisatz: Die „umfassende Kontrolle des Verhaltens“ und die „erhebliche Einschränkung der autonomen Lebensführung“ der verletzten Person sind zwei rechtlich gleichwertige Tatbestandsvarianten, die einander teilweise überlappen, also dogmatisch nicht streng voneinander zu trennen sind. Insgesamt zielen beide Varianten des § 107b Abs 3 Z 2 StGB auf eine massive Beschränkung der Selbstbestimmungsfreiheit, die an verschiedensten Parametern zu messen ist. Darunter fallen beispielsweise die freie Wahl des sozialen Umfelds, des Familienstands, des Aufenthalts, des äußeren Erscheinungsbildes und dergleichen. (T2)Beisatz: Die „umfassende Kontrolle des Verhaltens“ und die „erhebliche Einschränkung der autonomen Lebensführung“ der verletzten Person sind zwei rechtlich gleichwertige Tatbestandsvarianten, die einander teilweise überlappen, also dogmatisch nicht streng voneinander zu trennen sind. Insgesamt zielen beide Varianten des Paragraph 107 b, Absatz 3, Ziffer 2, StGB auf eine massive Beschränkung der Selbstbestimmungsfreiheit, die an verschiedensten Parametern zu messen ist. Darunter fallen beispielsweise die freie Wahl des sozialen Umfelds, des Familienstands, des Aufenthalts, des äußeren Erscheinungsbildes und dergleichen. (T2) TE OGH 2017-09-06 13 Os 23/17g Vgl TE OGH 2018-03-13 11 Os 6/18v TE OGH 2018-03-15 12 Os 112/17p Auch TE OGH 2018-03-14 13 Os 135/17b TE OGH 2018-08-28 11 Os 63/18a Beis wie T2; Beisatz: Die Qualifikation des § 107b Abs 3 Z 2 StGB verlangt über die bereits für den Grundtatbestand des § 107b Abs 1 StGB erforderliche Eignung der Gewalthandlungen, die Lebensführungsfreiheit des Opfers gravierend zu beeinträchtigen, hinausgehende Folgen dahingehend, dass das Opfer dem Täter im Sinn eines (das ganze Leben nach dem Täter ausrichtenden) Abhängigkeitsverhältnisses willenlos unterworfen ist. (T3)Beis wie T2; Beisatz: Die Qualifikation des Paragraph 107 b, Absatz 3, Ziffer 2, StGB verlangt über die bereits für den Grundtatbestand des Paragraph 107 b, Absatz eins, StGB erforderliche Eignung der Gewalthandlungen, die Lebensführungsfreiheit des Opfers gravierend zu beeinträchtigen, hinausgehende Folgen dahingehend, dass das Opfer dem Täter im Sinn eines (das ganze Leben nach dem Täter ausrichtenden) Abhängigkeitsverhältnisses willenlos unterworfen ist. (T3) TE OGH 2019-01-16 13 Os 138/18w Auch; Beis wie T2; Beis wie T3 TE OGH 2019-09-03 11 Os 92/19t Vgl TE OGH 2019-09-12 12 Os 83/19a Vgl TE OGH 2019-12-31 12 Os 93/19x Vgl TE OGH 2020-04-14 15 Os 21/20g Vgl TE OGH 2021-01-13 13 Os 83/20k TE OGH 2022-04-07 15 Os 39/22g Vgl; Beis wie T2 TE OGH 2023-01-18 15 Os 114/22m Vgl TE OGH 2023-08-01 14 Os 59/23t vgl TE OGH 2023-10-19 12 Os 114/23s vgl TE OGH 2024-03-11 15 Os 4/24p vgl TE OGH 2024-03-12 11 Os 6/24b vgl TE OGH 2024-06-27 12 Os 59/24d vgl TE OGH 2024-11-26 11 Os 108/24b TE OGH 2025-01-21 11 Os 122/24m vgl TE OGH 2025-03-04 15 Os 6/25h vgl TE OGH 2026-03-24 12 Os 145/25b vgl European Case Law IdentifierECLI:AT:OGH0002:2011:RS0127377
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